Montag, 02.02.2009
Heute in den Feuilletons
02.02.2009 In der Medienlese lässt ein anonymer Journalist seinem Zorn über die Festangestellten freien Lauf. Die NZZ begutachtet das Potenzial der Star lit. In der Welt lehnt Dieter Kosslick jegliche Besitzstandswahrung auf der Berlinale ab.
Bücherschau des Tages
02.02.2009 Sehr empfehlen kann die SZ den Bildband über das Leben in der Sowjetunion "Die Ära Stalin", von Mark Grosset und Nicolas Werth. Beeindruckt ist sie auch von Ilja Altmans "Opfer des Hasses" über den Mord an den sowjetischen Juden. Die FAZ wird nicht mehr warm mit Günter Grass., auch nicht nach seinen Tagebüchern "Unterwegs von Deutschland nach Deutschland".
Medienticker-Archiv
02.02.2009 Philip Roths "Empörung" - Wir wunden Kinder - Mehr Produktbeschreibungen und Gefälligkeitsprosa - Michael Ende und die NS-Rassenideologie - Jagd nach Page Impressions: Die zehn Klick-Garanten - Rivva-Leitmedien: Das Sediment der Blogosphäre - "Forrest Gump" trifft "Doktor Schiwago" beim Rückwärtsgehen in die Zukunft - Kein Weißbier für Waldi + Jazz aus der Tube: Joshua Redmans "Straight Ahead".
Dienstag, 03.02.2009
Magazinrundschau
03.02.2009 In Le Point erinnert BHL daran, dass der deutsche Widerstand nicht nur Stauffenberg, sondern auch Zivilisten wie Georg Elser, Sophie Scholl oder Willy Brandt aufzuweisen hatte. Im Nouvel Obs weint Roland Barthes um seine Mutter. Outlook India beschreibt die Talibanisierung des IT-Staats Karnataka. Elet es Irodalom erklärt, warum die Holländer Peter Esterhazy nicht verstehen. Der New Statesman bewundert die unwahrscheinliche Ehe des Physikers Paul Dirac. In Al Ahram fordert der niederländische Schriftsteller Herman P. Spruijt mehr geistige Eigentumsrechte für arabische Schriftsteller. Prospect sieht die roten Tories kommen.
Heute in den Feuilletons
03.02.2009 Die Achse des Guten, die FAZ, die SZ fragen: Was um Himmels willen ist in den Papst gefahren? Der Heilige Geist kann es ja nicht gewesen sein. Vielleicht ein Hungry Ghost? In der Welt meint Michael Cimino: es gibt zur Zeit fantastische Filme aus Serbien, Brasilien oder Korea, aber nicht aus Hollywood. In der FR spricht der irakische Autor Najem Wali über das multikulturelle Israel. In der FAZ wirft Necla Kelek den türkischstämmigen Politikern in Deutschland vor, ihre Klientel als Opfer zu stilisieren.
Bücherschau des Tages
03.02.2009 Die SZ ist hingerissen von Anya Ulinichs Roman "Petropolis" über eine Feng-Shui-Putzfrau aus Sibirien mit jüdisch-afrikanischen Wurzeln. Sehr eingenommen ist die NZZ von Wilhelm Genazinos Roman "Das Glück in glücksfernen Zeiten" und freut sich sehr über Ota Pavels Erzählungen "Der Tod der schönen Rehböcke". Die FR kann Biografien über Lessing und Felix Mendelssohn Bartholdy sehr empfehlen.
Vorgeblättert
03.02.2009 In verschiedenen Winkeln Kanadas wachsen drei Jugendliche auf, die - ohne voneinander zu wissen - ein und derselben Familie angehören. Auch als ihre Lebensträume sie nach Montreal verschlagen, begegnen sie sich nie. Kein Wunder, bei einem Kompass, der nicht nach Norden weist, sondern stur auf den winzigen Ort Nikolski. Lesen Sie einen Auszug aus Nicolas Dickners Roman "Nikolski".
Medienticker-Archiv
03.02.2009 Wolfram Schütte über Philip Roth - Daniel Kehlmann oder Die Ewigkeit kann uns gestohlen bleiben - Braune Namensgeber - Eingetaucht: Google Ocean - Sony eröffnet den deutschen E- Book-Markt - Offene Antwort: Vom Glück eines freien Journalisten - Verleger müssen wie Google denken - brand eins über Public Relations - Komplizen und Profiteure + Jazz aus der Tube: Snooky Young zum 90. Neunzigsten.
Mittwoch, 04.02.2009
Heute in den Feuilletons
04.02.2009 In der FR sieht der Literaturwissenschaftler Jürgen Wertheimer in der Geste des Papstes gegenüber den Lefebvristen eine Tendenz: "Als ob wir nicht alle Auschwitz mental so allmählich verrotten lassen." Der Tagesspiegel möchte sehr gern, dass Suhrkamp nach Berlin kommt. Die FAZ fragt: Wie reagieren deutsche Bibliotheken auf den Digitalisierungsangriff durch Google? Die SZ kann nach der Lektüre des neuen Philip Roth keine Entwarnung bezüglich Amerikas geben. Die Blogosphäre ist aufgeregt: Die Bahn will Netzpolitik.org wegen Veröffentlichung eines Dokuments juristisch belangen.
Bücherschau des Tages
04.02.2009 SZ und FR sind sich auch nach dem Roman "Empörung" einig, dass Philip Roth mindestens der größte lebende Romanciers Amerikas ist. Enthusiastisch feiert die SZ auch Guy Deutschers Geschichte der Sprache "Du Jane, ich Goethe". Die FAZ liest beklommen die Tagebücher der Pariser Jüdin Helene Berr aus den Jahren 1942-1944 und empfiehlt Romane aus Haiti.
Medienticker-Archiv
04.02.2009 Bye-bye Programmies - Der E-Book-Reader kommt, doch nicht alle Verlage werden dabei sein - Google-Managern droht Knast - Internetkriminalität: Die Horror-Zahlen der Bitkom - Rowohlt reicht Klage gegen den Spiegel ein - Washington Post stellt Literaturbeilage ein - Habe nun, ach, Philosophie studiert: Gebildet, aber ohne Job? - Wallraff immer noch unterwegs + Jazz aus der Tube: St Germains "Rose Rouge".
Im Kino
04.02.2009 Der wohl beste aller Oscar-nominierten Filme läuft erst nächste Woche an: Wir empfehlen Götz Spielmanns "Revanche" schon heute. Was dabei herauskommt, wenn ein Film wirklich gar nichts anderes will als die kleine goldene Statue, kann man dagegen exemplarisch bei John Patrick Shanleys Meryl-Streep- und Philip-Seymour- Hoffman-Vehikel "Glaubensfrage" bewundern.
Redaktionsblog - Im Ententeich
04.02.2009 "Wie gut, dass es im allgemeinen Drunter und Drüber des aus allen Fugen geratenen Medienbetriebs noch aufmerksame Beobachter gibt, die unverzichtbare Standards öffentlicher 'Diskurskultur' auch dann noch verteidigen, wenn deren Protagonisten sie leichthin aufgeben", schreibt Heribert Seifert in Eigentümlich frei über den bedeutendsten Hort journalistischer Ethik in Deutschland, das FAZ-Feuilleton.
Streng objektiv berichtet es zum Beispiel über die Präsientschaftskandidatin der SPD, Gesine Schwan.
Mindestens so streng wie Jürgen Kocka im Merkur über Doktorarbeiten, die er selbst betreute...
Donnerstag, 05.02.2009
Heute in den Feuilletons
05.02.2009 Der neue Freitag ist da und er will so links sein wie die FAZ rechts ist. Cargo ist auch da, ein neues Intelligenzblatt für Kinogeher. In der Welt klagen die Filmemacher von "Deutschland 09" über einen Mangel an echten Feindbildern. Die taz fürchtet, dass durch einen Zuzug des Suhrkamp Verlags nach Berlin die Mieten in Kreuzberg steigen könnten. FR und SZ freuen sich sehr über die Klage des Rowohlt Verlags gegen den Spiegel, der den neuen Kehlmann vor Ablauf der Sperrfrist besprach.
Bücherschau des Tages
05.02.2009 Für die Zeit gehört Jörg Naglers farbige und detailreiche Biografie des großen Abraham Lincoln in jedes Bücherregal. Sehr luzide findet sie auch Jan Philipp Reemtsmas schmalen Band "Lessing in Hamburg". Die SZ lobt in höchsten Tönen Steffen Popps Gedichte "Kolonie Zur Sonne". Zwischen Himmel und Hölle bewegt sich die FAZ bei der Lektüre der Athologie "Sizilien und Palermo".
Außer Atem: Das Berlinale Blog
05.02.2009 Heute abend eröffnet Tom Tykwers Film "The International" die Berlinale. Dieter Kosslick hat in diesem Jahr eine völlig überdimensionierte Film-Völlerei entfessselt: Für jeden ist etwas dabei, aussuchen muss man allerdings selbst. Hier schon mal ein Blick auf die Filme im Wettbewerb.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
05.02.2009 Koreanisches Kino, israelische Filmgeschichte, ein Besuch bei einem chinesischen Landarzt, Heiner Müller bei Theaterproben, eine Hommage an die Schwulenikone Joe Dallesandro und ungemachte Betten: Ein Blick auf die Filme in den Nebenreihen der Berlinale: Forum, Panorama und Generation.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
05.02.2009 Hier finden Sie alle besprochenen Berlinale-Filme auf einen Blick.
Medienticker-Archiv
05.02.2009 Gregor Dotzauer sieht Vordenkern der Netzkultur über die Schulter - Google wo bin ich? - Richtig, der "Browser War"... - Parkers letzter Gang: Ein Farewell für Donald E. Westlake und Richard Stark - Verheißung des Internet-Fernsehens und die Öffentlich-Rechtlichen: Popkulturmagazin "Bauerfeind" - Vatikan entsetzt über Kritik aus Deutschland + Jazz aus der Tube: Santana & McLaughlin "A Love Supreme".
Redaktionsblog - Im Ententeich
05.02.2009 Wie kam es eigentlich dazu, dass das schwedische Fernsehen die negationistischen Äußerungen des Lefebvre-Bischofs Williamson genau an dem Tag sendete, an dem bekannt wurde, dass Papst Benedikt die Exkommunikation der vier Bischöfe aufhebt, dem 21.
Januar (hier das Video)?
Im Vatikan, berichtet heute die FAZ unter Berufung auf die NZZ (hier, noch genauer ist aber ein Artikel in der katholischen Tagespost), kursiert ein Papier, das die Journalistinnen Caroline Fourest und ihre Lebensgefährtin Fiammetta Venner beschuldigt, die Abfolge der Ereignisse mit konspirativer Energie arrangiert zu haben.
Freitag, 06.02.2009
Heute in den Feuilletons
06.02.2009 Viel Lob für Tom Tykwers Berlinale-Eröffnungsfilm "The International": Die Welt freut sich, dass Berlin darin so jung und frisch aussieht. Die FR freut sich über den bei aller Spannung doch reflektierten Ton. Der FAZ macht er Lust auf Kino. Die SZ erfüllt er mit größter Vorfreude auf das nächste Werk Tykwers. Nur die taz wünscht sich, der Held liefe nicht herum wie ausgespuckt. Die NZZ erliegt nicht Tykwer, sonder dem liebevollen Charme Peter Zadeks.
Bücherschau des Tages
06.02.2009 Die FAZ liest staunend die Briefe des jungen Charles Darwin "Nichts ist beständiger als der Wandel". Nicht nur Indien-Reisenden kann sie Sudhir Kakars "Freud lesen in Goa" empfehlen. Die SZ lässt sich von Gesine Schwan erklären, wie sie Empathie in die Politik bringen will.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
06.02.2009 Sucht die Weisheit im Schoß junger Schulmädchen: Sono Sions "Love Exposure". Beweist ein Ethos des Blicks: Soda Kazuhiros Dokumentarfilm über eine psychiatrische Klinik in Japan. In Tom Tykwers Thriller "The International" lässt sich Clive Owen ordentlich was aufs Ohr hauen, der Shootout findet im Guggenheim statt: Das nennt man souveränes Genrehandwerk.
Bücherbrief
06.02.2009 Neue Romane von Philip Roth, Daniel Kehlmann und Gerbrand Bakker, eine Geschichte der Reformation, eine Lincoln-Biografie Notizen aus Srebrenica, Bilder vom Prenzlauer Berg - dies alles und mehr in den Büchern des Februars.
Medienticker-Archiv
06.02.2009 Google verschafft Handynutzern Zugriff auf Millionen von Büchern - Blogwart Mehdorn - Wolfram Schütte: Unser Mielke von der Bahn - Jochen Jung: Der Kapitalist im Porzellanladen - Wikipedia-on-demand - Sperrfristen-Interview: Gewinnt die schnellste Kritik, Herr Mangold? - Blogblick zur Papstdebatte: "Mist, @gott hat seine Updates geschützt" und Halloween im Vatikan + Klick-Prostitution im Netz.
Samstag, 07.02.2009
Heute in den Feuilletons
07.02.2009 Okay, es ist offiziell: Suhrkamp kommt (beziehungsweise geht) nach Berlin. Siegfried Unseld hätte es nicht anders gemacht, meint seine Witwe Ulla in der FAZ. Die Berliner Zeitungen wissen schon, wohin Suhrkamp in Berlin zieht: ins Nicolaihaus. Der Tagesspiegel fragt 20 Jahre nach der Fatwa gegen Rushdie, was der Islamismus im Westen angerichtet hat. In der FR meint Burkhard Spinnen: "Wir alle haben Märklin auf dem Gewissen." Und in der SZ schreibt Monika Maron zu den Grass-Tagebüchern aus dem Wendejahr: "Die Unke hat geirrt."
Bücherschau des Tages
07.02.2009 Reichlich ernüchtert legt die NZZ eine Untersuchung zur Frage "Wie werden Professuren besetzt?" aus der Hand. Die taz genießt fröstelnd Willa Cathers Geschichte einer großen zerstörerischen Liebe. Die FR stößt sich an der Selbstzufriedenheit, die Günter Grass' Tagebuch von 1990 ausstrahlt. Unaufdringlich, doch bewegend findet die FAZ Stewart O'Nans Roman "Alle, alle lieben dich" über ein verschwundenes Mädchen. Die SZ freut sich über "Superguppy", einen Gedichtband für Kinder.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
07.02.2009 Radu Judes "The Happiest Girl in the World" klammert sich so fest an ihre Chance wie an ihre gehäkelte Handtasche. Informationspolitische Cleverness beweist Asghar Farhadi in seinem Wettbewerbsfilm "Darbareye Elly - About Elly". Verstreut symbolisch Samen: Mans Manssons "Mr. Governor". Francois Ozons "Ricky" fliegt, hebt aber nicht ab. Stephen Daldrys "Der Vorleser" scheitert an seiner obszönen Symbolik. Dante Lams "The Beast Stalker" ist feines Pulp-Entertainment über Menschen mit Narben.
Montag, 09.02.2009
Heute in den Feuilletons
09.02.2009 In der SZ kann der Frankfurter Autor Martin Mosebach den Wegzug der Institution des Geistes Suhrkamp nicht recht bedauern. Im Spiegel kann der katholische Autor Martin Mosebach den Geist der Institution Kirche nur verteidigen. In der FR mahnt Niall Ferguson: "Schulden müssten abgebaut, nicht noch weiter angehäuft werden." In der NZZ meint Werner Bergmann vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung: Den Antisemitismus unter Muslimen muss man differenziert sehen.
Bücherschau des Tages
09.02.2009 Anrührend und todtraurig findet die SZ die Geschichte aus dem Schwarz tragenden Neapel, die Roberto Saviano in seinem neuen Buch "Das Gegenteil von Tod" erzählt. Empfehlen kann sie auch Daoud Haris Bericht über das Töten in Darfur "Der Übersetzer". Die FAZ liest sehr interessiert Martin Reuleckes Studie zu "Gleichheit und Strafrecht im deutschen Naturrecht".
Außer Atem: Das Berlinale Blog
09.02.2009 Maren Ades Wettbewerbsfilm "Alle Anderen" erkundet jede mögliche Gasse und Sackgasse zwischen Ironie und Postironie. Michael Glawoggers "Das Vaterspiel" schlägt Funken. Die "Geschichte des israelischen Kinos" von Raphael Nadjari ist mit dreieinhalb Stunden einfach zu kurz. Dominic Murphy feiert in "White Lightning" einen drogensüchtigen steppenden Psychopathen. Luc Moodyssons Film "Mammoth" findet's zu Hause doch am schönsten.
Medienticker-Archiv
09.02.2009 aktualisiert: Holtzbrinck stellt dümpelndes Nachrichtenportal Zoomer sein - Eine Frage des Lichts: Peter Handkes Beckett-Randnotiz - Thomas Bernhard: "Holzhacken ist mir lieber als Schreiben" - Ansichten eines Masochisten - Guttenberg wird Glos-Nachfolger oder Die Koalition der Ahnungslosen aktiviert die Generation Praktikum! - Sloterdijks Frivolitätsepoche - Web 2.0 missbraucht: Google Maps wird zur politischen Waffe - Jazz aus der Tube: Cannonball Adderley/Yusef Lateef 1963.
Redaktionsblog - Im Ententeich
09.02.2009 "Es war ein fliegender Wechsel.
Als der eine Totalitarismus mit leisem Rülpser kollabierte, erhob der andere schon sein bärtiges Haupt.
Wer im Jahr 2009 nur an den Mauerfall erinnert, erzählt nur die halbe Geschichte.
Dienstag, 10.02.2009
Magazinrundschau
10.02.2009 Vanity Fair erzählt, wie man bei Warner erfolgreiche Filmproduzenten feuert. In Eurozine untersuchen Jens-Martin Eriksen und Frederik Stjernfelt die Nähe zwischen Rassismus und Multikulturalismus. Im New Statesman findet Denis Dutton die ideale Landschaft. Polityka genehmigt sich einen karierten Perkal. Im Spectator singt Darwin ein Lob des Affen. In Le Croix geißelt Simon Leys die ganz außergewöhnliche Unanständigkeit Roland Barthes. Im Nouvel Obs zieht Abraham B. Yehoshua eine bittere Bilanz des Gaza-Kriegs.
Heute in den Feuilletons
10.02.2009 Judenfeindschaft ist die linke Hand der Christologie!, ruft der Theologe Gerd Lüdemann in der FR. Laut Tagesspiegel hat das ZDF einen "Jungen Wilden" und einen "echten Moderationsprofi" für die ehemalige Heidenreich-Sendung Lesen! gewinnen können. Die NZZ wirft einen Blick auf die Literaturszene in Malawi. In 3quarksdaily meditiert der Philosoph Gerald Dworkin über das Lügen. In der Welt trifft sich Christoph Schlingensief ganz unkompliziert mit seiner Ex. Die SZ ahnt den Tod der Musikkritik.
Bücherschau des Tages
10.02.2009 Berührt und begeistert ist die NZZ von Molly McCloskeys Roman "Schöne Veränderungen" über die Liebe eines Säufers zu seiner Tochter. Die FR preist Roberto Savianos neues Neapel-Buch "Das Gegenteil von Tod". Die SZ liest Peter van Dongens Comic über den indonesischen Freiheitskampf "Rampokan" und kann auch Marcus Höhrets Studie über den Europäischen Gerichtshof "Die Selbstautorisierung des Agenten" sehr empfehlen.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
10.02.2009 Im Dienste eines neuen Republikanismus: Thomas Heises Dokumentarfilm über 1989 "Material". Nüchtern in London: Rachid Boucharebs Wettbewerbsfilm "London River". Erzählt vom Erwachsenwerden in Istanbul: Reha Erdems "Hayat Var". Führt ungeduldige Streitgespräche mit ihrer Mutter: Rebecca Millers "Pippa Lee".
Vorgeblättert
10.02.2009 In Üdülö sollen sie sich erfüllen, die Träume von Liebe, Freiheit und der Sehnsucht nach einem anderen Leben, jedes Jahr aufs Neue werden sie geträumt in der ungarischen Feriensiedlung am Fluss.... Lesen Sie einen Auszug aus dem ersten Roman von Esther Kinsky: Sommerfrische
Medienticker-Archiv
10.02.2009 aktualisiert: Adolf Muschg zieht nicht mit - Elke Heidenreichs ZDF-Erben - Coitus ergo sum: Noch einmal zum Tod von John Updike - Zehn Jahre literaturkritik.de - Schweizer Qualitätsmedien: Getretener Quark - Jonathan Littell oder Der männliche Selbsthass auf dem Holzweg - Wahrscheinlich gibt es keinen Gott - Glanz und Elend der künstlichen Paradiese - Jazz-Nachwuchs: Raus aus den Windeln + Jazz aus der Tube: Charles Mingus' "Moanin".
Virtualienmarkt
10.02.2009 Amazon hat den neuen Kindle vorgestellt - aber braucht man überhaupt ein eigenes Lesegreät oder reicht nicht das Mobiltelefon? Und was wird ein elektronisches Buch kosten?
Mittwoch, 11.02.2009
Heute in den Feuilletons
11.02.2009 Die NZZ fragt: Gibt's die Uffizien künftig nur noch mit Pommes und Majo? In Granma sinniert Castro über die Aussprechbarkeit von Obama. Die FR ist nicht sehr zufrieden mit der Auswahl für das Berliner Theatertreffen. Opendemocracy wirft einen russischen Blick auf die Chinesen. Die SZ kommentiert die Schließung von Norman Fosters Berliner Büro: ein Verlust für die Architekten - aber für die Baukultur?
Bücherschau des Tages
11.02.2009 Dass es Walter Kappacher gibt, ist ein seltenes und großes Glück für die deutsche Literatur, verkündet Michael Maar in der SZ. Höchst lebendig findet die FR die Geister in Asa Larssons Krimi "Bis dein Zorn sich legt". Die NZZ liest Manfred Geiers fesselnde Biografie der Brüder Humboldt und folgt glücklich den verwirrenden Spuren von Alice Munros Familie.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
11.02.2009 Eine zirzensische Tour de Force unternimmt Sean Penn in Gus van Sants "Milk". A la tete de Mehmet zielt Isabelle Adjani in Jean-Paul Lilienfelds "La journee de la jupe". Ivy Hos "Claustrophobia" erzählt vom sang- und klanglosen Ende einer Liebe im Auto. Chen Kaiges "Forever Enthralled" porträtiert den Künstler als Leerstelle. Hinter den idyllischen Bildern von Ichii Masahides "Naked of Defenses" rumort Grausiges.
Medienticker-Archiv
11.02.2009 aktualisiert: Burda stellt nach kress-Informationen Tomorrow ein - Bundeskartellamt erlaubt Übernahme des Berliner Verlags durch DuMont - Wolfram Schütte über Alice Schmidts Tagebuch - Twitter: Kostenlos Zwitschern ade - Übersetzerhonorare: Warten auf die Richter - Grass macht Stuckrad-Barre lächerlich - Journalistische Sumpfblüte: Interview mit dpa-Chef Herlyn + Amelie Fried über Elke Heidenreich und Scharfrichtertum.
Donnerstag, 12.02.2009
Heute in den Feuilletons
12.02.2009 In der Welt äußert sich Tom Segev schockiert über den Wahlerfolg des Rechtspopulisten Avigdor Lieberman. In der NZZ warnt Michael Hochgeschwender: Nur weil Abraham Lincoln an einem Ostersonntag beerdigt wurde, war er noch kein Messias. Die Zeit enthüllt: Möglicherweise hat Daniel Kehlmann selbst als erster die Sperrfrist zur Besprechung seines Romans durchbrochen. In der taz spricht Manoel de Oliveira: Hundert Jahre, und alles nur eine Wiederholung.
Bücherschau des Tages
12.02.2009 Als große Geschichtsschreibung feiert die Zeit Christian Meiers griechische Geschichte "Kultur, um der Freiheit willen". Großartig findet sie auch Stewart O'Nans Roman "Alle, alle lieben dich". Die FAZ liest fasziniert Durs Grünbeins reflexive Haikus "Lob des Taifuns". Die NZZ preist Adam Zagajewskis Essays über das Erhabene in der Poesie "Verteidigung der Leidenschaft". Und die SZ liest mit Vergnügen Klaus Ferentschiks "Weltmachinenroman".
Außer Atem: Das Berlinale Blog
12.02.2009 Claudia Llosas "Milk of Sorrow" sucht die Emanzipation in Lima. Cong Fengs Dokumentation "Dr. Ma..." über einen chinesischen Landarzt gehört zu den eindrücklichsten Filmen dieses Festivals. Der im Vorfeld der Berlinale umstrittene Film "Letters to the President" von Petr Lom ist kein Propagandafilm für Ahmadinedschad, sondern wirft einen unheimlichen Blick auf ein Pulverfass vor der Explosion. Und Hans-Christian Schmids "Die wundersame Welt der Waschkraft". Und Rudolf Thomes "Pink"!
Vorgeblättert
12.02.2009 Der 40-jährige Robertas sitzt in den Dünen der kurischen Nehrung, denkt über seine Generation nach und lässt Stationen seines Soldatenlebens in einer sowjetischen Garnison bei Cottbus Revue passieren. Er kommt nicht davon los, weder vom Wehrdienst noch von einer unglücklichen Liebesgeschichte. Lesen Sie einen Auszug aus "Drei Sekunden Himmel", dem Debüt des litauischen Autors Sigitas Parulskis.
Medienticker-Archiv
12.02.2009 Zum 20. Todestag von Thomas Bernhard - Zukunft der Medien: Journalismus ohne Zeitung - Zeitung im Web: Design als Virus - Freie Software, freies Afrika?: Nachrichten aus "Entwicklerländern" - News kostenlos - "Mitkriegen, was sich Leute zurufen": Journalisten und Twitter - Foucault und Darwin: Kulturwissenschaften in der heutigen Zeit - Dresden: "Stadt der Zerstörung als Stadt des Friedens" + Jazz aus der Tube: Bill Laswells "Axiom Sound System Musical Freezone".
Redaktionsblog - Im Ententeich
12.02.2009 Mit einem bedauernswerten Mangel an Subtilität nimmt Henryk Broder in der Achse des Guten Stellung zu einem Einwand des bekannten Kulturkritikers Rudolf Walther gegen Necla Kelek, welche gerade Frank Schirrmacher (denn er ist der einzige Journalist, bei dem jedes Mal eine neue Ära anbricht, wenn er einen Artikel schreibt) mit dem Börne-Preis bedachte.
Die Islamkritikerin Kelek, so Walther in der Berliner Zeitung, vergesse darauf hinzuweisen, dass auch der europäische Hochadel jahrhundertelang Zwangsheirat und Ehrenmord praktiziert habe.
Broder meint dazu: "der europäische Hochadel hat nicht nur lange vor den Moslems den 'Ehrenmord' praktiziert, er hat auch Jahrhunderte lang in die Ecken geschissen und zum Abwis
Freitag, 13.02.2009
Heute in den Feuilletons
13.02.2009 Die Jungle World untersucht 20 Jahre nach der Morddrohung gegen Rushdie die Mentalität des Kulturrelativismus im Westen. In der Welt fordert Claus Leggewie aus demselben Anlass ein Blasphemiegebot. Laut NZZ haben Blogger in Norwegen ein neugefasstes Blasphemieverbot unterdes verhindert. Die FAZ wagt den Blick in die Einheitsfratze der Fußgängerzone.
Bücherschau des Tages
13.02.2009 Als Antwort auf die "Kreutzersonate" ergreift die FR Sofja Tolstajas "Eine Frage der Schuld". Die SZ bewundert den britischen Reporter Tim Butcher für seine Reportage über den Kongo "Blood River". Und die FAZ liest Arnaud Cathrines Roman über die Liebe der Frauen "Richard Taylor wird vermisst".
Außer Atem: Das Berlinale Blog
13.02.2009 Baek Seung-Bins "Members of the Funeral" beerdigt Ich liebe Dich. "Deutschland 09" - ein gemischtes Vergnügen, nur nicht im Bordell. Dokumentiert das Leben in den Bergen Montanas aus der Perspektive eines Schafs: Lucien Castaing-Taylors "Sweet grass". Da sitzen dann Michel Piccoli, Bruno Ganz und Irene Jacob im Hotel herum, schwingen große Reden, blicken bedeutungsvoll in die Luft und sind plötzlich nichts anderes mehr als Altlasten des Autorenkinos einer vergangenen Zeit: Theo Angelopoulos' "The Dust of Time".
Medienticker-Archiv
13.02.2009 Anleitung zum Bessersein - The Survival of the Twittest: Darwin und die vergöttlichte Selbstorganisation - Zeitung in der Todesspirale - 13 x "Deutschland 09" - Gehacktes: Rückkehr der Hacktivisten - Blogger im Geheimdienst-Knast - E-Books und Kleinverlage - Anatol Broyard: Weiß und Schwarz - Vom Cake Walk bis zum Neobob: 100 Jahre Jazz in Deutschland + Jazz aus der Tube: Lou Donaldsons "Its Your Thing".
Samstag, 14.02.2009
Heute in den Feuilletons
14.02.2009 Zwanzig Jahre nach der Fatwa gegen Salman Rushdie schildert die NZZ, mit wieviel Erfolg sich die Muslime in Großbritannien seitdem radikalisiert haben. Die SZ findet, der Westen soll es mit seinen Freiheitswerten mal nicht übertreiben. Die taz warnt vor religiöser Rhetorik. In der Welt wartet Benny Morris auf einen neuen Ben Gurion. Die FAZ betrachtet das Elend chinesischer Wanderarbeiter. Und die FR kann den Kunstmarkt nicht als sichere Anlagealternative empfehlen.
Bücherschau des Tages
14.02.2009 Christoph Peters Roman "Mitsukos Restaurant" über die Beziehung eines gebildeten Taugenichts zur japanischen Köchin eines provinziellen Ausflugsrestaurants erntet Lob bei der Kritik: Grandios gelungen, findet es die FAZ, ungemein leichthändig die taz. Die SZ empfiehlt Annett Gröschners Berliner Geschichten in "Parzelle Paradies". Die lernen ganz schön was in deutschen Creative-Writing-Schulen, stellt die taz nach Lektüre von Thomas Klupps Debütroman "Paradiso" fest. Eher verstört hat sie Ryu Murakamis drastischen Roman "Piercing" über eine Sadomaso-Beziehung aus der Hand gelegt.
Außer Atem: Das Berlinale Blog
14.02.2009 Aktualisierung vom Samstagabend: Und was sollen wir sagen? Die Jury hat auf Ekkehard Knörer gehört: "La teta asustada" bekommt den Goldenen Bären! / Es gibt bei der diesjährigen Berlinale überhaupt nur einen einzigen plausiblen Kandidaten für den Goldenen Bären, nämlich "La teta asustada" von Claudia Llosa.
Montag, 16.02.2009
Heute in den Feuilletons
16.02.2009 In der Welt erzählt die Berlinalegewinnerin Claudia Llosa, warum sie keinen politischen Film machen wollte. In der NZZ wirft Beqe Cufaj einen skeptischen Blick auf das Kulturleben in Pristina. Die Berliner Zeiung erzählt, warum Norman Foster ein Büro in Berlin unterhielt. FR und taz berichten über den Prozess gegen die schwedische Musiktauschbörse Pirate Bay.
Bücherschau des Tages
16.02.2009 Die SZ empfiehlt Marcia Pallys Buch "Die hintergründige Religion", das den Evangelikalismus als progressive Freundin der liberalen Demokratie erklärt. Sehr gut amüsiert sie sich mit Tim Bindungs Roman "Cliffhanger", in dem ein Mann aus Versehen nicht seine Frau ermordet. Die FAZ begibt sich begeistert mit Mariusz Wilks Roman "Das Haus am Onegasee" in die klirrende Kälte der nordrussischen Peripherie. Und die FR preist den Roman "Das Glück in glücksfernen Zeiten" als Wilhelm Genazinos besten.
Post aus Madrid
16.02.2009 In Spanien posierte eine Minsterin im Dessous und eine andere sprach im Hosenanzug - und darüber wird sehr viel mehr geredet als über ihre poltischen Leistungen.
Vorgeblättert
16.02.2009 "Das Ende der Diktaturen in Osteuropa" beschreibt der ungarische Schriftsteller György Dalos. Pointiert und kenntnisreich schildert er diese Phase der Utopie des späten 20. Jahrhunderts. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Der Vorhang geht auf".
Medienticker-Archiv
16.02.2009 Vermeldet und vergessen? - Wie sieht die Zukunft der Medien aus - und welcher Platz bleibt für die gedruckte Zeitung? - Micro-Blogging - Der Polemiker: Ein Interview mit Henryk M. Broder - Lebensgefährlicher Datensalat - Verschmelzen Computerspiel und Film? - Wenn die Berlinale zum Einschlafen ist + Jazz aus der Tube: McCoy Tyner Trios "You Stepped Out Of A Dream".
Dienstag, 17.02.2009
Magazinrundschau
17.02.2009 Brauchen die Palästinenser mehr Platz als die Belgier? fragt Amos Oz im Guardian. In Eurozine erklärt Slavenka Drakulic, wie man auf die harte Tour lernt. In Nepszabadsag beklagen der Pole Bogdan Goralczyk und der Ungar Laszlo Lengyel die Provinzialität Osteuropas. Im Espresso wirft Umberto Eco mit Büchern. Im TLS erklärt Richard Dawkins: Evolution ist wahr. The New Republic fürchtet die Zwei-Klassen Informationsgesellschaft nach dem Tod der Zeitungen.
Heute in den Feuilletons
17.02.2009 Im Tagesspiegel erinnert die iranische Autorin Sharnush Parsipur an das Schicksalsjahr 1989 in ihrem Land. Die NZZ fragt: Ist Aleksandar Hemons der neue Nabokov? In der Welt hält es Gert Ueding, Walter Jens' Nachfolger auf dem Tübinger Rhetorik-Lehrstuhl, für infam und heuchlerisch, wie Jens' Sohn seinen Vater in einem Buch vorführt. In der SZ schimpft der isländische Autor Einar Mar Gudmundsson böse auf die Neokapitalisten seines Landes, die das ganze unschuldige isländische Volk in die Bredouille gebracht haben.
Bücherschau des Tages
17.02.2009 Die NZZ ist hingerissen von Aleksandar Hemons Roman "Lazarus" über den ostjüdischen Anarchisten Lazarus Averbuch und dessen bosnischen Nachfahren. Begeistert liest sie auch Bruno Latours Gespräche mit Michel Serres. Die FAZ freut sich, dass Adam Zagajewskis den hohen Stil und die Leidenschaft in der Poesie verteidigt. Und die SZ schwelgt in der handfesten Sinnlichkeit von Frantisek Listopads Gedichten "Jahrmarkt Böhmen".
Medienticker-Archiv
17.02.2009 Mit Grass von Deutschland nach Deutschland unterwegs - Scheitern als Chance: Umbruchszeit der Literaturkritik - Magda Schneiders Affäre - Der Erzkomödiant: Hörbücher erzählen von Thomas Bernhard - Kleinverlage: Riesen wollen nicht mit Zwergen tanzen. Oder doch? - Rebell oder kriminell? Pirate-Bay-Prozess - Deutsches Kino: Kein Wir, aber viele Ichs - Sechsmal um den Blog + Jazz aus der Tube: Frith & Glennie: "A Little Prayer".
Mittwoch, 18.02.2009
Heute in den Feuilletons
18.02.2009 In der SZ outet Kurt Flasch den Papst als Piusbruder. In der NZZ hat der simbabwische Autor Chenjerai Hove ein exaktes Spiegelbild Lears erblickt: Robert Mugabe. In der Welt erinnert Wolf Lepenies an die Abschaffung der Nudel durch den Futurismus. Und Sophie Hunger verzaubert sowohl die Schweiz als auch die FR.
Bücherschau des Tages
18.02.2009 Hingerissen ist die SZ vom Roman "Das Herz des Urpferds" des Dänen Peter Adolphsen, der in extremer Verdichtung die Naturgeschichte mit der Geschichte einer jungen Frau verbindet. Die FR hat sich bei Bodo Kirchhoffs "Erinnerungen an meinen Porsche" prächtig amüsiert. Die FAZ bespricht zwei Darwin-Bücher.
Medienticker-Archiv
18.02.2009 Vanity Fair wird eingestellt - WAZ stellt Onliner ein und streicht Print-Stellen - Verleger KD Wolff über die Buchbranche in Krisenzeiten - Web-Serien: Ein paar Minuten Lucy, Piet und Jim - Neues über den Autor des Picaroromans "Lazarillo de Tormes" - Von der Streitkultur der Antiquare - Literarischer Vatermord? Jens jr. vs. sen. - Tausendköpfiger Lindwurm: Kulturgeschichte des Gerüchts + Jazz aus der Tube: In memoriam Louie Bellson.
Im Kino
18.02.2009 Jim Carrey lernt zu seinem Glück in "Der Ja-Sager", was ihm der Titel befiehlt: Ja und Amen zu allem - aber so richtig. Und Paul Schrader führt in "Ein Leben für ein Leben" Jeff Goldblum als Mann vor, der als Hund das KZ überlebt.
Donnerstag, 19.02.2009
Heute in den Feuilletons
19.02.2009 In der FR erklärt Herbert Rosendorfer, was ein Unsittenstrolch ist. In der Welt plädiert Wolfgang Sofsky für Untreue in Zeiten der Krise. Die FAZ ist böse. Conde Nast-Verleger Newhouse hat sie belogen, die deutsche Vanity Fair macht zu, und schuld sind mal wieder die Amerikaner. In der Zeit will sich Juri Andruchowytsch aber noch nicht ganz von Amerika verabschieden. In der SZ kritisiert der Theologe Friedrich Wilhelm Graf die Position der Kirchen zur Patientenverfügung.
Bücherschau des Tages
19.02.2009 Als monströses Buch der vollkommenen poetischen Freiheit empfiehlt die frohlockende Zeit Odile Caradecs Gedichte über den Tod "In schöner schwarzer Erde". Sehr beeindruckt ist sie auch von Jürgen Osterhammels Weltgeschichte des 19. Jahrhhunderts "Die Verwandlung der Welt". Die SZ preist die lyrische Fantasie in Istvan Vörös' Versroman "Heidegger als Postbeamter". Die FAZ erfreut sich an Gianni Celatis abenteuerlichen Geschichten aus dem Alltag der Italiener "Was für ein Leben!"
Vorgeblättert
19.02.2009 Tanguy Viel, der französische Simenon-Nachfolger, lebt in Meung-sur-Loire, wo auch Kommissar Maigret nach seiner Pensionierung lebte. Er beschreibt die Kundschaft von Maigret, hinreißend und spannend, und nie werden sie langweilig, die Gaunergeschichten von Loyalität, Verrat und Rache. Lesen Sie hier einen Auszug aus: "Das absolut perfekte Verbrechen".
Medienticker-Archiv
19.02.2009 Literatur im TV - Abwrackprämie für Bücher: Von wegen "undenkbar" - Medienzukunft: Zeitung als Shareware? - Nicht verpassen: Lokale Anzeigen als Chance - Heinrich Manns Koffer aus Prag - Murks in Mainz: CDU will ZDF-Chefredakteur Bender schassen - Kommunikationspanne reloaded - Fotografie: Der schöne Augenschein der DDR + Jazz aus der Tube: Lagrene & Rosenberg play Spain.
Freitag, 20.02.2009
Heute in den Feuilletons
20.02.2009 Alle Zeitungen loten die hundertjährige Vergangenheit des futuristischen Manifests aus. In der Welt schreibt Burkhard Spinnen über die Vergangenheit der Marken. In der taz muss Grandmaster Flash feststellen, dass die Schallplatte Vergangenheit ist. In der FAZ bedauert Andrew Keen die Demokratisierung der Kultur durch das Internet. Die NZZ betrachtet mit Sorge den brüchigen Religionsfrieden zwischen Gläubigen und Ungläubigen in Großbritannien. Die SZ besingt den Mut der Geschworenen im Politkowskaja-Prozess.
Bücherschau des Tages
20.02.2009 Die FR begeistert sich für Frankreichs eigenwilligste Autorin Marie NDiaye und ihren Roman "Mein Herz in der Enge". Sehr beeindruckt ist sie auch von Susanne Schädlichs Buch über den Stasi-Verrat ihres Onkels "Immer wieder Dezember". Die FAZ reiht Sandor Marai als Tagebuch-Autor neben Virginia Woolf ein. Und die SZ begibt sich mit Klaus-Jürgen Liedtke in "Die versunkene Welt" Ostpreußens.
Medienticker-Archiv
20.02.2009 Wirf alles von Dir, was dich hemmt! Heinz Erhardt zum Hundertsten - Cebit-Trends 2009: Null Watt und Touch-Bedienung - Ulrich Beck über die Globalisierung oder Das Gute am Schlechten - Kartell der Krawalljournalisten - WAZ-Strategie: Meinung als bloße Ware - Lasst sie nur reden: Der Journalismus ist nicht tot - Internet-Fernsehen: Hulu kappt die Kanäle - Welche Zukunft hätten S' denn gern? + Jazz aus der Tube: John Coltranes "Naima" (1965).
Samstag, 21.02.2009
Heute in den Feuilletons
21.02.2009 In der NZZ erzählt Peter Nadas, was passieren kann, wenn man in Ljubljana auf Kroatisch nach dem Weg fragt. In der Welt erinnert sich Uwe Tellkamp an den 9. November 1989. Wie die VG Wort zu ihren Autorenrechten kommt, fragt der Tagesspiegel. Die FR ruft: Das Theater muss raus! In der FAZ plädiert Hans Küng für eine Entkriminalisierung der Sterbehilfe.
Bücherschau des Tages
21.02.2009 Tilman Jens' Abschied von seinem demenzkranken Vater Walter Jens stößt auf höchst unterschiedliche Reaktionen: Was der SZ peinlich scheint, findet die FR gerade mutig. Mit großem Interesse besprechen FR und FAZ Thomas Klupps Roman "Paradiso". Die taz hofft, dass Matthias Frings dem Autor Ronald M. Schernikau durch seine Biografie zu einer Wiederentdeckung verhilft.
Montag, 23.02.2009
Heute in den Feuilletons
23.02.2009 In der FR geht Franzobel ganz allgemein das Lukullisch-Sexuell-Religiöse ab. Die NZZ hat sich schon mal den Kindler angeguckt, der im September erscheint. Im Tagesspiegel macht Jean Ziegler den Kapitalismus für den Hunger in der Welt verantwortlich. Die FAZ sucht nach der Meinungsfreiheit in Venezuela, findet sie aber nicht. Die Welt bewundert Händel im Kerzenschein. Gawker feiert die Gayest Oscars Ever.
Bücherschau des Tages
23.02.2009 Die FAZ entdeckt in Vincenzo Consolos "Palermo" nicht nur Schuld, Ohnmacht und Cosa Nostra, sondern auch feinsinnige Poesie. In Marie NDiaye erkennt sie die legitmie Erbin Franz Kafkas. Und schließlich lernt sie von Franz Böni, welch segensreiche Auswirkungen die Piraterie auf den freien Handel hatte. Die SZ empfiehlt eine Biografie des unerschütterlichen Nazi-Anklägers Fritz Bauer sowie Frederick Taylors Geschichte der Mauer.
Vorgeblättert
23.02.2009 Joseph Roth war Starjournalist, Reisereporter der Weimarer Republik und Schriftsteller von Weltrang. Wilhelm von Sternburg erzählt in seiner Roth-Biografie anschaulich die Geschichte von Roths Aufstieg, den Jahren in der Emigration, seinem publizistischen Kampf gegen den Nazi-Terror, vom Wahnsinn der Ehefrau und Roths körperlichem Verfall als Trinker im Pariser Exil. Hier ein Auszug.
Dienstag, 24.02.2009
Magazinrundschau
24.02.2009 In der London Review zählt Perry Anderson die Diener im Quirinale. Salon.eu.sk dokumentiert einen Vortrag Peter Nadas' vor den ungarischen Nationalbankern - über Vertrauen. In Clarin feiert Roberto Saviano den neuen Fußballgott Messi. Literaturen feiert die schärfste deutsche Battle-Rapperin. Im Nouvel Obs erklärt die französische Historikerin Nelly Schmidt: Ohne die Briten wäre der französische Kolonialismus immer noch unerforscht.
Heute in den Feuilletons
24.02.2009 Welcher unheimliche Täter verfolgt Veit Heinichen mit finsteren anonymen Briefen, ohne DNA-Spuren oder Fingerabdrücke zu hinterlassen? Die Zeitungen rätseln. Wir verlinken auf Heinichens Artikel in Il Piccolo. Die Welt schildert, wie der deutsche Oscar-Preisträger Jochen Alexander Freydank zuvor an sämtlichen deutschen Institutionen scheiterte. Die NZZ macht sich Sorgen um Egon Eiermanns Taschentuchweberei in Blumberg.
Bücherschau des Tages
24.02.2009 Als neues Standardwerk preist Wolfgang Kraushaar in der FR Stephen Kinzers Buch "Im Dienste des Schah", das minutiös protokolliert, wie CIA und MI6 im Iran die Regierung Mossadegh stürzten und den Schah an die Macht putschten. Die NZZ lässt sich von Guillermo Martinez' argentinischem Krimi "Der langsame Tod der Luciana B." fesseln. Und die FAZ liest noch einmal bei G.K. Chesterton nach, wie herrlich ätzend dieser den Sittenverfall beklagen konnte.
Medienticker-Archiv
24.02.2009 Kultobjekt Zeitung - Und wieder stehen US-Zeitungen vor dem Reißwolf - Twitter für Journalisten und Oscar-Nacht mit virtueller Begleitung - Wikipedia on Demand - Wolfram Schütte: Rumor um Kehlmanns "Ruhm" - Letzte Bastion des Feudalismus - Eingriff in die Rundfunkfreiheit: Union gegen ZDF-Mann Brender + Jazz aus der Tube: Nina Simones "Feeling Good".
Im Kino
24.02.2009 Darren Aronofsky führt in "The Wrestler" nicht ohne Sympathie Mickey Rourke als einen Mann vor, der seit den Neunzigern die Welt nicht mehr versteht. In David Wains Hollywood-Komödie "Vorbilder?!" erziehen Erziehungsbedürftige Erziehungsbedürftige, und siehe: alles wird gut.
Mittwoch, 25.02.2009
Heute in den Feuilletons
25.02.2009 Im Tagesspiegel beklagt Sibylle Lewitscharoff die Verrottung Bulgariens. Die NZZ sucht ein Denkmal für Sousa Mendes. Die FR erzählt, dass nicht mal die Amerikaner deutschen Politikern den Wert der Pressefreiheit beibringen konnten. In der FAZ erklärt Roland Koch: ZDF-Chefredakteur Brender soll gehen, weil seine Zuschauerzahlen sinken. Die SZ stellt die Flüchtlingssuchmaschine der Brüder Mikkelsen vor.
Bücherschau des Tages
25.02.2009 Die SZ freut sich über die Wiederauflage von Juan Rulfos Klassiker des Magischen Realismus "Pedro Paramo". Von Hansjörg Küsters "Schöne Aussichten" lernt sie den Unterschied zwischen Natur und Landschaft. Die FAZ empfiehlt Susanne Schädlichs Erinnerungsbuch "Immer wieder Dezember". Und die NZZ bewundert die "Städte der Welt" in einer Prachtausgabe.
Mord und Ratschlag
25.02.2009 Kräfte des Widerspruchs messen sich in "Das Zeichen des Widders", dem gemeinsamen Werk von Krimiautorin Fred Vargas und Comiczeichner Edmond Baudoin. Und Kommissar Adamsberg ist auch dabei. Kate Atkinsons zeigt in "Lebenslügen" ihre schwarze Seele.
Medienticker-Archiv
25.02.2009 Vierzig Besteller und ihre Geschichte - Krise im Modernen Antiquariat: "Zu viele Anbieter, zu wenige Reste" - Wolkenjäger: Prozess gegen Pirate Bay - Auslandsberichterstattung durch Private Militärdienstleister? - Mäh! Bäh!: "Pension F." zu Amstetten auf dem Theater - So ein Komiker: Erik Satie, ein verkanntes Genie - Tina Turner, ganz die Alte - Musikportal MX3:Öffentlich-rechtliches MySpace.
Redaktionsblog - Im Ententeich
25.02.2009 Paul Spinrad, zur Zeit Gastblogger bei BoingBoing, hat eine interessante Idee zum Copyright.
Er schlägt eine Börse vor, an der die Rechte an Kulturprodukten gehandelt werden: "Eine Rechte-Börse würde es nicht nur erleichtern, Rechte für die aktuelle Nutzung zu erwerben, sie würde auch die Spekulation unterstützen.
Wenn ihr ein vergessenes, aber aufregendes Musikstück oder einen Film kennt, von dem ihr überzeugt seid, dass andere Leute es wiederveröffentlichen, sampeln oder was auch immer wollen - bestens, kauft es oder bildet einen Einkaufspool mit anderen, die ein Stück davon wollen.
Donnerstag, 26.02.2009
Heute in den Feuilletons
26.02.2009 Die Zeit porträtiert einen jungen Pianisten, der sein Haupt auf Eiswürfeln bettet, damit sein Hirn nicht explodiert. Die NZZ feiert die subversiven Pfusch-Imitationen der "shanzhai" in China. Die FAZ erlebte zwei Minuten kompletten Wahnsinn mit Edita Gruberova. Die SZ beschreibt, wie die polnische Debatte in die Patriotismus-Falle tappt. Und sie staunt über das Selbstbewusstein der Systemlinge in den öffentlich-rechtlichen Anstalten.Die Welt findet dagegen: Roland Koch hat recht.
Bücherschau des Tages
26.02.2009 Schön und schrecklich, bewundernswert und nervtötend findet die Zeit, wie Sibylle Lewitscharoff in ihrem Roman "Apostoloff" Bulgarien heimsucht. Das Fürchten gelehrt hat sie Juli Zehs Gerichtstragödie in Prosa "Corpus Delicti". Die FR schaudert wohlig über Andrea Maria Schenkels neuem Krimi "Bunker". Die FAZ preist Karl Heinz Bittels menschenklugen Roman "Eine Art Verrat" über Thomas und Klaus Mann. Die SZ liest Gramscis Gefängnisbriefe.
Vorgeblättert
26.02.2009 Mit großer Intensität und poetischer Kraft schildert der rumänische Schriftsteller Mircea Cartarescu Kindheit und Jugend im Bukarest der 60er Jahre. Das zerklüftete Gelände hinter dem Wohnblock oder der unterirdische Tunnel sind Schauplatz der Abenteuer der Kinderbande. ("... Mädchen unseres Alters gehörten selbstredend nicht zur Truppe. ...") Lesen Sie einen Auszug aus den wunderbaren Erzählungen in "Nostalgia".
Medienticker-Archiv
26.02.2009 Bücher im Internet und ein Bibliothekar namens Google - Leseterminals in Bibliotheken: Würzburger Musterprozess - Facebook+Skype, es werden immer mehr - E-Democracy: Online wartet auf Offline - Robert Basic prescht mit neuem Blog vor - Wie man Social Networks für Recherchen nutzt - Der Vorleser: Täter der anderen Art - This is a journey into sound + Jazz aus der Tube: Steve Swallows "Utviklingssang".
Redaktionsblog - Im Ententeich
26.02.2009 Ob im Archiv der FAZ wohl noch mit Karteikarte und Zettelkasten gearbeitet wird? Wert gelegt wird hier jedenfalls auf ursprüngliche Erzeugnisse aus Papier und Tinte: Wer im (digitalen) Archiv der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen alten Artikel lesen möchte und auch noch bereit ist hierfür zu bezahlen, hat noch lange nicht das Recht den Text auch auf seinem Rechner abzuspeichern. Gemäß der Geschäftsbedingungen darf der Nutzer den Artikel nämlich nur ausdrucken. Auf der Festplatte sichern hingegen ist verboten. (Gut also, dass sich das E-Book bisher als Rohrkrepierer erwiesen hat, es würde ja alles aus dem Ruder laufen!)
Redaktionsblog - Im Ententeich
26.02.2009 Der Journalist und Hochschullehrer Daniel Sinker ist nicht beeindruckt von den Vorschlägen zur Rettung des Journalismus, die er auf einer Konferenz in Chicago zu hören bekam.
Vor allem, weil es dabei nicht um die Zukunft des Journalismus, sondern um die Zukunft des verlegerischen Establishments ging, schreibt er in der Huffington Post.
Dieses Establishment will sich mit einem an iTunes angelehnten Modell für Zeitungsartikel retten.
Freitag, 27.02.2009
Heute in den Feuilletons
27.02.2009 Die Welt hält die indische Empörung über den Film "Slumdog Millionaire" für heuchlerisch. In Achgut fragt Richard Wagner angesichts der polnisch-deutschen Debatte, ob eine europäische Geschichte überhaupt möglich ist. Golem hat das Lesegerät von Sony getestet und ist enttäuscht. In der FR sucht Wilhelm Genazino in Marbach nach einem Hauch Vitalität. Die SZ resümiert die albanische Debatte über Skanderbeg. Die FAZ bringt Ausschnitte aus dem Briefwechsel zwischen Hacks und Enzensberger.
Bücherschau des Tages
27.02.2009 Zwei Bücher führen die schaudernde SZ zurück auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs: Das kollektive Tagebuch "Endzeit Europa" und der Fotoband "Flanders Fields". Die FAZ folgt aufmerksam Franziska Hoppes Augsburger Poetikvorlesungen "Sieben Schätze". Und die NZZ erhält mit Kiriko Nananans Comic "Liebe und andere Lügengeschichten" einen Eindruck vom beklemmenden Leben japanischer Teenager.
Medienticker-Archiv
27.02.2009 Fernseh- und Internetkonsum - W. G. Sebalds Enzyklopädie der Melancholie - Die Dinge des Lebens: Artaud und Van Gogh - Feministischer Journalismus als feste Größe - Verlust der Priesterfunktion: Schnelle Zeitung tiefes Netz - Tankstellenluft, Fenstersteher und Rauchkanaillen: Sibylle Lewitscharoffs "Apostoloff" - Der seltsame Fall des Benjamin Google - Hoffnung für Filmophile + Jazz aus der Tube: Charles Lloyd & Jason Moran.
Redaktionsblog - Im Ententeich
27.02.2009 Droht den Zeitungen eine Knebelung durch Amazon wie die Musikindustrie sie durch Apple hinnehmen musste? Ausgelöst durch die Horrormeldungen über bankrotte Zeitungen kochte in den USA in den letzten zwei Monaten die Debatte um die Zukunft des Journalismus hoch. Den Anfang machte Joel Brinkley von der Stanford University, der vorschlug, die Zeitungskonzerne sollten sich zusammenschließen und alle für ihre Inhalte Geld verlangen. Hier die wesentlichen Argumente und Vorschläge in der Debatte (eine detailliertere Zusammenfassung mit Links zu allen Artikeln findet man bei Printed Matters):