Stichwort

Pakistan

3 Artikel

Fröste der Freiheit

Bücherbrief 08.08.2016 […] Dass er sowohl den Anschlag auf das World Trade Center als auch den Bombenanschlag in der Londoner U-Bahn 2007 vor Ort miterlebte, mag ihn in besonderer Weise dafür prädestinieren, über islamistischen Terrorismus zu schreiben, und doch verspricht diese Essaysammlung mit Artikeln aus den letzten fünfzehn Jahr noch mehr, fährt Kramatschek fort: Sie liest in den Texten, die in die Themenbereiche Leben, Kunst und Politik unterteilt sind, ein ausgewogenes Plädoyer gegen Vereinheitlichungen und Pauschalisierungen, die sich etwa im Begriff "der Islam" niederschlagen, und für Pluralismus und das Recht auf Diversität, das beispielsweise in Hamids Heimatland Pakistan tagtäglich bedroht ist. Auch wenn die Beiträge laut Kramatschek in Qualität und Aussagekraft variieren, lohnt der Band schon allein für die schönen Texte über Pakistan, in denen Hamid etwa erzählt, wie er als Student trotz der damals initialisierten Islamisierung des Landes die "vitale Gegenwelt der Kunst" entdeckte und wie die Lektüre von Antonio Tabucchis "Erklärt Pereira" seine eigene Poetologie der Mehrdeutigkeiten beeinflusste. […]

Blasphemie und Freiheit

Redaktionsblog - Im Ententeich 07.09.2011 […] "Nach der Fatwa gegen Salman Rushdie, den Ereignissen in Zusammenhang mit der Veröffentlichungen von Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung Jyllands-Posten und dem Mord an dem Minister für religiöse Minderheiten Shahbaz Bhatti in Pakistan ist die Frage, ob die Freiheit des Ausdruckes in Wort und Schrift von religiösen Bestimmungen relativiert werden kann und soll, äußerst virulent", schreibt das Literaturfestival zum Podium. […] Von Thierry Chervel

Die wahren Phoben sind die Philen

Redaktionsblog - Im Ententeich 23.05.2011 […] Zu den bislang kaum - jedenfalls in Deutschland - nicht diskutierten Bedingungen islamischen Judenhasses gehört, dass Hitlers "Mein Kampf" sich seit den vierziger Jahren größter Popularität im arabischen (auch türkischen, auch persischen) Sprachraum erfreut, es gilt als das nach dem Koran am meisten gelesene Buch überhaupt, was den antisemitischen Furor von Muslimen, die noch nicht einmal wissen, wo Palästina liegt, aber in Pakistan und Bangladesh an jedem Kiosk die Hetztiraden des Führers erwerben können, zur Genüge erklärt. […] Von Daniele Dell'Agli