Mittwoch, 01.10.2003
Heute in den Feuilletons
01.10.2003 In der Zeit plädiert Kulturstaatsministerin Christina Weiss für ein Europäisches Zentrum gegen Vertreibungen. Die FAZ möchte ins Wehklagen der deutschen Theater nicht so einfach einstimmen. Die NZZ behauptet, die SZ habe im Fall der Anonyma falsch recherchiert. Im Tagesspiegel erklärt Sven Regener, warum Fassbier reaktionär ist. In der FR warnt Michael Rutschky vor dem Satz: "Ich bleibe skeptisch."
Bücherschau des Tages
01.10.2003 Mit Kritiken zu Geert Mak: "Das Jahrhundert meines Vaters" in der ZEIT, Charles Simmons: "Belles Lettres" in der NZZ, Reinhard Brandt: "Universität zwischen Selbst- und Fremdbestimmung" in der FAZ, Manfred Clauss: "Alexandria" in der FR und Jan Costin Wagner: "Eismond" in der FAZ.
Donnerstag, 02.10.2003
Heute in den Feuilletons
02.10.2003 In der SZ erklärt Ernst-Wilhelm Händler, warum Moral gut ist für die Wirtschaft. In der taz plädiert Julius H. Schoeps für ein Europäisches Zentrum gegen Vertreibung. In der NZZ wundert sich Reinhard Jirgl über die Ostalgie-Welle. In der Welt erklärt Wolfgang Büscher, warum die achtziger Jahre so populär sind (Hitler ist schuld). Die FAZ schildert die missliche Lage der Berliner Opern.
Bücherschau des Tages
02.10.2003 Mit Kritiken zu Wladimir Makanin: "Underground oder Ein Held unserer Zeit" in der NZZ, Geert Mak: "Das Jahrhundert meines Vaters" in der SZ, Alexander Osang: "Lunkebergs Fest" in der SZ, Pavel Lembersky: "Fluss Nr. 7" in der NZZ und Mongo Beti: "Besuch in Kala oder Wie ich eine Braut einfing." in der NZZ.
Post aus New York
02.10.2003 Bis zu 20.000 schwarze Sklaven sollen unter dem Pflaster von Downtown Manhattan verscharrt worden sein. Morgen werden erstmals Überreste dieser namenlosen Toten auf dem African Burial Ground beigesetzt.
Link des Tages
02.10.2003 Der Nobelpreis für Literatur 2003 geht an den südafrikanischen Autor J. M. Coetzee. Wir suchen Reaktionen und geben Links.
Samstag, 04.10.2003
Heute in den Feuilletons
04.10.2003 Die NZZ bietet einen grandiosen Schwerpunkt zur russischen Literatur - unter anderem mit einem Text von Andrzej Stasiuk. In allen Zeitungen wird selbstverständlich der Literaturnobelpreis für J. M. Coetzee kommentiert, und alle Zeitungen sind sich einig: Er hat ihn verdient. Die FAZ bringt eine Erzählung des Autors. Wir verlinken auch auf einen ganz neuen Essay Coetzess in der New York Review.
Bücherschau des Tages
04.10.2003 Mit Kritiken zu Svetlana Vasilenko: "Die Närrin" in der TAZ, Alexander Ikonnikow: "Liska und ihre Männer" in der TAZ, Michail Kononow: "Die nackte Pionierin" in der TAZ, Werner Schochow: "Bücherschicksale" in der SZ und Matthew Battles: "Die Welt der Bücher" in der SZ.
Link des Tages
04.10.2003 Die Russen kommen! Etwa 100 russische Autoren besuchen die Frankfurter Buchmesse, diskutieren und lesen aus ihren Büchern. Hier eine kleine Auswahl der interessantesten Veranstaltungen. Von Heike Maria Johenning.
Montag, 06.10.2003
Magazinrundschau
06.10.2003 Die Lettre bringt Auszüge aus sieben preisgekrönten Reportagen. In Le point erklärt Bernard-Henri Levy, warum die Amerikaner die Franzosen so hassen - weil die Deutschen so langweilig sind. In der New York Review of Books lobt J. M. Coetzee die einfühlende Einführung in das Leben gewöhnlicher Muslime durch eine jüdische Schriftstellerin: Nadine Gordimer. In Cultura y Nacion erzählt die Haushälterin Epifania Uveda von ihrem Leben mit Borges. In der Literaturnaja Gazeta diskutieren russische Schriftsteller über Underground- und Massenliteratur. Der New Yorker stellt die Golden Gate Springergemeinschaft vor. Der Economist staunt über das Wunder von Bournemouth. Im New York Times Magazine freut sich Gary Shteyngart, dass New York wieder ihm gehört.
Heute in den Feuilletons
06.10.2003 In der Berliner Zeitung erklärt Bischof Huber, warum er das islamische Kopftuch an den Schulen für verfassungswidrig hält. In der Welt analysiert Christoph Stölzl das Phänomen Bohlen. Die SZ besucht russische Verlage und präsentiert heute ihre Literaturbeilage. In der NZZ fragt Wolfgang Sofsky, was die vielen Stromausfälle mit uns machen. Die FR findet den Lettre Ulysses Award für Anna Politkowskaja mehr als verdient. Die taz vermisst den kämpferischen Geist im deutschen Theater.
Bücherschau des Tages
06.10.2003 Mit Kritiken zu Winfried Menninghaus: "Das Versprechen der Schönheit" in der FAZ, György Konrad: "Glück" in der FAZ, Florian Coulmas: "Die Kultur Japans" in der FAZ, Konrad Heidkamp: "Sophisticated Ladies" in der SZ und Franz Kafka: "Die Verwandlung. Oxforder Quartheft 17" in der SZ.
Dienstag, 07.10.2003
Heute in den Feuilletons
07.10.2003 Nieder mit dem Kopftuch!, ruft Richard Wagner in der Welt. Die SZ liest die geistliche Anleitung der Attentäter vom 11. September als eliminatorische Eschatologie. Außerdem fängt die Buchmesse an: In der FR wirft György Dalos einen ungarischen Blick auf Russland. In der taz weiß Wladimir Kaminer, was russische Frauen wollen. In der FAZ gibt sich Viktor Jerofejew als vergnüglicher Fremdenführer.
Bücherschau des Tages
07.10.2003 Mit Kritiken zu Louis Begley: "Schiffbruch" in der TAZ, Cornelia Funke: "Tintenherz" in der TAZ, Leo N. Tolstoi: "Anna Karenina" in der SZ, Olivier Widmaier Picasso: "Picasso" in der SZ und Gabriele Söhling: "Hans Erich Nossack" in der NZZ.
Post aus London
07.10.2003 Der kleine Verlag Tindal Street Press aus Birmingham stellt ein paar Branchen-Riesen ein Bein und könnte beim Booker-Preis den großen Coup landen.
Fallende Blätter
07.10.2003 Nein, es gibt wahrlich keinen Grund, um dieses Feuilleton zu trauern. Einige erbitterte Erwägungen.
Mittwoch, 08.10.2003
Heute in den Feuilletons
08.10.2003 In der Welt fordert Andre Glucksmann die Pazifisten auf, doch mal gegen Putins Tschetschenienpolitik zu protestieren. Die FAZ staunt über Arnold Schwarzeneggers professionelle Kaltschnäuzigkeit. Die NZZ erinnert an Laure. In der FR erklärt Boris Groys den Unterschied zwischen west- und osteuropäischer Kunst. In der taz fabuliert Alberto Ruy Sanchez über die Jungfrau von Guadelupe. In der SZ streitet Wolfgang Sofsky für das Prinzip der Dezision.
Bücherschau des Tages
08.10.2003 Mit Kritiken zu Winfried Menninghaus: "Das Versprechen der Schönheit" in der NZZ, George L. Mosse: "Aus großem Hause" in der FR, Eric Hobsbawm: "Gefährliche Zeiten" in der FR, Jonathan Franzen: "Die 27ste Stadt" in der FR und Asfa-Wossen Asserate: "Manieren" in der SZ.
Meldungen
08.10.2003 Bezaubernd fand Elke Heidenreich in ihrer Sendung "Lesen" Iwan Bunins Erzählung "Ein unbekannter Freund", die im kleinen Dörlemann Verlag erschienen ist. Wir haben Informationen zu Buch und Autor im Netz gesucht.
Donnerstag, 09.10.2003
Heute in den Feuilletons
09.10.2003 Die Russen sind in der Welt, um Kafka wahr werden zu lassen, erklärt Andrej Bitow in der Zeit. Imre Kertesz erzählt in der FAZ, welche Freiheit er gern verliert. Die Historikerin Anne Applebaum spricht in der Welt von ihren Recherchen über den Gulag. In der SZ erklärt Robert Menasse, warum Arnold Schwarzenegger nie Gemeinderat in einem steirischen Kaff werden könnte. Die FR bewundert Joschka Fischers konspirativ gefaltetes Mündchen beim "Lesen!".
Bücherschau des Tages
09.10.2003 Mit Kritiken zu Christa Wolf: "Ein Tag im Jahr" in der SZ, Alexander Ikonnikow: "Liska und ihre Männer" in der NZZ, Frank Westerman: "Ingenieure der Seele" in der SZ, Erwin Koch: "Sara tanzt" in der NZZ und Edward Carey: "Alva und Irva" in der NZZ.
Freitag, 10.10.2003
Heute in den Feuilletons
10.10.2003 In der SZ erklärt uns Nina Bernstein von der NYT, dass Amerika nur auf Kerle steht. In der taz erinnert der Historiker Peter Steinbach daran, dass es auch heute noch Vertreibungen gibt. Die NZZ porträtiert den irakischen Dichter Sargon Boulus. Die FR besucht Casanovas Grab in Duchcov.
Bücherschau des Tages
10.10.2003 Mit Kritiken zu Giorgio Agamben: "Das Offene" in der SZ, Haruki Murakami: "Nach dem Beben" in der SZ, Barbara Gowdy: "Die Romantiker" in der FAZ, Manfred Vasold: "Die Pest" in der FAZ und Margrith Bigler-Eggenberger: "Justitias Waage - wagemutige Justitia" in der NZZ.
Post aus Neapel
10.10.2003 Was macht man am besten mit aufsässigen Jugendlichen? Überwachen und strafen, meint Berlusconis Bildungsministerin Letizia Moratti. Die Straßenlehrer von Neapel sind dagegen überzeugt, dass auch Schulabbrecher ganz normale Menschen sind.
Mord und Ratschlag
10.10.2003 Die schottische Polizei fälscht Beweise, stiehlt, prügelt, mordet. Zumindest in Ian Rankins Krimi "Die Tore der Finsternis".
Samstag, 11.10.2003
Heute in den Feuilletons
11.10.2003 Die SZ vermisst das Thema Tschetschenien auf der Buchmesse. Juri Andruchowytsch erzählt in der FR von der Literatur in der Ukraine. Die taz hat einen ganz unkleeigen Paul Klee gesehen. In der NZZ lobt Hans Ulrich Gumbrecht Susan Sontags Mut zum Stichwort. Und die FAZ entdeckt eine neue politische Fotografie.
Bücherschau des Tages
11.10.2003 Mit Kritiken zu W. G. Sebald: "Campo Santo" in der SZ, Gabriele Metzler: "Der deutsche Sozialstaat" in der NZZ, Jose Saramago: "Die portugiesische Reise" in der NZZ, Walter Laqueur: "Krieg dem Westen" in der NZZ und Anatol Regnier: "Du auf deinem höchsten Dach" in der SZ.
Montag, 13.10.2003
Heute in den Feuilletons
13.10.2003 Die Buchmesse geht zu Ende. Die FAZ sieht die große Krise in der Branche erst noch kommen. Die Reaktionen auf Susan Sontags Friedenspreisrede sind gemischt. Die FR fand sie nett, aber okay, die NZZ fand sie nett, aber nicht okay. FAZ und NZZ kritisieren die Absenz deutscher Politiker. Die taz interviewt die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi. Die SZ erklärt, warum Irans Frauen Karate lernen. In der Welt meditiert Monika Maron über den Niedergang Berlins.
Magazinrundschau
13.10.2003 In Le Point warnt Bernard-Henri Levy die Globalisierungsgegner vor dem Antisemitismus der Islamisten. Das New York Times Magazine stellt den neuen Think tank der Demokraten vor. In El Malpensante ärgert sich der Schriftsteller Andres Burgos über Gabriel Garcia Marquez, der lieber Whiskey trinkt, statt Castro zu kritisieren. In Cambio schreibt Garcia Marquez selbst über seine literarischen Erweckungserlebnisse. Auch der NouvelObs befasst sich mit Gabo. Im TLS wundert sich George Steiner über die Gründlichkeit, mit der die Deutschen Adornos Geburtstag feiern.
Die Buchmacher
13.10.2003 Diese Woche lesen Sie: Warum sich die Buchmesse bei den Verlagen entschuldigt. Warum die Verlage Geld verschenken. Wer die Öffentlichkeit meidet, und wer sie sucht. Von Sandra Evertz.
Bücherschau des Tages
13.10.2003 Mit Kritiken zu George L. Mosse: "Aus großem Hause" in der SZ, Dieter Thomä: "Vom Glück in der Moderne" in der FAZ, Charles Simmons: "Belles Lettres" in der SZ, Natsuo Kirino: "Die Umarmung des Todes" in der FAZ und Brigitta Schmidt-Lauber: "Gemütlichkeit" in der FAZ.
Dienstag, 14.10.2003
Heute in den Feuilletons
14.10.2003 In der FAZ schildert der irakische Verleger Khalid Al-Maaly die Hinterhältigkeit religiöser Zensoren. Aha-Tito! Aha-Blutrache! - die NZZ hat die Aliens der Kunstszene besucht. Die taz beklagt die Mittelmäßigkeit der New Yorker Architektur. Die SZ wundert sich über Kulturgeschenke des Westens an Afghanistan.
Bücherschau des Tages
14.10.2003 Mit Kritiken zu Fritz J. Raddatz: "Unruhestifter" in der NZZ, W. G. Sebald: "Campo Santo" in der TAZ, Dieter M. Gräf: "westrand" in der FAZ, Stefan Beuse: "Meeres Stille" in der TAZ und Arne Nielsen: "Donny hat ein neues Auto und fährt etwas zu schnell" in der SZ.
Mittwoch, 15.10.2003
Heute in den Feuilletons
15.10.2003 Im Tagesspiegel kündigt Martin Walser seinen Weggang von Suhrkamp an. Oder doch nicht? Bei der SZ spaltet Uma Thurman die Persönlichkeiten. Die FAZ weint beim "Wunder von Bern". In der Welt verrät Michel Friedman, was er beim Aufbau-Verlag vorhat. In der FR verteidigt Wilhelm von Sternburg die 68er. Die NZZ entdeckt eine heimliche Nationalgalerie für Schweizer Kunst.
Bücherschau des Tages
15.10.2003 Mit Kritiken zu Annette Pehnt: "Insel 34" in der SZ, James Kelman: "Busschaffner Hines" in der FR, Jörg Baberowski: "Der rote Terror" in der NZZ, Marcel Beyer: "Nonfiction" in der FR und Helene Hanff: "Die Herzogin der Bloomsbury Street" in der SZ.
Link des Tages
15.10.2003 Ein 42-jähriger australischer Schriftsteller mit dem schönen Namen DBC "Dirty But Clean" Pierre hat den Booker Prize gewonnen. Wir haben nach Informationen im Netz gesucht.
Donnerstag, 16.10.2003
Heute in den Feuilletons
16.10.2003 In der Zeit fürchtet der Urbanist Mike Davis die sexuellen Allmachtsfantasien Arnold Schwarzeneggers. Die SZ, die taz, die FAZ setzen sich ausführlich mit dem neuen Verbot von Maxim Billers Roman "Esra" auseinander. In der FR wendet sich Julian Nida-Rümelin gegen Kulturabbau.
Bücherschau des Tages
16.10.2003 Mit Kritiken zu Vladimir Sorokin: "Ljod. Das Eis" in der ZEIT, Carl Hiaasen: "Eulen" in der ZEIT, Karl-Heinz Kohl: "Die Macht der Dinge" in der ZEIT, Christoph Rass: "Menschenmaterial" in der ZEIT und Massimo Ferrari Zumbini: "Die Wurzeln des Bösen" in der SZ.
Freitag, 17.10.2003
Heute in den Feuilletons
17.10.2003 SZ und Tagesspiegel schildern den Kampf um den Suhrkamp Verlag. In der FAZ stellt Feridun Zaimoglu drei Neo-Musliminnen in ihrer Ausgehuniform vor. In der FR freut sich Natan Sznaider, dass es die israelische Zivilgesellschaft noch gibt. Die NZZ erklärt, warum feige Männer das weibliche Selbstbewusstsein stärken.
Bücherschau des Tages
17.10.2003 Mit Kritiken zu Anna Mitgutsch: "Familienfest" in der FAZ, Hartmann von Aue: "Der arme Heinrich" in der FAZ, : "Buch der Erinnerung" in der FAZ, Peter O. Chotjewitz: "Machiavellis letzter Brief" in der SZ und Luca Giuliani: "Bild und Mythos" in der FAZ.
Samstag, 18.10.2003
Heute in den Feuilletons
18.10.2003 In seltener Einmütigkeit zweifeln die Herren von Berliner Zeitung, Welt, FR und NZZ an den verlegerischen Fähigkeiten der Ulla Berkewicz. In der SZ verteidigt Götz Aly die Identifizierung der Anonyma als historisch notwendig. In der taz erzählt Henning Mankell, warum er sich auf namibischen Inseln gerne küssen lässt. Die FAZ berichtet über einen umstrittenen Fall von Sterbehilfe in den USA.
Bücherschau des Tages
18.10.2003 Mit Kritiken zu Louis Begley: "Schiffbruch" in der NZZ, Peter Glaser: "Geschichte von Nichts" in der NZZ, Arnold Stadler: "Eines Tages, vielleicht auch nachts" in der TAZ, Marco Carini: "Fritz Teufel" in der TAZ und Hermann Scheer: "Die Politiker" in der TAZ.
Montag, 20.10.2003
Heute in den Feuilletons
20.10.2003 In der NZZ erklärt der polnische Autor Stefan Chwin, warum er die deutschen Vertriebenen beneidet. Die SZ malt sich das Leben nach den Sozialreformen aus. Die taz freut sich über eine "Sinfonie der Großstadt" in Comicform. In der FAZ macht Amos Oz Frieden mit den Palästinensern.
Magazinrundschau
20.10.2003 Das New York Times Magazine porträtiert den Geliebten Führer Kim Jong Il. Der New Yorker beschreibt, wie sich Bush absichtlich desinformieren lässt. Im Espresso fordert Tahar Ben Jelloun Respekt für den Laizismus. Outlook India weiß, warum die indische Mittelklasse ihre Politiker hasst. Der britische Economist amüsiert sich über die gegenseitige Ersatzbefriedigung von Deutschen und Franzosen. Der NouvelObs hat die Bestsellerautorin Amelie Nothomb faule Früchte essen sehen.
Die Buchmacher
20.10.2003 Diese Woche lesen Sie: Wie die Debatte um die Preisbindung und den Bertelsmann-Club eskaliert. Welcher Buchhändler klagt. Und warum sich "Parry Hotters" in chinesischen Supermärkten stapeln. Von Sandra Evertz.
Bücherschau des Tages
20.10.2003 Mit Kritiken zu Fritz J. Raddatz: "Unruhestifter" in der SZ, Karl Schlögel: "Im Raume lesen wir die Zeit" in der FR, Egon Bahr: "Der deutsche Weg" in der FR, Christina Viragh: "Pilatus" in der FAZ und Annie Proulx: "Mitten in Amerika" in der SZ.
Dienstag, 21.10.2003
Heute in den Feuilletons
21.10.2003 Bei Suhrkamp war alles gut, und jetzt wird's sogar noch besser, meldet die FAZ. Die FR nimmt lateinamerikanische Debatten um Gabriel Garcia Marquez auf. Die NZZ schildert die deutsche Theaterlandschaft als ein "Eldorado für einkommensbewusste Intendanten". Die SZ wendet sich gegen die Freigabe der Sterbehilfe.
Bücherschau des Tages
21.10.2003 Mit Kritiken zu Benjamin Lebert: "Der Vogel ist ein Rabe" in der NZZ, Michail Kononow: "Die nackte Pionierin" in der SZ, Steven Pinker: "Das unbeschriebene Blatt" in der NZZ, Jacques Derrida: "Schurken" in der NZZ und Wally Lamb: "Von der Seele geschrieben" in der TAZ.
Mittwoch, 22.10.2003
Heute in den Feuilletons
22.10.2003 Das europäische Kino ist also doch nicht tot, meint jedenfalls eine von Lars von Triers Film "Dogville" ergriffene FAZ. Die FR erzählt die Suhrkamp-Story. Die NZZ beklagt Woody Allens "Schaffens- und Finanzkrise". In der SZ verteidigt Ivan Nagel die Suhrkamp-Chefin, -Teilhaberin, -Verlegerin usw. Ulla Berkewicz. Und die taz berechnet den Gini-Koeffizienten.
Bücherschau des Tages
22.10.2003 Mit Kritiken zu Benjamin Lebert: "Der Vogel ist ein Rabe" in der FR, Viola Georgi: "Entliehene Erinnerung" in der SZ, Dirk Kurbjuweit: "Unser effizientes Leben" in der FR, Alex Capus: "Glaubst du, dass es Liebe war?" in der FR und Willem Frederik Hermans: "Au pair" in der NZZ.
Link des Tages
22.10.2003 Das Berliner Haus der Kulturen der Welt bietet mit culturebase.net eine umfassende Künstlerdatenbank. Von Alexander Kraus
Donnerstag, 23.10.2003
Heute in den Feuilletons
23.10.2003 In der Zeit baut Alexander Kluge auf Glückserwartung. Die NZZ wirft einen Blick auf die christliche Unterhaltungsindustrie. Die taz fragt mit Blick auf Ridley Scotts Alien: "Wie viele Zahnreihen hat das Grauen?" Die SZ weiß, wann der islamistische Terror begann. In der FAZ beschreibt Hans Christoph Buch den Zorn der Intellektuellen auf Haiti.
Bücherschau des Tages
23.10.2003 Mit Kritiken zu Ernst Klee: "Das Personenlexikon zum Dritten Reich" in der ZEIT, Carlos Ruiz Zafon: "Der Schatten des Windes" in der SZ, Eva Illouz: "Der Konsum der Romantik" in der SZ, Dmitrij Prigow: "Lebt in Moskau!" in der NZZ und Marcus Ingendaay: "Die Taxifahrerin" in der ZEIT.
Freitag, 24.10.2003
Heute in den Feuilletons
24.10.2003 In der SZ erklärt Umberto Eco seinen Bombentrick. In der taz erklärt der Militärhistoriker Frederick Kagan den new American way of war. Die FR erklärt, warum Arnold Schwarzenegger die Wahlen gewonnen hat: weil er die Metrosexuellen mit ihrem inneren Hunnen versöhnt. Die NZZ erklärt den Senegal als Sonderfall islamischer Religiosität. Die FAZ erklärt, nicht über Jörg Friedrichs Band "Brandstätten" diskutieren zu wollen.
Bücherschau des Tages
24.10.2003 Mit Kritiken zu Alex Capus: "Glaubst du, dass es Liebe war?" in der FAZ, Alphonse Daudet: "Im Land der Schmerzen" in der SZ, : "Bildungsbericht für Deutschland: Erste Befunde" in der SZ, : "Das Bildungswesen in der Bildungsrepublik Deutschland" in der SZ und Peter J. Schneemann: "Von der Apologie zur Theoriebildung" in der FAZ.
Samstag, 25.10.2003
Heute in den Feuilletons
25.10.2003 Die FAZ analysiert die bittere Reizung des Bertelsmannkonzerns. In der NZZ feiert Alexander Kluge das Trägheitsmoment des Guten. Die FR beschreibt die out-of-body experience von Peter Eisenmans Holocaust-Mahnmal. In der taz erklärt Stuart Piggott, warum große Weine nicht nur im Bordeaux produziert werden können. Die SZ war bei der Gerichtsverhandlung über Alban Nikolai Herbsts Roman "Meere".
Bücherschau des Tages
25.10.2003 Mit Kritiken zu Ror Wolf: "Zwei oder drei Jahre später" in der SZ, Soazig Aaron: "Klaras Nein" in der SZ, Graham Swift: "Das helle Licht des Tages" in der NZZ, Gottfried Benn: "Gottfried Benn: Sämtliche Werke" in der NZZ und : "Arbeit als Lebensstil" in der SZ.
Montag, 27.10.2003
Heute in den Feuilletons
27.10.2003 In der taz porträtiert Gabriele Goettle den Verblüffungskünstler Ludwig Gantner. In der SZ warnt der Politologe Amitai Etzioni vor dem letzten Hurra des untergehenden Imperiums. Die FR hat einen optimal entspannten Alexander Kluge seinen Büchner-Preis entgegennehmen sehen. In der NZZ erklärt Sandeep Bhagwati, warum indische Konzerte keine Vorstellungen, sondern paradoxe Taten sind. In der FAZ erinnert Arne Melchior an die Rettung der dänischen Juden vor sechig Jahren. Im Spiegel denkt Ulla Berkewicz "neue Reihen".
Magazinrundschau
27.10.2003 Die New York Review of Books verneigt sich vor Eminem. "Wo sind Kafkas Nachfolger?", fragt Zadie Smith in The New Republic. Das TLS verneigt sich vor der Reaktion, trinkt aber mit dem Sozialismus Champagner. Prospect schildert den Rausch des Neuen in Peking. Umberto Eco rühmt im Espresso die Schönheit der Erkenntnis. Die New York Times ist beeindruckt vom rigorosen Denken des Nobelpreisträgers J. M. Coetzee. Die London Review staunt über die Belesenheit Erich Auerbachs. Der Nouvel Obs stellt Briefe Leon Blums vor, der im Konzentrationslager Buchenwald Furtwängler hörte und den Urfaust las.
Bücherschau des Tages
27.10.2003 Mit Kritiken zu Gerd Koenen: "Vesper, Ensslin, Baader" in der FR, Peter Glotz: "Die Vertreibung" in der FR, Michael Mitterauer: "Warum Europa?" in der SZ, Stephan Reimertz: "Max Beckmann" in der FAZ und Manfred Osten: "'Alles veloziferisch' oder Goethes Entdeckung der Langsamkeit" in der FAZ.
Virtualienmarkt
27.10.2003 0190er-Nummern, Partnerschaften, Volks-PCs - die Zeitungen lernen aus den Vermarktungsformen in Privatfernsehen und Internet. Die Unabhängigkeit leidet.
Post aus Borneo
27.10.2003 Vierzig Jahre danach schrieb ein Journalist aus Indonesien einen öffentlichen Brief an eine Geliebte, die er hatte sitzen lassen. Er hatte ihr Treue geschworen. Aber er hatte auch Angst, dass ihr Vater Kommunist war.
Dienstag, 28.10.2003
Heute in den Feuilletons
28.10.2003 Die SZ bedauert: In den Niederlanden ist die multikulturelle Gesellschaft gescheitert. Die FR berichtet über den neuen Antisemitismus in Russland. Die FAZ liest J. M. Coetzees Roman "Elizabeth Costello". Die taz ist erleichtert: zumindest die Filme werden in diesem Land wieder etwas besser - vor allem wegen der Sexszenen.
Bücherschau des Tages
28.10.2003 Mit Kritiken zu Fritz J. Raddatz: "Unruhestifter" in der TAZ, Ralph Dutli: "Mandelstam" in der NZZ, Jürgen Becker: "Schnee in den Ardennen" in der SZ, Graham Swift: "Das helle Licht des Tages" in der TAZ und Jacques Derrida: "Schurken" in der SZ.
Medienticker-Archiv
28.10.2003 Heute im Ticker: der neueste E-Mail-Wurm, Strickmaschinen mit Windows und erneute Google-Übernahme. Von Rüdiger Dingemann
Mittwoch, 29.10.2003
Die Buchmacher
29.10.2003 Heute erfahren Sie: Wie innig der Buchhandel auf Weihnachten wartet. Und worüber Michel Friedman beim Aufbau Verlag noch nachdenkt. Von Sandra Evertz
Heute in den Feuilletons
29.10.2003 Richard Wagner schildert in der FR das Verhaltnis der Deutschen zu Russen: Für andere Länder haben sie Verständnis, für Russland Gefühle. In der taz macht der Stoiber-Biograf und Journalistenkritiker Peter Köpf die Entdeckung, dass in "autorisierten" Interviews mehr gelogen wird als in nicht abgesegneten. Die FAZ erkennt bei Eric Tills "Luther"-Film, dass Theologie ein komplexes Denkgeschäft ist.
Bücherschau des Tages
29.10.2003 Mit Kritiken zu : "Inventur" in der FR, Henri-Frederic Amiel: "Tag für Tag" in der NZZ, Thomas Kesselring: "Ethik der Entwicklungspolitik" in der NZZ, Katharina Hacker: "Eine Art Liebe" in der FR und Wladimir Kaminer: "Mein deutsches Dschungelbuch" in der FAZ.
In eigener Sache
29.10.2003 Rüdiger Dingemann verfolgt seit heute für den Perlentaucher die Newsletters der Medienbranche. Sein Medienticker lässt sich auch als Newsletter beziehen.
Medienticker-Archiv
29.10.2003 Heute: Microsoft kopiert Apple, Google verklagt, Sony hat Probleme und Suhrkamps Taschenbuch-Relaunch. Von Rüdiger Dingemann
Donnerstag, 30.10.2003
Heute in den Feuilletons
30.10.2003 In der Zeit protestiert Peter Eisenman, der Architekt des Holocaust-Mahnmals, gegen einen Ausschluss der Firma Degussa von der Realisierung seiner Stelen. Die FAZ bleibt dabei: Degussa soll nicht mitmachen. Die NZZ wundert sich, warum erst jetzt über die Frage debattiert wird. In der FR fragt Claus Leggewie nach Willy Brandts Vermächtnis für die heutige Politik. In der taz erzählt der irakische Regisseur Aziz Chaiyun Adschil, wie man in einem zerstörten Land das Theater wieder aufbaut. Die SZ beschwert sich über die "selbstgewisse Unschuld" des Redens über das deutsche Opfertum im Zweiten Weltkrieg.
Bücherschau des Tages
30.10.2003 Mit Kritiken zu Annette Pehnt: "Insel 34" in der NZZ, T.C. Boyle: "Drop City" in der ZEIT, Marcus Ingendaay: "Die Taxifahrerin" in der SZ, : "Der 'Berliner Antisemitismusstreit' 1879-1881" in der ZEIT und Peter Bichsel: "Doktor Schleyers isabellenfarbige Winterschule" in der ZEIT.
Medienticker-Archiv
30.10.2003 Heute: Middelhoff im Kreuzverhör, Burda als Spaziergänger, Antiquariatsmesse in Berlin und Googles Archiv-Falle. Von Rüdiger Dingemann
Freitag, 31.10.2003
Heute in den Feuilletons
31.10.2003 Die FR schildert, wie sehr sich die Iranerinnen über den Nobelpreis für Shirin Ebadi freuen. Richard Wagner beobachtet in der NZZ, wie sich "Mitteleuropa" immer weiter nach Osten frisst. Die SZ weiß, warum Don DeLillo den Kaliforniern den Untergang gönnt. Die FAZ lernt aus einem Deutschland-Bericht Carl Zuckmayers, was die Amerikaner im Irak falsch machen.
Bücherschau des Tages
31.10.2003 Mit Kritiken zu Marcus Ingendaay: "Die Taxifahrerin" in der FAZ, Friedrich Ani: "Gottes Tochter" in der SZ, Elisabeth Hase: "Fotografien 1928 - 1943" in der SZ, Niels von Redecker: "Die polnischen Vertreibungsdekrete und die offenen Vermögensfragen zwischen Deutschland und Polen" in der FAZ und Diego de Silva: "Gewisse Kinder" in der FAZ.
Medienticker-Archiv
31.10.2003 Luther spaltet, Schirrmacher-Artikel missbilligt, Verlage kompensieren erst 2008 und Sober warnt. Von Rüdiger Dingemann