Stichwort

Heidelberger Appell

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Die Früchte des Internets

Redaktionsblog - Im Ententeich 15.07.2009 […] sehe gar nicht, wo das Problem sei, sagte Anabella Weisl, die bei Google Deutschland für die Buchsuche zuständig ist: Zwischen den Interessen von Google und den Interessen der Unterzeichner des Heidelberger Appells bestehe doch gar kein Widerspruch. Herzliches Gelächter. Weisl hatte es wirklich nicht leicht. Das Kräfteverhältnis von Befürwortern des Appells zu Google war auf dieser Veranstaltung ungefähr […] Es war die Stunde Roland Reuß', dessen verbliebene Haarpracht den Kahlkopf umkränzt, als sei sie aus Lorbeer geflochten. Das passte zur Feierlichkeit seines Diskurses. Reuß ist Erfinder des Heidelberger Appells. Von "Hingabe" war die Rede, von "Sorge", "Verantwortung" und "Werkherrschaft". Reuß ist Editionswissenschaftler, Herausgeber der penibelst möglichen Kafka-Ausgabe, darum aber rhetorisch nicht […] später auch Jonathan Landgrebe, kaufmännischer Geschäftsführer des Suhrkamp Verlags legten trotzdem Zuversicht an den Tag. Landgrebe machte keinen Hehl daraus, dass er den dunkel dröhnenden Heidelberger Appell vor allem als Instrument zur Klärung von Interessen ansieht und kritisierte weniger die Google Buchsuche an sich als die Gefahr, dass Google in diesem Feld zum Monopolisten werden könnte. Alle […] Von Thierry Chervel

Hört nicht auf die Heidelberger Bocksgesänge

Redaktionsblog - Im Ententeich 05.07.2009 […] Google Buchsuche und alle entsprechenden Projekte bedeuten, dass Leute die Bücher lesen können, die bis dahin einen wesentlich schwierigeren Zugang dazu hatten. Denkt Roland Reuß, der Autor des "Heidelberger Appells", an Afrika? An Studenten in repressiven Regimes? Nein, er argumentiert rein egoistisch, ohne den Aspekt des Gemeininteresses auch nur einmal zu erwähnen. Roland Reuß sagte in einer Fernsehdebatte […] und Trägheit anzukreiden. DAs amerikanische Justizministerium überprüft die Google Buchsuche zur Zeit (mer hier) und wird hoffentlich die notwendigen kartellrechtlichen Bremsen einbauen. Der "Heidelberger Appell" und das ganze apokalyptische Gemurmel, das von interessierte Lobbyorganen darum getrieben wird, sollte die Politiker, die Verlage und die Autoren ohnehin nicht dazu verleiten, unvernünftig zu […] mit Optimismus begegnen. In der Literatur zum Beispiel ermöglicht das Netz plötzlich eine ganz neue Kommunikation zwischen Autoren und Lesern. Viel zu wenige Autoren, die vor lauter Angst den "Heidelberger Appell" unterzeichnet haben, denken darüber nach. Wer von ihnen schreibt ein Blog? Klügere Autoren werden das Netz suchen, um ihre Leser zu finden. Klügere Verleger werden die Heidelberger Jeremiaden […] Von Thierry Chervel

Die Akademie als Ort der Urheberrechtsdebatte?

Redaktionsblog - Im Ententeich 12.05.2009 […] zur aktuellen Urheberrechtsdebatte veröffentlicht, die immerhin ein klein bisschen offener ist als der arg vernagelte, auf die Interessen der traditionellen Verwerterindustrien fokussierte "Heidelberger Appell". Im Eingangsstatement heißt es bei der Akademie: "Zwei grundsätzliche Interessen stoßen aufeinander: ? die Forderung nach freier Verfügbarkeit über alle kulturellen Güter sowie nach ungehindertem […] der "drohenden Monopolisierung des Weltliteraturerbes" durch Google. Dann folgt wieder die übliche Rhetorik von "Enteignung" und "Freibeutertum", und es klafft der blinde Fleck, der auch den "Heidelberger Appell" kennzeichnet: In gespielter Unschuld tut man so, als stünde der wehrlose Urheber dem Moloch des Internets gegenüber. Dass zwischen den beiden die traditionellen Verwerterindustrien lauern und […] Von Thierry Chervel