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Metropolen

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Installative Bewegtbildarbeiten von Wu Tsang, Jen Liu und Kader Attia im Forum Expanded

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2016 […] Gesprächspartner sind Psychiater, Pfleger, Philosophen in Institutionen aus aller Welt, mit ihnen unterhält sich Attia über die einst zentrale, nun aber stetig nachlassende Bedeutung der Ahnen im psychischen Haushalt afrikanischer Patienten, und darüber, wie die Ablöse der Ahnen als wahrgenommene Schuldtragende psychischer Probleme durch technologische Beeinflussungsmaschinen mit der allgemeinen Digitalisierung zusammenhängt; über das pantheistische, in seiner Insistenz auf allseitige Reziprozität und Verwicklung an quantenphysikalische Modellierungen gemahnende "universe of forces" traditioneller afrikanische Religionen und über indigene Gegenmodelle zur westlichen Zweisubstanzenlehre; über das "posttraumatische Verbitterungssyndrom" ostdeutscher Patienten unmittelbar nach der Wiedervereinigung - ein Befund, den Attia interessanterweise mit jenen psychosozialen Störungen in Zusammenhang bringt, an denen heutige Migranten in westeuropäischen Metropolen häufig leiden - und vieles mehr. Zurückkehren will ich zu Angela Melitopoulos' ausufernder Bilder-, Töne- und Deleuze/Guattari-Zitate-Sammlung "The Refrain", die Material von den Inseln Okinawa und Jeju zusammenträgt, wo amerikanische Militärbasen seit Jahrzehnten auf lokalen Widerstand treffen - ein stur gegen die Übermacht andauerndes, alltägliches und zumindest in Melitopoulos' Konstellation implizit transnationales Aufbegehren (zwischen Japan und Südkorea), das vor allem in Gesängen sedimentiert und überliefert wird - und zu Raphaël Griseys "A mina dos vagalumes", eine Videoinstallation, die sich der Quilombolas annimmt, im Bundesstaat Minas Gerais ansässiger Nachfahren afrobrasilianischer Sklaven. […] Von Nikolaus Perneczky

Beim Barte des Führers: Nazi-Ufos in Timo Vuorensolas 'Iron Sky' (Panorama Special)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2012 […] Dafür wird in alle Richtungen geätzt und geschossen als hätte man eine legendäre Filmparodie aus seligen MAD-Heft-Zeiten vor sich: Da erklärt sich eine Sarah-Palin-Karikatur auf dem US-Präsidentenposten jubelnd als Siegerin der nächsten Wahl - Kriege machen Präsidenten populär - und sieht sich schon, während von Weltall-Zeppelinen herangekarrte Meteor-Boliden die Metropolen in Schutt und Asche legen, als nächsten Roosevelt in die Geschichte eingehen. […] Von Thomas Groh

Grandios stoisch: David Zellners 'Kid-Thing'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2012 […] Alle diese Filme drehen sich um kindliche oder jugendliche Protagonisten von sozial schwacher Herkunft und spielen in marginalisierten Landstrichen abseits der großen Metropolen. Tendenziell neigen diese Filme - und das gilt auch für "Kid-Thing" - zu Dialogarmut und einem gewissen Lyrizismus im Bildlichen, es gibt weite Himmel, viel Orange und Rosa und starkes Gegenlicht, das verstrahlte Lichtreflexe auf die Linse zaubert. […] Von Elena Meilicke