Stichwort

Camille Claudel

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Dramatisch: Bruno Dumonts 'Claude Camille,1915' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2013 […] wird in "Camille Claudel, 1915" körperlich spürbar. In einer Waschungsszene zu Beginn wird Binoche als zerbrechlicher Körper eingeführt. Das Laken, in das sie anschließend gehüllt wird, füllt zunächst das ganze Bild. Nicht nur, um Binoches nackten Körper vor gaffenden Blicken zu schützen, sondern auch, um ihn als Projektionsfläche einzuführen: Über weite Strecken ist "Camille Claudel, 1915" im Close-Up […] Wenn in Bruno Dumonts "Camille Claudel, 1915" plötzlich ein Auto vorfährt, erschrickt man eine Sekunde über diesen Misston: Natürlich sind Autos im Jahr 1915 keine Neuheit mehr, doch bricht mit dem Auto jäh eine Ahnung der Außenwelt und der Moderne in diese bis dahin zugemauerte Welt, in der schon ein Salon im Stil des 19. Jahrhunderts wie ein Zugeständnis an den Zeitenlauf wirkt, dass man sich halb […] halb im Schock dazu zwingen muss, sich zu erinnern, dass dieser Film im frühen 20. Jahrhundert spielt. Die Bildhauerin Camille Claudel (Juliette Binoche) ist in einer von Nonnen geführten Anstalt untergebracht. Die Umstände der Einweisung bleiben unklar - dass es sich um eine männerbündische Abschiebung handelt, wird zumindest sehr implizit angedeutet. Die Welt wirkt vom schweren Gemäuer abgeschlossen […] Von Thomas Groh