Samstag, 01.04.2023
Efeu - Die Kulturrundschau
01.04.2023 Die SZ erklärt, weshalb sich der englischsprachige Literaturbetrieb gerade auf AutorInnen aus der DDR stürzt: Es gibt Bedarf an Romanen, die sich mit Klassenunterschieden und Überwachung auseinandersetzen. Mit Geoff MacCormack und David Bowie reist die SZ durch die Sowjetunion der Siebziger. In der FAZ schaut Anna Narinskaja auf die Blindheit der russischen Intelligenz für die Ideologie russischer Literatur. Außerdem wirft die FAZ einen ersten Blick durch die Lichtaugen von Stuttgart 21. Der Tagesspiegel spürt den Tod am eigenen Leibe im Humboldt Forum.
9punkt - Die Debattenrundschau
01.04.2023 In der taz spricht Victor Martinowitsch über die Isolation und Einsamkeit der Oppositionellen in Belarus. Sylvain Prudhomme zürnt in der SZ gegen Brillanz und Hochmut Emmanuel Macrons. Statt eines TikTok-Verbots fordert die NYTimes eine Regulierung aller invasiven Apps. In der NZZ ahnt Literaturwissenschaftler Manfred Schneider, warum sich Journalisten so für Chat-GPT begeistern. In der FAZ plädiert seine Bayreuther Kollegin Tina Hartmann für die Abschaffung der Frau und des binären Abendlandes.
Bücherschau des Tages
01.04.2023 Als wütenden Abgesang auf Großbritannien liest die Literarische Welt A.L. Kennedys neuen Roman. Von Jessamine Chan lässt sie sich im „Institut für gute Mütter“ ausbilden. Die SZ lernt dank Frank Vorpahl die wichtigen Männer hinter James Cook kennen: Die Indigenen Tupaia, Maheine, Mai. Die taz folgt gebannt Annette Pehnts „schmutziger Frau“. Fast ehrfürchtig empfiehlt die FR Tanja Maljartschuks Essayband „Gleich geht die Geschichte weiter, wir atmen nur aus“. Der Dlf erkennt einmal mehr die große Meisterschaft von Zülfü Livaneli.
Montag, 03.04.2023
Efeu - Die Kulturrundschau
03.04.2023 Der Tagesspiegel betritt in der Berliner NGBK das Terrain des russischen Kolonialismus. Die FAZ lauscht in einer Klangausstellung in Basel dem widerständigen Surren des Prachtleierschwanzes. Und es gibt doch noch Wagner-Tenöre, jubelt die SZ nach Jonas Kaufmanns "Tannhäuser" bei den Salzburger Osterfestspielen. Im Standard kritisiert Milena Michiko Flašar die Pläne, in Österreich migrantischen Kindern das Sprechen ihrer Muttersprache auf dem Schulhof zu verbieten. Außerdem verabschiedet sie den japanischen Komponisten Ryuichi Sakamoto, den seine Respektlosigkeit berühmt machte.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.04.2023 Zeit online hat eine Erklärung für die irre Kostensteigerung und den ins Unendliche reichenden Zeitplan der Sanierung des Pergamon-Museums: Es sollte unbedingt ein Plan des Architekten Oswald Mathias Unger verwirklicht werden, der sehr tiefe Eingriffe am Gebäude vorsieht. Der Westen hat eine Mitschuld an der Entwicklung Russlands zur Diktatur, sagt Michail Schischkin im Guardian: Er wollte sich unbedingt bereichern. Ist der Hype um ChatGPT ein Hype, fragt Netzpolitik. Johannes Paul II. wusste um sexuellen Missbrauch in der Kirche und tat nichts, berichtet die taz.
Medienticker
03.04.2023 Briefe der Hoffnung in verhärteten Zeiten - Lesung aus ungedruckten Heften von Sinn und Form - Buchkritik "Die Heimat" von Andreas Maier - Bericht von den Eventi Littérari in Ascona - Gerhard Polt meint "Man sollte vital resignieren" + Schwindeln, schummeln & spotten: Hochstapler in der Literatur.
Bücherschau des Tages
03.04.2023 Die SZ bespricht zwei Bücher über die Flüchtlingskrise: Ruud Koopmans' "Asyl-Lotterie" scheint ihr kalt, Franziska Grillmeiers Reportagenband "Die Insel" poetisch. Die FAZ bespricht neue Krimis. Die taz tauscht mit Adam Andrusier zwei Hitler gegen eine Marilyn Die Welt lässt sich von Anna Mayr gern erzählen, wie es ist, zu Geld gekommen zu sein.
Dienstag, 04.04.2023
Efeu - Die Kulturrundschau
04.04.2023 Die FAZ nimmt in Berlin Platz in sowjetischen Smarthomes. Den "Schmerz der Schoah" spürt sie in Frankfurt in den Werken, die Samson Schames aus Schuhcreme, Rote-Bete-Saft und Kondensmilch schuf. "Die europäische Kultur hat sich seit Tausenden Jahren mit Antisemitismus vollgesogen", sagt der israelische Regisseur Avishai Milstein in der Welt. So geht Shakespeare heute, freut sich die nachtkritik über Jan Bosses genderfluiden "König Lear" in Hamburg. Und die SZ lässt sich von Angel Bat Dawids "Requiem for Jazz" nach allen Regeln der Kunst überfordern.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.04.2023 Es ist unrealistisch, einen Zaun um Europa ziehen zu wollen, sagt der Journalist Howard W. French, Autor des Buchs "Afrika und die Entstehung der modernen Welt", im Gespräch mit der NZZ. Correctiv berichtet, wie es sich die "German-Russian Young Leaders" richtig gut gehen ließen und dabei Förderung von Porsche und McKinsey bekamen, nur damit Gazprom noch besser in Deutschland dasteht. In der FAZ erklärt der Social-Media-Experte Marcus Bösch, warum Tiktok noch viel besser für Desinformation geeignet ist als Twitter.
Medienticker
04.04.2023 Wolfram Schütte über Wilhelm Genazinos "Traum des Beobachters" & über menschliche Bestialität bzw. Hans Joachim Schädlichs letzte Kurzprosa-Sammlung "Das Tier, das man Mensch nennt" - J.K. Rowling - Gespräch mit Till Raether über seinen Berlin-Roman "Die Architektin" - Wie der Koran zum heiligen Buch wurde + Das Lyrische Quartett: Vom Ausdeuten der Sinnesdaten ...
Magazinrundschau
04.04.2023 Eurozine erzählt, wie der ukrainische Schriftsteller Nikolaj Gogol den russischen Nationalismus beförderte. Prospect beschreibt das komplizierte Verhältnis Polens zur Ukraine. Elet es Irodalom geißelt den neuen Rat zur Verbesserung der ungarischen Popkultur. Wired erklärt, warum Analogtechnik die Zukunft des Computers sein könnte. Das New York Magazine will seine Glühbirnen wiederhaben.
Bücherschau des Tages
04.04.2023 Die SZ empfiehlt Gwendolyn Brooks swingenden Roman aus dem Chicago der fünfziger Jahre. Die taz amüsiert sich prächtig, wenn Liv Strömquist in ihrem Comic Prominente und ihre Sternzeichen auf die Schippe nimmt. Die FAZ erkennt die ganze Willkür des Kolonialismus in Abdurazak Gurnahs Roman "Nachleben“. Die FR staunt, wie geschmeidig Sabrina Janesch die Geschichte ihrer Aussiedlerfamilie erzählt. Brillant recherchiert und plausibel durchleuchten Markus Wehner und Reinhard Bingener „Die Moskau-Connection“, versichert die NZZ.
Mittwoch, 05.04.2023
Efeu - Die Kulturrundschau
05.04.2023 Die SZ feiert Tarik Salehs Thriller "Die Kairo-Verschwörung" über den Tod eines Großimams, während der Regisseur ebenda betont: Sein Film sei keine Kritik am Islam, er wolle auf keinen Fall ein zweiter Salman Rushdie werden. Noch nie wurde der Holocaust so für Textzwecke missbraucht wie bei Max Czollek, ärgert sich der ukrainisch-jüdische Lyriker Yevgeniy Breyger in der lyrikkritik. In der FAZ erzählt Konstantin Akinsha, wie die russische Zensur jeden Funken postkolonialer Kritik aus einer Ausstellung in St. Petersburg tilgt.
9punkt - Die Debattenrundschau
05.04.2023 Wer sein Selbstbild als Pazifist dadurch pflegen möchte, dass er Zehntausende vor der eigenen Haustür dahinmorden lässt, der diskreditiert damit den ganzen Begriff, sagt der Autor Olaf Kühl in der Welt. Christoph Hein erklärt in der Berliner Zeitung, warum er den Dritten Weltkrieg fürchtet. Der Falter fragt, wohin die SPÖ verschwand, als Wolodomir Selenski im Parlament sprach. Und "Berlin bleibt Berlin", hat die neue Koalition in Berlin laut SZ gedroht.
Medienticker
05.04.2023 Gespräch mit Jo Frank über Gewalt - Wie Bestseller den Buchmarkt prägen - Gregor Keuschnig über Mathias Enards "Der perfekte Schuss" - Hasen Porträt: Gespräch mit Wilhelm Bode - Rhizom, Antagonismus, Heterotopie: Politisch in Bildern denken - Über die Geburt des Westens nachdenken - Internetsperren: Neuer Höchststand erreicht + "Lesen ist doof", meint ein Kinderbuch ...
Bücherschau des Tages
05.04.2023 Als "perfektes Stück Literatur" rühmt der Dlf Marie-Helene Lafons Roman "Joseph" über einen Landarbeiter vor der Rente. Als so aktuellen wie herausragenden "Anti-Kriegs-Roman" empfiehlt er auch Mathias Enards Debüt "Der perfekte Schuss". Zeit und FR lassen sich in einem leuchtenden Bilderbuch Ludwig Wittgensteins Gleichnis vom Nashorn im Raum erläutern. Einen "Glücksfall" nennt die NZZ die postume Veröffentlichung von Karl Alfred Loesers "Requiem". Und die FAZ spürt dank Sarah Winman die Sonnenstrahlen in einem Oxforder Arbeiterviertel.
Donnerstag, 06.04.2023
9punkt - Die Debattenrundschau
06.04.2023 Die Museumsleiterin Olesia Ostrovska-Liuta schildert im Tagesspiegel die Muster russischer Gewalt gegen die ukrainische Kultur, die eine lange Geschichte haben. Das "Karfreitagsabkommen" wird 25 Jahre alt, noch ist man sich aber nicht ganz sicher, wie es heißt - taz und FAZ erinnern. Die "Friedensinitiative" um Peter Brandt bringt Argumente aus den achtziger Jahren, die heute nicht richtiger sind, schreibt Gerhart Baum in der SZ. Die SZ hat herausgefunden dass die Skulpteure der Benin-Bronzen am liebsten mit rheinischem Metall arbeiteten, berichtet die SZ. Die Ruhrbarone schildern die missliche Lage des Lokalrundfunks in Städten wie Gelsenkirchen.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.04.2023 Tanz den Parsifal mit Eurythmie! Die NZZ ist begeistert wie Jasmin Solfaghari das in ihrer Inszenierung am Goetheanum in Dornach hinkriegt. Die FAZ lässt sich von Peter Weibel im ZKM in die Renaissance 3.0 führen. Ratlosigkeit erlebt die FR im Literaturbetrieb beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Die NZZ besucht die Künstlerin Miriam Cahn und wird rausgeschmissen. Die Filmkritiker können ein gewisses galliges Lachen nicht unterdrücken in Ben Afflecks Film "Air". Die taz bestaunt die hohe Popsprache Hendrik Otembras.
Bücherschau des Tages
06.04.2023 Die FAZ schöpft Lektüreglück aus der Kurzprosa Brendan Behans, der sie ins irische Arbeitermilieu mitnimmt. Die NZZ begleitet mit Zsigmond Moriczs "Der glückliche Mensch" den von harter Arbeit geprägten Alltag ungarischer Kleinbauern. Außerdem lernt sie mit Penelope Mortimers "Bevor der letzte Zug fährt" die Nöte irischer Frauen kennen, die in den 50er Jahren ungewollt schwanger werden. In der SZ empfiehlt Nico Bleutge die Kindergedichte von Arne Rautenberg. Und der Dlf spürt einen Hauch des Teuflischen in Georg Kleins Erzählband "Im Bienenlicht".
Samstag, 08.04.2023
Medienticker
08.04.2023 Aktualisiert:Keine Eier, aber Schokolade! Katharina Bacher will die Ostertraditionen verändern - Michi Strausfeld über ihre Gaumenfreuden: Eine kulinarische Kulturgeschichte Lateinamerikas - Die Weltgeschichte des rasenden Reporters E.E.K. - Schulbuch-Fälschung: Ein erfundener Mönch erobert Peru - Buchmesse 2024: Niederlande und Flandern geben Vorgeschmack + Albrecht Dürer forever! OsterQuiz zum 495. Todestag + TV+Hörfunk-Tipps für die Ostertage.
9punkt - Die Debattenrundschau
08.04.2023 Die Verhandlungen zur Abschaffung der Staatsleistungen an die Kirchen scheinen abgebrochen zu sein, berichtet hpd.de: Sie wäre einfach zu teuer! In der taz prangert Nobelpreisträger Dmitri Muratow von der Nowaja Gaseta die jahrelange westliche Unterstützung für Wladimir Putin an. In der Welt erklärt Eren Güvercin, wie Erdogan in Deutschland Wahlkampf macht, obwohl er gar nicht darf. Nun geht's auch ein paar Berufsgruppen an den Kragen, die bisher von Rationalisierung verschont blieben, fürchtet Judith Simon vom Deutschen Ethikrat in der taz mit Blick auf ChatGPT.
Efeu - Die Kulturrundschau
08.04.2023 SZ und Welt haben sich wegblasen lassen bei "Westbam meets Wagner" in Salzburg. Die taz blickt fassungslos auf die Netflix-Reihe "Palestinian Stories": Sind keinem Verantwortlichen die antijüdischen Zerrbilder aufgefallen? Im Interview mit der Böll-Stiftung erklärt die Autorin Ronya Orthmann, warum Fiktion nicht unwahr sein muss. Die FAS stellt die nigerianische Critics Company und ihre Filme vor. Die NZZ staunt im Burgtheater, wie Maria Lazar schon in den Dreißigern die fatale Verbundenheit von Katholizismus und Nationalsozialismus in Österreich erkannte. Die SZ sieht die Münchner Kammerspiele in der Krise: Zu viel Predigt, zu wenig Kunst.
Bücherschau des Tages
08.04.2023 Texte von bemerkenswerter Schärfe findet die SZ in den Anthologie "Aus dem Nebel des Krieges" über den Krieg gegen die Ukraine. FAZ und Deutschlandfunk lernen mit Teresa Präauer "Kochen im falschen Jahrhundert". Micha Brumlik liest in der taz fasziniert, wie sich Katja Mann und Wilhelm Süskind in Uwe Neumahrs "Schloss der Schriftsteller" mieden. Die SZ empfiehlt außérdem neue Prosaminiaturen von Hans Joachim Schädlich.
Dienstag, 11.04.2023
9punkt - Die Debattenrundschau
11.04.2023 Will nach der "Palästina spricht"-Demo am Wochenende in Berlin ernsthaft noch jemand behaupten, der BDS sei "gewaltfrei", fragt ein empörter Thomas Wessel bei den Ruhrbaronen. Thierry Chervel liest im Perlentaucher Reinhard Bingeners und Markus Wehners Buch "Die Moskau-Connection". In der SZ stellt der Sinologe Daniel Leese den Chefstrategen der KP China Wang Huning vor und seine eklektische Mischung aus sozialistisch fundiertem Kulturkonservativismus und dem Glauben an technische Lösungen. Im Tagesspiegel fürchtet Julia Ebner: Die Mitte wird rechts.
Efeu - Die Kulturrundschau
11.04.2023 Der Standard beobachtet eine zunehmende Verbitterung unter ukrainischen Literaten. Der Guardian feiert eine Ausstellung des mexikanischen Architekten Alejandro Zohn, der die Eliten der Hauptstadt die Provinz fürchten lehrte. Die FAS fragt sich, wie der Disney-Konzern mit Micky Mouse Geld verdienen wird, wenn das Copyright für die Cartoon-Klassiker ausläuft. Und im ND bewundert Berthold Seliger, wie Vladimir Jurowski in Haydns "Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze" das revolutionäre Beben des Irans nachklingen ließ.
Medienticker
11.04.2023 Geht nach rechts ab: Ideologiekritik des Renegaten - Urheberrecht läuft aus: Was passiert, wenn Disney das Copyright an Micky Maus verliert? - Alexei Salnikows Gripperoman "Petrow hat Fieber": Turbulent-morbides über das ganz normale anormale Russland: Lässig-kunstvolle Allegorie auf eine orientierungslose Gesellschaft + Lars Reichardts Suche nach einem Ort zum Bleiben.
Bücherschau des Tages
11.04.2023 Klug und richtungsweisend findet die FAZ, wie der Band "Freiheit oder Leben" die Jahre der Pandemie aufarbeitet. Berührt liest sie auch die Erinnerungen des Idealisten und bescheidenen Nobelpreisträgers Amartya Sen "Zuhause in der Welt". Die taz folgt Jens Harder durch die Bildgeschichte der letzten zweitausend Jahre. Von Gottfried Paasches Geschichte seiner Mutter Maria Therese von Hammerstein lernt sie, dass Adel und Nationalsozialismus nicht zwangsläufig zusammengehörten.
Mittwoch, 12.04.2023
9punkt - Die Debattenrundschau
12.04.2023 Politische Gefangene in Belarus werden mit Aufnähern gekennzeichnet, um zu markieren, wer gewissenhafter gefoltert werden soll, sagt Swetlana Tichanowskaja in einer von der SZ veröffentlichten Rede. Auf die vielen Iranerinnen, die ohne Kopftuch auf die Straße gehen, werden jetzt die "Feuerfreien" losgelassen, berichtet die FAZ. Die Chinesen investieren und sprechen nicht von Menschenrechten, erklärt Asfa-Wossen Asserate in der NZZ afrikanische Sympathien für China. Und in der FR sieht Claus Leggewie Frankreich auf dem Weg in die "Sechste Republik".
Efeu - Die Kulturrundschau
12.04.2023 Zeit und FAZ feiern Makoto Shinkais Anime-Hit "Suzume" für sein Licht, die Melancholie und tiefenlaunische Requisiten. SZ und Tagesspiegel schwelgen in Emily Atefs Wendeliebesdrama "Irgendwann werden wir uns alles erzählen". Die NZZ bejubelt Benjamin Bernheim und Julie Fuchs als Operntraumpaar in Gounods "Roméo et Juliette". Der Guardian umkreist mit Steve McQueen die Brandruine des Grenfell Towers. Die SZ fühlt sich mit dem neuen Metallica-Album wie in einem Schuppen liebeskranker Biker.
Medienticker
12.04.2023 Schule in Florida entfernt wegen angeblicher Holocaustverharmlosung Anne-Frank-Graphic-Novel - Soziale Medien: Bundesjustizministerium plant Accountsperren bei digitalem Hass - Urheberrecht: VS in ver.di fordert Abschaltung von KI + Zum Tod von Meir Shalev ein Gespräch mit seiner Übersetzerin Ruth Achlama: Gegen die Logik des Extremismus.
Bücherschau des Tages
12.04.2023 Die FAZ schwärmt von der Sinnlichkeit der späten Prosa von Tarjei Vesaas. Einen flimmernden Krimi liest die FR mit Riku Ondas "Fische, die in Sonnensprenkeln schwimmen". Die SZ lernt von dem Historiker Martin Mulsow, wie eine globale Ideengeschichte aussehen könnte, die sich von der eurozentristischen Perspektive löst. Der Dlf reist mit Tomer Dotan-Dreyfus ins jüdisch-sozialistische Birobidschan. Als "brilliantes Stück Prosa" über rassistische Stereotype empfiehlt er Toni Morrisons Erzählung "Rezitativ".
Donnerstag, 13.04.2023
Efeu - Die Kulturrundschau
13.04.2023 Salman Rushdie spricht in der Zeit über seinen neuen Roman "Victory City", der sich nebenbei für Kiplings "Dschungelbuch" revanchiert. Die taz taucht mit dem Fotografen Stéphan Gladieu tief in die beninische Kultur ein und vermisst nur eins: die Frauen. Die FAZ bewundert Meisterwerke der Formkunst in einer Stuttgarter Ausstellung der Goldschmiedekünstlerin Paula Straus. Die SZ hört elektrosphärische Ballettmusik von Thomas Bangalter, Ex-Daft Punk. Der Standard empfiehlt eine Dokumentarfilmreihe arabischer Feministinnen. Die Welt fragt im Humboldt Forum: Tod, wo ist dein Schrecken?
9punkt - Die Debattenrundschau
13.04.2023 Wladimir Putin scheint Alexei Nawalny zu Tode quälen zu wollen, fürchtet die taz. SZ und FAZ versuchen, mit Emmanuel Macrons leichtfertigen Äußerungen zu Taiwan fertig zu werden. In der Zeit beleuchtet der russische Kulturwissenschaftler Alexander Etkind die russisch-chinesischen Beziehungen: China hat Russland einiges zu verzeihen. Warum müssen die Staatsleistungen an die Kirchen abgelöst werden, da die Ansprüche über Jahrhunderte doch längst abgelöst sind, fragt die SZ.
Medienticker
13.04.2023 Aktualisiert: Wie Springer-Chef Döpfner denkt & wie er Politik macht dokumentiert Die Zeit & im Hörfunk kommentiert von Nora Bossong - Umsatztrend: Für den Schweizer Buchmarkt geht es weiter bergauf - Buchempfehlungen: Bücher über Arbeit - Jedes sechste Unternehmen plant KI-Einsatz zur Textgenerierung - Elon Musk will russische Propaganda auf Twitter nicht löschen - Sascha Andersons Replik auf Max Czolleks "Verschlossenes Land" - Gespräch mit Christoph Hein über seinen neuen Roman "Unterm Staub der Zeit"- Salman Rushdie im Interview u.a. über seinen neuen Roman "Victory City" + Neue Musik von Johannes Schöllhorn.
Bücherschau des Tages
13.04.2023 Die FAZ lernt im 100. Schreibheft, dass die Literaturgeschichte, wie wir sie kennen, reiner Zufall ist. Die SZ blättert mit Christophe Boltanski in einem Fotoalbum aus den Siebzigern, das 369 Passfotos eines gewissen Jacob B'chiri enthält. Der Dlf annonciert mit Jochen Rauschs "Im toten Winkel" den Beginn einer vielversprechenden neuen Krimiserie. Und Dlf Kultur blickt sich mit Amanda Petrusich in der Welt der Plattensammler um.
Freitag, 14.04.2023
9punkt - Die Debattenrundschau
14.04.2023 Die Presse schwelgt in ihrem Lieblingsthema: der Springer-Presse. Handelt es sich bei den in der Zeit geleakten SMS von Mathias Döpfner um eine Rache Julian Reichelts, fragen Stefan Niggemeier und die FAZ. Döpfner ist ein Ossist, ruft die Berliner Zeitung. China ist ab heute nicht mehr das bevölkerungsreichste Land der Erde - die Chinesen werden jetzt animiert, viele Kinder zu zeugen, berichtet die taz. In der SZ erklärt der Soziologe Luc Rouban, warum die Franzosen so hingebungsvoll für ihre Rente kämpfen.
Efeu - Die Kulturrundschau
14.04.2023 Der ukrainische Schriftsteller Artem Chapeye erklärt in der FAZ, warum er sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hat. Im Perlentaucher schreibt Angela Schader ein "Vorwort" zu C. A. Davids' Roman "Hoffnung & Revolution". Die NZZ überlegt anlässlich einer Ausstellung über Europa und die islamischen Künste: Wo schlägt die Wertschätzung für eine Kunst in Ausbeutung um? Die SZ würdigt das "irre Gespür" der verstorbenen Modedesignerin Mary Quant. Die Filmkritiker begutachten das Programm für Cannes. Und das Van Magazin unterhält sich mit der Musik-Mäzenin Nicole Bru.
Medienticker
14.04.2023 Aktualisiert: Gespräch mit Sascha Filipenko über seinen Roman "Kremulator" & das Weiterleben totalitärer Sowjetmethoden - Die krude Gedankenwelt des Springer-Chefs - Leben wie ein Krimi: Die britische Erfolgsautorin Anne Perry starb mit 84 Jahren - Mary Quant ist tot: Sie brachte den Frauen Beinfreiheit - Glückwunsch zum 70.: Hans Christoph Buch über den haitianischen Schriftstellers Dany Laferrière + Höherer Rundfunkbeitrag? Bei ARD & Co. ist der Reformwille schon wieder erlahmt + TV+Hörfunk-Tipps für das Wochenende.
Bücherschau des Tages
14.04.2023 Die FAZ begibt sich mit Karl-Heinrich Bette und Felix Kühnle auf die Spuren von Flitzern im Sport. Mit Marco Jorio analysiert sie das Ringen um die Schweizer Neutralität. Die SZ versucht mit einem neuen Thriller von Marc Elsberg das Klima in den Griff zu bekommen. Und die NZZ denkt mit Monika Neun über Kunst, Liebe und Tod nach.
Samstag, 15.04.2023
Efeu - Die Kulturrundschau
15.04.2023 Die SZ möchte nach Patricio Guzmáns Dokumentarfilm über die Aufstände in Chile gleich selbst auf die Straßen gehen und das Patriarchat in Schutt und Asche legen. In Paris lernt sie Sarah Bernhardt als begnadete Bildhauerin kennen. Die FAS lässt sich in Dänemark in die sinnlichen Werke von Carl Bloch ziehen. In der FAZ erzählt Christoph Hein von seinem skurrilen Besuch in Kathmandu. Und die taz vibriert mit dem neuen Jazz-Album des Rob Mazurek Exploding Star Orchestra vor Melancholie.
9punkt - Die Debattenrundschau
15.04.2023 Der Guardian fürchtet, die amerikanischen Geheimdienste sind zu aufgebläht, langsam und komplex, um ihr Wissen unter Kontrolle zu halten. In der FR nimmt der Philosophieprofessor Markus Tiedemann Immanuel Kant gegen die Pazifisten in Schutz. Die FAS widerspricht Alexander Kluges Idee vom Krieg als großem Gleichmacher. In der taz opponiert die Feministin Luise F. Pusch gegen das Selbstbestimmungsgesetz. In der NYTimes fordert Thomas Friedman die Journalisten auf, nach China zu gehen: If you don't go, you don't know.
Bücherschau des Tages
15.04.2023 Die FAS bewundert, wie Marcel Beyer den Alltag des Ukraine-Krieges imaginiert, ohne in die Fiktion zu verfallen. Weniger einverstanden ist sie mit Alexander Kluges allgemeine Klage über die Grausamkeit des Krieges. Die FAZ erkennt mit Elisabeth Wellershaus, wie fremd sie sich selbst ist. Sehr empfehlen kann sie auch Aram Mattiolis Geschichte des indigenen Widerstands "Zeiten der Auflehnung". Klassische Schultrauma-Literatur entdeckt die SZ in Tonio Schachingers Roman "Echtzeitalter". Die taz vermisst Jörg Fauser.
Montag, 17.04.2023
9punkt - Die Debattenrundschau
17.04.2023 Nicht nur Alexei Nawalny und Wladimir Kara-Mursa , auch der ehemalige georgische Staatspräsident Michail Saakaschwili wird in Haft gequält, berichtet der Observer. Die New York Times erklärt, warum Google solche Angst vor Künstlicher Intelligenz hat. In der NZZ fragt Ljudmila Ulitzkaja: Brauchen wir Freiheit, und wie viel davon? Die FAS beleuchtet das schwere Leben mit ÖPNV in Deutschland. Im Guardian fragt Tomiwa Owolade: Was ist, wenn sich weiße Iren häufiger als rassistisch verfolgt sehen als Schwarzafrikaner und alle asiatischen ethnischen Gruppen?
Efeu - Die Kulturrundschau
17.04.2023 Auf ZeitOnline blickt der Literaturwissenschaftler Hannes Bajohr betrübt auf den ein zweites Mal, nun von der KI totgeschlagenen Autor. Rassistische Begriffe aus alten Romanen zu streichen, hält die NZZ für antiaufklärerisch. Die SZ feiert den schwarzen Humor der ukrainischen Dramatikerin Natalia Vorozhby. Die taz entdeckt den Optimismus in Eli Singalovskis Bildern des brutalistischen Beershevas. Außerdem stellt sie den Verband der iranischen Komponistinnen vor.
Medienticker
17.04.2023 Dürfen Journalisten Aktivisten sein? - Kann konstruktiver Journalismus die Welt retten?- Das Internet kennt endlich mehr als eine Wahrheit - Fotos für die Pressefreiheit 2023 - Der Döpfner-Skandal: Es fehlt der Zynismus & Döpfner bittet um Entschuldigung - Denis Scheck empfiehlt "Victory City" von Salman Rushdie - Navid Kermani berichtet von seiner Reise nach Tigray: Tiefe Wunden nach blutigem Krieg in Äthiopien - Kultur ohne Berichterstattung? Trocknet das Feuilleton aus? + Zum Tod des Jazzpianisten Ahmad Jamal.
Bücherschau des Tages
17.04.2023 Seltsam beglückend findet die FR, wie Arnold Stadler Schmerz und Frustration eines Autors in schöne Sprache umwandelt. Die NZZ bewundert, wie die russische Dichterin Maria Stepanova mit ihrem "Winterpoem" gegen äußere und innere Erstarrung aufbegehrt. Mit Clemens Meyer nähert sich die FAZ Christa Wolf an. Die SZ liest instruktive Berichte aus dem postislamischen Iran.
Dienstag, 18.04.2023
9punkt - Die Debattenrundschau
18.04.2023 Russland muss eine totale Kapitulation erleben, um sich von seinem staatlichen Größenwahn zu befreien, meint in der Welt Olaf Kühl. Das Timing war schlecht, aber ansonsten begrüßt die SZ Emmanuel Macrons Vorstöße für mehr europäische Souveränität. Helfen die von der Zeit geleakten Mails von Mathias Döpfner dem Ex-Bild-Chef Julian Reichelt gegen den Vorwurf, seine Position missbraucht zu haben, um Frauen bei der Bild zum Sex zu zwingen, rätseln Meedia und die FAZ. Die NZZ würde gern wissen: Ist Reichelt die Hauptquelle des Zeit-Artikels? taz und NZZ erinnern an den Aufstand im Warschauer Ghetto vor 80 Jahren.
Efeu - Die Kulturrundschau
18.04.2023 Die Welt liest an der Geschichte des Berliner Tacheles-Areals ab, wie eine Stadt scheiterte. Die taz stellt Yasmeen Lari vor, die von der Architektur der großen Geste zum Bauen mit Bambus, Lehm und Kalk konvertierte. FAZ und Tagesspiegel bejubeln die Wiederentdeckung von Ambroise Thomas' Hamlet-Oper. Die SZ möchte zum Thema rassistische Sprache noch etwas klarstellen. Und die Jazzkritiker trauern um den Pianisten Ahmad Jamal.
Magazinrundschau
18.04.2023 Die LRB begutachtet das neue Genre der message news, die Soldaten von der Front posten. Wenig russischen, aber viel zaristischen und sowjetischen Agitprop findet Osteuropa in den von Russland besetzten ukrainischen Gebieten. New Line staunt über die erfolgreichen feministischen Antifeministinnen in Modis BJP. Hakai nimmt den Antarktistourismus unter die Lupe. Die Poetry Foundation stellt die Dichterin Amy Clampitt vor. La regle du jeu setzt seine Reihe über Proust und den Rechtsextremismus fort. Und tolle Neuigkeiten aus der Reproduktionsmedizin, verkündet der New Yorker: Wir können uns demnächst auch als Einzelne selbst reproduzieren.
Medienticker
18.04.2023 Die acht Kandidaten für den Deutschen Sachbuchpreis 2023 - Umstrittener Katapult-Gründer Benjamin Fredrich gewinnt vor Gericht - Jan Philipp Reemtsma über sein Wieland-Buch - Professionelles Musizieren in Deutschland: Wie steht es um Berufsmusiker + Hörtipp Twelve Tone Tales: Der Free-Jazz-Pianist Alexander von Schlippenbach im Porträt.
Bücherschau des Tages
18.04.2023 Furios findet die SZ, wie Barbara Vinken mit "Diva" die Operngeschichte feministisch aufrollt. Als Solitär der Nachkriegsliteratur würdigt die FAZ Gerd-Peter Eigners Roman "Der blaue Koffer". Mit Interesse liest sie auch Iwan Schmeljows Roman "Der Toten Sonne" von 1923 über den russischen Bürgerkrieg. Die NZZ fragt sich, warum in Alexander Kluges "Kriegsfibel 2023" so wenig von der Ukraine die Rede ist. Die Welt lässt sich von Su Tiqqun die traurige Geschichte des Tacheles erzählen.
Mittwoch, 19.04.2023
9punkt - Die Debattenrundschau
19.04.2023 Alles, was die russische Armee in der Ukraine anrichtet, hat sie schon Jahre zuvor in Tschetschenien angerichtet, erinnert in der Zeit der russische Schriftsteller Sergej Lebedew. In der Welt erkennt der Migrationsforscher Oliviero Angeli die Flüchtlingskonvention als Produkt des Kalten Krieges. Auch Provenienzforschung kann als kolonialistisch angesehen werden, informiert uns die FAZ. In der taz prangert die Schriftstellerin Nora Bossong die Heuchelei in den Medien an, die Mathias Döpfner seine politische Agenda vorwerfen, als hätten sie selbst keine. Welt, SZ und FAZ versuchen die KI einzufangen.
Efeu - Die Kulturrundschau
19.04.2023 Das Berliner Museum der Moderne soll grüner werden, hat Claudia Roth entschieden. FR und Tagesspiegel freuen sich über den ökologischen Coup, die FAZ spricht von einer architektonischen Amputation. In der taz fragt Mathias Greffrath die Gegner von Wolfgang Koeppen: Wie kann Rassismus gedanklich durchdrungen werden, wenn seine Darstellung tabuisiert wird? Die FAZ erlebt in Prag die körperliche Wucht der Bohème. Die Kritiker feiern Christian Petzolds Rohmer-haften Sommerfilm "Roter Himmel".
Medienticker
19.04.2023 Patti Smith bei der poetica 8 in Köln - Das N-Wort in der Literatur zu zensieren ist historische Schönfärberei - Alfred Andersch: Wie neue Literatur entsteht . Von Zeitschriften-Verleger melden stabile Umsätze und wehren sich gegen Benachteiligung bei der Presse-Förderung - Armin Nassehi trifft Danyal Bayaz: Machen statt Utopien oder Kleben und blockieren erfinden & gründen? - Hackerangriff Böses Spiel mit der NZZ + Lügen haben Konsequenzen: Millionenzahlung von Fox News.
Bücherschau des Tages
19.04.2023 Die FAZ taucht mit Rainer Klouberts "Warlords" in die abenteuerliche Geschichte des Lebemanns, Haudegens und Verräters Zhang Xueliang ein. Die NZZ macht eine umwerfende Entdeckung: den Tessiner Autor Fabio Andina. NZZ und SZ vertiefen sich in Timothy Garton Ashs "Europa". Die taz bekommt mit Nico Bleutge ein "gefühl für verplombte wörter". Die SZ lauscht mit der Lyrikerin Volha Hapeyeva den Florfliegen.
Donnerstag, 20.04.2023
9punkt - Die Debattenrundschau
20.04.2023 Maria Pevchikh von der Nawalny-Stiftung porträtiert auf Twitter die Oligarchen-Gattin Swetlana Maniowitsch, die sich in Cannes, London und Genf vergnügt, während ihr Mann, stellvertretender Verteidigungsminister Russlands, die Ukraine in Schutt und Asche schießt. Was macht Europa eigentlich, wenn in den USA Trump oder ähnliche wieder an die Macht kommen, fragt Hannes Stein in der Welt. Es gibt die Cancel Culture nicht nur nicht, sie lohnt sich auch sehr für ihre Verfechter, schreibt Ijoma Mangold in der Zeit.
Efeu - Die Kulturrundschau
20.04.2023 Die SZ badet in Madrid im Licht der impressionistischen Gemälde Joaquín Sorollas. Die Zeit wundert sich nicht, dass ausgerechnet Palantir eine Kunstausstellung sponsort: Das passt, findet sie. Die Filmkritiker lieben immer noch Christian Petzolds "Roter Himmel". Die Literaturkritiker haben an einem Tag Benjamin von Stuckrad-Barres Springer-Schlüsselroman "Noch wach?" gelesen und besprochen: Wenn man im eigenen Saft kochen kann, geht das ganz leicht. Die SZ annonciert ihn als Roman einer radikalen Entfreundung, es ist ein Fall enttäuschter Liebe, diagnostiziert der Tagesspiegel, die FAZ fragt: fiktional, im Ernst?
Medienticker
20.04.2023 Springers Döpfner-Affäre & der Marketing-Hype: Bericht von der Buchpremiere im Berliner Ensemble; Benjamin von Stuckrad-Barre stellte sein Schlüssel-Roman "Noch wach" vor = Das ist Springer, zu 100 Prozent & Springer verschickte Drohschreiben - Bild-Chefin Marion Horn macht die Schotten dicht + Lukas Bärfuss über seinen neuen Roman "Die Krume Brot".
Bücherschau des Tages
20.04.2023 Eigentlich können sich Döpfner und Reichelt geschmeichelt fühlen, sind es doch vor allem ihre Namen, die Benjamin Stuckrad-Barres Schlüsselroman für die Kritiker zum Ereignis machen: Gestern erschienen und heute schon fünf mal besprochen. FAZ, FR und Zeit sind hingerissen, die NZZ fand ihn vorhersehbar, und die SZ findet die "Echt-krass-Haltung" des Erzählers langweilig. FR und SZ brechen mit Salman Rushdies neuem Roman "Victor City" ins Reich "Jayaparajaya" der Königin Pampa Kampana auf. Die FAZ empfiehlt Igorts gezeichnete "Berichte aus der Ukraine".
Freitag, 21.04.2023
9punkt - Die Debattenrundschau
21.04.2023 In der SZ wirft der sehr zornige ukrainische Diplomat Oleksander Scherba den hiesigen Friedensaktivisten vor, sie erschüttere weniger der Tod ukrainischer Zivilisten als die Bilder von ihrem Tod. taz und FAZ stellen den Erdogan-Herausforderer Kemal Kilicdaroglu vor, der sich gerade offen als Alevit bekannt hat. In der FAZ ermuntert Fabian Payr dazu, auch mal die Gefühle der Menschen ernst zu nehmen, denen das Gendern ihre sprachliche Identität nimmt. Die SZ erinnert die Klimakleber daran, dass nicht nur nur ältere konservative Biodeutsche am Auto hängen.
Efeu - Die Kulturrundschau
21.04.2023 Aus russischen Bibliotheken verschwinden reihenweise Bücher mit queeren Inhalten, berichtet 54books. Unterdessen hat das Bolschoi-Theater ein Stück über Rudolf Nurejew abgesetzt, melden die Zeitungen. Die Berliner Zeitung ärgert sich über Benjamin von Stuckrad-Barre, der erst bei Springer ordentlich verdiente und sich nun als großer Aufdecker inszeniert. Der Tagesspiegel schaut gebannt zu, wenn die japanische Künstlerin Tabaimo in Kopenhagen einen Embryo durch die Nase gebiert. Die NZZ streift in Zürich durch die Traumgärten von Alberto Giacometti und Salvador Dalí. Und die Musikkritiker hören atemberaubend perfekte K.I.-Songs von Oasis, Drake und The Weeknd.
Bücherschau des Tages
21.04.2023 Die FAZ liest bei Stefan-Ludwig Hoffmann noch einmal nach, wie Reinhart Koselleck durch den Krieg geprägt wurde. Aufregend findet sie, wie Georges-Arthur Goldschmidt mit Heidegger abrechnet. Die SZ ist sich noch nicht ganz sicher, womit Alexander Kluge mit seiner Kriegsfibel 2023 hinauswill. Die NZZ blickt mit Tabea Steiner ins Milieu einer restriktiven Glaubensgemeinschaft. Und der Dlf trotzt mit Katharina Mevissens Mutter Alter und Einsamkeit.
Samstag, 22.04.2023
Medienticker
22.04.2023 Aktualisiert: Noch mehr Stimmen zu Döpfner, Stuckrad-Barre & Reichelt: Enthüllung und Fiktion oder Aus einer Trauerrede wird eine mediale Hinrichtung: So war das doch nicht gemeint & Was uns Chat-GPT über die Abgründe unserer Sprache verrät: Boys Club: Podcast über strukturellen Sexismus im Springer-Verlag - Interview mit Salman Rushdie - Buchkritik zu "Die frühen Jahre" von Felix Stephan - Tierisch-philosophisch für Kinder: "Ludwig und das Nashorn" von Noemi Schneider - Auszeichnung: Marion Poschmann erhält den Joseph-Breitbach-Preis - Pressefreiheit: Russland droht einem Schweizer Journalisten + TV+Radio-Tipps für das Wochenende
9punkt - Die Debattenrundschau
22.04.2023 Moskau droht Deutschland mit dem Hufeisen: Eine Recherche der Washington Post belegt, wie Putin die öffentliche Meinung, ja die politische Landschaft in Deutschland formen will: durch eine Fusion der ganz Linken mit den ganz Rechten. Recht skeptisch blickt die FAZ auf das neue Konzept für die Paulskirche: Ist das geplante "Haus der Demokratie" eine Exklusivveranstaltung des Bundes? In der taz skizziert der israelisch-palästinensische Politologe Bashir Bashir eine mögliche Versöhnung in Israel.
Efeu - Die Kulturrundschau
22.04.2023 Die SZ verneigt sich in der Kunsthalle Bielefeld vor Yto Barradas subtiler Kritik an der weißen Männerkunst des Westens. In der taz verteidigt die Künstlerin Angela Fette entschieden die Idee einer autonomen Kunst gegen die Kunstvermittler. Die NZZ findet den Kalten Krieg wieder in der Berliner Designausstellung Retrotopia. In der Volksbühne feiert Fabian Hinrichs ein opulentes Bankett als Sardanapel: Die Kritiker staunen, aber auch ein gewisses Völlegefühl stellt sich ein. Und: der filmische Nachwuchs fordert mehr Risikobereitschaft von deutschen Fernsehsendern und Produzenten.
Bücherschau des Tages
22.04.2023 Welt, FR und FAS lassen sich von Olga Tokarczuk in ein Lungensanatorium im schlesischen Görbersdorf entführen. Wer sich über Chinas Verbrechen gegen die Uiguren informieren will, dem empfiehlt die taz Mathias Bölingers "Der Hightech-Gulag". Die Welt lernt von Gabriel Zuchtriegel den "Zauber des Untergangs" Pompejis schätzen. Die FAZ vertieft sich in Bruno Monsaingeons Gespräche mit Nadia
Boulanger. Die FAS lässt sich von Felix Lee erzählen, wie sein Vater
Volkswagen auf den chinesischen Markt verhalf.
Montag, 24.04.2023
9punkt - Die Debattenrundschau
24.04.2023 Die Philosophin Sidonie Kellerer stört im Philomag die Feierstimmung zum hundertsten Geburtstag Reinhart Kosellecks. Eva Illouz sucht in Zeit online nach Mitmenschlichkeit. Die NZZ erzählt, was passiert, wenn die investigative Pariser Zeitung Le Canard enchaîné selbst einen Skandal verursacht. Hubertus Knabe recherchiert in seinem Blog zu einer sehr heißen Kartoffel, dem deutsch-russischen Museum in Berlin-Karlshorst. Das Berliner Neutralitätsgesetz bleibt unter Schwarz-Rot erhalten, freut sich hpd.de.
Efeu - Die Kulturrundschau
24.04.2023 Im Tagesspiegel beschreibt die russische Schriftstellerin Maria Stepanowa die weltweite Casablanca-Situation: "Jeder sitzt irgendwo fest und versucht weiterzukommen." Im Standard denkt Verena Roßbacher über das schöne und das authentische Schreiben nach. Die FAZ entdeckt iin paris das grandiose Werk der norwegischen Künstlerin Anna-Eva Bergman. Ganz fantastisch findet die Nachtkritik das Zürcher Tolkien-Spektakel "Riesenhaft in Mittelerde".
Medienticker
24.04.2023 "Ich bin die Landschaft" von Barbara Hepworth wird in Duisburg gezeigt - Gregor Keuschnig über Maria Lassnigs" Am Fenster klebt noch eine Feder" - Natürlich habe ich Angst, gecancelt zu werden: Bedroht "Cancel Culture" den Kulturbetrieb? - Datenschützer machen Front gegen ChatGPT & DJV fordert klare Richtlinien zu Künstlicher Intelligenz + FDP will ZDF und ARD zusammenlegen ...
Bücherschau des Tages
24.04.2023 Die SZ liest mit Erschütterung, was David Kertzer in den vatikanischen Archiven über den "Papst der schwieg" zutage förderte. Danach versinkt sie in John Irvings Tausendseiter "Der letzte Sessellift". Unvulkanischen Witz entdeckt die FR in Eugen Ruges Roman "Pompeji". Die FAZ bespricht Kinder- und Jugendbücher, darunter die Geschichte dreier Ziegenböcke und David Blums Plattenbau-Roman "Kollektorgang"
Dienstag, 25.04.2023
9punkt - Die Debattenrundschau
25.04.2023 Die Verachtung für Minderheiten hat in Russland eine lange Tradition, erklärt in der FAZ der Polonist Heinrich Olschowsky - weshalb eine Mehrheit in Russland Putins Krieg unterstütze. In Italien versucht die Regierung Meloni den Faschismus in eine mildes Licht zu tauchen, berichtet die SZ. In der Welt erklärt der Islamwissenschaftler Alfred Schlicht, wie vor allem Russland von den Konflikten im Sudan profitiert. Die NZZ erzählt, wie schnell man in Belarus im Gefängnis landet.
Efeu - Die Kulturrundschau
25.04.2023 Fasziniert, aber auch ein wenig ratlos steht die SZ in Kassel vor Roberto Cuoghis Fertigungsstrecke für gekreuzigte Heilande. Die FAZ berichtet über den drohenden Streik der Drehbuchautoren in Hollywood, für die mit Serien und Streaming doch keine goldene Zeiten angebrochen waren. Die SZ erhebt Einwände gegen Laura Poitras' Nan-Goldin-Porträt "All the Beauty and the Bloodshed", das seine dokumentarische Form nur behaupte. Crescendo fürchtet die Kulturpolitik der nationalistischen Regierung in Italien besonders in der Klassik.
Magazinrundschau
25.04.2023 Guardian und New Lines blicken deprimiert auf das Desaster im Sudan. Eurozine wirft einen nüchternen Blick auf Serbiens Beziehung zur EU. In Himal huldigt Dhanuka Bandara einer srilankischen Agrarutopie. Lidove noviny würdigt den Maler Josef Mánes. Und in Aeon erklärt der Psychologe David Borkenhagen, warum ein Oktopus vermutlich nie die Vergangenheit hinter sich lassen kann.
Medienticker
25.04.2023 Aktualisiert: Harry Belafonte ist tot - Historikerin Heike Görtemaker über die gefälschten Hitlertagebücher - Judith Hermann über das Schreiben & ihr neuestes Buch "Wir hätten uns alles gesagt" - IT-Branche: Die wildesten Verschwörungstheorien aller Zeiten & So geht ChatGPT-Use-Policy - China nimmt Verleger aus Taiwan fest - Der "Blues-Übergitarrist" Albert King wurde vor 100 Jahren geboren - Verwaltungsgericht: Roger Waters darf in Frankfurt auftreten + Warum man im Hause Springer jetzt vermehrt auf KI setzt.
Bücherschau des Tages
25.04.2023 Die FAZ lernt von Frank Vorpahl, wieviel Captain Cook seinen polynesischen Führern verdankte. Aufgewühlt folgt sie zudem Leonardo Sciascias literarisch-kriminalistischen Spurensuche in der "Affaire Moro". In der NZZ preist Jan Koneffke Norman Maneas großen existenziellen Roman "Der Schatten im Exil". Die taz bewundert Ulrike Draesner. Die SZ sucht Rat bei Erich Kästner. Witz und Pathos findet der Dlf in Jon Kalman Stefanssons Roman "Dein Fortsein ist Finsternis".
Mittwoch, 26.04.2023
9punkt - Die Debattenrundschau
26.04.2023 In Russland regiert endgültig Big Brother, schreibt die Psychologin Anna Schor-Tschudnowskaja in der NZZ: "Wahr" ist nur noch das, was der Staat verordnet. In der Welt fragt Michael Wolffsohn: Warum haben sich deutsche Politiker so kaltschnäuzig gegenüber den Angehörigen des Olympia-Attentats verhalten? Aus der Fülle der heutigen Meron-Mendel-Interviews greifen wir zwei heraus, eins in der taz, eins in der FR. Die FAZ ist zwar selbst nicht mehr präsent, wünscht der Leipziger Buchmesse aber viel Glück.
Efeu - Die Kulturrundschau
26.04.2023 Eine gute Nachricht vorweg: Jafar Panahi darf den Iran verlassen. Zum Auftakt der Leipziger Buchmesse erklärt Teresa Präauer in der SZ die Vorzüge des Österreichischen. Im Perlentaucher feiert Marie Luise Knott die russische Lyrikerin Maria Stepanova. Ebenfalls im Perlentaucher erkennt Ulf Erdmann Ziegler in Basel, was Shirley Jaffe ihrem amerikanischen Malerkollegen Wayne Thiebaud voraus hatte. Und alle trauern um Harry Belafonte, der die Welt in so freundlichem Calypso anklagte.
Medienticker
26.04.2023 Corona-Fördermittel für rechtsextreme Buchprojekte - Spotify verzeichnet erstmals mehr als 500 Millionen Hörer - Bayern + NRW verpflichten Privatsender zu Regionalprogrammen - RBB-Intendantin Vernau rechnet mit Patricia Schlesinger ab - Slavoj Žižeks gegenwartskritischer Rundumschlag - Verkaufsstatistik der Publikumszeitschriften im ersten Quartal 2023 + Die Schildkrötenretterin: Gespräch mit der Meeresbiologin Christine Figgener ...
Bücherschau des Tages
26.04.2023 Die FAZ verliebt sich in Katharina Mevissens "Mutter", die im Alter nochmal richtig aufdreht. Außerdem staunt sie, wie unsentimental Grit Krüger in "Tunnel" die verschiedenen Facetten von Armut beschreibt. Die SZ liest vor Beobachtungslust funkelnde Essays von Mary Hunter Austin. Die NZZ bewundert das "seelenvollems Verströmen" in den endlich auf Deutsch erschienenen Texten von Etty Hillesum. Und die FR empfiehlt Gunter Hofmanns Willy-Brandt-Biografie.
Donnerstag, 27.04.2023
9punkt - Die Debattenrundschau
27.04.2023 Im Tagesspiegel spricht Swetlana Tichanowskaja über den Widerstand in Belarus und ihren Mann Sergej Tichanowski im Gefängnis. Bis zur Helsinki-Schlussakte im Jahr 1975 war die Ostpolitik eine gute Sache, sagt Joachim Gauck in der SZ, aber danach... In taz und Welt wird über die Thesen Martin Schröders gestritten, der die Emanzipation der Frau für mehr oder weniger abgeschlossen hält. Und auf Twitter fetzt man sich über Reinhart Koselleck.
Efeu - Die Kulturrundschau
27.04.2023 Wir haben versucht, die Welt auf den verbrecherischen Charakter des russischen Regimes aufmerksam zu machen, sagt Maria Stepanova in der FR: Aber wir fanden kein Gehör. Darren Aronofskys "The Whale" starrt auf seinen schwer adipösen, homosexuellen Helden wie auf ein groteskes Ungeheuer, ärgert sich die Welt. SZ und FR sind mindestens irritiert, wenn Helge Achenbach in Birgit Schulz' Dokumentarfilm als Robin Hood des Kunstmarkts auftritt. Und VAN ruft der FDP zu: Rundfunkorchester sind keine Massagesessel.
Medienticker
27.04.2023 Aktualisiert: Preis der Leipziger Buchmesse für Dinçer Güçyeter (Belletritik), Regina Scheer (Sachbuch) & Johanna Schwering (Übersetzung) - Börsenverein verlangt Regeln für Umgang mit KI - Günter Grass im Nacken: Carmen-Francesca Banciu im Gespräch - Sachbuchbesten Mai & Bestseller-Liste & Live von der Leipziger Buchmesse mit Gesprächen mit Barbara Vinken über Eleganz - Clemens Meyer über Christa Wolf & mit Bas Kast über den Kopass für die Seele - Die Causa Döpfner oder Das Ende der Privatsphäre + Helmut Lachenmann und seine Zeit ...
Bücherschau des Tages
27.04.2023 Zeit und NZZ reichen hymnische Besprechungen für Dincer Gücyeters für den Buchpreis nominierten Roman "Unser Deutschlandmärchen" nach: Die NZZ liest einen Mix aus Märchen und Rebellion, die Zeit bewundert die expressionistisch-bebende Lyrik. Mit angehaltenem Atem liest die NZZ auch Lana Bastašics Erzählungen über Kinder in Gewaltspiralen. Die SZ streift mit Robert Seethaler durchs Wien der Siebziger und findet Lust am Scheitern.
Freitag, 28.04.2023
9punkt - Die Debattenrundschau
28.04.2023 Äh, der Verleger der Berliner Zeitung, Holger Friedrich, hat zwar die Quelle Julian Reichelt an Mathias Döpfner verraten, aber der Chefredakteur der Berliner Zeitung, Tomasz Kurianowicz, beteuert, es gelte weiterhin der Quellenschutz. Alle anderen Medien sind entsetzt. Emmanuel Macron ist einerseits zu sehr Gaullist, andererseits nicht genug, fürchtet Wolf Lepenies in der Welt. In der SZ ist die Schottin A.L. Kennedy nicht zufrieden mit der britischen Monarchie. Die NZZ ist dagegen entgeistert über die Verschwörungstheoretikerin Kennedy.
Efeu - Die Kulturrundschau
28.04.2023 Die Preise der Leipziger Buchmesse sind vergeben - und das Feuilleton jubelt vor allem über die Auszeichnung für Dinçer Güçyeter, der mit bukolischem Humor vom Bildungsaufstieg erzählt. Die SZ lernt von Nicole Eisenman in München, dass der Gegenwart nur noch mit Perversion beizukommen ist. ZeitOnline verneigt sich vor Isabelle Huppert, die in Jean-Paul Salomés "Die Gewerkschafterin" die Whistleblowerin Maureen Kearney spielt. SZ und nachtkritik blicken mit Parnia Shams "Ist" beim Berliner FIND-Festival ins Innenleben einer Mädchenschule in Teheran.
Medienticker
28.04.2023 Aktualisiert: Berichte über die ersten Leipziger Buchmessentage - Gespräche u. a. mit den Buchpreisträgern Dinçer Güçyeter (Belletristik) & Regina Scheer (Sachbuch), Christian Redl, Michael Stavaric, David Schalko, Julia Schoch + Juli Zeh & Georg M. Oswald im Podcast über "In unseren Kreisen" - EU-Kommission schützt Pressefreiheit nur zögerlich + TV+Hörfunk-Tipps fürs Wochenende.
Bücherschau des Tages
28.04.2023 Die NZZ möchte Christina Viraghs Roman über drei Grabräuber im Italien der achtziger Jahre gar nicht mehr aus der Hand legen. Die FAZ bewundert die Schönheit mathematischer Tafelbilder auf Fotografien von Jessica Wynne. Eine erstaunliche Entdeckung macht sie im "Garten des Cyrus" von Thomas Browne. Und die NZZ empfiehlt noch einmal nachdrücklich Toni Morrisons Erzählung "Rezitativ".
Samstag, 29.04.2023
Efeu - Die Kulturrundschau
29.04.2023 Der Schriftsteller Matthias Politycki hat einen Roman über Afrika geschrieben. In der FAZ erzählt er, wie das Lektorat penibel darauf achtete, dass sich niemand aufgrund eines Wortes empören könnte. Für Empörung sorgt indes Til Schweiger, dem laut Spiegel Ausbeutung und Gewalt am Set vorgeworfen werden. Die SZ stellt nach einem Besuch beim Gallery Weekend fest: Galerien leisten heute das, wozu Museen der Mut fehlt. Und die NZZ lauscht Geflüchteten aus dem Sudan, die in strahlendem Über-Dur um eine reiche Ernte flehen.
9punkt - Die Debattenrundschau
29.04.2023 In der FAS beschreibt der Historiker Jan C. Behrends, wie Russland zum Totalitarismus zurückkehrte. Auch die taz verfolgt, wie der russische Staat Lüge, Denunziantentum und massenhafte Unmoral fördert. Die FAS lässt sich von Petros Markaris erklären, warum die Griechen gegen die Gleichgültigkeit ihrer Regierungen opponieren. In der FR beklagt die simbabwische Schriftstellerin Tsitsi Dangarembga den Braindrain als aktuelle Variante kolonialer Ausbeutung. In der Welt umreißt der Philosoph Hanno Sauer die Kosten des Fortschritts seit Erfindung des Ackerbaus.
Bücherschau des Tages
29.04.2023 Die FAZ liest Marta Kijowskas Biografie über die polnische Literaturnobelpreisträgerin Wisława Szymborska wie ein Gedicht. Von Gabriel Zuchtriegel lässt sie sich nach Pompeji einladen. Die FR empfiehlt einen Band mit Essays und Reportagen aus der ukrainischen Gegenwart. In Blake Baileys glänzender Philip-Roth-Biografie erfährt sie: Nach Roth konnte man die Uhr stellen. Die taz lernt dank Erhard Stackl mit Hans Becker einen der schillerndsten" Akteure im Kampf gegen die Nationalsozialisten kennen.