Donnerstag, 01.08.2013
Heute in den Feuilletons
01.08.2013 Neues aus der Unentrinnbarkeit: Der Guardian hat NSA-Dokumente veröffentlicht, demnach kann die NSA alles überall, und zwar gleich jetzt abhören, erläutert Spiegel Online, Frontal 21 bringt Neues über deutsche Aktivitäten. Die Zeit gibt Entwarnung: Auch als Totalüberwachter kann man schließlich weiter surfen. Felix Schwenzel staunt auf wirres.net: Stell dir vor, es ist LSR und keiner nimmt es wahr. Sind die Buhs nach der Bayreuther "Götterdämmerung" inzwischen verebbt? Nachtkritik berichtet quasi live. In der FAZ mahnt Rainer Merkel: Ein Westen, der nicht untätig zuschaut, während die syrische Opposition massakriert wird, macht sich schuldig.
Bücherschau des Tages
01.08.2013 In seinem geradezu prophetischen Roman "Arche Noah" vermittelt Khalid al-Khamissi der FAZ einen Einblick in die Nöte der ägyptischen Mittelschicht. Die FR ist begeistert von Katja Fouquets Comic-Adaption von Albert Camus' Novelle "Jonas oder der Künstler bei der Arbeit". In ihrem Roman "Nur Mut" gelingt Silvia Bovenschen eine kleine Typologie alter Großbürgerinnen, meint die Zeit. Und die SZ beschwört mit Gerd Ruge die gute alte Zeit des analogen Journalismus.
Medienticker-Archiv
01.08.2013 Rhein-Zeitung lässt Google News kalt und geht eigene Wege der Content-Verbreitung - Chromecast: Google greift Apple mit TV-Stick an - Datagate oder Der Krieg ist verloren: Daniel Leisegang über die schöne neue Überwachungswelt & Ein Gespräch mit dem Sprecher des Chaos Computer Clubs Frank Rieger & Hackertreffen OHM 2013 & NSA ruft Hacker zur Hilfe auf - Früher und günstiger: Sky durchkreuzt Springers Pay-Pläne + Regeln für den Homo sapiens: Über Giorgio Agambens Macht des Denkens.
Im Kino
01.08.2013 Ein gediegenes Coffeetable-Book von einem Horrorfilm ist James Wans 70s-Hommage "The Conjuring". Auf einer DVD-Veröffentlichung des Labels lowave kann man derweil entdecken, wie Berni Searles "Black Smoke Rising Trilogy" aus im Konkreten verwurzelten Bildern komplexe Bedeutungssysteme gewinnt.
Freitag, 02.08.2013
Heute in den Feuilletons
02.08.2013 Der Guardian enthüllt, dass der britische Geheimdienst GCHQ für seine Arbeit von der amerikanischen Regierung bezahlt wird. In der taz erklärt Hans de With, Vorsitzender der G-10-Kommission zur Geheimdienstkontrolle, was er alles nicht erfährt. Auch die Chinesen spionieren - vor allem an amerikanischen Universitäten, meldet die NZZ. In FR und Welt erklärt Günter Wallraff, warum er in Istanbul den Prozess gegen den türkischen Schriftsteller Doğan Akhanlı beobachtet. In Bayreuth handelte sich Frank Castorf für seinen "Ring" standing buhvations ein, die Kritiker waren größtenteils zufrieden.
Bücherschau des Tages
02.08.2013 Drei Romane werden heute besprochen und allesamt empfohlen: Mit "Stille Leben" hat Volker Demuth ein menschlich wie intellektuell herausforderndes Romandebüt vorgelegt, meint die FAZ beeindruckt. Mirko Bonnés neuen Roman "Nie mehr Nacht" würdigt sie als kühne und konsequente Aktualisierung des traditionsbeschwerten Inzest-Motivs. Und die SZ erkennt Peter Stamm in seinem Roman "Nacht ist der Tag" als einen sanfteren frühen Houellebecq.
Medienticker-Archiv
02.08.2013 Google vs. Verlage: Und was passiert jetzt? oder Der Kampf hat erst begonnen - Ihr da oben, wir da unten: Geschichte der Gesellschaftskritik von Alexander Dill - Salzburger Festspiele: Glücksfee Angela Merkel und Johann Nestroys "Lumpazivagabundus" als EU-Hinterhofgeschichte - Harry Nilsson: Verlorenes Wochenende, wiederentdeckte Musik + Poets & Lighthouses: Albert Kuvezin and Yat Kha interpretieren japanische Lyrik.
Karikaturen und Cartoons
02.08.2013 Egal wohin, Hauptsache kein Netz.
Samstag, 03.08.2013
Heute in den Feuilletons
03.08.2013 Die taz fragt: Dürfen Kinder an mein Ipad? Das Smithsonian sieht sich durch wissenschaftliche Studien in seiner guten Meinung über Champagner bestätigt. The Millions und andere Blogs freuen sich den posthumen Erfolg des Autors John Williams. Die SZ-Kritiker untersuchen die Bilderflut in Schauspiel und Oper: Ist sie auch ein Zeichen der Krise? In der Literarischen Welt kann Hannes Stein nicht fassen: Peter Beinart glaubt an Demokratie. Wenn es Frieden zwischen Israelis und Palästinensern geben soll, dann müssen die Israelis die besetzten Gebiete zurückgeben, erklärt Joshua Sobol in der NZZ.
Bücherschau des Tages
03.08.2013 Fasziniert begibt sich die NZZ mit Patrick Devilles auf die Spuren Pierre Savorgnan de Brazzas, der Zivilisation nach Afrika bringen wollte und Kolonialismus hinterließ. Außerdem lernt sie bei Valentin Akudowitsch einiges über Weißrussland. Die SZ liest die Tagebücher und Briefe der nicht immer amüsanten Hedwig Pringsheim. Die FR begibt sich mit Andreas Platthaus ins wüste Getümmel der Völkerschlacht. Die taz wird commonistisch und rezitiert Brasch.
Montag, 05.08.2013
Heute in den Feuilletons
05.08.2013 In der NZZ macht sich Leopold Federmair Sorgen: In Japan verschwindet der Sex. Die Welt hat nach Wacken einen kerzenlichtflackernden Melodic-Metal-Choral auf den Lippen. Spiegel, Spon und Spiegel-TV planen die Tageszeitung der Zukunft. In der taz fordert Bahman Nirumand von Iran neuem Präsidenten Hassan Rohani eine liberalere Kulturpolitik. In der Nachtkritik entlarvt Dirk Pilz Botho Strauß als den Mehrheitsführer im Kulturbetrieb. Anna Battista führt in ihrem Blog in die Kunst des Neurostricken ein. In der FAZ stellt Sadik J. Al-Azm klar: Nicht die Minderheiten sind in Syrien in Gefahr, sondern die Mehrheit.
Bücherschau des Tages
05.08.2013 Die SZ liest mit Vergnügen Nathanael Wests Roman "Miss Lonelyhearts" über eine schwermütige Kummerkastentante. Außerdem heilt sie sich mit Allen Frances' Streitschrift "Normal" von einer Reihe neuer Psychokrankheiten. Die FAZ folgt Geert Mak etwas unwillig durch ein prädigitales "Amerika". Die FR lobt Frank Lorenz Müllers Biografie des 99-Tage-Kaisers Friedrich III., der eine zu zarte Hoffnung des deutschen Liberalismus blieb.
Medienticker-Archiv
05.08.2013 Patrick Welter über Qualitätsjournalismus in Amerika - Das verlorene Endspiel: Spiegel-Multistory alte "Breaking News" zur Zeitungskrise - Extrabyte! Extrabyte! Jakob Augstein über die Digitalisierung - Aufkauf: Online-Verlagshaus IBT Media kauft Newsweek - Überwachung: BND leitet massenhaft Metadaten an die NSA weiter & Hackerszene sucht Wege aus der Überwachungsfalle + Peter Hacks: Der letzte Dandy der deutschen Literatur.
Vorgeblättert
05.08.2013 Im wahrsten Sinne des Wortes ver-rückt geht es zu im neuen Roman von Viktor Jerofejew. Eine Invasion von Toten übernimmt das Kommando, sie ziehen in die Wohnungen der Lebenden ein. Und wer sind die Akimuden? Ist Russland noch zu retten? Hier eine Leseprobe aus "Die Akimuden".
Dienstag, 06.08.2013
Magazinrundschau
06.08.2013 Das TLS stellt einen Film der saudischen Regisseurin Haifaa al-Mansour vor. Im Merkur beschreibt Stephan Wackwitz die Besenrevolution in Georgien. The New Republic erzählt, wie in Israel aus orthodox-jüdischen Frauen Feministinnen werden. The Nation beklagt das Schweigen der Linken beim Prozess gegen Bradley Manning. Im Espresso singt Roberto Saviano eine Hommage auf die iranische Schwimmerin Elham Asghari. Newsweek hört die Albträume der liberischen ehemaligen Kindersoldatin Mary. In Open Democracy erklärt Quentin Skinner, warum Überwachung nicht nur die Privatsphäre zerstört, sondern auch die Freiheit. Die NYT besucht die Familie King.
Heute in den Feuilletons
06.08.2013 Kunden, die die Washington Post gekauft haben, interessieren sich auch für... Im Ernst: Jeff Bezos hat sich die Zeitung für 250 Millionen Dollar in die Privatschatulle gesteckt. Wir bringen erste Reaktionen von Spiegel Online, Gigaom, dem New Yorker und aus Blogs. Auf telepolis erzählt der junge Philosoph Markus Gabriel, warum er glaubt, dass Toleranz aus Religion kommt. In der New Republic erzählt Orhan Pamuk, wie er für seine Romane recherchiert. In der FAZ gratuliert Ursula Krechel dem Literarischen Colloquium Berlin zum Fünfzigsten.
Bücherschau des Tages
06.08.2013 Die SZ liest mit großer Begeisterung Roman Ehrlichs Roman "Das kalte Jahr", der sich konsequent jeder Lebensnähe verweigere. Die FR bleibt verhaltener, kann dem Erzähler aber die Flucht aus der digitalen Welt nicht ganz verdenken. Die NZZ lässt sich von der verstörenden Schönheit in Yang Lians Poem "Konzentrische Kreise" gefangennehmen. Voller Spannung folgt sie auch Andrea Gerster nach "Ganz oben". Die FAZ schluckt einmal kräftig und begibt sich dann mit Jeannie Moser in die "Psychotropen" des LSD.
Medienticker-Archiv
06.08.2013 IVW: So wird das mobile Lesen gemessen - Terrorwarnung? Wenn man dem Staat nicht mehr vertraut - Linkfreiheit:Google muss böse Links nicht löschen - Jakob Augstein über das radikale Denken in Deutschland - Jochen Jung über den Novitäten-Tsunami - Entdecker der einfachen Dinge: Heute vor 25 Jahren starb Francis Ponge - Der Siegeszug der Christen: "Credo"-Ausstellung in Paderborn + Papier-Spielzeug für Jeff Bezos?
Mittwoch, 07.08.2013
Heute in den Feuilletons
07.08.2013 Der Verkauf der Washington Post an Jeff Bezos sorgt erwartungsgemaß auch im Blätterwald für Rauschen. Die New York Times hofft auf Impulse. Die SZ meint: Milliardäre halten sich Zeitungen inzwischen wie Rennpferde. Die FAZ ist empört, dass ein Verschleuderer geistigen Eigentums nun etwas so Vornehmes wie eine Zeitung besitzt. Laut Guardian ist allerdings eher die Verlegerfamilie schuld an der Verschleuderung. Die innovative Welt konstatiert das Versagen der Grahams vor dem Neuen. Bei Springer muss man jetzt aber erstmal auseinanderfieseln, wer zur Berliner Morgenpost gehört und aussortiert wird und wer Welt ist, weiß Spiegel Online. Grund sind die vielen Innovationen.
Bücherschau des Tages
07.08.2013 Tief beeindruckt ist die FR von dem alptraumartigen Panorama des Iran-Irak-Kriegs, das Hossein Mortezaeian Akbenar in seinem Roman "Skorpion" malt. Auch Peter Stamms neuer Roman kommt in der FR gut an. August Bebel war für Jürgen Schmidts Biografie noch nicht lange genug tot, meint die NZZ. Die FAZ empfiehlt Karl-Markus Gauß' Kindheitserinnerungen.
Medienticker-Archiv
07.08.2013 Aktualisiert - Suhrkamp: Insolvenzverfahren eröffnet - Legal, illegal, sch*egal: Till Westermayer über die ausbleibende Aufregung über den NSA-Skandal - Frank Lübberding: Ob Jeff Bezos eine Apfelbaumplantage kauft? - Die hydraulische Internetgesellschaft: Kathrin Passig über den digitalen Wandel - KidsVerbraucherAnalyse: Jeder zehnte Sechsjährige ist online - Bienenstock aus Glas: Junge dänische Lyrik + 7. 8. 1913: Inka Mülder-Bach ist auf den Spuren von Musils "Mann ohne Eigenschaften".
Bücherbrief
07.08.2013 Patrick Deville erzählt von den hehren Idealen der ersten Kolonialisten. Ulrike Draesner preist ihre heimlichen Helden. Edmondo de Amicis untersucht den Zusammenhang zwischen Liebe und Gymnastik. Und Josef Foschepoth erzählt, wie Konrad Adenauer den Überwachungsstaat begründete. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats August.
Im Kino
07.08.2013 Ein unzuverlässiger Erzähler bereitet in Gore Verbinskis "Lone Ranger" die Mythen des klassischen Westerns neu auf. Danny Boyles Thriller "Trance" zelebriert mit einigem Stilwillen aseptische Obsessionen.
Donnerstag, 08.08.2013
Heute in den Feuilletons
08.08.2013 Jay Rosen beschreibt in seinem Blog, wie sich die Demokratie mit Prism selbst untergraben hat. Sascha Lobo analysiert auf Spiegel Online, wie das im Regierungssprech aussieht. Großes Thema in den Feuilletons: Mit dem Insolvenzverfahren bei Suhrkamp könnte sich der Knoten im Königsdrama lösen. Laut Welt ist dtv an den Anteilen von Hans Barlach interessiert. Die NZZ stellt junge Filmemacher in Tel Aviv vor. Die taz erinnert an das nigerianische Idol Fela Kuti. Die Zeit berichtet: Wie's mit der Washington Post weitergehen könnte, haben Ehemalige der Post bereits gezeigt - mit Politico.
Bücherschau des Tages
08.08.2013 Die FAZ toastet Ross Thomas zu und seinem Politthriller "Dämmerung in Mac's Place". Die NZZ lässt sich von Wassili Golowanow auf die Insel Kolgujew in der östlichen Barentssee führen. Die SZ lobt Hannah Dübgens rasanten Debütroman "Strom". Die Zeit bohrt tief bei Nico Bleutge.
Medienticker-Archiv
08.08.2013 Nachrichtenmarkt: Jeff Bezos Brief an die Washington Post & Tageszeitungen als Informationsübermittler werden gerade durch bessere abgelöst, meint Thomas Knüwer - Gedrucktes Minus: Springer stagniert bei Umsatz und Gewinn & Die Welt meldet 47.000 digitale Abonnenten - Peter V. Brinkemper über poetologische Prinzipien bei David Markson & David Foster Wallace + Rätsel aufgeben: Michael Braun über das Politische in der Lyrik.
Freitag, 09.08.2013
Heute in den Feuilletons
09.08.2013 Nun ist es offiziell: Aus Datenschutz wird Datenpflicht. Der Anbieter Lavabit, mit dem Edward Snowden seine E-Mails sandte, musste schließen - die amerikanische Regierung akzeptiert keine verschlüsselten E-Mail-Dienste. Andere Anbieter haben schon nachgezogen, berichten Wired.com, viele Blogs und Spiegel Online. Auch das Anonymisierungsnetzwerk Tor wird vom FBI bedrängt, empört sich Constanze Kurz in der FAZ. Die NZZ tröstet uns mit alternativer House-Musik. Die Welt mit einer nachdunkelnden Anna Netrebko. In der taz mahnt die Ökologin Ulrike Gonder: Wer sich vegetarisch ernährt, sollte nicht Bio essen. Und Suhrkamp siegt.
Bücherschau des Tages
09.08.2013 Schon lesenswert, meint die FR über David Graebers Buch "Direkte Aktion", obwohl wenn sie den Autor streckenweise reichlich elitär findet. Die SZ verstrickt sich in Norbert Gstreins Roman "Eine Ahnung vom Anfang". Sehr empfehlenswert findet sie die Erinnerungen der böhmisch-deutsch-österreichischen, aristokratischen, linken Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi, "Zuhause ist überall".
Medienticker-Archiv
09.08.2013 Schöpferische Zerstörer: Funke, der Konzern von Springers Gnaden - Ulrich Greiner fünf vor 8:00: Welche Bücher uns im Herbst erwarten - Burda: Deutsche Huffington Post kommt später & Tomorrow Focus wird zum Reisekonzern - IVW-Zahlen: Bild.de setzt sich im neuen Mobile-Ranking durch - Patrick Bahners Nachruf auf den US-Soziologen Robert Bellah - Chris Thile spielt Bach auf der Mandoline + Whitney Houston wäre heute 50 geworden.
Samstag, 10.08.2013
Heute in den Feuilletons
10.08.2013 In der FAZ finden es Constanze Kurz und Frank Rieger ganz richtig, dass sich der Mailanbieter Lavabit nicht auf ein Spiel mit den Geheimdiensten einlässt, in dem er keine Chance hat. In der taz erklärt die Programmiererin Yvonne Hofstetter, was Big Data wirklich bedeutet. Die FR beklagt die allgemeine Kapitulation vor dem Überwachungsstaat. In der NZZ graut es Marko Martin vor linker Liebe zur Symmetrie. In der Welt spricht die libanesische Autorin Zeina Abirached über Comic-Traditionen in der arabischen und persischen Welt.
Bücherschau des Tages
10.08.2013 Begeistert empfiehlt die
NZZ Joel Dickers "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert", den Überraschungserfolg der letzten Saison in Frankreich. Außerdem in der
NZZ: neue
Stefan-Zweig-Bücher und
David Vanns "Dreck". Die
FAZ feiert
Marion Poschmann (hier unser
Vorgeblättert) und
Sarah Stricker. Die
SZ empfiehlt den Goya-Roman des jungen polnischen Autors
Jacek Dehnel. In der
taz versenkt sich
Ulf Erdmann Ziegler in
Renate von Mangoldts Autorenfotos.
Vorgeblättert
10.08.2013 Der Psychiater Altfried Janich findet nach der Wiedervereinigung eine Stelle als Arzt im "Ostschloss", einem heruntergekommenen Barockbau, in dem jetzt eine psychiatrische Anstalt untergebracht ist. Nach dem Tod seines Freundes Odilo gerät Janich auf die Nachtseite der Dinge. Lesen Sie einen Auszug aus Marion Poschmanns Roman "Die Sonnenposition".
Montag, 12.08.2013
Heute in den Feuilletons
12.08.2013 In der NZZ singt der türkische Schriftsteller Mario Levi ein Preislied auf die Gezi-Park-Generation und ihren Humor. In Pressthink erklärt Jay Rosen, warum Edward Snowden gewonnen hat. Zwei Politologen haben für die FAZ herausgefunden, dass die Grünen schon in ihrem Grundsatzprogramm von 1980 Pädophilie legalisieren wollten. In der SZ erklärt Burkhard Müller ein Naturgesetz des Medienwandels: "Ein Medium ist bei Kräften, solange es als Schund gilt."
Bücherschau des Tages
12.08.2013 Die FAZ erfährt in Christian Holtorfs Geschichte des ersten Atlantikkabbels, welch immense Logistik es braucht, um die Information zu entmaterialisieren. Außerdem lernt sie in Miltiadis Oulios' "Blackbox Abschiebung" Menschen kennen, die in Deutschland nicht bleiben durften. Die SZ preist Susanne Schedels Geschichten "Wer soll denn das anziehen, bietteschön".
Medienticker-Archiv
12.08.2013 Zeitungsdebatte: Christian Lindner sieht Zeitungen als Punktsieger, Wolfram Weimer spekuliert über ein geistige Schuldenfalle & Wolf Schneider vermutet Ahnungslosigkeit durch Digitalisierung - Nachtkritik: "Romeo und Julia" bei den Salzburger Festspielen - Wir filtern uns die Welt schön, meint Silke Burmester - NSA-Skandal: Wolfgang Michal unternimmt einen Entsorgungsversuch + Alles mal antatschen: Über interaktive Kinderbücher.
Virtualienmarkt
12.08.2013 Jenseits der fulminanten Schauer-Serie zwischen Erbin und Parvenü lohnt sich ein nüchterner Blick auf die wirtschaftlichen Realitäten des Suhrkamp Verlags: Sie sagen auch einiges über die Lage der Verlage insgesamt.
Erzählungen
12.08.2013 Er ergriff die Flucht und wartete im Bus auf seine Mitreisenden, verwirrt und entsprechend froh, dass er kurz darauf auf dem heimischen Sofa erwachte, den Schreck noch immer in den Knochen und auf den Knien die aufgeschlagene Zeitung mit der Headline: "Mann mauert sich selbst ein". Eine Erzählung
Dienstag, 13.08.2013
Magazinrundschau
13.08.2013 Detroit verkauft keine Kunst, versichert Le Monde. In La Repubblica blickt der Historiker Marco Revelli in das schwarze Loch, das die radikale Linke hinterlassen hat. Magyar Narancs blickt auf ungarische Auswanderer. Das New York Magazine porträtiert den Designer Narciso Rodriguez. Cabinet fragt sich mit Giacomo Leopardi, ob der Tod auch nur eine Mode ist. In The New Republic fragt Steven Pinker: Was haben die Geisteswissenschaften denn Neues zu bieten?
Heute in den Feuilletons
13.08.2013 Die SZ hat das Ungeheuer von Loch Grass gesichtet. Es wirft Oskar Lafontaine schmierigen Verrat vor. Das trifft den aber nicht. Arg ab kriegen es die Grünen und die taz und viele viele andere in einem wütenden Blogposting Alice Schwarzers zur Pädophilie-Debatte. Die Welt lässt sich von mexikanischer Kunst zu Träumen über Bademode verführen. Der "Feuchtgebiete"-Trailer wird auf Facebook zensiert, meldet der Tagesspiegel. Die NZZ findet Jonathan Meese auch jenseits des Hitlergrußes jenseitig. Island bringt eine Erzählung von Teju Cole über nigerianische Mädchen. Die FAZ erschauert vorm Panorama der Völkerschlacht. Und endlich gibt es eine Kamera, die auf Großdemos jedes einzelne Gesicht identifiziert.
Bücherschau des Tages
13.08.2013 Als Mischung aus Poesie und Agitprop lässt sich die SZ Christos Ikonomous Geschichten aus dem geschundene Griechenland gefallen. Außerdem preist sie mit Rutu Modans "Das Erbe" die Produktivität der israelischen Comicszene. Die NZZ rühmt noch einmal William T. Vollmans "Europe Central" als gewaltigen Künstlerroman, Historienschinken, Verhaltens- und Gewaltstudie. Außerdem freut sie sich riesig über die Neuauflage von Albertine Sarrazins Kultroman "Astragalus".
Medienticker-Archiv
13.08.2013 Zeitungskrise? "Die Lösung bin ich!", sagt Sascha Lobo & Karl-Heinz Ruch von der taz meint: Beim Zeitungssterben gehe Springer zügig voran - Presse und Profit: Wenn Zeitungsverlage zu digitalen Warenhäusern werden & Dirk von Gehlen fragt sich, wie verdient man in digitalen Zeiten mit Kultur Geld? & FAZ-Chef TobiasTrevisan macht einen Abstecher ins Privat-TV + "auditive poesie": Gerhard Rühms gesammelte Werke.
Mittwoch, 14.08.2013
Heute in den Feuilletons
14.08.2013 Die Zeitungen stöhnen."Der Suhrkamp-Irrsinn geht weiter", diesmal mit einem Etappensieg für Hans Barlach. In der FAZ fordert FDP-Politiker Christian Lindner mehr Staat - um die Entstehung eines staatlich-digitalen Komplexes zu verhindern. In der Zeit stellt Helene Hegemann fest: Bayreuth ist so anders als Berliner Nachtclubs. Die Welt ächzt über den Berliner Denkmalschutz, der die suizidale Kulisse des Alexanderplatzes so und nicht anders stehen lassen möchte. In der taz erläutert der Choreograf Faustin Linyekula seinen ganz eigenen Monotheismus. Das Blog Rhizome stellt den Mille-Plateaux-Zeichner Marc Ngui vor.
Bücherschau des Tages
14.08.2013 Die Zeit zieht den Hut vor Jennifer Egans absolut modernem Roman "Black Box". Die FAZ versinkt glücklich in einem Prachtband über "American Jazz Heroes". Die FR lernt mit C.S. Foresters Krimi "Tödliche Ohnmacht", dass Eheprobleme 1935 auch nicht andere waren als heute. Die NZZ liest Gedichte von Thomas Brasch.
Medienticker-Archiv
14.08.2013 Der Einfluss der Medienbarone in Europa - Nur noch Rendite? Über die Situation der Regionalzeitungen & Konrad Lischka fragt: Was kommt, wenn die Regionalzeitung geht? - Miriam Meckel plädiert in der Zeitungsdebatte für radikalen Anachronismus - Datenschutz: Londoner Mülleimer sammeln Handydaten - Thomas Rothschild über Peter Steins "Don Carlo" in Salzburg: Mit Philipp geht die Sonne auf - Der Stoff, aus dem Jazz ist: Billie Holidays / William Duftys Buch "Lady sings the Blues" neu aufgelegt + Aktuell: Die Longlist des Deutschen Buchpreises 2013.
Im Kino
14.08.2013 Noémie Lvovsky lernt in "Camille - Verliebt nochmal", dass die Zukunft auch im zweiten Anlauf nicht besser wird. Neil Blomkamp verlegt in "Elysium" Beverly Hills in den Himmel, während Matt Damon auf der Erde schuften muss.
Donnerstag, 15.08.2013
Heute in den Feuilletons
15.08.2013 In der Welt meint Joseph Nye: Wir sollen dankbar sein für die Überwachung, sonst könnten wir nicht drüber diskutieren. Im Freitag meint Medienprofessor Hasan Elahi: Kultur ist die beste Verschlüsselung. FAZ und Tagesspiegel sind vom Salzburger "Don Carlo" überwältigt, aber nicht begeistert. Die NZZ versenkt sich in Heiligenlegenden in Geschichte und Gegenwart. Die taz verzweifelt über die Causa Suhrkamp. Wir bringen aktuelle Bilder und Links zu Bildern aus Kairo.
Bücherschau des Tages
15.08.2013 Die FAZ empfiehlt gegen das Einerlei der Alltagssprache Nico Bleutges Gedichtband "verdecktes gelände". Bei stärkeren Symptomen - zum Beispiel Alkohol-, Sex- und Drogensucht - greift sie allerdings zu Erik Johan Stagnelius' Elegien "Aus dem Dunkel der Trübsal". Wer mehr wissen möchte über Theorie und Praxis unkonventioneller Lebensführung, dem empfiehlt die NZZ Sabine Appels Biografie der Caroline Schlegel-Schelling.
Vorgeblättert
15.08.2013 Vor knapp hundert Jahren brach der Erste Weltkrieg aus. Warum gerieten so viele Nationen in einen Rausch der Gewalt? Adam Hochschild beschreibt - hauptsächlich am Beispiel von England - den ungleichen Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern des Krieges und das Versagen der Generäle, die das Massensterben ungerührt in Kauf nahmen. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Der große Krieg" über die Schlacht an der Somme.
Freitag, 16.08.2013
Heute in den Feuilletons
16.08.2013 Harper's berichtet, dass einige der Gerüchte, die zur Schließung von US-Botschaften vor einigen Tagen kursierten, offenbar fabriziert waren. Die Washington Post bringt neue Papiere zu Regelverstößen der NSA. Die SZ wirft der Frankfurter Richterin, die jüngst gegen Suhrkamp entschied, Voreingenommenheit vor. In der FAZ erklärt der Sachwalter des Suhrkampschen Insolvenzverfahrens, warum er trotz des Frankfurter Urteils an seinem Verfahren festhält. Die NZZ zeichnet ukrainische Debatten zu einer Gedenkstätte in Babi Jar nach.
Bücherschau des Tages
16.08.2013 Joachim Meyerhoff setzt sein Lebenserinnerungsprojekt "Alle Toten fliegen hoch" fort und sorgt bei der FAZ für Heiterkeit und Betroffenheit. Die FAZ bespricht auch zwei Insiderberichte: einen über die Katostrophen beim Verfassungsschutz und einen anderen über die Katastrophen beim Berliner Flughafen. Andrea Maria Schenkels neuer Krimi "Täuscher" kommt bei der SZ nicht so gut an.
Medienticker-Archiv
16.08.2013 Gregor Keuschnigs Anmerkungen über Botho Strauß' "Plurimi-Faktor" - Verlags-Soap: Suhrkamp ist nicht alles, meint Ulrich Greiner - Die Graswurzelbewegung: Über zeitgenössischen Tanz in Deutschland - Theaterlabor Bremen: Die Magie der Großstadt - Der Doppelgänger: Der Verleger und Autor Jo Lendle - Furiose Auftritte: Wolfram Schüttes Petits riens & über Else Lasker-Schülers Berlin-Prosa + Deckname Lyrik: Reiner Kunze zum 80.
Samstag, 17.08.2013
Heute in den Feuilletons
17.08.2013 In der taz meint Geschäftsführer Kalle Ruch zur Diskussion um die Zukunft der Zeitungen: Wenn die Zeitungen in der Krise sind, dann liegt das an der Ideenlosigkeit der Verlage. In der NZZ kritisiert Pritzker-Preisträger Wang Shu die aktuelle Drama-Architektur, während die FAZ zu den flachen Bauten der Internetkonzerne steile Thesen entwickelt. SZ, taz und irights.info fragen: Warum gibt's nicht mehr Aufregung über den NSA-Skandal?
Bücherschau des Tages
17.08.2013 Die FAZ hört in Christine Koschels Gedichtband "Bis das Gedächtnis grünet" einen leisen Gruß an Paul Celan. Mit großem Interesse liest sie außerdem Beatrice Heusers Analyse des Guerillakriegs. Wer in den Kaukasus, die Türkei, Irak oder Iran reist, sollte John Dos Passos' Reiseaufzeichnungen "Orient-Express" in den Koffer packen, empfiehlt die NZZ. Die SZ lobt Fritz Rudolf Fries' "Last Exit to El Paso" als furiosen Roman über das Altern.
Montag, 19.08.2013
Heute in den Feuilletons
19.08.2013 Der Lebenspartner des Guardian-Journalisten Glenn Greenwald, der Edward Snowdens Papiere veröffentlichte, wurde am Flughafen Heathrow neun Stunden lang festgehalten - unter angeblichem Terrorverdacht. Eine Einschüchterungsmaßnahme gegen Journalisten, vermuten Andrew Sullivan in The Daily Dish und Greenwald selbst im Guardian. In der NZZ erklärt der Sänger und Produzent Ben Zabo, warum Musik in Mali so wichtig ist. In der SZ kritisiert Orhan Pamuk den Westen, der nicht gegen die Absetzung der ägyptischen Muslimbrüder eingeschritten ist.
Bücherschau des Tages
19.08.2013 Die taz freut sich über die Wiederauflage von Ernst Haffners Berliner Jugendroman "Blutsbrüder" von 1932. Die FR folgt Andrea Maria Schenkel ins mörderische Landshut des Jahres 1922. Die FAZ liest Goran Petrovics Abgesang auf Jugoslawien und das Kino. Und der SZ offenbart sich die Dynamik der Industriegeschichte in der Stille der Becherschen Fotografieschule.
Medienticker-Archiv
19.08.2013 Ronnie Grob über die Zukunft der gedruckten Zeitung & Lisa Rüffer über den Aggregatzustand des Journalismus - Medialer Hofknicks vor Angela Merkel: Petra Sorge über Jubeljournalismus - Zensur-Vorwurf: taz-Chefredakteurin verhindert Artikel über Grüne und Pädophilie - Verlagswesen 2.0: Schröpfen on demand - Murdoch wird Hipster: Einstieg bei Vice + Theaterkritik: Anne Lenks Umsetzung der "Räuberhände" von Finn-Ole Heinrich in Hamburg.
Vorgeblättert
19.08.2013 Im "Krieg der Bastarde" geht es um Raub, Mord, Organhandel, Pornofilme, Drogengeschäfte, Boxkämpfe, also um Geld und Liebe, Leben und Tod. In Rio ist dies alles leicht zu haben. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman der brasilianischen Autorin Ana Paula Maia.
Karikaturen und Cartoons
19.08.2013 Wer ist die denn?
Dienstag, 20.08.2013
Heute in den Feuilletons
20.08.2013 Alan Rusbridger, Chefredakteur des Guardian, erzählt, wie Geheimdienstleute des GCHQ in die Redaktion kamen und Laptops zerstören ließen. Kein Kommentar in der taz zur Debatte über einen Artikel zum Thema "Grüne und Pädophilie", den die Chefredakteurin Ines Pohl wegen angeblich falscher Behauptungen nicht drucken ließ. Stefan Niggemeier, die Welt und die FAZ greifen die Geschichte auf. Die SZ entschuldigt sich für die Illustration einer Debatte über die Probleme der Bahn mit einem Foto, das die Gleisanlagen von Auschwitz zeigt. Und aus dem Tagesspiegel, jetzt auch online, wenn auch anderswo, die Geschichte eines Stasi-Offiziers, der bis vor kurzem im Auftrag der Stadt Berlin operierte.
Magazinrundschau
20.08.2013 In der Huffington Post erklärt Gilles Kepel, welchen gravierenden Fehler Mohammed Mursi gemacht hat. Eurozine bewundert die Respektlosigkeit Witold Gombrowiczs in seinen intimen Tagebüchern. Elet es Irodalom besucht das "andere" Ungarn. Fast Company probiert den neuen Lebensmittelservice von Amazon aus. In La Repubblica erzählt der Animationsfilmer Hayao Miyazaki vom Zweiten Weltkrieg. In El Pais Semanal singt Javier Cercas ein Loblied auf Deutschland. The Atlantic untersucht Vor- und Nachteile des Drohnenkriegs. In der NYT schildert die Dokumentarfilmerin Laura Poitras ihre Erfahrungen mit den Geheimdiensten.
Bücherschau des Tages
20.08.2013 Die NZZ feiert die Wiederentdeckung von Sloan Wilsons Klassiker "Der Mann im grauen Flanellanzug". Mit Bewunderung verfolgt sie auch Karl-Markus Gauß' Erinnerungen an Ichwerdung und Schreibinitiation "Das Erste, was ich sah". Die SZ entwickelt ozeanische Gefühle über Philip Hoares "Leviathan oder Der Wal". Und die taz goutiert Peter Stamms grausam kühlen Blick auf die bürgerlichen Protagonisten seines Romans "Nacht ist der Tag".
Medienticker-Archiv
20.08.2013 NSA-Affäre: Hans Magnus Enzensberger über Datensammler und Edward Snowden - Einschüchterung statt Aufklärung: Ein Gespräch mit Hans Leyendecker über den Angriff auf die Pressefreiheit beim Guardian - In der Zeitungsdebatte stellt Michael Haller Fehldiagnosen fest - Digital rettet deutschen Musikmarkt: Erstes Umsatzplus seit über einem Jahrzehnt + Netzbewegung: Zu selbstbezogen, zu unklar.
Karikaturen und Cartoons
20.08.2013 Die Antworten der Sphinx.
Mittwoch, 21.08.2013
Heute in den Feuilletons
21.08.2013 Die zerstörten Laptops des Guardian beschäftigen Blogs und Zeitungen. Für Jay Rosen ist nun endgültig klar: "This battle is global." Dirk von Gehlen betrachtet in seinem Blog das Bild des zerstörten Computers. Die taz hat ein paar Nachfragen an den Guardian. Sascha Lobo fragt sich, ob die Öffentlichkeit jetzt aufwacht. Aber die stiff upper lip der Briten rührt sich so gut wie gar nicht, beobachtet die FAZ, die der Bundesregierung aber auch nicht, hat Stefan Niggemeier herausgefunden.
Bücherschau des Tages
21.08.2013 Angesichts der Erzählwucht von Helene Weckers Debütroman "Golem und Dschinn" bedauert die FR den Mangel an Fantastik in der deutschen Gegenwartsliteratur. Die taz teilt die von Jürgen Borchert in "Sozialstaatsdämmerung" formulierte Kritik an der sozialen Lage in Deutschland, nicht jedoch seine Hoffnung auf Abhilfe durch die SPD. Und die SZ taucht mit Ernst Haffners nach 80 Jahren wiederveröffentlichtem Cliquenroman "Blutsbrüder" in die Berliner Halbwelt der Weimarer Zeit ab.
Medienticker-Archiv
21.08.2013 Zeitungsdebatte: Daniel Bröckerhoff über das Alleinstellungsmerkmal von Tageszeitungen - Bereit zu zahlen: Jürgen Vielmeiers gut gemeinter Ratschlag an seine Lokalzeitung - Bild-Vize wird Spiegel-Vize: Wolfgang Büchner holt Nikolaus Blome - Newsdienst will Tiefe & Kontext: Passende Schlagzeilen auf Twitter - Indiskrete Rüpel-Bürger: "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" in Salzburg.
Im Kino
21.08.2013 Michael Bay fühlt sich in "Pain and Gain" in die paradoxe Psychologie der Bodybuilder ein. Keith Millers "Welcome to Pine Hill" erzählt über alltägliche Gesten von einem einsamen Sterben im Wald.
Donnerstag, 22.08.2013
Heute in den Feuilletons
22.08.2013 Huffington Post bringt ein erstes Interview mit David Coombs, dem Anwalt von Bradley Manning, der zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Der schlimmste Schaden, den Manning angerichtet hat, ist die Verlegenheit vieler Amerikaner über ihr Land, meint er. Die Nachricht, dass Bild-Vizechefredakteur Nikolaus Blome zum Spiegel geht, stößt in der taz auf Befremden. Der Tagesspiegel hatte diese Meldung, bevor sie wahr wurde, schon als Satire. In der NZZ beklagt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova die Übernahme Russlands duch alte KGBler. Der Putsch gegen die Muslimbrüder in Ägypten ist ein Putsch gegen Demokratie in islamischen Ländern, meint Ian Buruma in der Welt. Die annoncierte Neuordnung der Berliner Museumslandschaft stößt auf den lauwarmen Applaus der Feuilletons.
Bücherschau des Tages
22.08.2013 Viel Lob für Clemens Meyers "Im Stein": für die FAZ ist es ein sehr guter, für die taz ein wichtiger Roman, wenn auch näher am "Tatort" als am Gesellschaftsroman, wie die Zeit einwendet. Die FAZ erkundet "Die Berge Kaliforniens" in John Muirs Klassiker des nature writing. Die NZZ lässt sich von Susanne Schanda die Rolle der Literatur in der ägyptischen Revolution erläutern. Und die Zeit staunt über Helene Hegemanns Professionalisierungsschub in ihrem neuen Roman "Jage zwei Tiger".
Vorgeblättert
22.08.2013 Die Mars-Kolonisten, die schon lange den Kontakt zur Erde verloren haben, leben in einer analphabetischen Kultur. Nur ein junger Hilfsarzt liest die alten Bücher und schreibt auf ihre leeren Seiten. Auf der Erde ist derweil der alte Spirthoffer der letzte, der die alten Elektrogeräte reparieren kann. Hier eine Leseprobe aus Georg Kleins Roman "Die Zukunft des Mars".
Medienticker-Archiv
22.08.2013 Guardian und die NSA-Affäre: Josef Joffe fühlt sich an die die Spiegel-Affäre erinnert & Glenn Greenwald meint, die USA würden Journalismus für ein Verbrechen halten & Wolfgang Michal erklärt, warum die deutsche Regierung so still ist - Schriftsteller im Elfenbeinturm: Mischen sich die deutschen Autoren zu wenig ein? + Streunende Hunde: Wolfram Schütte über Jean Rolins literarische Reportagen.
Freitag, 23.08.2013
Heute in den Feuilletons
23.08.2013 In der taz erklärt die gehörlose US-Klangkünstlerin Christine Sun Kim, wie sie Klang sichtbar macht. Die NZZ erhofft sich von den Berliner Museumsplänen ein Ende der "bizarren Schäbigkeit", die das Kulturforum auszeichne. Das Entsetzen über den Bradley-Manning-Prozess hat nichts mit Antiamerikanismus zu tun, meint Constanze Kurz in der FAZ. In der FAZ verkündet überdies Mavis Staples eine universale Botschaft: die des Soul.
Bücherschau des Tages
23.08.2013 Die einzig uneingeschränkte Leseempfehlung des Tages spricht die
FR für
Marion Poschmanns Roman "Die Sonnenposition" aus (hier unser
Vorgeblättert) und schlägt ihn auch gleich für den deutschen Buchpreis vor. Außerdem rät sie denen, die von der schweren Kost des Wagner-Jahres erschöpft, aber von Wagner noch nicht satt sind, zu
Dietrich Macks Studie über "Wagners Frauen". Die
FAZ lässt sich
Matthias Polityckis "Samarkand Samarkand" als orientalische Abenteuererzählung, nicht aber als politische Parabel gefallen.
Medienticker-Archiv
23.08.2013 Politik im Internet: Stefan Schulz über Googles gefährliche Meinungsmache - Daniel Bröckerhoff erklärt, warum er Zeitungen hasst (und andere Allgemeinplätze) & Ines Pohl erklärt die Nicht-Veröffentlichung eines taz-Artikels über Pädophilie und grüne Ideologie - HuffPo: Arianna Huffington verbannt anonyme Kommentare - Nachhall: Per Olov Enquists "Buch der Gleichnisse" + Theater-Kritik: "Horváths Italienische Nacht" in Berlin.
Karikaturen und Cartoons
23.08.2013 Diese Stille muss man aushalten können.
Samstag, 24.08.2013
Heute in den Feuilletons
24.08.2013 Die 50-Jahre-Bilanz von Martin Luther Kings "I have a dream" fällt durchwachsen aus: der einstige Nestbeschmutzer ist nun eine nationale Ikone, wie die taz feststellt, aber Barack Obama schlägt kaum verhüllter Rassismus entgegen, wendet die SZ ein. Die SZ informiert außerdem über existenzbedrohende Querelen beim Spiegel. In der NZZ erklärt Youssef Rakha, warum viele liberale Intellektuelle in Ägypten das harte Vorgehen der Armee gegen die Muslimbrüder befürworten. Die FAZ begibt sich in Prag auf Korruptionstourismus. Und der Guardian berichtet, dass Google, Facebook und Co. für ihre Zusammenarbeit mit der NSA mit Millionenzahlungen entschädigt wurden.
Bücherschau des Tages
24.08.2013 Die NZZ würde Ahmadou Kouroumas monumentalen Roman "Monnè: Schmach und Ärger" über Afrikas Kolonialgeschichte am liebsten zur Pflichtlektüre machen. Außerdem staunt sie über das literarische Geschick des rumänischen Wirtschaftsministers Varujan Vosganian, der in seinem "Buch des Flücsterns" die Geschichte der Armenier erzählt. Die SZ folgt Clemens Meyer ebenso freudig durch Leipzigs Unterwelt wie einst Hubert Fichte durch St. Pauli. Außerdem würdigt sie gebührend Rüdiger Safranskis neue Großbiografie "Goethe". Die FAZ bespricht auch T.C. Boyles neuen Roman "San Miguel" hymnisch. Helene Hegemanns "Jage zwei Tiger" wird dagegen sehr kontrovers aufgenommen.
Montag, 26.08.2013
Heute in den Feuilletons
26.08.2013 In der FAZ will der ägyptische Autor Alaa al-Aswani das Argument des Putsches gegen die Muslimbrüder nicht gelten lassen. Die SZ erklärt, warum der Vergleich der NSA mit der Stasi irreführend ist. In der taz erklärt der kritische Ärztevertreter Ellis Huber der Autorin Gabriele Goettle, wie er sich das ideale Gesundheitssystem vorstellt. Wolfgang Michal fürchtet in Carta um die Mitarbeiter KG des Spiegel, und auch alle anderen Medien sind sehr aufgeregt über die Vorgänge beim Nachrichtenmagazin.
Bücherschau des Tages
26.08.2013 Die SZ liest Peer Meters und Gerda Raidts Comic "Böse Geister" über eine spießige Kindheit als subtile Horrogeschichte. Sehr empfehlen kann sie auch noch mal Abbas Khiders Roman "Brief in die Auberginenrepublik". Die FAZ will Kurt Flaschs philosophisch-kritische Schrift "Warum ich kein Christ bin" theologisch nicht gelten lassen. Und auch Jakob Augsteins politischer Aufruf zur "Sabotage" lockt sie nicht hinterm Bauzaun hervor.
Vorgeblättert
26.08.2013 Der brasilianische Schriftsteller Graciliano Ramos erzählt von seiner unglücklichen Kindheit im Nordosten Brasiliens am Anfang des 20. Jahrhunderts. Er wächst in ärmlichen Verhältnissen auf, ist oft kränkelnd und wird wenig beachtet. Das Lesen, das er mühsam mit neun Jahren lernt, bringt ihm die Rettung und die Literatur wird zu seinem Leben. Lesen Sie hier einige Kapitel aus "Kindheit".
Medienticker-Archiv
26.08.2013 Spiegel stellt China-Investment von Middelhoff infrage - King of Cool: Nachruf auf Elmore Leonard - In den Krieg gezogen: Rimini-Protokoll präsentiert "Situation Rooms" - NZZ-Mediengruppe: Weniger Gewinn im ersten Halbjahr 2013 - Auf der Wellencouch: Peter Stephan Jungk über einen Besuch bei Anna Werfel - Infam:Wolfram Schütte zur Causa Pädophilie & taz + Der Philosoph des Jazz: Wayne Shorter zum 80.
Mord und Ratschlag
26.08.2013 Jennifer Egan verfolgt in ihrem Twitter-Stream "Black Box" den Einsatz einer Drohne mit menschlichem Antlitz im Mittelmeer. C.S. Forester erzählt in seinem wiedergefundenen Roman "Tödliche Ohnmacht" die englische Rachetragödie aus der Sicht einer Hausfrau.
Essay
26.08.2013 Die "mosaische Unterscheidung" ist nicht statisch. In der Praxis haben Religionen gelernt, miteinander zu leben. Nur atheistische und religiöse Fundamentalisten suchen noch nach dem "Eigentlichen".
Karikaturen und Cartoons
26.08.2013 Wie soll man da noch eine rote Linie erkennen können?
Dienstag, 27.08.2013
Magazinrundschau
27.08.2013 In National Geographic schildert Jonathan Franzen die Jagd auf Singvögel in Albanien und Ägypten. HVG stellt den ungarisch-französischen Philosophen György Politzer vor. Im Guardian sieht die ägyptische Schriftstellerin Ahdaf Soueif nur noch Militär. In Le Point hat BHL keinerlei Sympathie für die ägyptischen Generäle. LA Weekly untersucht den Tod des investigativen Journalisten Michael Hastings. Die London Review feiert die modernistische Morgendämmerung in Form der Mods, das Men's Journal in Form des Bops. Das New York Magazine spürt Thomas Pynchon nach und bereitet uns auf phantastische Masturbationsszenen im neuen Film von Scorsese vor.
Heute in den Feuilletons
27.08.2013 Im NYRblog fürchtet Tim Parks, dass sich Italien von Silvio Berlusconi erpressen lässt. David Carr fragt sich in der New York Times, warum Edward Snowden oder Julian Assange ausgerechnet von Journalisten oft so gnadenlos angegriffen werden. Die NZZ besucht die Insel Samos und trifft auf neueste Kunst und Emigranten. Die Ausstellung über die Völkerschlacht im Deutschen Historischen Museum findet die Gnade der SZ so wenig wie die der FAZ. In der FAZ besingt György Konrád seine Stadt Budapest.
Bücherschau des Tages
27.08.2013 FAZ und NZZ feiern Peter Henisch und seinen neuen Roman "Mortimer & Miss Molly" und lernen, sich liebend und erzählend von der Welt zu befreien. Die FAZ bespricht auch Daniel Kehlmanns neuen Roman "F", der kraftvoll vom Ringen mit Schicksal, Wahrheit und Lüge erzähle. Die SZ erklimmt mit Thomas Glavinic den Mount Everest der Liebe. Und die FR begibt sich mit Ulrike Kolb zu einem Treffen existenziell Verunsicherter.
Medienticker-Archiv
27.08.2013 Gutsherr Seehofer: Doch auch in Bayern gilt die Rundfunkfreiheit - YouTube-Nachrichtenkanäle: Marc Reichwein über Do-it-yourself-Nachrichten - "Wir wollen nicht": Frank Schirrmacher über das Zeitalter von Big Data - Im Angesicht des Todes: Kriegsfotografie und journalistische Ethik + Spiegel-Vize-Light: Büchner+Blome gegen den Rest der Redaktion & Augsteins Tochter soll es richten.
Mittwoch, 28.08.2013
Heute in den Feuilletons
28.08.2013 Alle Feuillletons trauern um Wolfgang Herrndorf, der sich vorgestern Abend erschossen hat. In der FAZ schreibt Michael Lentz einen Abschiedsbrief. Die taz und alle anderen bewundern sein Blog, indem er seine Krankheit protokollierte. In Spiegel Online stöhnt Sascha Lobo über die Abwesenheit jeglicher roten Linie bei Angela Merkel. Der New Statesman staunt über den Patriotismus von Iron Maiden. Die NZZ besucht den Geschichtsraum Gibraltar.
Bücherschau des Tages
28.08.2013 Mit seiner "Geschichte eines jüdischen Soldaten" erweist sich Simon Dubnow als Begründer der modernen jüdischen Geschichtsschreibung, stellt die FAZ fest. Beeindruckt zeigt sie sich auch von Swetlana Alexijewitschs Beschreibung vom "Leben auf den Trümmern des Sozialismus". Die NZZ empfiehlt Per Olov Enquists "Buch der Gleichnisse" als kunstvoll komponierte autobiografische Liebesgeschichte. Und die SZ fühlt sich von Nellja Veremejs Debütroman "Berlin liegt im Osten" an Anna Karenina erinnert.
Medienticker-Archiv
28.08.2013 Syrian Electronic Army legte New York Times lahm - Was Verleger panisch macht: Christoph Bläsi über die Zukunft von E-Books und gedruckten Büchern - Kathrin Passig & Ira Strübel werfen einen Seitenblick auf den Umgang mit Autoren - Ankunft mit Hindernissen: Electric Party Songs in Berlin - Lokaljournalismus wagen: Über lokale Zeitungen, Blogs und Reporter + Steven Johnson erklärt uns "Wo gute Ideen herkommen".
Im Kino
28.08.2013 Zwei außergewöhnliche Autorenfilme, von Park Hoon-jun und Johnnie To, kann man derzeit auf dem Fantasy Filmfest entdecken. Michael Winderbottom weicht unterdessen in seinem Softporno-Biopic "The Look of Love" dem Schund aus.
Karikaturen und Cartoons
28.08.2013 Tanz mit zwei Teufeln.
Donnerstag, 29.08.2013
Heute in den Feuilletons
29.08.2013 Venedig hat angefangen: Die Welt ist beeindruckt von Edgar Reitz' "Heimat" im 19. Jahrhundert. Die taz springt mit George Clooney im Eröffnungsfilm "Gravity" von Level zu Level. Die Berliner Zeitung erklärt, warum den Osteuropäern alle Musik Melodie war. Arianna Huffington gründet mit Nicolas Berggruen eine Art Konkurrenz zu CNN, meldet AllthingsD. In der FAZ bekennt Adonis seinen Abscheu vor religiösen Regimes. Viel sexier als Putin mit nacktem Oberkörper ist Medwedew in Frauenunterwäsche, finden wir. Aber der Künstler muss gehen.
Bücherschau des Tages
29.08.2013 Zwei dreibändige Ausgaben rufen bei der FAZ besondere Begeisterung hervor: Jacob L. Talmons "Geschichte der totalitären Demokratie" sowie autobiografische Schriften und Briefe von Ludwig Greve. Mit seinem Roman "K. oder Die verschwundene Tochter" betreibt Bernardo Kucinski Aufklärung und Gedächtnisarbeit im besten Sinne, meint die taz. Die Zeit folgt Kurt Flaschs Argumentation "Warum ich kein Christ bin" und verliebt sich dank Rüdiger Safranskis Biografie aufs Neue in Goethe.
Medienticker-Archiv
29.08.2013 Wenn ein Medienhaus bebt oder Des Spiegels Büchner+Blome: Franziska Augstein hält Blome für eine "Katastrophe" & Die Paradoxie der Mitarbeiter KG - Neuausrichtung: Grünes Licht für Umbau bei G+J - Günter Wallraff über Vernichtungsjournalismus - Pluralismus im digitalen Zeitalter: Die Luft für kleine Medien wird dünner im Schweizer Pressesektor + "Sagerts Welt": Besessen vom Kleinsten und Größten zugleich.
Freitag, 30.08.2013
Heute in den Feuilletons
30.08.2013 Der Freitag sieht die Wunderkinder der Literatur, Hege- und Kehlmann als kongeniale Chronisten des Scheiterns einer Generation. Teju Cole erstellt ein Dictionnaire des Idées Reçues mit künftig verbotenen Aperçus, Sottisen und vornehmen Ersatzvokabeln fürs eigentlich Komische. Edgar Reitz' in Venedig gezeigtes "Heimat"-Prequel beeindruckt die Kritikerinnen. Alex Ross empfiehlt und wir embedden ein Ensemble aus den "Meistersingern" mit den genialen Sängern Elisabeth Schumann, Lauritz Melchior und anderen. Die NZZ aber zergeht in der Hitze Japans.
Bücherschau des Tages
30.08.2013 Der Graben zwischen den Geschlechtern ist In Martin Walsers neuem Roman "Die Inszenierung" tiefer denn je, stellt die FAZ fest und weidet sich beeindruckt am Walserschen Unglücksglück. Schwer verwirrt, aber glücklich kämpft sie sich außerdem durch Péter Esterházys kunstvoll fragmentierten Roman "Esti". Eigentlich ist T.C. Boyle ein viel zu guter Autor, um historische Romane zu schreiben, meint die SZ. "San Miguel" findet sie aber trotzdem recht gelungen.
Medienticker-Archiv
30.08.2013 Medienkonzentration & Meinungsmacht: ARD vor Bertelsmann, Springer, ProSiebenSat.1 + ZDF - Hansdampf in allen Mediengassen: Stefan Aust wird Radioreporter - AGOF mobile facts: Spiegel vor Bild - Spiegel-Krach: Revolution muss leider entfallen - Einladung zur Lektüre: Im österreichischen Mischwald der Dichtung - Aphorismen und kleine Prosa: Carl Wilhelm Macke über Rainer Malkowski & Aktualisiert: Zum Tod von Seamus Heaney.
Karikaturen und Cartoons
30.08.2013 Worauf warten wir noch?