Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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Samstag, 01.10.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Neuter ist das einzige Geschlecht

01.10.2022 Im Van Magazin ist die Komponistin Niloufar Nourbakhsh erleichtert, dass die Demonstrantinnen im Iran auch von Männern verteidigt werden. In Simbabwe wurden die Autorin Tsitsi Dangarembga und die Journalistin Julie Barnes zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt, weil sie bei einer friedlichen Demonstration Reformen gefordert hatte, berichtet Intellectures. Der Tagesspiegel freut sich über eine Compilation mit Soul und Funk aus dem Fundus des DDR-Labels Amiga. taz und SZ entdecken mit Begeisterung an den Münchner Kammerspielen die genderfluide Surrealistin Claude Cahun. Die FAZ freut sich über die späte Würdigung der Malerin Martha Jungwirth in der Kunsthalle Düsseldorfer.

9punkt - Die Debattenrundschau

Russland schrumpft

01.10.2022 Mit Brimborum feierte Wladimir Putin gestern seine Schein-Annexionen von Gebieten, die er noch nicht mal erobert hat, und befleißigte sich in einer "bizarren Rede" einer postkolonialen Rhetorik. Dieser Schein wahrt nicht mal den Schein, konstatiert Anne Applebaum in Atlantic. Oksana Sabschuko ist im Standard zuversichtlich, dass Russland zerfällt. Alexei Nawalny entwickelt in der FAS Perspektiven für Russland als parlamentarische Demokratie. Zeit online führt außerdem ein sehr instruktives Interview mit dem Politologen Angelo Bolaffi über Italien nach den Wahlen.

Bücherschau des Tages

Wie Kafka auf LSD

01.10.2022 Vielleicht hätte sich der NSU verhindern lassen, hätte man seinen Vorgänger im Geiste, die sogenannte "Wehrsportgruppe Hoffmann" ernster genommen, überlegt die taz nach Lektüre von Uffa Jensens "Ein antisemitischer Doppelmord". Die FAZ liest gebannt Giles Miltons Geschichte vom "Inferno von Smyrna". Die Welt fällt mit dem Erzählband "Melancolia" unvermittelt in den Erzählkosmos Mircea Cartarescus. Der Dlf verliert sich mit Lara Williams' "Die Odyssee" im gruseligen Alltag einer Angestellten auf einem Kreuzfahrtschiff.

Dienstag, 04.10.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Für das Tanzen auf der Straße

04.10.2022 In der Berliner Zeitung blickt Slavoj Zizek voller Bewunderung auf die Proteste im Iran: "Frau, Leben, Freiheit" ist nicht #MeToo. Hubertus Knabe studiert für die FAZ alte Stasi-Dokumente über Wladimir Putins Dresdner Zeit. Das Interesse am Stierkampf lässt in Spanien deutlich nach, beobachtet die taz. Im Observer meldet Kenan Malik Zweifel an der Idee des "Gemeinwohls" an.

Efeu - Die Kulturrundschau

Grandios, wie das Orchester atmet

04.10.2022 Die FAZ macht das narzisstische, ästhetisch beliebige Aktivistentheater für den Publikumsschwund verantwortlich. SZ und Tagesspiegel fliegen derweil auf dem Zauberklangteppich davon, den Christian Thielemann beim "Rheingold" in Berlin vor ihnen ausbreitet. Georg Baselitz fragt laut SZ, was Adolf Zieglers NS-Schinken in der Münchner Pinakothek neben Picasso verloren hat. Die NZZ schwelgt in Begeisterung für Gabriele D'Annunzio.  In Profil spricht Regisseur Ulrich Seidl über die Dreharbeiten zu seinem Film "Sparta", für die ihn der Spiegel beinahe in Verruf gebracht hätte.   

Medienticker

Begegnung mit den Geistern

04.10.2022 Aktualisiert: : Regula Venske ist die neue Generalsekretärin des PEN International - Literarischer Lebenslauf: ein Gespräch mit Lutz Rathenow über sein Leben "Trotzig Lächeln und das Weltall streicheln"- Epoche, Stil, Kitsch? Über Christiane Wiesenfeldts Anfänge der Romantik in der Musik - Gespräch mit dem Pianisten Michael Wollny über seine neue Platte "Ghosts" + Mark Lehmstedt über die Geschichte der Buchregister: Die Rückbesinnung auf alphabetische Ordnungssysteme

Bücherschau des Tages

Üble Pointe

04.10.2022 Die SZ spürt in Büchern von Sabine Adler und John Sweeney nach, wie Putin zum  perfiden und grausame Herrscher aufstieg und wie Deutschland dabei mithalf. Der DlfKultur verfällt mit Ray Lorigas Roman "Kapitulation" der Verlockung des Konformismus. Die FAZ liest Krimis, darunter Cherie Jones' schaurige Geschichte aus Barbados "Wie die einarmige Schwester das Haus fegt".

Mittwoch, 05.10.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Nicht Nein zu sagen zu können gegen die Unterdrückung

05.10.2022 Gilda Sahebi erklärt in der FAZ, warum die Ajatollahs im Iran so sehr auf der Einhaltung ihrer religiösen Gebote bestehen: Es bringt ihnen eine Menge Geld. Masih Alinejad erzählt auf Twitter die Geschichte der 17-jährigen Nika Shakarami, die bei den iranischen Protesten verschwand, bis die iranische Polizei ihre Leiche zurückgab. Religion hat sehr wohl etwas mit Religion zu tun, schreibt Ahmad Mansour an die Adresse Annalena Baerbocks in der NZZ. Für Peter Pomerantsev in Time wird der Keller zum Sinnbild des Krieges, der gegen die Ukraine geführt wird, in der Realität und als Metapher.

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein Crêpe-Stoff wird zur Baumrinde

05.10.2022 Die taz lernt in Paris, die surrealistischen Täuschungsmnöver der Modeschöpferin Elsa Schiaparelli zu bewundern. FAZ und Berliner Zeitung verfolgen Berlin weiter, wie Dimitri Tcherniakov Wagner die Poesie austreibt. Der Standard  erzählt von Philippe Jordans schrillem Abgang von der Wiener Staatsoper. Die SZ blickt mit Ulrich Seidl in "Rimini" auf das Elend eines abgehalfterten Schlagerstars. Trauer herrscht über den Tod der Countrysängerin Loretta Lynn. 

Medienticker

Nein zum Zensurgesetz

05.10.2022 Proteste in der Türkei: Journalisten verurteilen geplantes Gesetz gegen Desinformation - Ray Loriga über die Terrorherrschaft der radikalen Vernunft - Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten oder Precht & Welzer knacken den Jackpot - Die Stimme der Selbstermächtigung: zum Tod von Country-Star Lynn - The Sound of Bond: Vor 60 Jahren hatte der erste James Bond-Film Premiere + Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase ist tot.

Bücherschau des Tages

Rausch durch die Zeiten

05.10.2022 Roman eines Radiomoderators und doch viel mehr als ein Musikroman ist Juri Andruchowytschs "Radio Nacht", nämlich ein Roman über Dissidenz und die postsowjetischen Länder, versichert euphorisch die taz. Reinstes Leseglück findet die FR in einer vierbändigen Anthologie spanischer und hispanoamerikanischer Lyrik. Dlf Kultur erkundet mit Stefan Mosters "Das Fundament des Eisbergs" durchfroren aber glücklich die Arktis. Die FAZ durchlebt mit Rafael Chirbes' Tagebüchern das Drama des sich als ungenügend empfindenden Schriftstellers.

Donnerstag, 06.10.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Zu keiner Zeit freiwillig

06.10.2022 "Und dann wickeln sie dich wieder in einen Schleier, um zu verstecken, was sie dir angetan haben", sagt Nasrin Sotudeh im Gespräch mit der Zeit. In der FAZ und der NZZ wird über das Thema Integration nachgedacht. In scharfem Ton fordert der polnische Journalist Grzegorz Jankowski in der Welt die deutsche Regierung auf, die polnischen Reparationsforderungen von 1,3 Billionen Euro zu akzeptieren. Auch Ronen Steinke findet die polnische Forderungen in der SZ keineswegs abwegig.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Referenzen sind mörderisch

06.10.2022 Wer wird heute den Literatur-Nobelpreis erhalten? Das Komitee winkt auf Twitter schon mal mit dem Zaunpfahl. Der Tagesspiegel schaut in der Hamburger Kunsthalle auf den Atem. Die "weißen Boomer" sind schuld, dass die Jugend so woke ist, befindet die Dramaturgin Sabine Reich in der nachtkritik. Teodor Currentzis hat nie eine weltanschauliche Affinität zum russischen Regime erkennen lassen, insistiert das Van-Magazin, der Tagesspiegel widerspricht. Und nach dem Tod Godards verabschieden die Zeitungen mit Wolfgang Kohlhaase ein weiteres "wichtiges Kapitel der Nachkriegsfilmgeschichte".

Medienticker

Wenn Gefühle Wörter werden

06.10.2022 Aktualisiert: Der diesjährigen Literatur-Nobelpreis geht an Annie Ernaux - Kulturministerien wollen Honorare in Kunstszene besser sichern  - Stephan Krass über Radiozeiten. Vom Ätherspuk zum Podcast oder Konkurrierende Stimmen um Wahrheit und Wirklichkeit + Auf Klangreise gehen mit dem Musikbuch "Schöner fremder Klang".

Bücherschau des Tages

Knochenharte Poesie

06.10.2022 Als Riesenentdeckung feiert die FAZ die Europa-Berichte des afroamerikanischen Soziologen W. E. B. Dubois. Linda Boström Knausgard ist ihrem Mann mindestens ebenbürtig, hält die NZZ nach der Lektüre des beklemmend schönen Romans "Oktoberkind" fest. Nachdrücklich empfiehlt die SZ Jörg Bongs Gesang auf die deutsche Revolution 1848. Der Dlf tritt mit Rolf Haufs eine Erinnerungsreise in die Westberliner Exklave "Steinstücken" an.

Freitag, 07.10.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Minimal östliches Aussehen

07.10.2022 Putin verheizt für seinen Krieg mit Vorliebe Angehörige ethnischer Minderheiten. Die FAZ stellt die Aktivistin Alexandra Garmaschapowa vor, die sich dagegen wehrt. Anne Applebaum erzählte bei einer Rede, die in der SZ abgedruckt ist, wie sie die Hoffnung aufgab, dass Menschen aus Geschichte lernen. Die Welt fragt, was der Ukraine-Krieg für Xi Jinping bedeutet.

Efeu - Die Kulturrundschau

Etwas quälend Radikales

07.10.2022 In den Zeitungen herrscht einhellige Zufriedenheit mit dem Literaturnobelpreis für Annie Ernaux: Ausgezeichnet wird eine feministische Ikone der ersten Stunde, meint die FAZ, der Preis geht dieses Jahr an das "Schäbige, das Eiskalte, das scharf Blutende", freut sich die taz. NZZ und FAZ sind zudem glücklich, dass das Komitee keine politische Entscheidung getroffen hat. Außerdem: Museen werden heute als "Raubritterburgen" betrachtet, in denen Inklusion die Exklusion abgelöst hat, klagt die SZ. Die FAZ erkundet mit Ana Lily Amirpours "Mona Lisa and the Blood Moon" die Wirklichkeit.

Medienticker

Fühlen vs. Wissen

07.10.2022 Aktualisiert: Friedensnobelpreis für Aktivisten aus Belarus, Ukraine & Russland  - Die Wahrheit der Körper erforschen: Interviews mit Annie Ernaux - Entwickeln wir uns zu einer Emotionsgesellschaft? - Macht Freiheit arm? - Prekäre Verhältnisse in aktueller Kunstproduktion + Im Gespräch mit Anatol Regnier -  Zum Tod von Günter Lamprecht: Ein Künstler, der den Existenzkampf kannte + die TV+Hörfunk-Tipps.

Bücherschau des Tages

Zerfall einer kleinen heilen Welt

07.10.2022 Erschüttert und gespannt liest die FR Lize Spits Geschichte einer Depression. Der Dlf Kultur nähert sich mit dem Physiker Guido Tonelli geradezu spielerisch dem Phänomen der Zeit, versinkt mit Stephan Krass in "Radiozeiten" und blickt mit  Gunilla Palstierna-Weiss in den Abgrund des Todes. Die FAZ lernt mit Rosa Schapire die Förderin von Karl Schmidt-Rottluff kennen. Stutzig macht sie, dass sich Francis Fukuyama in seinem neuem Buch mit keinem Wort mit seinem Bestseller auseinandersetzt.

Samstag, 08.10.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Grübeleien über den Zustand der Welt

08.10.2022 Die FAZ blickt an Tag zwei nach dem Literaturnobelpreis doch mal näher auf Annie Ernauxs politisches Engagement für das Kopftuch und den BDS. In der NZZ fürchtet sich Daniel Kehlmann vor der Zukunft. Auch die Welt fürchtet sich: Vor dem konservativen Backlash, der jetzt auch Polens Museen erreicht. Der Guardian feiert mit Soheila Sokhanvari in London die Großmütter der aktuellen Proteste im Iran. In der FAZ erzählt Thomas von Steinaecker von den Herausforderungen, einen Film über Werner Herzog zu drehen. "Popmusik muss kein Bundespräsident sein", lernt die Zeit von den Nerven.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ihr Königreich der Unterdrückung endet

08.10.2022 Der Friedensnobelpreis für Ales Bjaljazki, CCL und Memorial hat in der Ukraine Kritik ausgelöst. taz und FAZ widersprechen vehement und würdigen neben der ukrainischen NGO dezidiert auch die Menschenrechtsaktivisten in Russland und Belarus. Im Guardian erklärt Brian Milakovsky, wie sich die Ukraine die Loyalität der russischsprachigen Bevölkerung erarbeite. Auf ZeitOnline fordert Meral Şimşek mehr Solidarität mit den Frauen und Kurden im Iran. Und Atlantic verabschiedet sich vom GIF.

Bücherschau des Tages

Sinnhäppchen

08.10.2022 Die FAZ erkennt trotz der Facebook-Posts und Fotos, die Serhij Zhadan seit dem Krieg gegen die Ukraine in seinem neuem Buch versammelt hat, noch immer dessen unerschütterlichen Optimismus. Außerdem stattet sie Anita Albus einen Besuch im „Affentheater“ ab. Die taz lernt Rafael Chirbes in dessen Tagebüchern von dessen selbstzerstörerischer Seite kennen und streift mit Andrei S. Markovits durch das Rumänien der Fünfziger. Der Dlf verliert sich mit Sergio Del Molino im leeren Spanien. Und die FR blickt mit Kerstin J. Jobst in die Geschichte der Ukraine.

Montag, 10.10.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Wo Männer ohnehin Mangelware sind

10.10.2022 Die Krise auf dem ukrainischen Schlachtfeld stärkt üble Gestalten wie den Gründer der Kampfgruppe Wagner Jewgeni Prigoschin und den Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow. Timothy Snyder leitet daraus in seinem Blog die Hoffnung ab, dass sich die Machtkämpfe nach Moskau verlagern. SPD-Altvordere haben aber auch noch in anderen Autokratien Potenzial, wie die FAS am Beispiel Rudolf Scharpings zeigt. In der NZZ beschreibt Sonja Margolina das demografische Problem Russlands. Die Zeitungen würdigen Bruno Latour, der im Alter von 75 Jahren gestorben ist.

Efeu - Die Kulturrundschau

Der Geschmack seiner glühenden Orangen

10.10.2022 Der Observer spürt in der Tate Modern dem Zauber Cézannes nach, der Farbe in Frucht verwandelte. Die Filmemacherin Aelrun Goettle erinnert an die schräge Buntheit, die sich vor dem Grauzonen der DDR ebenfalls prächtig abhob. Die Nachtkritik revoltiert in Dortmund mit Sibylle Berg gegen Digitalität und Diktatur. Tagesspiegel und SZ lassen sich die Begeisterung für Annie Ernaux auch durch ihre antiisraelischen Äußerungen nicht nehmen, die FR bekundet alelrdings ihre Enttäuschung.

Medienticker

Der politische Mensch

10.10.2022 Erfolgsgeschichte des Buches & die spanische Bestseller-Autorin Irene Vallejo - Jörg Plath über die Neuübersetzung von Witold Gombrowicz` "Ferdydurke" - Oliver Polak über seinen Episodenroman "L'amour numérique - Und täglich grüßt die Liebesgier" - Hörbuch-Kritik zu Thomas Manns "Buddenbrooks" - Buchhandel beklagt Umsatzrückgang - Barbara Vincken zur Kritik an Annie Ernaux - Schweizer Buchpreis 2022: Die fünf Nominierten + Malte Herwig über "Faking Hitler".

Bücherschau des Tages

Drohungen wirken immer

10.10.2022 Wut und Enttäuschung schlägt der FR aus Najat El Hachmis Roman "Am Montag werden sie uns lieben" entgegen.  Die NZZ lernt viel über den männlichen Blick, wenn Martina Clavadetscher den weiblichen Modellen männlicher Maler eine Stimme verleiht. Die SZ feiert Jörg Bongs Geschichte "Flamme der Freiheit", die den Revolutionären von 1848 ein Denkmal setzt. Mit frischer Begeisterung liest sie auch Maggie Habermans Trump-Buch "Täuschung". Stark findet der DlfKultur, wie Manja Präkels in ihren Essays "Welt im Widerhall" rechte Gewalt dokumentiert.

Dienstag, 11.10.2022

Magazinrundschau

Spukhafte Resonanz

11.10.2022 Atlantic untersucht die linke Cancel Culture in der amerikanischen Kunstwelt, der New Yorker das nationalistische Anschwärzen in Bollywood. Die New York Times berichtet, dass auch im franquistischen Spanien ärmeren Familien die Kinder geraubt wurden. In der LARB blickt Swetlana Alexijewitsch auf Russland und versucht zu begreifen, wie der Rote Mensch faschistisch wurde. Eurozine setzt auf die Wahrheit von Frauen über 45. In Elet es Irodalom erkennt der Philosoph Mihály Szilágyi-Gál, dass Schweigen dem Monotheismus der Macht dient. Der Merkur vermisst den künstlerischen Mehrwert der Documenta Fifteen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Reuegeld bezahlen

11.10.2022 Francis Fukuyama erklärt in verschiedenen Medien, warum die Geschichte doch nicht endete und warum man den Liberalismus vor sich selbst retten muss. Die NZZ geht den überraschenden und seltsamen Beziehungen der Moon-Sekte zur Spitze der japanischen Politik nach. Was den russischen Krieg so gefährlich macht, ist seine Ungenauigkeit, konstatiert der Guardian.

Efeu - Die Kulturrundschau

Kraft, Kraft und Kraft

11.10.2022 Zum Abschluss der "Ring"-Inszenierung an der Berliner Staatsoper lassen sich die Kritiker von Christian Thielemann in paradiesische Höhen leiten. Die SZ pocht darauf, dass gutes Stadttheater anders funktionieren muss als ein Rechtsrock-Konzert. Welt und FAZ würden gern mit Annie Ernaux über ihre Kritik am Staats Israel diskutieren, ihr Werk und den Nobelpreis sehen sie aber nicht beeinträchtigt. Für die NZZ geht die Geschichtsklitterung in Gina Prince-Bythewoods Historienspektakel "The Woman King" in Ordnung.

Medienticker

Zuhören als schöpferischer Akt

11.10.2022 Gespräch mit Nils Minkmar über seinen Roman "Montaignes Katze" & die französische Diplomatie im 16. Jahrhundert sowie über  die Nobelpreisträgerin Annie Ernaux  - Gespräch mit Herfried Münkler über sein Buch "Die Zukunft der Demokratie" - Buchmesse Frankfurt: Bloß kein zweiter Boykott & Wegnehmen statt hinzufügen: Rechte Verlage bei der Buchmesse.

Bücherschau des Tages

Schmerzspuren

11.10.2022 Eine wahre Hymne singt die NZZ auf Peter Nadas und seinen neuen Roman "Schauergeschichten": Hochintellektuell und von überschäumender Kraft findet sie ihn. Die FAZ folgt Anthony Burgess mit der Malaya-Trilogie durch den menschlichen und historischen Dschungel des britischen Kolonialismus. Der Dlf durchsteht mit Robert Menasses EU-Roman "Die Erweiterung" Beitrittsverhandlungen in Tirana. Und der der DlfKultur liest Witold Gombrowicz' Avantgarde-Roman von 1938  "Ferdydurke".

Mittwoch, 12.10.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Im trockenen Wind

12.10.2022 Die SZ verfolgt fasziniert, wie Ruben Östlund in seinem palmenprämierten Film "Triangle of Sadness" eine  Luxusyacht auf den Schmerzpunkt der Gegenwart zudonnern lässt. Die FAZ fühlt sich dagegen zum Lachen erpresst. Der Guardian lauscht der Melodie der Zerstörung, die Cecilia Vicuña in der Tate Modern anstimmt. Die FAZ lässt sich von Irene Vallejo den epischen Kampf zwischen Wissen und Macht erzählen. ZeitOnline bewundert die paradoxe Ästhetik des Rappers Ka. 

9punkt - Die Debattenrundschau

Erst ein bisschen kryptisches Geschwurbel

12.10.2022 Empört wendet sich Necla Kelek bei Cicero gegen die Behauptung Annelena Baerbocks, die Gewalt gegen Frauen im Iran habe "nichts mit Religion" zu tun. Die iranische Journalistin Niloofar Hamedi hat die Proteste im Iran durch ein Foto der Eltern Mahsa Aminis an ihrem Krankenbett ins Rollen gebracht - und wurde dafür ins Gefängnis gesteckt, so Reuters. Die SZ widmet sich abdriftenden Popgrößen wie Kanye West und Roger Waters - meist landen sie im Antisemitismus. Im Standard erklärt die Philosophin Hilge Landweer : Die Rechte hasst, die Linke ist empört.

Medienticker

Vom Selbst zum Akteur

12.10.2022 Kapitalismusdebatte: Der Purpose-Zug ist nicht aufzuhalten - Sechs Indies auf der Shortlist für den Verlagspreis - Bitkom-Umfrage: Wer liest eigentlich E-Books? -  Mobilitäts-Expertin &  die Auto-Korrektor; Katja Diehl im Gespräch.

Bücherschau des Tages

Die berühmteste Zensurliste der Welt

12.10.2022 Die FAZ empfiehlt nachdrücklich Serhii Plokhys Geschichte der Ukraine, "Das Tor Europas". Angst und bange wird ihr bei der Lektüre eines Kompendiums über die radikale Gedankenwelt der Esoterik. Wie Reformwillen in Reinheitswahn und Fanatismus umschlagen kann, lernt der beeindruckte Dlf in Ursula Frickers Roman "Gesund genug". Die FR liest mit großem Vergnügen "Das Dunkle bleibt", ein Krimi von William McIlvanney und Ian Rankin aus dem Glasgow der Siebziger. NZZ und FAZ würdigen den Roman "Tomás Nevinson" als prophetisches Schlusskapitel in Javier Marías' Werk.

Donnerstag, 13.10.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Ich urteile nicht. Niemals

13.10.2022 Die NZZ stellt den Schweizer Filmdebütanten Valentin Merz und sein Kino der Improvisation vor. Die FR blickt in der Schirn auf das reale indische Leben in den Fotografien von Gauri Gill. Der Tagesspiegel freundet sich in einer Sempé-Ausstellung mit einer Gruppe Handwerker an. Annie Ernaux versteht ihre Literatur selbst als politisch, erinnert die Zeit. An der Berliner Staatsoper können sich Zeit und NZZ ganz gut Christian Thielemann als Nachfolger Barenboims vorstellen. Die SZ besucht das Kabukiza von Ginza. Die taz hört Mutter.

9punkt - Die Debattenrundschau

En passant mal

13.10.2022 Die Berliner Zeitung und Cicero entblödeten sich nicht, dem Eurotroll Viktor Orban eine große Bühne zu geben. Heute stellt die Berliner Zeitung die Nachfrage: Sollte man Orban eine derartige Bühne geben?  Auch der Fußballclub 1. FC Union, eine weitere Institution des Berliner Ostens, schmückte sich mit dem Autokraten, berichtet die taz. Russland verliert nicht zum ersten Mal seinen Verstand: Viktor Jerofejew erinnert an das "Philosophenschiff", mit dem vor genau hundert Jahren Lenin jene Intellektuelle, die er nicht erschoss, in den Westen schickte. Die FAZ fragt außerdem: Wem gehört die Rabbiner-Ausbildung in Deutschland?

Medienticker

Intellektuelle Zeit

13.10.2022 Neonazi-Verlag "Der Schelm" vertreibt deutschlandweit - Zentralrat der Juden hält Nobelpreisauszeichnung für Annie Ernaux für "verstörend" - Bachs Tochter erzählt: Angela Steidele über "Aufklärung" aus Frauensicht - Arno Orzessek über Alexander Gallus über die Geistesarbeiter und Geistesgeschichte.

Bücherschau des Tages

Sehnsucht nach Selbstauslöschung

13.10.2022 Endlich mal wieder ein richtig schönes Duell, freut sich die taz, die Rayk Wielands überdrehten Roman "Beleidigung dritten Grades" verschlungen hat. Die FAZ ist hin und weg von einer vierbändigen Ausgabe mit spanischer und hispanoamerikanischer Lyrik. Die Zeit, deren Literaturbeilage heute erschienen ist, hat mit Isabel Fargo Coles "Die Goldküste" schon mal das schönste Sachbuch der Saison gelesen. Buch des Tages ist aber Peter Nadas' neuer Roman "Schauergeschichten", dem FAZ und Zeit ein Ständchen bringen: 600 Seiten Trostlosigkeit und mürrisches Personal - himmlisch, ruft die FAZ. Die Zeit, mit lauter Orban-Wählern konfroniert, ist ganz verstört, bekennt sie froh. (Alle Notizen zur Zeit-Beilage finden Sie hier.)

Freitag, 14.10.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Caritas bedauert

14.10.2022 Stellen Sie sich vor, es ist Krieg und alle laufen weg, sagt die belarussische Exiipolitikerin Swetlana Tichanowskaja bei politico.eu - sie glaubt nicht an einen belarussischen Einsatz in der Ukraine. Die AfD hätte auch gern was ab von dem schönen Staatsgeld, mit dem die anderen Parteien ihre "nahen Stiftungen" versorgen - der SZ graut davor. Jair Bolsonaro hat durchaus auch eine Basis bei den Armen und den Schwarzen in Brasilien, fürchtet die Historikerin Lilia Moritz Schwarcz im Spiegel.

Efeu - Die Kulturrundschau

Weiterführung der Linien

14.10.2022 Die FAZ taucht ein in Iris, Veilchen, Mohn, Chrysanthemen und Rosen und verliert sich schließlich im türkisfarbenen Himmel des Palazzo Massimo. Im Standard schießt Regisseur Ruben Östlund gegen das Arthouse-Kino. Der Filmfilter findet das gut so und freut sich, dass der Regisseur seine Figuren so richtig von Herzen fertigmacht. Grusel entsteht auf der Tonspur, lernt die taz in  Lucile Hadžihalilovics Horrorfilm "Earwig". Die SZ besucht einen Pavillon des Kommunisten Oscar Niemeyer auf einem Luxusweingut in der Provence.

Medienticker

Vom Selbst zum Aktivisten

14.10.2022 Aktualisdiert: Theaterpodcast #50: Theater versus Kritiker; ein uralter Konflikt verschärft sich - Literatur im Fernsehen - Gespräch mit Knut Cordsen über sein Buch "Die Weltverbesserer" oder Wie viel Aktivismus väerträgt die Gesellschaft? - Plagiate im Dritten Reich: Als Hitler das Kochbuch meiner Oma stahl - EDR: Mit drei Buchstaben gegen Hacker - Nachruf: Ralf Wolter ist tot + TV+Radio Wochend-Tipps

Bücherschau des Tages

Oberstimmen im Sprachkosmos

14.10.2022 Die FAZ folgt Ernst Strouhal gebannt durch vier Frauenleben im Wien des 20. Jahrhunderts. Mit Sergio del Molino begibt sie sich auf Streifzüge durch das "leere Spanien". Die SZ lauscht dem Sehnen eines ganzen Dorfes in Peter Nadas' "Schauergeschichten". Die FR möchte keine Seite missen in Daniela Dröschers Roman "Lügen über meine Mutter". Und der Dlf Kultur blickt mit Helene Bukowski auf die Traumata zweier Soldatinnen.

Samstag, 15.10.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Zentrum von der Peripherie her bearbeiten

15.10.2022 Heinrich August Winkler macht in der FR klar, warum Verhandlungen im Ukraine-Krieg zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich sind: Putin will nicht einlenken. Und ein "Einlenken" der Ukraine schüfe eine extrem gefährliche Situation. Verschiedene Medien schildern, wie schwer es Putin mit der Mobilisierung hat. Arnd Pohlmann fragt in Dlf Kultur, warum die hiesige Linke bei der Unterstützung der iranischen Frauen so zahnlos ist. Die FAZ erzählt, wie Frankreich dem Problem des Dschihadismus begegnet.

Efeu - Die Kulturrundschau

Funk in typisch persischer 9/8-Rhythmik

15.10.2022 Die FAZ und Dlf Kultur stellen neue Literatur aus Spanien vor, dieses Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse. Wer lernen will, wie man immer wieder seine Überzeugungen überprüft, lese Camus, empfiehlt die SZ. Die Berliner Zeitung geißelt die westdeutsche Verfilmung von DDR-Geschichte als kulturelle Aneignung. Die taz erinnert an die iranische Musik der Sechziger und Siebziger, die von Frauen geprägt war.

Bücherschau des Tages

Nach außen Gewölbtes

15.10.2022 Martin Kordićs zarter und leichter Roman "Jahre mit Martha" ist ein "literarisches Phänomen", findet die NZZ und stimmt in den Chor der Hymnen ein.  Die taz liest mit Faszination Will Eisners Comic "Das Komplott", in dem sich der Autor mit den "Protokollen der Weisen von Zion" beschäftigt. Der Deutschlandfunk liest mit Quim Monzó "Benzin" eine gelungene Satire auf den Kunstbetrieb. Und die SZ begibt sich mit Robert Menasse auf  der Suche nach "Erweiterung" Richtung Albanien.

Montag, 17.10.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Sanktionen aber entsprechen nicht unserem Interesse

17.10.2022 Während Russland Kiew mit Drohnen beschießt, ist sich der amerikanische General Ben Hodges in der FAZ sicher: Dieser Krieg ist ein Desaster für Wladimir Putin. Im Observer denkt Peter Pomerantsev über die Frage nach, ob Propaganda ein Verbrechen sein kann.  Die Frauenrechtsaktivistin Sahar Sanaie wünscht sich in der FR eine sehr klare Positionierung der EU-Außenpolitik zum Iran. In Afghanistan ist die Sache der Frauen bereits verloren, sagt die afghanische Psychologin Batool Haidari ebenfalls in der FR.

Efeu - Die Kulturrundschau

Wo etwas zu holen ist

17.10.2022 Der ukrainische Dirigent Jurij Kerpatenko ist in Cherson von russischen Soldaten erschossen worden, melden FAZ und Tagesspiegel erschüttert, weil er nicht für sie spielen wollte. Die taz erschauert mit Clemens Setz in Stuttgart unter dem pornoiden Blick. Die NZZ wünschte sich ein deutschsprachiges Theater, dass auch mal nachdenklich und kleinlaut werden könnte. Die SZ besichtigt das revidierte Emil-Nolde-Museum in Seebüll. In der FAZ setzt Verleger Lothar Schirmer seine Hoffnung für die Fotografie auf die Fräuleins aus dem Westen.

Medienticker

Kunst trifft Radio

17.10.2022 Das Geheimnis der RadioVASE - Francis Fukuyama über "Der Liberalismus und seine Feinde" - Kürzungen für das Goethe-Institut: Kino und Kontrolle: Filmemachen im Iran - TikTok und die Buchmesse: Buch und Performance + Pack's aus! Das Christo-und-Jeanne-Claude-Quiz

Bücherschau des Tages

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17.10.2022 Die FAZ taucht mit H.C.Artmanns Klangbuch "Um zu tauschen Vers für Kuss" in den kunstvoll bewegten Wörtersee. Der DlfKultur würde gern mit Wolf Lotter auf Eigensinn und Kreativität setzen statt auf die von Algorithmen getriebene Kreislaufwirtschaft der Dummheit.  Die SZ trifft mit Henriette Kaiser deutsch-jüdische Emigranten in Buenos Aires. Der Dlf liest Larysa Denysenkos "Alle meine Freunde" nicht als Statement für mehr Diversität, sondern einfach als schönes Kinderbuch.

Dienstag, 18.10.2022

Magazinrundschau

Die Ahnungslosen

18.10.2022 En attendant Nadeau skizziert Prousts zwiespältige Beziehung zum Judentum. In HVG wundert sich Peter Nadas wie lang der Westen seine Pose des Ahnungslosen gegenüber Putin durchhielt. In Eurozine blickt die russische Autorin Katja Margolis verzweifelt auf die Gefühllosigkeit ihrer Landsleute gegenüber der Ukraine. New Republik erblickt in Oslo die Bibliothek der Zukunft. Wired stellt den Versuch vor, ein Netzwerk linker Medien in den USA aufzubauen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Suppe essen, zuschauen und zuhören

18.10.2022 Der Buchpreis für Kim de L'Horizon bescherte dem Literaturbetrieb einen seltenen glamourösen Moment. Nicht alle sind von seinem aktivistischen Auftritt überzeugt, Tsp und SZ war er etwas überdeutlich, aber die Welt ist hingerissen von so viel Rimbaud-haftem Willen zum absolten Modernsein. FR und taz bereiten auch auf die morgen beginnende Buchmesse vor, die den Krieg in der Literatur wird verhandeln müssen. iIn der FAZ beschreibt Oleksandr Mykhed, wie Russlands Kriegsführung in Terror ausartet. Die SZ lernt mit Anne Lenk und Lessing, lachend ernst zu sein.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Vereinbarung mit dem Regime

18.10.2022 Die Iraner nennen ihre Kamikaze-Drohnen "Märtyrer", und die Russen setzen sie weiter in Kiew gegen die Zivilbevölkerung ein: Der Spiegel beschreibt das "Bündnis der Ausgestoßenen" Russland und Iran. Die New York Times lotet die Macht der iranischen Revolutionsgarden aus, von denen alles im Iran abhängt. In der Welt deckt  die freie Journalistin Gilda Sahebi die herzlichen Beziehungen von SPD und Ebert-Stifung zum Iran auf. Die SZ schildert, wie sich die demokratischen Parteien in Schweden immer mehr den Rechtspopulisten angeglichen haben. Charlie Hebdo bringt eine Rede von Mickaëlle Paty  zum zweiten Jahrestag des Mords an ihrem Bruder Samuel Paty.

Medienticker

Psychogramm der Abgehängten

18.10.2022 Booker Prize 2022 für Shehan Karunatilaka aus Sri Lanka gewinnt mit "The Seven Moons of Maali Almeida" + Kim de l'Horizon gewinnt mit "Blutbuch" den Deutschen Buchpreis & Hubert Winkels zum Deutschen Buchpreis 2022 - Friedrich Ani über seinen neun Roman "Bullauge" + Pack's aus! Das Christo-und-Jeanne-Claude-Qui.

Bücherschau des Tages

Erschröckliche Geschichten

18.10.2022 Der DlfKultur bewundert das Feingefühl, mit dem Barbaros Altug in "Ausländer" von Heimatverlust und Exil schreibt. Die taz folgt Miqui Otero nur allzu gern auf den Spuren des poetischen
Phantasten
"Simón" durch Barcelona. Die FAZ lernt mit Klaus Zeyringer, Stil und Witz Vermischter Meldungen zu schätzen. Spannend findet sie auch, was Andreas Isenschmid in seinem Essay "Der Elefant im Raum" zu Marcel Proust und dem Jüdischen zusammenträgt.

Mittwoch, 19.10.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Haltung zeigen

19.10.2022 In der NZZ erzählen fünf Russen von ihrer Flucht aus Russland, die sich die Polizei teuer bezahlen ließ. In der SZ beobachtet A.L. Kennedy besorgt, wie sich Rechte in UK und USA gegenseitig bestärken. Die taz fragt besorgt: Was kommt nach dem Sturz der Ayatollahs, und wird es auch im Einklang mit der iranischen Kultur sein? Die FAZ schildert die unglaubliche Geschichte der Plagiatsintrige gegen den Münchner Rechtsmediziner Matthias Graw.

Efeu - Die Kulturrundschau

Herbstliche Welt der langen Schatten

19.10.2022 Der Buchpreis für Kim de l'Horizon erregt die Gemüter. taz und ZeitOnline verteidigen ihn literarisch gegen den Vorwurf, hier werde vor allem Queerness ausgezeichnet. Die FAZ widerspricht allerdings, wenn l'Horizon seine Erfahrungen mit denen der Frauen im Iran gleichsetzt. Außerdem: Die Berliner Zeitung bangt vor Christian Thielemann als möglichem Nachfolger von Daniel Barenboim. Der Guardian sieht über dem Turner Prize einen Pfirsich auf- und eine flambierte Tomate untergehen.

Medienticker

Buchmesse ist eröffnet

19.10.2022 Literatur in Krisenzeiten: Alles wird teurer, nur die Preise für Bücher bleiben nahezu konstant - Deutscher Buchpreis: Ein Rasierapparat sagt mehr als tausend Worte - Buchkritik  zu Elena Medels "Die Wunder" - Kaputte Link-Kultur im Journalismus: Medien setzt mehr Links! + eGovernment-Monitor 2022: Frust über Verwaltung wächst.

Bücherschau des Tages

Literarische Parallelaktion

19.10.2022 Die FAZ bestaunt die "Fabelhaften Wesen", mit denen Alberto Manguel eine Art Buchwohngemeinschaft bildet. Die NZZ liest interessiert Manfred Hildermeiers Buch über das wechselhafte Verhältnis Russlands zum Westen. Die SZ hört die Pyrenäen sprechen in Irene Solas "Singe ich, tanzen die Berge". Die taz erkennt in den beiden Bücher des Schriftsteller-Ehepaars Julia Weber und Heinz Helle eine neue Stufe der Autofiktion. Dlf Kultur empfiehlt Francis Fukuyamas "Der Liberalismus und seine Feinde".

Donnerstag, 20.10.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Grüner, kühler und gesünder

20.10.2022 Warum interessiert sich der hiesige Kulturbetrieb, sonst vehement für Geschlechtergerechtigkeit, so gar nicht für den Aufstand im Iran, fragt in der Zeit Navid Kermani. In der Welt erinnert Daniel Haas daran, was ein Suizid für die Zurückbleibenden bedeutet. Die SZ fürchtet, dass die linke Besetzung des Klimaschutzes eher verschreckt als ermuntert. FAZ und SZ stellen außerdem zwei stadtplanerische Klimaprojekte in Rotterdam und in Paris vor. Aber ob das die Zukunft des Wohnungsbaus für die Massen sein kann? Netzpolitik ruft der EU entgegen: Stop scanning me.

Efeu - Die Kulturrundschau

Jelinek oder Bernhard

20.10.2022 In der Zeit erkundet Serhij Zhadan, wie ein Mensch auf die Welt blickt, der eine Waffe in der Hand hält. In der Zeit stellt Stefanie Reinsperger auch die Grundsatzfrage. Die SZ erlebt am Schauspiel Hannover Identitätspolitik als intriganten Statuskampf. Die FAZ wirft der Stiftung Bauakadamie vor, im ökologischen Gewand nur reinen Lobbyismus für die Architektenszene zu betreiben. Im Van Magazin erklärt der Hornist Ulrich Haider, warum es sich ein Orchester nicht leisten kann, mit der Bahn zu fahren.

Bücherschau des Tages

Aufklärungstaliban

20.10.2022 Die FAZ tanzt mit Almudena Grandes unter der Franco-Diktatur auf den drei Hochzeiten von Manolita. Die FR begleitet mit Fernando Aramburu einen Lebensmüden zu einem möglichen Happy End? Die NZZ liest gebannt Regula Bochslers Recherche über die abstoßenden Geschäfte der Schweizer Emser Werke. Die SZ erlebt durchaus verwirrende "Tage ohne Cecilia". Die taz lernt, was mit der Berliner Europacity schiefgelaufen ist.

Freitag, 21.10.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Wachsende Kraftschwäche

21.10.2022 FAZ und Tagesspiegel blicken skeptisch auf Cédric Jimenez' Versuch, mit "November" die Pariser Anschläge von 2015 als Action-Thriller zu inszenieren. Die Nachtkritik erlebt mit Stefanie Reinsperger als Thomas Bernhards "Theatermacher" zwei Stunden Volldampf-Virtuosität. Die Berliner Zeitung wünschte sich, der Kunstkompass würde nicht immer nach Norden zeigen. In der SZ erzählt die Übersetzerin Gabriele Leupold, wie sie Platonow Wort für Wort ins Deutsche bürstete. Und die taz porträtiert Joseph Ousmane Togbe, der den einzigen Plattenladen in Benin betreibt.

9punkt - Die Debattenrundschau

Harte Entscheidungen

21.10.2022 Die taz geißelt die "geistige Brandstiftung", die Anschläge wie den auf eine Flüchtlingsunterkunft in Wismar erst möglich mache. Alexander Lukaschenka hat Belarus zur Geisel gleich zweier Diktatoren gemacht, diagnostiziert der Historiker Felix Ackermann in der NZZ. Mehr Länder könnten sich Atomwaffen zulegen, wenn Putin mit seiner nuklearen Erpressung Erfolg hat, fürchtet in der SZ der Politologe Matthew Fuhrmann. Tagesspiegel und taz berichten von einer iranischen IT-Firma, die unbehelligt in Deutschland dem Iran bei der Abschottung im Internet hilft.

Medienticker

Medienticker

21.10.2022 Aktualisiert: Podcast von der Buchmesse : Ein Weg in die Freiheit - Opfer: Blick der Wissenschaft - Wie man mit dem Hammer komponiert: Der Comic von David Thomas von Steinaecker von Bassewitz erzählen von Karlheinz Stockhausen - Ulrike Herrmann über Kaptialismus, der auch keine Lösung ist + Radio+TV-Tipps des Wochenendes

Bücherschau des Tages

Freiheitsgeschichten

21.10.2022 Die FAZ empfiehlt zwei Bücher zu 1848: Den gleichnamigen Band der Historikerin Alexandra Bleyer, aber auch Jörg Bongs etwas konventionelle, aber dafür plastisch geschriebene Revolutionsgeschichte "Die Flamme der Freiheit". In der SZ legt der Historiker Jürgen Osterhammel Lesern David van Reybroucks "Revolusi" ans Herz, das mit Hilfe von Zeitzeugen von der indonesischen Revolution gegen die niederländische Kolonialmacht erzählt. Außerdem amüsiert sie sich prächtig mit der Kinderlogik im Vorlesebuch "Bosco Rübe rast durchs Jahr".

Samstag, 22.10.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Heillose Verlorenheit im Genie-Irrsinn

22.10.2022 Anrüchig findet die SZ den Auftritt von Kim de l'Horizon, der die Aufmerksamkeit für die Frauen im Iran einfach absorbierte. Putin arbeitete zwanzig Jahre lang auf den totalen Faschismus hin, nun hat er ihn, sagt der ukrainische Filmemacher Oleg Senzow in der NZZ. Die Kritiker liegen "Theatermacher" Stefanie Reinsperger zu Füßen, die so herrlich dampft und dröhnt. Die FAZ schaut in Oberhausen ein wenig wehmütig auf Otfried Preußlers alte kleine Hexe. SZ und Standard hätten Taylor Swifts verschmiertes neues Album offenbar lieber verschlafen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein Rennen zu viel gelaufen

22.10.2022 ZeitOnline blickt auf die Stadt Cherson, um die ein brutaler Nervenkrieg ausgebrochen ist.  Bevor die Tories Großbritannien noch tiefer in die Krise ziehen, sollten sie lieber schnellstens auf die Weide gebracht werden, rät in der NYTimes der Konservative George Oborne. Wahrer Konservatismus wäre eine Politik der Vorsicht, schreibt Gustav Seibt in der SZ. In der NZZ erkennt Manfred Schneider, dass sich der Wahn eines Despoten aus Hass, Narzissmus und Gewissheit speist. Der Tagesspiegel erkennt den großen Irrtum des chinesischen Chefideologen Wang Huning.

Bücherschau des Tages

Brave Bürger der Mitte

22.10.2022 Die FAS liest bei Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey nach, wie das auf Souveränität pochende Individuum der Spätmoderne zum Queerdenker wurde. taz und FAZ hören das Herz eines wahren Europäers schlagen aus Ronert Menasses EU-Roman "Die Erweiterung", der von der Jagd nach dem goldenen Helm des albanischen Nationalhelden Skanderbeg erzählt. Die FR lässt sich von Tanja Maljartschuk Geschichten aus Kiew erzählen. Und die SZ freut sich über Wahrheit und Witz in Mohamed Amjahids Erkundungen über Sex in der arabischen Welt "Let's Talk About Sex, Habibi"

Montag, 24.10.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Im Widerstand zum Klerikalfaschismus

24.10.2022 In der SZ ist Felix Stephan einfach platt, wie gern deutsche Intellektuelle auch auf der Buchmesse noch der Ukraine eine Mitschuld geben am Krieg in ihrem Land. Libération entlarvt die gelehrten Referenzen der französischen Putin-Anhänger als Gerücht. "Let's Say Gay", überschreibt die New-York-Times-Kolumnistin Pamela Paul ein kleines Plädoyer gegen die Queerisierung des Diskurses über Homosexualität. In Berlin demonstrierten 80.000 Menschen für den Iran. Sie repräsentieren "ein Land das durch und durch säkular geworden ist", schreibt Saba Farzan in der taz. Ein muslimischer Papst à la Khomeini entspricht ohnehin nicht der iranischen Tradition, sagt der Religionssoziologe Reza Aslan in der NZZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Atmen eines Riesen

24.10.2022 Die Feuilletons feiern den Friedenspreis für den ukrainischen Schriftsteller und Musiker Serhij Zhadan. In ihrer in der taz abgedruckten Laudatio stellt Sasha Marianna Salzmann klar: Der Dichter sei nicht einfach nur ein Seismograf. Er ist ein Freund. In El País berichtet der Literaturagent Andrew Wylie, dass Salman Rushdie nach dem Attentat auf einem Auge blind bleiben wird. Die FAS bewundert, wie dunkel die Komponistin Hildur Gudnadóttir ein AKW dröhnen lassen kann. Und das Zeitmagazin annonciert die Rückkehr des Grunge in der Mode. 

Medienticker

Messe-Nachlese

24.10.2022 Podcasts von der Buchmesse & mit guten Nach-Corona-Zahlen - Friedenspreis-Verleihung: Die schwarze Hand der Front -  Suhrkamp-Verleger im Gespräch: "Bücher  sollten teurer sein" - Konzentriertes Lesen: Eine Frage gesellschaftlicher Teilhabe - Heinz Bude im Gespräch - Unter dem Zaster der Sand: Eine Fußball-WM zum Lachen? Zum Heulen? Oder gar beides? + TV-Tipps: Yves Montand in "Lohn der Angst" Spielfilm (1953)  & das Porträt "Ivo Livi genannt Yves Montand" +  Keine Kunst! Was Richard David Precht vergaß!

Bücherschau des Tages

Schmerz und Wahn

24.10.2022 Der Dlf freut sich über die Wiederentdeckung des Schweizer Autors Christoph Geiser , der schon in den achtziger Jahren radikal und mutig über Herkunft und Homosexualität schrieb. Der DlfKultur verfolgt berührt, wie sich bei Jessica Au Mutter und Tochter auf einer Reise nach Tokio näherkommen. Die NZZ nickt zustimmend, wenn René Pfister in seiner Streitschrift "Ein falsches Wort" gegen die organisierte Empörung der Wokeness anschreibt. Und die FAZ feiert die psychedelische Buntheit in Matthew Forsythes Bilderbuch "Mina".

Dienstag, 25.10.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Die ungeheure Unmenschlichkeit

25.10.2022 Putin ist keine Person, Putin ist eine Organisation, und zwar eine Mafia-Organisation, sagt Peter Nadas in der NZZ an die Adresse all jener, die an Putins Menschlichkeit glaubten. Viktor Jerofejew empfiehlt in der Welt, Dmitrij Medwedew genau zuzuhören. Bellingcat macht die russische Militäreinheit namhaft, die ukrainische Zivilisten mit Cruise Missiles beschießt. Harald Welzer kritisiert laut dpa die Standing Ovations für Serhij Zhadan - dessen Sprechen sei kein Beitrag zur Zivilisation.

Efeu - Die Kulturrundschau

Lyrischer als erwartet

25.10.2022 Wenn Russen Ukrainer töten, hat das nichts mit russischer Kultur zu tun, sondern höchstens mit Mentalität, erklärt Vladimir Sorokin im Standard. Der Tagesspiegel rät dringend zum Besuch des ukrainischen Filmfestivals in Berlin, das unter anderem Maksym Nakonechnyis Film "Butterfly Vision über eine traumatisierte Drohnenspezialistin zeigt. Nach der Kartoffelbreiatacke auf Monets "Heuschober"in Potsdam warnt die SZ vor einer ästhetischen Überbietungsdynamik. Die Nachtkritik verteidigt die ausgeklügelte Inszenierung gegen den Vorwurf der Kunstfeindlichkeit.

Magazinrundschau

Er hat das Aussehen eines Kommunisten

25.10.2022 Foreign Affairs hofft auf die Feministinnen in Mexiko, um mit der verheerenden Politik des Linkspopulisten Andrés Manuel López Obrador aufzuräumen. In HVG hofft der Ökonom Miklós Marschall auf die EU im Kampf gegen die Korruption in Ungarn. Die London Review sieht weit und breit niemanden, der sich nach Einverleibung der "Ideen des Sozialismus chinesischer Prägung im neuen Zeitalter" gegen Xi Jinping stellen könnte. The Nation lernt, wie gut FBI und MI5 schon in den Fünfzigern miteinander konnten, wenn es gegen Linke ging. Quietus würdigt das amerikanische Nischenkino der 70er.

Medienticker

Wal, da bläst er!

25.10.2022 Aktuelle Probleme- WhatsApp-Störungen - Jugendwort des Jahres heißt "smash" - Vom Dableiben und Verschwinden: Dörte Hansens kunstvoll-wehmütiger Inselroman "Zur See".
Hör-Tipp: Der Komponist Hans Werner Henze" Wie zeitlos ist das Werk & TV-Tipp arte- Doku: "Das Rote Imperium, Paraden, Pläne, Paranoi .

Bücherschau des Tages

Grünes animalisches Fluidum

25.10.2022 So klasse wie Hergés "Tim in Tibet", aber politisch ganz vorne weg findet die FAZ Flix' Marsupilami-Comic "Das Humboldt-Tier". Noch besser gefällt der taz  die Comic-Hommage "Stockhausen", die David von Bassewitz und Thomas von Steinaecker dem Mann widmen, der vom Sirius kam. Die SZ lässt sich mitreißen von Mariana Enriquez Horror-Roman "Unser Teil der Nacht, der von der argentinischen Militärdiktatur erzählt.

Mittwoch, 26.10.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Eine Erschütterung, noch nicht das Ende

26.10.2022 Die taz erlebt mit Mona Hatoum, wie ein Gigant in die Knie geht. Die Zeit porträtiert den Leipziger Künstler Lutz R.Ketscher, der für seine Wandbilder 1.200 Ostmark pro Quadratmeter verdiente.  Die SZ entdeckt mit der Regisseurin Saralisa Volms eine neue Märchenerzählerin im Land. Der Standard beobachtet Jarvis Cocker fasziniert beim Ausmisten seiner Dachkammer.

9punkt - Die Debattenrundschau

Das halbe Land wird ruiniert sein

26.10.2022 "Solange Putin lebt, wird es in der Ukraine keinen Frieden geben", sagt Andrej Kurkow in der NZZ - und der Krieg wird beide Länder zutiefst verändern. Bisher war nur die Leugnung des Holocaust strafbar, nun hat der Bundestag sehr unauffällig eine Erweiterung des Paragrafen 130 des Strafgesetzbuchs auf die Leugnung aller Genozide beschlossen, berichtet Ronen Steinke in der SZ. Olivier Roy sieht in der FR eine neue Qualität in den iranischen Aufständen. In der FAZ erinnert der Historiker Lukas Böckmann an die Enttäuschung Fidel Castros und Che Guevaras nach der Kubakrise.

Medienticker

Berlin erlesen

26.10.2022 Wo in Deutschland Romane am häufigsten spielen - Überraschendes Buch ihres Lebens: Mithu Sanyal über Emily Brontë - Über die wunderbare Neuübersetzung von "Cousine Bette" von Honoré de Balzac - Google-Mutterkonzern: Alphabet sorgt für eine Enttäuschung - Wie sich Buchhändler erfolgreich gegen Amazon behaupten - Tagung Archivasyl in Marbach: Das Werk von Schreibenden im Exil archivieren ...

Bücherschau des Tages

Das Absurde der Wirklichkeit

26.10.2022 Die FAZ saust mit Ben Wilson durch sechstausend Jahre Stadtgeschichte bis in die Mega-City des globalen Südens. Mit der  Islamforscherin Susanne Schröter seziert sie die Fehler der westlichen Politik. Auch die NZZ knöpft sich den Westen vor, allerdings mit dem Witz von Robert Menasse. Die SZ kann noch immer nicht fassen, dass die große Erzählerin Helga Schubert erst jetzt entdeckt wurde.

Donnerstag, 27.10.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Wir erleben einen Kampf um Werte

27.10.2022 Newlinesmag übersetzt ein Interview mit dem iranischen Soziologen Asef Bayat, das im Iran selbst verboten wurde und dennoch überall zirkuliert - er spricht über die neue Qualität des Aufstands von 2022. Im Guardian prangert die Nobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk die Straflosigkeit an, mit der Russland in der Ukraine agiert. Precht und Welzer seien "Secondhand-Kriegsverbrecher", schimpft Wolf Biermann in der Zeit. Die taz recherchiert zu rechtsextremen Attacken gegen Flüchtlinge in den Neuen Ländern.

Efeu - Die Kulturrundschau

Es gibt nichts Aufregenderes

27.10.2022 Hollywood hat mit Nicholas Stollers "Bros" seine erste schwule romantische Komödie, die Kritiker sind vergnügt, nur die taz fürchtet: Werden queere Liebesgeschichten jetzt nicht auch trivialisiert? Freitag und taz springen nach der Kritik von Franz Alt und anderen Serhij Zhadan zur Seite: Der Krieg ist keine Modelleisenbahn, erinnert der Freitag. Die SZ rät, unbedingt die Malerin Etel Adnan zu entdecken. Die Angriffe der Klimaaktivisten auf Kunst sind gefährlich für die Demokratie, ruft der Politologe Wolfgang Kraushaar im Tagesspiegel. Die FAZ probiert guten Stoff in Lübeck.

Medienticker

ARD-kultur

27.10.2022 ard-kultur.de = die neue Kultur-Plattform - Georgien mit deutschem Blick: Nino Haratischwili erhält Zuckmayer-Medaille "trotz der Abgründe geht das Licht nie aus" - Autorenwelt-Shop: 7 Prozent für Autor:innen +  Sexismus in der Politik: Hat MeToo etwas gebracht? - Pierre Soulages tot : Und Finsternis lag auf der Tiefe + Zum 10. Todestag von Hans Werner Henze: Was bleibt, was fehlt?

Bücherschau des Tages

Bestens frisiert

27.10.2022 Ganz große Kunst, lobt die Zeit Jochen Schmidts Reise ins Kindheitsparadies Schmogrow im Oderbruch. Die SZ redet gern mit Sebastian Kurz über Politik, solange sie dabei die 454 Seiten Vernehmungsprotokolle seine ehemaligen Mitarbeiters Thomas Schmid vor sich hat. Der Dlf empfiehlt ein Lyrikdebüt mit dem schönen Titel "ich föhne mir meine wimpern" von Sirka Elspaß. Dlf Kultur taucht mit Balzacs "Cousine Bette" ein in ein "Sex and the City" des 19. Jahrhunderts. Die FAZ versenkt sich in Kerstin Hohners informative Geschichte des DDR-Verlags Hinstorff.

Freitag, 28.10.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Kuhglocke dengelt prägnanter

28.10.2022 In der Welt fürchtet Hermann Parzinger, dass Museen künftig zu Hochsicherheitstrakten werden. Die Jungle World warnt: Kim de l'Horizons "Blutbuch" kann Spuren von Homophobie enthalten. Die SZ blickt mit dem skeptischen Staunen des Magnum-Fotografen Thomas Hoepker auf die USA der Sechziger. Die FAZ wirft einen Blick auf das korrumpierte griechische Theater, die nachtkritik erlebt in Tiflis georgisches Theater auf Identitätssuche. Im Perlentaucher stürzt sich Patrick Holzapfel in den Magmafluss der Bildwelten von Sara Dosas "First Love". Und die SZ experimentiert mit dem von Giles Martin gesäuberten "Revolver" der Beatles.

9punkt - Die Debattenrundschau

Niemals ein Symbol der Freiheit

28.10.2022 Elon Musk hat Twitter übernommen. Als erstes feuert er die bisherigen Chefs. Für die SZ besucht Karl Markus Gauß einen Friedhof in der Slowakei und liest auf den Gräbern, wie aus der Familie Klein die Familie Kiss und dann Kiska wurde. Ebenfalls in der SZ warnt Gilda Sahebi vor Mullah-Verstehern in deutschen Medien. Warum kursieren Videos von Europäerinnen, die sich eine Haarsträhne abschneiden, aber nicht Videos von Europäerinnen, die ihr Kopftuch ablegen, um ihre Solidarität zu zeigen, fragt Raphaël Enthoven in Franc Tireur. Und Wolfgang Kraushaar erzählt in einem Vorabdruck im Perlentaucher vom rechtsextremen Terror vor dreißig Jahren.

Medienticker

Evolution des Wissens

28.10.2022 Aktualisiert: Wechsel an der Spitze der Holtzbrinck Buchverlage - Lauf, lauf ... Wigald Boning im GespräHöh - Benjamin Heisenberg im Gespräch über seine Romanfigur Lukusch - Elon Musk: Er will selbst der Chef von Twitter werden -
Nachruf auf Jerry Lee Lewis: Himmel oder Hölle, entweder oder - TV+Hörtipps fürs Wochenende.

Bücherschau des Tages

Garniert mit Literatur

28.10.2022 Der FAZ vergeht der Appetit auf Fleisch nach der Lektüre zweier Bücher über Massentierhaltung. Mit Rohland Kaehlbrandt entdeckt sie die Liebe zur deutschen Sprache neu. Emilio Lussus Zeitzeugenbericht zum "Marsch auf Rom" stellt manch wissenschaftliche Analyse in den Schatten, versichert die Welt. Besser als das Pendant von Anna Seghers findet der Dlf Kultur Jean Malaquais' Exilroman "Planet ohne Visum".

Samstag, 29.10.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Zeitungen sind sehr hygienisch

29.10.2022 Es geht um mehr als um den Hijab, sagt Shirin Neshat, die im FAS-Gespräch alle Hoffnung auf die Frauen im Iran setzt. Im Standard erklärt die ukrainische Schriftstellerin Natalka Sniadanko, wie Gleichberechtigung auf sowjetische Art funktionierte: Arbeiten ja, aber dabei nicht den Haushalt vernachlässigen. Die Wiener Philharmoniker geben Konzerte in Hongkong und Taiwan - aber zuhause soll es lieber keiner wissen, weiß das VAN Magazin. Frank Castorf inszeniert aktuell in Belgrad, wo er wie eine Gottheit verehrt wird, erfährt die SZ. Und alle trauern um Jerry Lee Lewis, den "Jünger und gottverdammten Teufel", wie die SZ schreibt.

9punkt - Die Debattenrundschau

Haltet mich besser fest!

29.10.2022 Wired fordert eine öffentlich finanzierte Plattform, um die Demokratie nicht den Launen von Milliardären zu überlassen. In der taz erklärt der israelische Philosoph Yuval Kremnitzer, warum der illiberale Autoritarismus ohne Ideologie auskommt. Faschistisch sei er trotzdem, meint die SZ. In der FR betont der Historiker Ian Kershaw: Geschichte wiederholt sich nicht, auch nicht als Farce. Die FAZ wünscht sich auch für das Kino etwas mehr Dirigismus von französischen Staat.

Bücherschau des Tages

Irrwitzig und unerbittlich poetisch

29.10.2022 Die FAZ begegnet einer überraschend zahmen Greta Thunberg in deren "Klimabuch“. Die NZZ lernt von Irina Rastorgueva, was der Kreml alles vortäuschen muss, um ein „Russlandsimulakrum“ zu erschaffen. Die SZ schaut mit Christopher Peters auf die "erregte Erschöpfung“ der Berliner Spitzenpolitik. Die taz lässt sich in einem von Sina Arnold, Saba-Nur Cheema und Meron Mendel  herausgegebenen Band über das Spannungsverhältnis von Antisemitismus- und Rassismuskritik aufklären. Mit Roddy Doyle blickt sie auf einen Missbrauchsfall an einer irischen Schule. Und Dlf Kultur enthüllt mit Alain Claude Sulzer das "Doppelleben" der Brüder Goncourt.

Montag, 31.10.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine edle Aufgabe

31.10.2022 Auf Zeit online ist Thomas Fischermann erleichtert über den Ausgang der Wahl in Brasilien, aber auch entsetzt: Wie konnte das Mitte-links-Bündnis derart knapp abschneiden? Was macht Twitter- Besitzer Elon Musk, wenn er die Meinungsfreiheit chinesischer Dissidenten durchsetzen will, aber zugleich Angst haben muss vor der Regierung Chinas, wo er seine Teslas baut, fragt Andrian Kreye in der SZ. Wir verweisen trotzdem noch auf Twitter: Die Reporterin Antonie Rietzschel berichtet über einen Anschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Bautzen. Der Anwalt Patrick Heinmann liest mit Bestürzung Aufrufe von Gemeinden wie Stralsund oder Königs Wusterhausen, die von der Bundesregierung eine russlandfreundlichere Politik fordern.

Efeu - Die Kulturrundschau

Der Diskant ist sehr brillant

31.10.2022 Uneins sind sich FR und FAZ, wie ernst man heute noch Sartres "Schmutzigen Hände" nehmen muss. Der Tagesspiegel sorgt sich um das Kiewer Dowschenko-Zentrum, das bedeutendste Filmarchiv der Ukraine. Die taz lernt im Karlsruher ZKM die Kunst der tätigen Muße mit Soun-Gui Kim. Die SZ erzählt, dass alte japanische Handschriften mittlerweile nur noch von KI-Programmen entziffert werden können. In der FAZ entdeckt Robert Levin auf alten Instrumenten Mozarts Humor.

Medienticker

Nur einmal kurz die Augen schließen

31.10.2022 Buchmesse & Buch des Lebens - Über den wieder aufgelegten DDR-Roman von Anna Woltz "Die Alleinsegelerin" - Lob der deutschen Sprache: Lästermäuler und Trümmerfrauen - Bei ihm müssen es keine Fixierungen sein: Andreas Platthaus über den ältesten aktiven Kritiker der FAZ Harald Hartung, der neunzig wird - Russischer Kulturkolonialismus: Joseph Brodsky und sein berüchtigtes Ukraine-Gedicht.

Bücherschau des Tages

Ideen für eine Veränderung des Ist-Zustandes

31.10.2022 Iwan Bunins Notizen aus dem Krieg in Odessa sind hundert Jahre alt, und dennoch könnte "Nachts auf dem Meer" auf den Tag genau von heute sein, staunt die NZZ. Die FR freut sich: Endlich tritt Dorothea Bach in Angela Steideles Roman "Aufklärung" aus dem Schatten zu Unrecht bekannterer Verwandter.  Die SZ hält innigste Zwiesprache mit der Lyrik Margaret Atwoods. Dlf Kultur kickt besser mit links.

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