Freitag, 02.11.2012
Heute in den Feuilletons
02.11.2012 Lawblog und Heise verabschieden das Fernmeldegeheimnis. Zeit online kommentiert die Verlängerung der Schutzfristen auf Musik: So erdrosselt sich eine Kultur selbst. Die NZZ staunt über die Geilheit europäischer Medien nach der Apokalypse in Amerika, die dann doch vertagt wurde. Der Observer erklärt, warum der einflussreiche amerikanische Kunstkritiker Dave Hickey die Nase voll hat vom Kunstbetrieb. Und die Welt hat jetzt verstanden, wie bei Herbert Grönemeyer das Wort zur Musik findet.
Bücherschau des Tages
02.11.2012 Man kann Florjan Lipuš und seinen Übersetzer Johann Strutz für "Boštjans Flug" gar nicht genug loben, meint die FAZ und versucht es trotzdem. Die FR erfreut sich an Annalena McAfees bitterbösem Journalismus-Roman "Zeilenkrieg". Die SZ lässt sich im "Schreibheft 79" von Peter Handke und anderen illustren Zeitgenossen an den jung gestorbenen Wiener Schriftsteller und Dandy Konrad Bayer erinnern.
Medienticker-Archiv
02.11.2012 Welterklärer und Retter unter sich - Umfrage: 64 Prozent der Deutschen legt Wert auf gedruckte Zeitung - Leistungsschutzrecht: Regierung will Musik 70 Jahre lang sperren - Sandy zeigt, was Journalismus künftig leisten muss - Kontext goes Berlin: taz-Angebot für Exilschwaben - Bertelsmann-Story: Das verräterische Fax - O2: Regierung erklärt Handel mit Bewegungsdaten für verboten + Nachtkritik: "Disabled Theater" im HAU.
Samstag, 03.11.2012
Heute in den Feuilletons
03.11.2012 In der taz erklärt Ruth Klüger, warum sie sich lieber auf Rädern, statt auf Wurzeln bewegt. In der NZZ erzählt Jan Koneffke, warum in Rumänien allenfalls fantastische Literatur an die Realität heranreicht. Cargo bringt eine Hommage auf die Filme von Hong Sang-Soo. Es wäre ein Fehler, die Neonazis nicht ernst zu nehmen, meint die Welt, und ein noch größerer, ihre Macht zu übertreiben. In der Abendzeitung blickt Joseph von Westphalen in die Abgründe der Selbstverantwortung. Und Dietrich Fischer-Dieskau singt Schumann.
Bücherschau des Tages
03.11.2012 Die FR folgt hingerissen Sergej Prokofjews wanderlustigem Eiffelturm nach Mesopotamien. Die taz liest mit schlechtem Gewissen Kyung-Sook Shins Roman "Als Mutter verschwand". Die SZ lässt sich von Jürgen Schlumbohn plastisch die unerfreulichen Zustände in Entbindungsstationen um 1800 vorführen. Die NZZ bewundert André Pieyre de Mandiargues' kompromisslose Schilderung eines melancholischen Besäufnisses in Barcelona. Die FAZ ist beeindruckt von der Wut Nadine Gordimers.
Montag, 05.11.2012
Heute in den Feuilletons
05.11.2012 Die Welt ist sich sicher: Niemand singt eine Frauenrolle so glockenklar wie ein guter Countertenor. In der NZZ bekennt Brigitte Kronauer ihre Vorliebe für Unklassisches. Die FAZ hat in Lens gesehen, wie ein Museum ein Ereignis sein kann, ohne zum Event zu werden. Die SZ staunt über den späten Erfolg der Mormonen in den USA. Und für alle Ignoranten der Kinogeschichte: Die Top 250 der imdb in zweieinhalb Minuten.
Bücherschau des Tages
05.11.2012 Besonders nachdrücklich empfiehlt die FAZ heute Fred Pearce' Report "Land Grabbing", der ihr ein erschütterndes Bild von weltumspannender Landnahme und post-staatlichem Chaos-Kapitalismus vermittelt. Die SZ staunt über die Bitterkeit, mit der Andrzej Stasiuk in seinem "Tagebuch, danach erzählt" über Polen schreibt.
Vorgeblättert
05.11.2012 Den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima empfanden die Physiker Heisenberg, Hahn, von Weizsäcker und Kollegen als persönliche Niederlage, da sie davon überzeugt waren, dass nur sie die Kernspaltung beherrschten. Richard von Schirach erzählt in "Die Nacht der Physiker" ein deutsches Drama von Hybris und Schuld.
Medienticker-Archiv
05.11.2012 Katrin Schuster über Kathrin Passigs Essay "Standardsituationen der Technologiekritik" - Verlagsrecht 2015: Kommt der Gebrauchtverkauf von E-Books? - Buchungstricks: Apple zahlt im Ausland nur 1,9 Prozent Steuern - Das Werk Andrej Tarkowskis: Polaroids eines Wahrheitssuchers - Vom Streben nach dem eigenem Glück: Ayn Rands Hohe Lied des Kapitalismus + Nachtkritiken aus Berlin, Frankfurt, Wien und Zürich.
Dienstag, 06.11.2012
Magazinrundschau
06.11.2012 Outlook India stellt den Henri Langlois des indischen Films vor. Das waren ja alles Pädophile, staunt die London Review of Books beim Betrachten alter Fernsehsendungen. Im Merkur rühmt Wolfgang Pehnt die robuste Poesie der Betonbauten aus den Siebzigern. In Eurozine analysiert Tatiana Zhurzhenko den Opferdiskurs in Osteuropa. GQ porträtiert RZA vom Wu Tang Clan. New Criterion hält es mit den bürgerlichen Werten Tschechows. Jean Renoir war Humanist und total antidemokratisch, notiert le Monde. Und in Les inrockuptibles bekennt Philip Roth: "Nemesis" war mein letztes Buch.
Heute in den Feuilletons
06.11.2012 Die taz feiert vierzig Minuten Musik, die vor hundert Jahren die Welt veränderten. Die New York Times staunt über die französischen und deutschen Debatten zu Google-Steuern auf Presseinhalte. In Frankreich wird gefragt, wieviel Geld Google wirklich mit der Verlinkung auf Zeitungen verdient. In der FAZ will der Politikberater und Autor Robert Kagan partout nicht an einen Niedergang Amerikas glauben.Und: Elliott Carter ist tot.
Bücherschau des Tages
06.11.2012 Als mittelschwere Sensation feiert die FR Wsewolod Petrows Novelle "Die Manon Lescaut von Turdej" aus dem Jahr 1946. Die NZZ widmet sich eingehend Alastair Bruce' sädafrikanischem Debütroman "Die Wand der Zeit" und liest außerdem den Briefwechsel zwischen Sigmund Freud und dem Psychiater Eugen Bleuler. Die SZ rühmt Michael Rutschkys "Merkbuch" als großes zeitgeschichtliches Epos und rät zur dringenden Lektüre von Joseph Stiglitz' "Preis der Ungleichheit".
Medienticker-Archiv
06.11.2012 Daniel Lenz über das große Schweigen der (deutschen) Autoren im Netz - FAZ vs. buch.de: Kurzkritiken vor dem Kadi - Auf Penguin folgt Mondadori: Bertelsmann kauft Random-House-Anteile auf - Bildungsmedien: "Digitale Schulbücher" gestartet und Plattform für freie, digitale Schulbücher geplant - Vorlese-Apps: Kommen Kinder über Apps wirklich zum Lesen? + Jahrhundert-Komponisten: Zum Tod von Elliott Carter.
Mittwoch, 07.11.2012
Heute in den Feuilletons
07.11.2012 Nach einer aufregenden Nacht steht der Sieger dieser Wahlen fest: Nate Silver, so Mashable, hat mit seinem Blog Fivethirtyeight 50 aller 50 Staaten richtig vorausgesagt. Wir verlinken außerdem auf Barack Obamas Siegestweet, das er abschickte, bevor er seine Rede hielt und das mehr als hunderttausend mal retweetet wurde, und, mit Gawker, auf die Tweets einiger schlechter Verlierer. Die NZZ hält unterdes fest: Unser eigentliches Problem ist Sauerstoff. Glenn Gould spielt zur Feier des Tages auf dem Wohltemperierten Klavier.
Bücherschau des Tages
07.11.2012 Mit dem heute vor zwanzig Jahren gestorbenen Richard Yates gibt es einen großen Schriftsteller zu entdecken, meint die SZ und empfiehlt zum Einstieg Rainer Moritz' Biografie "Der fatale Glaube an das Glück" und Yates' autobiografischen Roman "Eine gute Schule". Die FAZ ist äußerst angetan von Jean Rolins Reportagen über Hunde in Elendsvierteln und Literatur und ärgert sich über kolonialistische Klischees in Annemarie Schwarzenbachs "Afrikanischen Schriften".
Medienticker-Archiv
07.11.2012 Nichts Neues: Michael Spreng über die parteiliche Einflussnahme im Pressegeschäft und Thomas Leifs 18 Thesen zur schwindenden Pressevielfalt - Öder durch Söder: Wolfgang Michal über Hofberichterstattung - Internet kommt von "vernetzen": Anne Roth über Online-Journalismus und Online-Tristesse - Liebe, Hiebe, Heiterkeit: Tschechows "Onkel Wanja" im Wiener Akademietheater + Bibo aus der Sesamstraße hat auch gewählt.
Im Kino
07.11.2012 Dem Gemauschel wider die Geschmacksdiktatur des Festivaldirektors Hans Hurch zum Trotz gab es auch auf der diesjährigen Viennale wieder viel zu entdecken. Unter anderem neue Filme von Hong Sang-soo, Wang Bing, Soi Cheang und Olivier Assayas - sowie Klassiker des sowjetischen und des portugiesischen Kinos.
Donnerstag, 08.11.2012
Heute in den Feuilletons
08.11.2012 Die Blogs staunen über die amerikanische Verwertungsgesellschaft HFA, die Rechte auf den Radetzky-Marsch einforderte. In der Welt malt Hans-Ulrich Gumbrecht in düsteren Farben das postpolitische Zeitalter aus, dessen erster Präsident Barack Obama heißt. Atlantic diagnostiziert ideologische Verrücktheit bei den amerikanischen Konservativen, die zur Verkennung der Realität führte. Die FR empfiehlt das Brockdorff Klang Labor, eine politische Dancefloorband mit Retrotouch. Die SZ stellt den Goncourt-Preisträger Jérôme Ferrari vor.
Bücherschau des Tages
08.11.2012 Bewundernswert und mustergültig findet die Zeit zwei Bücher über Bertolt Brecht: Jan Knopfs kenntnisreiche Biografie "Lebenskunst in finsteren Zeiten" und den von Erdmut Wizisla akribisch edierten Briefwechsel mit Helene Weigel. Die FAZ liest mit Vergnügen Karen Duves Variationen über die Grimmschen Märchen. Und die FR erkundet den Sehnsuchtsort Amerika in den Kurzgeschichten von Claire Vaye Watkins.
Medienticker-Archiv
08.11.2012 Digitalverlage: Die Logik des E-Books, eine Konferenz und Macmillan hält die Druckmaschinen an - Digitales Quartett: Holtzbrinck führt große Web-Koalition von FAZ, Zeit und SZ an - "Zahlende Leser sind wertvoller": Das Digital-Geschäft stärkt Springers Konzernergebnis - Medienwandel: Nikolaus Brender will den Turbo-Journalismus stoppen - CDU will keine Kollektivierung im Internet: Das windelweiche Kunstverständnis der Union + Inakzeptabel! Übler als Katholiken! John Irving über die Republikaner.
Karikaturen und Cartoons
08.11.2012 Whew!
Freitag, 09.11.2012
Heute in den Feuilletons
09.11.2012 In der Welt findet der Grünen-Politiker Werner Schulz sehr wohl (und ganz anders als Richard Schröder), dass die Frauen von Pussy Riot den Luther-Preis verdient haben. Die taz betrachtet mit Faszination die Bilder alter Körper. Worth1000 verliebt sich in Frau Gere. Die FR staunt über die Tarif-Achterbahn der Gema. In der FAZ fragt Viktor Jerofejew: Wer steckt hinter dem Roman "Maschinka und Welik"? Die SZ befasst sich mit dem Antisemitismus der Linken. Und die NZZ spricht sich vor der Volksabstimmung in Zürich für die Erweiterung des Kunsthauses aus.
Bücherschau des Tages
09.11.2012 Widerstand zwecklos - die FAZ erliegt Fee Katrin Kanzlers verführerischem Debütroman "Die Schüchternheit der Pflaume". Außerdem liest sie Manfred Dierks' Biografie von "Thomas Manns Geisterbaron" Albert von Schrenck-Notzing. Die NZZ lässt sich von Markus Heidingsfelder das "System Pop" erklären. Und die SZ freut sich über Kurzgeschichten von Julian Barnes.
Medienticker-Archiv
09.11.2012 Uwe Matrisch über Verlags-Geschäftsmodelle in der Medienzukunft - Besserer Journalismus: Mathias Döpfner über das digitale Innovationsfeld der Zukunft - Publikumszeitschriften: Deutlich weniger Einnahmen, aber Hoffnung - Attacke: Burda-Vorstand Philipp Welte attackiert die Preispolitik der TV-Konzerne - Pay-TV: Disney Channel wagt sich an Serien-Eigenproduktion + Pankower Ausstellung: Christa Wolfs Freunde, die Maler.
Karikaturen und Cartoons
09.11.2012 Antrag angenommen.
Samstag, 10.11.2012
Heute in den Feuilletons
10.11.2012 Die Welt erlebt einen intensiven Moment mit Tori Amos und lernt auch von ihrer Literaturpreisträgerin Zeruya Shalev, wie langweilig wir sind: Immer auf dem Mittelweg. In der NZZ erinnert sich Martin Meyer freudig daran, wie Hans Blumenberg ihn vom Schlafen abhielt. Die taz fürchtet, dass Toleranz auch nur eine perfide Form der Machtausübung sein könnte. In der FAZ wünscht sich Bodo Kirchhoff eine literarische Bestsellerliste. Und die SZ verliebt sich in die Zahnlücke von Léa Seydoux. Im Tagesspiegel trinkt Rudolf Thome ein grünes Fläschchen mit Hong Sang-soo.
Bücherschau des Tages
10.11.2012 Die taz stellt zwei Comics aus Spanien vor, die beklemmend, aber sehr fesselnd aus der Hochzeit des Franquismus erzählen: Paco Rocas "Der Winter des Zeichners" und Antonio Altarribas "Die Kunst zu fliegen". Ungewohnt menschenfreundlich erlebt die SZ Don DeLillo in seinen Erzählungen "Der Engel Esmeralda", aber wenigstens behalten seine Sätze ihre Schlagkraft! Die FAZ startet einen neuen Versuch, Rick DeMarinis aus der Geheimtipp-Ecke zu holen und preist "Götterdämmerung in El Paso" als politisch gelehrte Roman und reinste Poesie.
Montag, 12.11.2012
Heute in den Feuilletons
12.11.2012 Die BBC-Affäre schlägt in britischen, aber auch deutschen Medien große Wellen. Die BBC hatte fälschlich einen Politiker des Kindesmissbrauchs bezichtigt. Aber auch das Publikum ist in dieser Affäre nicht unschuldig und verbreitete die Gerüchte via Twitter, hält der Guardian fest. Und zuvor hatte die BBC jahrezehntelang einen eigenen Moderator gedeckt, merkt die FAZ an. Die NZZ resümiert die Reaktion amerikanischer Intellektueller auf die Wahlen. Und was machen FAZ und SZ auf Safari mit Thyssen?
Bücherschau des Tages
12.11.2012 Die FR feiert Iris Hanikas neuen Roman "Tanzen auf Beton", der von Led Zeppelin, der Liebe und Berlin erzählt. Die taz lobt Jenny Erpenbecks Sinn für das Mögliche. Als Evolutionsgeschichte kann die FAZ Enrico Coens "Die Formel des Lebens" empfehlen, weniger als "Theorie von Allem". Außerdem bespricht sie Gershom Gorenbergs Schrift "Israel schafft sich ab" sowie eine Studie über die Verfolgung von Sinti und Roman im Rheinland.
Bücher der Saison
12.11.2012 Mit Rainald Goetz, John Lanchester und Nadine Gordimer gewinnt die Literatur in dieser Saison an Aktualität, Schärfe und Wut. Aber auch die Liebe und das Experiment kommen zu ihrem Recht. Für aufregende Reportage bleiben die Amerikaner zuständig. Bemerkenswert ist, wie chinesische Autoren die düstere Geschichte aufzuarbeiten beginnen. Außerdem gibt es ein Loblied auf die Brüsseler Beamten, das Porträt eines vielköpfigen Politungeheuers und endlich einen guten Grund, Ezra Pound zu lesen.
Vorgeblättert
12.11.2012 Ein chinesisches Panorama des 19. Jahrhunderts entsteht in "Der rauchblaue Fluss" des indisch-amerikanischen Schriftstellers Amitav Ghosh. Abenteurer, Kaufleute, Naturforscher, Glückssucher aus aller Welt treffen an der Mündung des Perlflusses aufeinander und treiben regen Handel: vor allem Opium wird gut verkauft.
Medienticker-Archiv
12.11.2012 Musiklobbyist Dieter Gorny fordert Qualitätskontrolle im Journalismus - Söders Kontrolle: CSU, ZDF und das Grundgesetz - Boris Preckwitz und sein Abgesang auf die deutsche Slam-Poesie - Gimpel oder Goethe: Nicolas Stemann verteidigt das Theater gegen Peter Turrinis Regie-Schelte + Nachtkritiken aus Berlin, Braunschweig, Dortmund, Weimar und Wien.
Mord und Ratschlag
12.11.2012 Agentenaustausch mit einer Person: Mit seinem Roman über den Doppel-Agenten Kim Philby führt Robert Littell die Welt der Spionage in höchste Höhen der Paranoia und Schizophrenie. Petros Markaris rechnet in "Zahltag" mit Steuersündern und einer geschäftuntüchtigen Mafia ab.
Dienstag, 13.11.2012
Magazinrundschau
13.11.2012 Die New York Times wirft einen Blick hinter die Kulissen des Konzerns, der die Saisons in der Mode abschaffte. In der New York Review of Books nimmt Timothy Garton Ash endgültig Abschied vom Begriff des Multikulturalismus. Für Dissent gibt es noch andere Sprachen neben der englischen. L'Espresso besucht mit Luca Ferrari die Drogenszene einer römischen Vorstadt. Laut Figaro sollte die französische Literatur ihren Germanopratinismus ablegen. In Film Comment erzählt Judd Apatow das Leben an sich. Und das New York Mag porträtiert den Inspirator der "Neuronovel", Oliver Sacks.
Heute in den Feuilletons
13.11.2012 Die taz lauscht beim Open-Mike-Wettbewerb Matrosenlyrik und Primzahlgeschichten. Im Falter bleibt Daniel Kehlmann bei seiner Kritik am deutschen Regietheater. Im Arts Journal beklagt Bernhard Haitink einen pathologischen Mahler-Kult. Welt und Berliner Zeitung diskutieren über die Zukunft der Krawallschachteln in der Politik. Und die SZ beobachtet BBC-Journalisten, die BBC-Journalisten zur Krise bei der BBC befragen.
Bücherschau des Tages
13.11.2012 Die taz feiert Luiz Ruffatos Roman über Sao Paulo "Es waren viele Pferde" als Brasiliens erstes Buch der armen Schweine. Die NZZ freut sich über die poetische Gerechtigkeit, die Daniel Odija Polens Trinkern und Tölpeln, Hehlern un Huren zukommen lässt. Die FAZ entdeckt in den Gedichten des Slowenen Ales Steger den Punkt, an dem Körper und Sprache aufeinandertreffen. Die SZ kommt mit einem gewaltigen Briefband John Lennon noch einmal ganz nah - und geht in die Knie.
Medienticker-Archiv
13.11.2012 Aktualisiert: Bittere Nachrichten: Die FR beantragt Insolvenz und auch für Prinz kommt das Aus- Netzsperren: Russlands schwarze Liste - Sanierungsplan für dapd: Ein Drittel der Mitarbeiter soll gehen - Alles bestens? Warum Roboterjournalisten nerven - Neues digitales Geschäftsmodell: Uraufführung wird versteigert - Die Apokalypse ist auch schon vorbei: Neues von Don DeLillo und nix mehr von Philip Roth? + Wofür Peer Steinbrück zum Millionär wurde: Wolfram Schütte über einen gewitzten Entertainer.
Mittwoch, 14.11.2012
Heute in den Feuilletons
14.11.2012 Bestürzung - und Bitterkeit - herrscht über die Insolvenz der FR. Die taz meint: In der Not ist Häppchenjournalismus der Tod. In der FR selbst schwärmt Navid Kermani von Kleist. Die NZZ geht in Siena in die Schule der Gesten. In der SZ erklärt Werner Herzog, dass der Weg zum Filmemachen eher über den Sexclub führt als über ein Studio.
Bücherschau des Tages
14.11.2012 Boualem Sansal ist nicht bloß das schlechte Gewissen vom Dienst, sondern auch ein großartiger Schriftsteller, stellt die FR fest. Die NZZ begrüßt die Veröffentlichung von Avner Werner Less' 275 Stunden-Verhör von Adolf Eichmann. Und die SZ staunt, wie viel Herta Müller in Herta Müllers Readymade-Gedichtband "Vater telefoniert mit den Fliegen" steckt.
Medienticker-Archiv
14.11.2012 digitalisieren_vernetzen_gründen: IT-Gipfel will intelligent vernetzen - Größer als das Internet: Rick Smolan über "The Human Face of Big Data" - Medienwandel: Google verdient mehr als US-Print-Branche - Das Blatt hat sich gewendet: Das Zeitungssterben erreicht Deutschland und die Chronik eines angekündigten Todes - Jo Henry über Spezifika des deutschen E-Book-Marktes + Der Ekstasetester: Hubert Winkels über Rainald Goetz.
Karikaturen und Cartoons
14.11.2012 Die Wärme aus dem Netz.
Im Kino
14.11.2012 Eile und Spontaneität sind geboten, wenn man "Jab Tak Hai Jaan", den letzten Film des Bollywood-Großmeisters Yash Chopra, auf der Leinwand sehen möchte. Kino-Existenzialismus der klaren Anordnung kann man in Pete Travis' Kino-Poem "Dredd" bewundern.
Donnerstag, 15.11.2012
Heute in den Feuilletons
15.11.2012 Das Aus für die Frankfurter Rundschau bewegt die Feuilletons: die Welt nimmt Abschied von einer verflossenen Liebe, die taz beantwortet pragmatische Fragen und Thomas Knüwer findet: selber schuld. In der Zeit denken Juli Zeh, Michael Krüger und Helge Malchow über die Zukunft des Buchs und der Kulturwissenschaftler Byung-Chul Han über das Töten auf Knopfdruck nach. Die FAZ prophezeit Frankreich ein Rendezvous mit der Geschichte. Und alle gratulieren Daniel Barenboim zum Siebzigsten.
Bücherschau des Tages
15.11.2012 Wie behandelt man das Werk eines Autors, der mit den Nazis konform ging? Das fragt sich die FAZ bei Biografien über Knut Hamsun und Gottfried Benn und die Zeit bei Peter Sprengels großer Gerhart Hauptmann-Biografie. Die FR adelt Luiz Ruffatos Roman "Es waren viele Pferde" als das wichtigste Buch aus Brasilien seit langem. Die NZZ wünscht sich von Miriam Gebhardts feministischer Streitschrift "Alice im Niemandsland" etwas mehr Emanzipation - von Alice Schwarzer.
Medienticker-Archiv
15.11.2012 Fast unanständig: Bild zwischen zwei Deckeln eines Prachtbandes - Twitterfelder Weg: Theater & Internet - TV-Serie: Oliver Stone will den Überlegenheitsmythos der Amerikaner zerlegen - Vatersuche: Jakob Augstein und Harry Rowohlt über Kindheit, Literatur und Politik - Andreas Dresen: Der Regisseur als Verfassungsrichter - Ezra Pound: Gesang eines Gefangenen + Die Gruppe 47: Von der Autorenrunde zum Literatur-Marktinstrument.
Freitag, 16.11.2012
Heute in den Feuilletons
16.11.2012 Anlässlich des Petreaus-Skandals philosophiert die SZ über die Schriftmedien der Liebe; die FAZ denkt angesichts des auch auf Twitter ausgefochtenen Konflikts zwischen Israel und Hamas über die Schriftmedien des Krieges nach. Die taz würdigt Gudrun Guts Beitrag zur Poptheorie. In der NZZ erklärt Erwin Mortier die diversen belgischen Separatismustendenzen. Und die Welt amüsiert sich über Gewinner und Verlierer der Political Correctness.
Bücherschau des Tages
16.11.2012 Endlich erscheint Dylan Horrocks' Graphic-Novel-Klassiker "Hicksville" auf Deutsch, freut sich die NZZ. Die FR lässt sich von Oskar Negts Vision eines europäischen Sozialstaats überzeugen. Die SZ kann die Aufregung um David Mitchell nicht nachvollziehen. Die taz staunt über die Plattitüdenakrobatik von Stéphane Hessel und dem Dalai Lama.
Medienticker-Archiv
16.11.2012 Versäumnisse der Verlagsindustrie oder Der Journalismus ist nicht Ryanair - NZZ- Bezahlschranke: Kein Redakteur möchte nur Gratis-Inhalte schreiben - Fernsehen & Kritik: Über Veränderungen im Rezensionsjournalismus - Branche im Umbruch: Der Games-Journalismus in der Krise - Mehr Gewicht für E-Books & E-Commerce im Buchhandel - Religion, Literatur und Kultur: Tomas Anz über die Bibel als Literatur und Gott als fiktive Figur.
Karikaturen und Cartoons
16.11.2012 Der Gegenwind wird rauher.
Samstag, 17.11.2012
Heute in den Feuilletons
17.11.2012 Die taz bringt eine Sonderausgabe, ausschließlich von Frauen für Frauen und Männer. Die Welt kritisiert, dass in der ostslowakischen Stadt Košice, die im nächsten Jahr europäische Kulturhauptstadt ist, die Erinnerung an den Holocaust ausgespart bleibt. In der SZ trauert ein Teil von Led Zeppelin um einen anderen Teil von Led Zeppelin, in der FAZ trauert Frankfurt um Frankfurt. Die NZZ bewundert den Rock der Mätresse Baudelaires.
Bücherschau des Tages
17.11.2012 Wenig Bücher, aber durchweg gute: Vielleicht verhilft die zwölfteilige Hörbuchfassung von Uwe Dicks "Sauwaldprosa" dem verkanntesten deutschen Dichter ja endlich zu Ruhm, hofft die FAZ. Außerdem berauscht sie sich an der verdienstvollen Neuübersetzung von M. Agejews "Roman mit Kokain" und zieht mit Daniel Mezgers beunruhigendem Romandebüt "Land spielen" in die Provinz. Die SZ geht derweil in John Irvings vertrautem Menschenzoo spazieren.
Montag, 19.11.2012
Heute in den Feuilletons
19.11.2012 Die neue Zeitungskrise sorgt für Rauschen im Netz. Neueste Gerüchte besagen, dass Gruner und Jahr bei seinen Wirtschaftstiteln radikal kürzen will. So langsam rückt die Zeitung in den Status der Vinylplatte, meint Lutz Hachmeister in der taz. Der sueddeutsche.de-Chefredakteur Stefan Plöchinger richtet auf vocer.org einen Weckruf an die Kollegen vom Print. In der Welt analysiert Wolf Lepenies den Familienstreit in der französischen Linken.
Bücherschau des Tages
19.11.2012 Mit den Mitteln der Groteske rückt Lucia Puenzo in ihrem Debüt "Wakolda" dem monströsen Josef Mengele zu Leibe: Die FAZ findet das mutig und gelungen! Die taz verfolgt mit angehaltenem Atem David Albaharis jugoslawische Kain-und-Abel-Geschichte "Der Bruder". Die SZ liest eine Geschichte des ostdeutschen Naturschutzes.
Medienticker-Archiv
19.11.2012 Für Martin Walser ist Political Correctness ein billiger Anzug von der Stange - Frankfurter Rundschau: Konkursgewinnler SPD? - Horrorszenario für Hamburg: Zukunft der FTD nicht lachsrosa - Knall. Peng. Tot: Theater-Nachtkritiken aus Berlin, München und Wien - Antoine de Rivarol: Monarchistischer Aufsteiger als aufgeklärter Reaktionär + Peter Stephan Jungk über Peter Handkes serbische Bedenklichkeit.
Karikaturen und Cartoons
19.11.2012 Noch eine Geliebte?
Dienstag, 20.11.2012
Magazinrundschau
20.11.2012 The Atlantic porträtiert Obamas Dreamteam. Bloomberg beschreibt den Cyberwar in Syrien. Open Democracy erklärt, wie sich die britischen Behörden künftig dem Gesetz entziehen wollen. Der Guardian beobachtet die genitale Verstümmelung von 248 Mädchen in Indonesien. Gizmodo porträtiert den wegen Mordes gesuchten Virenbekämpfer John McAfee. The Nation bewundert Polens Umgang mit seiner Vergangenheit. In Micromega erklärt Jürgen Habermas, wie man ganz leicht europäische Öffentlichkeit herstellen kann. In Eurozine erklärt Gilles Lipovetsky, warum die Digitalisierung Konsumenten in Individuen verwandelt. Vanity Fair campt mit der Fremdenlegion.
Heute in den Feuilletons
20.11.2012 Die Welt plädiert für ein zumindest im Humanitären großzügiges Engagement des Westens für Syrien. Die taz nimmt Abschied von der Welt im Besonderen und der Zeitung im Allgemeinen. Im New York Magazine sieht es Tina Brown ganz ähnlich. Im Freitag vermisst Harry Rowohlt sein Kinngrübchen und dann auch wieder nicht. In der FAZ gibt BHL Angela Merkel in einem Punkt recht. Die NZZ begibt sich mit Dieter Rams in einen Tempel der Klarheit, Materialgerechtigkeit und Funktionalität. Der SZ graust es vor dem China des Malers Yue Minjung.
Bücherschau des Tages
20.11.2012 Die FAZ begibt sich mit Egon Günthers Roman "Watschenbaum" in das raue, enge und brutale Münschen. Sehr gern gelesen hat sie auch César Airas metafiktiven Roman "Der Literaturkongress". Die NZZ lernt in Jonathan Lethems "Bekenntnissen eines Tiefstaplers" viel über Pop und den Autor. Die SZ genießt mit Albert Ostermaiers "Die Liebende" einen Melville-Film in Buchform. Und nach Sabine Bergks Debüt "Gilbrod" weiß die taz: Die Bühne produziert vielleicht auch Kunst, vor allem aber Tratsch und Ego.
Medienticker-Archiv
20.11.2012 Zeitungsland Deutschland: Eine Diagnose - Dirk von Gehlen lobt die Tageszeitung, Gustav Seibt fordert, den Qualitätsjournalismus mit seinem intellektuellem Reichtum und seiner politischen Schärfe zu retten, Peter Littger will die FR zur deutschen Huffinton Post machen und Wolfgang Michal weiß, warum gerade linke Zeitungen so große Probleme haben - FTD-Krise: Auf das Schlimmste vorbereitet + Unruhe bei der Verlagsgruppe Handelsblatt.
Mittwoch, 21.11.2012
Heute in den Feuilletons
21.11.2012 Gestorben wird diese Woche nicht nur in der ARD. Erscheint heute schon die letzte Ausgabe der Financial Times Deutschland? So behauptet es jedenfalls der Guardian. Die drastischen Kürzungen bei den Wirtschaftsmedien von Gruner und Jahr sind auch Thema in anderen Medien. Laut taz hat hier vor allem das Bürgertum in seiner Analyse des allgemeinen Kulturverfalls versagt. Laut der FR hakt es dabei auch im Jahr-Clan, dessen Sprosse sich nicht mehr für Journalismus interessierten. Der Tagesspiegel resümiert Professoren-Zank um Kleist-Ausgaben. Die FAZ staunt über Pierre Schoellers Film "Der Aufsteiger" und noch mehr über die Katalanen.
Bücherschau des Tages
21.11.2012 Hanjo Kesting vermittelt der SZ die "Grundschriften der europäischen Kultur" von der Bibel bis Marx. Die FR liest den dritten Band von Joseph Ratzingers Jesus-Trilogie. Die NZZ findet den Roman "Das spröde Licht" des kolumbianischen Autors Tomas Gonzalez im besten Sinne bedrückend. Und die FAZ denkt mit Ursula Wolf über die "Ethik der Mensch-Tier-Beziehung" nach.
Medienticker-Archiv
21.11.2012 Digitalisierung & Literatur: Buch-Lektüre auf Tablets wird immer beliebter - Konferenz Epublish: Homer 3.0 und Digitale Bildungsmedien - ARD & ZDF: Zum Rundfunkstaat im Staate verkommen und die öffentlich-rechtlichen Mitarbeiter sollen Einnahmen offenlegen - Sound im Museum: Eine Plattenfirma als Steinbruch der Kulturgeschichte + Janosch meint: "Das Beste wäre, es gäbe Gott nicht".
Karikaturen und Cartoons
21.11.2012 Pranger und Scheiterhaufen.
Donnerstag, 22.11.2012
Heute in den Feuilletons
22.11.2012 Die Financial Times Deutschland ist heute also auch erschienen. Spiegel Online meldet, dass noch nicht alle Hoffnung verloren sei. Die Zeit sucht unterdes nach Rettung für den Qualitätsjournalismus und zitiert gut zwanzig Medienchefs, die alle zugeben, das Internet verschlafen zu haben. Das aber andererseits auch schuld ist. Die Jüdische Allgemeine sammelt Stilblüten deutscher Qualitätsjournlisten zum neuesten Nahostkonflikt. Geoffrey O'Brien feiert im Blog der New York Review of Books Steven Spielbergs "Lincoln"-Film.
Bücherschau des Tages
22.11.2012 Auf allen Ebenen überzeugend findet die taz Alejandro Zambras Roman "Die Erfindung der Kindheit". Hazel Rosenstrauch bringt der FAZ den "empfindsamen Henker" Karl Huß näher. Die Zeit erhält in Hans Werner Richters Tagebüchern und Helmut Böttigers Studie erhellende Einblicke in die Gruppe 47. Außerdem lässt sie sich von Simon Reynolds die Parallelen zwischen Musik- und Finanzbranche erklären. Die NZZ freut sich über die gebührende Wertschätzung für Richard Yates.
Medienticker-Archiv
22.11.2012 Déja-vus: Die Buch-Branche jagt von einem Digitalkongress zum nächsten - Loblied auf Print: Burda erzielt Rekordrendite - Unglaublich. Unfassbar: Jochen Jung über den zweimaligen Erfolg beim Deutschen Buchpreis - Theater-Nachtkritiken: Vom Tod des Autors, Limonade aus Rammstein und Mieke Matzke über das Freie Theater - Politik trifft Märchen: Ideologie trifft Fantasie und der Rumpelsteinbrück + Eine Glosse von Wolfram Schütte.
Im Kino
22.11.2012 In den brokatbevorhangten Räumen der zeitgenössischen Macht spielt Pierre Schoellers Politdrama "Der Aufsteiger". Scott Derricksons Horrorthriller "Sinister" hetzt Ethan Hawke das Böse in Gestalt schummriger 8mm-Filmschnipsel auf den Hals.
Freitag, 23.11.2012
Heute in den Feuilletons
23.11.2012 Alle Hoffnung passée. Heute um elf Uhr wird den Mitarbeitern der FTD nun doch das endgültige Aus verkündet, meldet das Handelsblatt. Das Gute an Zeitung ist, dass sie von Realität trennt, meint die taz. In der NZZ stellt sich heraus: Auch Taubblinde haben in erster Linie religiöse Probleme. Die FAZ macht sich Sorgen um den Leser von Ebooks. Und Sensation: Thomas Mann hätte Actimel empfohlen.
Bücherschau des Tages
23.11.2012 Herrlich bizarr, aber frei von Altersweisheit und ewigen Wahrheiten ist Herbert Rosendorfers posthum erschienener Erzählungsband "Die Kaktusfrau", versichert die SZ. Die taz lässt sich von internationalen Filmwissenschaftlern den Regisseur Dominik Graf erklären, wenn auch nicht restlos. Die FAZ sucht mit Friedrich Kröhnke das Weite.
Medienticker-Archiv
23.11.2012 Stefan Niggemeier über den Wärmestuben-Journalismus der Zeit - Zahlen oder eben nicht: taz.de wirbt massiv für freiwilliges Bezahlen - FTD: Verkaufsverhandlungen gescheitert - Vom Nutzen des kalten Blicks: Über Helmut Lethens autobiografische Skizze - Literatur heute: Linke Autoren und ihre Anti-Helden - Theater-Nachtkritiken: Knast als Gesellschaft in Berlin und New Yorker Alten-WG später in Wien + Text, Bild, Form: Michael Hanekes "Liebe. Das Buch".
Karikaturen und Cartoons
23.11.2012 Durch die Brille eines Schwachkopfs.
Samstag, 24.11.2012
Heute in den Feuilletons
24.11.2012 In der taz ruft der frühere FR-Chefredakteur Wolfgang Storz nach staatlicher Feuerwehr für private Zeitungen. In der Welt verzweifelt Zeruya Shalev am Nahostkonflikt. In der NZZ begründet Olga Martynova Russlands andere moderne Klassik. In der FAZ fürchtet Ivan Fischer die evolutionäre Sackgasse allzu lauter Orchester. In der SZ empfiehlt Jared Diamond papua-neuguineische Erziehungsmethoden. Außerdem erklären Ars technica und Wired, warum Softwarepatente der Industrie mehr schaden als nützen.
Bücherschau des Tages
24.11.2012 Mit Kritiken zu Tilman Rammstedt: "Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters" in der TAZ, Michail Schischkin: "Briefsteller" in der NZZ, M. Agejew: "Roman mit Kokain" in der NZZ, Peter Rühmkorf: "In meinen Kopf passen viele Widersprüche" in der FAZ und Karl Marlantes: "Matterhorn" in der FAZ.
Bücherschau des Tages
24.11.2012 "Matterhorn" ist der Spitzname für einen Schreckensort im Vietnamkrieg - trotz der Gewalt kann die FAZ Karl Marlantes' Roman nur empfehlen. Die NZZ kommt bei M. Agejews "Roman mit Kokain" ganz ohne Kokain aus. Die taz nimmt in Fred Pearce' "Land Grabbing" mit Schrecken den "globalen Kampf um Grund und Boden" zur Kenntnis. Die SZ amüsiert sich mit Helmut Krausser.
Montag, 26.11.2012
Heute in den Feuilletons
26.11.2012 Die New York Times legt den Finger auf den wunden Punkt der Stadt Berlin: Man ist zwar kreativ, aber das heißt noch lange nicht, dass man etwas schafft. In der Welt will Marc Reichwein den "kollektiven Print-stirbt-Taumel" nicht mitmachen. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten müssen sich dringend neu legitimieren, findet Peter Littger auf vocer.org. In der FR fordert Andreas Huckele: Schließt die Odenwaldschule. Die FAZ schließt sich ihm an. Und bringt einen Bocksgesang aufs Internet.
Bücherschau des Tages
26.11.2012 Die FAZ lernt in Immanuel Birmelins "Von wegen Spatzenhirn!" alles über die Intelligenz von Papageien, Krähen und anderen Vögeln. Außerdem bewundert sie Heinrich Deterings Gesänge "Old Glory". Ein ganz neue Welt der Erzähltheorie eröffnet Albrecht Koschorke der SZ mit seiner Arbeit "Wahrheit und Erfindung".
Medienticker-Archiv
26.11.2012 Print-Schwanengesänge: Die gedruckte Zeitung war in dem Moment tot, als der Laptop am Frühstückstisch auftauchte & Marcel Weiß fragt sich, ob wirklich jeder dritte Jugendliche noch regelmäßig eine Tageszeitung liest -Theater-Nachtkritiken aus Berlin, Dresden Düsseldorf und Wien - Tuvia Tenenbom war im Land der Dunkeldeutschen + Peter Handke bekennt: "Im Grunde bin ich relativ normal".
Karikaturen und Cartoons
26.11.2012 Zuviel Sinn.
Dienstag, 27.11.2012
Magazinrundschau
27.11.2012 Les inrockuptibles porträtiert den schwulen Muslim Ludovic-Mohamed Zahed, der in Frankreich eine Moschee für alle eröffnen möchte. The New Republic lernt Bach. Claudio López de Lamadrid von Random House erklärt in Jot Down, wie der Lektor der Zukunft aussieht. Bloomberg warnt vor dem Kursverfall Damien Hirsts. Nepszabadsag fürchtet für die Ungarn, wenn die Briten ihr Mediengesetz verschärfen. Newsweek stellt die befreite Schwulen- und Lesbengemeinde Indiens vor.
Heute in den Feuilletons
27.11.2012 Die NZZ rät ab von Knoblauch und Zwiebeln: Sie könnten Ihre Leidenschaften anregen, warnen zumindest die Mönche in Korea. Die Rolling Stones sind gar nicht so gealtert, findet die Welt, aber die Fans, die rollen mit ihrem Bauchspeck! Google mobilisiert seine Nutzer gegen Leistungsschutzrechte. Die taz verortet die Grünen zwischen Ekel vor der Unterschicht und neuer Bürgerlichkeit. Und: "Ingmar Bergman's Soap Commercials Wash Away the Existential Despair."
Bücherschau des Tages
27.11.2012 Die
FAZ seufzt über
Michail Schischkins Roman "Briefsteller": So schön kann nur ein Russe schreiben (hier unser
Vorgeblättert). Die
NZZ lernt von
Michael Sandel, wie die
Marktlogik die demokratische Gesellschaft zu korrumpieren beginnt.
Schön exzentrisch findet die
SZ Philippe Murays Essay-Klassiker "Céline". Wenig Zukunftsfreude weckt bei ihr dagegen
Michio Kaku mit einer Vision, in der sich alles um
Roboter und Gadgets dreht.
Medienticker-Archiv
27.11.2012 Die Macht der Schriften: Eine Ausstellung erinnert an die große Zeit der Schwarzen Kunst - Angelas Agenda: Die Bundeskanzlerin spendet Zeitungsverlegern Trost in schweren Zeiten & Thomas Knüwer über Frank Schirrmacher - Buchhändler-Embargo: Amazon-Buch schlägt hohe Wellen & David Wengenroth über den Siegeszug des Online-Buchhandlers + Herta Müller kritisiert Nobelpreis an Mo Yan.
Virtualienmarkt
27.11.2012 Nicht "Gratiskultur" und linker Hedonismus schaden dem traditionellen Qualitätsjournalismus, sondern eine Reihe von Großkonzernen. Sie heißen Reed Elsevier, ThomsonReuters oder Wolters Kluwer.
Mittwoch, 28.11.2012
Heute in den Feuilletons
28.11.2012 In der taz erklärt die Übersetzin und Bloggerin Katy Derbyshire, warum sie mehr oder weniger die einzige Britin ist, die sich für deutsche Kultur interessiert. In Faust erklärt Jan Wagner, worauf's ankommt bei einem guten Gedicht. Bei Performance Today spricht Andras Schiff über das "Wohltemperierte Klavier" (und spielt es auch). Die Welt sagt Adieu zum Grimm. In Frankreich gründet Pierre Assouline ein Netz-Feuilleton. Die NZZ porträtiert die Optimistin unter den Balkannationen: Albanien. Und eines können die Zeitungen gar nicht fassen: Google ist beim Thema Leistungsschutzrechte nicht objektiv!
Bücherschau des Tages
28.11.2012 Als eine Figur zwischen Augustus und Gaddafi lernt die FAZ bei Ernst Baltrusch den Hellenen-Herrscher Herodes kennen. Die NZZ zeigt sich sehr angetan von "Scherbengericht", dem Debütroman des 74jährigen Sozialwissenschaftlers Germán Kratochwil. Die SZ würdigt Harro Zimmermanns Biografie des antirevolutionären Metternich-Vertrauten Friedrich Gentz.
Medienticker-Archiv
28.11.2012 Leistungsschutzrecht: Bundesjustizministerin ist entrüstet und ruft indirekt zum Boykott von Google auf - BDZV vergleicht Suchmaschinen mit Ladendieben - Reality-TV: Angela Merkel wünscht sich "echtes Leben" im Fernsehen - Good & Bad News für dapd: AP muss weiter mit dapd kooperieren & Entlassungen - Bad News für die FR: Tochtergesellschaften melden Insolvenz an + Genie an der Gitarre: Jimi Hendrix zum 70.
Karikaturen und Cartoons
28.11.2012 Machthunger.
Im Kino
28.11.2012 Francois Ozon setzt in seinem selbstreflexiven Thriller "In ihrem Haus" diffuse Begehrensströme in Gang. Der philippinische Regisseur Khavn de la Cruz hat mit "Mondomanila" ein punkiges Monstrum von einem Experimentalfilm gedreht und einen radikalen Gegenentwurf zu elendspornografischer Slumromantik.
Redaktionsblog - Im Ententeich
28.11.2012 Korrektur: In der ersten Version des Artikels habe ich die Debatte auf die Nacht von heute auf morgen angesetzt. Der Bundestag ist aber mächtiger als ich: Sie findet in der Nacht von morgen auf übermorgen statt. Pardon! Thierry Chervel
Donnerstag, 29.11.2012
Heute in den Feuilletons
29.11.2012 Am Tag der Bundestagsberatungen über Leistungschutzrechte für Pressekonzerne nehmen die Journalisten nochmal ihren ganzen Mut zusammen und stellen sich einem neuen Totalitarismus entgegen. Denn Google ist ein Imperialist. Google ist quasi Stalin. Google stiehlt ihr "geistiges Eigentum". Sascha Lobo sieht die Medienkrise dagegen in Spon als Werbekrise und prophezeit, dass die Werbegelder immer mehr in soziale Medien gesteckt werden. In der SZ erfährt man, dass der Spiegel wegen des Rückgangs von Werbung über Kündigungen nachdenkt. Und in der Zeit erklärt Rainald Goetz, wie er mit den "mittleren Normalos", auch als Kritiker bekannt, zurecht kommt.
Bücherschau des Tages
29.11.2012 Die da oben und die da unten ruinieren das Land, lernt die FR aus Walter Wüllenwebers Studie über "Die Asozialen". Die FAZ staunt über die perfekt sitzende Sprache in Anna Weidenholzers Roman "Der Winter tut den Fischen gut". Mehr Teig und weniger Rosinen hätte sich die NZZ von Florian Illies' Chronik des Jahres 1913 gewünscht. Und Horst Bredekamp lässt die SZ beglückt feststellen: selbst in der Geschichte der Gartenkunst sind noch neue Erkenntnisse möglich.
Medienticker-Archiv
29.11.2012 US-Medienlandschaft: "Es gibt keine Nachrichten-Industrie mehr", behauptet die Studie "Post Industrial Journalism" - ZEITonline: Offene Schnittstelle für Datenjournalimus - Für wen wird die Tagespresse eigentlich gemacht?, fragt sich Matthias Krämer & Wolfgang Michal sinniert über ein sehr lukratives Gewerbe und den Versuch, den Lauf der Zeit aufhalten zu wollen + Das Schreiben half Peter Handke, unverschämter zu werden.
Freitag, 30.11.2012
Heute in den Feuilletons
30.11.2012 Im Bundestag fand die Nachtung zu den Leistungsschutzrechten für Pressekonzerne statt. Stefan Niggemeier und das Medienblog dwdl.de werfen der FAZ, der SZ und Springer in ihrer Berichterstattung zum Thema Propaganda und Lüge vor. In der taz spricht David Berger über Homophobie und Fundamentalismus in der katholischen Kirche. In Atlantic erzählt Schriftstellerin Ann Patchett, wie sie in Nashville einen Buchladen eröffnete - und der läuft jetzt prächtig. Und die FAZ meint: Mit dem Untergang Venedigs wird so prächtig verdient, dass er kaum wirklich drohen kann.
Bücherschau des Tages
30.11.2012 Auch in seiner unter dem Titel "Über den Zufall" erschienenen Frankfurter Poetikvorlesung bleibt sich Navid Kermani als Schriftsteller treu, würdigt die SZ. Die FR freut sich über Mark Twains endlich zur Veröffentlichung freigegebene "geheime Autobiografie", auch wenn darin nach 100 Jahren nichts Neues mehr steht. Und die NZZ taucht mit Lurker Grand und André Tschan in die Schweizer Musikszene der Achtziger ab.
Medienticker-Archiv
30.11.2012 Die Verklärung der Zeitungskrise: Man kann es ruhig Selbstbeschädigung nennen, meint Marcel Weiß - Das Publikum geht leer aus: Wolfgang Storz über oppositionelle Medien - Antwort auf Google Books: Deutsche Digitale Bibliothek gestartet - Theater-Nachtkritik: Lars von Triers "Dancer in the Dark" in Stuttgart + Literarische Jahrhundertüberraschung: Mark Twains posthume Innenansichten eines kauzigen Zeitgenossen.
Karikaturen und Cartoons
30.11.2012 Analog kann Spagat.