Freitag, 01.04.2011
Heute in den Feuilletons
01.04.2011 In der NZZ mag Andrzej Stasiuk nicht mehr an den Westen glauben, auch nicht, wenn er in Libyen interveniert. In der taz wirft Ulrich Beck der Politik vor, uns nicht vorm Unvorstellbaren bewahrt zu haben. Auf Carta wird über die Öffentlich-Rechtlichen diskutiert: Sollen Gebühren auch an andere Medien gehen, oder soll das Programm noch ausgeweitet werden, um sinkendes Interesse zu kompensieren? Der Menschenrechtsexperte Jean Ziegler muss sich nach verschiedenen Berichten gegen den Vorwurf der Nähe zu Gaddafi verteidigen. SZ und FAZ kommen nochmal, etwas milder als gestern, auf die umstrittene Aufklärungsausstellung in Peking zurück.
Bücherschau des Tages
01.04.2011 Schön unabgeschlossen erscheint der
taz die
Post-Punk-Ära in
Martina Lenzins Comic "rpm". Sehr gern gelesen hat sie auch den Hacker-Roman "Underground" von
Suelette Dreyfus und
Julian Assange. Die
SZ kann
Sascha Hommers dichten Comic "Dri Chinisin" nach Erzählungen von
Brigitte Kronauer sehr empfehlen. Die
FR liest Bücher über
das Böse (hier unser
Vorgeblättert zu
Terry Eagleton).
Medienticker-Archiv
01.04.2011 Einmal Meinung, bitte! oder Warum in Fernsehtalks häufiger Printjournalisten eingeladen werden - China: Einreiseverbot für Tilman Spengler - Google-Gründer: Larry Page Durchgeknallt - Gruner + Jahr "finanziell kerngesund" und Vorstandschef Bernd Buchholz kritisiert Nachgiebigkeit der Verlage gegenüber Apple - Plagiate: Scheinheilige Professoren.
Samstag, 02.04.2011
Heute in den Feuilletons
02.04.2011 In der FR erklärt Alfred Neven DuMont, wie er die "Qualität wie gewohnt" trotz der Entlassung Dutzender Redakteure erhalten will. Und Parag Khanna bekennt: "Ich bin für Tyrannenmord". Die Welt feiert ihren 65. Geburtstag. Und Fritz J. Raddatz kollabiert bei der Lektüre von Ciorans frühen Schriften. Die NZZ liest syrische Gefängnisliteratur und entwickelt einen islamischen Begriff der Menschenrechte.Die SZ verteidigt Jean Ziegler und plaudert mit Cat Stevens.
Bücherschau des Tages
02.04.2011 Die NZZ empfiehlt, unbedingt Ryunosuke Akutagawas Prosatexte aus den 20er Jahren zu lesen: Schwarze Romantik! Klassiker! Die FAZ fliegt mit Juri und Dackel Laika zum Mond und will nicht wieder zurück. Die FR lernt von Henning Andresen einiges über die Tücken der Entwicklungshilfe. Die taz folgt dem Polizisten Pierre Dragon und dem Zeichner Frederik Peeters bei einem verdeckten Einsatz in Paris-Belleville.
Montag, 04.04.2011
Heute in den Feuilletons
04.04.2011 Ai Weiwei ist am Flughafen von Peking festgenommen worden. Seitdem fehlt jeder Kontakt - die FAZ liest Twitter. "Die Katastrophe ist da", sagt die pakistanische Autorin Sara Suleri Goodyear nach den extremistischen Morden in Pakistan. Der Islam hat nichts mit Genitalverstümmelung zu tun, sondern wendet sich mit aller Schärfe (wenn auch ohne Erfolg) dagegen, versichert die FAZ. In der Welt reagiert Moshe Zimmermann auf eine von dem Historiker Johannes Hürter und dem Spiegel aufgeworfene Kritik an der Studie über das Auswärtige Amt. In der taz spricht Rafik Schami über die Revolte in Syrien. Außerdem: Hymnen auf Anna Netrebko.
Bücherschau des Tages
04.04.2011 Die FR ist hin und weg von Peter Kurzecks 1000-seitigem Roman "Vorabend": Macht süchtig und glücklich. Sehr beeindruckt liest die SZ Peter Heathers epischen Bericht über die wandernden Menschheit des ersten Jahrtausends "Invasion der Barbaren". Gebannt verfolgt die FAZ Pavel Kohouts Erinnerungen an ein Leben voller Widersprüche: "Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel".
Medienticker-Archiv
04.04.2011 Zum 80. Geburtstag des Dramatikers Rolf Hochhuth - Künstlerfreundschaft im Exil: Über Klaus Modicks Roman "Sunset" über die Freundschaft zwischen Brecht und Feuchtwanger - Kriegszüge & Bußgänge in Gottes Namen: Über Thomas Asbrigdes "Kreuzzüge" - Konzernbilanz: Gute Online-Geschäfte bei Holtzbrinck - Preisbindung: Die Grenzen des Gutscheinmodells + Drei Theater-Nachtkritiken aus Hamburg, Zürich und Mannheim.
Dienstag, 05.04.2011
Magazinrundschau
05.04.2011 Der Globe and Mail reist ins arktische Nunavut, das ein failed state zu werden droht. Tehelka porträtiert Onir, den einzigen offen schwulen Filmregisseur Bollywoods. In Salon fragt sich Jachym Topol, warum die tschechische Kritik so harsch auf Vaclav Havels Debütfilm reagiert. Der New Yorker entwirrt die komplizierte Gemengelage im Jemen. Polityka stellt fest: Die Polen lesen nicht. Wenn Gandhi nicht bisexuell war, warum macht Joseph Lelyveld dann so viele Andeutungen in die Richtung, fragt Outlook India.
Heute in den Feuilletons
05.04.2011 Die Welt bringt ein Interview mit der Philosophin Bettina Stangneth, die das Bild von Adolf Eichmann als banalem Bürokraten in Frage stellt. Die taz berichtet über geradezu hysterische Reaktionen auf Joseph Lelyvelds Gandhi-Biografie "Great Soul", die fragt, ob Gandhi ein Verhältnis mit einem Deutschen hatte. Der FAZ scheint die deutsche Aufklärungs-Goodwill-Aktion in Peking anlässlich der Verhaftung Ai Weiweis noch schaler. Die SZ bringt ein Interview mit Ai Weiwei, das vor der Verhaftung geführt wurde: Er bekennt darin seine Angst vor dem Regime.
Bücherschau des Tages
05.04.2011 Lehrreich und vergnüglich findet die FR Philipp Bloms emphatische Porträts der "Bösen Philosophen", der radikalen Aufklärer im Pariser Salon Holbach. Fasziniert liest die NZZ Giorgio Vastas Roman "Die Glasfresser" als ein Lehrstück über die moralische Verwahrlosung Italiens in den 70er Jahren. Humor und Eleganz attestiert die FAZ Colson Whiteheads Roman "Der letzte Sommer auf Long Island".
Medienticker-Archiv
05.04.2011 Wieland Freund über David Foster Wallaces letzten Roman "The Pale King" - Stabile Buchbranche mit wenig Dynamik: Publikumsverlage hängen am Bestsellerglück - Amazon: Der Riese rüstet auf - Zukunft der Printmedien: Zeitungen und das Warten auf einen abgefahrenen Zug - Mord in Jenin: Der israelisch-palästinensische Theatermacher Juliano Mer-Chamis wurde erschossen - Ägypten: Konterrevolutionäre Tendenzen und Deja-vu in Kairo + Wim Wenders sagt Bayreuth ab.
Karikaturen und Cartoons
05.04.2011 Die richtige Anwendung.
Redaktionsblog - Im Ententeich
05.04.2011 Erstaunlich mit welcher Chuzpe deutsche Zeitungen Wahrheiten verschweigen, die ihnen nicht in den Kram passen - als könnten sie im Zeitalter des Internets immer noch darüber entscheiden, was die Öffentlichkeit wissen soll und was nicht.
Dass der beliebte Globalisierungkritiker Jean Ziegler dem Oberst Gaddafi nahegestanden hat, will man in der SZ, ja sogar der FAZ und bei Welt-Online offenbar lieber nicht hören.
"Tatsächlich hat er das Gaddafi-Regime weit differenzierter als andere beurteilt, sich aber auch immer distanziert," erzählte Michael Frank in der SZ, als die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller Ziegler wieder von den Salzburger Festspielen auslud, wo er als gutes Weltgewissen Ende Juli die Eröffnungsrede halten sollte.
Mittwoch, 06.04.2011
Heute in den Feuilletons
06.04.2011 Von Ai Weiwei fehlt nach wie vor jede Spur. Die FAZ sucht nach Gründen für die neueste Repressionswelle in China. Der Perlentaucher fragt: Wie nahe standen sich Globalisierugskritiker Jean Ziegler und Oberst Gaddafi? In der NZZ versichert die Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, dass sie eine neue Baukultur einführen will. Die Zeitungen sind entsetzt über den Mord an Juliano Mer Khamis. Die taz ist nach Dschenin gefahren und spricht mit Freunden und Feinden des jüdisch-palästinensischen Theatermachers.
Bücherschau des Tages
06.04.2011 Grabeskalt weht es die SZ an aus Thomas Harlans Buch "Veit" über seinen Vater, den NS-Propagandaregisseur Veit Harlan. Mit Vergnügen liest sie Rüdiger Schapers essayistische Erzählung "Die Odyssee des Fälschers" über den griechischen Meisterfälscher Konstantin Simonides. Die FAZ hält ehrfürchtig einen Reprint des ersten Fotobuchs der Geschichte in den Händen: William Henry Fox Talbots "The Pencil of Nature".
Medienticker-Archiv
06.04.2011 Schwarz-gelbe Koalition beerdigt Netzsperren-Gesetz endgültig - Bild: Partei oder Kaufhaus? Was Bild alles sein soll und Web-Reporter: Hyperlokale Bürgerjournalisten - Riekelhafte Prozessberichte - Internethandel: Amazon kehrt zurück an die Spitze und Media-Saturn übernimmt Redcoon - Der falsche Prophet: Philipp Blom über "Böse Philosophen" - Japan: An Schlagzeilen erstickt - Mixtape, Baby! Eine literarische Liebeserklärung an die Kassette.
Im Kino
06.04.2011 Einen Boxerfilm nach wahren Begebenheiten erzählt David O. Russell in "The Fighter" - und wuchert mit erstaunlichen Haupt- und Nebendarstellern sowie Haupt- und Nebenbegebenheiten. Ganz straight dagegen zieht Jason Statham seinen Job als Actionstar im Remake des Charles-Bronson-Films "The Mechanic" durch.
Karikaturen und Cartoons
06.04.2011 Alles Krücken.
Donnerstag, 07.04.2011
Heute in den Feuilletons
07.04.2011 La Quadrature du Net fürchtet eine Verschärfung der Gesetze im Sinne der Verwerter von Urheberrechten. BoingBoing staunt: die neue Urheberrechtsbeauftragte der EU ist eine Lobbyistin der Musikindustrie. In der SZ kritisiert Jürgen Habermas die Politik und fordert eine europäische Ziviligesellschaft. Und in der Zeit fordert der Dresdner Museumsdirektor und Mitorganisator einer Pekinger Ausstellung über "Aufklärung", Martin Roth die Medien frech auf, ihn mit Ai Weiwei in Ruhe zu lassen: "Es gibt Hunderte Künstler wie ihn."
Bücherschau des Tages
07.04.2011 FAZ und taz feiern unisono die Autobiografie des liebenswürdigen, narzisstischen, noblen und witzigen Werner Schroeter. Die NZZ präsentiert den neuen Stern am französischen Comic-Himmel: Nine Antico, die in "Coney Island Baby" Betty Page und Linda Lovelace ein Denkmal setzt. Und die Zeit verehrt wieder Peter Handke, der in "Der Große Fall" so schön, so schlicht erzählt wie in seinen Anfangszeiten.
Medienticker-Archiv
07.04.2011 Martin Walser über ein deutsch-deutsches Zeit-Streitgespräch heute vor 50 Jahren - Unverbesserlich altmodisch in die Zukunft: Wochenzeitung Kontext erstmals erschienen - Zukunft des Kinderbuchs: Was App ist, kann Buch werden - Balmer Street View: Auch Microsoft filmt Deutschlands Straßen - Rosa von Praunheim stellt die schamlose Wirklichkeit dar: Ein Interview + Wie die Times-Paywall die Redaktion vergrault.
Freitag, 08.04.2011
Heute in den Feuilletons
08.04.2011 Achtung! Der Dresdner Museumschef Martin Roth, Organisator einer Ausstellung über "Aufklärung" in Peking klärt in der Sächsischen Zeitung auf: Um Ai Weiwei muss man sich kaum Sorgen machen, um die Produtkion des Phaeton sehr wohl. In der FAZ schildert die ehemalige türkische Richterin Emile Ülker Tahan die immer stärkeren Islamisierungstendenzen in ihrem Land. In der SZ erklärt Andras Schiff, warum er in seiner Heimat Ungarn nicht mehr auftreten wird. Der Tagesspiegel begleitet eine Grünen-Delegation zu Oberst Gaddafi.
Bücherschau des Tages
08.04.2011 Großes Leseglück bescheren der FR Bruno Schulz' märchenhafte Erzählungen "Das Sanatorium zur Sanduhr". Sehr gelungen findet die SZ Richard Kämmerlings' Literatur-Debattenbuch "Das kurze Glück der Gegenwart". Zum hundertsten Geburststag Emile Ciorans lesen FAZ und FR schaudernd seine emphatischen Essays über das nationalsozialistische Deutschland. Gruseln macht die FAZ auch Jose Sanchez de Murillos Biografie der Friedensheroine Luise Rinser mit einem Faible für Führerfiguren.
Medienticker-Archiv
08.04.2011 Protest bei der FR: "Frankfurter Kollegen büßen für andere", meint die Berliner Zeitung - Freitag-Chefredakteur Philip Grassmann im Interview: "Die mediale Revolution ist eine Chance" - E-Book-Plattform: "Libreka muss verkauft werden" - Thomas Knüwer über das "Zeitalter des Inhaltes" - Pay-TV to go: Sky go bietet Pay-TV im Web und als App + Wir sind das Netz: Katrin Rönickes angewandte Heldinnenforschung.
Virtualienmarkt
08.04.2011 Der arabische Booker-Preis für Raja Alem wäre mehr als schnöselige Meldungen mit dummen Überschriften wert.
Samstag, 09.04.2011
Heute in den Feuilletons
09.04.2011 In der Welt verteidigt Robert Menasse die EU gegen ihre Kritiker: Nicht Brüssel sei das Problem, sondern Berlin! In der taz warnt die Philosophin Agnes Heller vor der neuen ungarischen Verfassung, die keine republikanische mehr sein will, sondern eine christliche. In der SZ setzt der Belgier Pierre Mertens auf den Humor seiner Landsleute. Die NZZ fragt, wie vulgär Ciorans Menschenverachtung war. Die Organistoren der Aufklärungsausstellung in Peking geben in der FAZ kund, dass sie wenn dann bitte in der Talkshow kritisiert werden möchten. Die taz findet den Dresdner Museumsdirektor Martin Roth und seine Äußerungen über Ai Weiwei gemeingefährlich.
Bücherschau des Tages
09.04.2011 In der SZ liest Jean Bollack gebannt, wie der junge Freud und seine Braut Martha Bernays im Briefwechsel ihr künftiges Verhältnis austarierten. Die NZZ verneigt sich vor dem poetischen Talent Alexander Nitzbergs, der Daniil Charms nachübersetzt hat. Die FAZ taucht tief ein in die Welt der isländischen Sagas. Und die taz fühlt sich gut informiert mit Douglas Couplands Marshall-McLuhan-Biografie.
Montag, 11.04.2011
Heute in den Feuilletons
11.04.2011 Die Empörung über den Dresdner Museumschef Martin Roth und weitere deutsche Kulturmandarine schwillt an - auch unter Museumskollegen: Der Schweizer Kurator Hans-Ulrich Obrist bedauert in der Welt, dass sich die Organisatoren der Aufklärungsausstellung nicht mit Ai Weiwei solidarisieren. Sein Kollege Raimund Stecker vom Lehmbruck-Museum bezeichnet Roths Ausstellung als "Dekoration der Macht". Auch Herta Müller fragt, warum die deutsche Kulturpolitik beim chinesischen Regime "um Anerkennung winselt". Die SZ besuchte einen "Gesprächssalon" zur Ausstellung in Peking, in der die deutschen Kulturfunktionäre Ai Weiweis Namen nicht einmal in den Mund nahmen. Die NZZ beobachtet: Im Ausstellungskatalog wird der Kommunismus als Krönung der Aufklärung verkauft. Der Tagesspiegel fordert eine Entschuldigung von Martin Roth. Die Verleihung der Lolas hat in den Feuilletons kollektives Gähnen ausgelöst.
Bücherschau des Tages
11.04.2011 Explosiv findet die SZ Bettina Stangneths Studie "Eichmann vor Jerusalem", die zeigt, wie der Menschheitsverbrecher stetig an der Inszenierung seiner selbst arbeitete. Brillanz, Kraft, Leidenschaft und Witz findet sie in John Cheevers Roman "Die Lichter von Bullet Park", der vom suburbanen Wahnsinn der 60er Jahre erzählt. Auf den "viktorianischen Urgrund" stößt die FAZ im Briefwechsel zwischen Sigmund Freud und seiner späteren Frau Martha Bernays.
Bücher der Saison
11.04.2011 Literatur ist, wenn es ungemütlich und doch herrlich ist. Den Literaten gelang es in dieser Saison am besten in Erzählungen, an erster Stelle Clemens J. Setz in "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes". Große Romane sind in dieser Saison Mangelware. Dafür gibt's gute Reportagen, Erinnerungsbücher und viel böse Philosophen.
Medienticker-Archiv
11.04.2011 Der Buchbranche wachsen die Führungskräfte nicht nach - Transport einer Hülle: Was wird aus Eichborn? - Gute Geschäfte: Wie der Berliner Kunsthandel von der Verfolgung der Juden profitierte - Tauchfahrt in die Innereien des Krieges: Goedart Palm über Leon Bloys "Blutschweiß" - Synkopierter Trauermarsch für Brecht: Peter H. Gogolin über Klaus Modicks "Sunset" - "Über Leben" in Berlin + "Viel Lärm um nichts" in Dresden.
Dienstag, 12.04.2011
Magazinrundschau
12.04.2011 In der NYRB bewundert Zadie Smith Christian Marclays 24-stündige Filmmontage "The Clock". Geisteswissenschaft ist keine rhetorische Meinungsäußerung, erklärt Andras Balint Kovacs in Elet es Irodalom. Der New Yorker lässt sich erklären, warum Chinesen Europa bereisen. In Micromega streiten sich Jean-Luc Nancy und Alain Badiou über die Intervention in Libyen. Reuters erklärt, warum Rupert Murdoch mit MySpace scheiterte. In Open Demcracy antwortet Irina Borogan auf Andrej Kontschalowskis Behauptung, nicht Gorbatschow, sondern Andropov habe mit dem sowjetischen Totalitarismus aufgeräumt.Die NYT bespricht Deborah E. Lipstadts Buch über den Eichmann-Prozess.
Heute in den Feuilletons
12.04.2011 In der FAZ fragt Durs Grünbein nur: Wo ist Ai Weiwei? Und die Documenta-Kuratoren Roger M. Buergel und Ruth Noack greifen die Pekinger Ausstellung über "Aufklärung" scharf an. In der Berliner Zeitung erklärt der Dresdner Museumsmann Martin Roth, wie er durch seinen Einsatz für Ai Weiwei bei chinesischen Behörden Betroffenheit auslöst. Die NZZ hat jetzt so langsam genug vom Aufbau Ost: Das Geleckte und das Gelackte nehmen zu sehr zu. Und die SZ staunt, wie Stockhausen aus Polyphonie Licht macht.
Bücherschau des Tages
12.04.2011 Die FR feiert Sascha Hommers höchst kunstvolle Comic-Adaption "Dri Chinisin" von Erzählungen Brigitte Kronauers. Die NZZ bewundert Peter Handkes Erzählung "Der große Fall" trotz allem bleiernen Kulturpessimismus. Die FAZ folgt freudig den zahlreichen Pirouetten in Ricardo Piglias "Ins Weiße zielen".
Medienticker-Archiv
12.04.2011 Über den Medienmogul Berlusconi und seinen Familien-Schachtelkonzern - Das Ende einer großen Geschichte? Die Zerschlagung der Frankfurter Rundschau - Nach Jahrzehnten des Boykotts: Grass gibt Springer-Presse ein Interview - Die vier von der Durchhaltestelle: Medienkongress von taz und Freitag - David Bauers 10 Schlüssel zu einem besseren Onlinejournalismus - Andre Müller war ein freier Radikaler + 100 Seiten: Ein Kanon kurzer Bücher.
Karikaturen und Cartoons
12.04.2011 Warum keine Lobbyisten-Steuer?
Mittwoch, 13.04.2011
Heute in den Feuilletons
13.04.2011 In der FAZ spricht Luc Tuymans über seinen Freund Ai Weiwei und die schwierige Arbeit in China. In der FR konstatiert Opernregisseur Stefan Herheim, dass Kunst nicht demokratisch funktionieren kann. Diedrich Diederichsen schildert in der SZ ein prägendes Musikerlebnis: Und er verdankt es James Blake. Die NZZ ist von Stockhausen hin- und hergerissen: Sein "Sonntag" ist überragend, aber auch befremdlich.
Bücherschau des Tages
13.04.2011 Die NZZ reist mit Birgit Schönau durch Italien und lernt: Berlusconi ist nicht das einziges Problem des Landes. Empfehlen kann sie auch die Erzählungen "Der verlorene Vater" der Haitianerin Edwidge Danticat. Die FAZ liest mit Vergnügen Gaetan Soucys albtraumhaften Roman "Die unbefleckte Empfängnis" und lernt von Reinhard Winter, an Jungen nicht zu verzweifeln.
Medienticker-Archiv
13.04.2011 Raoul Schrott über die Wirkungsweise von Sprache - All about Content: Vom Rohstoff und seiner Veredelung - Lob des Plagiats: Über David Shields originelles, aber keinesfalls originales, "ultrahippes" literarisches Manifest "Reality Hunger" - Die Auflagengiganten: Langzeit-Analyse der Zeitschriften-IVW-Zahlen - Ein Hohelied der Kleinen Leute: Uve Schmidt über Wolf Klaußners "Klüspies auf Blaiberg".
Im Kino
13.04.2011 Mark Romaneks Verfilmung von Kazuo Ishiguros Roman "Alles, was wir geben mussten" mit Keira Knightley und Carey Mulligan setzt auf die ganz große Gefühlsproduktion: Klone sind wie wir! Greg Mottolas "Paul" hat alle Ingredienzien für entspanntes Nerd-Kino: Buddies, Kiffer, Aliens.
Donnerstag, 14.04.2011
Heute in den Feuilletons
14.04.2011 Ai Weiwei und die deutsche Kulturpolitik treiben die Zeitungen weiter um. Im Freitag schlägt der Dresdner Museumschef Martin Roth knallhart auf den Tisch: Falls Ai Weiwei keinen fairen Prozess bekommt, soll man sich für ihn einsetzen. Die Welt hat die Ausstellung an einem normalen Besuchertag besucht, fand aber kaum Besucher. In der SZ klammert sich Tilman Spengler dennoch an die Flaschenpost. Außerdem: Heise.de berichtet über eine neue Allianz von Rechteverwertern. Und Dietmar Dath fährt für die FAZ nach Japan. Und warum eine Babywippe als Einheitsdenkmal?
Bücherschau des Tages
14.04.2011 Die
Zeit liest schaudernd die Protokolle
abgehörter Wehrmachtssoldaten, die sich darin ziemlich ungeschminkt und
mitleidlos ihrer Mordtaten brüsten. Hingerissen ist sie dann von
Zsuzsa Banks weltverlorenem Roman "Die hellen Tage" (hier unser
Vorgeblättert). Geziemend andächtig hält die
SZ einen neuen Prachtband aus dem Hause Taschen in den Händen: diesmal
Giambattista Bodonis "Handbuch der Typografie".
Medienticker-Archiv
14.04.2011 Das Bloggertreffen: Wie steht's um die digitale Gesellschaft und was kommt nach dem Hype? - Blogger-Aufstand gegen Huffington und AOL - Ende mit Zahlen: Alles hat ein Ende, und myspace findet ein langsames - ARD und Private bilden eine Deutsche Content Allianz: "Ohne Inhalte ist das ganze Netz nichts" - Die poetischen Visionen der Friederike Mayröcker + Wahnsinn und Ausgrenzung: Constanza Macras & Dorky Parks "Berlin Elsewhere" an der Schaubühne.
Freitag, 15.04.2011
Heute in den Feuilletons
15.04.2011 Güner Yasemin Balci liest in der Welt mit Erstaunen das "Manifest der Vielen", in dem man sich im Namen des Islams über die Pressefreiheit beschwert. Und nochmal Zensur: Facebook mag den Ursprung der Welt nicht sehen. Die SZ zitiert Herta Müller, die nach Lektüre von Securitate-Akten froh ist, dass Oskar Pastior nur "leere Informationen" lieferte.
Bücherschau des Tages
15.04.2011 Die FAZ begibt sich mit Nora Iugas Roman "Die Sechzigjährige und der junge Mann" noch einmal in das Rumänien Ceausescus. Die FR liest Adam Ross' abgründigen Roman "Mister Peanut" und kann auch Peter Temples Krimi "Wahrheit" sehr empfehlen.
Medienticker-Archiv
15.04.2011 Marcus Jauer über das Weltgeschehen als Konferenzschaltung in Echtzeit - Internetaffin: Springer will Online massiv ausbauen - IVW-Auflagen: Wochen- & Sonntagszeitungen im Plus, Tageszeitungen verlieren - Nielsen-Werbestatistik: Focus und Spiegel im Minus - Wissenschaft für kleines Geld: Urteil zur Intranet-Vergütung - Google fordert Reform des Urheberrechts - Was geht mit Open Access? + Musik fürs Auge: The Art Of Pop Video.
Karikaturen und Cartoons
15.04.2011 Die Burka für den Mann?
Samstag, 16.04.2011
Heute in den Feuilletons
16.04.2011 In der NZZ erklärt Barbara Vinken, warum das "o" in "Madame Bovary" kurz ausgesprochen werden muss. Im Zeit-Dossier zum Thema "Was Journalisten anrichten" hätte es auch Geschichten aus der Zeit zu erzählen gegeben, meint das Blog Meedia. In der Welt erklärt Elisabeth Badinter, warum sie ein Burka-Verbot befürwortet. Die SZ wünscht sich politischen Pop aus Deutschland (während wir selbst sehr gern darauf verzichten!) Und die FAZ teilt mit: Nicht Wassily Kandinsky hat abstrake Malerei erfunden, sondern die schwedische Malerin Hilma af Klint.
Bücherschau des Tages
16.04.2011 Die FR staunt: Chemie kann total interessant sein, wenn man wie Sam Kean darüber schreibt. Die SZ singt eine Hymne auf Peter Kurzecks Roman "Vorabend" und fordert: Büchnerpreis! Die taz liest mit Vergnügen Najat El Hachmis Emanzipationsroman "Der letzte Patriarch" und lässt sich nachts von Hartmut Lange ins Deutsche Historische Museum schicken.
Montag, 18.04.2011
Heute in den Feuilletons
18.04.2011 Die FR hat den neuen Film von Nanni Moretti gesehen, der den Papst einer Psychoanalyse unterzieht. Die taz plädiert für den Abbruch der Aufklärungsausstellung in Peking. In der FAZ fürchtet der evangelische Pfarrer Jochen Teuffel, dass Deutschland über der Islam-Debatte noch laizistisch werden könnte. Alle feiern den "Wozzeck" unter Barenboim und Breth in Berlin.
Bücherschau des Tages
18.04.2011 Die SZ empfiehlt wärmstens Tahar Ben Jellouns "Arabischer Frühling" als Analyse und Lobgesang auf die Revolte. Als gelungene Verbindung von isländischer Lebensweise und amerikanischem Erzählstil feiert die FR Indridi G. Thorsteinssons Roman "Taxi 79 ab Station". Mit gemischten Gefühlen liest die FAZ Terry Eagletons Buch über "Das Böse".
Medienticker-Archiv
18.04.2011 Re:publica 2011: Hipster-Häme und schöne Haltestellen - Random House: Deutliches Wachstum im Digitalgeschäft - Flattr will expandieren: Digitales Kleingeld bald auch für analoge Straßenmusiker? - Die SZ hat die Hoffnung auf eine eigene Sonntagszeitung abgehakt - Top 50: Zeitschriften-Neugründungen - Max Herrmann-Neisse: Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen - Ein Mordsbuch: Rabea Edels Romanrätsel "Ein dunkler Moment".
Dienstag, 19.04.2011
Magazinrundschau
19.04.2011 Hauptnutznießer der Ermordung von Malcolm X war Louis Farrakhan, lernt der Guardian aus Manning Marables "Malcolm X"-Biografie. Von Journalisten, die sich als Jack the Ripper ausgaben, erzählt das TLS. Für Osteuropa reist Wassili Golowanow über die Barentssee. Im Bookforum kennt Rian Malan ein Gegenmittel für die süßen Lügen südafrikanischer Politik. In Le Monde stellt Claude Lanzmann klar: die Intervention in Libyen ist Krieg.
Heute in den Feuilletons
19.04.2011 In der Welt protestert der chinesische Autor Ma Jian gegen die Inhaftierung Ai Weiweis. Die Berliner Zeitung liest chinesische Propagandaäußerungen zu Ai Weiwei. Die FR beklagt den Konkurs des Philadelphia Orchestras. Und Neues von den Öffentlich-Rechtlichen: ARD und ZDF werden die Hochzeit des Prinzen William parallel übertragen, und die GEZ wird noch fetter.
Bücherschau des Tages
19.04.2011 Auftritt der irakischen Autoren: Die NZZ liest beeindruckt Najem Walis Roman "Engel des Südens", der sie tief in die Geschichte des gebeutelten Landes führte. Die SZ empfiehlt sehr Abbas Khiders poetisch-nüchternen Roman "Die Orangen des Präsidenten". Die FAZ preist außerdem Magda Szabos neu übersetzten Roman "Die Elemente". Und die FR erfährt aus Parag Khannas Schrift "Wie man die Welt regiert", dass die Zeit der Altherren-Diplomatie vorbei ist.
Medienticker-Archiv
19.04.2011 Kann man Romane als Tweeds schreiben? - Pulitzer-Preis für Online-Nachrichtenportal ProPublica - Eric Merkel-Sobotta: "Ab 2015 ist Print nur noch zusätzliche Dienstleistung" - Bitkom-Barometer: Der Digital-Branche geht's gut - Facebook & Co.: Bibel vor Bieber und die Polizei in Online-Netzwerken - Studie: Freiheit im Netz zunehmend in Gefahr - YouTube, E-Books, iTunes: Vom Leid des deutschen Digital-Kunden + Die Grotesken und Parodien der jungen Jane Austen.
Karikaturen und Cartoons
19.04.2011 Kommt jetzt die neue Schnapssteuer?
Mittwoch, 20.04.2011
Heute in den Feuilletons
20.04.2011 Die FR war nochmal in der Pekinger Aufklärungsausstellung, die nach Auskunft einer Dame vom Informationsstand aber gar keine richtige Ausstellung ist, "sondern ein kommerzielles Projekt, für das die Deutschen bei uns einen Raum gemietet haben". In der Welt warnt Ian Buruma vor der Verflechtung von Wirtschaft und Bürokratie in Japan. Die FAZ berichtet über den von Tayyip Erdogan persönlich angeordneten Abriss des Mahnmals für die ermordeten Armenier in der türkischen Stadt Kars.
Bücherschau des Tages
20.04.2011 Nachdrücklich legt uns die FAZ die Streitschrift "Die Datenfresser" ans Herz, mit der Constanze Kurz und Frank Rieger vor den Machenschaften der Online-Profiler warnen. Mit großem Gewinn liest die SZ Hannelore Schlaffers vielleicht etwas ernüchternde Bilanz "Die intellektuelle Ehe". Die Zeit bewundert den großen Außenseiter Albert Vigoleis Thelen, dessen Briefe sich als grandiose Schatzkammer erweisen, und empfiehlt gegen jede Verzichtsdisziplin Bücher über das Rauchen und das Trinken. Die NZZ reist mit Pfalzgraf Ottoheinrich nach Spanien.
Medienticker-Archiv
20.04.2011 "Die Hundsprozesse" nach Franz Kafka am Schauspiel Köln - Kubanische Literatur: Die Bücher und die Hunde - Europas Zeitungstrends 2011: Die Texte werden länger und die Seiten schöner - P7S1: Der erste Medienkonzern im Dax? - Red Bull: Der Medienkonzern aus der Dose - Presserecht: Personen, Posen, Prominente - Blogger-Leben: "In jedem von uns steckt ein Troll", ein futurezone-Interview mit Sascha Lobo.
Im Kino
20.04.2011 Sehr viel dümmer als die Polizei erlaubt - und trotzem eine Gefahr für sich und die Mitwelt - sind die islamistischen Helden von Chris Morris' brillanter Selbstmordattentäter-Komödie "Four Lions". Als weit vom Original entferntes Remake eines südkoreanischen Exzess-Kino-Klassikers hat dagegen Im Sang-Soos Thriller "Das Hausmädchen" schon im Cannes-Wettbewerb die Kenner erstaunt.
Donnerstag, 21.04.2011
Heute in den Feuilletons
21.04.2011 Die Deutschen sollten nicht nur ihr Verhältnis zum Islam überdenken, meint Hamed Abdel-Samad im Freitag: "Es ist nicht einzusehen, warum der Staat für die christlichen Kirchen Steuern eintreibt." In der NZZ spricht ein syrischer Dissident: "Das syrische Volk ist eins." Die FR schildert die gefährliche Arbeit der Journalisten in Libyen. Die taz berichtet über die Furcht chinesischer Künstler, dass es zu einer Intellektuellenjagd wie zuletzt unter Mao kommen könnte. In der FAZ plädiert Salman Rushdie für Ai Weiwei.
Bücherschau des Tages
21.04.2011 Die FAZ liest Franz Overbecks "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche", den, das versteht sie jetzt, die rücksichtslose Selbstanalyse in den Wahnsinn trieb. Schlucken muss sie bei Roxana Saberis Bericht über ihre iranische Gefangenschaft "Hundert Tage". Die NZZ reist mit Gerhard Roth zu den Toten, in Psychiatrie und Literatencafes. Die FR feiert Naoki Urasawas Version von Osamu Tezukas Urmanga "Der größte Roboter auf Erden".
Medienticker-Archiv
21.04.2011 Rainer Nübel über das wachsende Misstrauen in die Arbeit von Journalisten - BGH: Links von Meinungsfreiheit geschützt - Expedition ins Ungewisse: Welche neue Medienwelt entdecken Verlage, Web und Social Media? - Tablets & Smartphones setzen Pressevertrieb unter Strom - Von Browsing bis Hasenporno: Charlie Brooker über Hirnkontrolle - Professur ohne Professor: Ai Weiwei an die UdK Berlin berufen + Odyx: Magazin für eine positive Irrtumskultur.
Samstag, 23.04.2011
Heute in den Feuilletons
23.04.2011 Die taz empört sich über die Kuratoren der Kunstbiennale von Sharjah, die sich von Einschränkungen der Kunstfreiheit auch noch beflügelt sehen. Die Welt erzählt vom Sturz der Charity-Ikone Greg Mortenson. Die FAZ berichtet von heftigen Gefechten zwischen Frankreichs Intellektuellen um den Krieg in Libyen. In der FR freut sich Jurko Prochasko über die Befreiung der Ukrainer vom Stigma der Ungeschicktkeit. Der SZ wird vor den Bildern Jean Simeon Chardins ganz religiös zumute. Die NZZ empfiehlt dringend, Gamal al-Ghitanis großen Roman 'Seini Barakat" zu lesen. Und damit wünschen wir schöne Ostern!
Bücherschau des Tages
23.04.2011 Gar nicht aus dem Schwärmen heraus kommt Michael Maar in der FAZ bei der Lektüre einer neuen "Ali Baba"-Ausgabe in der alten Übersetzung von Johann Heinrich Voß. In der SZ preist Martin Mosebach das Genie des "Maskenspiels der Genien" von Fritz von Herzmanovsky-Orlando. Die NZZ empfiehlt Maria Teresa Andruettos "Wer war Eva Mondino?" als einen der besten Romane über die argentinische Militärdiktatur. Die taz nimmt wehmütig Abschied von John Updike.
Dienstag, 26.04.2011
Magazinrundschau
26.04.2011 Gigaom informiert über neue Publikationsformen für journalistische Artikel. Tehelka berichtet über neue Widerstandsformen gegen als unfair empfundene journalistische Berichterstattung. In Le Monde streiten sich Tariq Ramadan und Abdelwahab Meddeb über die Rolle des Islams bei den arabischen Aufständen. Wie gut war die alte ungarische Verfassung, wenn sie ihre eigene Demontage erlaubte, fragt Elet es Irodalom. Die LRB stürzt sich in den Hoppelpoppel von Mark Twains Autobiografie. Die NYRB erklärt, warum libysche Islamisten Osama bin Laden ablehnen.
Heute in den Feuilletons
26.04.2011 Der Chaos Computer Club will alle Probleme der kulturellen Ökonomie mit einem neuen System lösen, der Kulturwertmark. In der NZZ verteidigt die Psychoanalytikerin Elisabeth Roudinesco Freud gegen den Anti-Freud Michel Onfrays. In der FR sieht Markus Beckedahl zur Zeit nicht "das Hammerthema" für seine "Digitale Gesellschaft e.V.". Die SZ kann die Klagen der Burgtheater-Stars über ihren Direktor Matthias Hartmann nicht nachvollziehen. Und Tschernobyl ist überall.
Bücherschau des Tages
26.04.2011 Die SZ liest begeistert und vergnügt Andrea Camilleris böse Groteske über den italienischen Faschismus "Streng Vertraulich". Von William Newton erfährt sie alles über die üblen Zustände "Hinter den Fassaden von Versailles". Die FAZ lernt von Barbara Strauch, wozu ein Gehirn über vierzig noch in der Lage ist: "Da geht noch was". Und die NZZ kann Hans Magnus Enzensbergers Polemik gegen die EU-Bürokratie "Sanftes Monster Brüssel" nur beipflichten.
Medienticker-Archiv
26.04.2011 Ronnie Grob über Printverlage und ihre Leser - Praxistest: Warum der Kindle keine Plattform für Verlage ist - Die Nummer-Sicher-App: Kluge Köpfe mit wenig Wagemut - Digitale Sicherheit: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger über das Recht auf Vernetzung - Enthüllung von Wikileaks: Schlaglicht auf Bushs Schattenknast - Konnichiwa: Bild.de spricht Japanisch + Kulturpessimismus? Nicht mit uns: Eine Ausstellung über Musikvideos.
Karikaturen und Cartoons
26.04.2011 Beim Anti-Aggressions-Training.
Mittwoch, 27.04.2011
Heute in den Feuilletons
27.04.2011 In der taz will Egon Bahr nichts auf die Chinesen kommen lassen. Sie haben doch den Hunger abgeschafft.. Die Welt erzählt, wie im chinesischen Netz gegen das Verschwindenlassen Ai Weiweis protestiert wird. Die NZZ klärt auf: Bio ist nicht Öko. Im Guardian bringt Martin Amis eine Hommage auf Christopher Hitchens. In Slate ruft Hitchens: "Go after Qaddafi!"
Bücherschau des Tages
27.04.2011 Die FAZ ist gebannt von der eisiger Schönheit in Ketil Björnstads Roman "Die Frau im Tal". Die NZZ ist gerührt von Peter Stephan Jungks Roman "Das elektrische Herz". Die FR ergründet mit Elisabeth Blum die Atmosphäre der Architektur. Und die SZ liest Ulrich Peltzers Poetikvorlesungen "Angefangen wird mittendrin".
Medienticker-Archiv
27.04.2011 Das Internet erreicht mehr Leser, weiß die Bloggerin Simone Finkenwirth - Datenklau bei Sony: Hacker stehlen Millionen geheime Kundendaten - Das Bedürfnis nach intensiver Erfahrung: Franziska Kötz über Theater-Dramaturgie - Android-User hassen Apple und die iPad-Rivalen rüsten sich - Vernetzung und Macht: Peter Weibel über Globalisierung und Medien + Content für die Community: Amazons Ausbau redaktioneller Inhalte.
Im Kino
27.04.2011 Zwei Debütfilme von Regisseurinnen: Geraldine Bajard lässt in ihrem schwer ausrechenbaren Erstling "La Lisiere" einen Arzt in eine Gemeinschaft eindringen: Das löst manch Verheerendes aus. Einfach nur gemeinsam Geduld mit ihren zwei männlichen Protagonisten Mithat und Ali hat Pelin Esmer in "10 vor 11".
Donnerstag, 28.04.2011
Heute in den Feuilletons
28.04.2011 In der FR schildert Ai Weiweis Mitarbeiterin Liu Yanping die Umstände, unter denen der Künstler verhaftet wurde. Alle Zeitungen berichten außerdem von der Berliner Diskussion zur Aufklärungsausstellung, auf der Bernd Neumann den Dresdener Museumschef und Ober-Appeaser Martin Roth scharf kritisierte. Der Tagesspiegel erinnert den deutschen Kulturbetrieb daran, dass er öffentlich gefördert wird, damit die Kunst frei ist. Die taz berichtet, wie China Hongkongs Filmindustrie stranguliert. Die FAZ untersucht Vor- und Nachteile einer Kulturwertmarke. Und die Zeit versucht zu verkraften, dass Neukölln jetzt genauso hip sein soll wie Kreuzberg.
Bücherschau des Tages
28.04.2011 Die Zeit preist Anita Albus' Essay "Im Licht der Finsternis", der Proust mittels Kathedralenbau, Botanik und der Sexualität von Medusenqualle und Orchidee erklärt. Die NZZ liest bewegt Cesarina Vighys Buch einer Sterbenden "Mein letzter Sommer". Die FR freut sich über Franz Overbecks neu edierte "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche". Die FAZ lernt von Marie Luise Knott, mit Hannah Arendt zu denken und zu lachen.
Medienticker-Archiv
28.04.2011 Medien in der arabischen Welt - Bittere Wahrheiten über die News-Branche: Jeff Jarvis? Analyse der digitalen Herausforderungen - Zukunft der Zeitung: Was ist, was fehlt, was bleibt - Bewegungsprofile: Apple will Sammelwut zähmen und Steve Jobs verteidigt iPhone-Ortung - Der Kontrollverlust und Fehler im System: Wikileaks-Enthüllungen zu Guantanamo + Internetsperren: EU-Rat will Zaun um Europas Internet ziehen.
Freitag, 29.04.2011
Heute in den Feuilletons
29.04.2011 Die Welt stellt den neuen Stern am Kunsthimmel vor: Cyprien Gaillard. In der Berliner Zeitung rät Hans Küng von der Seligsprechung Johannes Pauls II. ab. Die NZZ geht in die Neuköllner Oper. Die FAZ sorgt sich weiter um die digitale Privatsphäre. Der FR graust beim Anblick von Ai Weiweis nackten Bäumen in einer Berliner Galerie. Und in der SZ gibt Barbara Gärtner zu: Sie setzt sich nur für Ai Weiwei ein, weil ihr das ein gutes Gefühl macht.
Bücherschau des Tages
29.04.2011 In der FAZ freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung eines Klassikers: Robert Louis Stevensons frisch übersetzten Roman "S. Ives". Lob geht auch an Esther Kinskys Gedichte "Die ungerührte Schrift des Jahrs". Vielversprechend findet die SZ Stefanie Sourliers Debüterzählungen "Das weiße Meer".
Medienticker-Archiv
29.04.2011 Deux de la Vague: Wie zwei Jungkritiker das Autorenkino erfanden - Öffentlich-Rechtliches: ARD und ZDF planen Video-Plattform "Germany's Gold", neuer digitaler ZDF-Kulturkanal als "Spiegel eines Lebensgefühls" und das "ZDF kann eingestellt werden", meint Tele 5-Chef Kai Blasberg - Unbeliebt: Der schlechte Ruf der Journalisten - Informare! Vom 3. bis 5. Mai in Berlin + 20 unter 30: Frank Fischer stellt frühvollendete deutsche Dichter vor.
Samstag, 30.04.2011
Heute in den Feuilletons
30.04.2011 Nicht Romane sind die interessantesten Bücher der Saison, fndet die taz, sondern literarische Reportagen - zum Beispiel Wolfgang Büschers "Hartland". Die Berliner Zeitung lernt vom Primatenforscher Frans de Waal: Irgendwie gibt es das Gute im Menschen (und im Primaten!) doch. Die NZZ liest den Bericht einer polnisch-russischen Historikerkommission zur finsteren Beziehung der beiden Länder im 20. Jahrhundert. In der FAZ empfiehlt der amerikanische Autor Daniel Suarez gegen die Unbilden des digitalen Kapitalismus, Salatköpfe stets an Ort und Stelle zu verzehren.
Bücherschau des Tages
30.04.2011 "Cevdet und seine Söhne" ist der konventionellste Roman Orhan Pamuks, eine Art türkische Buddenbrooks, meint Necla Kelek in der FAZ. Das ist ja auch was. Der FR graust es bei "Isabelle", Jean Fortons Missbrauchsroman aus den Fünfzigern. Die NZZ liest Renata Serelytes litauisches Familiendrama "Blaubarts Kinder" und kickt dem Prediger Tolstoi die Seifenkiste unter den Sandalen weg. Die SZ beugt sich prüfend über die "Philosophische Wollust".