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Ebooks

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Signatur des Gemetzels

Im Kino 08.07.2015 […] n Vorgärten und ausgebleichten Fassaden noch Reste bürgerlichen Wohlstands zu erahnen sind); und ein wenig passt sie auch zum eigenartigen Retro-Flair des Films, in dem außer einem muschelförmigen Ebook-Reader keinerlei auch nur halbwegs zeitgemäße technische Geräte auftauchen - stattdessen stapelt Mitchell die Röhrenfernseher teils sogar übereinander, im (leider misslungenen) Finale kommt der Vin […] Von Lukas Foerster, Nikolaus Perneczky

Kinder ihrer Zeit

Virtualienmarkt 06.03.2015 […] Anlass für den verheerenden Entscheid des EuGH gaben Frankreich und Luxembourg, die einseitig beschlossen, die reduzierte Umsatzsteuer auch auf Ebooks anzuwenden. Frankreich wandelte sein Gesetz zum 1. Januar 2015 dann auch noch dahingehend ab, dass nur Ebooks ohne Kopierschutz (DRM) in den Genuss des vergünstigten Steuersatzes kommen. Dies heißt freilich, ein Paradox auf die Spitze zu treiben. Frankreichs […] dass tatsächlich der Anteil an legal verkauften Ebooks sehr, sehr niedrig geblieben ist. Gleichzeitig werden immer mal wieder spezielle Gesetze konstruiert, um der übermächtig wachsenden Konkurrenz von Amazon über die Hebel der Staatsmacht Paroli zu bieten. Das traf auf das abgewandelte Umsatzsteuergesetz zu - denn Amazon vertraut auf Kopierschutz bei Ebooks für den Kindle. Und dies war auch schon davor […] dass die Zufriedenheit der Buch-Kunden der Maßstab für das Wohlergehen der Branche ist - und nicht irgendwelche DRM-Softwareschlösser rund um Ebooks, und wohl auch nicht die Verfolgung der Leser per Abmahnungskampagne. Aber das unheilvolle Verdikt, wonach ein Ebook kein echtes Buch sei, hat den ganzen Schlamassel jetzt noch einmal so richtig hochgekocht. Ich meine: Milch sollte sein, was Kälber und Kinder […] Von Rüdiger Wischenbart

Ein Platzhirsch bricht zusammen

Virtualienmarkt 13.01.2014 […] im deutschen Online Buchhandel (beim Versand von gedruckten Büchern) zu werden - woran andere wie der Großkonzern Douglas, das Mutterhaus von Thalia, gescheitert sind. Und auch beim Zukunftsthema eBook, das in den ersten Analysen zum Fall Weltbild kaum vorkam, lief Weltbild an vorderster Front in der überaus komplizierten "Tolino"-Allianz, gemeinsam mit Thalia, der Deutschen Telekom sowie den Resten […] Weltbild-Insolvenz ins Rutschen - egal wie diese im Detail konstruiert werden wird, bis März, wie man hört? Müssen Käufer des Tolino-Shine-Lesegeräts sich nun sorgen, dass ihre über Weltbild gekauften eBooks abgeschaltet werden? Rational betrachtet vermutlich eher nicht. Aber es wird nicht ganz einfach sein für die gesamte Buchbranche, hier Vertrauen zu festigen, und Ängste zu zerstreuen. Selbst ohne […] denen Büchern, in die Ramschkisten wandern, was allen andren Buchhändlern Umsätze wegnehmen wird. Und auf die Wächter der Buchpreisbindung kommen hektische Zeiten zu, weil sich der ohnedies - dank eBook, Selbstverlagen, aber auch dank Weltbild - aufstauende Druck auf die Buchpreisbindung insgesamt noch weiter verstärkt. Ungemütliche Zeiten zeichnen sich ab. Bei der Suche nach Orientierung lohnt es […] Von Rüdiger Wischenbart

Bücher, Porno und Zensur

Virtualienmarkt 18.10.2013 […] Daily Mail titelte: "WH Smith's vile trade in online rape porn: Bookseller apologises after sales of sick ebooks are revealed." (Ungefähr zu übersetzen als: "Das schmutzige online-Geschäft von WH Smith mit Vergewaltigungs-Pornos: Der Buchhändler entschuldigt sich, nach dem der Verkauf kranker Ebooks enthüllt wurde." (Eine gute Zusammenfassung auf Deutsch brachte buchreport.de) Angesichts dieser Breitseiten […] Breitseiten schloss WH Smith vorübergehend seinen online-Shop, und hat ihn auch nach Tagen noch geschlossen. Die kanadisch-japanische Ebook Plattform Kobo, deren eBook-Katalog WH Smith verwendet, hat in der Folge alle Titel selbstverlegter digitaler Bücher für Großbritannien aus dem Netz genommen, denn die kriminalisierten Titel stammten nach Auskunft der Skandalpresse mehrheitlich aus diesem boomenden […] Großbritannien (Buch-) Handelsketten schon unter normalen Umständen ums Überleben kämpfen. Und Kobo, gegenüber Amazon und Apple ein Herausforderer im internationalen Konkurrenzkampf um den entstehenden Ebook-Markt, hat eines der innovativsten und dynamischsten Segmente in dem neuen Geschäft ganz oder teilweise abgeschaltet, um schlimmeren Kollateralschäden vorzubeugen. In den Presseartikeln wurde WH Smith […] Von Rüdiger Wischenbart

Der Hebel an den Wurzeln

Virtualienmarkt 07.10.2013 […] Spannend an eBooks ist nicht die Frage, wie viele verkaufte Titel tatsächlich auf Lesegeräten mit kleinem Schirm landen - die Zahlen widersprechen sich - spannd ist viel mehr, wie umfassend das Geschäft mit den Büchern über den Hebel eBooks vor unseren Augen umgekrempelt wird. Ein paar Beispiele aus Zahlen, Trends und Szenarien. Bei neuer Belletristik machen eBooks in Deutschland mittlerweile gut […] Büchern einspielen, geht es hier rasch ans Eingemachte. Deshalb tun die Verlage alles, um den Preis der eBook-Ausgaben hoch zu halten - mit Abschlägen von nur 20 bis bestenfalls 30 Prozent gegenüber der gedruckten Ausgabe. In England, aber auch in Spanien oder Italien kosten neue Spitzentitel als eBook gerade einmal die Hälfte von denen in Deutschland. Gerade im krisengeschüttelten Spanien ist die digitale […] Deutschland verloren gingen. Und im weitgehend ortsungebundenen Wachstumssegment eBook hält Amazon mit dem Kindle ohnedies schon jetzt die Mehrheit am Markt. Um Druck auf die Preislandschaft zu machen, mixt Amazon in den hauseigenen Kindle-Bestsellerlisten hochpreisige Verlagsangebote mit niedrigpreisigen Selbstverlags-eBooks. Zur Abrundung offeriert der Weltkonzern seine Dienste nun auch noch als Verlag […] Von Rüdiger Wischenbart

Für Open Access in den Geisteswissenschaften

Essay 16.09.2013 […] eine Entwicklung, die ermutigend scheint, aber eher alarmieren sollte: Es gibt immer mehr Ebooks, also elektronische Bücher, die über das Internet gegen Bezahlung angeboten werden. Das Schlechte der neuen digitalen verbindet sich hier mit dem Schlechten der alten analogen Welt: Für Geisteswissenschaftler ist ebook und open access meistens sowieso das Gleiche, halt alles elektronisch oder irgendwie online […] Von Hubertus Kohle

Kein Spezialfall

Virtualienmarkt 12.08.2013 […] nutzen. Letzteres führt nahtlos weiter zum Thema eBook, dem zunehmend wichtigsten Wachstumssegment im deutschen Buchhandel. Da der Kampf um Erlöse angesichts niedriger Preise beim eBook noch aggressiver ausgetragen wird als selbst beim Taschenbuch, kommt ein Haus wie Suhrkamp neuerlich in eine Leistungsschere. Einerseits zeigte sich Suhrkamp bei eBooks bislang sehr zurückhaltend, kann also hier kaum […] kaum auf große Zuwachsvolumina hoffen. Andererseits zeichnet sich eine Kannibalisierung gerade des Segments Taschenbuch durch eBooks ab, was wiederum zu Lasten von Suhrkamps Ertragslage führen kann. Ein Einstieg von dtv hingegen würde dem Taschenbuchspezialisten eine großartige zusätzliche Backlist verschaffen, plus attraktive aktuelle Autoren - eben von Lewitscharoff bis Tellkamp, und von Ulf Erdmann […] ausüben, die sich immer weiter öffnende Kluft zwischen wenigen Super-Bestsellern und der Vielzahl aller anderen Titel, deren Auflagen schwinden, und natürlich das nun voll Fahrt aufnehmende Thema eBook, mit dessen geringeren Margen und der zusätzlichen Herausforderung, dass Verlage direkt ihre Leser ansprechen. Theatralische Fehden sind dem gegenüber Fußnoten und charmante Gewohnheiten eines traditionell […] Von Rüdiger Wischenbart

Keulen, die ins Leere schlagen

Virtualienmarkt 05.07.2013 […] bietet mir der "Amazon Kindle" an, anonymisiert anzuzeigen, wer sonst noch im jeweiligen Buch, das ich gerade lese, welche Stellen angestrichen hat. Aber auch alle anderen Plattformen, über die ich Ebooks beziehe, und die mir erlauben ein Buch am Lesegerät zu beginnen, und im richtigen Kapitel am Tablet oder Smartphone weiter zu lesen, benötigen notwendigerweise ein System, mit dem sie ganz genau mein […] erst einmal, dass ausgerechnet vor allem "moderate" Piraten die Privatsphäre ihres Lesens am besten schützen. Das sollte unmittelbar Autoren, Agenten und Verlagen zu denken geben. Wenn jemand seine Ebooks überwiegend legal kauft, dann jedoch den Kopierschutz knackt, und in der Folge seine Bücher auch digital anonym weiter zu geben vermag, dann anonymisiert solch ein Konsument nebenher sein kulturelles […] religiöser Radikaler, und noch mehr für echte, internationalisierte radikale Gruppierungen. Im Kampf gegen solche realen, oder vermeintlichen Staatsfeinde ist die Waffe der digitalen Überwachung beim Ebook Lesen folglich wohl tendenziell stumpf. Wichtiger erscheint mir das Prinzip "Mathias Rust" zu sein. Rust hat die damals wie heute immer noch größtmögliche Keule, die nuklearen Vernichtung, gewissermaßen […] Von Rüdiger Wischenbart

Vier kleine Riesen gegen Amazon

Virtualienmarkt 11.03.2013 […] wichtiger, dass sich Amazon - erwartungsgemäß - im aktuell stark anlaufenden Umbruch bei Büchern hin zu Ebooks mit seinem Kindle und dem integrierten Kindle Shop auch in Deutschland vom Start weg in die Spitzenposition katapultieren konnte. Nun zeichnet sich des Weiteren ab, dass die Schlacht um die Ebooks, im Augenblick jedenfalls, weitgehend von wenigen dominierenden Großverlagen und einigen wenigen […] Machtverhältnisse hatte bereits, noch ganz im analogen Zeitalter, über Flächen und Mietpreise der großen Buchhandlungen zu einem harten Schlagabtausch geführt zwischen Handel und Verlagen. Bevor das Wort Ebook noch so recht buchstabiert wurde, expandierte Thalia forsch, setzte in besten und teuersten Innenstadtlagen eingesessenen Buchhandlungen seine Großflächen entgegen. Hugendubel und Weltbild hielten, […] im Online-Buchhandel Amazon, nach klassischer Internet-Konzentrationsdynamik nahezu naturgesetzlich alle Zuwächse aufzusammeln verstand. Spätestens 2011 - also just zum Zeitpunkt, als sich das Thema Ebooks konkret am Branchenhorizont auch in Deutschland auszubilden begann, hatte sich Amazon - und damit das Konzept Internet für den Bezug von Buch-Inhalten - an die Spitze gesetzt. Jetzt der Aufschrei: […] Von Rüdiger Wischenbart

Der Pinguin im Random House

Virtualienmarkt 30.10.2012 […] einem. Und dies alles gilt noch mehr beim nun gerade auch in Deutschland rasch expandierenden Zukunfts-Segment Ebook. Allein, es geht bei der aktuellen Neuerfindung des Buchgeschäfts nicht nur um Amazon. Es geht um neue Maßstäbe. Amazon bietet insgesamt über eine Million Buchtitel als Ebooks an, darunter mehr als 115.000 in deutscher Sprache. Google hat 5,5 Millionen Titel, mit insgesamt 10 Millionen […] möglichst niederschwelligen Zugangs entschieden - in diesem Fall: eines Zugangs zu möglichst niedrigen Preisen für die Konsumenten: Nicht die Verlage dürfen in Hinkunft in den USA den Endverkaufspreis von Ebooks bestimmen, sondern die Händler, und da hat Amazon eine massive Vormachtstellung für seine Plattform aufgebaut, und erweitert diese Dominanz alle paar Monate um Angebote auf weiteren attraktiven Märkten […] und zu gewährlisten ist da nun allein der gute, möglichst barrierefreie Zugang. Breitest möglicher "Access" ersetzt eine komplizierte, abgestufte Verteilung. Der Schritt von Amazons einer Million Ebook Titel zu Googles 5 Millionen ist der Unterschied, ob vorwiegend populäre Neuerscheinungen und gängige Klassiker digital jederzeit und von überall aufgerufen und gekauft werden können, oder ob wir plötzlich […] Von Rüdiger Wischenbart

Buchgewerbe im Zangengriff

Virtualienmarkt 08.10.2012 […] ist verdammt hoch, und auch hoch riskant. Denn 70 Prozent Anteil für gebundene Bücher bedeutet im Umkehrschluss, dass all die haushohen Stapel an Taschenbüchern, die Hörbücher, die anschwellenden Ebooks, die Ramschwaren und was sonst noch gekauft, verschenkt, oder gerade mal abgegriffen wird, weniger als ein Drittel ausmachen am Gesamtkuchen. Die Buchbranche lebt vom und aus dem gebundenen Buch. Das […] angezeigt und - nun freilich über Googles Play Shop - auch gekauft werden. Verlage und Autoren sind am Erlös beteiligt. Am wichtigsten: Dies öffnet die Schleusen für die digitale Freigabe von Millionen von Ebook-Titeln in den nächsten Jahren. Die Verlage hinken mit der Erstellung breiter digitaler Angebote hinten nach oder, wie der französische Gigant Hachette schon 2011 in einem Vergleich mit Google entschied […] Bücher am Smartphone, am Tablet, auf Reisen, bei Bedarf auf Knopfdruck (legal!) verfügbar werden. Wäre da nicht das Problem des Preises. Die Verlage bemühen sich mit Vehemenz, den Verkaufspreis von Ebooks an jenem der gebundenen Ausgabe zu orientieren, mit einem möglichst geringen Abschlag - derzeit sind dies rund 20 Prozent. In einem Web-Umfeld, wo Apps und Download Angebote von Musik oder Filmen […] Von Rüdiger Wischenbart

Das Nächste, bitte!

Essay 27.09.2012 […] Positionen noch in der alten Buchkultur gemacht hat. Der Siegeszug der eBooks Ökonomen raten etablierten Unternehmen, im Falle disruptiver Innovationen früh genug auf solche Verschiebungen zu achten. Im Literaturbetrieb werden solche Ratschläge allerdings immer noch gern überhört. So hat man zuerst gehofft, dass die Einführung der eBooks noch lange auf sich warten lässt. Kaum waren die Lesegeräte auf dem […] unglaublich gering, dass niemand nervös werden muss. Als sie nach oben schossen, blieb man stumm. Als sie dann zwischendurch wieder leicht nach unten gingen, frohlockten die Branchenblätter, der Hype ums eBook sei wieder vorüber. Mittlerweile erobern die elektronischen Bücher die Bestsellerlisten. Die New York Times hat im August gleich zehn Romane auf den vorderen Rängen gemeldet. Sie wurden über unabhängige […] gegeben, als sie sich vor einigen Wochen in Berlin mit den großen Literaturagenturen trafen, um ein eigenes Verlagsprogramm vorzustellen. Darin soll es auch gedruckte Bücher geben, vor allem aber sollen eBooks annonciert werden. Amazon garantiert, sich um die Texte, die bei ihnen erscheinen, ganz besonders zu kümmern. Und das können sie. Immerhin gehört ihnen der Buchladen, der in Deutschland Branchenriesen […] Von Stephan Porombka