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Gertrude Bell

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Filmt aus der Gottesperspektive: Werner Herzogs 'The Queen of the Desert'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 07.02.2015 […] Moment der Erkenntnis des absurden Daseins in einer indifferenten Welt dreht. Demut war Herzogs Sache nie (dafür umso mehr die Freiheit): Nicht er ist der Erzähler des Lebens von Gertrude Bell, umgekehrt ist es Gertrude Bell, die Werner Herzog hier über historische Distanz als Wesens- und Geistesverwandte ins eigene Werk integriert. Vielleicht auch deshalb wechselt Peter Zeitlingers hochmobile Kamera […] auch hier nicht um einen authentischen Zugriff auf die Kultur der Anderen. Gertrude Bell bleibt in den aus dem bürgerlichen Salon-England mitgebrachten Bildern befangen. Das große Scheitern, das als zentrales Motiv in Herzogs Filmen schon lange identifiziert ist, wird vielleicht gerade im vermeintlichen Triumph der Gertrude Bell manifest. Im Grunde genommen: Eine exquisit gefilmte Komödie im Gewand eines […] Nicole Kidman ist Gertrude Bell ist Werner Herzog. Unschwer zu erkennen, was Werner Herzog, den großen, letzten Abenteurer des Kinos, an diesem Stoff interessiert: Eine Frau mit Eigen- und Starrsinn, vor allem aber mit Sinn für Poesie nicht nur in den schönen Künsten, sondern im Leben, zieht es in die wilde Welt der Wüsten, Beduinen und Nomaden, wo sie sich mit Tricks und Durchsetzungsvermögen behauptet […] Von Thomas Groh

Berlinale Warm-Up

Außer Atem: Das Berlinale Blog 05.02.2015 […] dass der einstige Kiarostami-Schüler immer noch und vielleicht mehr denn je zu den filmästhetisch interessantesten Filmemachern des Weltkinos gehört. Nicht viele Gründe gibt es eigentlich, auf ein Gertrude-Bell-Biopic namens "Queen of the Desert" mit Nicole Kidman gespannt zu sein. Aber doch einen entscheidenden: Regie führt Werner Herzog. Und wie dessen jahrzehntelang auf einsame, obsessive Männerfiguren […] Von Lukas Foerster