Mittwoch, 01.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
01.08.2018 In der New York Times erzählt Masih Alinedschad, wie der Iran Druck auf ihre Familie macht, um ihre Kampagne gegen den Kopftuchzwang zu unterdrücken. Was heißt es für die Frauen, wenn jeder plötzlich selbst entscheiden kann, ob er eine Frau ist, fragt die Philosophin Kathleen Stock im Economist. Buzzfeed veröffentlicht einen EU-Bericht, der klar zeigt, dass die Politik über die Zustände in Libyen, mit dem man in der Flüchtlingspolitik kooperieren will, informiert ist.
Efeu - Die Kulturrundschau
01.08.2018 Die SZ erschrickt über sich selbst, wenn sie beim Theaterfestival in Avignon schweren Jungs applaudiert, die dort die "Antigone" des Sophokles gaben. Die NZZ erkennt mit Robert Gernhardt und Ernst Jandl, dass sich guter Humor am Tiefstand unserer Existenz erweist. Von taz bis FAZ blicken die Feuilletons auf das Schaffen des Filmproduzenten Artur Brauner, der heute hundert wird.
Medienticker
01.08.2018 Zeitungsbranche: Papierzölle gefährden US-Presse - Neutral: Journalisten leben auch in einer Blase - Bestseller: 20 Jahre "Harry Potter": Es war einmal (k)ein Märchen - Facebook: Neue Kampagne zur Wahlbeeinflussung aufgedeckt - US-Gericht stoppt Veröffentlichung von Waffenplänen für 3D-Drucker - Apple-Quartalszahlen. iPhone-Absätze stagnieren, Servicesparte wächst - Handyfreie Schule in Frankreich - Online-Handel: Amazon, Ebay & Co., zur Kasse bitte! + "Magic Realism" in der Tate Modern.
Bücherschau des Tages
01.08.2018 Mit Faszination liest die FAZ die Erinnerungen der endlich wiederentdeckten Gabriele Tergit an die Weimarer Zeit und die frühe Bundesrepublik. Die FR lernt aus Ayobami Adebayos Roman "Bleib bei mir" Manches über die achtziger Jahre in Nigeria. Die SZ bespricht drei Graphic Novels nach literarischen Vorlagen.
Donnerstag, 02.08.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
02.08.2018 Die SZ sucht einen architektonisch anspruchsvollen Bahnhof in Deutschland und findet nur "Erlebniszentren mit Gleisanschluss". Die FAZ ist schockiert vom Bayreuther Buh-Konzert für den die "Walküre" dirigierenden Placido Domingo. Dabei wird's im zweiten Aufzug doch besser, versichert die neue musikzeitung. Wim Wenders neuen Kriegsfilm "Grenzenlos" kann man gut beim Candle-Light-Dinner" diskutieren, versichert die SZ. Die übrigen Filmkritiker feiern das letzte Hurra des handgemachten Big-Budget-Actionkinos, Tom Cruises neue "Mission Impossible".
9punkt - Die Debattenrundschau
02.08.2018 The Intercept berichtet, dass der Suchmaschinenkonzern Google, der einst fürs offene Internet eintrat, seinen Markteintritt in China plant und dafür bereit ist, sämtliche Informationen, die nicht genehm sind, zu zensieren. The Daily Beast porträtiert den homosexuellen Aktivisten Hans How, der über die Schikanierung Schwuler in Malaysia spricht. Nicht nur Deutsche hindern Türken an der Integration, schreibt die Schauspielerin Sibel Kekilli in der Zeit. Die taz würdigt den ehemaligen Merkur-Herausgeber Kurt Scheel, der im Alter von siebzig Jahren gestorben ist.
Medienticker
02.08.2018 Aktualisiert: Die Auflage der gedruckten taz ist so mies wie seit 33 Jahren nicht - Kein rechtsfreier Raum: Online-Plattformen müssen für ihre Händler haften - Investigativ: Sauberer Journalismus oder Wie eine Sensationsmeldung zustande kam - Essays & Dokumente DDR-Literatur: Was sagen die Autoren? - e-Books: Weltbild startet eigenes E-Book-Abo + Ukraine: Das Thema ist tot.
Bücherschau des Tages
02.08.2018 Das ist wirklich Liebe zum Buch: Die SZ wird angesichts einer Box mit Jakob Tuggeners "Books and Films" von einer so heftigen Gier ergriffen, dass sie klaglos 700 Euro auf den Tisch legt. Die Zeit empfiehlt Maryam Madjidis Debütroman "Du springst, ich falle". Die FAZ bewundert Theodor Wolffs brillanten Stil selbst noch in seinem Vater-Tagebuch. Die FR begreift mit Vittorio Magnago Lampugnani die Stadt als "bauliche Hülle der Polis".
Freitag, 03.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
03.08.2018 Im Guardian erklärt der deutsche Journalist Alexander Menden, warum er und seine Familie nach vielen Jahren London verlassen. Die FAZ zitiert aus einer wütenden Resolution der VG Bild Kunst nach dem Scheitern der EU-Urheberrechtsreform. Laut Welt und Berliner Zeitung drohen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zwei Probleme: der Welfenschatz und die kommende Evaluierung. In Zeit online erklärt Jimmy Wales, wie er sich die Zukunft des Journalismus vorstellt.
Efeu - Die Kulturrundschau
03.08.2018 Die NZZ betrachtet Weiß und Schwarz mit den Augen des Fotografen Hennric Jokeit. Der Tagesspiegel vertieft sich in das ästhetische Gegenprogramm des Fotografen Pieter Henket. Hans Neuenfels erklärt in der NZZ das Freiheitsproblem in Tschaikowskys "Pique Dame". In der SZ fragt Dominik Graf die Drehbuchautoren-Initiative Kontrakt 18, warum sie eine Orgie des Mittelmaßes beklatschen. Die Zeit empfiehlt Musik für den Strand.
Medienticker
03.08.2018 AGOF-Zahlen: Spiegel Online mit mehr Unique Usern als Bild.de - Milde Gaben: Facebook spendet 4,5 Mio Dollar für Lokaljournal - ProSiebenSat.1-Halbjahresbilanz: Stabiler Umsatz & Gewinn dank Sparmaßnahmen - Suchmaschinen: Im Westen dominiert Google, in China Baidu - Studie: Buchkäufer: Quo vadis? - Schluss mit Bertelsmann: Thilo Sarrazins Verlags-Hopping.
Bücherschau des Tages
03.08.2018 Die FAZ lernt von Bernhard Kegel, wie die Dinosaurier die Populärkultur eroberten. Die SZ liest mit Lina Muzurs Anthologie "Sagte sie" das Buch zur #MeToo-Ära: Ersetzt alle empörten Leitartikel, findet sie. Außerdem empfiehlt sie Kinderbücher. Die FR setzt mit Julia von Lucadou zum Hochhaussprung in eine eiskalte Zukunftswelt an. Die NZZ bewundert mit Hennric Jokeits Schwarz-Weiß-Fotos "Kronjuwelen der alten Lichtmalerei".
Samstag, 04.08.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
04.08.2018 Wo bleibt bei den Debatten um Identität, Dekolonisierung und kulturelle Aneignung eigentlich die Kunst?, fragt die FR. In der taz erklären die Kuratorinnen Birgit Bosold und Carina Klugbauer, was "lesbisches Sehen" bedeutet. Die FAZ erlebt in Leipzig, wie dänisches Design nach dem Krieg die Zivilisation rettete. Die NZZ sehnt sich nach Literatur, die über die Gegenwart hinaus wirksam bleibt. Und die taz flieht in die spätkalifornische Anarchie von Todd Barton.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.08.2018 In der FAZ fordert Wolfgang Streeck weniger Flüchtlingsdiskussion und mehr Gerechtigkeitspolitik. In der taz erklärt Lady Bitch Ray, warum sie sich nicht mit Mesut Özil identifizieren kann. In der NZZ beobachtet Jonathan Haidt, wie Republikaner und akademische Linke die USA spalten. In der Welt wirft Nick Cohen der Labour-Partei vor, mit Antisemitismus auf muslimischen Wählerfang zu gehen. Im Guardian erkennt Jeremy Corbyn an, dass Labour ein echtes Problem mit dem Antisemitismus hat. Und die SZ bangt noch lange nicht um die Demokratie: Sollen die tollen neuen Autokraten erst mal einen Machtwechsel organisiert bekommen!
Bücherschau des Tages
04.08.2018 Die FR lernt von David Christians "Big History" die ewigen Kräfte der Universalgeschichte kennen. Die SZ begibt sich mit Paolo Rumiz auf eine Reise durch Norditalien entlang des Pos. Die FAZ lässt sich von Christopher de Bellaigue die ambivalente Geschichte der islamischen Aufklärung erzählen. Die taz, vergnügt sich mit Cixin Lius chinesischer Science-Fiction-Trilogie "Trisolaris".
Montag, 06.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
06.08.2018 Die Krise der Demokratien ist das Thema, das von vielen ganz unterschiedlichen Beiträgen umkreist wird. Yuval Noah Harari sieht im Guardian eines der Probleme ausgerechnet in der "freien Information". In Zeit online sucht Jay Rosen nach Strategien des Journalismus gegen Trump und Rechtspopulismus. Die FAZ stellt fest, dass das chinesische Sozialkreditsystem bei den Bürgern beliebt ist. Der Historiker Leonid Luks untersucht unterdessen bei den Kolumnisten die Frage, wie sich die Bolschewisten halten konnten, obwohl sie nicht im Ansatz eine Mehrheit hatten.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.08.2018 In der FAZ blickt der Literaturwissenschaftler Hans Richard Brittnacher auf die Verdüsterung der Geschichte im Noir-Roman. Cargo tuckert mit Sterling Hayden im Schleppkahn über Frankreichs Kanäle. Mit seiner sechsstündigen Knut-Hamsun-Orgie "Hunger" kann Frank Castorf in Salzburg immerhin die Welt begeistern. Und die SZ sieht das Ende des Drills im Tanz nahen.
Bücherschau des Tages
06.08.2018 Die SZ emfpiehlt Manuela Lenzens unaufgeregt-informiert Band "Künstliche Intelligenz", der mehr Fragen als starke Thesen aufwirft. In David Lynchs Autobiografie "Traumwelten" sucht sie nach den tieferen Sinnschichten seiner Filme. Die taz lernt von Emma Steel, wie arrogant, aber uncool die westdeutsche Ska-Szene war. Die FAZ liest Pageturner von Jane Harper und Dan Chaon.
Dienstag, 07.08.2018
Magazinrundschau
07.08.2018 Im Merkur vermessen Gaia und der Astronom Aleks Scholz das Universum. Das New York Magazine bilanziert die große Rezession seit 2008. In Quillette bekennt sich der kanadische Arzt Ali A. Rizvi stolz als atheistischer Muslim - wie Millionen andere Muslime auch. Auch in der Türkei setzt der Cumhuriyet-Journalisten Özgür Mumcu im Interview mit Novinky auf die Säkularen. Eurozine fragt, warum Online-Diskussionen immer so aus dem Ruder laufen. Longreads sucht nach den unreinen Ursprüngen der Country-Musik. Und die New York Times bilanziert eine seit über hundert Jahren angekündigte Katastrophe: den Klimawandel.
9punkt - Die Debattenrundschau
07.08.2018 Das Problem ist nicht allein Trump, das Problem sind strukturelle Probleme der amerikanischen Demokratie, von denen er profitiert, meint Simon Tisdall im Guardian. Arno Widmann protestiert in der FR gegen den italienischen Innenminister, der erwägt, Roberto Saviano von der Mafia abschießen zu lassen. "Ich warte seit sechs Jahren", sagt Ensaf Haidar, die Frau Raif Badawis, in Radio Canada - aber Saudi-Arabien verschärft Repressionen gegen Kritiker noch. Und Deutschland diskutiert über Wehrpflicht.
Efeu - Die Kulturrundschau
07.08.2018 FAZ und SZ huldigen den Granden des italienischen Autodesigns, die im Wettstreit um den Fahrzeugkörper auf Drama gegen Harmonie setzten. Im Standard gratuliert Tex Rubinowitz Madonna, die kam, als die Disco voll war, und heute sechzig wird. Die Welt bewundert den Freiheitswillen der polnischen Bilhauerin Alina Szapocznikow. Und die NZZ muss schlucken, wenn die Nasa den Samen der Zivilisation auf dem Mars pflanzt.
Medienticker
07.08.2018 Demokratieabbau: Trumps Attacken gegen die Medien - Statistik: Buchhandel in Zahlen 2018 & US-Verlag verdient mehr - The Washington Post: Journalisten werden die Öffentlichkeit selbst verteidigen müssen - 10-Jahres-Bilanz des Internets: 21,6 Mio. mehr Nutzer, dreimal so viele IVW-Visits, Mobile überholt stationär - Zahlen, bitte!: Google kooperiert mit JournalistInnen - Dokumentation: DDR-Autoren + Nachruf: Matthew Sweeney ist tot.
Bücherschau des Tages
07.08.2018 Mal pathetisch, mal melancholisch, aber immer intensiv findet die FR Maxim Billers Roman "Sechs Koffer", der von einem großen Verrat erzählt. Eine Hymne singt die SZ auf Vittorio Lampugnanis "Atlas zum Städtebau", der die grandiosesten Straßen und Plätze Europas vermisst. Die FAZ erfährt in Martin Schulze Wessels Buch zum Prager Frühling, dass die tschechischen Reformer 1968 deutlich kühnere Visionen hatten als die Berliner Studenten. Die taz lernt aus der "Deutschen Ideologie", dass Marx nichts mit materialistischer Weltanschauung am Hut hatte.
Mittwoch, 08.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
08.08.2018 Eine Gruppe muslimischer Frauen wendet sich in einem Manifest in La Libre Belgique an die EU und fordert, dass das Kopftuch in allen europäischen Ländern auch von Beamtinnen getragen werden darf. Marianne wehrt sich gegen diese Idee und verteidigt die Idee staatlicher Neutralität. Auch gegen George Soros. Monika Maron porträtiert in der Welt Sahra Wagenknecht, deren Bewegung "Aufstehen" zwar bisher kein Programm, aber viel Sympathie erzeugt, wie die SZ konstatiert. Die größte Stärke am Kapitalismus ist die Kapitalismuskritik, schreibt Pascal Bruckner in der NZZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
08.08.2018 Der Standard ist beeindruckt von der Doku-Performance "Mining Stories" des Künstlerpaars Silke Huysmans und Hannes Dereere, die die Umweltkatastrophe am Rio Doce thematisieren. Die taz macht bei Tirzah ein Diplom in abstrakter elektronischer Tanzmusiklogistik. Die FAZ verlernt mit den Horrorspezialisten Justin Benson und Aaron Moorhead die Wirklichkeit. Die Welt lässt sich erklären, was afrikanische oder generell "schwarze" Kunst eint.
Medienticker
08.08.2018 Zitatrecht: "Das ist keine Urheberrechtsverletzung, das ist ein Zitat!" - US-Nachrichtenseiten haben Europa aufgrund der DSGVO geblockt - Straßenzeitungen:Strategien gegen das Zeitungssterben - Kinder-Medien-Studie 2018: Kinder mögen am liebsten gedruckte Bücher & die Hälfte aller Neunjährigen besitzt ein Handy sowie Tablets & Smartphones aus dem Spielzeugregal - Ein Journalist blickt zurück: Hans Leyendecker.
Bücherschau des Tages
08.08.2018 Die NZZ liest Kinderbücher, die klassische Lebensmodelle auf den Kopf stellen, darunter Nele Brönners "Das Tigerei" über ein Vogeljunges, das sich für einen Tiger hält. Die FAZ lernt von Benedikt Goebels Stadtgeschichte der Berliner Mitte, was kulturelles Erbe bedeutet. Die SZ verfolgt mit Spannung Heinrich Bölls Notizen über seinen Pragaufenthalt im August 1968.
Donnerstag, 09.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
09.08.2018 Ohne einen Zeit-Artikel des Dramaturgen Bernd Stegemann, der die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin kritisierte, wäre Sahra Wagenknechts Bewegung "Aufstehen!" womöglich gar nicht zustande gekommen, freut sich die Zeit. In der FR spricht Politikwissenschaftler Thomas Kliche über Medienverdrossenheit. The Intercept schildert, wie gründlich sich Google darauf vorbereitet, die Zensurbestimmungen in China erfüllen zu dürfen.
Efeu - Die Kulturrundschau
09.08.2018 Auf Zeit online protestieren SchriftstellerInnen mit Migrationshintergrund gegen das Labeling im Literaturbetrieb. Die Filmkritiker sahen Bodenloses in Regina Schillings Essayfilm "Kulenkampffs Schuhe". In der SZ möchte Intendantin Stefanie Karb wissen, warum die Young Fathers auf der Ruhrtriennale ein Problem sind, nicht aber an den Kammerspielen oder in der Spex. In der NZZ erinnert sich Norman Manea an seine Freundschaft mit Philip Roth.
Medienticker
09.08.2018 Dranbleiben ist Bürgerpflicht: Medienlandschaft nach dem umstrittenen Mannheimer Richterspruch - Verstehe die Zusammenhänge: Die Welt ist kompliziert & das ist auch gut so - Soziale Medien: Meinung, Männer, Mobmaschinen - Compact-Magazin: Zielgruppe "Volk" - Meinungsfreiheit: Fehlt Twitter der Durchblick?
Bücherschau des Tages
09.08.2018 Die SZ singt ein Loblied auf Steffen Menschings biografischen Roman über den Graphologen Rafael Schermann, der in die Zukunft blicken konnte, seine Zeit im Straflager aber wohl nicht vorhersah. Die FAZ begibt sich mit Karan Mahajan in die "Gesellschaft kleiner Bomben". Die NZZ späht mit dem Fotografen Olivier Degorce in die Kühlschränke anderer Leute. Die Zeit feiert die Sprachkraft des Dichters Reiner Kunze.
Im Kino
09.08.2018 Jon Turteltaubs "Meg" zeigt, wie Hollywood in Zeiten der Krise zu überleben versucht: Ein Jason Statham, ein Mega-Hai und chinesisches Geld sollen es richten. Der Indiegenrefilm "The Endless" von Justin Benson und Aaron Moorhead lebt von der Originalität seiner Irritation, läuft jedoch Gefahr, in beige-grünlichem Color-Grading zu ersticken.
Freitag, 10.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
10.08.2018 Eine linke Sammlungsbewegung? Wann hat sich denn die Linke je gesammelt, fragt der Freitag. taz und Dlf bringen Rechtfertigungen der Israelboykottbewegung BDS. Die SPD will ihre ehrwürdige "Historische Kommission" abschaffen, ein weiteres Zeichen des Verfalls, schreiben Jürgen Kocka in der FAZ und Thomas Schmid in der Welt. Und Hitler wurde nicht wegen Hitler gewählt, hat eine Studie laut NZZ herausgefunden.
Efeu - Die Kulturrundschau
10.08.2018 Die SZ erliegt Cecilia Bartoli als schaumgeborener Venus in Rossinis Oper "L'italiana in Algeri". Die FR feiert begeistert die Leo-McCarey-Retrospektive in Locarno. Die taz ist entsetzt: ein uralter Protestsong der Bots soll die neue "Aufstehn"-Hymne werden? Die NZZ schaudert: Zuviel positive Zukunftsideen im Londoner Victoria and Albert Museum.
Medienticker
10.08.2018 Brutale zehn Jahre: Auflagen-Entwicklung der Tageszeitungen - Angemessen, aber nicht ausreichend: Die Medien & und das Staufener Urteil - Nutzer-Kommentare: Warum Kommentarfunktion abgeschaltet werden - Desinformation auf Twitter: Russische Trolle für und gegen Merkel - Das Magazin "Flow": Pausenmusik im Fahrstuhl der Pflichten.
Bücherschau des Tages
10.08.2018 Kühn, klug und beklemmend findet die NZZ Maxim Billers neuen Roman über Familiengeheimnisse zwischen Antisemitismus und Totalitarismus. Die SZ streift mit dem Autoren-Duo Heerma van Voss durch die finstersten Ecken von New Orleans und wird "Zeuge des Spiels". Die FAZ klopft mit Axel Honneth die verschiedenen nationalkulturellen Eigenheiten der "Anerkennung" ab. Und die FR lernt Urban Gardening mit Christine Zureichs luftig-leichtem Debüt "Garten, Baby!"
Samstag, 11.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
11.08.2018 In vielen Medien wird über Rassismus diskutiert: Diskriminierung läuft
nur in eine Richtung, versichert die SZ. "Persons of color" sitzen nicht
alle im selben Boot, erkennt dagegen die Künstlerin Moshtari Hilal im Freitag.
Die SZ schildert außerdem das Engagement der Familie Badawi gegen die
saudische Autokratie. In der taz prangert Architekturprofessor Stephan Trüby Rekonstruktionen wie die Frankfurter Altstadt oder das Berliner Stadtschloss als "rechts" an. In der FR verrät Sahra Wagenknecht, wie "Aufstehen" funktionieren soll.
Efeu - Die Kulturrundschau
11.08.2018 Mit vokalem und politischem Sprengstoff eröffnet William Kentridges Spektakel "The Head and the Load" die Ruhrtriennale: Die westeuropäischen Schafe nachtkritik und SZ applaudieren hingerissen, auch wenn sie nicht immer ganz folgen können. Die taz ergründet Transformationsprozesse bei der Biennale in Riga. Der Tagesspiegel bringt eine kritische Würdigung Wolf Wondratscheks, der bald 75 wird. Der Jungle World wird die Musik Stella Sommers zum Verhängnis. Berthold Seeliger antwortet im Perlentaucher auf FAZ-Kritiker Jan Brachmann.
Bücherschau des Tages
11.08.2018 Von Diebinnen und Prostituierten. Die NZZ liest den Roman "Der Ausbruch" der einst von Simone de Beauvoir protegierten Autorin Albertine Sarrazin als Offenbarung. Überhaupt spürt man in der Luft den beginnenden Bücherherbst: Michael Ondaatjes "Kriegslicht" ist einer der Romane der Saison, Maxime Billers "Sechs Koffer" auch.
Montag, 13.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
13.08.2018 Warum nicht "aufstehen", fragt Ingo Schulze in der SZ. Sahra Wagenknecht selbst legt in der FAS dar, dass sie an das Gute im AfD-Wähler glaubt. Die FAS analysiert auch die innere Spaltung der Linken insgesamt. David Grossman zweifelt in der NZZ an Friedensaussichten im Nahen Osten. In der Berliner Zeitung spricht Ilko-Sascha Kowalczuk von der Stasi-Unterlagenbehörde über die Enttäuschung des Ostens nach dem Mauerfall. Die taz bereitet laut turi2 den Ausstieg aus dem Print vor.
Efeu - Die Kulturrundschau
13.08.2018 Große Trauer herrscht in den Feuilletons um den großen Reisenden und Literaturnobelpreisträger V.S. Naipaul: Er zeigte uns die Welt, wie sie war, nicht wie wir sie gern hätten, betont die FR. Die FAZ würdigt seinen uncharmanten Scharfsinn. Im Standard stellt sich Karl Ove Knausgard seinem inneren Hund. Die Nachtkritik lässt sich auf der Ruhrtriennale von Mohammad al Attar und Omar Abusaada erzählen, wie der französische Konzern Lafarge seine Arbeiter in Syrien dem IS auslieferte. NZZ und taz küren zum Ende des Filmfestivals von Locarno ihren eigenen Gewinnerfilm: Mariano Llinás "La Flor".
Bücherschau des Tages
13.08.2018 Macht "West Wing" menschenfreundlich und "House of Cards" zynisch? Und was passiert bei "Borgen"? Die SZ liest bei Niko Switek nach, wie "Politik in Fernsehsieren" unser Weltbild beeinflusst. In Zülfü Livanelis Jesiden- Roman "Unruhe" einen Hang zur Selbstorientalisierung. Die FAZ informiert sich über Chinas neue Seidenstraße.
Dienstag, 14.08.2018
Magazinrundschau
14.08.2018 Ohne die kleinen Magazine gibt es keine neue Architektur, ruft Eurozine. Der Believer hört Miles Davis' "Nardis" mit Bill Evans. In Novinki erinnert der Regisseur Robert Sedláček an den Studenten Jan Palach. Spiked staunt über die Apartheid in Amsterdam. Le Monde diplomatique besucht Swasiland, die letzte absolute Monarchie Afrikas. Der Guardian versucht zu begreifen, warum Matteo Salvinis national-soziale Politik so gut bei den Italienern verfängt. Die NYT zieht eine desaströse Bilanz des Afghanistankrieges.
Efeu - Die Kulturrundschau
14.08.2018 Alles Schöne und Schreckliche findet die SZ in Jan Lauwers Salzburger "Krönung der Poppea". Die FAZ dagegen fragt: Ist das noch Performance oder schon Dekoration? Es wird wieder mit Holz gebaut, freut sich die FR. In der taz fragt die Macherin des Berliner Popkultur-Festivals, Katja Lucker, warum eigentlich Clubkultur weggentrifiziert werden darf. Bei der Oper traut man sich das doch auch nicht.
9punkt - Die Debattenrundschau
14.08.2018 Oleg Senzow ist dem Tode nahe - der Tagesspiegel berichtet über eine Petition von Filmemachern für den ukrainischen Regisseur. Auch der Guardian berichtet jetzt über die Frage, ob Jeremy Corbyn im Jahr 2014 bei einem Tunis-Besuch einen Kranz am Grab der Attentäter von München 1972 abgelegt hat. In der Berliner Zeitung fragt Götz Aly: Wie lange ist jemand ein Flüchtling? Wer über die "Krise des Lesens" spricht, zählt die Selfpublishing-Szene meist gar nicht mit, beobachtet die SZ.
Medienticker
14.08.2018 Aktualisiert: Pressefreiheit in China - Studie: Jugendliche nutzen alle Medienkanäle und unterscheiden bewusst & Kinder lieben Print: Zwischen vier & 13 Jahren spielt E-Reading keine Rolle - Bertelsmann will Ausgaben für Kreativinhalte erhöhen - Deutscher Buchpreis 2018: Leseproben zu den Nominierten im Buchhandel + Metabooks in Brasilien: Amazon und Kultusministerium sind neue Partner.
Bücherschau des Tages
14.08.2018 Guten, puren Stoff bekommt die FAZ von Verena Roßbacher serviert und jubelt vor Glück: "Ich war Diener im Hause Hobbs" ist Sprachvaudeville, Kunstbetriebssatire und Whodunit in einem. Die NZZ begegnet in Taqi Akhlaqis Erzählungen aus Kabul Taliban, Attentätern und Papageien, die Nietzsche rezitieren. Die FR lässt sich von Martina Hefters Lyrikband "Es könnte auch schön werden" ins Pflegeheim locken. Die SZ liest Reiner Kunzes neue Gedichte voller Melancholie und Zuversicht.
Mittwoch, 15.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
15.08.2018 In der taz erzählt die rumänische Aktivistin Elena Calistru, warum sie eine Orbanisierung ihres Landes fürchtet. Netzpolitik und correctiv.org erzählen, wie die Brexiteers mit "Dark Ads" auf Facebook operierten. Der Bund der Steuerzahler will ein Ende der Staatsleistungen an Kirchen, meldet hpd.de. Das Problem könnte sich demnächst erübrigen, fürchtet die FAZ. Die Salonkolumnisten erinnern daran, dass Eugenik auch in Amerika einst populär war.
Efeu - Die Kulturrundschau
15.08.2018 Nach Bekanntgabe der Longlist für den Buchpreis stimmt der Tagesspiegel verhalten in den Lobgesang auf die deutsche Gegenwartsliteratur ein. Die Berliner Zeitung erinnert an die innige Poesie des DDR-Liedermachers Gerhard Gundermann. Die taz reiht sich ein in die planetarische Monster-Internationale des dänischen Künstlers Asger Jorn. Die Welt verirrt sich mit Hans Kollhoff in den toten Ecken eines Berliner Neubau-Quatiers. Und die NZZ weiß: Agglomeration ist nicht Vorstadt, sondern cool, tough, bad.
Medienticker
15.08.2018 Aktualisiert: E-Newspaper: Das Ende der gedruckten Tageszeitung? - Was machen Zeitungen online besser als Radiosender?, fragt sich James Cridland - Selbstversuch: Jetzt auch auf Twitter & Es ist die Hölle - Print on Demand: Schweizer Buchzentrum kooperiert mit BoD - Bücherpreise sinken im Jahresvergleich - Selfpublishing: Nicht alles ist Schund - Longlist Deutscher Buchpreis 2018: "Überraschendes und Erwartbares".
Bücherschau des Tages
15.08.2018 Man muss nicht so optimistisch sein wie Aladin El-Mafaalani was Integrationsfortschritte angeht, aber seinen humorvollen und entspannten Umgang mit dem Thema kann die FAZ nur empfehlen. Die NZZ rühmt Christoph Heins "Verwirrnis" als faszinierenden Bildungsroman über Patriarchalität und Züchtigung, Doppelleben und anderen Leiden. Die taz liest magischen Realismus aus Mumbai: Rahman Abbas' "Die Stadt, das Meer, die Liebe". Die FR empfiehlt Maria Cecilia Barbettas Roman "Nachtleuchten", eine argentinische Geschichte 1974/75 von unten.
Donnerstag, 16.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
16.08.2018 Das Zeitalter des Islamismus beginnt parallel zum Zeitalter der Ideologien in Europa, sagt der Islamwissenschaftler Thomas Bauer im Tagesspiegel. Stimmen für den Populismus kommen keineswegs nur von sozial Kaltgestellten, zeigt politico.eu am Beispiel Polens. Die Zeit fragt sich, ob der Kolonialismus wirklich an allem schuld ist. Ohne Demokratie wird's nirgends besser werden, meint die Welt. Und in der NZZ staunt Michael Ignatieff über den Regionalismus der digitalen Eliten.
Efeu - Die Kulturrundschau
16.08.2018 Die Welt bewundert dänisches Design. Der Freitag sitzt im Städel Museum Menschen an Bushaltestellen gegenüber, die Ursula Schulz-Dornburg in aller Welt fotografiert hat. In der NZZ fragt der Chicagoer Philosoph Jason Hill anlässlich der Debatte über kulturelle Aneignung: Welche authentische Erfahrung mit Sklaverei hat ein heutiger Afroamerikaner? In der Berliner Zeitung lernt der Techno-DJ Henrik Schwarz Sounddesign von dem niederländischen Metropole Orkest. Und in der SZ erzählt der syrische Schriftsteller Adel Mahmoud vom Fund eines Notizhefts mit Briefen von Kindern.
Medienticker
16.08.2018 Aktualisiert: US-Zeitungen gegen Trump: "Wir sind nicht die Feinde des Volkes" - Zeitungskrise in den USA: Neuanfang mit Schleudertrauma - DSGVO: Tschüss Google, Tschüss Tracking? - Sportjournalismus: Neutrale Berichterstatter als Spiegel der Kritik? - Wie frei ist die Kunst? Gefährdet politische Korrektheit die Autonomie der Künstler? - Huch, Agathe: Kommentarfunktion auf Medienseiten + Alles Gute zum Muttertag: Madonna zum Sechzigsten.
Bücherschau des Tages
16.08.2018 Als spannenden Hollywood-Thriller und kluges Plädoyer für Diplomatie liest die Zeit Ronan Farrows Buch über den Wandel der amerikanischen Außenpolitik. Außerdem hat sie selten so "jugendlich schlank" über letzte Dinge gelesen wie in Adolf Muschgs Fukushima-Roman. Auch Reiner Kunzes neue Gedichte sind längst "kein Greisengemurmel", findet die FR. Die NZZ erfährt bei Yavuz Baydar, dass nicht nur Erdogan zum Niedergang der türkischen Demokratie beigetragen hat. Und die SZ träumt von Liebesglück mit Michael Kumpfmüllers Roman "Tage mit Ora".
Freitag, 17.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
17.08.2018 Eklat in der Pop-Kultur: Beim Festival dieses Namens brüllten Israelboykottierer eine Diskussion über Wohl und Wehe des Israelboykotts nieder. Alle Berliner Zeitungen berichten von der "traurigen Vorstellung". Berlin hat noch ein Problem: Wohin mit den 40.000 Neubürgern pro Jahr? Die taz bilanziert. Und Google-Mitarbeiter protestieren laut The Intercept gegen "Dragonfly", den Plan, den chinesischen Markt mit eine zensierten Suchmaschine zu erobern.
Efeu - Die Kulturrundschau
17.08.2018 Die SZ lernt in Kopenhagen von Rem Koolhaas, was urbane Dichte ist. Eine Ablehnung oder Ausladung ist nicht Zensur, schreibt die neue musikzeitung den Schneeflöckchen ins Stammbuch. Das neue "Fotolot" stellt die Arbeit der Fotografin Vanessa Winships vor. Das Port Magazine feiert den apokalyptischen Glamour der Künstlerin Laure Prouvost. Und: alle trauern um die große Aretha Franklin.
Medienticker
17.08.2018 Der heutige Medienticker (17.8.) kann leider wg. techn. Probleme erst am Samstag (18.8.) online gehen ...
Bücherschau des Tages
17.08.2018 Die FAZ reist fasziniert mit den Skizzenbüchern der Grande Dame der Nouvelle École de Paris, Francoise Gilot, durch Venedig, Indien und den Senegal. Die SZ liest Weltliteratur mit María Cecilia Barbettas Roman über die Zeit des Anbruchs der Militärdiktatur in Argentinien. Für ein "Meisterwerk" hält sie auch George Eliots Roman "Silas Marner". Die FR staunt, wie Sebastian Schoepp Erfahrungen aus dem Pflegesystem mit den verborgenen Traumata der Kriegsgeneration verbindet.
Samstag, 18.08.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
18.08.2018 Schafft die Ruhrtriennale einfach ab, fordert die Welt. In der FAZ erklärt der Schriftsteller Murathan Mungan, wie man im Türkischen homosexuelle Liebesgeschichten erzählt, ohne dass die Leser es merken. Die taz trifft sich mit Ex-Punk und Bankräuber Gilles Bertin in Toulouse. In der taz erklärt Andreas Dresen, warum er einen Film über Gerhard Gundermann machen wollte. Und die SZ träumt vom Leben im Ko-Dorf.
9punkt - Die Debattenrundschau
18.08.2018 In der Welt glaubt Robert Menasse: Ohne die Briten und ihre Sonderstatus aus Privilegien und Aunahmen wird die EU viel besser dastehen! Die taz besingt den tragischen Helden Alexis Tsipras, der nicht nur Griechenland, sondern auch die Eurozone rettete. Netzpolitik erklärt die Ideologie von Blockchain. Die FAZ wirft einen Blick auf die neue Industriekulturindustrie. Und in der NZZ bekennt Giorgio Fontana: Im Elfenbeinturm lernt man, der Rhetorik zu misstrauen.
Bücherschau des Tages
18.08.2018 Die FAZ lernt die Schönheit des Scheiterns kennen mit Fredrik Sjöberg, Lotte Laserstein und Olof Agren. Die SZ streift mit Curt Moreck vergnügt durch das Berliner "Sündenbabel" der Dreißiger und entdeckt Fotos von Godard'scher Qualität. Nicht der Islam, sondern die Eliten gefährden die Demokratie, lernt die FR von dem Soziologen Michael Hartmann. Die taz fordert mit Max Czollek: "Desintegriert euch!" Und die Welt bewundert Drastik und Originalität in Helene Hegemanns "Bungalow".
Montag, 20.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
20.08.2018 Bei politicalcritique.com schildert Agnes Heller, wie die "Refeudalisierung" die Machtverhältnisse zwischen Politik und Ökonomie auf den Kopf stellt. Und Orbans Ungarn ist das Beispiel. Die Welt hofft auf einen "virtuellen Euromaidan" für Oleg Senzow. Für den Guardian zeigt der Brückenkollaps von Genua ein tiefes italienisches Problem auf. Im Standard erklärt Armin Nassehi, was das Rechte ist, das in einer sozialdemokratisierten Politik immer schon vorausgesetzt wird.
Efeu - Die Kulturrundschau
20.08.2018 Bei den Salzburger Festspielen wirft Ulrich Rasche mit den Persern" von Aischylos eine gewaltige Kriegsmaschinerie an. Politisches Theater auf der Höhe Zeit nennt das die Nachtkritik. Die Welt sieht Jammer und Schauder voll im Trend. Die SZ fragt jedoch, ob wir das Denken allmählich satt haben. In der NZZ beklagt der polnische Künstler Artur Zmijewski die politische Überfrachtung der Kunst. Und die taz erinnert sich an das gemütlich-ramschige Berlin, durch das Franka Potente als Lola vor zwanzig Jahren rannte.
Medienticker
20.08.2018 Aktualisiert: Buchkrise: Wie eine Branche sich neu erfindet - USA: Schmutziger Krieg gegen die freie Presse - Türkei: Ausreisesperre gegen Mesale Tolu aufgehoben - Demonstration: Polizei nimmt Personalien von Journalisten auf - Widerspruch erfolglos: Facebooks halbherziger Kampf gegen den Hass & sperrt andere, weil sie eine Hassmail zitieren - Stefan George: Hinterm Horizont geht's weiter + "Stairway To Heaven": Robert Plant zum Siebzigsten.
Bücherschau des Tages
20.08.2018 Die SZ begibt sich mit Norbert Millers "Marblemania" auf faszinierende Kavaliers- und Kunstkaufreisen quer durch Europa. Die taz staunt, wie Hannes Bajohr alten Texten neue lyrische Ausdrucksmöglichkeiten ablauscht - und ganz nebenbei das "Betriebsgeheimnis" der Brüder Grimm lüftet. Die FAZ bespricht neue Hörbücher und empfiehlt nachdrücklich Leon de Winters Geheimdienstthriller "Geronimo".
Dienstag, 21.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
21.08.2018 Die taz erinnert in einem Dossier an den vor 50 Jahren niedergeschlagenen Prager Aufstand und die beschämende Reaktion westeuropäischer Linker. Am Scheitern eines organischen Wandels 1968 leidet Osteuropa noch heute, meint die NZZ. Auch die "Intelligenzberufe" werden demnächst von Maschinen übernommen, warnt Richard David Precht auf Dlf-Kultur. Microsoft-Forscher Glen Weyl dient sich auf Zeit online als Datenschützer an. Warum Netflix keine deutsche Konkurrenz hat, erklärt die SZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
21.08.2018 Die FAZ verzweifelt an Berlins gedenkpolitischem Unverstand, der sich gerade am Checkpoint Charlie manifestiert. Die SZ sorgt sich um das austrocknende Gartenreich Wörlitz. Mit düstersten Klängen besingt die Welt das Bauhaus in Dessau. Der Tagesspiegel muss sich trösten: Hedy Lamarr hatte so viel Schönheit und Intelligenz, da wird sie ein mittelprächtiges Filmporträt verschmerzen. Und der Guardian beteuert: Mit ihrer Diversität setzen die Hugo Awards für Science-Fiction- und Fantasy-Literatur Maßstäbe.
Medienticker
21.08.2018 Literaturstreit und Medieninszenierung: Über die Affektivität von Feuilleton-Debatten & ihr Echo im Internet - Zukunft der Tageszeitung: Der Printjournalismus ist lebendig, meint Heribert Prantl - Urteil: AfD-Buch wird nicht geschwärzt - Unabhängige Verlage: Monika Grütters will kleine Verlage unterstützen - Netzpolitik: Google wird geklagt wegen heimlichen Speicherns von Standortdaten - Sport-Dokus: Nicht mit Journalismus zu verwechseln + Der weite Weg zur absoluten Gewissheit.
Magazinrundschau
21.08.2018 Der Guardian resümiert, wie gründlich die BDS-Kampagne in dreizehn Jahren das Koordinatensystem im Nahen Osten zerschossen hat. Eurozine singt ein Loblied auf die Kritikerinnen des feministischen Mainstreams. HVG beobachtet, wie Orbans Oligarchen in den Medien auf Skalpjagd gehen. Rue 89 lädt zum Essen mit Baron Samedi und Maman Brigitte. Der New Yorker feiert mit Alex Katz die Sensation der äußeren Erscheinung. Künstliche Intelligenz mag effizient sein, erkennt der New Statesman, aber sie ist nicht demokratisch. Auf Paley Matters lernt Alan Moore mit Agent Nummer 6, wie höllisch klug die Arbeiterklasse ist.
Bücherschau des Tages
21.08.2018 Die FR begibt sich mit dem Anthropologen Gilles Reckinger nach Kalabrien, um die Ausbeutung afrikanischer Migranten auf Italiens Plantagen zu erkunden. Als Poeten der Finsternis rühmt die FAZ den koreanischen Erzähler Lim Chul Woo. FAZ und NZZ loben auch sehr Inger-Maria Mahlkes Teneriffa-Roman "Archipel". Die SZ freut sich über die Wiederentdeckung von Schleiermachers "Ästhetik". Die taz staunt, wie Michael Ruetz seine eigenen Bilder von 1968 dekonstruiert.
Mittwoch, 22.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
22.08.2018 Die katholische Kirche war stark im Missbrauch von Kindern, aber wird sie auch stark in der Aufarbeitung sein? Medien zweifeln nach den neuesten Nachrichten. Der Tagesspiegel fragt, warum der tschechische Staatspräsident Milos Zeman lieber nicht über den Prager Frühling reden möchte. Wo es in Deutschland verstärkte Facebook-Nutzung gab, gab es auch verstärkt Attacken auf Flüchtlingsheime, berichtet die New York Times. Warum tritt in Angela Merkels neuem "Digitalrat" niemand fürs offene Netz ein, fragt Netzpolitik.
Efeu - Die Kulturrundschau
22.08.2018 Ziemlich lustig und bemerkenswert versöhnlich finden die Feuilletons Spike Lees wilde Geschichte "Blackkklansman" über den schwarzen Polizisten, der sich einst beim Ku-Klux-Klan einschmuggelte. In höchster Klimaverwirrung kuschelt sich die NZZ ins Kojotenfell. Die SZ erlebt in Roms Maxxi die gleißende Unruhe afrikanischer Megacities. Auf ZeitOnline erkennt Florian Werner: Die große Retromania ist passé.
Medienticker
22.08.2018 Aktualisiert: Umbau beim Spiegel: Neues Chefredakteurs-Trio - Buchmarkt: 200 neue Bücher pro Tag: Wer soll das alles lesen? & Was Leser von Autoren am dringendsten wissen wollen - Soziale Medien: Online-Comedian Blogger Schlecky Silberstein rechnet mit dem Internet ab - Fake News: Facebook löscht Hunderte Konten aus Iran und Russland - Twitter-Studie: Im Zeichen des Hashtags + Gamescom beginnt & Computerspielebranche hofft auf staatliche Förderung.
Bücherschau des Tages
22.08.2018 Die SZ lässt sich von Masande Ntshanga auf eine urkomische Reise ins Kapstadt der Nullerjahre zwischen Künstlerpartys, Post-Apartheid und Nietzsche mitnehmen. Die FAZ staunt über die präzisen Pflegeheim- und Literaturbetriebsschilderungen in Hilmar Klutes Romandebüt "Was dann nachher so schön fliegt". Mit Carlo Rovellis "Ordnung der Zeit" kann sie sich auch für theoretische Physik begeistern. Die FR lernt Stürzen und Neuanfangen mit Tempodrom-Gründerin Irene Moessinger. Und die NZZ amüsiert sich mit Denis Johnsons Losern.
Donnerstag, 23.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
23.08.2018 In der taz plädiert der Anglistikprofessor Andrew James Johnston für pragmatische Unklarheit bei der Lösung des Brexit-Nordirland-Konflikts. Der Tagesspiegel untersucht das Verhältnis von Russland zu #aufstehen. Auch Papst Franziskus wird den Ruf der Katholischen Kirche - nach Missbrauchs- und Vertuschungsskandalen - bei seinem Besuch in Irland nicht retten können, meint der Guardian. Die NZZ fragt nach den Missbrauchsvorwürfen gegen Asia Argento: Wem soll man noch glauben? Die Welt plädiert dafür, das Thema übergriffige Frauen nicht zu tabuisieren.
Efeu - Die Kulturrundschau
23.08.2018 Die FAZ stellt bei der Greizer Karikaturen-Triennale fest: Seit den Anschlägen auf Charlie Hebdo haben die Karikaturisten ihren Biss verloren. Die Filmkritiker loben John David Washingtons "Blackkklansman" als sanfte und aufwühlende Collage über den Rassismus der Gegenwart und Andreas Dresens "Gundermann" als komplexes Sinnbild der DDR. In der NZZ kann sich Ruhrtriennalen-Intendantin Stefanie Carp die Kritik an BDS nur mit deutscher Schamgeschichte erklären. Außerdem blickt die NZZ wehmütig auf riesige Eiswaffeln und überdimensionale Damenbeine in Kalifornien zurück.
Medienticker
23.08.2018 Aktualisiert - JouWatch: Rechte Propaganda-Plattform sucht "Asyl" in Sachsen & Attacke auf Fernseh-Team in Dresden ging von LKA-Mitarbeiter aus - Lesekreise: Holtzbrinck Buchverlage starten Portal für Lese+Literaturkreise - Schieflage: Sascha Lobo über die Unwucht in unserer Wahrnehmung - Soko Hamburg: Das "Nachrichtenmagazin" bekommt eine neue Chefredaktion - Anti-Netflix? Wie sich YouTube Premium unterscheiden will + Ruhrtriennale: Steht die Freiheit der Kunst über allem?
Bücherschau des Tages
23.08.2018 Die FAZ stellt sich mit Davit Gabunia ans Fenster und beobachtet gebannt die georgische Gesellschaft im Umbruch. Vom Saufen und Huren in 94 unzensierten Gedichten von Charles Bukowski kann sie ebenfalls nicht genug bekommen. Die Zeit blickt mit Verena Roßbachers funkelnden Glasperlen in Schweizer Abgründe und mit Umberto Eco auf die irritierenden Phänomene Gegenwart. Und die SZ liest Michael Kleebergs Diwan als Generationenroman über Exil und Heimat.
Freitag, 24.08.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
24.08.2018 In der SZ erzählt Christoph Hein, wie kleinbürgerlich in der DDR mit Homosexualität umgegangen wurde. Putin lenkt den Laden, meint der Regisseur Spike Lee im Standard mit Blick auf die USA. Hyperallergic erlebt in Saarbrücken begeistert, wie feministische Künstlerinnen den männlichen Körper enttabuisieren. Und der Tagesspiegel lernt von der Band Family 5, wie gut Kraftwerk und die Ramones zusammenpassen.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.08.2018 In der Welt macht sich Massimo Riva von La Repubblica schon Gedanken für eine EU mit einer Kommissionspräsidentin Angela Merkel: Erster Schritt müsste der Ausschluss Viktor Orbans aus der Europäischen Volkspartei sein. Papst Franziskus wird in Irland nicht als Superstar empfangen, versichert politico.eu. Donald Trump verhält sich laut Atlantic.com wie eine Mafiaboss. Die SZ macht sich Gedanken zu Demokratie in digitalen Zeiten. Und Zeit online ruft mit Max Czollek: "Desintegriert euch!"
Medienticker
24.08.2018 Aktualisiert: Diskretion war einmal: Kundendaten rechtswidrig an Facebook gegeben - Rechtslage: Was dürfen Journalisten auf Demos? -- Google löscht 39 YouTube-Kanäle - NSA-Whistleblowerin Reality Winner zu fünf Jahren Haft verurteilt - Kriegsspiele: Ethikcode für die Virtuelle Realität gefordert & Erinnerungskultur bei der "Gamescom" 2018 + Wiener Ausstellung "Doppelleben": Wie bildende Künstler vom Virus Musik infiziert sind.
Bücherschau des Tages
24.08.2018 Die FAZ reist mit den eleganten Essays von Valentin Groebner auf der Suche nach Authentizität und Traditionen durch's "Retroland". Die NZZ verdankt einem neuen Handbuch einen veränderten Blick auf die Schweizer Reformation. Verändert schaut sie auch auf Didier Eribon nach der Lektüre von dessen Methodik. Und die Zeit lernt von Max Czollek, die radikale Vielfalt der migrantischen Gesellschaft anzuerkennen.
Samstag, 25.08.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
25.08.2018 Als "herrliche Zumutung" erleben die Kritiker Sasha Waltz' "Exodos" beim Tanz im August. In der FR erzählt der Regisseur Achim Freyer, was die koreanische Oper mit der DDR verbindet. Die Musikkritiker singen Leonard Bernstein Hymnen zum Hundertsten. In der NZZ erinnert der polnische Autor Artur Becker an den Dichter Zbigniew Herbert. Und die taz ist nach der Ausstellung "Berlinzulage" ganz dankbar, dass die anarchischen Berliner Achtziger vorbei sind.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.08.2018 Mit Erleichterung quittiert die NYRB, dass Spanien endlich den montrösen Franco-Schrein in El Valle demontieren will. Im Standard fordert Seyran Ates von den Spitzen Europas dem Populismus wieder Politik entgegenzusetzen. Slate.fr erklärt, wie die Neutrollisation den öffentlichen Raum entpolitisiert. In der FAZ träumt Peter Gauweiler von der Schweizwerdung Europas. Geschwindigkeit verdummt, warnt Seymour Hersh in der NZZ. Und die SZ fragt, ob amerikanische Comedy noch funktioniert.
Bücherschau des Tages
25.08.2018 Als großes Werk rühmt die Welt Michael Lentz' Roman "Schattenfroh" über einen Vater, Haustyrannen und sadistischen Oberbürokraten. Und David Graeber fragt sie: Was ist schlimm an "Bullshit Jobs"? Die taz erklärt den von Thomas Piketty herausgegebene Report über die weltweite Ungleichheit zur Pflichtektüre für Neoliberale. Hingerissen folgt sie Ally Kleins eigenwilligem "Carter" durch Berlin. Eisige Kälte weht der FAZ aus Helene Hegemanns "Bungalow" entgegen, die FR fragt sich allerdings, wohin die ganze Krassheit führt. Die NZZ liegt glücklich am Boden, nachdem Masande Ntshangas Roman "Positiv" sie ansprungen hat wie ein Raubtier.
Montag, 27.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
27.08.2018 Scharf rechnet Viktor Jerofejew in der FAZ mit mit den immer stärkeren Kräften in Europa ab, die sich an Wladimir Putin orientieren wollen. Bei hpd.de kritisiert der Historiker Rolf Bergmeier die Bundesregierung, die ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu Sterbehilfe entschlossen ignoriert. Religionskritik ist kein Rassismus, sagt Ahmad Mansour im Standard. Der Germanist Klaus Birnstiel liest den Fall Avital Ronell in der SZ als Anzeichen einer Intellektuellendämmerung.
Efeu - Die Kulturrundschau
27.08.2018 Der Filmdienst singt ein Loblied auf die Off-Festivals, die Filme jenseits aktueller Diskursinteressen zeigten. In der taz erkundet der spanische Comiczeichner Miguelanxo Prado die Folgen der Finanzkrise. Totale Illusion, lernt die FAZ in der Kunsthalle München, ist schlechte Kunst. Die Welt vermisst den kreativen Glanz in der Marke Sasha Waltz. Die SZ allerdings wünscht sich mehr Gärtnerinnen für den Tanz.
Medienticker
27.08.2018 Studie: Google sammelt deutlich mehr Daten als Apple - Netflix in Magenta:Telekom will mit offenem Streaming-Angebot Netflix und Amazon angreifen - "König des Broadway": Dramatiker Neil Simon gestorben & Broadway-Fiasko: Wie Leonard Bernstein mit einem Musical über Rassismus scheiterte - 30 Jahre Bologna-Reformen: Von wegen "Bildungsrepublik Deutschland" - Kinobesucher: Schlechtes 1. Halbjahr für deutsche Kinos + "Aliens? Mit denen musiziere ich schon": Jean-Michel Jarre wird 70.
Bücherschau des Tages
27.08.2018 Die SZ begegnet Bach, Marlon Brando und anderen melancholischen Machos in Wolf Wondratscheks Kaffehausplauderei "Selbstbild mit russischem Klavier". Die FAZ bespricht Kinderbücher: Reinstes Elternglück überkommt sie mit Oliver Jeffers Bilderbuch-Anleitung zum Leben auf der Erde "Hier sind wir". Alexandra Maxeiner kann Zaubern und Entzaubern, versichert sie nach Lektüre von "Karlas ziemlich fabelhaftem Glücksplan".
Dienstag, 28.08.2018
Magazinrundschau
28.08.2018 In Magyar Narancs erinnert Viktor Horváth an die ungarische Kollaboration bei der Niederschlagung des Prager Frühlings. Der New Yorker inspiziert Daniel Ortegas Wandel vom Revolutionär zum Autokraten. El Malpensante fordert: Guerrilleros zu Parkwächtern. In Eurozine fragt der ukrainische Philosoph Mykola Rjabtschuk die Tschechen, ob nur die Mitteleuropäer Freiheit verdienen. In Quietus erinnert sich Terence Stamp an sein Vorstellungsgespräch mit Pasolini für "Teorema". In Elet es Irodalom sieht László F. Földényi nur noch horizontales Verlangen, wo früher vertikales Heimweh war.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.08.2018 Nach den Ausschreitungen in Chemnitz erkennt der Historiker Volker Weiß bei Zeit online ein besonderes Problem im "illiberalen Freistaat" Sachsen. Angela Merkel sollte nach Chemnitz fahren und sich ein Bild machen, meint die taz. In der New York Times staunt Josh Glancy, dass Jeremy Corbyns antisemitische Äußerungen eher nach Virginia Woolf als nach antikapitalistischen Widerstandsbewegungen klingen. Und kann der Papst den Verdacht, dass er Homosexualität für eine Sache der Psychiatrie hält, tatsächlich dementieren?
Efeu - Die Kulturrundschau
28.08.2018 Dezeen und der Guardian lernen in Helsinki mit dem neuen Museum Amos Rex, wie aufmüpfige Architektur aussieht. SZ und Berliner Zeitung betrachten noch einmal den bunt blühenden Irrsinn der West-Berliner Kunst. Die taz vermisst auf dem Atonal-Festival die subkulturelle Wucht. Zeit Online erklärt das amerikanische Kino-Phänomen der "Rich Asian Americans". Und mit Riccardo Chailly ist nicht Claudio Abbado zum Lucerne Festival Orchestra zurückgekehrt, betont die NZZ .
Medienticker
28.08.2018 Aktualisiert: Im Schatten der Netzwelt: Pro Minute entstehen 500 Stunden Videomaterial auf YouTube, 450.000 neue Tweets auf Twitter, 2,5 Millionen Posts auf Facebook - Youtube: Nicht überspringbare Werbung wird ausgeweitet - Chefsessel oder Schleudersitz: Deutsche Chefredakteure - Pressefreiheit oder "Wir geben nicht auf!": Berichte über Sachsen, Hutbürger & die Polizei + Wie Goethe Tagebuch führte ...
Bücherschau des Tages
28.08.2018 An Peter Weiss, Thomas Mann und Boccaccio fühlt sich die FAZ erinnert, wenn Steffen Mensching in seinem Mammutroman "Schermanns Augen" die Geschichte des Krakauer Grafologen Rafael Schermann erzählt, der trotz hellseherischer Fähigkeiten im Gulag landete. Fragen nach Schuld, Liebe und Hass sieht die FR in Raja Alems Roman "Sarab" verhandelt, der vom Terror 1979 in Mekka erzählt. Als Liebeserklärung an die Menschen in Zeiten einer drohenden Diktatur preist die NZZ Maria Cecilia Barbettas Roman "Nachtleuchten".
Mittwoch, 29.08.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
29.08.2018 Neuestes aus Chaville liefert der Freitag im großen Interview mit Peter Handke. Die SZ stimmt auf das Filmfestival von Venedig ein, das heute Abend eröffnet wird und nur eine Regisseurin im Wettbewerb hat. Auf ZeitOnline wehrt sich Regisseur Sergei Loznitsa gegen den Vorwurf der Propaganda. Die taz erblickt Europas Schicksal in den Bildern des melancholischen Thessaloniki.
9punkt - Die Debattenrundschau
29.08.2018 Die Medien haben fast nur ein Thema: Chemnitz und die Folgen. Der Sozialpsychologe Klaus Ottomeyer schildert in der taz das explosive Zusammenspiel von Selbstviktimisierung und Instrumentalisierung eines Verbrechens. Die Salonkolumnisten beschreiben, wie die AfD in Sachsen eine Art Strategie der Sezession betreibt. Die Deutschlandfunk-Kommentatorin vermisst den Antifaschismus der DDR. Außerdem: In der taz fragt der Herero-Aktivist Israel Kaunatjike, warum Gebeine von ermordeten Herero nun ausgerechnet in einer kirchlichen Zeremonie zurückgegeben werden sollen.
Medienticker
29.08.2018 Aktualisiert: Angriff auf die Pressefreiheit: Strategie von rechts, denn immer wieder zeigen AfD- und Pegida-Demonstranten Journalisten an & stoppt rechtslastigen "Deutschland Kurier"- Standortdaten-Speicherung: Justizministerium verlangt Klarstellung von Google - Schwere Themen: Keine Angst vor E-Sport - Optimistisch, trotz alledem: Ronald M. Schernikau wiederentdeckt - Hörfunkinterview mit Wolf Wondratschek zum 75. Geburtstag + Wiener Aktionismus: Hermann Nitsch wird 80.
Bücherschau des Tages
29.08.2018 Jennifer Egans Roman "Manhattan Beach" über eine junge Taucherin in der Navy lässt die SZ gut unterhalten, aber leicht ratlos zurück. Die FAZ rühmt Michael Kleebergs Divan "Der Idiot des 21. Jahrhunderts" als Wunderbuch. Die FR feiert Isaku Yanaiharas Tagebuch-Aufzeichnungen über seine Zeit als Giacomettis Modell als kleine Sensation. Die NZZ bewundert Mela Hartwigs unnachgiebige Haltung gegen den NS-Fanatismus.
Donnerstag, 30.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
30.08.2018 Chemnitz kocht knapp noch, aber Sarrazin wird auch schon wieder heiß. Seine in einem neuen Buch geäußerte Kritik am Islam ist nicht fundiert, sind sich alle einig. Die SZ wirft ihm gar vor, den Koran nicht auf arabisch zu lesen. In der Zeit versteht Wolfgang Streeck alle Linken und besonders Sahra Wagenknecht, die um ihre "traditionelle, regional geerdete Lebensweise fürchten". In der NZZ prangert Kacem El Ghazzali den Neokolonialismus all jener an, die Menschenrechte für eine westliche Spezialität halten.
Efeu - Die Kulturrundschau
30.08.2018 Die Filmkritiker begleiten in Venedig Ryan Gosling ins All. Zeit online erstarrt vor dem zähnebleckenden Irrsinn, den Sergei Loznitsa in seinem Film "Donbass" bezeugt. In Kuba protestieren Künstler gegen das neue Gesetz 349, das eine staatliche Bewilligung für den Künstlerstatus voraussetzt, berichtet die taz. In der SZ stellt der Typograf Erik Spiekermann fünf neue Bauhaus-Schriften vor. Der Tagesspiegel besucht den Comiczeichner Jason Lutes, der nach 22 Jahre seine "Berlin"-Trilogie vollendet hat.
Medienticker
30.08.2018 Aktualisiert: Journalisten & Populismus: Sie wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen - Türkei: Deniz Yücel klagt auf Entschädigung für Inhaftierung - Bild.de: Gegen den neuen Männer-Kolumnisten ist Franz Josef Wagner ein Feminist - Über Fake News & unterschlagene Wahrheiten, räsoniert Heiner Flassbeck - 8,2 Milliarden: Bertelsmann wächst so stark, wie seit Jahren nicht mehr - Martin Heidegger: Eine Wahrheit über die Wahrheit - Florian Illies: Generation Golf übernimmt den Rowohlt-Verlag + Inszeniertes Wohnen: Verdrängung im Bücherregal.
Bücherschau des Tages
30.08.2018 Die FAZ empfiehlt wärmstens Paul-Henri Campbells Lyrikband "Nach den Narkosen". Die Aufzeichnungen des georgischen Schriftstellers Lewan Berdsenischwili aus dem Gulag der achtziger Jahre liest sie mit großer Sympathie als "philosophische Komödie". Keiner kann Horror so subtil wie Stephen King, versichert die SZ nach Lektüre von "Der Outsider". Wie man zum Essen verführt, lässt sich die NZZ vom Experimentalpsychologen Charles Spence erklären.
Im Kino
30.08.2018 In Sergei Loznitsas verstörendem neuen Film "Donbass" führt kein Filmschnitt verlässlich von A nach B. Susanna Fogels Agentenkomödie "Bad Spies" fehlt, einer gut aufgelegten Kate McKinnon zum Trotz, der letzte Wille zur Eskalation.
Freitag, 31.08.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
31.08.2018 Heute holen die Zeitungen zu Chemnitz nochmal aus. In der Welt erklärt Ines Geipel, wie "das Faschistoide" unter der Käseglocke der DDR-Öffentlichkeit gedeihen konnte. In der SZ erinnert Jan Kuhlbrodt daran, wie schon in der DDR die ausländischen Vertragsarbeiter rassistisch gemobbt wurden. Bei Spiegel online erinnert Jan Fleischhauer an die Hamburger Krawalle vor einem Jahr und den "schwarzen Block", der der Presse mindestens so übel mitspielt wie die Rechtsextremisten. Außerdem: Youtube zensiert Arte.
Efeu - Die Kulturrundschau
31.08.2018 Der Tagesspiegel verliebt sich bei den Filmfestspielen in Venedig in Alfonso Cuaróns "Roma", ein Viertel in Mexiko-City. Die nachtkritik stellt Schauspielerinnen vor, die erfolgreich ins komische Fach ausgebrochen sind. Die taz hört Punk von Tünay Akdeniz. Die NZZ betrachtet den Eiffelturm mit den Augen Robert Delaunays. Großschreibung statt kleinschreibung: Barbara Köhler prangt jetzt statt Eugen Gomringer auf der Fassade der Alice-Salomon-Hochschule. Die taz findet's demokratisch, die Berliner Zeitung selbstgerecht.
Medienticker
31.08.2018 Aktualisiert: Strategie: Bertelsmann macht IT-Riesen zu Partnern - Zurück in die grauen Jahre: Kunstfreiheit in Kuba eingeschränkt - Trailer: Youtube löscht Arte-Video über digitale Zensoren - Theaterstück des Jahres: Elfriede Jelinek ist die Königin der Saison - Deutsche Regionalkrimis: 3.995 Lokalkrimis und 765 Ermittler in 246 Regionen - TV-Interview: Gespräch mit Heinz Bude über soziale Gerechtigkeit - Vor 90 Jahren: Uraufführung von Brechts "Dreigroschenoper".
Bücherschau des Tages
31.08.2018 Die letzten Zeitungen reichen Kritiken zum neuen Sarrazin nach: Die FAZ zerlegt den Band gleich zwei mal, indem sie unter anderem den Kriminologen Thomas Feltes die Statistiken korrigieren lässt. Lieber den "Klartext" des Psychologen Ahmad Mansour lesen, der Strukturen in Migrantenfamilien aus der Innensicht beleuchtet, meint sie. Die SZ träumt vom Orient mit dem wieder entdeckten autobiografischen Bericht von Essad Bey. Die NZZ staunt, wie derb und maßlos Thomas Hürlimann in seinem neuen Schelmenroman "Heimkehr" plötzlich daherkommt.