Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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  • Perlentaucher-Debatte Literaturkritik im Netz: Angestoßen von Wolfram Schütte. Mit Beiträgen von Sieglinde Geisel, Jan Dress und anderen
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  • Monotheismus-Debatte im Perlentaucher: Angestoßen von Jan Assmann. Mit Beiträgen von Klaus Müller, Peter Sloterdijk und anderen
  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
  • Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
  • Der dänische Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
  • Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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Perlentaucher Archiv

Sortiert nach Datum | Rubriken

Mittwoch, 01.02.2012

Heute in den Feuilletons

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012 Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf.

Bücherschau des Tages

Erstaunlich verbitterte Kraft

01.02.2012 Unisono preisen NZZ und SZ Daniel Jüttes Geschichte des Geheimwissens, die uns unter anderem bekannt macht mit dem Hofingenieur, Mathematiker, Alchemisten, Pulverhersteller, Kryptologen, Magus und Luxusgüterhändler Abramo Colorni. Außerdem liest die SZ liest von der Fehde zwischen Karl Kraus und Franz Werfel und kommt mit Georg Oswalds "Unter Feinden" auf ihre Krimikosten. Die FAZ rühmt Laszlo Vegels Adoleszenzroman "Bekenntnisse eines Zuhälters" (hier unser Vorgeblättert).

Medienticker-Archiv

Gegen die Leitkultur des Verschwendens

01.02.2012 Wolf Schneider macht sich Sorgen um den Journalismus - Thomas Knüwer: Zeitungsverleger, ihr werdet den Kampf verlieren! - Werbeumsatz: Ranking der Radiosender - Neue Wege: Rupert Murdoch will Pay-TV-Angebote via Web etablieren - Kölner Konter: RTL sichert sich aktuelles Disney-Filmpaket - Tirade: Warum Jonathan Franzen E-Books hasst + Geschichten des Gelingens: Harald Welzer über sein Futur-Zwei-Projekt.

Im Kino

Ganz kalter Krieg

01.02.2012 Regie führt Bennett Miller, die Hauptrolle übernimmt Brad Pitt, doch der eigentliche Star des postindividualistischen Sportfilms "Moneyball" ist der Drehbuchautor Aaron Sorkin. In Tomas Alfredson Le-Carre-Verfilmung "Dame, König, As, Spion" durchstreifen Agenten verwunschene alte Häuser mit knarrenden Dielen. Nie sahen die Siebziger mehr nach Fünfzigern aus.

Donnerstag, 02.02.2012

Heute in den Feuilletons

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012 Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster.

Bücherschau des Tages

Großer kathartischer Moment der Weltliteratur

02.02.2012 Mit großer Begeisterung lässt sich die Zeit von Jennifer Egan durch den "Größeren Teil der Welt" und einmal quer durch den Orbit katapultieren. Außerdem preist sie Melanie Walz' neue Übersetzung von Charles Dickens "Große Erwartungen". Die SZ kommt mit Carsten Strouds Roman "Niceville" auf ihre Kosten. Und die FAZ feiert Daniil Charms.

Vorgeblättert

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012 Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A".

Medienticker-Archiv

Netzphobie

02.02.2012 Ansgar Heveling und das Ende des Web 2.0. - Müssen FAZ und SZ jetzt zurücktreten? Friedrich Küppersbusch über die Medien und Wulff - FAZ kontra Springer: IVW verklagt - Benjamin von Stuckrad-Barre: Für Dietl wäre er auch nach Osnabrück gezogen - Popliteratur aus dem 19. Jahrhundert: Dietmar Dath über Charles Dickens - Vor 90 Jahren erschien James Joyce' "Ulysses" + Mozart der Poesie: Wislawa Szymborska ist tot.

Freitag, 03.02.2012

Heute in den Feuilletons

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012 Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ.

Bücherschau des Tages

Für ein Happy End

03.02.2012 Die FAZ versinkt in William Trevors sehr irischem Roman "Turgenjews Schatten", der von der Liebe zweier Menschen erzählt, die einfach nicht für das Leben gerüstet sind. Die SZ liest Krimis von Buddy Giovinazzo, verübelt ihm aber, dass er den literarischen Wahnsinn zum Tiefstpreis verschleudert.

Medienticker-Archiv

Torte statt Worte

03.02.2012 Abgemahnt und abgezockt: Internetabmahnungen bei Künstlern - Reporter im Gericht: Journalistisches Feingefühl vs. rechtliche Korrektheit - Britische Abhöraffäre: Murdoch-Skandal droht The Times zu erfassen - Artenschutz: Schweizer Autoren plädieren für fixe Preise - Freie wollen mitreden: Leistungsschutzrecht für Autoren - Andreas Maier: Heimat ist wie nackt vor Gott zu stehen + Felicitas Hoppe erfindet sich ein neues Leben.

Samstag, 04.02.2012

Heute in den Feuilletons

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012 In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe.

Bücherschau des Tages

Schwimmendes globales Dorf

04.02.2012 Die FAZ begibt sich mit Michael Ondaatje auf einen Passagierdampfer und kentert zu ihrer großen Begeisterung nicht. Großes Lob in FAZ und FR für Stewart O'Nans Beschreibung des unspektakulären Lebens einer alten Frau. Die NZZ trauert um den Luftpoeten Christian Loidl. Die taz schürft nach dem Bösen in der rohstoffarmen Schweiz.

Montag, 06.02.2012

Heute in den Feuilletons

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012 Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert.

Bücherschau des Tages

Die Sprache der anderen

06.02.2012 Die SZ feiert Manfred Geiers Geschichte der Aufklärung, die quicklebendig vom Leben, Leiden und Lieben in der Gelehrtenrepublik erzählt. Von einem Staat vor dem wirtschaftlichen Abgrund liest die FAZ in Ludvik Vaculiks tschechischem Klassiker "Die Meerschweinchen". Außerdem empfiehlt sie gleich zwei Nahost-Thriller: Abdallah Frangis Lebensgeschichte "Der Gesandte" und eine Biografie der Mossad-Agetin Sylvia Rafael.

Vorgeblättert

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012 Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen".

Medienticker-Archiv

Paradoxien der Enträumlichung

06.02.2012 Peter V. Brinkemper über die Philosophie des 3-D-Films - Die Zeitenwende der Buchkultur: Multimediale eBooks und die Zukunft des Buches - Abgelehnt? Egal: Warum Michel Reimon seinen neuen Roman kostenlos im Netz veröffentlicht - Tassilo Pellegrini beschreibt, was zwei abgefangene Tweets über die Überwachungsmaschinerie verraten + Stefan Niggemeier: Wolf Schneider hat "Jehova" gesagt.

Dienstag, 07.02.2012

Magazinrundschau

Morbid-intimes Sentiment

07.02.2012 Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern.

Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012 "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln.

Bücherschau des Tages

Keine Sprechrolle?

07.02.2012 Einfach hingerissen ist die taz von Charles Dickens Roman "Große Erwartungen", der von der Liebe und Treue erzählt, von und dem Fluch des Geldes. Die NZZ liest sehr berührt, wie die schwerkranke Elisabeth Tova Bailey Trost bei einer Waldschnecke fand. Die FAZ kann Michel Bergmanns lebendigen und sehr vergnüglichen Frankfurt-Roman "Machloikes" empfehlen.

Medienticker-Archiv

Frauen, Fluten, Körper, Geschichte

07.02.2012 Der Inspirator: Klaus Theweleit zum 70. - Acta: Protestwelle erreicht Deutschland - Axel Honneth: Und was ist mit der Freiheit im Internet? - Urheberrechts-Debatte: Was soll Kunst im digitalen Zeitalter kosten? - Vertrauen in die Vernunft: Manfred Geier zu den Chancen der Aufklärung - Warhol und Pastrami to go: Haus für "Kunst und Esskultur" - Widerstandskünstler: Antoni Tapies ist tot + Dickens-Day: Superstar, Rampensau, Selbstvermarkter.

Mittwoch, 08.02.2012

Heute in den Feuilletons

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012 In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet.

Bücherschau des Tages

Seefahrergeschichten

08.02.2012 Die SZ feiert Michael Ondaatjes Geschichte seiner Schiffspassage von Sri Lanka nach England "Katzentisch". Auch Petur Gunnarssons Kindheitserinnerungen "Punkt Punkt Kommas Strich" kann sie sehr empfehlen. Als großes Vermächtnis würdigt die NZZ die "Römische Sozialgeschichte" des ungarischen Althistorikers Geza Alföldy. Sehr beeindruckt ist sie auch von Norbert Hummelts neuem Gedichtband "Pans Stunde".

Medienticker-Archiv

Liebe deinen Geiselnehmer

08.02.2012 Geschäftsmodell Apple - Netzkultur: Wenn die Netzgemeinde und die analoge Welt aufeinanderprallen - Vom Online-Händler zur Buchhandelskette: Amazon testet Filialgeschäft in Seattle - Leonardos Kapital: Das Prinzip Dan Brown - Kampf der Korruption: Roberto Savianos erneuter Aufruf gegen die Mafia + Gerhard Richter wird 80.: Maler der rätselhaften Schönheit.

Essay

Selbst ist der Autor

08.02.2012 Die entscheidenden Akteure im Buchmarkt sind die Leser und die Autoren. Sie können nun direkt zueinander finden. Weitere Regulierungen braucht es nicht. Eine Antwort auf Jürgen Neffe

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Ausblick auf die Berlinale 2012

08.02.2012 Benoit Jacquot, Brillante Mendoza, Miguel Gomes, Ursula Meier

Redaktionsblog - Im Ententeich

Diskussion mit Boualem Sansal

08.02.2012 Am 20. Februar werde ich mit Boualem Sansal im Auswärtigen Amt diskutieren. Es geht um seinen Roman "Harraga", die Lage der Frauen in den arabischen Ländern und die Figur des "Harraga", also des afrikanischen oder arabischen Flüchtlings, der von Europa träumt.

Donnerstag, 09.02.2012

Heute in den Feuilletons

Wegfall von Arbeit

09.02.2012 Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten.

Bücherschau des Tages

Dressierte Geschichten über dressierte Gefühle

09.02.2012 Großes Ereignis: Peter Nadas' Jahrhundertroman "Parallelgeschichten" liegt vor und beendet damit das Sandkastenspiel der bürgerlichen Literatur. Die Zeit ist überwältigt. Auch Christian Krachts Roman "Imperium" über den Begründer eines Kokusnussreichs kommt bei ihr sehr gut an. Die FAZ liest Hanna Kralls Erinnerungen "Rosa Straußenfedern". Die NZZ lernt in Bernd Stieglers "Belichtete Augen" alles über die Wunder der Optografie.

Medienticker-Archiv

Lummerland

09.02.2012 Neue Nachrichten aus dem Wulff-Universum - IVW-Klickzahlen im Januar: Der Präsident pusht die Nachrichtenseiten - Semantische Suchmaschine: WolframAlpha startet mit neuer "Pro"-Version für zahlende User - ARD & Co. im Netz: Schreitet die digitale Revolution in Deutschland rückwärts voran? + E-Books - Der blinde Fleck der Prognostiker.

Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012 In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Berlinalewettbewerb ohne Helden: Der sonnengebräunte Hintern des Klaus Lemke.

09.02.2012 Gerade war Doris Dörrie unter viel Blitzlichtgewitter über den Roten Teppich gelaufen: Galavorführung zur Berlinale-Eröffnung. Ein bisschen hatte sie vor dem Festival geschimpft, wie avantgardistisch und unkommerziell doch die Berlinale sei und wie froh sie deshalb sei, dass ihr neuer Film nicht im Wettbewerb, sondern in der Resterampe-Sektion "Berlinale Special" zu sehen ist. Auf den Roten Teppich verzichtet sie dann aber doch nicht, den empfindlichen Minusgraden zum Trotz.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Filmische Kartierung des Nachkriegsjapans: Kawashima Yuzo (Forum)

09.02.2012 Es ist fast schon Tradition geworden: seit ein paar Jahren präsentiert das Forum regelmäßig eine kleine Mini-Retro zu einem japanischen Regisseur. 2007 konnte man auf diese Weise Okamoto Kihachis formvollendete Gangster- und Schwertfilme wiederentdecken, im Jahr darauf die "pinku eiga" eines Wakamatsu Koji. 2012 ist die kleine Retrospektive einem fast Vergessenen gewidmet, der im Westen ohnehin nie wirklich bekannt war: Kawashima Yuzo. Kawashima wurde 1918 geboren und begann 1938 als Assistent in den Shochiku-Studios zu arbeiten; ab 1944 drehte er eigene Filme, und zwar genau 51, bevor er 1963 starb. Einen Platz in der japanischen Filmgeschichte hat Kawashima immerhin noch als Mentor von Imamura Shohei, zweifacher Palme-d'Or-Preisträger, der Kawashima als seinen wichtigsten Lehrer bezeichnet.

Freitag, 10.02.2012

Heute in den Feuilletons

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012 Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin".

Bücherschau des Tages

Golden german tor lass uns ein als große fisch

10.02.2012 Die SZ ermittelt mit Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" jenen Nullpunkt, an dem sich Sex und Liebe trennten. Die FAZ geht mit Didier Decoin der Frage nach, warum 38 Menschen der um ihr Leben kämpfenden Kitty Genovese nicht halfen. Die FR feiert den "famose Falschmünzer" Juri Andruchowytsch und seinen Roman "Perversion". Begeistert ist sie auch von Michael Ondaatjes Roman "Katzentisch".

Medienticker-Archiv

Ewig lockt das Buch

10.02.2012 Josef Joffe meint: "Die Print-Zeitung wird vergehen, das Buch bleibt bestehen" - Leonard Novy fordert eine neue Medienpolitik für neue Medien - Wolfgang Michal fragt: Ist ACTA Ansgar Hevelings Kriegserklärung? - Blutgrätsche gegen Medienpläne: Bundesliga-Pläne der Telekom in Gefahr - Schöner debattieren? Vocer und Diskurs@Deutschlandradio.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Fortgehen und reich wiederkommen: Michel Zongos 'Espoir Voyage' (Forum)

10.02.2012 Wenn afrikanische Regisseure über das neue afrikanische Kino lästern, dann haben sie meist einen Film vor Augen, der mit europäischen Geldern koproduziert wurde, eine Migrationsgeschichte erzählt und zur Freude eines schuldbewussten Publikums auf Festivals und bei Arte gezeigt wird. Und wahrscheinlich wird er nie in einem afrikanischen Kino zu sehen sein. Kann gut sein, dass Michel Zongos "Espoir Voyage" zu hundert Prozent das Klischee des Weltkinos erfüllt, er ist aber trotzdem sehr schön und sehr sehenswert.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Big in Berlin: Shah Ruhk Khan in 'Don - The King is Back' (Berlinale Special)

10.02.2012 Es ist eine Szene wie aus einem alten Serial: Der Held steht inmitten in einer ausweglosen Situation, diverse Gewehrläufe sind auf ihn gerichtet, zwei, drei coole Sprüche - "Wo finde ich hier eigentlich ein gutes italienisches Restaurant, wenn ich mit euch fertig bin?" - sowie einen spektakulären Kampf einer gegen alle unter allerlei Verrenkungen und Zweckentfremdungen später bleibt dem Held nur noch, sich den Staub von der Kleidung zu klopfen und das Feld, auf dem sich die zuvor noch aufrechten Bösewichte nun in der Horizontalen stapeln, mit einem schelmischen Grinsen zu verlassen.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Fehlt alles Familiäre: Rodrigo Plas Familienfilm 'La demora' (Forum)

10.02.2012 Nichts Spektakuläres passiert in diesem Film. Es geht um eine Frau in Montevideo, eine Mutter, die mit ihrem Leiharbeitergehalt mit Mühe ihre drei Kinder ernähren kann, die dann auch noch ihren Vater versorgen muss (gleich am Anfang wäscht sie ihn, in der Dusche, das ist eine schöne Szene, wie es überhaupt schön ist, wenn sich das Kino dafür interessiert, wie ein Mensch einen anderen pflegt, schon, weil das Berührungen sind, die weniger "gespielt" erscheinen als zum Beispiel in Sex- oder Prügelszenen), die versucht, wenigstens diesen einen Teil des Terrors, der der Alltag für sie ist, von sich weg zu halten, die vom staatlichen Altersheim abgewiesen wird und auch von ihrer Schwester und die den alten, geistig verwirrten Mann dann einfach auf einer Bank neben einem Mietshaus sitzen lässt, ohne jeden Identitätsnachweis, in der Hoffnung, dass sich die offiziellen Stellen nun doch um ihn kümmern werden.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Risse im Mädchentraum: Benoit Jacquots 'Les Adieux à la Reine' (Wettbewerb)

10.02.2012 So nahe wie die junge Dienerin Sidonie (Léa Seydoux) kommt an Marie Antoinette (Diane Kruger) im Hofstaat von Versailles sonst nur Gabrielle de Polignac (Virginie Ledoyen), die lesbische Maitresse der Königin. Wohl jeden Morgen, darf man mutmaßen, findet dieses intime, zärtlich alberne Spiel zwischen der Vorleserin Sidonie und der Monarchin statt: Die Dienerin um Form und Haltung bemüht, wie alles steif und zugerichtet ist an diesem Hof, Marie Antoinette, als erste und - beinahe - einzige in diesem Film, körperlich ausgelassen, verspielt, fast kindisch herumtollend, wenn Sidonie ausgesucht Frivoles aus der Königlichen Bibliothek vorliest.

Samstag, 11.02.2012

Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012 In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust.

Bücherschau des Tages

Uangenehm plausibel

11.02.2012 FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Grandios stoisch: David Zellners 'Kid-Thing'

11.02.2012 Ein ländlicher Vorort von Austin in Texas: hier lebt Annie, 10 Jahre alt, blond, sommersprossig, ein bisschen moppelig. Sie trägt ein immer gleiches weißes T-Shirt mit Airbrush-Motiv und isst ausschließlich regenbogenfarbene Industrienahrung.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Fantasieambitioniert: Anja Salomonowitz' 'Spanien' (Forum)

11.02.2012 "Spanien", der Titel von Anja Salomonowitz' Spielfilmdebüt ist ein Täuschungsmanöver. Filme, die die Namen ferner, glückversprechender Orte in sich tragen, dann aber in Wien und Umgebung spielen, partizipieren in der Regel an demselben (nennen wir es das "österreichische") Gefühl, so dehnbar diese Gestimmtheit im Einzelnen auch sein mag - vom Melancholischen ("Indien") übers Schicksalhafte ("Antares") bis zum Dystopischen ("Der siebte Kontinent").

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Senegalesisches Stationendrama: Alain Gomis' 'Aujourd'hui' (Wettbewerb)

11.02.2012 Manche sagen, die gesamte Geschichte des Films lasse sich aus der Opposition von Louis Lumière und George Méliès, von Realitätsprinzip und Fantasietätigkeit extrapolieren. Übertragen auf das afrikanische, und darin insbesondere das senegalesische Kino, könnte man, ähnlich verkürzend, eine derartige Matrix zwischen dem Gründervater Ousmane Sembène und dem Vatermörder Djibril Diop Mambéty aufspannen, oder, in Erstlingsfilmen gesprochen, zwischen Sembènes "Borom Sarret" und Mambétys "Contra's City". In dieser etwas kruden Analogie wäre "Tey / Aujourd'hui" des franko-senegalesischen Regisseurs Alain Gomis (übrigens der einzige afrikanische Bewerber um den goldenen Bären, sieht man von Kim Nguyens Kindersoldatenfilm "Rebelle" ab) genau zwischen den Stühlen zu verorten. Mit Sembène teilt er die geradlinige, bald didaktische Erzählhaltung und die gelegentliche Zuspitzung ins Satirische, so in einer Szene, in der eine Gruppe heuchlerischer Honoratioren auftritt, die nicht nur sozioökonomisch, sondern auch auf der Ebene der Figurenzeichnung mit der postkolonialen Elite übereinstimmen, wie Sembène sie so unnachgiebig karikiert hat. Von Mambéty überlebt in "Tey" das Bedürfnis, die Flucht zu ergreifen vor der schlechten Wirklichkeit, buchstäblich (weg aus Senegal) wie in der Form bzw. ihrer spielerischen Öffnung (weg vom sozialen Realismus). Mit beiden großen Brüdern verbindet…

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Film noir aus Thailand: Pen-Ek Ratanaruangs 'Headshot' (Panorama)

11.02.2012 Tul war früher Polizist. Nachdem er von einem korrupten Politiker, dem er auf den Fersen ist, erpresst wird, steigt er aus und wechselt die Seiten, wird Auftragskiller (allerdings einer der moralischen Sorte, der nur die "richtigen" killt), es tauchen weitere Schwierigkeiten auf - und eine geheimnisvolle Frau, die den Blick des Films in ihrer ersten Szene regelrecht stillstellt: in Untersicht taucht sie zuerst auf, die Kamera blickt zu ihr hoch, auf ihren ins engste Kostüm gequetschten Körper, dann entspinnt sich ein Gespräch, aber die Kamera bleibt an ihr kleben, verzichtet auf den Gegenschuss auf Tul, der ihr dann folgerichtig hoffnungslos verfällt. Irgendwann bekommt er eine Kugel in den Kopf, er überlebt das zwar, doch die Kugel (John Woos "Bullet in the Head" hatte seinerzeit eine ähnliche Konstellation) verändert ihn: er sieht nun alles falsch herum. Eine klinische Erklärung gibt der Film dafür nicht, man muss es ihm abnehmen, wie man ihm auch einiges anderes abnehmen muss. Und dann ist da noch eine zweite Frau.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Tanz den Affenkönig! Empfehlungen zum Forum Expanded

11.02.2012 "Kritik und Klinik" ist eine der Ausstellungen (in den Kunstsaelen [sic!]) überschrieben, in denen das Forum Expanded das Kino an seine Grenzen und darüber hinaus - also an den Bereich der Videokunst heran - zu führen gedenkt. "Kritik und Klinik", das ist auch der Titel einer 1993 erschienenen Aufsatzsammlung von Gilles Deleuze, worin der Philosoph das Verhältnis von "écrire" und "délirer", von schreiben und delirieren zu klären sucht. Um die Weisen eines, zumal filmgestützen, Delirierens kreist auch das Schaffen Ken Jacobs'. Der amerikanische Experimentalfilmer der alten (Avant-)Garde ist in der bezeichneten Ausstellung mit einer neuen Arbeit vertreten, die das unzeitgemäße Projekt einer zornigen Ideologiekritik verfolgt. Auf Schrifttafeln, die den Fluss - oder eigentlich: das mechanische Rotieren - des abstrakten Hauptfilms in unregelmäßigen Intervallen unterbrechen, schwadroniert Jacobs über den militärisch-industriellen Komplex, Corporate America und all die anderen üblichen Verdächtigen, hart aber irgendwie souverän an der Grenze zur altlinken Paranoia entlang schrammend.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Denkmal für die Überlebenden: Funahashi Atsushis 'Nuklear Nation'

11.02.2012 Noch nicht einmal ein Jahr ist vergangen seit Fukushima oder '3/11', wie die Ereigniskette aus Erdbeben, Tsunami und atomarem Super-GAU vom 11. März 2011 in Japan mittlerweile genannt wird. Aus den deutschen Nachrichten zumindest ist Fukushima mittlerweile so gut wie verschwunden, was bleibt, ist kaum mehr als die Erinnerung an verwüstete Küstenstreifen und einen Regierungssprecher im blauen Arbeitsanzug. Drei Filme im Forum versuchen jetzt, über die kurzlebigen Fernsehbilder hinaus ein Bild der Lage zu liefern; als erstes läuft Funahashi Atsushis Dokumentarfilm "Nuclear Nation" an. Im Mittelpunkt von Funahashis Film steht Futaba, eine Kleinstadt in der Provinz Fukushima, im Nordosten Japans, an der Pazifikküste – die Stadt, in der der Reaktor Fukushima Dai-ichi liegt. Futaba wurde im März 2011 nicht nur fast vollständig durch Erdbeben und Tsunami zerstört, sondern auch vom radioaktiven Fallout kontaminiert. Heute ist Futaba Sperrgebiet, niemand darf sich dort aufhalten. 1400 Bewohner der Stadt wurden evakuiert und in eine Schule umgesiedelt, wo sie seitdem unter widrigen Umständen leben, ohne zu wissen, wie lange dieser Zustand andauern wird und ob sie je in ihre Heimatstadt zurückkehren können.

Sonntag, 12.02.2012

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Spricht die Sprache der Liebe: Vincent Dieutres 'Jaurès' (Forum)

12.02.2012 Vincent Dieutres "Jaurès" ist einer der bisher schönsten Filme des diesjährigen Forums. Seine Konstruktionsprinzipien sind schnell nacherzählt: Als Dieutre noch mit seinem Geliebten Simon zusammen war, verbrachte er viel Zeit in dessen Wohnung unweit der Pariser U-Bahnstation Jaurès.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Am Meer ein Gefängnis: Christian Petzolds 'Barbara' (Wettbewerb)

12.02.2012 "At last, I am free - I can hardly see in front of me!", singen Chic über die präzise gesetzte Schwarzblende, mit der Christian Petzold seinen neuen Film "Barbara" enden lässt. Ein Auftakt übertönt das Schwarz, ein Knoten, auf den "Barbara" kontinuierlich hingearbeitet hat, ist mit einem Mal gelöst - der Film, der zwar unweit der Meeresküste spielt, doch eigentlich ein Gefängnis beschreibt, öffnet sich schlagartig zu der weltumarmenden Weite, die nur der Soul der 70er Jahre auf diese Weise in Klang gegossen hat.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Beim Barte des Führers: Nazi-Ufos in Timo Vuorensolas 'Iron Sky' (Panorama Special)

12.02.2012

Kommen zwei Nazis nach 72 Jahren nach New York und finden ein Pornoheft. Sagt der eine: "Die entwickeln sich ja wie unsere Weiber. Aber da unten haben sie keine Haare, wie die Mädchen seh'n die aus." Sagt der andere: "Und wenn sie da Haare haben, seh'n die aus wie der Bart unseres geliebten Führers!" Oder aber: Greifen Nazis vom Mond völlig krass die Erde an. Die Leute in der UNO so voll am Abstreiten, keiner ist's gewesen. Meldet sich Nordkorea: "Wir sind's, wir sind's gewesen!" Alle anderen voll so am Ablachen: "Als ob!!"

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Untersucht den ungeklärten Tod zweier Roma: Philip Scheffners Dokumentarfilm 'Revision' (Forum)

12.02.2012 Ein Weizenfeld nahe der polnischen Grenze. Im Sommer 1992 war das Feld Tatort eines im juristischen Sinne bis heute unaufgeklärten Verbrechens. Gut 19 Jahre später, im Herbst 2011, filmt Philip Scheffner denselben Ort für seinen Film "Revision". Der gelbe Weizen rauscht sanft im Wind, die Schatten der Rotorblätter einer Windkraftanlage ziehen über das Feld. Die Windräder und ihr Schattenwurf tauchen immer wieder auf im Film, sie wirken in ihrer gleichmäßigen Bewegung leitmotivisch rhythmisierend, aber in ihnen steckt noch mehr: In den Windkraftanlagen materialisiert sich die zeitliche Differenz, die 19 Jahre zwischen dem inzwischen historischen Kriminalfall um zwei erschossene Roma und ihrer filmischen Revision. Tatsächlich stellt der (insbesondere im Osten Deutschlands evidente) Siegeszug der Windparks den größten Einschnitt in das Landschaftsbild Deutschlands in den letzten zwei Jahrzehnten dar (vermutlich ist das sogar noch untertrieben). Dass sie aufmerksam sind für solche scheinbar nebensächlichen Details, für auf den ersten Blick völlig kontingente Verbindungen, ist kennzeichnend für die Filme des außergewöhnlichen Dokumentaristen Philip Scheffner.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Filmt von der Eisscholle: Wladimir Schnejderows 'Zwei Ozeane' (Retrospektive)

12.02.2012 Die Retrospektive machte in den letzten Jahren abwechselnd einen allzu routinierten und einen allzu beliebigen Eindruck. Präsentiert wurden entweder altbekannte Meisterregisseure (Bunuel, Bergman) oder eher willkürlich zusammengestellte Programme ("City-Girls im Stummfilm", "Traumfrauen der Fünfziger"). Dieses Jahr zeichnet sich die Retro ganz im Gegenteil gleichzeitig durch Wagemut und den Willen zur Konkretion aus: Gezeigt werden sowjetische (und ein paar deutsche) Filme aus den späten zwanziger und frühen dreißiger Jahren, die allesamt von einem einzelnen Studiokomplex produziert wurden: Der "Meschrabpom-Film" und ihrem deutschen Ableger, der Prometheus. Eine Sonderstellung im sowjetischen Kino nahm Meschrabpom nicht nur aufgrund seines Bezugs zu Deutschland ein: Die Verbindung der Studioverantwortlichen zur Staatsmacht waren - zumindest zunächst - verhältnismäßig locker, produziert wurden neben Kultur- und Dokumentarfilmen vor allem Spielfilme mit einer Nähe zum schon damals von Hollywood dominierten Genrekino - eine "rote Traumfabrik" (so der Titel der Retro) eben.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Pollesch in Polen: Przemyslaw Wojcieszeks 'Secret'

12.02.2012

Zwei Themen trüben das polnische Gewissen: Die miserable Behandlung der Schwulen und Lesben, deren Märsche für Toleranz immer wieder von nationalkatholischen Schlägertrupps gesprengt werden. Und die beunruhigende Frage, wie die Polen vom Holocaust profitiert haben. Sie haben die Geschäfte der ermorderten oder geflohenen Juden übernommen, sind in ihre Häuser gezogen und haben ihren Besitz in Beschlag genommen. Und was passierte, wenn Juden aus den Lagern heimkehrten? In Kielce wurden 1946 vierzig Holocaust-Überlebende erschlagen, unter anderem auch deshalb, weil die Polen die okkupierten Häuser nicht wieder hergeben wollten.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Tierbeobachtungen: 'Bestiaire' von Denis Côté (Forum)

12.02.2012 Anfangs schaut man Kunststudenten über die Schulter: Wie sie mit mal schnellen, mal vorsichtigen Strichen ein ausgestopftes Tier abzeichnen, das in ihrer Mitte steht. Dasselbe Tier, unterschiedliche Bilder. Wo das Tier herstammt, sieht man im späteren Verlauf in "Bestiaire", wenn Denis Côté bei einem Erkundungszug durch den Parc Safari in Quebec auch die taxidermische Abteilung in den Blick nimmt. Dieser ist zugewandt, aber gerade insoweit interesselos, dass sich eine Sphäre zwischen Emphase und kritisch-analytischer Distanz aufbaut. Ganz ohne Kommentar oder ersichtlichen Eingriff in das Geschehen zeigt Côté, was in dem Safari-Erlebnispark geschieht: Tierfütterung, Tierbehandlung, gesunde Tiere, kranke Tiere, verkrüppelte Tiere. Mittendrin dann bald, selbst ein bisschen wie possierliche Tiere: mal jauchzende, mal interessiert um sich schauende, fotografierende Parkbesucher, die irgendwann wieder im Auto sitzen, womit der Film dann schließt. Ein etwas rigoroseres Strukturkonzept - man wäre bei James Benning. Ein etwas genauerer Blick auf die Arbeitsabläufe im Park - man wäre bei Frederick Wiseman. Zwischen diesen beiden Protagonisten des vorsichtig beobachtenden Dokumentarfilms - überdies keine Unbekannten im Internationalen Forum - richtet sich Denis Côté gut und für den Zuschauer mit Gewinn ein.

Montag, 13.02.2012

Heute in den Feuilletons

Da war aber vor allem: die Stimme

13.02.2012 Christian Petzolds "Barbara" stößt auf die Begeisterung sämtlicher Filmkritiker. Überhaupt, so die Welt, ist die Bilanz des Berlinale-Wettbewerbs in den ersten Tagen erstaunlich positiv. Im Tagesspiegel denkt der bald achtzigjärige Alexander Kluge über Lebensläufe nach. In der taz erklärt Friedrich Küppersbusch, wie teuer es werden kann, sich selbst zu zitieren. In der NZZ kritisiert Abraham B. Jehoschua die religiösen Fundamentalisten in Israel. Spiegel Online und einige Blogs erzählen die Geschichte des saudischen Journalisten Hamsa Kaschgari, dem wegen eines Tweets die Todesstrafe droht. Alle sind bestürzt über den frühen Tod Whitney Houstons.

Bücherschau des Tages

Die tiefe amerikanische Wahrheit

13.02.2012 Die SZ genießt den Luxus, Sherwood Andersons Erzählungen "Winesburg, Ohio" in gleich zwei neuen Übersetzungen lesen zu dürfen. Gefesselt hat sie eine Studie von Matthias Dahlke, der  nachzeichnet, wie Deutschland, Österreich und die Niederlande in den Siebzigern auf den internationalen Terrorismus reagierten. Die FAZ stellt historische Bücher vor.

Bücherbrief

Romantischer Taugenichts

13.02.2012 Christian Kracht lässt seinen Helden Augustus Engelhardt die Vorzivilisation kosten. Nicholson Baker schickt uns ins Stöhnzimmer. Krisztina Toths Heldin sehnt sich nach dem unerreichbaren Westen. Stephen King verhindert einen Anschlag. Und Daniel Jütte entführt uns ins Zeitalter des Geheimnisses. Dies und mehr in den besten Büchern des Februar.

Vorgeblättert

Tamta Melaschwili: Abzählen

13.02.2012 Gewitzt muss man sein, wenn man in Kriegszeiten nicht nur überleben, sondern auch noch Zigaretten und Klamotten will, wie die jungen Mädchen Ninzo und Zknapi im Debütroman der georgischen Autorin Tamta Melaschwili. Lesen Sie hier den Anfang.

Medienticker-Archiv

Ad acta war gestern

13.02.2012 SOPA, PIPA, ACTA: Urheberrecht, Wikileaks, Internet und der Teilsieg für Weiterverkäufer oder Weichenstellungen beim Urheberrecht - Agenturen wollen Wirtschaftszeitung: Reuters will angeblich Financial Times übernehmen - IVW-Streit: Das Branchenrisiko der FAZ-Klage - Depeche-Mode-Buch: Der Sound der synthetischen Stadt - Tatort-Kritik: Wahn & Wirklichkeit + Whitney Houston: "The Voice" ist verstummt.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

13.02.2012 Die Superlokomotive.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Flirrendes Gespensterhaus: Guy Maddins 'Keyhole' (Berlinale Special)

13.02.2012 Jeder, der es ernst meint mit der Berlinale, wird diesen Zustand kennen: Nach einigen Tagen blenden die Filme ineinander über, eine leicht fiebrige Müdigkeit überfällt einen im Kino, das Gefühl für Zeit, die Fähigkeit, einem Plot zu folgen, wird fragil: Stattdessen Lichtreflexe, denen man mit den Augen folgt. Wenn man so will hat Guy Maddin mit "Keyhole" den Film zu diesem Zustand gedreht: Doppelbeleuchtungen, schummriges Licht, oft totes Schwarzweiß, ein Soundtrack, der so wabert wie es im Innern eines betrunkenen Seemanns nachts auf Deck klingt, eine assoziative Montage, die die Geschehnisse nicht so sehr in Zeit anordnet, sondern die Dinge aufeinander schichtet.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Porträtiert die Skaterszene in Ostberlin: Marten Persiels 'This Ain't California' (Perspektive Deutsches Kino)

13.02.2012 Es sieht so aus, als sei 2012 die Berlinale, die die DDR, zumindest filmisch gesehen, in ein neues Licht rückt. Zuerst präsentierte Christian Petzold seinen neuen Film "Barbara" im Wettbewerb - "Ich wollte, dass die DDR Farbe hat", so Petzold in der taz - und jetzt läuft in der Perspektive Deutsches Kino "This Ain't California" über die Skaterszene im Ostberlin der 80er Jahre.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Erzählt von einem geplanten Nichtausbruch aus Nordkorea: Yang Yonghis 'Kazoku no kuni' (Forum)

13.02.2012

Am Anfang sitzt Rie abgeschlafft in dem kleinen Cafe, das ihre Mutter betreibt, den Kopf flach auf die Theke gelegt. Sie wird bald Besuch bekommen von ihrem Bruder Sonho, den sie seit Jahren nicht gesehen hat. Sie wartet, was kommt, aber ist doch schon gezeichnet von Wunden aus der Vergangenheit, die durch nichts wieder heilen werden.

Dienstag, 14.02.2012

Magazinrundschau

Wir müssen noch modern werden

14.02.2012 In Letras Libras streiten Enrique Krauze und Javier Sicilia über das richtige Quäntchen Anarchismus. In Elet es Irodalom überlegt Bálint Kádár, wie Budapest vom Berlin-Image profitieren kann. In Le Monde gibt Imre Kertesz Ungarn für die Demokratie praktisch verloren. Polityka kennt die Inspiration jedes Dichters und auch Wislawa Szymborskas: Ich weiß nicht. Im Guardian umkreist Richard Sennett Montaignes Katze. Das TLS versinkt in einer Geschichte der Monster. Für Commentary ist Christopher Hitchens der Justin Bieber Richard Dreyfuss'.

Heute in den Feuilletons

Neugierde ist der Modus Operandi

14.02.2012 Die taz fragt: Warum ist in Deutschland eigentlich nur Alexander Kluge modern? In der Welt erzählt Kluge, was er mit Adorno gemein hat. UN Watch begrüßt die neuen Repräsentanten Libyens in der UN, wo sie gleich einen deutlichen Standpunkt in der Schwulenfrage vertraten. Die FAZ singt eine Hymne auf Dagmar Manzel. Le Monde fragt, worauf Bismarck hinaus will. In der FR lobt Götz Aly die Integrationsfähigkeit der SED. Außerdem mehr über Ai Weiwei und die Katzen und Douglas Coupland und die Hunde. 

Bücherschau des Tages

Kunstschönheit

14.02.2012 Bewegt und beeindruckt liest die NZZ Tony Judts Autobiografie "Das Chalet der Erinnerungen", die für sie schon jetzt ein Klassiker ist. Das Leben als Essay lernt die FAZ mit Tomas Espedals "Gehen" (Leseprobe bei "Vorgeblättert") kennen. NZZ und FAZ huldigen dem Schamanen des freien Denkens, Alexander Kluge. Die SZ freut sich über Lars Brandts Roman "Alles Zirkus".

Medienticker-Archiv

Ausdenken ist verboten

14.02.2012 Thomas Meinecke dekonstruiert die Poetikvorlesung auf dem Frankfurter Campus - Belagerungszustand in Murdochs Reich: Sun wehrt sich gegen Ermittlungen - Bertelsmann-Chef Thomas Rabe: "Auch Facebook ist nicht dezentral aufgestellt" - Medienphänomen: Die Magazinmacher leiden unter dem wahren Burnout - Die Abzocke der Bezahlverlage - Vergleich: Deutsche Bank einigt sich mit Kirch-Erben.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Lebenszeichen: Werner Herzogs Blick in die 'Death Row' (Berlinale Special)

14.02.2012 "Ich will eins von vornherein klarstellen", sagt Werner Herzog dem zum Tode verurteilten James Barnes gleich direkt ins Gesicht, "ich bin kein Befürworter der Todesstrafe. Aber das muss nicht heißen, dass ich dich mag."

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Duvall auf Acid: Billy Bob Thorntons 'Jayne Mansfield's Car' (Wettbewerb)

14.02.2012 "Manchmal muss man einen Film eben etwas anders verpacken, um seine Botschaft an den Mann zu bringen", sagt Billy Bob Thornton in der Pressekonferenz zu seinem Wettbewerbsbeitrag "Jayne Mansfield's Car" und weiter: "Man könnte zwar einen Film gegen Krieg drehen und diesen dann "Anti-War" nennen, dann schauen ihn aber eben auch nur jene, die eh schon gegen Krieg sind."

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Ein eingelöstes Versprechen: Ly Bun Yims '12 Sisters' (Forum)

14.02.2012

Es war von Anfang an ein großes Versprechen: Drei Filme aus der klassischen Phase des kambodschanischen Kinos hat das Forum dieses Jahr in seinem Programm. Drei Filme aus einem Kino, das kaum überliefert ist, weil die Roten Khmer nach der Machtübernahme in den Siebzigern mit dem filmischen Erbe so gründlich aufgeräumt hatten, dass die Archivlage dort heute noch verheerender ist als in anderen südostasiatischen Ländern. Die Kopien (in einem Fall leider nur eine DVD-Kopie) gelangten unter abenteuerlichen Bedingungen nach Berlin, vorgeführt werden können sie nur ein einziges Mal, da eine Restaurierung und Sicherung der kostbaren Rollen noch aussteht.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Fraktionen des Bösen im Nazihauptquartier: Volker Schlöndorffs 'La mer à l'aube' (Panorama)

14.02.2012

"La mer a l'aube", eine Fernsehproduktion von Volker Schlöndorff, die, was Ausstattung und filmische Mittel angeht, auch so aussieht, erzählt von der Hinrichtung 150 französischer Kriegsgefangener, die im Zweiten Weltkrieg auf Anordnung Hitlers als "Vergeltungsmaßnahme" für den Anschlag auf einen deutschen Offizier im Oktober 1941 von den deutschen Besatzern in Zusammenarbeit mit französischen Hilfstruppen geplant und durchgeführt wurde.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Ein Film über kein Kind: Ursula Meiers 'L'enfant d'en haut' (Wettbewerb)

14.02.2012

Kinder und Tiere sind beliebte Sujets des Festivalbetriebs. Das spricht nicht unbedingt gegen sie. Es lässt sich aus ihrem erhöhten Aufkommen aber ein gewisser Rechtfertigungsdruck ableiten: Weshalb braucht die Welt einen weiteren Film, der uns an die unausdrückliche Ausdruckskraft kindlicher und tierischer Akteure heranführt?

Mittwoch, 15.02.2012

Heute in den Feuilletons

Das Klavier, das Murmeln, das Sich-Setzen

15.02.2012 Düster sind Bernard-Henri Lévys Visionen in der Griechenland-Krise in der Welt. Noch immer nicht so richtig in Gang kommen will die vom Spiegel lancierte Debatte über die Frage, ob Christian Kracht mit rechtsextremem Gedankengut kokettiert. Die taz diagnostiziert jedenfalls eher auf "spleenige Leere". In der FAZ feiert Domink Graf Zbynek Brynychs Film "Nacht von Lissabon". Und wie steht's um das geistige Eigentum, wenn Urheber die ausschließlichen Nutzungsrechte daran abtreten, fragt ein Rechtsanwalt.

Bücherschau des Tages

Poetisch beseelt

15.02.2012 Fasziniert liest die SZ Antonio Pennacchis Familienchronik aus dem Veneto "Canale Mussolini". Die NZZ stürzt sich mit "Zu guter letzt" noch einmal in Edward St Aubyns Familienhöllensaga. Instruktiv findet sie auch Christoph Jahrs Studie "Antisemitismus vor Gericht".

Medienticker-Archiv

Nachrichtenaggregator unter Feuer

15.02.2012 Associated Press verklagt Mediendienst Meltwater News - Wikileaks und die Medien: Julian Assanges zerrüttetes Verhältnis zu seinen Medienpartnern - Sascha Lobo: Acta und die Politik des Abgrunds - Rätselhaftes Update deutet auf Apples TV-Pläne hin - Hans Leyendecker: Im Elend für den Angeklagten oder Die Grenzen medialer Berichterstattung - Guerillero im Gaga-Fernsehen: Matthias Matussek über Alexander Kluge.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

15.02.2012 Nur nicht schniefen!

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Rein imaginär: Miguel Gomes' 'Tabu' (Wettbewerb)

15.02.2012 Am Anfang steht ein vollbärtiger, traurig dreinblickender Mann im Dschungel, dann verwandelt er sich vielleicht in ein Krokodil, vielleicht wird er von einem gefressen. Dazu leise, verspielte Klaviermusik und eine sanft dröhnende Voice-Over-Stimme, die über die Möglichkeit eines melancholischen Krokodils nachdenkt.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Liebt nur ihre Katzen: Brian M. Cassidys und Melanie Shatzkys 'Francine' (Forum)

15.02.2012 Aus dem Gefängnis in die unfreundliche Wirklichkeit: Germanisten denken da sofort an Franz Bieberkopf, und auch der Weg von Francine scheint auf den ersten Blick nur eine Richtung zu kennen: nach unten.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Anarchy in the UK: Meryl Streep ist 'The Iron Lady' (Wettbewerb Sonderführung)

15.02.2012

Good girls go to heaven, bad girls kommen ins Irrenhaus. Zumindest heißt ein alter Konservativer Margaret Thatcher (Meryl Streep) entsprechend willkommen, als sie erstmals Abgeordnete das Parlament betritt: "Welcome to the madhouse!" Repräsentative Demokratie als Nervenanstalt: Es wird geschrien, gekreischt, gestampft, geklopft. Und spätestens mit Thatchers Regierungsantritt 1979 als Premierministerin scheint das Land ringsum ohnehin in Flammen aufzugehen, während Punks defätistisch ihre Liebe zur 'Eisernen Lady' bekunden.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Peter Kerns 'Glaube, Liebe, Tod' (Panorama)

15.02.2012

Die thomistische Trias christlicher Tugenden - Glaube, Liebe, Hoffnung – hat Pate gestanden für Peter Kerns neue filmische Selbstentäußerung. Allein Hoffnung mag in diesem Rundumschlag gegen die unchristlichen Zustände an der europäischen Außengrenze keine aufkommen. Darum folgt auf den Glauben und die Liebe... der Tod.

Donnerstag, 16.02.2012

Heute in den Feuilletons

Das werden die Brüder bitter bereuen

16.02.2012 25.000 Freunden auf Facebook gefällt die Idee, Hamsa Kaschgari hinzurichten, meldet Spiegel Online (und anders als mit Mohammed-Zeichnungen scheint Facebook hiermit kein Problem zu haben). Deutsche Feuilletons interessieren sich aber viel mehr für den Krach um Kracht. Er hat jetzt eine Lesung in Berlin abgesagt, weil der Spiegel ihn schmähte. SZ und Freitag feiern seinen Roman "Imperium" als Meisterwerk der Ironie. Nein, er ist ein Schmarrn, meint die FR. Aber eigentlich erscheinen heute ja Peter Nadas' "Parallelgeschichten", die Joachim Sartorius im Freitag wahrhaft groß findet. Für die Zeit berichtet Jonathan Littell aus Syrien.

Bücherschau des Tages

Allmacht des lyrisch-tiefen Fühlens

16.02.2012 Beeindruckt lesen FAZ und SZ Aharon Appelfelds Roman "Der Mann, der nicht aufhörte, zu schlafen", der von Appelfelds Schriftstellerwerdung in Israel erzählt. Als doppelte Großtat preist die NZZ Peter Nadas' Roman "Parallelgeschichten" und Christina Viraghs Übersetzung. In FR und SZ wird zudem die Auseinanderübersetzung über Christian Krachts Roman "Imperium fortgesetzt.

Vorgeblättert

Joachim Kalka: Die Katze, der Regen, das Totenreich

16.02.2012 Joachim Kalka sinniert über das Leben und seine unwiderstehlichen Seiten, etwa den Dialog: "Wir möchten Brautbilder haben ... - Wie viel? - Ein halbes Dutzend bitte. - Soviel wern ma gar net ham (Nimmt Bilder und zeigt sie her). - Von uns wollen wir doch Bilder haben, das sind wir ja gar nicht. - A so, von eahna wollens welche ham, ja de müssten aber extra angefertigt werden ... Diese Firmlingsbilder wern sehr gern gekauft - oder soll's was in Uniform sein?..." - Lesen Sie hier einen Auszug aus "Die Katze, der Regen, das Totenreich".

Medienticker-Archiv

Proletarier aller Länder, vergnügt euch!

16.02.2012 Retrospektive: Sowjetisches Hollywood - Januar-Nielsen-Zahlen: Werbemarkt startet mies ins neue Jahr - Print lebt: Die Zeit und ihr neues Rekordjahr - Internet-Zensur: Iran entzieht Bürgern Online-Verschlüsselung - Studie: Verlage zögern vor Android-Apps - E-Books machen Schule: Bildungsmedienverlage präsentieren digitale Schulbuchplattform + Nächstes Kapitel im Buch der Krise: Buchkette Thalia steht vor dem Verkauf.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Erzählt von einer Mordserie an Roma: Bence Fliegaufs 'Just the Wind' (Wettbewerb)

16.02.2012 Ein Tag im Leben einer Familie ungarischer Roma in einem kleinen Dorf, ausgehend von den schlaftrunkenen, gemeinsamen, größtenteils sprachlosen Tagesvorbereitungen in der digitalen Dunkelheit des beginnenden Morgengrauens. Dann splittet der Film sich auf in drei Stränge und verfolgt: Mutter, Tochter, Sohn.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Unterkörperfixiert: Tea Lim Kouns 'Snake Man' (Forum)

16.02.2012 Alles beginnt mit einem halbstündigen Prolog, der nach sozialem Realismus aussieht - ein trunksüchtiges Ekelpaket von einem Mann, seine geschundene, aber wunderschöne Frau und das gemeinsame Kind in einer ärmlichen Hütte am Waldesrand -, wäre da nicht die sprechende Schlange, mit der die Frau in Abwesenheit ihres brutalen Gatten eine Liebesbeziehung anfängt. Es sei zwar eine Schlange, schaltet sich an dieser Stelle ein Erzähler ein, der Sex aber allemal besser als mit ihrem Mann. Bald kommt der Gehörnte der Schlange auf die Schliche und hackt ihr den Kopf ab. Als er im Zorn dann auch seine schwangere Frau richtet, indem er ihr den Unterleib aufschneidet, quillt eine ganze Schlangenbrut aus ihrem Uterus. Nur eine von ihnen überlebt und verwandelt sich, etliche Jahre später, in den Schlangenmann.

Redaktionsblog - Im Ententeich

Diesen Kuss der ganzen Welt

16.02.2012 Allenthalben wird in den deutschen Zeitungen mal wieder das "geistige Eigentum" verteidigt. Aus dem Internet schlägt diesen Artikeln, anders als zur Zeit der Print-versus-Blog-Debatte kaum mehr Widerstand entgegen – zumindest publizistisch nicht, denn natürlich sind die Artikel in den Zeitungen selbst Reaktion auf den erfolgreichen Protest gegen Acta.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Bewegungskino reinster Form: Steven Soderberghs 'Haywire' (Wettbewerb, außer Konkurrenz)

16.02.2012 In gewisser Hinsicht holt Steven Soderbergh mit "Haywire" den Menschen ins zuletzt von bigger-than-life-Computeranimationen und verwackelten, hektisch montierten Handkamerabildern bestimmte Actionkino zurück: Kaum einmal, dass seine Kamera ins Geschehen eindringt, häufiger bleibt sie auf gut ein, zwei Schritte Abstand, filmt in verhältnismäßig langen Einstellungen den Kampf zwischen zwei Körpern in ihrer Gesamtheit, deren Wendigkeit, noch mehr aber deren brutale Wucht zum Spektakel wird: Wenn Gina Carano, hier in der Rolle der Mallory Kane, die im Auftrag einer der Regierung unterstellten Privatfirma weltweit die schmutzigen Jobs übernimmt, zuschlägt, tun die Knochen schon beim Hinsehen weh. Kein Wunder: Carano blickt auf eine erfolgreiche Karriere als Mixed-Martial-Arts-Kämpferin zurück. Für "Haywire", für Soderbergh ist sie ein ungeheurer Gewinn: Kaum eine Viertelstunde vergeht, ohne dass Carano atemberaubend die Fäuste schwingt und noch ganz andere Stunts vollführt, um ihre Häscher zu erlegen.

Freitag, 17.02.2012

Heute in den Feuilletons

Nur Spiel, nur Stil, nur Attitüde

17.02.2012 In der FR spricht Peter Nadas über seine "Parallelgeschichten" und über die aktuelle Lage in Ungarn. In der NZZ fürchtet der schottische Autor John Burnside die schottische Unabhängigkeit - aus Angst vor dem Feudalismus. Techdirt zählt mal zusammen, wie oft in den USA in den letzten Jahren Copyright-Verschärfungen beschlossen wurden: genau fünfzehnmal in dreißig Jahren. Die SZ stellt den griechischen Aphoristiker Nikos Dimou, der geistvoll an seiner Heimat litt. In der FAZ vermisst Pierre Nora die kulturelle Gärung in den deutsch-französischen Kulturbeziehungen.

Bücherschau des Tages

Feuer, Ehrgeiz und Energie

17.02.2012 Der SZ legt Jennifer Egans Konzeptalbum "Der größere Teil der Welt" auf und muss erkennen: Die Zeit heilt keine Wunden, sie schlägt sie. Außerdem zeigt ihr Nikos Dimou: Den besten Spott über sich produzieren die Griechen immer noch selbst! Die NZZ feiert Bastien Vives' Comic "Polina" über eine junge Tänzerin.

Medienticker-Archiv

Print-Talfahrt wird nur ausgebremst

17.02.2012 Immer mehr Briten bevorzugen E-Books - Neues von den "Killing fields" der Journalisten: "Sag’ deinen Kindern, dass wir dich ermorden werden" - Urheberrecht: Europäischer Gerichtshof gegen Copyright-Filter - Nachtkritik: Arthur Schnitzlers "Das weite Land" in Basel und Henriks Ibsens "Nora" in Graz - Mittler zwischen den Kulturen: Der japanische Klassiker Mori ?gai wurde heute vor 150 Jahren geboren + Der Rücktritt des Tages, die Medien und Georg Schramm kandidiert.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Wildeste Gedanken- und Bildersprünge: Shirley Clarkes 'Ornette' (Forum)

17.02.2012 "Not to make music, but to imitate music": so beschreibt Ornette Coleman seinen eigenen Anspruch an seine künstlerische Praxis an einer Stelle in Shirley Clarkes Dokumentarfilm über den Jazz-Musiker "Ornette: Made in America". Dieses Zitat gibt die Richtung dieses Films aus dem Jahr 1988 vor, er bezeichnet das spezifische Interesse, das er am Jazz hat: es geht ihm nicht (oder nur am Rande, in kurzen, wunderschönen Spielszenen, die einige wenige Szenen aus Colemans Jugend nachstellen, vor einer dröhnenden Industriekulisse) um dessen Herkunft, um seine sozialen oder musikhistorischen Wurzeln in schwarzer amerikanischer Kultur. Ganz im Gegenteil interessiert sich der Film für das Moment am Jazz, das identitäre Zuschreibungen (von Kreativität auf Personen, von rhythmischen Formen auf Menschengruppen etc) zu durchbrechen in der Lage ist.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Einen Film flechten: Clemence Ancelins 'Habiter' (Forum)

17.02.2012 Flechten, immer wieder flechten: einen Korb flechten, einen Zaun flechten, ein Dach flechten. Aus Stroh und getrockneten Palmblättern. Die Verbindung von Vertikalen und Horizontalen. Im Bild also immer wieder die grundlegende Operation des Verknüpfens, die Herstellung von etwas, das mehr ist als die Summe seiner Teile.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

'Internet, wie haben Sie das gemacht?' - Eine Diskussion

17.02.2012 Neben ihrem umfangreichen Filmprogramm zeichnet sich die Berlinale auch durch ein flankierendes Angebot von Diskussionsveranstaltungen und Vorträgen aus. Der Großteil davon steht für gewöhnlich inhaltlich im Zusammenhang mit der jeweiligen Retrospektive und blickt somit also eher zurück in die Filmgeschichte. Als spannende Bestandsaufnahme und Blick nach vorn empfahl sich indessen das von Frédéric Jaeger (critic.de) moderierte Werkstattgespräch "Internet, wie haben Sie das gemacht", die ausnahmsweise einmal über das Potenzial des Internets für das Kino reden und entsprechende Beispiele vorstellen wollte.

Samstag, 18.02.2012

Heute in den Feuilletons

Gut gemacht

18.02.2012 17 Autoren werfen dem Spiegel in einem Offenen Brief vor, Georg Diez' Artikel über Christian Krachts Roman "Imperium" überschreite die Grenze zur Denunziation. In der taz wirft der syrische Journalist Ali al-Atassi dem Westen Tatenlosigkeit vor. Der Friedenspreis hat Boualem Sansal beim algerischen Regime nicht beliebter gemacht, berichtet der Tagesspiegel. In der SZ überlegt der Ideenhistoriker Jan-Werner Müller, warum die europäischen Intellektuellen immer provinzieller werden. Die FAZ stellt einen tschechischen Comic über die Vertreibung der Deutschen vor. Alle loben den Berlinale-Wettbewerb.

Bücherschau des Tages

Weltzeitung

18.02.2012 Ein inneres Blütenmeer beschert der FAZ Jakob Augsteins Buch "Die Tage des Gärtners". FAZ und taz besingen in höchsten Tönen, aber unisono Jennifer Egans Roman "Der größere Teil der Welt". Sehr unterschiedlich nehmen sie dagegen Marion Braschs Familiengeschichte "Ab jetzt ist Ruhe" auf. Die SZ versinkt in Alexander Kluges "Fünftem Buch".

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Die Bären 2012

18.02.2012 Goldener Bär für den besten Film: die Brüder Taviani für "Cäsar muss sterben"

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Die Logik des Gemischtwarenladens

18.02.2012 Die Berlinale ist auch 2012 ein Gemischtwarenladen, dessen Ausdifferenzierungen allen möglichen Prinzipien gehorchen, aber sicher keinen kuratorischen. Die angesagtesten Auteurs der Gegenwart warten (mit wenigen Ausnahmen) auch weiterhin auf Cannes. Und wer seismographisch den neuen, noch im Entstehen begriffenen Strömungen des Weltkinos nachspüren will, ist auch weiterhin in Venedig oder Rotterdam besser aufgehoben. All dies - immer wieder kritisiert, im Perlentaucher in den letzten Jahren von Ekkehard Knörer - gilt zwar immer noch. Dennoch kommt es mir im Rückblick so vor, als habe ich in den letzten zehn Tagen mehr interessante, richtungsweisende Filme gesehen, als auf den letzten zwei, drei Berlinalen zusammen.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Heute noch zu sehen: Emin Alpers 'Beyond the Hill', Kiko Goifmans 'Look at me again' und Zoé Chantres 'Tiens moi droite'

18.02.2012 Emin Alpers Erstlingsfilm "Tepenin Ard? - Beyond the Hill" (Forum) beginnt vielversprechend enigmatisch. Ein alter Patriarch verteidigt sein Anwesen in den anatolischen Bergen gegen Nomaden, die ihre Tiere auf sein Weideland führen. Der Kleinkrieg zwischen dem alten Mann, der mit einem seiner Söhne und dessen Familie in einer Talsenke lebt, und den angeblichen Aggressoren, tobt schon eine ganze Weile, als der zweite Sohn zu Besuch kommt. Geschickt relegiert der Film die wahrgenommene Bedrohung ins Off, hinter den Hügel, wo die Nomaden sich aufhalten sollen. Sie sind jedoch nie direkt zu sehen, sondern lediglich in der Phantomgestalt von Gegenschüssen aus dem umliegenden Gebirge, unauffällige Landschaftsaufnahmen jeder für sich, die sich nach und nach zu einer Triangulation des Geschehens im Tal addieren, und so die Frage aufwerfen, wessen Betrachterstandpunkt sich hier mitteilt. Es ist zu bedauern, dass Emin Alper den Konflikt am Ende zur Implosion bringt, indem er die Nomaden als selbstgemachtes, gleichsam kollektiv halluziniertes Feindbild offenbart. Alles betörend Rätselhafte an "Tepenin Ard?" wird so gebändigt zur - allzu didaktischen - politischen Allegorie der türkischen Kurdenpolitik an der ungenau definierten anatolischen Außengrenze. Die umständlich plumpe Tagline des Films: "Scapegoating may unify, but could you control the…

Montag, 20.02.2012

Heute in den Feuilletons

Die Leistung der freien Presse

20.02.2012 Die FR ist sehr zufrieden mit der Rolle der Medien in der Causa Wulff. Die NZZ sieht das von außen ganz anders und fand die deutschen Zeitungen abstoßend selbstgerecht. In der Welt fürchtet der ungarische Regisseur Bence Fliegauf, dass sich Europa auf den chinesischen Weg macht: "Das wäre der Tod jeder Kultur." Insgesamt schreiben die Kritiker recht positiv über den Wettbewerb der Berlinale, auch wenn jeder Kritiker die Bären im einzelnen anders vergeben hätte.

Bücherschau des Tages

Chaos und Rhetorik

20.02.2012 Magere Ausbeute heute: Die SZ lässt sich von Dominic Lieven die russische Seite der Napoleonischen Kriege nahebringen. Außerdem findet sie bei Colin Crouch Lösungen gegen den Neoliberalismus. Die FAZ liest politische Bücher, darunter Thomas Kielingers Porträt der Queen "Elizabeth II" und Stanley Fishs Essays "Das Recht möchte formal sein".

Vorgeblättert

F.C. Delius: Als die Bücher noch geholfen haben

20.02.2012 Friedrich Christian Delius erzählt in seinen biografischen Skizzen "Als die Bücher noch geholfen haben" auch ein Stück Literaturgeschichte der Bundesrepublik, von Treffen mit Kollegen in Ostberlin, wie Bücher durch die Mauer geschmuggelt wurden, von den Grabenkämpfen der Linken und seiner Arbeit als Lektor. Lesen Sie hier, warum F.C. Delius kein Kritiker wurde und warum er 1966 in Princeton schwieg.

Medienticker-Archiv

Entengrütze für alle

20.02.2012 Oleg Kaschins Russland-Satire "Es geht voran" - Medienkonsum: Die Parallelwelt der Digital Natives - Digitale Inhalte und neue Vergütungsmodelle: Christoph Keeses überzogene Erwartungen - ACTA: Dossier Urheberrechte im Netz - Stefan Engeln: Brauchen wir ein Netz-Greenpeace? - Die 100 populärsten Websites der Welt - Fifty-fifty soll reichen: Google bereitet Start des deutschen Buch-Shops vor + Hans-Ulrich Wehler über die Präsidentenkür.

Dienstag, 21.02.2012

Magazinrundschau

Herz aus Bronze

21.02.2012 Einen Krieg gegen Frauenrechte diagnostiziert The New Republic in den USA. Wer nackte Frauen aufs Titelbild einer Zeitschrift bringt, soll sich nicht beschweren, wenn er im Knast landet, findet Rue89. In Elet es Irodalom erklärt die Historikerin Mirta Núñez Díaz-Balart, warum die Wunden aus der Franco-Diktatur nie verheilen konnten. In Eurozine sehen Stephen Holmes und Ivan Krastev wenig Gemeinsamkeit zwischen den Protesten in Russland und in der arabischen Welt. In der London Review of Books schäumt Edward Luttwak über eine Übersetzung: die Ilias ohne den 10. Gesang? Ohne den Helm mit den Hauern vom weißzahnigen Schwein? Unmöglich!

Heute in den Feuilletons

Im literarischen Straflager

21.02.2012 Joachim Gauck ist der Mann der Stunde, auch in den Feuilletons. Die FAZ erklärt seinen Freiheitsbegriff. Er sei der erste von den Medien gekürte Bundespräsident, gibt die Welt skeptisch zu bedenken. Die taz nörgelt. Die NZZ findet es richtig, dass der Suhrkamp Verlag Robert Service' Trotzki-Biografie veröffentlicht. SZ und Tagesspiegel greifen nochmal in die Kracht-Debatte ein. Der Perlentaucher erklärt, warum gerade die Auskäufer von Autorenrechten den Begriff des "Geistigen Eigentums" so verteidigen.

Bücherschau des Tages

Die Kunstfertigkeit eines Affen

21.02.2012 Die SZ lässt sich freudig mit Ernst Augustin in "Robinsons blauem Haus" nieder. Gut gefallen hat ihr auch Thomas Langs Erzählung "Jim" über Kunst, Freundschaft und Erfolg. Die NZZ ist von Ursula Frickers subtilem Roman "Außer sich" in den Bann gezogen. Und die FAZ lässt sich gern von Michael Axworthy an die 2500-jährige Geistesgeschichte des Irans erinnern.

Medienticker-Archiv

Bericht aus der Akademie

21.02.2012 Stationen, Orte, Positionen: Lothar Struck über ein Marbacher Handke-Symposium - Content Allianz: Dokument der Hilflosigkeit - Ilse Aigner: Brüssel hat bei Acta-Abkommen geschlafen - Im Zeichen des E-Learning: Bildungsmesse Didacta - D’oh!: Grillen mit Julian Assange bei den "Simpsons" - "Website nicht gefunden": Die schönsten 404-Fehlerseiten + Interviews mit Sinéad O'Connor, Bruce Springsteen und Speech Debelle.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

21.02.2012 Oh toll, noch ein Paket für die Griechen.

Mittwoch, 22.02.2012

Heute in den Feuilletons

Pressestellenhafte Hauptsatzrealität

22.02.2012 Die Spanier bekommen in der Krise langsam Angst und zwar echte Angst, konstatiert der Schriftsteller Antonio Orejudo in der NZZ. Im Tagesspiegel erklärt der Autor Nikos Dimou, warum es ein Unglück ist, Grieche zu sein. Welt und FAZ sind begeistert vom erweiterten Städel-Museum in Frankfurt. Die SZ findet, es ist kein Wunder, dass Protestanten Präsidenten werden: Die können reden. Anders als ein Viertel der Deutschen, die laut FAZ nicht richtig lesen und schreiben können.

Bücherschau des Tages

Mit offenem Visier

22.02.2012 So spannend und lehrreich wie Siddharta Mukherjees Buch "Der König aller Krankheiten" wünscht sich die FAZ Medizingeschichte. Die FR liest bei Antonio Lobo Antunes nach, wie sich auch bei ihm eine igelige Frucht einnistete. Ganz schön perplex ist die taz nach Lektüre von Dietmar Daths und Barbara Kirchners Manifest "Der Implex".

Medienticker-Archiv

Schreibroboter statt Autorenhonorar

22.02.2012 Narrative Science erzeugt Texte aus der Datenbank - Blackfacing-Debatte: Die Kunst der Unterschiede - Interview: Frank Castorf über Thomas Langhoff - Von Marc Reichwein ausgegraben: Ein Interview mit dem 2011 verstorbenen Interviewkünstler André Müller - Der Lichtbildner: Der Fotograf Lukas Beck + Raum statt Konzept: Die Documenta-13-Pläne der Carolyn Christov-Bakargiev.

Im Kino

Die Wahl wählen

22.02.2012 Schon seit zwei Wochen läuft "Der Junge mit dem Fahrrad", die neue Regiearbeit der Brüder Dardenne, in den deutschen Kinos: Ein Film, der sich bedingungslos solidarisch erklärt mit einem sturen, rothaarigen Kind. Neu in den Multiplexen angekommen ist dagegen "Ghost Rider: Spirit of Vengeance" vom Regiegespann Neveldine / Taylor: Eine weitere Station der nicht enden wollenden Reise des Nicolas Cage in Richtung unterstes Videothekenregal.

Donnerstag, 23.02.2012

Heute in den Feuilletons

Und fette Drums

23.02.2012 Die taz ordnet das Cinema of Transgression avantgardehistorisch ein. In der FR erklärt die Pasionaria der Londoner Riots, Speech Debelle, welche Musik sie wirklich gerne hört. Die Welt erklärt, warum Anna Netrebko und Valery Gergiev und andere Künstler für Putin sind. Die SZ fordert den EUGh auf, Acta abzuservieren. Die Zeit macht zwei Seiten Kracht.

Bücherschau des Tages

Strategische Hartnäckigkeit

23.02.2012 Javier Marias ist wieder da!, jubelt die Zeit über seinen neuen Roman "Die sterblich Verliebten". Sehr bewundert sie auch Joan Didion, die in "Blaue Stunden" über ihr Leben und den Tod ihrer Tochter schreibt. Die SZ bewundert George Steiner, der in seinem hochgebildeten Essay "Gedanken dichten" die Verbindung von Philosophie und Poesie untersucht. Die FAZ lernt von Hans Stimmann, dass in Berlin nicht mehr die Stadt baut, sondern der Bourgeois.

Medienticker-Archiv

Hinhalte-Taktik?

23.02.2012 Heribert Prantl: Warum der Europäische Gerichtshof Acta stoppen muss - Über reduzierte Literaturkritik auf dem Niveau von RTL-Nachmittagtalkshows - Der Verlegerflüsterer: br-Intendant Ulrich Wilhelm im App-Streit - DJV warnt vor Selbstamputation der ARD - Microsoft schwärzt Google an: Ausgetrickster Cookie-Datenschutz + Ranking: Die 50 umsatzstärksten Zeitschriften 2011.

Vorgeblättert

Mohammed Hanif: Alice Bhattis Himmelfahrt

23.02.2012 Alice, die junge Krankenschwester im Herz Jesu Krankenhaus, und Teddy, der junge Taugenichts, verlieben sich ineinander. Das Leben ist schon schwer genug in Karatschi, ohne dass es auch noch unterschiedlicher Religionen bedürfte. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman von Mohammed Hanif: "Alice Bhattis Himmelfahrt".

Freitag, 24.02.2012

Heute in den Feuilletons

Schnee weht durch zerschossene Fenster

24.02.2012 Spiegel Online bringt die letzte Reportage der in Syrien getöten britischen Reporterin Marie Colvin. In der NZZ erklärt der serbische Autor Dragan Velikic, warum manche Kräfte in seinem Land gar nicht an einem EU-Eintritt Serbiens interessiert sind. In der Welt erzählt der Schriftsteller Michal Hvorecky von den größten Demonstrationen in der Slowakei seit 1989. Gestern vor siebzig Jahren starb Stefan Zweig - und damit werden die Rechte an seinem Werk frei. Die Israelische Nationabibliothek macht den Anfang und publiziert seinen Abschiedsbrief.

Bücherschau des Tages

Advokatenwerfen

24.02.2012 "Lachen befreit, Kafka nicht": Mit großem Vergnügen liest die FAZ bei Astrid Dehe und Achim Engstler alles über "Kafkas komische Seiten". In Reiner Stachs Fundstücken "Ist das Kafka?" stößt sie auf den Millionenplan. Die SZ lernt von Ute Frevert, dass selbst Friedrich II. mit seiner "Gefühlspolitik" keine Chance gegen die Wurstigkeit der Berliner hatte.

Medienticker-Archiv

Buchartig

24.02.2012 Auf der Suche nach dem Buchartigen oder Gelbe Klassiker mit subversiver Patina - Dritter Weg: Weltbild zwischen Verkauf und Eigentum - Mehr Schutz der Privatsphäre im Netz: US-Onlinefirmen machen Datenschutz zum Thema - Kulturperformer: Der Musiker, Autor und DJ Thomas Meinecke + Das Gewicht des Körpers von der Seele lösen: Martin Lüdke über Péter Nádas' Jahrhundertroman "Parallelgeschichten.

Samstag, 25.02.2012

Heute in den Feuilletons

Erhöhte Plastizität aller Dinge

25.02.2012 Irights.info informiert, dass die Zeitungsverleger jetzt doch keinen gerechten Anteil von Google mehr wollen. In der Welt erzählt William Boyd, wie ihm in seinem Wien die Idee zu einem Roman kam. In der NZZ verteidigt der Städtebauhistoriker Vittorio Magnago Lampugnani die europäische Altstadt. Die SZ macht Lebenszeichen in der russischen Satire-Szene aus. Die FAZ begleitet Wim Wenders auf Oscar-Wahlkampftour in Hollywood.

Bücherschau des Tages

Systematisch individualisieren

25.02.2012 SZ und taz tauchen benommen aus Peter Nadas' "Parallelgeschichten" (Leseprobe) auf und staunen über die Einheit von Körper, Seele und Universum. Die NZZ rühmt die anteilnehmende Beobachtung Per Olov Enquist, der in seinem Dokumentarroman "Die Ausgelieferten" das Schicksal einer Gruppe baltischer Flüchtlinge beschreibt, die 1946 von Schweden nach Russland ausgeliefert wurden. Die FR liest Antonio Munoz Molinas ausladenden Roman über den Spanischen Bürgerkrieg, "Die Nacht der Erinnerungen". Die FAZ reist mit Olga Grjasnowas Roman "Der Russe ist einer, der Birken liebt" in ein unfreundliches Deutschland.

Montag, 27.02.2012

Heute in den Feuilletons

Eigenständige Kopfmodernisierung

27.02.2012 Retromanie in Hollywood: Die Oscars gehen an eine französische Hommage an den amerikanischen Stummfilm, an eine amerikanische Hommage an Lumière und Mélies und an die eiserne Lady.  Die Welt erklärt, was Westalgie ist. Die FAZ lässt sich vom Vegetarismus nicht überzeugen. In der taz porträtiert Gabriele Goettle den Soziologen Wilhelm Heitmeyer. Die NZZ spürt dem Unbehagen am Copyright nach.

Bücherschau des Tages

Meister der Täuschung

27.02.2012 Klug und spannend findet die SZ Masha Gessens Porträt des Machtmenschen Wladimir Putin "Der Mann ohne Gesicht": Sie erkennt bei ihm auf einen schweren Fall von Habsucht. Auch die "Russland"-Analyse der beiden Soziologen Lev Gudkov und Victor Zaslavsky kann sie sehr emfehlen. Die FAZ feiert Tendai Huchus Roman "Der Friseur von Harare". Die FR liest Georg Oswalds Roman "Unter Feinden".

Vorgeblättert

Georges-Arthur Goldschmidt: Ein Wiederkommen

27.02.2012 In Paris angekommen und in Sicherheit erinnert sich Georges-Arthur Goldschmidt alias Arthur Kellerlicht an seine Kindheit, seine Flucht als 10-Jähriger aus Deutschland 1938, an die Zeit im Internat während des Krieges und an die Strafen für fast alle Lebensäußerungen. Lesen Sie hier den Beginn der Erzählung "Ein Wiederkommen".

Medienticker-Archiv

Ich. Deutscher. Leidend

27.02.2012 Humor-Attacke: Microsoft hänselt Google - Nachtkritik u. a. über Einar Schleefs Tagebücher, eine Kleist-Inszenierung und Anton Tschechows "Kirschgarten" - Investigation du temps détruit: Über Primo Levi - Bekenntnisse: Jaume Cabrés "Das Schweigen des Sammlers"- TV-Spielfilm-App knackt Fünf-Millionen-Marke - Die Lieblings-News-Websites der Jugend + Tatort-Kritik: Tödliche Familienbande.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

27.02.2012 Ohrenbetäubendes Schweigen.

Dienstag, 28.02.2012

Magazinrundschau

Frauen an der Front

28.02.2012 In Guernica beschreibt Aleksandar Hemon den Wahnsinn an bosnischen Schulen, ethnische Identität mit dem Lehrplan zu festigen. In Eurozine erklärt Klaus-Michael Bogdal, warum die Rom-Völker Verachtung und Faszination auslösen. Elet es Irodalom lobt die Hygiene-Besessenheit deutscher Journalisten. Der Economist erklärt, warum man Iran besser nicht bombardiert. Vanity Fair würdigt Kriegsreporterinnen. Die New York Times beschreibt die Carl Laemmles von Nigeria.

Heute in den Feuilletons

Rechtfertigung des Wegschauens

28.02.2012 Laut Martin Walser im European bleibt uns schon aus ästhetischen Gründen nichts übrig als an Gott zu glauben. Das Niemanlab feiert den "noblen Hyperlink" und ermuntert Journalisten, ihn auch zu setzen. Hamed Abdel-Samad bleibt im Publik Forum trotz allem optimistisch in bezug auf die weiteren Aussichten des arabischen Frühlings. Die taz dankt Mahmud Achmadinedschad, der deutsche Journalisten professionelles Risikomanagment lehrte, Hans-Christoph Buch in der FR nicht. In Irights.info erklärt die Juristin Andrea Lohse, warum Zeitungsverleger keine Chance mit ihren Protesten gegen die Snippets von Google News haben.

Bücherschau des Tages

Befehl Nummer 00447

28.02.2012 Die FR schluckt schwer an Jörg Baberowskis Studie "Verbrannte Erde": Stalin war ein Gewaltverbrecher aus Passion und der Stalinismus ein ganz auf diesen Psychopathen zugeschnittenes System. Die NZZ taucht mit Oya Baydars Roman "Das Judasbaumtor" tief in die Geschichte Istanbuls und der revolutionären Linken ein. Gefesselt liest sie Mohammed Hanifs explosiven Roman "Alice Bhattis Himmelfahrt" (hier unser Vorgeblättert).

Medienticker-Archiv

Wir im Datenhimmel

28.02.2012 Cyberstream statt Cyberspace: Die Thesen des David Gelernter - Stratfor-Hack: WikiLeaks blamiert die "Schatten-CIA" - Das ist das Ende des Journalismus: Philipp Rösler bei Markus Lanz - Journalismus im Internet aus Nutzersicht: Christoph Neuberger über Ergebnisse einer Onlinebefragung - Urheberrecht: Klicken statt kaufen - Sachbücher: Ist das klassische Sachbuch zu schwer für die Leser? + Kracht-Kritiker Georg Diez verteidigt sich.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

28.02.2012 Schwarze Katze, weißer Kragen.

Mittwoch, 29.02.2012

Heute in den Feuilletons

Pralinenschachtel aus Titan und Juwelen

29.02.2012 In der FR erzählt Götz Aly, was nach  Beate Klarsfelds Kiesinger-Ohrfeige geschah. In der taz erklärt Ilija Trojanow, warum ihm vor der wachsenden Überwachungsindustrie graut. In der SZ sieht Gustav Seibt Joachim Gauck sehr wohl als Bürgerrechtler. In der NZZ erklärt Bahman Nirumand, warum die Wahlen im Iran mehr denn je eine Farce sind. Im Blog der NYRB erklärt Human Rights Watch, warum Frauenrechte in den arabischen Ländern erstmal zurückstehen müssen. Und Malise Ruthven pilgert ins British Museum.

Bücherschau des Tages

Der weiße Wal

29.02.2012 Als Meisterstück feiert die SZ T.C. Boyles neuen Roman "Wenn das Schlachten vorbei ist", der am Beispiel der Santa-Barbara-Inseln vor Kalifornien beschreibt, wie kompliziert Naturschutz ist. Die FR bewundert Joan Didion für ihr Buch "Blaue Stunden": Sie ist verzweifelt, aber das hindert sie nicht am Denken." (Hier unser Vorgeblättert). Die NZZ lässt sich von Rem Koohlhaas und Hans Ulrich Obricht für die japanischen Metabolisten begeistern. Die taz reist mit Vita Sackville-West und Michael Axworthy durch die iranische Kulturgeschichte.

Medienticker-Archiv

Papas Kino ist lange tot

29.02.2012 Alexander Kluge und Edgar Reitz über das "Oberhausener Manifest" von 1962 und die Folgen für den deutschen Film - Ungebremster Sinkflug: Print sinkt, Digital wächst in den USA - Werbemarkt: Lukratives Digitalgeschäft - Buchhandel unter Druck: Ranking der größten deutschen Buchhandlungen - Datenschützer kritisieren: Neue Google-Regeln verstoßen gegen EU-Richtlinien + Weisheit und Kalkül: Martin Lüdke über Javier Marías neuen Roman.

Im Kino

Punktuelle Intensitäten

29.02.2012 In Steve McQueens "Shame" driftet Michael Fassbender zombiegleich durch die Betten New Yorks. William Brent Bells Low-Budget-Exorzistenfilm "The Devil Inside" legt wert darauf, dass er ohne den Segen des Vatikan entstanden ist.

Redaktionsblog - Im Ententeich

Perlentaucher-Autor Götz Aly erhält den Börne-Preis

29.02.2012 Götz Aly erhält den Börne-Preis, meldet die Jüdische Allgemeine. Der Berliner Historiker und Essayist zeichne sich aus durch "seinen freien und glänzenden Stil" sowie "seinen Kampf gegen nationale Legenden und Vorurteile", so der Preisrichter Jens Jessen, Leiter des Zeit-Feuilletons. Der Preis, einer der wichtigsten in Deutschland im Bereich der Essayistik und Kritik, wird von der Ludwig-Börne-Stiftung vergeben und ist mit 20.000 Euro dotiert. Er wird am 3. Juni in der Frankfurter Paulskirche überreicht. "Mit besonderer Unerschrockenheit" habe Aly in seinen Büchern und Aufsätzen "auf die wirtschaftlichen und finanziellen Motive der deutschen Antisemiten aufmerksam gemacht", heißt es in der Begründung.

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BuchLink: Aktuelle Leseproben. In Kooperation mit den Verlagen (Info)

Gabriel Zucman. Reichensteuer - Aber richtig! . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Gabriel Zucman: Reichensteuer
Aus dem Französischen von Ulrike Bischoff. Gabriel Zucman gehört zu den bekanntesten und renommiertesten Ökonomen weltweit. Seit Jahren forscht er zu Steuergerechtigkeit…
Claudia Gatzka (Hg.) / Sonja Levsen (Hg.). Neue Wege zu einer Geschichte der Bundesrepublik. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2025.Claudia Gatzka (Hg.), Sonja Levsen (Hg.): Neue Wege zu einer Geschichte der Bundesrepublik
Lange erzählten Historiker der Bundesrepublik Geschichten von wachsendem Wohlstand, Modernisierung, erlernter Liberalität und stabiler Demokratie. Deutschland schien "im…
Detlev Piltz. 150 Jahre Erbschaftsteuer - Prinzip und Wirklichkeit. C.H. Beck Verlag, München, 2025.Detlev Piltz: 150 Jahre Erbschaftsteuer
Die Erbschaftsteuer spiegelt den gesellschaftlichen Interessenkonflikt zwischen Reich und Arm wider. In Deutschland besteht der politische Kampf um die Erbschaftsteuer seit…
Maurice Crul / Frans Leslie. Gesellschaft der Minderheiten - Leben in der Superdiversität. C.H. Beck Verlag, München, 2025.Maurice Crul, Frans Leslie: Gesellschaft der Minderheiten
Aus dem Niederländischen von Annette Wunschel. Integration im Zeitalter superdiverser Gesellschaften Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit haben so viele Leute aus…

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