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Untitled

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Berauschende Meditation: Michael Glawoggers 'Untitled' (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2017 […] e zu markieren, weisen die Credits Willi als Co-Regisseurin aus. Entstanden ist in diesem Prozess "Untitled" - ohne zu übertreiben einer der besten Filme des bisherigen Festivalverlaufs. Einmal mehr fragt man sich, wie die oft kurios anmutenden Entscheidungen der Berlinale zustande kommen. "Untitled" wäre ohne weiteres wettbewerbstauglich. Nicht nur als Geste gegenüber dem tragisch Verstorbenen, dessen […] Experimentalmusik und unterlegt von Glawoggers literarischen Notizen und Fragmenten ist "Untitled" eine berauschende Meditation über Welterfahrung im doppelten Sinn des Wortes - als experience und als Fahrt. Oft sind es Menschen in Bewegung, die Glawogger zeigt - oft zielt deren Vektor in die Tiefe des Raums. "Untitled" ist ein Film ohne Lebensmittelpunkt - ein nomadisch entstandener Film über quasi-nomadisches […] sexotik, sondern als Erfahrung fremder Umstände, fremder Lebenswelten. "Untitled" versucht gar nicht erst zu erklären, sondern belässt es beim Bezeugen: Wo ein gängigerer Film - mit einer Geschichte oder einem Thema - auf das Gezeigte beharrt und normativ in den Status einer Ikone erhebt ("Dies eine - jetzt"), folgt "Untitled" eher zentrifugalen Kräften ("Dies alles - währenddessen"). Und das wohlgemerkt […] Von Thomas Groh

Pamphlet für den Ernst

Redaktionsblog - Im Ententeich 11.04.2013 […] nach »Beauty«, wie Joachim Bessing in UNTITLED immer wieder schreibt: vielleicht ist diese Art Fundamental- und Extrem-Erotik, das Besessensein von Körpern, gerade für die hochabstrakte Kunst, mit Worten der Schrift die Welt zu erfassen und zu erzählen, die wichtigste Voraussetzung, wichtiger als Denken, Sprache, Interesse, Wissen. Joachim Bessing hat mit UNTITLED eine glühende Streitschrift für die […] Rainald Goetz gibt uns seinen dringenden Aufruf aus der heutigen Print-Zeit: Joachim Bessing, UNTITLED, Roman! ==== Freund ist der, vor dem man erschrickt. Der einen erkennt, sieht, selbst erschreckt zurückstößt und sagt: »Was ist denn aus dir geworden!« Es war in Tutzing, bei Maxim Billers Todestagung über Pop und Literatur, irgendwann vor hundert Jahren, wir sprangen auf der Wiese vor dem Tutzinger […] ihn auch, auf Distanz und in selbstbestimmter Dosierung, zurückliebt, keinesfalls lassen, denn in dieser Liebe erfährt er erstmals etwas über DIE Liebe, über Liebe an sich, darin über sich selbst. UNTITLED ist das radikalste Icherforschungsbuch, nahe am Irrsinn, kann man sagen, seit Strindberg die Liebe dazu benützt hat, sich von ihr zerreißen, zerstückeln zu lassen, um so, im Ichruin, Erkenntnis zu […] Von Rainald Goetz