Perlentaucher-Autor

Thierry Chervel

11 Artikel - Stichwort: Feuilletons

Thierry Chervel, geboren 1957, hat in Berlin Musikwissenschaften studiert. Er war Redakteur bei der taz (Film, Musik, Tagesthemen), freier Autor bei der FAZ und anderen Zeitungen, Kulturkorrespondent für die Süddeutsche Zeitung in Paris und Redakteur auf der Berliner Seite der Süddeutschen. Thierry Chervel ist Mitbegründer des Perlentauchers. Er hat auch an der Website für seinen jüngst verstorbenen Vater Marc Chervel mitgearbeitet.

Perlentaucher-Autor Götz Aly erhält den Börne-Preis

Redaktionsblog - Im Ententeich 29.02.2012 Götz Aly erhält den Börne-Preis, meldet die Jüdische Allgemeine. Der Berliner Historiker und Essayist zeichne sich aus durch "seinen freien und glänzenden Stil" sowie "seinen Kampf gegen nationale Legenden und Vorurteile", so der Preisrichter Jens Jessen, Leiter des Zeit-Feuilletons. Der Preis, einer der wichtigsten in Deutschland im Bereich der Essayistik und Kritik, wird von der Ludwig-Börne-Stiftung vergeben und ist mit 20.000 Euro dotiert. Er wird am 3. Juni in der Frankfurter Paulskirche überreicht. "Mit besonderer Unerschrockenheit" habe Aly in seinen Büchern und Aufsätzen "auf die wirtschaftlichen und finanziellen Motive der deutschen Antisemiten aufmerksam gemacht", heißt es in der Begründung. Von Thierry Chervel

Fantasie über die Zukunft des Schreibens

Redaktionsblog - Im Ententeich 14.03.2010 Am 14. März 2000 gründeten Anja Seeliger, Niclas Seeliger, Adam Cwientzek und ich bei einem Hamburger Notar die Perlentaucher Medien GmbH. Das Wetter habe ich als noch winterlich, aber nicht unfreundlich in Erinnerung. Am Tag darauf gingen wir mit der ersten Feuilletonrundschau online, die heute verloren ist, weil wir die Feuilletonrundschauen zunächst noch Tag für Tag überschrieben. Erst ab 2. April 2001 sind sie archiviert. Die erste Bücherschau des Tages lässt sich aber auf den 15. März 2000 datieren. Um nicht bei Null anzufangen hatten wir außerdem die Herbstbeilagen von 1999 ausgewertet. Das erste Buch in unserer Datenbank ist Michel Houellebecqs Roman "Elementarteilchen". FAZ-Literaturchef Thomas Steinfeld umkreist es wie eine scharfe Handgranate, ohne selbst Stellung zu beziehen, resümierten wir. Von Thierry Chervel

Das Behagen an der Unkultur

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.01.2010 Henryk Broder ist ein Riese! Ganz allein ist er in der Mehrheit gegenüber all den kleinen Feuilletons. Die tapfere kleinere Minderheit aus Freitag, taz, Zeit, Süddeutsche, FAZ und FAS hat in den letzten Wochen ihren ganzen Mut zusammengenommen, um hinter dem anarchistischen Witz Broders den dunkel schimmernden "Fundamentalismus der Aufklärung" bloßzulegen. In einer ganzen Flut von Artikeln zurren sie ihn fest und pieken ihn, wie das Zwergenvölkchen bei Swift. Broder, schrieb Thomas Assheuer in der Zeit, "gibt sich stets Mühe, lustig zu schreiben, aber er meint es bitterernst". Das ist der Unterschied: Seine Gegner sind nicht mal lustig. Von Thierry Chervel

Die CDU profiliert sich als Anti-Internetpartei

Redaktionsblog - Im Ententeich 27.05.2009 Die CDU hat sich modernisiert. Sie ist wählbar geworden - auch weil sie gelernt hat, nicht mehr mit potenziell rechtspopulistischen Themen Wähler gewinnen zu wollen. Heilsam war da Roland Kochs Scheitern bei der letzten Hessenwahl. Die Wähler haben ihm seinen Versuch, die gute alte Ausländerfeindlichkeit zu mobilisieren, geradezu übel genommen. Das sitzt. Angela Merkel lässt sich mit derartigem chauvinistischen Piefketum ohnehin nicht identifizieren. Von Thierry Chervel

Woraus wir leben

Redaktionsblog - Im Ententeich 04.02.2009 "Wie gut, dass es im allgemeinen Drunter und Drüber des aus allen Fugen geratenen Medienbetriebs noch aufmerksame Beobachter gibt, die unverzichtbare Standards öffentlicher 'Diskurskultur' auch dann noch verteidigen, wenn deren Protagonisten sie leichthin aufgeben", schreibt Heribert Seifert in Eigentümlich frei über den bedeutendsten Hort journalistischer Ethik in Deutschland, das FAZ-Feuilleton. Streng objektiv berichtet es zum Beispiel über die Präsientschaftskandidatin der SPD, Gesine Schwan. Mindestens so streng wie Jürgen Kocka im Merkur über Doktorarbeiten, die er selbst betreute... Von Thierry Chervel