Mittwoch, 01.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
01.06.2016 In der NZZ schreibt die syrische Schriftstellerin Samar Yazbek, dass ihr Exil begann, als ihr die Frauen ihrer Familie die Solidarität aufkündigten. Open Culture stöbert in digitalen Schätzen der British Library. Die taz stürzt sich mit Richard Linklaters Film "Everybody wants Some!!" in die Freiheit der achtziger Jahre. Das Art Magazin fährt mit Ai Weiwei Schlauchboot.
9punkt - Die Debattenrundschau
01.06.2016 Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts pro Sampling und künstlerische Kreativität sorgt für Begeisterung von Netzpolitik bis Zeit online. Nur die FAZ (naja, eine Abteilung der FAZ) rümpft die Nase. In der New York Times setzt sich der kanadische Autor Stephen Marche für Gawker ein, obwohl ihn das Blog zweimal auf die Liste der zehn unwichtigsten Autoren setzte. Nichts ist in Ordnung in Palmyra, warnt Hermann Parzinger in der FAZ. Ach so, und die SPD wird schon wieder, meint Peter Sloterdijk in der Berliner Zeitung.
Medienticker
01.06.2016 Kampf gegen Google: Verbandsfürsten befinden sich im Tiefschlaf, meint Gabor Steingart - Paid-Content-Strategien: Chancen für separates Spiegel-Bezahlportal - Lektorat, dringend gesucht: Rainer Moritz über Fehlerquoten in Büchern - Armenien-Resolution: Abgeordnete erhalten Drohmails & Deutschlands Rolle am Völkermord + Polen: Auslieferungsverfahren gegen Roman Polanski wird wieder aufgerollt.
Bücherschau des Tages
01.06.2016 Die FAZ entdeckt in Ernst Jandls Werken Sprachschätze für ein ganzes Lektüreleben. Die FR macht es sich im England der 50er gemütlich mit einem Cozy Krimi von James Runcie. Die NZZ geht mit zwei Kindern auf die Suche nach dem "legendären Getupften Wal". Die SZ versinkt mit John Meade Faulkners "Moonfleet" in einer Gothic Novel um den Schatz des Colonel Schwarzbart.
Donnerstag, 02.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
02.06.2016 Molenbeek könnte geradezu vorbildlich für Europa sein, meint Najem Wali nach einem Besuch des Brüsseler Viertels in der NZZ. In der Zeit erzählt Richard Ford vom Schreiben mit Kristina. Die Berliner Zeitung bewundert die selbst entfremdete Performance Josef Haders als Stefan Zweig. Erinnern als subversiven Akt erlebt die taz vor dem Werk der rumänischen Künstlerin Geta Brătescu.
9punkt - Die Debattenrundschau
02.06.2016 Libération hofft auf den Brexit - aber nicht im Interesse der Briten. Gerade die Sozialdemokraten müssten Interesse an einer geringeren Zuwanderung haben, meint der britische Publizist David Goodhart in der Zeit. Politico.eu untersucht die engen Beziehungen zwischen Podemos und dem Venzuela des Hugo Chavez. Statt eines Islamunterrichts schlägt Evelyn Finger in der Zeit einen bekenntnisübergreifenden Religionsunterricht in den Schulen vor. Es ist heuchlerisch, den Völkermord an den Armeniern anzuerkennen, wenn man nicht auch den Völkermord an den Herero als solchen benennt, meint die taz.
Medienticker
02.06.2016 Aktualisiert: Digital Economy: Warum Amazon die Zukunft ist & Apple die Vergangenheit, weiß Mary Meeker - Sauerstoff-Doping für TV-App: Telefonicas O2 kooperiert mit TV Spielfilm live - Wer tötet die Massen-Medien? Google? Facebook?: Es ist Selbstmord!, sagt Jeff Jarvis - Lokaljournalistischer Bankrott: Braucht eigentlich noch irgendjemand Regionalzeitungen?, fragt Christian Jakubetz - Mediale Vielfalt: Digitales Lesen & Schreiben.
Bücherschau des Tages
02.06.2016 Die NZZ träumt mit Michelle Steinbecks Debütroman "Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch" vom Meer. Die SZ nimmt mit Lasha Bugadze den Literaturexpress. Die FAZ folgt den Spuren Wilhelm Tells nach Manila. Die FR lässt sich von Bilal Tanweer nach Karatschi entführen. Die Zeit applaudiert Super-Bruno.
Im Kino
02.06.2016 Ein entspanntes Treiben, bei dem trotzdem alle möglichen Lernprozesse mitlaufen, zeigt Richard Linklaters Achtzigerjahre-Collegekomödie "Everybody Wants Some!!". Neue Wege für das Genre des Umweltschutz-Dokumentarfilms erkundet "Tomorrow" von Cyril Dion und Mélanie Laurent.
Freitag, 03.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
03.06.2016 Mit der Berlin Biennale erfahren die absurden Gangways in Günter Behnischs Akademie der Künste endlich eine Bestimmung, freut sich der Tagesspiegel. Im Interview mit IndieWire erzählt Regisseur Brian de Palma, warum die Zusammenarbeit mit HBO ein Albtraum war. Die taz betrachtet in München schmächtige Jungskörper in Badehosen in Kenan Karacas Bühnenadaption einer Kurzgeschichte von David Foster Wallace. Europäer können keinen Jazz spielen, behauptet der Saxophonist Brandon Marsalis im Interview mit der NZZ.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.06.2016 Im Interview mit der Presse spricht Gilles Kepel über seinen Streit mit Olivier Roy, aber auch über die ökonomischen Aspekte des Islamismus in Frankreich. In der Revue des deux mondes erzählt Elisabeth Badinter, wie die Französische Revolution die Aufklärung verriet. In der NZZ begrüßt der norwegische Autor Kjartan Fløgstad die Flüchtlinge am nördlichsten Zipfel des Schengen-Raums. In der SZ lernen wir: Kein Parmesan ohne Inder. Und amerikanischen Journalismus machen die Inder laut taz inzwischen auch.
Medienticker
03.06.2016 Aktualisiert: Urheberrechtsreform: Kreative aller Länder, teilt euch - Zahlen, Daten, Fakten: Umsatzanteile von Selfpublishern - Schreibwettbewerb: Länder stoppen Amazon-Wettbewerb für Grundschulen - Pressefreiheit in der Ukraine: Oligarchen voll auf Sendung - Schieflage: Markworts Medienschelte in der Jungen Freiheit - Mehr als Ächz, Bumm & Würg: Journalisten mit Feder & Tusche - Erwin Berner über das schwieriger Erbe, ein Strittmatter zu sein + Nachruf: Muhammad Ali ist tot.
Bücherschau des Tages
03.06.2016 Die FAZ streift mit Norman Lewis durch Neapel im Jahre 1944. Fasziniert erkundet sie mit "Keplers Dämon" auch das Grenzgebiet zwischen Literatur und Wissenschaft. Die SZ kreist mit Francis Picabias dadaistischen Texten um die Avantgarden. Und die FR gratuliert Monika Maron zum 75. Geburtstag mit einem Loblied auf ihr "Krähengekrächz".
Tagtigall
03.06.2016 "Wann wird die Sonne in ihrer Schönheit wieder über ganz Afrika scheinen?" fragt der südafrkanische Dichter Wanga Gambushe. Noch stehen vor einer afrikanischen Renaissance Selbstzweifel, die Wunden der Apartheid und die Sünden der Väter. Die Elandantilope hört teilnahmsvoll zu. Eindrücke vom Poetry Lunch in Kapstadt.
Samstag, 04.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
04.06.2016 In der Welt sucht Jon Fosse nach einem Zustand des Schwebens. Die Jungle World fragt: Warum hasst die Linke Design? Die NZZ lässt sich vom Handwerk des indischen Architekturbüros Studio Mumbai inspirieren. Die taz hört das große Easy in den Songs von Jaakko Eino Kalevi. Nach einem ersten Rundgang über die Berlin-Biennale sind die Kritiker in Welt und taz deprimiert: alles ein großes Proseminar über die Gefahren der Virtuellen Realität.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.06.2016 In der taz zeigt Timothy Snyder, wie die nationalistische Geschichtspolitik der polnischen Regierung die Rolle Polens im Zweiten Weltkrieg eher schmälert. Achille Mbembe fragt sich in Libération, warum die Franzosen eine anale Fixierung auf das Kopftuch haben. Das Humboldt-Forum soll sich nicht als "ethnografisches" Museum verstehen, fordert die Museumshistorikerin Sharon MacDonald in der taz. Zwei Videos zeigen, warum Mahammad Ali als Angreifer und mehr noch als Verteidiger, der Größte war.
Bücherschau des Tages
04.06.2016 Die NZZ feiert Hector Abads von Peter Kultzen brillant übersetzten Roman "La Oculta" als neues Meisterwerk der kolumbianischen Literatur. Die FR blättert durch zwei Bildbände über die Atelierwohnungen von Beuys und Kiefer. Lob gibts in der NZZ auch für das Karacho von Hazem Ilmis Debütroman über eine islamistische Diktatur im Ägypten des Jahres 2084. Die taz lässt nichts auf Judith Hermanns Erzählungen kommen. Die Welt kniet vor Joseph O'Neills elegantem Roman "Der Hund".
Montag, 06.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
06.06.2016 Als immergültige Geschichte der Migration und des Familienuntergangs erlebt die Nachtkritik in Recklinghausen Viscontis "Rocco und seine Brüder". taz und SZ genehmigen sich einen Smoothie in der Kreativ-Lounge der Berlin-Biennale. Die FAZ besucht das Literaturfestival in Pristina. Die Zeit erlebt in Schaffhausen ein ganz normales Jazzfestival, nur ohne Testosteron-Östrogen-Front. Der Guardian fragt sich in Manchester, ob Städte ihre Zukunft noch planen können.
9punkt - Die Debattenrundschau
06.06.2016 In der SZ erzählt Najem Wali, wie er seinerzeit die Konversion Muhammad Alis zum Islam wahrnahm. Nein, Christopher Hitchens ist auf seinem Sterbebett nicht zum Christentum konvertiert, versichert sein Sohn Alexander im Guardian. Die Welt blickt auf den Historikerstreit zurück, der sich dreißig Jahre danach als eine sehr deutsche Debatte ausnimmt. Deprimiert verfolgt Andrew Hill in Medium die Leave- und Remain-Kampagnen, in denen er nur zwei Schattierungen des Euroskeptizismus erblickt.
Medienticker
06.06.2016 Dateiname LOG.TXT: Keylogger-Affäre in der taz - Fake-Bewertungen: Amazon verklagt eigene Verkäufer - Paulinchen, Friederich & Rainald: Rainald Grebe inszeniert den "Struwwelpeter" - Romane statt Dramen: Das Theater ruiniert sich selbst, meint Rolf Schneider - Marbach: Happy Birthday LiMo - 30 Jahre Historikerstreit + "I saw the best minds of my generation destroyed by madness ...": Allen Ginsberg zum 90.
Bücherschau des Tages
06.06.2016 Tolle Punchlines und den Rhythmus von South East London entdeckt die begeisterte SZ im Debüt der Rapperin Kate Tempest "Worauf Du dich verlassen kannst". Weltliteratur!, ruft die taz überwältigt von Yvonne Owuors kenianischer Familiensaga "Der Ort an dem die Reise endet". Die FAZ plädiert mit Peter Spahn für mehr Makroökonomie.
Bücherbrief
06.06.2016 Postreligiöses Erzählen aus Bulgarien, ein biografischer Roman über den spanischen Bürgerkrieg, rumänisches Kleinstadtleben, eine Geschichte der Violine - dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Juni.
Dienstag, 07.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
07.06.2016 Die SZ bescheidet dem von Unwettern gebeutelten Süden: Naturkatastrophen sind in Wahrheit architektonische Katastrophen in bevorzugter Hanglage. Der Standard erkundet Dummheit und Dekadenz in den Caprichos Francisco de Goyas. Spex feiert Die Heiterkeit, der es niemals einfiele, Alltagsmist roségold anzustreichen. Der Guardian fragt die Ghibli Studios: Können nicht eigentlich auch Frauen Fantasy?
Magazinrundschau
07.06.2016 Propublica lernt in Guatemala, warum man bei den Einwanderungsbehörden so gut verdient. Die Österreicher werden ganz gern parafeudal regiert, erklärt der Merkur. In La vie des idees erläutert der Sozialtheoretiker Marc Angenot die Vorzüge der Ideengeschichte. In Guernica beschreibt Magnum-Fotograf Stuart Franklin den verheerenden Einfluss des Kunstbetriebs auf den Fotojournalismus. The Nation betrachtet die letzten nicht kopierbaren Fotos. Aktualne feiert das tschechische Familienhaus "Typ V". Superreiche wollen keine Nachbarn, erzählt die New York Times.
9punkt - Die Debattenrundschau
07.06.2016 Nach der VG-Wort-Entscheidung versuchen nun auch die Buchverlage, ein Leistungsschutzrecht durchzusetzen - Börsenvereinsjustiziar Christian Sprang hofft im Börsenblatt auf EU-Kommissar Günther Oettinger. Die NZZ fürchtet den globalen "Digital Divide". Jacob Appelbaum wehrt sich auf Twitter sehr entschieden gegen Vorwürfe sexuellen Missbrauchs. In der NZZ spricht Jean Hatzfeld über das Grauen in Ruanda. Das AfD-Programm widerspricht dem Grundgesetz, meint Verfassungsrechtler Joachim Wieland in der taz. Und der New Yorker fragt: Warum lieben Evangelikale tote Atheisten?
Medienticker
07.06.2016 Tarifvertrag: DJV ruft Zeitungsjournalisten zum Streik auf - Berlin Verlag: Massenentlassungen während der Verhandlungen - Schwere Geschütze: "Recherche-Verbünde sind Beute-Syndikate", meint Peter Ramsauer (CSU) - Bot in meiner Timeline: Prosa von Social-Media-Robotern - Overblocking und -filterung: Europarat warnt vor zunehmender Internetzensur - Errata: Hanns Zischler über schöne Fehler & Plagiate + Nachruf: Peter Shaffer ist tot.
Bücherschau des Tages
07.06.2016 Einfach hingerissen ist die FR von Julia Kissinas Roman "Elephantinas Moskauer Jahre", in dem die junge Heldin ihre Jugend bestens mit Liebe und Lyrik verschwendet. Die NZZ atmet euphorisch die dünne Luft in den reflexiven Höhen von Tom McCarthys Roman "Satin Island". Die SZ rühmt die intensiven Sprachbewegungen in Jon Fosses Gedichten "Diese unerklärliche Stille". Und die FAZ empfiehlt nachdrücklich, Graham Greenes "Dritten Mann" zu lesen.
Mittwoch, 08.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
08.06.2016 Die FR bewundert die Felsbildmalerei von Chauvet, Altamira und Simbabwe. Der Standard bewundert die Erzählkunst des Comic-Autors Frédéric Pajak. Der Guardian lässt sich von Bjarke Ingels Serpentine Pavillon verschlingen. Die NZZ spielt 15 Stunden "Uncharted 4". Und die taz jubelt über den grandiosen Krach des japanischen Fluxus-Quartetts Marginal Consort.
9punkt - Die Debattenrundschau
08.06.2016 Der HPD hat eine überraschende Meldung: In Berlin sind selbst die Katholiken und Protestanten mehrheitlich nicht religiös. Mit Ausnahme der taz, der fast nur Pastoren und gläubige Menschen für das Amt der Bundespräsidentin einfallen. Brendan Simms fürchtet in der Basler Zeitung, dass die EU einen Brexit nicht verkraftet. In der Welt ärgert sich Arianna Huffington über amerikanische Medien, die Donald Trump mit Glacéhandschuhen anfassen.
Medienticker
08.06.2016 Schweizer Medienhäuser: Kurs in Kapitalismus - Ulrich Wickert über die Selbstzensur der Journalisten - Literatur als Big Data: Computer lesen Zehntausende Bücher gleichzeitig - Überrepräsentiert? Medien und die AfD & Was ist Populismus? - Inventarisierung der Macht: Der visuelle Chronist Arwed Messmer & die deutsche Geschichte + Autorenfotos: Zum Fremdschämen & manchmal genial.
Bücherschau des Tages
08.06.2016 Die FAZ reist mit einem spitzbübischen Dennis Gastmann durch unentdeckte Länder. Die NZZ bekommt eine verstörende Lektion über das Gleichgewicht des Hasses in Howard Jacobsons Roman "J". Die SZ lässt sich vom belgischen Comicautor Simon Spruyt ins Fin-de-Siecle-Preußen entführen und erlebt mit Bachtyar Alis Roman "Der letzte Granatapfel" eine albtraumhafte Odyssee durch die jüngere kurdische Geschichte.
Im Kino
08.06.2016 Zwei Filme des Festivals "Unknown Pleasures #8": Frederic Wisemans "In Jackson Heights" ist keine bebilderte Sozialtheorie, sondern ein Nachdenken über Gesellschaft mit filmischen Mitteln. Patrick Wang gelingt mit seinem Indiedrama "The Grief of Others" ein großer Wurf.
Donnerstag, 09.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
09.06.2016 Die taz bewundert die Ruhrpottfotos von Erich Grisar. Chinas Künstler müssen sich vor wütenden Wanderarbeitern, boshaften Dorffunktionären und großen Muttis fürchten, erklärt uns die NZZ. Die SZ wünscht sich mehr Internet im Theater. Wie die digitalen Techniken inzwischen das Kino verändern, erklärt die NZZ, die auch den Einfluss des Kinos auf die Mode untersucht.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.06.2016 In der Zeit sagen britische Historiker von rechts und links, warum sie die EU verlassen wollen. Pankaj Mishra rät den Briten, zunächst mal den Verlust des Empire zu verkraften. Politico.eu berichtet, dass Frankreich im Fall eines Brexit für eine sehr harte Haltung gegenüber den Briten ist. In der taz erklärt der Historiker Robert O. Paxton, warum Donald Trump kein Faschist ist. Recode.net verzeichnet mit Erstaunen die Krise der App-Industrie. Die neuesten Apps sind sowieso zum Schlucken, weiß Sascha Lobo bei Spiegel online. Und wie wär's mit Philosophie statt Religion in den Schulen?, fragt Philosophieprofessor Markus Tiedemann in der Zeit.
Medienticker
09.06.2016 IVW-Zahlen: News-Top 50 & im Mai 2,4 Mrd. mobile Visits - Aufklärung oder Animationsarbeit? Zur Deformation des Journalismus - Kraus 2.0: Wäre Karl Kraus heute wirklich Blogger? - Peter Handkes "Publikumsbeschimpfung": Claus Peymann erinnert sich an die Uraufführung vor 50 Jahren - 49 Fragen an Stefanie Sargnagel über die Literaturwelt - Als das Deutsch erfunden wurde: Bruno Preisendörfers Reise in die Luther-Zeit.
Bücherschau des Tages
09.06.2016 Die FAZ verfällt Joachim Kalkas Essay über Mensch und Mond in der Literatur. Die NZZ wittert das Feuer unter der Kühle der Journalistin Francoise Giroud. Die SZ liest mit Miriam Toews' "Das gläserne Klavier" einen amüsanten Roman über den Tod. Die Zeit blättert angeregt durch die Tagebücher des Hamburger Juristen Ferdinand Beneke im Vormärz.
Freitag, 10.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
10.06.2016 Die taz gräbt sich mit den Maulwürfen von Autreche durch die Soundgeschichte des Elektro. Die SZ feiert die große Hannah-Höch-Ausstellung in Mannheim. Der NZZ eröffnen sich bei der Manifesta 11 neue Perspektiven auf den Wert der Arbeit und den weiblichen Orgasmus. Die FAZ blickt mit gemischten Gefühlen auf die Musiktheaterbiennale in München.
9punkt - Die Debattenrundschau
10.06.2016 The Atlantic hat ein Video mit Christopher Hitchens gefunden, der prophezeite, dass man ihm einst eine Sterbebett-Konversion nachsagen würde, und siehe, so geschah es. Die SZ befasst sich mit islamischer Theologie, die an deutschen Unis einen regelrechten Boom erlebt. Die FAZ staunt sehr über den Preis der Fußball-TV-Rechte, der um 85 Prozent gestiegen ist. Der Tagesspiegel schildert die explosive Geschichtspolitik in Kroatien. In der taz sehnt sich Daniel Cohn-Bendit nach der "Black-blanc-beur"-Euphorie der Fußball-WM von 1998.
Medienticker
10.06.2016 Aktualisiert: Content Marketing: Sargnagel des Journalismus - Bertelsmann: Strategie für die nächsten Jahre - VG Wort: Verlage ohne Fairness zu Autoren - China: Deutsche Kinderbücher gefragt - Online-Assistent Doliio: Zu klug, um wahr zu sein - Literatur eines Résistance-Kämpfers: Vercors alias Jean Bruller - Poesiefestival Berlin: Charles Simic & sein Gedicht "Über mich" - Amerika erntet, was es gesät hat, meint Neil Young.
Bücherschau des Tages
10.06.2016 Die FAZ träumt mit Christian Adam vom "Jahre Null" und bringt ein wenig Ordnung in die Nachkriegsliteratur. Die FR liest derweil begeistert die "gottverdammten Träume" von Richard Russo.
Die SZ lauscht gebannt den Anekdoten über musikalische und sexuelle Erweckung von Punk-Gitarristin Viv Albertine. Und in Jessie Hartlands Graphic Novel schmunzelt sie über die Macken von "His Steveness".
Samstag, 11.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
11.06.2016 Die Feuilletons haben sich auf der Manifesta 11 in Zürich umgesehen: Der taz sind die Künstler zu traditionell, die Welt vermisst das Geheimnis. Tate-Modern Leiterin Francis Morris fordert in der FAZ ihre Kunsthistoriker-Kollegen auf, Vorurteile gegenüber schwarzer Kunst abzubauen. artechock schaut mit dem libanesischen Filmemacher Samer Ghorayeb in die verlassenen Häuser Beiruts. In der Welt lernt Karl Ove Knausgard Individualität bei James Joyce. Und in der taz weiß Stephan Wackwitz, weshalb sich historische Familienromane in Deutschland häufen.
9punkt - Die Debattenrundschau
11.06.2016 In der FR erklärt Gilles Kepel, warum der Dschihad gerade in Frankreich und auf Arabisch geführt wird. In der taz erklärt der Schriftsteller Hector Abad, warum er optimistisch sein muss, wenn es um den Frieden in Kolumbien geht. In der FAZ bekommt WDR-Reporter Hajo Seppelt Besuch vom russischen Staatsfernsehen. Der Guardian und die Welt fragen: Was ist schlimmer: Brexit oder Trump?
Bücherschau des Tages
11.06.2016 Die FAZ schwelgt im Briefwechsel zwischen Gottfried Benn und Friedrich Wilhelm Oelze und erfährt, dass Letzterer sich hinter seinem Idol nicht verstecken musste. Außerdem stöbert sie mit Christian Rudder in den Daten von Datingportalen und entdeckt mehr als ihr lieb ist. Roman? Metaroman? Egal: Meisterwerk!, jubelt die SZ nach der Lektüre von Tom McCarthys "Satin Island". Die NZZ reist mit Patrick Deville durch Indochina. Und die Welt lernt bei Joze Pirjevec alles über Tito.
Montag, 13.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
13.06.2016 In der FAZ erlebt Najem Wali einen Literaturworkshop für Frauen in Basra als eine Welt gellend vor Freude und Freiheit. Die taz geht mit der Künstlerin Gülsün Karamustafa lieber doch nicht ins Hamam. Die SZ erlebt bei einer "Pique Dame" in Amsterdam einen extra schwarzen Sieg der Vernunft. Die Welt betrachtet noch einmal die Bilder von der Berliner Mauer. In der Berliner Zeitung erinnert Wolfgang Müller an das Berliner Nachtleben der achtziger Jahre am Kotti. Im Standard fragt Tex Rubinowitz, warum die Briten eigentlich immer so schreien.
9punkt - Die Debattenrundschau
13.06.2016 Das ging nicht einfach gegen Homosexuelle, meint die New York Times nach dem Attentat auf eine Schwulenbar in Orlando, das ging gegen alle Menschen, die sich den religiösen Fanatikern nicht unterwerfen wollen. Die FAZ plädiert für eine Dreistaatenlösung auf deutschen Straßen. Die Welt analysiert die Rhetorik der AfD. Keine Polizei ist auch keine Lösung, erkennt die taz angesichts der Missbrauchsvorwürfe gegen Jacob Appelbaum.
Medienticker
13.06.2016 Der Bezos-Effekt: Was Zeitungen von Amazon-Boss Chef lernen können - Leitartikler: Harald Martenstein übernimmt den Tagesspiegel - Versuch eines Ausblicks: Online-Handel im Jahr 2026 - Türkei: Autoren leben in einem Klima der Angst - Originalversion: Hans Falladas "Kleiner Mann - was nun" + Raymond Queneau: Weltliteratur aus dem Schuhkarton.
Bücherschau des Tages
13.06.2016 Kaum erträglich findet die SZ den Einblick, den der Militärfotograf mit Decknamen Caesar in den syrischen Folterstaat gewährt. Von Ulrike Guérot lernt sie von der Republik Europa zu träumen. Die Welt blickt mit Annett Gröschner und Arwed Messmer noch einmal auf die Berliner Mauer. Die FAZ liest Krimis, darunter Gianrico Carofiglios politische Romanintervention "Eine Frage der Würde" und Eric Amblers neuaufgelegten Klassiker "Die Maske des Dimitrios".
Dienstag, 14.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
14.06.2016 Der Standard blickt von außen auf die Grenzen Europas. Tagesspiegel und taz kommen ganz verzaubert aus einer märchenhaften "Cendrillon"-Inszenierung an der Komischen Oper in Berlin. Die NZZ liest Ali Smith. Der Guardian lernt mit Herzog und de Meuron den Betonbunker zu lieben. Critic.de sucht das subversive Moment von Kommissar X.
9punkt - Die Debattenrundschau
14.06.2016 Die Diskussion um das Attentat von Orlando ist auch eine um Benennungen: Warum haben deutsche Politiker nicht ausdrücklich Schwule und Lesben als Opfer benannt? Warum schweigt Trump über die Waffengesetze? Warum erwähnt Obama den islamistischen Hintergrund nicht? Und warum gibt's bei der Fußball-EM keine Schweigeminute?, fragen Medien und Blogs. Außerdem: Irights.info beleuchtet den inkonsistenten Umgang von Museen mit Abbildungen rechtefreier Werke. Die NZZ fragt: Wem gebührt das "Geistige Eigentum" an Werken der Künstlichen Intelligenz?
Magazinrundschau
14.06.2016 Der New Yorker reist in die Welt der Mikroben, für die wir nur ein Jucken sind. Die LRB reist zu den großzügig subventionierten Landsitzen der englischen Aristokratie. Film Comment stellt sich den englischen Machos in den Filmen Alan Clarkes. In Elet es Irodalom erklärt Péter Esterházy, warum Zitieren keine Trägheit ist. Village Voice erzählt die Geschichte zweier amerikanischer Anarchisten auf dem Weg ins kurdisch-syrische Rojava.
Medienticker
14.06.2016 Aktualisiet: Politik & Medien: Über die Hybris der Journalisten - Polen: Großes Mediengesetz verschoben - Buchhandel: Mai-Umsatz blieb unter dem des Vorjahres - Fußball: So schön wie diese Bücher kann die EM gar nicht sein - Herta Müller: Vom Vorleben der Wörter und Bilder - Rezeptionsästhetik: Ottmar Ette & Hannelore Schlaffer über den Fall Jauss + Banal oder radikal: Wie können wir das Böse denken?
Bücherschau des Tages
14.06.2016 Die taz lernt von Gabriela Burkhalter, dass auch auf dem Spielplatz die Selbstbestimmung dem Sicherheitsbedürfnis weichen musste. Die FAZ liest Oscar Martinez' hervorragende, aber deprimierende Lateinamerika-Reportagen "Geschichte der Gewalt". Die Welt ahnt mit Michael D'Antonio, dass die "Wahrheit über Donald Trump" erschütternd naheliegend ist. Und die NZZ reist mit Ali Smith durch die Jahrhunderte und kommt dem Unfasslichen des Lebens auf die Spur.
Mittwoch, 15.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
15.06.2016 Nationale Identität und Geschichtsschreibung stehen im Mittelpunkt auch von Theatermachern in Seoul, Singapur, Tokio und Bangkok, lernt die taz beim Braunschweiger Festival Theaterformen. Schauspielen hat nichts mit Zuständen zu tun, erklärt der Schauspieler Nicholas Ofczarek in der NZZ. Die SZ besucht eine Stoffmanufaktur für afrikanische Muster in den Niederlanden. Im Tagesspiegel staunt Charles Simic über die explodierende Lyrikszene in den USA. Und: Claude Brasseur, Anna Karina und Sami Frey tanzen den Madison.
9punkt - Die Debattenrundschau
15.06.2016 Schwulenhass junger Männer kommt nicht selten aus uneingestandener Homosexualität, meint Jan Feddersen in der taz. Im Standard macht sich Philosoph Franco Berardi über nihilistische Verzweiflungstäter der Gegenwart Gedanken. Der Krieg zwischen Gawker und Peter Thiel geht laut Gawker weiter: Diesmal rauft man sich Donald Trumps Haar. Und die FAZ freut sich mit ARD und ZDF und siebzehn Auszubildenden bei der GEZ: "Auf exakt 8.131.285.001,97 Euro belaufen sich die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag im Jahr 2015."
Medienticker
15.06.2016 Aktualisiert: Innovationen?: eBook-Markt - quo vadis? - Gibt es bei uns Zensur? Aufhebung des Index vor 50 Jahren - Wo Jupiter Kaninchen hütet: Über Gedichte & ihre Kritik - Hermann Kant zum 90.: Der Gegen-Grass, der auf der Straßenbahnlinie 46 zum Schriftsteller wurde - Eine heikle Abmachung: Howard Jacobsons Shylock - Die Erfolgsgeschichte der Elena Ferrante + Richard Ford erhält den Prinzessin-von-Asturien-Preis.
Bücherschau des Tages
15.06.2016 Jede Menge Tempo und Witz bescheinigt die FAZ Yelena Akhtiorskayas "Der Sommer mit Pasha", ein Roman um einen soziophoben Odessiten in New York. Die taz singt mit Nick Cave den Sick Bag Song. Die Welt beugt sich über die Leiche eines von Dominique Manotti ermordeten Industriellen. Die FR bewundert die kraftvolle Prosa von Stefan Schütz. Die NZZ versinkt in Felix Philipp Ingolds Kulturgeschichte des russischen Duells.
Donnerstag, 16.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
16.06.2016 "Zur Hölle mit der Hymne!", ruft aus der FAZ Per Leo den deutschen Fußballern zu. Die SZ porträtiert den palästinensischen Produzenten Khalil al-Mozayen, der gegen den Widerstand der Hamas ein Filmfestival in Gaza organisiert. Der Freitag entdeckt in den Fotografien Mohamed Bourouissas die Schönheit der Banlieue. Auf Begeisterung stößt Keiichi Haras Animationsfilm "Miss Hokusai", der die Kritiker in eine Welt der Sinne stürzen ließ. Und die NZZ taucht mit den Ama-San nach den Früchten des Meeres.
9punkt - Die Debattenrundschau
16.06.2016 Auch der britischen Kulturwelt würde ein Brexit schaden, meint Kurator Chris Dercon bei sueddeutsche.de. Netzpolitik und Atlantic zitieren neue Studien, die den immer größeren Einfluss der mobilen Internetnutzung der sozialen Medien belegen. Facebook nimmt in den USA bald so viel mit Werbung ein wie die GEZ in Deutschland durch Eintreiben von Gebühren - das lohnt sich, erfährt die FAZ bei einem Besuch. Patienten, die ihr Leiden beenden wollen, bleibt nach der Verschärfung des Paragrafen 217 des Strafgesetzbuchs immerhin noch der FVNF, hat die taz herausgefunden.
Medienticker
16.06.2016 Aktualisiert: Berichterstattung: Die Medien & die Populisten - Medienverschwörung: Hans-Ulrich Jörges über Meinungsmache - Rechtspopulismus: "Die sogenannte Mitte ist ein unlogischer Ort", sagt der Soziologe Armin Nassehi - Studie: Nachrichtennutzung geht zurück - Digital News Report: Nutzer knausern weiter + Last but not least: Bloomsday!
Bücherschau des Tages
16.06.2016 Die FAZ saust mit Szczepan Twardochs Roman "Drach" vor und zurück durch die Geschichte Schlesiens. Die NZZ wirft mit Joanna Bators Roman "Dunkel, fast Nacht" einen Blick ins Kaczynski-Polen. Die Zeit liest Gedichte von Ann Cotten. Die FR blickt mit viel Sympathie auf Denise Minas schlagfertige Polizeireporterin Paddy Meehan.
Im Kino
16.06.2016 Der Animationsfilm "Miss Hokusai" von Keiichi Hara ist kein Film über den Schatten der Väter, sondern einer über die Freiheit des Lebens. Paul Thomas Andersons "Junun" lässt dem kollektiven Spieltrieb freien Lauf.
Freitag, 17.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
17.06.2016 Die Briten verstehen es, ihre Museen zu viel geliebten öffentlichen Plätzen zu machen, schwärmt die Welt vor der erweiterten Tate Modern. Leider ist die Sammlung im Innern ein politisch korrektes Unglück, meint die FAZ. Die SZ lässt sich von der Filmregisseurin Uisenma Borchu verführen. Das tell Magazin unterzieht Shumona Sinhas Roman "Erschlagt die Armen" einem Page-99-Test. Die NZZ bewundert neue Wolkenkratzer.
9punkt - Die Debattenrundschau
17.06.2016 Der Mord an der Labour-Abgeordneten Jo Cox, die sich für Flüchtlinge einsetzte, steht symbolisch für einen Moment, in dem die Brexit-Kampagne vollends fremdenfeindliche Züge annahm, meinen Spectator und Guardian. In der NZZ erklärt Boualem Sansal, warum er eine islamistische Diktatur fürchtet, in der Welt kritisiert Marko Martin die Islamkritik. Laut heise.de machen Medien Druck auf die Politik, um Adblocker zu verbieten. Der Tages-Anzeiger fragt: Was verdienen denn die Fürsten in den Kulturinstitutionen so?
Medienticker
17.06.2016 Aktualisiert: Mageres Jahr: Gewinneinbruch beim Spiegel - Tageszeitungen: Welt-Zeitungsverband sieht Deutschland als stabilen Markt - Apps: Die Washington Post erstellt alternative Artikelformate - Neueste AGOF-Daten: Gewinner, Verlierer & die Rankings - Springer AG: Zweckpessimismus treibt Mathias Döpfner an - Theater-Nachtkritiken aus Berlin, Braunschweig & Mülheim + Emojis: Kulturgut oder Verdummung?
Bücherschau des Tages
17.06.2016 Die FAZ liest begeistert Dieter Manns autobiografische Gespräche zum 75. Die FR reist mit der frühen Hilary Mantel in die Enge der Siebziger und gruselt sich vor Gespenstern. Wenn die Zukunft so poetisch ist wie in Boualem Sansals "2084", gibt es nichts zu befürchten, glaubt die NZZ. Die SZ lauscht in Anthony Marras "Letztem Lied einer vergangenen Welt" Flüsterwitzen. Und die Welt liest erstmals die Originalfassung von Hans Falladas "Kleiner Mann - was nun?".
Fotolot
17.06.2016 Der Katalog zur Provoke-Ausstellung gibt einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der japanischen Fotografie und zugleich der japanischen Studentenbewegung. Auch Provoke war Fotografie in Bewegung - aber ohne Politik.
Samstag, 18.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
18.06.2016 Auf der Manifesta erinnert Teresa Margolles an die in Ciudad erschlagene transsexuelle Prostituierte Karla. In Berlin will das Zentrum für politische Schönheit Flüchtlinge den Tigern vorwerfen. Die Serie "Orange Is The New Black" lügt nicht: Auch im Gefängnis ist sexuelle Gewalt gegen Frauen üblich, lernt das Mic Magazin. Mehr Respekt für Rudolf Borchardt und eine Veröffentlichung seines kürzlich entdeckten freizügigen Romans, fordert in der FAZ Gerhard Schuster vom Rudolf Borchardt Archiv. Die Welt erinnert an den stürmischen Gespenstersommer von 1816.
9punkt - Die Debattenrundschau
18.06.2016 Im Guardian erklärt der Mann von Jo Cox, Brendan Cox, wie er die Arbeit seiner Frau fortsetzen will: mit eine internationalen Netzwerk gegen den Rechtspopulismus. In der SZ polemisiert A.L. Kennedy scharf gegen die Brexit-Eliten, aber auch die Medien. Die Trump-Anhänger denken nicht politisch, sie sind nur auf den Mann fixiert, meint Dave Eggers im Guardian. Die New York Times bringt eine faszinierende Handybild- und -videoreportage über Syrien. Warum gedenken die Deutschen der jüdischen, aber nicht der sowjetischen Opfer des Nationalsozialismus, fragt die taz.
Bücherschau des Tages
18.06.2016 Als literarische Sensation begrüßt die FAZ die Entdeckung von Mordechai Striglers Bericht aus den Konzentrationslagern - "Majdanek" widerlege überdies den Mythos vom Schweigen der Überlebenden. Dir FR begibt sich Joseph McVeigh in "Ingeborg Bachmanns Wien". Die SZ liest David Garnetts Klassiker "Dame zu Fuchs" vor dem Hintergrund der Brexit-Debatte nochmal ganz neu. Und auch die Literarische Welt befasst sich mit Britannien.
Montag, 20.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
20.06.2016 Die Welt feiert in Zürich die heitersten und bösesten Triumphe des Francis Picabia. Die Presse erzählt von der unverhüllten Liebe der Wiener Maler zur Fotografie. Die FAZ entdeckt Schichten der Brutalität in der Fondaco dei Tedeschi in Venedig. Die NZZ fragt, was die ungarische Regierung im Burgviertel von Buda plant. Rodrigo Garcias Berliner Inszenierung der "Entführung aus dem Serail" stößt auf allgemeines Haareraufen.
9punkt - Die Debattenrundschau
20.06.2016 Geradezu verzweifelt klingt Nick Cohen im Guardian: "Die englische Luft stinkt so faul, wie ich es seit meiner Kindheit nicht erlebt habe." Auch in Spanien könnten in dieser Woche EU-Kritiker an die Regierung gewählt werden, bemerkt politico.eu. Laut Economist fragt sich Tim Berners-Lee: Was wird aus dem Internet, wenn Googles eigene Seiten 40 Prozent des Traffics einkassieren? Der britische Autor Paul Mason hofft in der FR trotzdem, dass die Informationstechnologie dem Kapitalismus den Garaus macht.
Medienticker
20.06.2016 Journalismus von morgen: Adrian Lobe über den Verkauf der Los Angeles Times & Chicago Tribune - Silent News: Nachrichten zwischen Facebook & Fernsehen - Twitter: Erst Leser machen Nachrichten relevant - Interview: Richard Ford über die Lage seines Landes - Gesprächsversuch: Reporter & Lügenpresse-Kritiker + Talkshows: Lutz Hachmeister über planwirtschaftliches Fernsehen.
Bücherschau des Tages
20.06.2016 Mit großer Begeisterung hört die FAZ Montaignes Essays, denen Bodo Primus noch einmal besondere Solidität und Autorität verleiht. Auch wie sich Bastian Ronge für Adam Smith ins Zeug legt, gefällt ihr gut. Castro und Tito bleiben weiterhin die beliebtesten Diktatoren des 20. Jahrhunderts, stellt die SZ fest, da kann Erdogan noch lange nicht mithalten.
Essay
20.06.2016 Berühmte Künstler wie Olafur Eliasson, Ai Weiwei oder das "Zentrum für Politische Schönheit" machen den Zuschauern verschiedene, nach Intensität gestaffelte Angebote, auf dem Rücken der Flüchtlinge ihre Seelen zu bereichern und ihre "Großgesinntheit" unter Beweis zu stellen. Einwand gegen eine Ästhetik des guten Gewissens.
Dienstag, 21.06.2016
Magazinrundschau
21.06.2016 Im Merkur singt Hannelore Schlaffer ein Loblied auf den "guten Nazideutschen", den Romanisten und SS-Hauptsturmführer Hans Robert Jauß. Brooklyn Rail erklärt, was Diane Arbus mit August Sander gemeinsam hat. Wenn Hillary Clinton endlich gegen Trump antreten kann, werden die Leute sie auch mögen, meint das New York Magazine. Die Zeit sucht nach Geisterschiffen im japanischen Ostmeer.
Efeu - Die Kulturrundschau
21.06.2016 In einem offenen Brief protestiert die Belegschaft der Volksbühne gegen ihre unfreundliche Übernahme durch Chris Dercon. Politik und Theater erleben FR und FAZ auf der Bundeserpressungskonferenz des Zentrums für politische Schönheit. Im Perlentaucher erhebt Wolfgang Ullrich Einwände gegen die Kunst des guten Gewissens. Die NZZ spaziert mit Random International trocken durch den Regen und geht vor den Koloraturen Pretty Yendes in die Knie.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.06.2016 In der taz erklärt der Kapitalismukritiker Paul Mason, warum er im Grunde für den Brexit ist. Der Guardian spricht sich dagegen offiziell gegen den Brexit aus. Wiederum in der taz beklagt der Podemos-Politiker Miguel Urbán Crespo den Putsch der EU in Griechenland. Fassungslos blickt die Welt auf AfD-Politiker, die die "Protokolle der Weisen von Zion" für echt halten. Nix zu machen: An Facebook kommen die Medien nicht vorbei, meint Wolfgang Blau im Wiener Kurier. Vorher lassen sie aber in Deutschland noch die Adblocker verbieten, so Netzpolitik.
Medienticker
21.06.2016 Aktualisiert: Benoîte Groult ist tot - News-Quelle: Je jünger die Nutzer desto wichtiger sind Online & Social Media - Digitaler Paradigmenwechsel: Sprechende Benutzeroberflächen - Inszenierungsmaschine: Terror im Livestream - Online-Handel: Vier Mythen, die einfach falsch sind - Interview: Harry Kupfer fällt ohne Musik nix ein + Zum Tod eines großen Unentdeckten: Nachrufe auf Wolfgang Welt.
Bücherschau des Tages
21.06.2016 Sehr kunstvoll findet die FR, wie Hildegard Baumgart mit "Bettine und Achim von Arnim" die Geschichte einer ungewöhnlichen Ehe erzählt. In höchsten Tönen lobt die FAZ Efrat Gal-Eds Biografie des jiddischen Dichters Itzik Manger. Die NZZ lässt sich verzaubern von den schwermütigen Riesen in Judith Hermanns Erzählungen "Lettipark". Die SZ bewundert die hyperrealistischen Amerika-Inszenierungen des Fotografen Matt Henry.
Vom Nachttisch geräumt
21.06.2016 Über Heldensoprane, Donald Trump und die Mafia, die Iwein-Fresken in Südtirol, Fußballtaktiken und das Jahr 1946.
Mittwoch, 22.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
22.06.2016 Im Tagesspiegel erklärt Regisseur Herbert Fritsch, dass es der Volksbühne nicht darum geht, Chris Dercon wegzumobben, sondern das Haus zu erhalten. Claus Peymann rät, den Mann einfach auszuzahlen. Guardian und Open Culture feiern die Pionierinnen der elektronischen Musik, deren Kompositionen schon von der Nasa ins All gesendet wurden, um die Außerirdischen zu besänftigen. Und zum Achtzigsten darf Kris Kristoffersen noch einmal mit Isabelle Huppert Walzer tanzen.
9punkt - Die Debattenrundschau
22.06.2016 Gut, dass die Franzosen nicht über die EU abstimmen, sie sind noch kritischer als die Briten, lernt Politico. Dass der Brexit so populär ist, spricht auch für eine Krise der politischen Repräsentation, meinen Kenan Malik und Robert Harris. Die NZZ sorgt sich um die drohende Überalterung Japans und Chinas. Die taz bringt ein Dossier zum Beginn des deutsch-sowjetischen Krieges heute vor 75 Jahren.
Medienticker
22.06.2016 Zukunftsfähig: Jahresbericht des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels - E-Book-Preisabsprachen: Apple muss 400 Millionen Dollar zahlen - Fünf Thesen zur Zukunft gedruckter Werbung - Alice Schwarzer über Benoîte Groult: "Freie Denkerin & konsequente Feministin" - Schreibprogramm "Don't Worry Be Happy": Zur guten Laune gezwungen + Prekäre Jazz-Szene: Für eine Pizza als Gage.
Bücherschau des Tages
22.06.2016 Die SZ begibt sich mit Robert McFarlane begeistert auf alte, seit der Antike benutzte Wege. Die FR liest zwei neue Kissinger-Biografien. Die NZZ wünscht sich das Tagebuch des Pazifisten Romain Rolland als Pflichtlektüre in die Schulen. Die SZ empfiehlt allen Schülern, die sich im Lateinunterricht mit Caesar abplagen, einen Blick in Markus Schauers Geschichte des Gallischen Kriegs: Da versteht man plötzlich was.
Im Kino
22.06.2016 "Bastille Day" von James Watkins ist ein überzeugender Actionfilm mit dezidiert linker Agenda und einem coolen Hauptdarsteller, Idris Elba. Claudia von Alemann porträtiert in "Die Frau mit der Kamera" eine Freundin und Mitstreiterin: die 1996 verstorbene Fotografin Abisag Tüllmann.
Donnerstag, 23.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
23.06.2016 Im Streit um die Volksbühne fragt die Zeit: Ist sie nicht schon längst Teil der Eventkultur, die sie beklagt? Die Filmkritiker amüsieren sich mit Yorgos Lanthimos' absurdem Liebesfilm "The Lobster". Warum Sony Deutschland solche Filme nur ins Kino bringt, wenn es dazu gezwungen wird, versteht die taz einfach nicht. Fader prophezeit mit dem französischen Duo PNL eine neue Ära des Rap. In der FAZ liest Stephan Wackwitz noch einmal die Essays von Wilhelm Lehmann.
9punkt - Die Debattenrundschau
23.06.2016 Heute ist der Tag der Brexit-Abstimmung. Die ersten Ergebnisse kommen von den Isles of Scilly, weiß politico.eu. Der 7. Marquis von Salisbury erklärt in der Welt, warum er sich des Ancien Régime der EU dringend entledigen möchte. Emily Bell sieht in der CJR die sozialen Medien inzwischen als die klar dominierende Spezies in einem neuen Ökosystem - die Medien sind nur noch die Info-Lieferanten. Warum haben so viele ein Problem mit der "grünen" Gentechnik, während sie die Errungenschaften der "roten" Gentechnik begeistert begrüßen?, fragt Thea Dorn in der Zeit.
Medienticker
23.06.2016 Zeitungsverkäufe in den 50 größten deutschen Städten - Zurück ins Lokale: Ernüchterung bei lokalen Online-Zeitungen - Werbegeschäft der Zeitschriften: Vorwärts immer, aufwärts nimmer - Studie I: Kinder und Jugendliche lesen mehr - Studie II: Immer mehr zahlen für Online-Journalismus - Pioniere des Comic: Avantgarde für ein Millionenpublikum + Die Beat Generation: Natur, Sex, Freiheit, Drogen & Jazz.
Bücherschau des Tages
23.06.2016 Die FAZ liest vergnügt zwei Romane über den Angestellten - bei Peter Stamm verschwindet er und hinterlässt selbst in seiner Ehe kaum eine Lücke. Bei Jonas Karlsson driftet er von der Überangepasstheit langsam in den Wahn. Aber auch das Leben als Hausmann in Minden ist kein Zuckerschlecken, lernt die SZ von Andreas Mand, den sie die Stimme seiner Zeit nennt. Die NZZ liest bei Ottmar Ette wie der renommierte Romanist Hans Robert Jauss seinen Werdegang literarisierte, bis seine SS-Vergangenheit völlig verschwunden war.
Redaktionsblog - Im Ententeich
23.06.2016
Mayumi Lake, Poo-Chi (Puffy Pink Porn), 2000
In den Rechtsabteilungen der großen Online-Buchhändler müsste derzeit mit Hochdruck an Schadensbegrenzung gearbeitet werden. Auch diverse Fotobuchverlage, Galerien, Rezensionsorgane, Kunstbuchhändler und nicht zuletzt Künstler sollten sich wappnen: Ihnen allen dürften in absehbarer Zeit Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmungen und Gerichtsprozesse ins Haus stehen.
Freitag, 24.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
24.06.2016 An der Volksbühne präsentiert Herbert Fritsch die "Apokalypse" als langen, bösen Witz. Hat sich Michel Houellebecq in die Gemütlichkeit verabschiedet, fragt der Tagesspiegel vor den Fotos des Autors. Nie war der Literaturbetrieb so kommerzialisiert, ruft in der NZZ Leopold Federmair. Die Kunstavantgarden des 20. Jahrhunderts waren nicht Maler, sondern Comic-Künstler, lernen wir in der Frankfurter Schirn.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.06.2016 Ein gespaltenes Land spaltet Europa. Es ist eine soziale Spaltung, schreibt der Guardian: Es sind traditionelle Labour-Wähler, die den Ausschlag für das Brexit-Votum gaben. Und es sind die älteren Wähler, die den Ausschlag gaben, sagt der Telegraph-Redakteur Ben Riley-Smith: Denn die Jungen wählten zu 75 Prozent Remain. Und es könnte zu weiteren Spaltungen kommen, etwa zu einem nordirischen Referendum für ein Vereinigtes Irland. Und doch ist das Votum für Brexit auch Ausdruck eine weltweiten Symptomatik, schreibt Daniel Vernet in Salte.fr - denn in allen Ländern gibt es jene, die sich als "Ausgeschlossene der Globalisierung" fühlen.
Medienticker
24.06.2016 Aktualisiert: Carolin Emcke erhält Friedenspreis des Buchhandels - Perspective Daily: Dem hohen Anspruch (noch) nicht gerecht geworden - Triumph der Boulevard- und Tabloid-Medien: So feiern die englischen Boulevard-Blätter den Brexit - US-Medien: Komik in der Depression - Informantenschutz: Justizminister wollen Whistleblower schützen - Hörfunk: Das Radio begeht gerade Selbstmord + Ihr Worte, mir nach! Ingeborg Bachmann zum 90.
Bücherschau des Tages
24.06.2016 Die FAZ liest bei Anne-Marie Slaughter, was noch alles für die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern zu tun ist. Bei Igor J. Polianski erfährt sie alles über Medizin in der Sowjetunion. Die FR amüsiert sich bestens mit Comics von Blutch und Charles Berberian - und lernt ganz nebenbei noch einiges über Perlen des Trashfilms. Die Welt folgt gebannt Güner Yasemin Balcis Mädchen, das von einem Gotteskrieger verführt wird. Und die SZ empfiehlt Kinder- und Jugendbücher.
Essay
24.06.2016 Wie und warum in Lyon die "Entführung aus dem Serail" inszeniert wurde. Und wie es kommt, dass der Perlentaucher drüber schreibt.
Samstag, 25.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
25.06.2016 Die Feuilletons stellen sich hinter den designierten Volksbühnen-Intendanten Chris Dercon: Schluss mit der Verleumdung, lasst ihn erstmal machen, ruft die taz. Tribunal, meint die SZ. Die Welt lernt in Eisenach Johann Sebastian Bachs judenfeindliche Seite kennen. Empört euch lieber an der richtigen Stelle, schreibt Sieglinde Geisel auf tell den Kritikern der Aktion "Flüchtlinge fressen". Die Welt lacht über orakelnde Autoren.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.06.2016 "Die stiff upper lips haben sich geöffnet und einen wilden unartikulierten Triumphschrei ausgestoßen", schreibt die Irish Times entsetzt über das britische Brexit-Referendum. Im Guardian fühlt sich Timothy Garton Ash so schlecht, wie er sich nach dem Fall der Mauer gut fühlte. In der NZZ siedelt John Burnside die Malaise in Britanniens beschämenden Tiefen an. Die FAZ fühlt sich wie in Pimlico. In der SZ fragt Adam Thirwell: Wo ist die Macht angesiedelt? In der taz fürchtet Robert Misik: Bei Wolfgang Schäuble. Libération wünscht: Good luck!
Bücherschau des Tages
25.06.2016
Bücherschau des Tages
25.06.2016 Die FAZ wandelt verzaubert mit Hans von Trotha durch die Gärten der Romantik und lässt sich von Urs Mannhart noch einmal zum "Bergsteigen im Flachland" ermuntern. Die NZZ liest japanische Klassiker. Die taz freut sich über die kokette Leichtigkeit, mit der Jean Echenoz von den Marotten Admiral Nelsons und die Schwächen Herodots erzählt. Außerdem begibt sie sich mit Ana Lilia Pérez auf das gefährliche Terrain der Kokain-Verbindung Mexiko-Hamburg.
Montag, 27.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
27.06.2016 Der Tod Götz Georges stürzt die Feuilletons in Trauer: Zeit Online lernte von ihm alles über das Karrieremachen in Deutschland, die FR alles über ungeschönte Maskulinität. Die NZZ erlebt in Basel die Befreiung Stockhausens von sich selbst. Die Presse warnt vor Brutalismus. Die FAZ erklärt sich das Brexit-Referendum mit der literarisch immer gepflegten Exzentrik der Insulaner. Die SZ fragt dagegen: Wo war eigentlich der britische Wutpop? Der Tagesspiegel hält für möglich, dass jetzt auch die Volksbühne aus Berlin austreten wird.
9punkt - Die Debattenrundschau
27.06.2016 
Chaos nach dem
Brexit-Votum. Warum triumphierte nach der Entscheidung eigentlich nur
Nigel Farage?, fragt Nick Cohen im
Guardian. Und warum zogen
sämtliche Tories die Köpfe ein? Aber
Boris Johnson streckt jetzt im
Telegraph den Kopf heraus und verspricht: Die Briten werden vom Brexit
ausschließlich Vorteile haben. Krise auch bei
Labour.
BBC präsentiert Dokumente, die zeigen, dass
Jeremy Corbyns Büro die Remain-Kampagne nach Kräften bremste. "
He must resign", sagt der
Guardian dazu. In der
NZZ malt
Colm Toibin die Folgen für
Irland aus. Für
Bernard-Henri Lévy ist es der Sieg der
Populisten aller Couleur und aller Länder.
Medienticker
27.06.2016 Aktualisiert: Manfred Deix ist tot - Grandios gedruckt oder längst tot: Wie sieht Zeitung in zehn Jahren aus? - Zukunft des Journalismus: Von der Absicht, eine Paywall zu errichten - Verteidigung der Medien, indem man sie angreift - Andrea Nahles über den Kulturkampf im digitalen Kapitalismus - Multimedia-Reportage: Grimme Online Award 2016 + Musiktrend: Wird Jazz wieder hip?
Bücherschau des Tages
27.06.2016 Wunderbar überdreht findet die FR Michelle Steinbecks Roman "Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch", in dem alles magisch und relativ ist. Die SZ reist noch einmal mit Norman Lewis ins Neapel von 1944. Außerdem liest sie mit großem Enthusiasmus politische Jugendbücher, darunter Mehrnousch Zaeri-Esfahanis Erinnerungen "33 Bogen und ein Teehaus" gefallen haben.
Essay
27.06.2016 Ein Blick auf die jüngsten Abstimmungen in Österreich und in Britannien zeigt: Nichts ist internationaler als die neuen nationalistischen Konvulsionen. Die Tendenzen gleichen sich zum Teil bis ins Detail. Dass es nur die Abgehängten sind, die gegen die Globalisierung stimmen, ist allerdings unrichtig, denn den Rentnern geht es heute besser denn je. Es hat mehr damit zu tun, was man sich von der Zukunft erhofft.
Dienstag, 28.06.2016
Magazinrundschau
28.06.2016 2005 gehörte Europa noch die Zukunft. In The Atlantic überlegt Mark Leonard, was seitdem schief gegangen ist. Europafeindlichkeit ist keine Kapitalismuskritik, im Gegenteil, meint Gáspár Miklós Tamás in HVG. In Open Democracy sieht das der Politologe Alan Finlayson ähnlich. Der Guardian erinnert sich an selige Zeiten, als die Tories noch europhil waren. Der New Yorker betrachtet Nan Goldins Universum der Sexualität.
Efeu - Die Kulturrundschau
28.06.2016 Aktuell: Marcel Beyer erhält den Büchner-Preis 2016. Finesse und Fanatismus der Religionen erlebt die Welt in einer Lyoner Inszenierung von Jacques Halévys Oper "La Juive". Der Standard fragt: Kann das Lächeln der Kollegen Arbeit sein? Die SZ gelangt über die Avantgarde und die Dunkelkammern der Psyche zu Gertie the Dinosaur. Die taz hätte in der Hamburger Elbphilharmonie beinahe wieder den Glauben an Ästhetik, Zweckfreiheit und Feinsinnigkeit gefunden. Und zur Trauer um Götz George kommt nun auch die um Manfred Deix und Bud Spencer.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.06.2016 Die große Brexit-Debatte rumort weiter. Der Guardian entwickelt eine Art Zynismus der Verzweiflung und fordert vom künftigen Premier, die EU-Migration in den Griff zu kriegen: Sonst profitiert Nigel Farage. Jeremy Corbyn hat unterdessen eine Verfassungskrise in der Labour-Partei ausgelöst, so Politico.eu. Übrigens war nicht nur die abgehängte Arbeiterklasse, sondern auch die traditionelle Upper Class für Brexit, beharrt Tina Brown in The Daily Beast. Die New York Times erläutert die Entscheidung des Supreme Court zu Abtreibung.
Medienticker
28.06.2016 Aktualisiert: Helmut Böttiger über den neuen Büchnerpreisträger Marcel Beyer & ein Interview mit dem Autor - Spiegel startet neues Bezahlangebot - Das Genre im Portät: Eine kritische Betrachtung von Ann-Kathrin Lindemann über investigativen Journalismus - Zeitungsmarkt München: Süddeutsche weiter Nummer 1 - Brexit: Ein Spektakel der britischen Medien - Happy Snapping: Live, exklusiv & unterhaltend + Sein & Streit: Was ist Gerechtigkeit?
Bücherschau des Tages
28.06.2016 Leuchtend wie ein Gemälde von William Turner findet die NZZ Bachtyar Alis kurdischen Roman "Der letzte Granatapfel". Von Flucht und Neuanfang liest die FR in Senthuran Varatharajahs Roman "Vor der Zunahme der Zeichen". Sehr feinsinnig findet die SZ, wie Albena Dimitrova in "Wiedersehen in Paris" von den letzten Tagen des bulgarischen Sozialismus erzählt. Die FAZ taucht mit Mark-Stefan Tietze in die Welt des Veganismus.
Mittwoch, 29.06.2016
9punkt - Die Debattenrundschau
29.06.2016 Die Mehrheit der paar jungen Wähler, die zur Wahl gingen, mag gegen den Brexit gestimmt haben. Die meisten aber wählten gar nicht, hat der Guardian herausgefunden. In der taz sind die Schriftstellerinnen Nora Bossong und Aljoscha Brell sauer auf ihre Generation. Nach dem Brexit fürchtet Politico.eu nun eine europaweite Welle der Rufe nach Referenden. Im Standard spricht Philipp Blom über den autoritären Traum in Europa. Gar nicht gut sah das Europaparlament bei einer Rede Mahmud Abbas' aus, der glatt das uralte antisemitische Märchen von den Juden als Brunnenvergiftern auftischte - Standing Ovations in Brüssel. Lizas Welt und das Tabletmag berichten. Und schließlich: Wieviel bekommt eigentlich Mehmet Scholl von der ARD?
Efeu - Die Kulturrundschau
29.06.2016 In der Welt erzählt Hallgrimur Helgason die isländische Sommersaga mit schwedischer Disziplin. Wie leer darf eine Geste bleiben? fragt der Guardian mit Blick auf Renzo Pianos Athener Kultur-Akropolis, die bis auf Weiteres fast nur aus Licht und Luft besteht. SZ und FAZ lassen sich in Basel vom modernisierten Stockhausen-Sound überwältigen. Der Tagesspiegel erkundet in der Berliner Gemäldegalerie Spaniens goldenes Zeitalter. Und alle freuen sich über den Büchner-Preis für den Lyriker, Plattensammler und Wörterbuch-Junkie Marcel Beyer.
Medienticker
29.06.2016 Zukunft des Journalismus: Artikel sind nicht mehr zeitgemäß & Die dunkle Seite des Longform-Journalismus & Der Enthüllungsjournalismus der Zoe Barnes - Deutsche Kulturbranche: Frauen verdienen im Schnitt ein Viertel weniger - Nachruf: Die Kunsthistorikerin Silvia Tennenbaum ist tot - Eröffnung: 40 Jahre Ingeborg-Bachmann-Preis + Sieben Schritte zum besseren Lesen.
Bücherschau des Tages
29.06.2016 Die SZ lobt Oliver Nachtweys Bestandsaufnahme der modernen "Abstiegsgesellschaft": Linke Kritik am Neoliberalismus, die endlich mal nicht mit den Argumenten von vorgestern kommt. Die NZZ wird klüger bei der Lektüre von Peter Eichs Biografie Gregors des Großen. Die FR liest beklommen Wytske Versteegs Roman "Boy" über die misslungene Adoption eines afrikanischen Kindes. Die FAZ reist mit Jens Mühling durch die Ukraine und liest mit Interesse Rolf Aurichs Biografie des Magiers, Filmproduzenten und Nazi-Karrieristen Kalanag alias Helmut Schreiber.
Donnerstag, 30.06.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
30.06.2016 Ben Wheatleys "High Rise" ist der Film der Stunde, versichern die Filmkritiker unisono. Die taz bewundert den mit grazilen Gesten dargebotenen Betroffenheitspop Anohnis. Warum bauen die Internetgiganten so uninspirierte Headquarters, fragt die SZ. Die Theaterkritiker streiten über die Aktion "Flüchtlinge fressen": War es wie eine Scheinerschießung oder doch ein gelungener Appell an Empathie?
9punkt - Die Debattenrundschau
30.06.2016 Medienmogul Rupert Murdoch gibt Boris Johnson heute nochmal seine Salbung, allerdings unter Bedingungen, weiß politico.eu. In der Zeit beklagt der Soziologe Wolfgang Streeck die "kulturelle Geringschätzung der ortsfesten Anhänger lokaler Traditionen" durch die Remain-Eliten. Die Labour-Partei könnte durch die Brexit-Verwerfungen pulverisiert werden, fürchtet der Guardian. Außerdem erklärt der Kirchenrechtler Martin Grichting in der NZZ, wie Christentum und Säkularismus den Islamismus besiegen können.
Medienticker
30.06.2016 Aktualisiert: Erneuter Knatsch beim Spiegel - Bedeutungsgewinn der Online-Medien - Entbündeln, verknappen, verkaufen: Bezahlstrategien der Verlage - US-Traditionsblatt: Jeff Bezos krempelt die Washington Post um - Türkei: Twitter, Facebook & Youtube blockiert - Arbeitskraftverwerter: Wie Verlage Autorenrechte beschneiden - Lux-Leaks-Prozess: Bewährungsstrafen für Whistleblower - American Jazz Heroes: Hausbesuche bei 50 Jazz-Giganten + Bachmann-Preis im Livestream.
Bücherschau des Tages
30.06.2016 Die Zeit wirft einen tiefen Blick in ein paar schön bewimperte Schweinsäuglein. Die SZ verfolgt mit Julian Maclaren-Ross die Kapriolen eines britischen Schwerenöters in der Vorkriegszeit. Die FR ackert sich durch eine 700 Seiten lange Tito-Biografie. Die FAZ zieht mit Joseph O'Neills Fremdenlegionär des Kapitals nach Dubai.
Mord und Ratschlag
30.06.2016 Freundschaft, Liebe, Vaterland: Olen Steinhauer spielt in seinem raffinierten Spionageroman "Der Anruf" den großen Verrat in all seinen Varianten durch. In Ross Thomas' Politthriller "Porkchoppers" werden Geschwerkschaftsfunktionäre höchstens ihren Idealen, ihren Frauen und sich selbst gegenüber untreu.
Im Kino
30.06.2016 Hou Hsiao-Hsiens Schwertkampffilm "The Assassin" zeigt die ganze Anmut eines Kinos, das mit Enthüllen und Verbergen spielt. Ben Wheatleys Ballard-Verfilmung "High-Rise" berauscht sich in und an autonomen Türmen und den erotischen Spielen Tom Hiddlestons.