taz-Chefin brüskiert die Jüdische Gemeinde Redaktionsblog - Im Ententeich 28.04.2010 Gestern hat die Jüdische Gemeinde zu Berlin zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen. Anlass war ein taz-Artikel von Iris Hefets von der "Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden", die sich geärgert hatte, dass die Historiker Norman Finkelstein ("Die Holocaustindustrie", 2001) und Ilan Pappe ("Die ethnische Säuberung Palästinas", 2007) nach Protesten von Veranstaltungen in Deutschland wieder ausgeladen worden waren. In diesem Zusammenhang behauptete Hefets eine Sakralisierung des Holocaust, die dazu benutzt werde, jede Kritik an Israel zu unterbinden: "Bei diesem Schoah-Kult handelt es sich, so muss man wohl sagen, um eine Art Re Von Anja Seeliger
Passport! Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2010 Rein publikumsmäßig gesehen ist die Berlinale auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Saal 8 im Cubix-Kino am Alexanderplatz ist fast ausverkauft, nur in den ersten zwei Reihen bleiben ein paar Plätze frei. Gezeigt wird ein russischer Film, und die russische Community ist gut sichtbar vertreten: viele pelzgefütterte Ledermäntel, in der Luft hängt mehr als nur ein Hauch Chanel. Anna Fenchenkos Film "Missing Man" ist ein sehr ruhiger Film über einen russischen Webdesigner - man sieht ihn in einer Szene kurz vor zwei großen Apple-Bildschirmen sitzen - der plötzlich aus seinem Leben gestoßen wird. Das Mietshaus, in dem er wohnt, wird abgerissen, seine Schwester verschwindet spurlos und seine Sachen ebenfalls. Er soll in eine andere Stadt ziehen und sich dort in der Behörde melden. Von Anja Seeliger
Der Ungeehrte Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2010 Nach der Vorführung des Films fragt eine Zuhörerin die Regisseurin Ilona Ziok sichtlich genervt, warum sie diese schrecklich dräuende Musik für ihren Film benutzt hat. Und für den Abspann dann auch noch Frank Sinatras "My way" herhalten musste. Ziok nimmt die Frage übel: "Das ist halt mein Stil. Das kann man mögen oder nicht", pampt sie zurück Als sich einige Zuschauer mit dieser Antwort nicht zufrieden geben, erklärt der Cutter Pawel Kocambasi: "Wir wollten unsere Sympathie für Fritz Bauer ausdrücken." Von Anja Seeliger
Ibrahim liegt hier nicht: Mohamed Al-Daradjis 'Son Of Babylon' Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2010 In "Son of Babylon" reisen eine alte Frau und ihr 12-jähriger Enkel Ahmed durch den Irak, um den Vater des Jungen zu suchen, den Musiker Ibrahim, der 1991 von der Republikanischen Garde verschleppt worden war. Die beiden sind Kurden und ihre Reise führt vom Nordirak über Bagdad in den Süden Babylons, nach Nasiriya. Hier soll Ibrahim im Gefängnis sitzen. Doch die Gefängnisse sind leer. Männer mit langen Listen sitzen heute davor, die versuchen, den Angehörigen bei der Suche nach Verschollenen zu helfen. Ibrahim steht auf keiner Liste. Und irgendwann begreift die Großmutter: nicht in den Gefängnissen, in den Massengräbern muss sie suchen, die überall im Land ausgehoben werden. Von Anja Seeliger
Shimazu-Videos Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2010 Bei Youtube gibt's zwei Ausschnitte aus Shimazu-Filmen. Der erste, aus "The Trio's Engagement", ist nicht untertitelt. Man guckt trotzdem fasziniert zu, weil der Boss - es scheint um ein Einstellungsgespräch zu gehen - ausgiebig an seinem Adolphe-Menjou-Bärtchen zupft. Die Männer tragen alle westliche - und sehr schick taillierte - Anzüge. Von Anja Seeliger
Zu Hilal Sezgins Vorwürfen gegen den Perlentaucher Redaktionsblog - Im Ententeich 20.01.2010 Hilal Sezgin beschwert sich heute in der Zeit unter der Überschrift "Ihr Feiglinge" unter anderem darüber, dass die Feuilletonrundschau des Perlentauchers nicht namentlich gezeichnet ist und wir gewissermaßen nur rudelartig und anonym auftreten. Von Anja Seeliger
Die Schlangenhüften von George Raft Redaktionsblog - Im Ententeich 28.07.2009 Ich habe gerade Walter Satterwaiths Krimi "Miss Lizzie kehrt zurück" gelesen. Er spielt im New York der Zwanziger und eine Menge "echtes Personal" taucht auf: Lizzie Borden, Mae West, Dorothy Parker und George Raft, der 1932 in "Scarface" den melancholischsten verliebten Gangster spielen würde, den die Welt je gesehen hatte. Gangster sollte er von da an bleiben. Im Buch aber hat er einen Auftritt als Tänzer! Fred Astaire erzählt in seiner Autobiografie, Raft habe den schnellsten Charleston getanzt, den er je gesehen habe. Schnell war Raft 1965 nicht mehr. Aber sonst hatte der Siebzigjährige noch alles: Figur, Timing, Eleganz und Schlangenhüften. Ab Minute 6.42 (Einbetten war leider nicht erlaubt) Von Anja Seeliger
Cary Grant und die Peitsche Redaktionsblog - Im Ententeich 27.07.2009 Statt ein gutes Buch zu lesen, habe ich mir am Wochenende alte Filme bei Youtube angeguckt und bin dabei auf diese Szene gestoßen: Cary Grant, als er noch aussah wie Sylvester Stallone, in einer (nach zwei Minuten) schockierenden Gewaltszene: Von Anja Seeliger
Die vierte Gewalt ist jetzt im Netz Redaktionsblog - Im Ententeich 01.07.2009 Der Verleger Hubert Burda bezeichnete gestern in der FAZ die Presse als "vierte Gewalt" und behauptete, sie sei unverzichtbar für die Demokratie. Das ist Unsinn. In Sachen Berichterstattung über das Internet ist die Presse weithin keine vierte Gewalt mehr, sondern ein Lobbyist, der sich unter dem Deckmantel des Journalismus dem Staat andient. Von Anja Seeliger
Die Anhörung von Sachverständigen zu Sperren im Internet Redaktionsblog - Im Ententeich 27.05.2009 Seit 11 Uhr bis etwa 12.55 Uhr kann man hier im Netz live die Anhörung von Sachverständigen zur Internetsperren mit anhören. Die Übertragung wird um 19 Uhr wiederholt. Mehr Infos und vor allem weitere Links zum Thema findet man bei Carta und bei Netzpolitik. Von Anja Seeliger
Nicht der Perlentaucher, die FAZ schweigt Redaktionsblog - Im Ententeich 21.04.2009 Unter der Dachzeile "Medienkritik" und der Überschrift "Die Redaktion antwortet nicht" erklärt Nils Minkmar den Lesern der letzten Sonntags-FAZ, dass der Perlentaucher gern die Verträge der Zeitungen mit ihren Autoren kritisiert, aber selbst seine Autoren ausbeutet. Der Rest des Artikels sind lange Zitate von "branchenkundigen" Lesern, die in Kommentaren auf unserer Seite die "neokapitalistische Doppelmoral" des Perlentauchers geißeln. Von Anja Seeliger
Der sechste Sinn Redaktionsblog - Im Ententeich 16.04.2009 (Via John Battelle) Stellen Sie sich vor, Sie könnten jede Information, die Sie gerade brauchen, egal wo Sie stehen, einfach mit einer Handbewegung produzieren - sei es eine Telefonnummmer, Informationen über ein Produkt in Ihrem Supermarktregal oder einfach die Uhrzeit. Pattie Maes und Pranav Mistry vom MIT Media Lab arbeiten genau daran. Am 4. Februar hat Maes das Projekt zur Entwicklung eines sechsten Sinns auf der TED Conference vorgestellt. Es ist phantastisch! Von Anja Seeliger