Perlentaucher-Autor

Thierry Chervel

12 Artikel - Stichwort: Medienwandel

Thierry Chervel, geboren 1957, hat in Berlin Musikwissenschaften studiert. Er war Redakteur bei der taz (Film, Musik, Tagesthemen), freier Autor bei der FAZ und anderen Zeitungen, Kulturkorrespondent für die Süddeutsche Zeitung in Paris und Redakteur auf der Berliner Seite der Süddeutschen. Thierry Chervel ist Mitbegründer des Perlentauchers. Er hat auch an der Website für seinen jüngst verstorbenen Vater Marc Chervel mitgearbeitet.

#LSR oder das Ausmaß der Desinformation

Redaktionsblog - Im Ententeich 12.12.2012 Marcel Weiß und ich haben im neuen Podcast des Neunetzes über das Leistungschutzrecht für Presseerzeugnisse und das Ausmaß der Desinformation zum Thema in den Zeitungen selbst gesprochen. Außerdem reden wir über ein paar verdrängte Aspekte in der deutschen Debatte zum Medienwandel – etwa, dass sich einige globale Medienmarken etabliert haben, die heute in Konkurrenz zu deutschen Medien stehen – etwa die New York Times, der Guardian, die großen englischsprachigen Wirtschaftszeitungen oder der Economist. Hinzu kommt die Konkurrenz der Wissenskonzerne, auf die Rüdiger Wischenbart im Virtualienmarkt hingewiesen hat. Gegen all das hilft kein #LSR! Am Ende zum wiederholten Male eine Leseempfehlung für Yochai Benklers "The Wealth of Networks" (aus Kostenlosmentalität gratis ins Netz gestellt), ein Grundlagenwerk zu den tektonischen Verschiebungen in der Informationsökonomie. Weitere Lesempfehlungen aus dem Gespräch sind bei Marcel Weiß im Neunetz verlinkt. Von Thierry Chervel

Die schöne Seite der Kostenlosmentalität

Redaktionsblog - Im Ententeich 15.05.2012 6.000 Autoren sprechen sich gegen das Internet aus. Die Wucht, mit der der "Wir sind die Urheber"-Aufruf in die Debatte einschlägt, ist bemerkenswert. Es ist, als hätte sich die ganze tradierte Kulturwelt Deutschlands nach längerer Überlegung nun doch entschlossen, gegen den Medienwandel einzutreten. Vielleicht ließe sich ja eine Volksabstimmung dagegen lancieren - zum Beispiel auf epetitionen.bundestag.de? Von Thierry Chervel

Wer den Apfel küsst

Redaktionsblog - Im Ententeich 09.05.2012 In der FAZ am Sonntag schrieben Rainer Hank und Georg Meck vor einer Woche unter dem Titel "Wenn Kunst und Kommerz sich küssen" über "Geistiges Eigentum" und vertraten den üblichen Standpunkt. Was juckt mich gerade, auf diesen Artikel zu antworten? Nun ja, nicht dass er so originell, sondern dass er so typisch ist. Und dass er von Hank ist, dessen liberale Einschätzungen gerade in Wirtschaftsdingen ich in vielen andern Themen schätze und teile. Und doch habe ich hier einen diametral entgegengesetzten Standpunkt. Ich knüpfe an meinen Artikel "Diesen Kuss der ganzen Welt" vom 16. Februar an. Von Thierry Chervel

Robin Meyer-Lucht

Redaktionsblog - Im Ententeich 22.09.2011 Robins Erscheinung konnte täuschen. Mit seinen schicken Anzügen und seiner modernen Haartracht sah er aus wie einer, der was mit Medien macht, und zwar erfolgreich. Das stimmte ja auch. Aber hinter der eleganten Fassade verbarg sich kein Karrierist. Robin war ein Nonkonformist. Er war geschlagen mit einer blitzenden Intelligenz, die immer wieder mit ihm durchging. Freundlich war er, ja, und wollte es sein. Es konnte sein, dass er auf einer Podiumsdiskussion konziliant begann, aber am Ende lag bei aller Verbindlichkeit die Wahrheit glasklar auf dem Tisch. Wer genau hat den Medienwandel, der in den alten Medien lange kaum thematisiert wurde, in den letzten zehn Jahren so kritisch und begeistert begleitet? Von Thierry Chervel

Betonierung des status quo

Redaktionsblog - Im Ententeich 22.06.2011 Die FAZ und die SZ klagen ja schon seit Jahren kreuz und quer durch die Gegend - gegen alles, was ihnen im Internet nicht behagt, zuerst gegen den Perlentaucher (seit sechs Jahren dauert der Prozess und geht gerade von der höchsten Instanz zurück in die zweithöchste, mehr hier), aber sie bedrohen auch Studenten, die sich für ihre Leitartikel interessieren und darauf verlinken wollen. Bei allem, was sie in ihrer Herrlichkeit stört, rufen sie: "Ih, das lebt. Mach' tot, mach' tot." Nun klagen sie also, gemeinsam mit dem Springer-Verlag und anderen wichtigen Akteuren, gegen die Handy-App der Tagesschau. Von Thierry Chervel

Fantasie über die Zukunft des Schreibens

Redaktionsblog - Im Ententeich 14.03.2010 Am 14. März 2000 gründeten Anja Seeliger, Niclas Seeliger, Adam Cwientzek und ich bei einem Hamburger Notar die Perlentaucher Medien GmbH. Das Wetter habe ich als noch winterlich, aber nicht unfreundlich in Erinnerung. Am Tag darauf gingen wir mit der ersten Feuilletonrundschau online, die heute verloren ist, weil wir die Feuilletonrundschauen zunächst noch Tag für Tag überschrieben. Erst ab 2. April 2001 sind sie archiviert. Die erste Bücherschau des Tages lässt sich aber auf den 15. März 2000 datieren. Um nicht bei Null anzufangen hatten wir außerdem die Herbstbeilagen von 1999 ausgewertet. Das erste Buch in unserer Datenbank ist Michel Houellebecqs Roman "Elementarteilchen". FAZ-Literaturchef Thomas Steinfeld umkreist es wie eine scharfe Handgranate, ohne selbst Stellung zu beziehen, resümierten wir. Von Thierry Chervel