Montag, 02.02.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
02.02.2026 Thomas Melles "König Lear" in Kassel irritiert die Kritiker mit dämonischer Groteske - und lässt sie etwas ratlos zurück. Die Nachtkritik fragt sich in der Hamburger Inszenierung von Elfriede Jelineks und Olga Neuwirths Oper "Monster's Paradise", ob Trump als Riesenbaby noch zeitgemäße Kritik ist. Die Zeit schwärmt in weihevollen Worten von Christian Thielemann in der Elbphilharmonie. John Armleder kann nicht nur selbst Kunst schaffen, sondern auch hervorragend kuratieren, lobt die FAZ in Genf. Berlinale-Leiterin Tricia Tuttle möchte mit ihrem Festival nicht nur Boomer ansprechen, verkündet sie im Tagesspiegel-Interview.
9punkt - Die Debattenrundschau
02.02.2026 Minus 20 Grad in Kiew, und keine Heizung, kein Strom, kein Wasser. Gegen wen führt Putin eigentlich seinen Krieg, fragt die Schriftstellerin Iryna Tsilyk in der FAZ. Trocknet die Finanzströme des Terrors aus, ruft Navid Kermani in der SZ - mit Blick auf den Sohn von Khamenei, der offenbar in Frankfurt ein Hilton-Hotel besitzt. Bei jacobin.de erklärt der Linkspartei-Politiker Ahmed Abed, wie er es als Bürgermeister von Neukölln halten will.
Bücherschau des Tages
02.02.2026 Die FAZ liest Krimis: Mit Robert Brack streift sie durch die Spelunken und Wärmehallen im St. Pauli der Nachkriegszeit. Außerdem staunt sie, wie Jo Nesbo in "Minnesota" die aktuellen Ereignisse in den USA vorhersieht. "Wer verteidigt Europa?", fragt die SZ mit Jana Puglierin. Dlf staunt, wie Rachel Cockerell in "Melting Pot" in Zitaten ein wenig bekanntes Kapitel jüdischer Geschichte aufleben lässt. Dlf Kultur feiert die Wiederentdeckung von Molly Keanes Roman "Das gute Benehmen".
Dienstag, 03.02.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
03.02.2026 Fast verzweifelt klingt der Ruf von Sergei Gerasimow in der NZZ. Kümmert es uns eigentlich, dass in der Ukraine Tausende Kinder umgekommen sind oder von den Russen deportiert wurden? Nach 56 Jahren scheint geklärt zu sein, wer den Brandanschlag auf das jüdische Altersheim in München begangen hat - ein Kleinkrimineller und rasender Antisemit, berichtet die taz mit Bezug auf den Spiegel. Marko Martin erinnert bei libmod.de an den Ideenhistoriker Fritz Stern, der die Demokratiefeindlichkeit bei Rechten und Linken früh benannte.
Efeu - Die Kulturrundschau
03.02.2026 Die Grammys wurden verliehen: Zeit Online ist beeindruckt von Bad Bunny, der den Preis für das beste Album des Jahres abgeräumt hat. Die SZ hätte sich von den Gästen mehr politischen Mut erhofft. Der Tagesspiegel schnüffelt sich in der Ausstellung "Die geheime Macht der Düfte" in Düsseldorf durch die Kunstgeschichte. Uneinig sind sich die Kritiker über die Oper "Monster's Paradise" in Hamburg: Tolle Weltuntergangsmusik, meint die SZ, die FAZ sieht eine Bankrott-Erklärung der Kunst.
Magazinrundschau
03.02.2026 Der Trumpismus ist ein Fall von Neo-Royalismus, behaupten in Le Grand Continent die Politologen Stacie Goddard und Abraham Newman. Hari Kunzru wandert für Harper's durch London und versucht sich in praktischer Psychogeografie. Novinky erklärt, warum Petr Pavel immer mehr zum neuen Vaclav Havel wird. Die London Review rechnet die Kosten von KI ab und erinnert an Barnett Newman. Im Merkur entsorgt Heinz Bude seine Boomer-Bibliothek.
Bücherschau des Tages
03.02.2026 Die FAZ testet mit Wolfgang Müller-Funk "Grenzen" aus. Die NZZ begegnet mit Michal Ajvaz in "Die andere Stadt" kämpfenden Meeresmonstern und phosphorizierenden Elchen. Dlf findet mit Thomas Wagner "Wege aus der Gewalt". Dlf Kultur bewundert, wie Enne Koens in ihrem Kinderbuch "Zuhause ist woanders" die universelle Erfahrungen von Flucht und Exil verarbeitet.
Mittwoch, 04.02.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
04.02.2026 Die Ukraine erfriert! In der FAZ rufen die Historiker Karl Schlögel und Gerd Koenen zu einer konzertierten Hilfsaktion auf. Trumps Außenpolitik folgt guter alter amerikanischer Tradition, meint in der FR der deutsch-amerikanische Philosoph Christian Lotz. Wenn den Spaniern Juan Carlos I. zur Demokratie verhalf, warum sollte Reza Pahlavi das nicht im Iran können, fragt in der Welt die Autorin Sineb el Masrar. In der FAZ kritisiert der Historiker Jan Grabowski scharf die deutschen Holocaustforscher Andrea Löw und Stephan Lehnstaedt, die ihre polnischen Kollegen im Stich gelassen hätten.
Efeu - Die Kulturrundschau
04.02.2026 Bis zur Besessenheit aufgekratzt wird in Barrie Koskys Berliner Inszenierung der "Lady Macbeth von Mzensk" musiziert, freut sich die nmz. Die Künstlerin Parastou Forouhar erzählt in der FAZ, wie Frauen im Iran ihr Recht auf Präsenz zurückerobert haben. Die NZZ hat kein Problem damit, wenn an Schulen Literaturklassiker in vereinfachten Fassungen gelesen werden. Die SZ begeistert sich für das introspektive Chaos des experimentellen Hip-Hop-Duos By Storm.
Bücherschau des Tages
04.02.2026 Die FAZ gerät mit Kjell Westö in "Dämmerung" zwischen die Fronten des Lapplandkrieges. Die FR folgt Frauke Buchholz' Ex-Profiler Ted Garner von der Paartherapie ins eisige Kanada, wo ihm nur die Expertise der Indigenen helfen kann. Die SZ ist hingerissen von Julya Rabinowichs Liebesgeschichte zwischen einem jungen Muslim und einem Juden. Dlf verliert sich fröhlich in der Komplexität von Thomas Langs Buch über Hermann Melville. Und Dlf Kultur sitzt mit Marcel Nobis an den Tresen von Westberliner Kneipen von Hardenberg bis Ex & Pop.
Donnerstag, 05.02.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
05.02.2026 Im Iran haben die geistlichen Führer wohl mehr als 30.000 Menschen umgebracht - Die SZ kommt auf die Massaker zurück und auf die Verzweiflung, die jetzt in der iranischen Bevölkerung herrschen muss. Nützt die Veröffentlichung der Epstein-Files vor allem Donald Trump, fragt ebenfalls die SZ. Der noch in Moskau lebende Autor Andrei Kolesnikow schildert in der NZZ den wohl trübsten Winter in der Stadt seit langem. Die FAZ meint: Ein Social-Media-Verbot für Jugendliche reicht nicht aus - der Staat sei aufgefordert, "sein Wächteramt auch gegenüber Volljährigen auszuüben ".
Efeu - Die Kulturrundschau
05.02.2026 Park Chan-Wooks Film "The Ax" zeigt Klassenkampf vom Feinsten, meint die SZ, der Perlentaucher findet ihn ein wenig vorhersehbar. Die FAZ wandert in einer Ausstellung in Kaiserslautern durch die leuchtenden Prater-Landschaften der Impressionistin Tina Blau. Außerdem ärgert sie sich über die Auswahl der Kandidaten für den Preis des Deutschen Architekturmuseums: Zu viel Blech und Sichtbeton. Backstage Classical sieht im neuen Streit um den Salzburger Festspiel-Intendanten Markus Hinterhäuser eine grundsätzliche Debatte über Geniekult und Modernisierung.
Bücherschau des Tages
05.02.2026 NZZ und Dlf folgen Dorota Maslowska, der "Königin des Drecks" in der polnischen Literatur, so der Dlf, atemlos in die schmuddeligsten Ecken von Warschau. Die Welt zieht es vor, Hans Jürgen von der Wense ins Paralleluniversum Paderborn zu begleiten. Die Zeit liest berührt, wie Liz Moore einen sehr dicken Literaturprofessor aus Einsamkeit immer dicker werden lässt. Die FAZ ist gar nicht so abgeneigt, wenn Katja Diehl und Mario Sixtus über die autofreie Stadt nachdenken.
Freitag, 06.02.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
06.02.2026 Der bombastische moralische Anspruch der Kunstwelt kommt schnell an seine Grenzen, wenn es ums Geld geht, erkennen die FAZ beim Blick in die Epstein Files und Monopol auf der ersten Art Basel in Katar. Welt und Tagesspiegel blicken skeptisch auf den von Wolfram Weimer angekündigten "Film-Booster", der eine Investitionspflicht für Streamer und Sender vorsieht. Die SZ lernt in Mailand, dass es für manchen Rekord im Sport schnittfester Unterwäsche bedarf. Die FAZ bewundert in Amsterdam achtzig prächtige Werke über Ovids "Metamorphosen".
9punkt - Die Debattenrundschau
06.02.2026 Warum verschwindet das Thema Ukraine immer mehr aus den Schlagzeilen, fragt die SZ. Die Epstein Files sorgen nach wie vor für viel Aufsehen: Warum sind viele Opfer in den geleakten Dokumenten sichtbar, fragen Tagesspiegel und SZ. taz und FAZ erzählen, wie Jeff Bezos die Washington Post zerstört. In der FAZ erklärt Marion Ackermann von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, warum sie nun auch das Museum Europäischer Kulturen ins Humboldt-Forum aufnehmen will.
Bücherschau des Tages
06.02.2026 Die FAZ lässt sich von dem moldawischen Schriftsteller Iulian Ciocan erzählen, wie sich die Bedrohung durch die Russen in der Republik Moldau anfühlt. Mit Antje Ravic Strubel denkt sie Über Skifahren, Literatur und Tod nach. Die FR kann die genialen Ideen, die Elias Hirschl in seinem neuen Roman zündet, kaum zählen. "Nie eine langweilige Zeile" entdeckt der Dlf in Sakis Erzählungen über die britische Upperclass. Und Dlf Kultur wird literarisch fit dank Katherine May, Dorothy Parker oder Ilja Trojanow.
Samstag, 07.02.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
07.02.2026 Die FR bewundert in Frankfurt, wie Künstler mit Teppichen Widerstand leisten. Die Feuilletons gratulieren Paula Modersohn-Becker zum 150. Geburtstag: Sie wäre ein Vorbild für die deutsche Avantgarde gewesen, hätten ihre männlichen Kollegen sie nicht verdrängt, glaubt die SZ. Die FAS bewundert das Nederlands Fotomuseum in Rotterdam, das nicht nur pünktlich fertig, sondern auch wunderschön geworden ist. Die SZ befürchtet, dass Netflix-Produktionen immer dümmer werden. Und in der FAZ fragt sich Marica Bodrozic: Wo sind heute Menschen vom Format eines Vaclav Havel?
9punkt - Die Debattenrundschau
07.02.2026 Europa muss sich wappnen, rät der Politikwissenschaftler Robert Kagan im SZ-Interview, es wird sonst von den drei neuen Raubtierimperien zerfleischt. Der Meinungsforscher Lew Gudkow erklärt in der FAS, warum die Russen in Umfragen angeben, zufrieden mit ihrem Land zu sein, aber eigentlich nur Angst haben. Die Schriftstellerin Judith Schalansky hat in ihrer Dankesrede zum Lessing-Preis, die die FAZ abdruckt, angesichts mächtiger Algorithmen wenig Hoffnung für die Philosophie. Der Medienwissenschaftler Martin Andree fordert in der FAS: Das Internet muss wieder uns allen gehören!
Bücherschau des Tages
07.02.2026 Die FAZ denkt über die Forderung der türkischen Journalistin Ece Temelkuran nach, neue Heimaten zu schaffen. Außerdem schwelgt sie in Jörg Stürzebechers Designreportagen. Die taz erinnert sich mit Barbara Honigmann an das „Kulturjudentum“ in Moskau und Ostberlin. Von Geralf Pochop erfährt sie, wie sehr Punk-Frauen in der DDR drangsaliert wurden. Die Welt lässt sich von Jana Hensel erklären, warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. In höchsten Tönen lobt sie auch den neuen Roman von Abbas Khider.
Montag, 09.02.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
09.02.2026 William Swiftspeare? Die Kritiker bleiben in Leipzig skeptisch, ob das Medley zwischen dem englischen Dramatiker und Taylor Swift funktioniert. Hervorragend funktioniert FAZ und FR zufolge aber die Stuttgarter "Meistersinger"-Inszenierung. Die FAZ hört mit Angelika Niescier die Zukunft des Jazz. Statt Bad Bunny sieht ebenfalls die FAZ in der Super Bowl-Halbzeitshow eher Lame Bunny, der auf eine politische Botschaft verzichtet und lieber den harmlosen Entertainer mimt.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.02.2026 In der SZ markiert Gary Marcus die Grenzen der Künstlichen Intelligenz. Die taz untersucht das pathologische Verhältnis der westlichen Linken zum Mullah-Regime im Iran. Die taz hat es auch hingekriegt, dass in Oldenburg ein Museum umbenannt wird. In der FAZ fragt der Jurist Uwe Volkmann, ob Demokraten die Schmittsche Freund-Feind-Unterscheidung auf die AfD anwenden sollten. In der SZ macht die Schriftstellerin Shida Bazyar nochmal das Ausmaß der Gewalt gegen iranische Protestierende deutlich.
Bücherschau des Tages
09.02.2026 Die SZ sieht in den anonymen Augenzeugenberichten einer Demonstrantin von den Straßen Teherans ein Denkmal für alle, die Widerstand leisten. Vom Holocaust-Forscher Stephan Lehnstaedt lässt sie sich die Geschichte der Wiedergutmachung anhand von Einzelschicksalen erzählen. Die FAZ erfährt von Katharina Zweig, dass KI gar nicht intelligent ist. Die NZZ vertieft sich in Barbara Honigmanns Porträt der Gulag-Überlebenden Mischka, die im Moskau der Siebziger Jahre Intellektuelle wie Heinrich Böll und Lew Kopelew in ihrer Küche empfing.
Dienstag, 10.02.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
10.02.2026 Die taz erklärt, was "Deathonomics" ist: das Putinsche Wirtschaftssystem, das die Konjunktur mit toten Rekruten heizt. taz und FAZ wundern sich nicht wenig über die Norweger, die sich doch recht intensiv von Jeffrey Epstein bezirzen ließen. Den Ostdeutschen ginge es heute besser, wenn die Jewish Claims Conference keine Entschädigungsforderungen gestellt hätte, meint der Berliner-Zeitung-Verleger Holger Friedrich laut Jüdischer Zeitung. In der SZ rät Literaturwissenschaftler Steffen Martus mit Blick auf Trump Feuer mit Feuer zu bekämpfen.
Efeu - Die Kulturrundschau
10.02.2026 Die Theaterkritiker sind beeindruckt von Michael Thalheimers "Salome"-Inszenierung an der Berliner Schaubühne: Theater wie ein Schlag auf den Kopf, ruft die SZ. Die FAZ fällt wie Alice ins Wunderland in die fein gearbeiteten Kartonlandschaften der Künstlerin Eva Jospin, die der Grand Palais in Paris zeigt. Zeit Online lobt den Auftritt von Bad Bunny beim Super Bowl als einende politische Botschaft. Der Freitag verteidigt die Outfits der deutschen Sportler bei den Olympischen Winterspielen: Der Wille zum Modischen war zumindest da.
Magazinrundschau
10.02.2026 Forbes fragt sich, wie der ehemalige Mathelehrer Jeffrey Epstein ein Vermögen von 600 Millionen Dollar ansammeln konnte. Der New Statesman versteht nicht, dass Labour nie auffiel, wie eng der britische Politiker Peter Mandelson und Epstein waren. Die NYT porträtiert den ehemaligen General und linken Politiker Yair Golan, der als einziger israelischer Politiker noch an eine Zweistaatenlösung zu glauben scheint. Der Merkur liest Peter Jelavichs Buch über Kunstfreiheit. Wired fragt sich, ob ICE eine Strategie hat oder nur dumm und brutal ist. Der New Yorker hört Joe Rogan.
Bücherschau des Tages
10.02.2026 Die NZZ applaudiert Robert Menasse und seiner neuen Novelle "Die Lebensentscheidung". Die FAZ beobachtet in Sebastian Schmidts Roman "Powerschaum" einen Streit zwischen Mensch und Android, der in der Katastrophe endet. Die FR ist begeistert davon, wie Dominik Graf in seinem Schauspiel-Buch zeigt, dass mutiges Scheitern oft besser ist als brave Korrektheit. Dlf vertieft sich in Interviews mit Ingeborg Bachmann.
Mittwoch, 11.02.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
11.02.2026 Die mexikanische Fotografin Graciela Iturbide bezwingt den Tod in jedem ihrer Bilder aufs Neue, jubelt die FAZ. Der Tagesspiegel taucht derweil in die Schwarz-Weiß-Welten der Fotografin Dörte Eißfeldt ein. Die Welt schimpft über Lotte Beers verzwergte Münchner Inszenierung von Gounods "Faust"-Oper. Die FAZ ärgert sich über die Deutsche Bahn, die in Köln zwei alte, aber schöne Eisenbahnbrücken abreißen lassen will. Der Tagesspiegel spaziert in Berlin durch das runderneuerte Kino International.
9punkt - Die Debattenrundschau
11.02.2026 Mehr Zirkus als Aufklärung: Die FAZ ist entsetzt von der Debattenkultur, die die Veröffentlichung der Epstein-Akten in den USA offenbart. Und selbst in diesem Zirkus spielen nur die Männer eine Rolle, klagt die SZ. Wie leicht Epstein die nur nicht gerade arme Prominenz ködern konnte, zeigt Le Monde das Beispiel der Tochter Jack Langs. In der NZZ hat der Politikwissenschaftler Mahdi Rezaei-Tazik wenig Hoffnung, dass die Amerikaner den Demonstranten im Iran helfen.
Bücherschau des Tages
11.02.2026 Dlf begibt sich mit Jens Wonneberger auf eine faszinierende "Zimmerreise" zu den verborgensten Plätzen des Inneren. Dlf Kultur zieht mit Antje Schrupp in den Kampf gegen die postpatriarchale Gesellschaft. Außerdem jubelt er über Marek Torčíks Roman "Was die Zeit nicht nimmt", der von einer schwulen Liebe in einer tschechischen Plattenbausiedlung erzählt. Die FR vertieft sich in die von Thomas Meyer herausgegebenen gesammelten Schriften Hannah Arendts, die eine große Denkerin und ihre Widersprüche zeigen.
Donnerstag, 12.02.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
12.02.2026 Die FAZ versucht Noam Chomskys Sympathie für Jeffrey Epstein mit Chomskys Sprachtheorie zu enträtseln. In der Zeit denkt der Philosoph Luca Di Blasi über das Geschäftsmodell der Tech-Konzerne nach, während er ohne Smartwatch spazieren geht. Der Medienwissenschaftler Tilman Baumgärtel fragt sich in der taz, warum er auf seine Printartikel kaum noch Reaktionen erhält: Soll er sie als Video-Reels anbieten? Ebenfalls in der taz antwortet der Grünen-Politiker Winfried Nachtwei auf den Brief eines ehemaligen Parteikollegens, der den Grünen "einseitige Militarisierung" vorgeworfen hat und ausgetreten ist.
Efeu - Die Kulturrundschau
12.02.2026 Heute Abend beginnt die Berlinale: Die afghanische Regisseurin Shahrbanoo Sadat, deren Film "No Good Men" das Festival eröffnet, erzählt im ND-Interview, das ursprünglich niemand eine afghanische Romcom wollte. Die SZ ist schon vor Beginn im Berlinale-Blues, denn: wo sind die Stars? FAZ und FR rätseln in der Schirn über die Verquickung von Technik und Religion in den Werken Thomas Bayrls. Sandra Hüller erzählt in der Zeit, wie es sich mit Penis-Attrappe in der Hose läuft.
Bücherschau des Tages
12.02.2026 Ordentlich Zündstoff bekommt die Zeit geboten, wenn Michael Wolffsohn der Frage nachgeht, welche Art Nazi Herbert von Karajan gewesen ist. Einen ganz besonderen Essay liest sie außerdem, wenn die türkische Schriftstellerin Ece Temelkuran über Exil nachdenkt. Die FAZ lernt von der japanischen Autorin Junko Takase, wie "Poesie leerer Kohlenhydrate" schmeckt. Der Dlf rückt mit Lutz Meier, Heidegger und Husserl dem Arschloch zu Leibe. Und Dlf Kultur blickt mit Val Plumwood ins Auge des Krokodils.
Freitag, 13.02.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
13.02.2026 Besonders glücklich sind die Filmkritiker nicht, dass Tricia Tuttle die Berlinale mit Shahrbanoo Sadats Feelgood-Komödie aus Afghanistan eröffnet. Herbert von Karajan war kein glühender, aber doch ein von Hitler wenig geschätzter Formalnazi, hält Michael Wolffsohn in der FAZ fest. Die FR lernt in Frankfurt die Chancen von KI in der Kunst kennen. Und alle Zeitungen trauern um Cees Nooteboom, der uns zeigte, wie schön es ist, die Couch zu verlassen.
9punkt - Die Debattenrundschau
13.02.2026 Die Münchner Sicherheitskonferenz ist eröffnet: Zeit online veröffentlicht Serhij Zhadans Rede. In der taz erklärt der SPD-Politiker Danial Ilkhanipour, warum er in München an der Seite von Reza Pahlavi demonstrieren wird. Scharouns Staatsbibliothek in Berlin wird demnächst für elf Jahre schließen, berichten die Zeitungen. Die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete Palästinas Francesca Albanese soll zurücktreten, fordern die Außenminister Deutschlands und Frankreichs. Der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit, David Kaye, fordert in der SZ Meinungsfreiheit, auch für die Parole "From the River to the Sea..."
Bücherschau des Tages
13.02.2026 Die Zeitungen verzichten heute geschlossen auf Buchkritiken - das gab es noch nie in der Geschichte des Perlentaucher. Zum Glück liefern die Sender: Für den Dlf ist Norbert Gstreins neuer Roman über fehlverstandenen Heroismus in Kriegszeiten schon jetzt ein Meilenstein der Antikriegsliteratur. Außerdem staunt er über die brennende Aktualität von George Orwells Kolumnen aus den Vierzigerjahren. Und auch Carl von Ossietzkys Artikel lesen sich geradezu prophetisch, ergänzt Dlf Kultur. Für ein kleines Wunder hält er auch Mike Wilsons Roman über das raue Leben kanadischer Holzfäller.
Samstag, 14.02.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
14.02.2026 Heute wird in München die große Demo für den Iran stattfinden, so schlecht wären die Vroaussetzungen für einen Regime Change auch innerhalb des Landes nicht, glaubt die taz. In den Tagen der Münchner Sicherheitskonferenz wird in den Zeitungen viel über die tektonischen Verschiebungen der letzten Jahre nachgedacht: Nach 1989 gehen Totalitarismus und Kapitalismus stillschweigend Hand in Hand, fürchtet der exilchinesische Autor Yang Lian in der FAZ. Europa muss neu über seine Souveränität nachdenken, meint Leander Scholz in der NZZ. Die FAS beschreibt, wie es sich die AfD im Komfort der Demokratie gemütlich macht.
Efeu - Die Kulturrundschau
14.02.2026 Gesinnungsprüfung zum Gazakrieg bei der Berlinale: Braucht das jemand, fragt die SZ. Für Iraner interessiert sich dagegen keine Sau. Auch nicht für die Forderungen nach elementaren Freiheiten in Afghanistan, wie monopol in einer Ausstellung der afghanische Künstlerin KIMIA notiert. In der FAS wundert sich Ronya Othmann über die positive deutsche Resonanz auf die Buchmesse in Damaskus: die dschihadistische Literatur dort ist niemandem aufgefallen? Endlich mal wieder Kontroverse, freut sich die Welt, wenn Milo Rau bei den Hamburger Lessing-Tagen in einem "Prozess gegen Deutschland" ein AfD-Verbot diskutiert lässt.
Bücherschau des Tages
14.02.2026 Die FAZ blickt mit Leon Englers Debütroman nachdenklich auf die "Botanik des Wahnsinns". Die FR lässt sich von Martin Schulze Wessel die Beziehungen zwischen Deutschland und der Ukraine seit dem 19. Jahrhundert erklären. Die Welt gerät mit Maja Iskras "Uppercut" im Belgrad der Neunziger zwischen Mobber und Gemobbte. Die taz liest Abbas Khiders "Der letzte Sommer der Tauben" wie eine Flaschenpost aus Afghanistan. Die FAS amüsiert sich mit Dario Ferraris "Die Pause ist vorbei" über eine Lusche, die als Doktorand in akademische Intrigen verwickelt wird. Die NZZ empfiehlt begeistert Fleur Jaeggys Essayband "Mutmaßliche Leben", biografische Skizzen zu Thomas de Quincey, John Keats und Marcel Schwob.
Montag, 16.02.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
16.02.2026 Es war eine der größten Demonstrationen in der Geschichte Münchens, 250.000 Exiliraner waren in die Stadt gereist - mehr als höfliches Medieninteresse lösen sie nicht aus. Alles wird überstrahlt von Marco Rubios Münchner Rede und den Standing Ovations, die laut Le Monde vor allem von deutschen Politikern in Szene gesetzt wurden. Rubios Diskurse verfangen bei den Medien nicht. Und der Mann reist ja auch schon wieder nach Ungarn ab, wo er sich Inspiration für die Gleichschaltung derselben suchen könnte, meint der Blogger Nick Cohen.
Efeu - Die Kulturrundschau
16.02.2026 Die Berlinale ist in vollem Gange: Der Tagesspiegel ärgert sich, dass der Dialog zum Erliegen gekommen ist, Tricia Tuttle verteidigt die politische Unabhängigkeit der Teilnehmenden und alle sind begeistert von Sandra Hüllers Spiel. Das Bochumer Schauspielhaus hat mit Tiago Rodrigues' Stück über die rituelle Ermordung eines Faschisten einen veritablen Theaterskandal, die Kritiker genießen den Aufruhr. Orhan Pamuk freut sich in der SZ über eine gelungene Serienadaption seines Romans "Das Museum der Unschuld".
Bücherschau des Tages
16.02.2026 Die FAZ ergründet mit der Hörbuch-Version von Safae el Khannoussis Roman "Oroppa" das rätselhafte Verschwinden und Wiederauftauchen einer jüdisch-marokkanischen Künstlerin. Weniger allein fühlt sie sich, wenn bei Liza Muzur 33 Frauen von ihren Problemen erzählen. Die FR amüsiert sich prächtig mit Yevgeniy Breygers Roadtrip durch Deutschland in Versen. Die NZZ ist begeistert, wenn Fleur Jaeggy in einem neuen Essaybändchen die Leben ihrer Schriftstellerkollegen Marcel Schwob, John Keats und Thomas de Quincey schildert. Die SZ kann über Jana Hensels Buch "Es war einmal ein Land" nur den Kopf schütteln.
Dienstag, 17.02.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
17.02.2026 In der NZZ erklärt der russische Wirtschaftswissenschaftler Wladislaw L. Inosemzew, was die von Russland und China gesteuerte "alternative Globalisierung" ist und wie sie Europa bedroht. Wenn jemand etwas gegen russische Einnahmen aus Energie tut, dann Trump, auch in Ungarn und der Slowakei, fällt der taz auf. Wenn es nach den Berliner Grünen geht, können Polizistinnen bald mit Kopftuch herumlaufen, berichtet die Berliner Morgenpost. Die FAZ beleuchtet das Verhältnis zwischen Jeffrey Epstein und dem deutschen KI-Forscher Joscha Bach.
Efeu - Die Kulturrundschau
17.02.2026 Groß war die Aufregung um Milo Raus "Prozess gegen Deutschland", bei dem auch Politiker aus dem rechtsextremen Spektrum zu gegen waren: Die FAZ findet die Veranstaltung wenig sinnvoll, auch die taz ist etwas ratlos. Die Filmkritiker trauern um zwei große alte Männer des Kinos: Robert Duvall und Frederick Wiseman. Die Kunstwelt muss sich von Henrike Naumann verabschieden, die als erste ostdeutsche Frau den Pavillon in Venedig bespielen sollte.
Magazinrundschau
17.02.2026 New Lines erzählt, wie sich die Mullahs im Iran die Taschen voll machen. Respekt zeichnet nach, wie der tschechische Premier Andrej Babiš versucht, die Kontrolle über die Medien zu übernehmen. Wie Kirchen, Königshäuser und Staaten seit eher probierten, die Kontrolle über Nachrichten zu behalten, lernt die LRB beim Blick in die Geschichte der Postsysteme in Europa. In Le Grand Continent erklärt der Historiker Amaury Coulomb, warum die AfD den Mythos vom deutschen Wald wiederbelebt. Aktualne feiert die tschechische Komponistin Vítězslava Kaprálová, die nicht weniger wollte, als alle drei B-B-B zu übertrumpfen.
Bücherschau des Tages
17.02.2026 Das meist besprochene Buch ist heute Gisèle Pelicots Erinnerungsband "Eine Hymne an das Leben". Die Rezensenten sind stark beeindruckt von ihrem Willen glücklich zu sein und ihrer Weigerung, sich zum Opfer machen zu lassen. Die FR liest Norbert Gstreins Roman "Im ersten Licht" als eindrucksvolles Porträt eines Mitläufers in den beiden Weltkriegen. Die SZ reist mit Kristof Magnusson, einem Dichter und einem Doppelagenten "ans Ende der Geschichte". Der Dlf denkt mit Stefan Nacke darüber nach, wie ein smarter Sozialstaat aussehen könnte.
Mittwoch, 18.02.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
18.02.2026 Angela Schanelecs Berlinale-Film "Meine Frau weint" ist ein Filmgedicht in Straub-Huillet-Tradition, jubiliert die FR. Die FAZ fühlt sich in der einsamen Bahn, die der Film verfolgt, nicht ganz so wohl. Die SZ fragt sich, was mit dem Pritzker-Architekturpreis passieren wird, nachdem der Sohn des Stifters Thomas J. Pritzker in den Epstein-Files aufgetaucht ist. Der Bochumer Theaterskandal beschäftigt die Kritiker auch heute noch.
9punkt - Die Debattenrundschau
18.02.2026 Am Samstag demonstrierten 250.000 Menschen in München gegen die Regierung im Iran. Doch wo war die Linke, fragt die SZ. Der Tagesspiegel macht sich Sorgen um die iranische Nobelpreisträgerin Narges Mohammadi, die misshandelt und herzkrank im Gefängnis sitzt. In der FR staunt der Historiker Frank Trentmann über den Provinzialismus der Europäer, die sich nicht auf ein gemeinsames Verteidigungskonzept einigen können. Le Point wundert sich nicht, dass auf einer Demo in Frankreich ein Linker einen Rechten totgetreten hat. Milliardäre wollen immer häufiger auch politische Macht, stellt Amitabh Behar von Oxfam International in der taz fest.
Bücherschau des Tages
18.02.2026 Die FAZ lässt sich von Artur Becker ins Land der dreitausend Seen entführen, wo polnische Mythen und rauhe Sitten herrschen. Außerdem lauscht sie dem "kunstvoll verwobenen vielstimmigen Gesang" literarischer Stimmen im neuen Roman von Cecile Wajsbrot. Die FR reist mit dem Fotoband von Gregor Sailer an Stätte künstlicher Lebensmittelproduktion in Marrokko, am Polarkreis, aber auch auf dem Mond. Dlf Kultur lässt sich von der "tiefen Traurigkeit" der kulturkritischen Elegien Benjamin Steins bewegen. Dlf amüsiert sich prächtig, wenn Molly Keanes den anglo-irischen Landadel untergehen lässt.
Donnerstag, 19.02.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
19.02.2026 Wo bitte wird auf der Berlinale zensiert oder Politik ausgespart, fragen SZ und Tagesspiegel die Unterzeichner des jüngsten offenen Briefes nicht zuletzt mit Blick auf Assaf Machnes' Film "Where to?" über die Freundschaft zwischen einem Israeli und einem Palästinenser. Immerhin haben es zwei Filme aus dem Iran in die Nebensektionen geschafft haben, freut sich die taz. Die FAZ macht mit Lance Hammers "Queen at Sea" über den sexuellen Missbrauch einer dementen Frau einen ersten Favoriten aus. Die taz bewundert in Rostock die Bilder von Hans Ticha, der mit klarer Geste gegen die Absurditäten des DDR-Regimes anmalte.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.02.2026 In der taz fragt Nobelpreisträger Denis Mukwege: Warum interessiert sich niemand für den jetzt dreißig Jahre dauernden Krieg im Kongo? Die Demonstrationen junger Menschen in Bangladesch, Nepal oder Indonesien, die sich um eine bessere Zukunft gebracht sehen, könnten Vorbild auch im Westen sein, meint Alexander Görlach in der NZZ. Die Demokratie muss weiterentwickelt werden, wenn sie Antworten auf die Probleme dieser Zeit finden soll, denkt auch Jörg Baberowski in der FR. In der SZ wundert sich der Autor Jonathan Guggenberger über Zensurvorwürfe propalästinensischer Stimmen: sie würden sogar staatlich gefördert. Die Zeit trifft den Gründer des rechten Magazins Apollo News.
Bücherschau des Tages
19.02.2026 Die Zeit bespricht Judith Hermanns neues Buch eine Woche vor Erscheinen: Ganz glücklich wird sie nicht. Im Gegensatz zur FAZ, die mit Manfred Pfister in die Englische Renaissance eintaucht. Brutal und zärtlich findet die FR Maja Iskras Roman "Uppercut", der sie durch die Straßen Belgrads führt. Die SZ stellt sich mit George Orwell gegen Totalitarismus. Und der Dlf sucht mit Franziska Hörner einen hässlichen Hund.
Freitag, 20.02.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
20.02.2026 Was für ein Berlinale-Jahrgang, schwärmt die FR, die besonders die drei deutschen Beiträge lobt - allen voran Eva Trobischs "Etwas ganz Besonderes", der von der Treuhand-Zeit in den Neunzigern erzählt. In der NZZ und bei Artechock fällt der Jahrgang indes komplett durch. Kulturstaatsminister Weimer sollte am fast kinolosen Potsdamer Platz im großen Stil Gebäude einkaufen, rät die FAZ. Wenig Gefallen findet sie außerdem am "Mood-Management" des Bayerischen Rundfunks. Die Welt fragt angesichts der vielen Wiederentdeckungen von Künstlerinnen, ob die "Frauenfrage" überhaupt noch gestellt werden muss.
9punkt - Die Debattenrundschau
20.02.2026 Wenn du als Frau eine Frau liebst, kannst du trotzdem mit Freude eine Frau sein, versichert Alice Schwarzer den jüngeren Generationen im Tagesspiegel. Schwarzer ist gar keine Feministin, findet die taz. In der FAZ erzählt Irina Rastorgujewa, wie russische Soldaten bestraft werden, wenn sie sich nicht verheizen lassen wollen. Nachdem Linksextreme in Frankreich einen Rechtsextremen ermordeten und sich herausstellte, dass diese Linksextremen der Linkspartei "Unbeugsames Frankreich" nahestehen - stellt sich die Frage nach unscharfen Rändern zur gewaltbereiten Szene, und zwar sowohl links, als auch rechts, findet lejournal.info.
Bücherschau des Tages
20.02.2026 Die FAZ lässt sich von Ulrike Almut Sandig ins ukrainische Wolnopol wehen und Wut und Kraft schenken. Die FR bewundert, wie Dita Zipfel an der Cote d'Azur Klischees zerlegt. Die SZ gönnt sich mit Robert Menasse ein Pause von der EU. So schreibt man über Klassismus, lobt der Dlf nach der Lektüre von Megan Nolans Roman "Kleine Schwächen". Weltgeschichte, geschrieben mit poetischer Leidenschaft, entdeckt Dlf Kultur in Svenja Leibers Roman "Nelka" über eine junge Zwangsarbeiterin.
Samstag, 21.02.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
21.02.2026 Endspurt der Berlinale: Die FAZ legt sich auf Favoriten fest - Lance Hammers "Queen at Sea" dürfte den Goldenen Bären mit nach Hause nehmen, ist sie sicher. Und einen Mangel an politischen Perspektiven, vor allem zum Nahost-Konflikt, gab es ebenfalls nicht, ruft sie den Unterzeichnern des jüngsten offenen Briefes entgegen. Der Standard erschrickt in Wien vor der Aktualität von Sue Williams Bildern, die immer wieder Gewalt gegen Frauen thematisieren. Die Welt erkennt: Die Operette funktioniert in Deutschland hervorragend, wenn sie nur genderfluid inszeniert wird. Die SZ hört Peaches und denkt dabei an Sex und andere soziale Schmiermittel.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.02.2026 In der ukrainischen Armee "kämpfen ganz normale Bürger, keine Superhelden oder Außerirdischen", erinnert der ukrainische Schriftsteller und Soldat Serhij Zhadan im taz-Interview. Die FAZ überlegt, was die Verhaftung von Ex-Prinz Andrew für den Fortbestand der britischen Monarchie bedeuten könnte. In der FR glaubt der Autor Joseph Croitoru nicht an einen amerikanischen Angriff auf Iran in nächster Zeit. In der SZ erklärt die Soziologin Irène Théry, wie "MeToo" den Feminismus vorangebracht hat.
Bücherschau des Tages
21.02.2026 Die taz folgt mit Tomer Gardi Essenslieferanten quer über den Globus. Bei Peter Lange liest sie, wie sich von den Nazis Verfolgte im Prager Exil engagierten. Der Dlf lässt sich von Roza Domascyna ins „Wortall“ entführen. Dlf Kultur bewundert, wie respektvoll die Fotografin Inbal Abergil Hinterbliebene von gefallenen Soldaten porträtiert. Die SZ zieht mit Christien Brinkgreve Bilanz einer Ehe. Und die FAS geht hart mit Judith Hermann ins Gericht.
Montag, 23.02.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
23.02.2026 Der Ukrainekrieg dauert nun fast so lange wie der Erste Weltkrieg. Der in München lehrende Slawist Riccardo Nicolosi versucht in der FAZ herauszufinden, was Putin "eigentlich will": Es könnte auf eine Ausweitung des Krieges hinauslaufen. Die Zeitungen blättern mit Befremden durch ein neues Konkurrenzprodukt: Holger Friedrichs Ostdeutsche Allgemeine. Aber auch die Jubiläumsausgabe der Zeit befremdet die FAZ. Die NZZ erzählt, wie der Iran Propaganda macht - und wieviele Millarden Dollar das Regime dafür ausgibt.
Efeu - Die Kulturrundschau
23.02.2026 Die Berlinale ist zu Ende: Die Kritiker sind glücklich, dass Sandra Hüller als beste Hauptdarstellerin mit dem Silbernen Bären und İlker Çatak für seinem Film "Gelbe Briefe" mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurden. Den ängstlich umschifften Eklat um den Gazakrieg gab es am Ende allerdings doch. Gespaltener Meinung sind die Kritiker zu Jakob Noltes und Laura Linnenbaums Bühnenversion von Gorkis "Kinder der Sonne". Mehr Streit im politischen Theater wünscht sich die SZ. Die NZZ entdeckt in Bangkok das neue Dib Intenational Contemporary Art Museum. Die FAZ besucht Peter Kogler in seinem Atelier.
Bücherschau des Tages
23.02.2026 Die FAZ lässt sich von Annika Scheffels Roman "Wanda" über ein ausgebüxtes Waisenmädchen und eine Bärin in den Bann schlagen. Von Evelyn De Vlieger lernt sie alles über Hühner-Anatomie, Federn und Hahnenkämpfe. Die FR schwebt auf den Versen von Nasima Sophia Razizadeh in eine himmlische Utopie. Die SZ lässt sich von Volker Perthes "Die Multipolarisierung der Welt" erklären. Dlf wird in den unheimlichen Strudel von Joana Bators Erzählband "Die Flucht der Bärin" hineingezogen.
Dienstag, 24.02.2026
Magazinrundschau
24.02.2026 Der New Yorker beobachtet im letzten Tiefland-Urwald in Europa die wahre Flüchtlingskrise. New Lines versteht an der ukrainischen Front den Wert von Fliegenpilzen. Der französische Historiker Georges Bensoussan spricht in Le Point über seine monumentale Geschichte des Zionismus. Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó erklärt in HVG, warum er heute in Amerika dreht. Harper's blickt auf die AI-infizierte Tech-Szene der Gegenwart. Tikvah Ideas analysiert den linken jüdischen Antizionismus in Amerika.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.02.2026 Putins Vernichtungskrieg gegen die Ukraine geht ins fünfte Jahr. Claus Leggewie schlägt im Perlentaucher ein Russland-Tribunal vor, professionell besetzt, das schon mal zur Beweisaufnahme schreitet. Der Guardian erzählt, wie amerikanische und britische Geheimdienste Berlin und Paris über den bevorstehenden Angriff informierten - aber die wollten es nicht glauben. Der Autor Sergey Maidukov erzählt in der in der SZ, was der Krieg die Ukrainer kostet. Roderich Kiesewetter kritisiert im Ronzheimer-Podcast Friedrich Merz, der seinen Versprechen keine Taten folgen lässt.
Efeu - Die Kulturrundschau
24.02.2026 Der Guardian stellt die Fotografin Julia Kochetova vor, die in der Ukraine Zerstörung und Tod, aber auch Hoffnung, fotografiert. Die FAZ verfolgt gespannt Timofej Kuljabins Inszenierung von Bulgakows "Der Meister und Margarita", die die Geschichte als Geheimdienst-Verhör erzählt. Ebenfalls die FAZ hofft, dass bei der Frankfurter Buchmesse die ganze Bandbreite der rumänischen Literatur zu lesen sein wird. Es ist Zeit, den Machismo in der Architektur-Branche abzuschaffen, ruft die FR mit Blick auf den Rücktritt Thomas Pritzkers.
Bücherschau des Tages
24.02.2026 Die SZ geht mit Son Lewandowskis Roman über eine Spitzensportlerin durch den harten Alltag zwischen "Körperbeherrschung und Selbstauflösung". Die FAZ lässt sich von Philipp Graf über die Ursprünge eines spezifisch ostdeutschen Antisemitismus aufklären. Die taz entdeckt begeistert die Erzählungen des ukrainischen Autors Artem Tschapej. Auch den Roman "Acht Jahreszeiten" der norwegisch-samischen Schriftstellerin Kathrine Nedrejord legt sie uns ans Herz. Dlf kann dank des Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan wieder richtig durchatmen.
Mittwoch, 25.02.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
25.02.2026 In der SZ erzählt Judith Hermann, wie sie sich auf die Spuren ihres Nazi-Großvaters in Polen begab und mit leeren Händen zurückkam. Der Guardian bestaunt in London das makabre Werk der kolumbianischen Künstlerin Beatriz Gonzalez, die die blutigen Verbrechen ihrer Heimat auf Bettlaken bannte. Die FAZ gratuliert Lloyd Riggins, der die Ballettkompanie in Hamburg ins 21. Jahrhundert führt. Und die Zeitungen huldigen Franz Xaver Kroetz zum Achtzigsten, auch wenn der nichts davon wissen will.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.02.2026 Eva Illouz analysiert in einem Essay für Le Grand continent den Epstein-Skandal: Epstein ist für sie keine "Perversion", sondern er "verkörperte das Paradigma des Erfolgs im globalisierten Finanzkapitalismus". In Zeit online benennt die Osteuropahistorikerin Tanja Penter Lücken der deutschen Erinnerungskultur im Blick auf den Zweiten Weltkrieg. Polen hat trotz der inzwischen liberalen Regierung immer noch die schärfsten Abtreibungsgesetze Europas - europäische Netzwerke und Initivativen verbessern laut taz die Lage. Die taz fragt auch, ob man Ungarn nicht einfach aus der EU rausschmeißen sollte - die Antwort ist Nein.
Bücherschau des Tages
25.02.2026 Die SZ lobt Bernhard Schlinks Essay über Gerechtigkeit in höchsten Tönen. Die FAZ lässt sich von Bühnenverlegerin Ute Nyssen beschwingte Anekdoten aus der Theaterwelt erzählen. Die NZZ gerät mit Judith Hermanns neuem Buch über die SS-Vergangenheit ihres Großvaters in einen "literarischen Taumel", der sie ein bisschen schwindelig zurücklässt. Im erstmalig veröffentlichen Abitur-Aufsatz von Max Frisch entdeckt sie außerdem, wie wertkonservativ der Schriftsteller in jungen Jahren war. Der taz eröffnen sich im Fotoband des Kollektivs femxphotographers.org vielfältige Perspektiven auf die Liebe.
Donnerstag, 26.02.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
26.02.2026 In einem Offenen Brief fordern Deutsch-Iraner die Bundesregierung auf, strafrechtlich gegen die iranische Regierung zu ermitteln. Die Welt rätselt, was die Folgen für Nigel Farages Partei "Reform UK" sind, nachdem sich ein Rechtsaußen-Zweig als "Restore UK" abgespalten hat. In der NZZ erklärt Anna Schor-Tschudnowskaja, wie Putin mit dem Uni-Fach "soziale Architektur" eine vollkommen zufriedene Bevölkerung heranziehen will. China will das auch, mit der "Xi-Jinping-Lehre", informiert Zeit online. Keine Ausweispflicht im Netz, fordert der Kommunikationswissenschafter Christian Pieter Hoffmann in der NZZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
26.02.2026 Muss Tricia Tuttle nach dem Berlinale-Eklat gehen? Das wäre das Ende des Festivals, finden unter anderen Artechock und FR. Die Zeit wird in Zürich süchtig nach den "Sudokus in Farbe" des Schweizer "Konkreten" Richard Paul Lohse. Die FAZ ist überwältigt von der "Urwut" in Anne Haugs Basler Adaption von Fritz Zorns Buch "Mars". Die Musikkritiker trauern um die Komponistin Eliane Radigue, die mit ihrer Drone-Musik "Räume von transparenter Tiefe" schaffte.
Bücherschau des Tages
26.02.2026 Kurz und knapp auf den Punkt gebracht: Die FAZ empfiehlt wärmstens Abbas Khiders Roman "Der letzte Sommer der Tauben" über das Leben in einem Gottesstaat. Dlf Kultur taucht mit Safia Al Bagdadis "Unser Haus mit Rutsche" in eine
fröhlich-multikulturelle Kindheit ein, in die plötzlich der religiöse
Wahn einbricht, und er saust mit Karl-Markus Gauß hellsichtig und
beschwingt durch Mitteleuropa. In Tomer Gardis Roman "Liefern" begleitet die Zeit mit viel Empathie Essenslieferanten auf der ganzen Welt. Sehr gut besprochen werden außerdem zwei Gedichtbände: Dagmara Kraus' "wille zur mache" (Dlf Kultur) und Renate Schmidgalls "Kein Verlass auf Uhren und Gestirne" (FAZ).
Freitag, 27.02.2026
Efeu - Die Kulturrundschau
27.02.2026 Tricia Tuttle ist nicht von Wolfram Weimer abgesägt worden, wie die Bild behauptete. Sollte sie gehen, hätten die Gesinnungsprüfer gewonnen, meint die FAZ. Die Kunstkritiker widmen sich den Übersehenen: Die FAZ hofft, dass die Surrealistin Leonora Carrington dank einer Schau in Paris auch in Europa anerkannt wird. Monopol entdeckt in London ganz unbekannte queere Surrealisten. Und der Tagesspiegel lernt in Potsdam: Es gab auch deutsche Impressionistinnen. Spätestens 2032 soll auch die Berliner Philharmonie zwecks Sanierung die Pforten schließen, stöhnt der VAN.
9punkt - Die Debattenrundschau
27.02.2026 Wie verhalten sich Menschen in Diktaturen? "Millionen Leute schauen weg", ist die deprimierte Erkenntnis des belarusischen Autors Sasha Filipenko in der NZZ. Seine Studenten können ihn mit KI nicht betupsen, versichert Markus Gabriel in der FAZ. Gegen die KI ist nur ein Kraut gewachsen meint hingegen die FR: ein bedingungsloses Grundeinkommen. Einst war die "Dritte Kultur" in der FAZ das ganz große Ding, nun steckt sie sie in die Konkursmasse der Epstein Files. Die Warner Brothers und damit auch der Trump-kritische Sender CNN gehen jetzt doch an den Trump-Kumpel Larry Ellison, meldet unter anderem golem.de.
Bücherschau des Tages
27.02.2026 Die FR staunt, wie fortschrittspessimistisch und konservativ der junge Max Frisch war. Die Welt schunkelt zu Schlagern wie „Kann denn Liebe Sünde sein“ in Judith Kesslers Biografie über den Liedtexter Bruno Balz. Die FAZ findet es sogar interessant, wenn sich der Psychoanalytiker Massimo Recalcati bei seinem Abgleich der Bibel mit Freud verläuft. Außerdem begleitet sie Christopher Wimmer von Kurdistan bis zur Pariser Kommune und lernt, wie Gesellschaften entstehen. Und Dlf Kultur bewundert, wie einfühlsam Ludovic Lecomte von einem jungen Mann mit Angststörung erzählt.
Samstag, 28.02.2026
9punkt - Die Debattenrundschau
28.02.2026 Israel und die USA haben den Iran angegriffen. Laut NZZ warten die iranischen Ayatollahs bisher vergeblich auf die Ankunft des Mahdi. Woher kommt eigentlich linker Antisemitismus? Die taz und die SZ suchen nach Antworten. In der NZZ hofft Herfried Münkler, dass Europa nach den Kopfnüssen durch Putin und Trump endlich aufwacht, und zwar kräftig. In der taz erzählt eine Kiewerin, wie ihr Kriegswinter verlief.
Efeu - Die Kulturrundschau
28.02.2026 Alles Farbe hier, staunt die FAZ in der Hagener Rupprecht-Geiger-Retrospektive. In Ulm erliegt sie Donizetti und zwei Stimmwundern. Die taz stellt den Schauspieler Thomas Schmauser vor, der auf der Bühne zwischen sieben Tiger springt. Die FAS fragt sich, warum Nelio Biedermann bei den Kritikern so beliebt ist: Weil er als Schriftsteller aus der Gen Z old school schreibt? Die NZZ wünscht sich eine Berlinale ohne Realpolitik, und in der FAZ warnt Roland Weißmann, Generaldirektor des ORF: Der Eurovision Song Contest ist kein politisches Tribunal.
Bücherschau des Tages
28.02.2026 "Das Ende vom Lied" ist ein Lied vom Anfang und vom Ende - der Deutschlandfunk ist begeistert von Michael Wildenhains Westberlin-Roman. Die taz sieht in Andrea Böhms "Fighting Like a Woman" nicht nur Frauen, die zurückschlagen, zu. Zugleich lernt sie in Son Lewandowskis Roman "Die Routinen" wie Mädchen beim Kunstturnen zugerichtet werden. Die FAZ lernt mit Lena Winkel zwar nicht "Tiere richtig zeichnen", aber dafür sehr viel über die faszinierenden Potenziale des Sachcomics.