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Sterbehilfe

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Bücher der Saison 2014: Sachbuch

Bücher der Saison 13.11.2014 […] ngen hält auch er eine Legalisierung der Sterbehilfe für akzeptabel. Uwe-Christian Arnold ist ebenfalls Arzt und leistet seit vielen Jahren Sterbehilfe. In seinem Buch "Letzte Hilfe" (bestellen) liefert er dafür nachvollziehbare Argumente, meint die Zeit. Gerbert van Loenen schließlich erklärt in "Das ist doch kein Leben mehr!" (bestellen), wie Sterbehilfe in den Niederlanden praktiziert wird. Lesenswert […] der Sterbehilfe gerungen. Im Perlentaucher hat Daniele dell"Agli dem Thema einen langen Essay (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5) gewidmet. Außerdem sind drei Bücher in diesem Herbst erschienen, die von den Rezensenten empfohlen werden: Da ist der Band "selbst bestimmt sterben" (bestellen) von Gian Domenico Borasio. Der Autor ist Palliativmediziner, also kein Befürworter der Sterbehilfe, aber […]

Helle Tunnel, dunkle Lichtungen

Essay 13.11.2014 […] zum einen auf die Spielzeit von einem Dutzend Folgen entfalten und zum anderen die "jahrelange" Vertrautheit mit den Hauptfiguren in den vorausgehenden Staffeln voraussetzen kann. Explizit wird Sterbehilfe (passive, indirekte, Patientenverfügung) in "ER" ständig thematisiert, insbesondere im Konflikt mit Ärzten oder Angehörigen, die partout nicht loslassen wollen. Z.B. in den Staffeln 5/11-14; 6/2 […] ung ihres Optimismus hinsichtlich der Macht öffentlicher Skandalisierung empfiehlt sich der Bericht von Elisabeth von Thadden "Komm, schöner Tod" in der Zeit 51/2013 (http://www.zeit.de/2013/51/sterbehilfe-debatte-frankreich/komplettansicht?print=true). 27 Christiaan L. Hart Nibbrig, "Ästhetik der letzten Dinge" (Frankfurt/M 1989), S.9 - eine thanatohermeneutische tour de force durch Werke der Kunst […] Von Daniele Dell'Agli

Aufruhr im Zwischenreich - Teil 4

Essay 17.10.2014 […] psychologischer Gutachten. Die Sterbehilfe ist der einzige Kontext, in dem die Beteiligten - Betroffene, Angehörige, Freunde, Pfleger, Ärzte - putativ kriminalisiert werden, noch ehe sie sich eines Vergehens schuldig gemacht haben. Klaus Feldmann spießt diese Verhinderungslogik ganz unaufgeregt auf, wenn er bemerkt, "dass eine gesetzliche Humanisierung der aktiven Sterbehilfe und der Beihilfe zum Suizid […] einmal zugelassen, den Zusammenhalt des Gemeinwesens gefährden würden. Suizid könnte ansteckend wirken, Drogenkonsum die Leistungsmoral untergraben und sozial gefährdendes Verhalten fördern; aktive Sterbehilfe gierige Erben auf den Plan rufen, die Druck auf Patienten, Pfleger und Ärzten ausüben könnten. Die dümmsten Rechtfertigungen: Der Staat habe die Pflicht, die Bürger zu ihrem eigenen Wohl vor sich […] nicht nur eine statistisch leicht zu entlarvende Bigotterie. Sie ist auch Symptom einer rechtsethisch absurden Verdachtspolitik, die ihrerseits mit zweierlei Maß misst. Im Kontext einer optionalen Sterbehilfe unterstellt die Metapher vom drohenden Dammbruch bereits aufgestaute Fluten von massenhaft zum Mord entschlossener Erben, Ärzte, Pfleger oder mit der Pflege überforderter Angehörigen. Für sie käme […] Von Daniele Dell'Agli

Aufruhr im Zwischenreich - Teil 3

Essay 13.10.2014 […] allgemeine Handlungsnormen" (251) - etwa die Sexualität oder eben das Sterben. Die Kompatibilität individueller Ansprüche und allgemeingültiger Normen - das ethische und juristische Grundproblem von Sterbehilfe schlechthin, wie sich an den Leitlinien von Palliativ- und Hospizdiensten gezeigt hat - wird Wils zufolge dann möglich, wenn man den Selbstbestimmungsgedanken von überzogenen Erwartungen entlastet […] entlastet. Zwar habe die sinkende Akzeptanz für Kategorien wie "Schicksal", "Passivität" und "Unabänderlichkeit" bei gleichzeitiger moralischer Betonung von Autonomie die Sensibilität für Fragen der Sterbehilfe enorm geschärft (S. 39f.). Doch die Versehrtheit und Verletzlichkeit Sterbender und die daraus resultierenden Einschränkungen ihrer geistigen und physischen Bewegungsfreiheit sprechen dafür, "einen […] einen in Fällen, da die sterbewillige Person bei klarem Bewusstsein nicht mehr in der Lage ist, selbst "Hand an sich zu legen". Für die juristische Absicherung der hier infrage kommenden aktiven Sterbehilfe hat Michael de Ridder die ebenso einfache wie überzeugende Lösung vorgeschlagen, zwischen mentaler und motorischer Tatherrschaft zu unterscheiden und im Fall versagender Motorik für den letzten Akt […] Von Daniele Dell'Agli

Aufruhr im Zwischenreich - Teil 2

Essay 01.10.2014 […] Sauerstoff an. Matt blinkt das Kreuzkettchen an seinem Hals. Natürlich hat meine Mutter als gläubige Katholikin keine Patientenverfügung aufgesetzt und nichts hätte ihr ferner gelegen, als jemanden um Sterbehilfe zu bitten. So quälte sie sich noch weitere zwei Wochen sinnlos, in ihrer Schmerzhölle eingeschlossen, ohne luziden Kontakt mit ihrer Umgebung, ehe sie im vergangenen Winter 88-jährig einsam (trotz […] dass seine Lebensdauer verkürzt wird, stimmt nur für die terminale Palliativsedierung, die einem künstlichen Koma gleicht. Ansonsten gilt es als widerlegt, dass ihre Verabreichung einer indirekten Sterbehilfe gleichkommt. Hier fehle es immer noch an entsprechend ausgebildeten Schmerztherapeuten beziehungsweise an der Fortbildung der zuständigen Notfallmediziner, so die Einschätzung Michael de Ridders […] der Medizin am Lebensende". Aha. Nicht dass dieses Thema nicht zentral wäre in der Diskussion. Aber von Überlegungen "auf der Suche nach neuen Sterbekulturen... jenseits der Grabenkämpfe zwischen Sterbehilfe-Befürwortern und -Gegnern" würden wir doch zumindest Zweifel erwarten, ob sie sich angemessen im Doppelkorsett von Medizinethik und Strafrecht darstellen lassen, in dem selbst Politiker und erst […] Von Daniele Dell'Agli

Aufruhr im Zwischenreich - Teil 1

Essay 26.09.2014 […] rechtlich zulässige, ethisch verantwortbare - Form der Sterbehilfe nicht mehr zur Ruhe kommt. Für die ersten publikumswirksamen Vorstöße hierzulande seien stellvertretend Hans Küngs und Walter Jens" gemeinsam herausgegebenen "Plädoyers für Selbstverantwortung" Menschenwürdig Sterben (1996) und Norbert Hoersters rechtsethische Grundlegung Sterbehilfe im säkularen Staat (1998) genannt, Texte die bis heute […] proportional zunehmender Verlogenheit - für eine Tabuisierung der Diskussion um aktive Sterbehilfe herhalten musste. Erst unlängst hat der 85-jährige, an Parkinson und Makula-Degeneration leidende Gelehrte durchblicken lassen, dass er, wenn er nicht mehr schreiben und lesen könne, lieber die Dienste einer Schweizer Sterbehilfe-Organisation in Anspruch nehmen würde als sinnlos vor sich hin zu vegetieren. A […] zwischen solch "passiver" Sterbehilfe und ihrer "aktiven", als "Tötung auf Verlangen" dämonisierten und verbotenen Variante (§ 216 StGB) aufzuheben. Diese Problematik hat Deutschlands führender Thanatosoziologe Klaus Feldmann gründlich untersucht, der zu dem Schluss kommt, dass der für unverzichtbar deklarierte "Unterschied zwischen passiver, indirekter und aktiver Sterbehilfe... sich bei vielen konkreten […] Von Daniele Dell'Agli

Du sollst mich töten

Essay 30.07.2014 […] die nicht oder nur halbwegs regulierte Sterbehilfe ohne Verlangen, die nicht-freiwillige Sterbehilfe. Gesetzlich basiert sie auf dem Prinzip der höheren Gewalt: ein Arzt in einer Notlage darf unter Umständen machen, was er normalerweise nicht darf, das Leben seines Patienten beenden ohne Bitte um Sterbehilfe. Im Jahr 2010 gab es etwa 300 Fälle von Sterbehilfe ohne Verlangen, in der Vergangenheit waren […] einwilligungsfähigen Menschen, die unter Schmerzen leiden und um aktive Sterbehilfe oder Beihilfe zum Suizid bitten. Das sind die klassischen Fälle. Mit diesen "klassischen" Fällen beginnt jede Debatte über aktive Sterbehilfe oder Beihilfe zum Suizid. Früher in den Niederlanden. Und heute in Ländern, wo die aktive Sterbehilfe und der assistierte Selbstmord noch diskutiert werden, in Frankreich, in Dänemark […] Arzt sie ein, dann handelt es sich um aktive Sterbehilfe. Beide sind nach dem Gesetz erlaubt. Vopraussetzung für aktive Sterbehilfe ist an sich, dass der Patient ausdrücklich darum bittet. In den Niederlanden ist es aber nicht bei diesen klassischen Fällen - der Patient leidet und ist einwilligungsfähig - geblieben. Unmittelbar nachdem die Sterbehilfe Mitte der achtziger Jahre vom höchsten Gericht […] Von Gerbert van Loenen

Leseprobe zu Götz Aly: Die Belasteten. Teil 1

Vorgeblättert 28.02.2013 […] Sterbehilfe, Idee einer säkularisierten Welt »Darf der Arzt töten?« Das fragten sächsische Nervenärzte auf ihrer Jahresversammlung 1922. Den Anlass bot das kurz zuvor erschienene Manifest »Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens - ihr Maß und ihre Form«, das zwei hochangesehene Gelehrte verfasst hatten, der Freiburger Psychiater Alfred Hoche und der Leipziger Strafrechtslehrer Karl Binding […] Tod von Idioten« plädierten, die für »die Abschaffung der Todesstrafe bei Verbrechern« einträten. Er sprach damit einen Zusammenhang an, der nach 1933 und auch 1945 vergessen gemacht wurde. Für Sterbehilfe, humanen Tod oder sanfte Erlösung warben in den 1920er-Jahren vielfach jene politisch Engagierten, die gegen Todesstrafe und Abtreibungsverbot auftraten, Frauenrechte forderten, den verpönten Selbstmord […]

Wir erinnern uns zu Tode

Redaktionsblog - Im Ententeich 02.11.2009 […] es vorbei sein..." In den öffentlichen-rechtlichen Sendern liegt der Altersdurchschnitt der Zuschauer inzwischen bei über sechzig Jahren. Wir erinnern uns zu Tode! Was sagt die neue Koalition zur Sterbehilfe? Die Rechte meiner verwaisten Bücher sind gesichert. Google Books kommt erstmal nicht. VG Wort verteilt die Tantiemen auf die Lebenden. Die Feuilletons verschanzen ihre Qualitätsrückblicke hinter […] Von Thierry Chervel

Leseprobe zu György Dalos: Der Vorhang geht auf. Teil 3

Vorgeblättert 16.02.2009 […] Der Geheimemissär, der in den Oktobertagen 1956 als Botschaftssekre­tär neben Jurij Andropow gearbeitet hatte und Kadar persönlich kannte, war gekommen, um dem ungarischen Parteichef politische Sterbehilfe zu leisten. Obwohl die Parteikonferenz die bittere Pille der "freiwilli­gen" Abdankung Kadars durch dessen einstimmige Wahl zum Ehren­vorsitzenden zu ver süßen suchte, brauchte dieser offensichtlich […]