Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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  • Monotheismus-Debatte im Perlentaucher: Angestoßen von Jan Assmann. Mit Beiträgen von Klaus Müller, Peter Sloterdijk und anderen
  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
  • Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Dienstag, 02.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Anweisung des Lebens

02.06.2020 Die Feuilletons trauern um Christo, den großen Ver- und Enthüller, Landschaftsbemaler und formstrengen Konzeptkünstler. In der FAZ bewundert Karl Heinz Bohrer zum hundertsten Geburtstag von Marcel Reich-Ranicki dessen Courage, sich Feinde zu machen. Der Freitag erinnert daran, wie Fassbinder mit Brigitte Mira Camp in Reinkultur schuf. Und die taz erlebt im Historischen Museum Frankfurt, wie die moderne Großstadtfrau beweglich wurde.

9punkt - Die Debattenrundschau

Sich jedes Mal innerlich anzuspannen

02.06.2020 Was die Demonstranten in den USA wollen, ist eine Polizei, die ihre Bürger schützt, nicht umbringt, kommentiert die New York Times die Demonstrationen in den letzten Nächten. "Wie muss das sein, sich ständig kleiner machen zu müssen vor Menschen einer anderen Rasse, sodass man nur ja nicht bedrohlich rüberkommt", fragt die südafrikanische Autorin Zukiswa Wanner  in der SZ. Die kommende Corona-App braucht das Vertrauen der Bürger, mahnt die taz. Die Debatte um Achille Mbembe geht weiter: Aleida Assmann und Jan Assmann schicken Repliken auf den Essay "Je nach Schmerz" von Perlentaucher Thierry Chervel.

Medienticker

Hetzen, hassen, höhnen

02.06.2020 USA: Pressefreiheit adé? & Übergriffe gegen Reporter - Christo kennt keine Grenzen - vierzig Jahre Videotext + Podcast: fünfzig Romane zum Wiederentdecken.

Magazinrundschau

50.000 Jobs in der Ölindustrie

02.06.2020 Die New York Times wirft  Schlaglichter auf den surrealen Niedergang der amerikanischen Wirtschaft. In 168 ora erzählt der Lyriker Dénes Krusovszky, dass er über den Vertrag von Trianon schreiben muss, will er staatliche Unterstützung. In der London Review staunt John Lanchester über die Arbeitsmoral Georges Simenons. In Atlantic sieht Anne Applebaum die amerikanische Demokratie von Wellen der Angst weggespült werden. En attendant Nadeau stellt die Kongregation Israël de Dios vor, die israelbegeisterte Indios in Peru gegründet haben.

Bücherschau des Tages

Flitter und Verwegenheit

02.06.2020 Der DlfKultur bewundert den Mut, mit dem Oliver Bulloughs "Im Land des Geldes" recherchierte, zu Finanzgeschäften russischer Oligarchen, afrikanischer Kleptokraten und britischer Banker.  Der Dlf folgt atemlos dem turbulenten Lebensgeschichte der großen frankophonen Schriftstellerin Maryse Condé.  Die SZ lauscht noch einmal den Donnerschlägen des Literaturkritikerin Marcel Reich-Ranickis. Und die FR lässt sich von Peter Kamber das Theaterbusiness  der Weimarer Republik näherbringen.

Mittwoch, 03.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Wer hat euch geschickt?

03.06.2020 In der FAZ schreibt Colson Whitehead eine amerikanische Fantasyserie, in der schwarze Frustration zu  Bildungs- und Polizeireform führt. Die SZ hört ungefilterten Zorn aus dem neuen Album von Irreversible Entanglements. Der Merkur bewundert die kraftsparende Athletik in Igor Levits Klavierspiel. In der FR  beharrt Kulturdezernentin Ina Hartwig auf einem Neubau der Frankfurter Bühnen. Und Monopol weiß: Livestreams sind die neuen Podcasts.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Liste wird länger und länger

03.06.2020 Dass es mit dem Rassismus in der amerikanischen Polizei und Gesellschaft irgendwann besser wird, bezweifeln die Juristin Derecka Purnell in Spiegel online und der William C. Donahue in der FAZ. Zaghaft hoffnungsfroh stimmen allenfalls von Reuters präsentierte Umfragezahlen, die besagen, das 55 Prozent der Amerikaner die Proteste unterstützen. Auf Zeit online malt sich der Wissenschaftsphilosoph Alfred Nordmann schon mal aus, wie man auf eine zweite Ansteckungswelle mit dem Coronavirus im Herbst reagieren könnte. George Monbiot fragt sich im Guardian, ob das Emblem des britischen Parlaments wirklich für Demokratie steht. Und Rapunzel muss laut taz immer mehr Haar herunterlassen.

Medienticker

Ganzzz & garrr missraten!

03.06.2020 Volker Weidermann erinnert sich an Marcel Reich-Ranicki, der das weltverändernde Potenzial der Literatur gelebt habe - Generalstreik in Radebeul: Sachsens Kulturszene & die AfD - Die Methode Steingart oder Warum sein "Morning Briefing" kein Journalismus ist - Im Radio u.a. "Der Rote Orpheus" Ernst Busch,  das  Hörspiel "Zimmerstunde" von Marlene Streeruwitz & im Fernsehen u. a.der Spielfim "Die Hölle" von Claude Chabrol (1994) + Allen Ginsberg & die USA 1966.

Bücherschau des Tages

Echte Schockermomente

03.06.2020 Die FR folgt mit Christoph Hein den Denkspuren von Lessings Stieftochter Amalia. Die NZZ liest Fang Fangs Tagebuch aus Wuhan. Dlf Kultur schöpft Hoffnung für die Menschheit mit Guido Tonellis "Genesis" und lernt mit Olaf Hajek die heilende Wirkung von Ingwer und Mariendistel. Die FAZ lobt Robert McCammons "Boy's Life" als Krimi und große Literatur.

Donnerstag, 04.06.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Schockierender Weg

04.06.2020 Heute jährt sich zum hundertsten Mal der Abschluss des Trianon-Vertrags. Die Ungarn verloren zwei Drittel ihres Staatsgebiets. Politico.eu und NYRB blicken auf die Spannungen in der Region. Die Geschichte der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung zeigt, dass gewaltloser Protest zu Erfolg führt, Gewalt zum Gegenteil sagt der Politologe Omar Wasow in der Zeit. In der SZ träumt der Black-Panther-Aktivist Jamal Joseph von einer neuen Regenbogenkoalition. In Zeit online erklärt der Ökonom Dilip Ratha, warum so vielen Ländern im Moment die "Remittances" fehlen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Apathie eines weißen Publikums

04.06.2020 Eike Schmidt, Leiter der Uffizien in Florenz, schlägt vor, religiöse Kunst aus den Museen zurück in die Kirchen zu bringen, berichtet Hyperallergic. In der Zeit macht sich Filmemacher Edgar Reitz angesichts von Netflix und Co. große Sorgen ums Kino. Die taz ärgert sich über Party-Exzesse in Berlin. Die SZ bewundert Jacqueline du Pré und ihr Cello in einer Hommage des Londoner Royal Ballet an die Cellistin. Die FAZ lässt sich von Architekt Christopher Roth Weltumbaumodelle aus der Zukunft erklären.

Medienticker

Woche für Woche aufwärts

04.06.2020 Branchen-Monitor-Buch im Mai & Buchcharts der Woche - PEN fordert Hilfe für Buchbranche - Internationaler Literaturpreis vergeben - Türkei: Der Fall Osman Kavala - Der Türöffner: Zum Tod von Alfred Kolleritsch + Mörike erinnert an Hölderlin.

Bücherschau des Tages

Surreale Fingerübung

04.06.2020 Die SZ lernt aus einer neuen Biografie Peter Szondis, wie stark in der Germanistik der Nachkriegszeit noch die alten, vom NS geprägten Herren den Ton angaben. Dlf Kultur liest in Nana Kwame Adjei-Brenyahs Erzählband "Friday Black" vom omnipräsenten Rassismus in Amerika. Die FAZ erliegt dem Charme von Anna Kordsaia-Samadaschwilis Schelmenroman "Sinka Mensch". Die NZZ folgt einer selbstständigen Beinprothese durch die Stadt in Hernan Ronsinos Novelle "Cameron".

Freitag, 05.06.2020

Medienticker

Wumms! + "Rettet die Literatur"

05.06.2020 Konjunkturpaket: Grütters verteilt eine Kultur-Milliarde - Internationaler Literaturpreis & ein Gedicht von James Noël über George Floyd - Longlist des Sachbuchpreises - Stellungnahme zur Kritik am Deutschen Verlagspreises - Media-Analyse fällt aus - Im Radio: eine musikalische Durchquerung eines Jelinek-Textes "Theater im Hörspiel".

9punkt - Die Debattenrundschau

Diese Vertrautheitslücke

05.06.2020 In der NZZ erklärt Hans Ulrich Gumbrecht, warum man den Begriff "systemischer Rassismus" in den USA wörtlich verstehen muss.  Die Coronakrise hat nationales Versagen gezeigt, das aber nicht national bekämpft werden kann, schreibt der schwedische Autor Johan Norberg in der Welt. SZ und Tagesspiegel berichten über kulturpolitische Auswirkungen der Coronakrise und das neue Hilfsprogramm der Regierung. Bei voxeurop.eu erzählt die nordirisch-protestantische Autorin Jan Carson über ihre immer größere Sympathie für Dublin.

Efeu - Die Kulturrundschau

Pandemisches Trostpflaster

05.06.2020 Das Kino ist in der Krise, allen voran die Mega-Multiplexe, schreibt Artechock. Soll man diese gerade mal hundert Jahre alte Kunstform jetzt schon musealisieren, fragt bang Lars Henrik Gass, Leiter der Oberhausener Kurzfilmtage, im Filmdienst. Wer in diesen Zeiten Trost sucht, dem empfiehlt monopol eine Reise zu den Glückskeksen von Félix González-Torres in den Opelvillen in Rüsselsheim. Sehr viel bittereren Trost findet die Filmemacherin Waad al-Kateab: In Syrien hat Corona dem Töten eine Weile Einhalt geboten, erzählt sie in der NZZ. Die Welt blättert durch einen zentnerschweren Band des Architekturhistoriker Richard Nemec zu Nazibauten.

Bücherschau des Tages

Prall, traurig, hinreißend

05.06.2020 Die FAZ findet sich selbst in David Jaffes Joni-Mitchell-Biografie. Von Gerhard Paul bekommt sie ein neues Standardwerk zur Bildproduktion im NS-Staat. Die SZ surft auf der kalifornischen Welle mit Don Winslows Thriller "Broken". Außerdem empfiehlt sie neue Kinder- und Jugendbücher. Der Dlf begleitet Natascha Gangl zu den Lebensstationen der Schweizer Surrealistin Unica Zürn.

Samstag, 06.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Das süße Versprechen auf egalitäre Nähe

06.06.2020 "Ein Drittel der amerikanischen Soldaten, die in Vietnam dienten, war schwarz", erinnert Spike Lee im noch vor dem Tod von George Floyd geführten SZ-Gespräch über seinen neuen Film "Da 5 Bloods". In der Welt warnt Vanessa Springora, die mit 14 Jahren ein Verhältnis mit Gabriel Matzneff hatte, davor, den französischen Schriftsteller aus der Literaturgeschichte zu streichen. Die Berliner Zeitung fordert eine Grundsatzdebatte über Berliner Kulturpolitik, Sammler- und Sponsoreninteressen. Und die SZ lernt bei Rudolf Buchbinders Beethoven-Konzert in Bochum leere Konzertsäle schätzen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Schwarze brauchen die Polizei

06.06.2020 In der Welt fürchtet Thomas Chatterton Williams, dass Donald Trump und die Verfechter der Identitätspolitik Amerika gemeinsam in die Sackgasse führen. Die NZZ fordert mehr ökonomische Gleichheit in den USA. Die gewalttätigste Polizeitruppe der Welt wütet noch immer in Brasilien, gibt J. P. Cuenca zu bedenken: Für Schwarze ist die Militärdiktatur hier nie zu Ende gegangen. Außerdem geißelt John Burnside in der taz Trägheit und Verleugnung im Angesicht einer tödlichen Krankheit. Und der FAZ zufolge hat die Wissenschaft festgestellt, dass die Coronamaßnahmen wirksam waren.

Bücherschau des Tages

Von der alten Garde

06.06.2020 Die SZ jubelt über Helena Adlers schräges Debüt "Die Infantin trägt den Scheitel links", ein liebevoller Anti-Heimatroman, wie er nur aus Österreich kommen kann. Die taz lernt mit Bernd Cailloux' "Amerikanischen Sohn" das aalglatte New York kennen. Als kalt servierte Rache liest die FR Meena Kandasamys Abrechnung mit dem Ehemann "Schläge". Die Welt folgt Joris-Karl Huysmans beglückt nach "Lourdes". Die FAZ folgt der quecksilbrigen Heldin von Qiu Miaojins "Aufzeichnungen eines Krokodils" durchs queere Taiwan.

Montag, 08.06.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein deutsches Narrativ

08.06.2020 Nach den großen Demos gegen Rassismus geht die Debatte weiter: Es ist der Satz "I can't breathe", der den Protesten ihre Sprengkraft verlieh, schreibt der Guardian-Kolumnist Ben Okri. In Zeit online sagt Nora Bossong gar gleich eine Revolution an, und zwar eine französische. In den amerikanischen Medien ist ein Konflikt zwischen engagierter und distanzierter Berichterstattung entstanden, schreibt der New-York-Times-Kolumnist Ben Smith nach heftigem Streit in seiner Zeitung. Die Mbembe-Debatte scheitert daran, dass Deutsche nur ihre Sicht auf den Holocaust zulassen wollen, fürchtet der Dekolonisierungsforscher Ralf Michaelis in der FAZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

3x Montrachet à runt 3.000 Euro

08.06.2020 Die FAS errechnet die Vermögensvorteile, die einem Kunstsammler aus seiner Contemporary Art Ltd. mit Sitz auf Guernsey erwachsen.  Die NZZ fragt sich, ob Wien ein zweites Museum der Moderne überhaupt gebraucht hat. Die FAZ feiert Indiens empathische Literatur. Der Tagesspiegel verzeichnet viel traurige Verwirrung auf dem neuen Album von Haftbefehl. Und die Welt bechert mit Lois Hechenblaikner in Ischgl.

Medienticker

Macht der Schweinsblase

08.06.2020 Journalismus:Eine Frage der Meinung? Aufstand bei der New York Times - Wie funktioniert die Mehrwertsteuersenkung - Kultur in der Türkei - Bolsonaros Kulturpolitik: Brasiliens Filmschaffenden ist das Lachen vergangen - Autorinnen aus Nordirland: Die Vergangenheit ist noch immer im Alltag zu spüren + im Radio Hörspiele.

Bücherschau des Tages

Rausch weiter, bleib, verlaß mich nicht!

08.06.2020 Die taz erkundet die Vergänglichkeit von Liebe und Leben mit Gedichtbänden von Marion Poschmann, Kerstin Preiwuß, Alexandru Bulucz und Norbert Hummelt. In einem neuen, frischen Licht sieht die NZZ mit Kate Kirkpatricks Biografie die feministische Ikone Simone de Beauvoir erstrahlen. Die FAZ bewundert mit Laure Adler die Architektin Charlotte Perriand, die nicht nur auf der Chaiselongue den Menschen im Gleichgewicht anstrebte. Die SZ bewältigt eine erste Welle in der Flut von Amerika-Analysen, die mit den Wahlen im Herbst auf den Markt zu schwappen droht

Dienstag, 09.06.2020

Magazinrundschau

Intervention im Raum

09.06.2020 New York Magazine und Atlantic analysieren den Rassismus in den USA. New Frame fragt, warum die Polizeigewalt gegen Schwarze in Südafrika auch nach der Apartheid fortbesteht. Places untersucht das Zusammenspiel von Architektur und Science Fiction im Nachkriegsjapan. Lidove noviny stellt die Fotografen Michael und seinen Vater Antonín Kratochvíl vor. In Elet es Irodalom fragt die Soziologin Mária Vásárhelyi, warum die ungarische Opposition Trianon den Rechten überlassen hat. Unherd findet antisemitische Klischees in der Populärkultur Britanniens.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Bombenlegernatur der Kunst

09.06.2020 Die Nachtkritik fragt, warum die Kultur eigentlich nur noch als Pflegefall in Erscheinung tritt und nicht als Akteur.  Und warum will sie eigentlich systemrelevant sein, fragt die SZ gleich hinterher. In der Berliner Zeitung fordert Ines Geipel etwas mehr historische Expertise vom Literarischen Quartett. In Monopol sprich der Maler Daniel Richter von den Ochsen und Schwalben im Kunstbetrieb. Die taz bedauert den Abzug der Fashion Week von Berlin nach Frankfurt. Berlin und Mode, das passt eh nicht, meint dagegen ZeitOnline.  

9punkt - Die Debattenrundschau

Über Bord geworfen

09.06.2020 Postkoloniale Kritik braucht keinen Rekurs auf Israel, insistiert die Grünen-Politikerin Kirsten Kappert-Gonther in der taz. Auch die Welt thematisiert die Beziehung des Postkolonialismus zu Israel. Politico.eu porträtiert den französischen Stand-Up-Comedian Jean-Marie Bigard, der sich angeblich für die Gelbwestenbewegung bei der nächsten französischen Präsidentschaftswahl bewerben will.  Die FAZ erzählt, wer Edward Colston war, dessen Denkmal in Bristol nun wohl endgültig gekippt wurde.  Die taz fürchtet, dass nun nicht nur der Turm, sondern auch das Kirchenschiff der Garnisonkirche in Potsdam wiederaufgebaut werden soll.

Medienticker

Der begabte Mr. Dickens

09.06.2020 Die ARD wird heute 70 Jahre alt - Bazon Brock über Symbole der Gewalt im Kampf gegen Gewalt? - Aufstand bei der New York Times - Wie Literatur hilft Proteste in den USA zu verstehen - Brasiliens Filmschaffenden ist das Lachen vergangen - Stellungnahme zum Konjunkturpaket "Neustart Kultur" + Sachbuch&Krimi-Bestenliste Juni.

Bücherschau des Tages

Das dicke Gemüse

09.06.2020 Der DlfKultur ist überwältigt von der Klarheit und Strenge, mit der Susanne Kerckhoff in ihren "Berliner Briefen" von 1948 Rechenschaft einforderte, von sich selbst und ihren Mitbürgern. Der Dlf bewundert die Melancholie und Lakonie, mit der Jhumpa Lahiri von einer Frau in Isolation erzählt. Beim Blättern durch Mario Testinos Band "Ciao" gibt die NZZ den Versuch auf, italienischer zu werden. Und die FAZ gräbt sich mit Peter Laufmann in das Universum unter ihren Füßen. 

Mittwoch, 10.06.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Spiel der Identitätspolitik

10.06.2020 Rassismus ist universal, ruft die Menschenrechtsaktivistin Naïla Chikhi bei hpd.de, es gebe ihn auch, wo kein "weißes Privileg" im Spiel sei. Der Begriff des "weißen Privilegs" lässt sich ohnehin nicht auf Länder wie Frankreich übertragen, warnt die Politikerin Corinne Narassiguin in Le Monde.  Susan Neiman schöpft beim RND Hoffnung aus den breiten Bündnissen in den Demos gegen Rassismus. In der Welt warnt der Nordamerikahistoriker Michael Hochgeschwender vor einer "Säuberung" der Vergangenheit.

Efeu - Die Kulturrundschau

Schrapnelle aus der Echokammer

10.06.2020 Die Zeit erklimmt im Hamburger Bahnhof die Farblandschaften Katharina Grosses. ZeitOnline schöpft Hoffnung, dass eine neue Schönheit in der Mode den Imperativ ironischer Hässlichkeit ablösen könnte. Die SZ fürchtet, dass die moderne Kunst Tempo und Wachheit auch dem Messezirkus verdankt. Die FAZ diskutiert einen neuen Vorschlag für die Frankfurter Bühnen. In der Republik.ch erinnert sich Melinda Nadj Abonji an die Zeit, als die Schweiz die "Überfremdunginitiative" diskutierte, aber ihren Vater Rinderhäute salzen ließ.

Medienticker

Popkultur & Protest

10.06.2020 Schriftsteller & Verleger: Michael Krüger im Hörfunkgespräch - Marion Brasch & der Illustrator Matthias Muecke über Thomas Brasch als Kinderbuchautor - Podcast-Lesebühne: Bühne für neue Bücher - Barbara Laugwitz wird neue dtv-Verlegerin - Krach bei New York Times: Meinungsmacher in einem polarisierten Land - Theo Sommer wird Neunzig + Die aktuellen Buchcharts

Bücherschau des Tages

Geschredderte Naturidyllen

10.06.2020 Die FAZ folgt Maryse Condé gebannt in den "Zirkel der linken Langweiler" und bewundert Anne Webers raffiniertes Epos der Résistance-Veteranin Annette Beaumanoir. Die FR meditiert mit Philipp Blom über das große Welttheater. Die NZZ taucht mit Alexander Kluge ab in den "Russland-Container" und entdeckt erstaunliche Erfindungen und Lebensgeschichten. Der Dlf erlebt mit Benjamin Myers einen Sommer der Umbrüche auf offener See, Dlf Kultur schwelgt lieber in schottischer Lyrik "unter der dünnen Mondsichel".

Donnerstag, 11.06.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Bedeutung von Geschlecht

11.06.2020 J.K. Rowling antwortet in einem großen Essay in ihrem Blog auf Angriffe der Transgender-Community und beharrt darauf,  "dass Frauen ihre eigene biologische Realität haben ". Die Zerstörung von Statuen ehemaliger Sklavenhalter stößt auf Zustimmung und Kritik. Nochmal zur Mbembe-Debatte: Perlentaucher Thierry Chervel antwortet auf den FAZ-Autor Ralf Michaels. In Zeit online fürchtet der Juraprofessor Lawrence Douglas, dass Donald Trump eine mögliche Wahlniederlage nicht akzeptieren wird.

Efeu - Die Kulturrundschau

Sinn ohne Abgeschlossenheit

11.06.2020 Zeit-Cluster in Farbe habe sie für den Hamburger Bahnhof gemalt, erklärt Katharina Grosse in Monopol. Tell-Review vertieft sich in die Bücher von Clarice Lispector. Die taz erinnert an den Blues- und Rockmusiker Rory Gallagher. Der Streaminganbieter HBO Max will "Vom Winde verweht" aus seinem Angebot nehmen, um den historischen Zusammenhang erklären zu lassen, berichtet die FAZ. Die Welt wittert schon Zensur.

Medienticker

"Im Kino gewesen. Gestorben"

11.06.2020 Wolfram Schütte über das mögliche Ende eines kinematographischen Gemeinschaftserlebnisses - Ausstellung: Groschenromane in der DDR - Antikolonialismus & Antizionismus: Umstrittene Denkmuster in der 68er-Linken - Erich Auerbach: Kulturphilosoph im Exil - Zum 80. Geburtstag des Sexualwissenschaftlers Volkmar Sigusch + Die Sachbuchbestenliste Juni.

Bücherschau des Tages

Guck mal da, Madame Guillotine

11.06.2020 Magere Ausbeute heute, nur zwei Kritiken, dank Fronleichnam. Immerhin: der Dlf entdeckt ein literarisches Experiment des italienischen Autorenkollektivs Wu Ming, das in seinem dokumentarischen Roman "Die Armee der Schlafwandler" die Französische Revolution aus Sicht der kleinen Leute beschreibt. Die NZZ liest etwas angestrengt, aber mit Gewinn Delphine Horvilleurs "Überlegungen zur Frage des Antisemitismus". Zum Glück haben wir gestern vier Zeit-Bücher übersehen, die sich hinter dem Kulturteil versteckt hatten und die wir heute nachreichen. Es lohnt sich also auch noch einmal ein Blick in die Bücherschau von gestern.

Freitag, 12.06.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Paradoxe Intervention

12.06.2020 Die Debatten über Rassismus in verschiedenen Aspekten bestimmen nach wie vor die Medien: taz und SZ feiern die Stürzung von Denkmälern ehemaliger Sklavenhalter. Laut Zeit online sind die Parteien fast schon einig, dass sie den Begriff "Rasse" aus dem Grundgesetz streichen wollen und suchen nach Formulierungen, um den Begriff zu vermeiden. Der Soziologe Armin Pfahl-Traughber wendet sich in hpd.de gegen eine kulturelle Aufladung des Antirassismus wie etwa in dem Begriff des "antimuslimischen Rassismus". Die Berliner Zeitung versteht J.K. Rowlings Problem mit dem "verflüssigten Frauenbegriff".

Efeu - Die Kulturrundschau

Siebzehn Rote Mädchen

12.06.2020 Die FAZ entdeckt die Bildhauerin Priska von Martin. In der taz rühmt Martina Weith, Frontfrau der Punkband Östro 430, die Eier belgischer Lesben. Dlf Kultur fragt, warum Soundcloud wartet, bis sich Nutzer beschweren, bevor es volksverhetzenden Rechtsrock löscht. Die NZZ denkt darüber nach, wie man die Fabrik in die Stadt holen könnte.

Medienticker

Der Teil & das Ganze

12.06.2020 Aktualisiert: T. C. Boyle im Hörfunk-Gespräch über die aktuelle Lage in den USA - Interview mit Verleger Jo Lendle: Programm eindampfen - Michael Krügers "Im Wald, im Holzhaus" - Aus der Werkstatt der Verlage: Sebastian Guggolz - Fragen & Antworten zum Konjunkturpaket - Presserat-Rügen wegen mangelnden Opferschutzes + Die diskriminierte Jazz-Göttin Hazel Scott.

Bücherschau des Tages

Quelltrunken und doch frei erfunden

12.06.2020 Als ästhetische und anekdotenreiche Wucht preist die FAZ Yossef Rapoports Blick auf islamische Karten. Außerdem lernt sie von dem KI-Experten Thomas Ramge, wie wir dem Alptraum der Überwachung entgehen. Die FR staunt, wie Anna Katharina Hahn Familienleben in Stuttgart und die jüngere Gegenwart in Trumps USA verbindet. Die SZ bekommt dank Jean-Henri Fabre Appetit auf die Larve des Mulmbocks. Die NZZ liest bewegt wie Melitta Breznik sich von ihrer Mutter verabschiedet und Dlf-Kultur bewundert, wie zärtlich Maya Lasker-Wallfisch das Trauma der Mutter aufarbeitet.

Samstag, 13.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Polemischer Groove

13.06.2020 Domus stellt den mit 29 Jahren verstorbenen chinesischen Fotografen Ren Hang vor, der seine Landsleute mit Aktbildern provozierte. Die SZ erfreut sich an einem nackten Jesus von Max Klinger. Die FAZ steht staunend vor Alfred Hrdlickas "Nackte Frauen tanzen vor Adolf Hitler" von 1975. Die taz stürzt sich mit der ugandisch-britischen Band Nihiloxica in ein kataklystisches Inferno. Die Welt erklärt, warum Verlegen viel mit Zocken zu tun hat. Der Tagesspiegel sitzt auf der Stuhlkante vor Spike Lees Film "Da 5 Bloods" über schwarze, weiße und vietnamesische Veteranen des Vietnamkriegs.

9punkt - Die Debattenrundschau

Auf Faxgeräte angewiesen

13.06.2020 Dass die antirassistischen Proteste auf Europa übergesprungen sind, ist im Zeitalter der Migration nur logisch und gut, meint Gustav Seibt in der SZ. Die Debatte um J.K. Rowling wird in Britannien weitergeführt: Dass Geschlecht nicht einfach eine Frage der eigenen Entscheidung ist, macht Alex Massie vom Spectator am Sport deutlich. Und Zoom beugt sich laut Tagesspiegel China, Twitter laut Welt nicht.

Bücherschau des Tages

Andacht zum Unbedeutenden

13.06.2020 Eileen Myles' "Chelsea Girls" erzählt mit einer grandiosen Mischung aus "fein nuancierter Melancholie" und brutaler Offenheit vom wilden Leben einer bisexuellen Dichterin in New York, findet der Deutschlandfunk. Die taz ist überrascht von Joseph O'Connells Band über die Lektüren des großen Lesers David Bowie (unter anderem Christa Wolf). Ebenfalls für die taz liest Stephan Wackwitz die mörike-hafte Prosa der Anna-Katharina Hahn. Die FAZ bemüht sich um die "Generation Greta".

Montag, 15.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Irgendwas geht immer ab

15.06.2020 In der New York Times blickt Bob Dylan auf das zerbrechliche menschliche Wesen. Im Standard beklagt Franzobel das Gefühl des Defizitären, das der Kapitalismus leider auch im Überfluss proudziere. NZZ und Nachtkritik bangen um die britischen Bühnen, deren Geschäftstüchtigkeit ihnen weder gegen Corona noch gegen Sparwut hilft. Die FAS freut sich, dass Franz Erhard Walthers partizipative Kunst endlich gewürdigt wird. Und alle Feuilletons trauern um den März-Verleger und Genussmenschen Jörg Schröder, der Sex und Revolution in die deutsche Buchbranche brachte.

9punkt - Die Debattenrundschau

Wie es sich anfühlt, eine gemeinsame Welt zu bevölkern

15.06.2020 Zeit online schildert, wie LGBT-Rechte in Polen zur Not mit Gewalt bekämpft werden. Antirassismus kann zu Ideologie werden, fürchtet Alain Finkielkraut in einem Gespräch in der Welt - aber das bürgerliche schlechte Gewissen werde so keine Erlösung finden. In der FAS findet der Kulturheoretiker Paul B. Preciado in seiner Transition von Frau zu Mann das Vorbild für die Transition von Demokratie in "Somatokratie". Der New Statesman muss J. K. Rowling gar nicht erst lesen, um die Distanzierungen der Harry-Potter-Stars von ihrer Autorin zu unterstützen. 

Medienticker

Gedächtnisdesigner

15.06.2020 Zoff in Radebeul: Rassismus lesen & lernen - Mbembe & kein Ende: Über eine ausufernde Debatte - Antirassistischer Denkmalsturm: Auch Immanuel Kant steht zur Debatte - Jörg Schröder verstörte & erneuerte den Literaturbetrieb: Klaus Schöffling zum Tod des März-Verlegers + Siegfried Lenz Preis 2020 an Ljudmila Ulitzkaja.

Bücherschau des Tages

Einsamkeitsfantasien

15.06.2020 Die SZ erfährt bei Masha Gessen, wie sich die USA nicht erst unter Trump zum postkommunistischen Mafiastaat wandelten. Hingerissen ist sie von Ziemovit Szczereks aberwitziger Polenreise "Sieben". Der DlfKultur erinnert sich mit Concetto Vecchio an die fremdenfeindliche Ausschaffungsinitiave von 1970, als  300.000 italiener aus der Schweiz ausgewiesen werden sollten. Der Dlf reist mit Thomas Steinfeld durch Italien.Und die FAZ stellt Hörbücher vor.

Dienstag, 16.06.2020

Magazinrundschau

Rhetorik ist wichtig

16.06.2020 Der New Yorker lernt von David G. Marwell und Götz Aly, wie die Nazis sich ein alternatives Universum mit eigener Wissenschaft und Akademia erschufen. Die LRB denkt am Beispiel von Nazi-Deutschland und den USA über Kompensation für Unrecht nach. En attendant Nadeau erzählt von einem ganz speziellen 1968 in Polen. In Dalit Camera denkt Arundhati Roy über Rassismus nach. In Magyar Narancs weiß die Lyrikerin Orsolya Karafiáth: die Mehrheit steht nicht hinter den Mutigen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Kunst, Dynamik im Stillstand zu erzeugen

16.06.2020 In der SZ erklärt die Architektin Marina Tabassum, dass auch Häuser Licht und Luft zum Atmen brauchen. ZeitOnline beobachtet beim Hildesheimer Prosanova-Festival den Ausbruch aus dem Safe Space. Die FAZ sucht auch noch hundert Jahre nach Gründung von Groß-Berlin das Herz der Stadt. Im DlfKultur spricht Georg Seeßlen über den amerikanischen Polizisten, der im Film schon immer arm und kaputt war. Und die NZZ lernt von Elon Musk, den Weltraum mit Eleganz zu erobern.

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Team sei sehr woke

16.06.2020 Der Sturm um J.K. Rowling  weitet sich auf ihren Verlag Hachette aus, wo Mitarbeiter ihr neues Kinderbuch "The Ickabog" nicht herausbringen wollen, um gegen Rowlings Kritik an Transgender-Diskursen zu protestieren, berichtet Daily Mail. Überall in Europa wird über einzureißende Denkmäler diskutiert: In Politico.eu erzählt die  Autorin Giulia Blasi , warum sie das beim Denkmal des italienischen Journalisten Indro Montanelli für mehr als gerechtfertigt hält. Auch im Guardian und der NZZ befürworten Autoren die Schleifung von Denkmälern. In Nigeria protestieren laut FR die Frauen. Im Observer warnt Kenan Malik vor dem Begriff des "weißen Privilegs" Und die Debatte um Achille Mbembe geht ebenfalls weiter.

Medienticker

Ein Blatt zum Bloomsday

16.06.2020 Milchbrüder, beide: Gespräch mit Bernt Spiegel über seinen  Debütroman mit 94 Jahren - Langzeitstudie: Konstantes Medienvertrauen - Corona-App im Praxistest - Briefwechsel zwischen Autoren von hier & Autoren im Exil - Anne Carsons Berliner Rede zur Poesie + Joyces  Bloomsday.

Bücherschau des Tages

Dichterisches Ich-Kristall

16.06.2020 Die SZ blickt mit Vanessa Springora in die Abgründe des Pariser Literaturbetriebs, der sich um einen bekennenden Pädophilen scharte, und erschauert. Mit Ines Bayards Roman "Scham" schaut der Dlf in die zerrissene Seele einer Frau, die ihre Vergewaltigung aus Karrieregründen verschweigt. Die FAZ begibt sich mit Peter Hesslers "Stimmen vom Nil" auf die Spurensuche einer gescheiterten Revolution. Und die FR lauscht gebannt, wenn Jon Savage von Joy Divisons Aufstieg im niedergehenden Manchester erzählt.

Mittwoch, 17.06.2020

9punkt - Die Debattenrundschau

Personen mit Prostata

17.06.2020 Im Merkur erinnert Claus Leggewie daran, dass sich die Debatten um Kolonialismus und Holocaust überkreuzen, seit Joschka Fischer auf der PLO-Konferenz von Algier 1969 die Befreiung Palästinas forderte. Auf ZeitOnline fragt Till Randolf Amelung, warum Transgender-Aktivisten eigentlich nur Frauen verbal abschaffen wollen, nicht aber Männer. Weiterhin diskutiert wird, wie rassistisch Kant, Churchill und Indro Montanelli waren. Die NZZ fragt sich, ob es die miesen Zukunftschancen sind, die die Generation Kulturkampf auf höhere Werte verpflichtet.

Efeu - Die Kulturrundschau

Wunderschöner Alptraum und Sinnesreiz-Overkill

17.06.2020 Die Theaterkritiker begeben sich mit Susanne Kennedy auf einen psychedelischen Trip zu einem KI-Orakel und ertrinken im Farbrausch einer tief traurigen Welt. Die SZ hüpft trippelnd durch das Museum von Bob Dylan. taz und Tagesspiegel tanzen mit den Bachmann-DebütantInnen durchs Netz. Die taz blickt in der Wiener Secession mit dem amerikanischen Künstler William E. Smith in die toten Augen unserer krisengebeutelten Gegenwart. Wer Nachhaltigkeit will, muss auf Neubau verzichten, fordert die Welt.

Medienticker

Worte als Waffen

17.06.2020 Über den Machtverlust des Journalismus - Paid-Content-Statistik - Wie Sprache Rassismus fördert - Bowies Bücher - Michael Naumann über 70 Jahre Taschenbuch - Laurel & Hardy vom Himmel geschickt -  Friedenspreis für den Wirtschaftswissenschaftler & Philosophen Amartya Sen + Der virtuelle Bachmann-Lesewettbewerb wird eröffnet.

Bücherschau des Tages

Wie ein Espresso am Abend

17.06.2020 Die SZ folgt in Lukas Jüligers Comic "Unfollow" hingerissen einem Christus der Öko-Aktivisten in den Wald. Die FAZ taucht mit der Materialistin Jane Bennett ab in eine nicht beherrschbare nichtmenschlichen Welt. Die FR lässt sich von Volker Sielaffs Weltgedicht "Barfuß vor Penelope" in kindliches Staunen versetzen. Dlf empfiehlt Nana Kwame Adjei-Brenyahs "Friday Black" als starkes, verstörendes Debüt. Und Dlf-Kultur öffnet mit John O'Connell David Bowies Bücher-Koffer.

Donnerstag, 18.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein gigantischer bunter Kristall

18.06.2020 In Zeit und VAN-Magazin sprechen die Schriftstellerin Jackie Thomae und die Musiker Brandon Keith Brown und Hyuneum Kim über ihre ganz unterschiedlichen Erfahrungen mit Rassismus in Deutschland. FAZ und taz lesen rauschhaft in Nuri Bilge Ceylans türkischem Dialogepos "The Wild Pear Tree". In der SZ schildert der Musiker Seun Kuti die Klassendistanzierung in Nigeria. Die taz lernt in Chemnitz, wie das DDR-Künstlerkollektiv "Clara Mosch" mit Brotbacken 120 Stasi-Spitzel auf Trab hielt.

9punkt - Die Debattenrundschau

Jene Zone des Verdachts

18.06.2020 SZ, FAZ und taz freuen sich über den Friedenspreis für den indischen Wirtschaftsphilosophen Amartya Sen, der den rationalen Trottel in die Wüste schickte. Und der nicht so kontrovers ist wie Achille Mbembe oder Pankaj Mishra, ergänzt der Tagesspiegel. In der NZZ will Slavoj Zizek Rassismus, Pandemie und Ökologie zusammendenken. Die New York Times zitiert genüsslich aus John Boltons Buch. In der Zeit sieht Jens Jessen die antirassistische Bewegung in eine Kulturrevolution umschlagen. Aber der Guardian meldet: Rhodes Will Fall.

Medienticker

Gezeitenkonzerte

18.06.2020 taz-Müllabfuhr: Polizeigewerkschaft erstattet Strafanzeige - Klagenfurt: Das virtuellen Wettlesen seit 10.00 Uhr live - Ministerpräsidenten erhöhen Rundfunkbeitrag - Rassismus-Debatte: "Vertreter der Aufklärung sind nicht unschuldig", meint der Philosoph Stefan Gosepath + Radio+TV-Tipps des Tages.

Bücherschau des Tages

Das Schicksal arbeitet still und leise

18.06.2020 Die Zeit erinnert sich mit Rebecca Makkais Roman "Die Optimisten" bewegt an die Aids-Epidemie der Achtziger. Die FAZ wird süchtig nach William Trevors Geschichten von Klavierlehrerinnen und Witwen. Die SZ spürt der Interaktion von Bakterium und Umwelt in Ludger Weß' Bakterienatlas nach. Die FR liest Plädoyers für Europa von Rüdiger Görner und Otfried Höffe. Und Dlf-Kultur malt sich mit Thomas Harding den Ökozid im Jahr 2050 aus.

Freitag, 19.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Nicht ein einziges garstiges Wort

19.06.2020 "Muss jetzt jede Carmen eine Roma sein?", fragt die Welt jene, die eine braun geschminkte Anna Netrebko als Aida für rassistisch halten. Der Freitag fordert eine kommentierte Ausgabe von "Vom Winde verweht" - ohne zu glauben, man könne den Zuschauern damit den Rassismus austreiben. Im Guardian verrät Werner Herzog sein Ehegeheimnis: Englisch sprechen. Das britische Theater hat ein Klassenproblem, konstatiert der Dramatiker James Graham ebenfalls im Guardian. Und die Berliner Zeitung erkennt bei Veronika Kellndorfer die gespenstische Poesie der Neuen Nationalgalerie.

9punkt - Die Debattenrundschau

Legal und billig

19.06.2020 Polen ist das schwulenfeindlichste Land Europas. Die PiS-Partei nutzt die Ressentiments für den Präsidentschaftswahlkampf - gegen schwachen Widerstand der demokratischen Kandidaten, berichtet politico.eu. In der SZ plädiert Mark Terkessidis gegen das Bestehen auf der Singularität des Holocaust - und für ein "multidirektionales" Erinnern. Die FAZ möchte Immanuel Kant nicht als Rassisten vom Sockel stürzen.

Medienticker

Theoriemüdigkeit

19.06.2020 Aktualisiert: Tendenzen zur Hypersubjektivität in Zeitschriften für neue Musik - Deborah Wockelmann über Reden, Reisen und Bereistwerden - Der ewige 68er: Ein Hörfunk-Gespräch mit Rainer Langhans, der heute achtzig wird - Übervater Dylan: Heinrich Detering über Bob Dylans neues Album  "Rough and Rowdy Ways" - Bachmann-Preis im Livestream - Bestseller-Autor Carlos Ruiz Zafón gestorben + Wochenend-Radio+TV-Tipps des Tages.

Bücherschau des Tages

Orchideenhaft sonderlingös

19.06.2020 Die SZ lauscht in Belinda Cannones leisem Roman dem "Rauschen und Rumoren der Welt" und beschwört mit Soraya Chemaly "Die Kraft weiblicher Wut". Außerdem empfiehlt sie neue Kinderbücher. Die FR fragt sich mit Saskia de Coster lesbischem Paar, was eine "echte Mutter" ausmacht und träumt mit Pavel Feinstein vom Frieden in "Krokodilopolis". Die FAZ versteht dank Matthias Schmidt die Musikgeschichte um 1900 und deren antisemitischen Tendenzen besser. Und Dlf Kultur denkt mit Ivan Krastev über die Folgen der Pandemie nach.

Samstag, 20.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein ob der Welt frustrierter Katzenfreund

20.06.2020 Die LiteraturkitikerInnen ziehen eine durchwachsene Zwischenbilanz zum Bachmann-Wettbewerb: Die achtzigjährige Helga Schubert gilt als Favoritin, Neu-Juror Philipp Tingler als enfant terrible. Es wird wieder massiv illegale Partys in Berlin geben, glaubt DJ Emerson in der taz mit Bick auf die coronabedingt geschlossenen Clubs. Tagesspiegel und taz erinnern an den vor 25 Jahren von Christo und Jeanne-Claude verhüllten Reichstag, der Berlin die "Kalte-Kriegs-Mentalität" austrieb. In der SZ lüftet Martin Schoeller das Geheimnis der Porträtfotografie.

9punkt - Die Debattenrundschau

Geste sozialer Verachtung

20.06.2020 Die NZZ rekapituliert, wie der Krieg gegen Drogen in den USA zur Masseninhaftierung schwarzer Männer führte. In der Welt meldet Jeremy Adler Zweifel am Konzept des kulturellen Gedächtnis an, mit dem Aleida und Jan Assmann Wissenschaft im Irrationalen angeblich grundierten. Ebenfalls in der Welt entschlüsselt Adrian Lobe die paranoide Logik des Tracings. Und die Polizei-Kolumne schlägt in der taz immer höhere Welle: Unter anderem kritisiert Stefan Reinecke die Hybris, aus der Minderheitenposition diskursive Regeln ignorieren zu dürfen.

Bücherschau des Tages

Das Spektakel der Spinnen

20.06.2020 Die taz lernt von Matthias Glaubrecht, dass der Verlust der Biodiversität die wahre Krise des 21. Jahrhunderts ist. Bei Adele Brand macht sie einen „Crashkurs in Sachen Fuchskunde“. Die FR liest bei Masha Gessen nach, wie sich das Sprechen über Migration unter Trump verändert hat. Die FAZ erfährt von Susanne Goetze und Annika Joeres, wer den Klimaschutz ausbremst. Die NZZ verliebt sich in Anne Enrights „Schauspielerin“. Und Dlf-Kultur reist mit Adolphe Karrs zärtlichen Briefen um den eigenen Garten.

Montag, 22.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein stiller Akt literarischer Güte

22.06.2020 Sehr glücklich sind die LiteraturkritikerInnen mit Bachmann-Preisträgerin Helga Schubert: Für den Tagesspiegel eine der spektakulärsten Gewinnerinnen der Geschichte. Jan Kovaks wenig schmeichelhafte Milan-Kundera-Biografie hat in Tschechien einen geschichtspolitischen Bürgerkrieg ausgelöst, konstatiert die FAZ. Im Welt-Interview lässt sich Woody Allen derweil nicht von der Kritik an seiner Autobiografie aus der Ruhe bringen. Für den Kunsthandel ist Deutschland ein Wettbewerbsnachteil, ärgert sich Johann König ebenfalls in der Welt. Und die FAS staunt über das Plastik-Palmyra von Verena Issel.

9punkt - Die Debattenrundschau

Tendenz zur Säuberung des öffentlichen Raums

22.06.2020 In der SZ erklärt Armin Nassehi, wie es Systeme ins Stottern bringt, wenn Kultur und Sprache permanent verhandelt werden. Natürlich war Kant ein Rassist, meint Floris Biskamp im Tagesspiegel, deswegen müsse sein Denkmal noch lange nicht gestürzt werden. Wie weiß die Vernunft ist, wird auch in der taz weiter diskutiert.  Die New York Times fragt, ob es eine Überkunft zwischen Donald Trump und Mark Zuckerberg gibt. In der NZZ lernt Giorgio Agamben, in der Bank zu beten.

Medienticker

Relevanztheater

22.06.2020 Bachmannpreis-Videoformat: Freibrief für schlechtes Benehmen, meint Sigrid Löffler - Freischreiber-Honorarreport im Print-Lokaljournalismus - Sollte sich der Journalismus klarer positionieren? - Wegen Polizei-Satire erstattet Horst Seehofer Anzeige - Zoe Becks schöne neue Krimi-Welt der Überwachung + Hörfunk+TV-Tipps des Tages.

Bücherschau des Tages

Ein Kosmopolit alter Schule

22.06.2020 Die SZ liest bewegt Nuruddin Farahs Roman über eine somalische Familie, die in Oslo ein neues Leben beginnt. Außerdem empfiehlt sie zwei Bücher des Wissenschaftspoeten Jürgen Dahl, der schon früh vor Umweltzerstörung warnte. Die FAZ bespricht Kinderbücher und empfiehlt besonders Artschil Sulakauris Geschichte vom nörgelnden Prinzen. Die NZZ liest bei Khaled Khalifa die Vorgeschichte des syrischen Bürgerkriegs nach. Der Dlf lernt mit Susan Neiman von den Deutschen Vergangenheitsbewältigung. Und Dlf Kultur erfährt von Sharon Moalem, warum Frauen ein besseres Immunsystem haben als Männer.

Dienstag, 23.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Weise und bestechend unschuldig

23.06.2020 Die nachtkritik analysiert den systematischen Rassismus der amerikanischen Theaterwelt, in der schwarze Schauspieler oft nur besetzt werden, damit die Produktion als "divers" gilt. Die SZ blickt derweil in die reiche Filmtradition des amerikanischen Black Cinemas. Die FAZ findet im Tiroler Taxispalais zum Glauben an das Wort mit der Pop-Art-Nonne Corita Kent. Die NZZ schaut mit Vladimir Sorokin in das dystopische Russland des Jahres 2027. Und alle trauern um den großen Jürgen Holtz.

9punkt - Die Debattenrundschau

Es gibt Grenzen!

23.06.2020 Kant war nicht nur Rassist, sondern auch ein Antisemit und Frauenfeind, stellt Marcus Willaschek in der FAZ klar. In der taz erklärt Isolde Charim Identitätspolitik mittels Denkmalsturz zum gesellschaftlichen Rückschritt. Der Guardian meldet weitere Kapriolen im Streit um J.K. Rowling. Politico stellt den neuen Star der italienischen Rechten vor. Und groß ist die Empörung über Horst Seehofers mögliche Klage gegen taz-Autorin Hengameh Yaghoobifarah.

Medienticker

Texthermeneutisches Versagen

23.06.2020 taz-Kolumne: Seehofers Angriff auf die Pressefreiheit - Stuttgarter Randale & Schuldzuweisungen - Rassismus & Pseudo-Toleranz - Nicht gleich vom Bürgerkrieg sprechen - Konfiszierte Kunst: Politik der leeren Rahmen  in Weißrussland - Hans Ulrich Gumbrechts Lob der (Fußball-)Masse.

Magazinrundschau

Es begann in der Karibik

23.06.2020 Wer Statuen stürzt, schreibt nicht die Geschichte um, sondern die Erinnerung, stellt Richard Evans im New Statesman klar. Aber bitte nicht im Gestus der Taliban, erwidert Bernard-Henri Levy in La règle du jeu, und bitte nicht Victor Schoelcher! Der Rolling Stone feiert die Erfolge von Black Lives Matter als Mainstream-Bewegung.  Die New York Review of Books zeigt, wie ausgerechnet die amerikanischen Colleges zur Armutsfalle für Schwarze und Hispanics werden. Eurozine erinnert daran, dass mit dem Kolonialismus auch die Ausbeutung der Erde begann. Und die New York Times ahnt, dass sich der Mensch seine schlimmsten Krankheiten selbst schafft.

Bücherschau des Tages

Mythen in Tüten

23.06.2020 Die FAZ begibt sich mit Kassia St. Clair auf eine faszinierende Reise in die Welt der Stoffe, verkriecht sich mit Sayaka Murata im „Seidenraupenzimmer“ und folgt gebannt Alain Blottieres Baptiste, der von islamistischen Nomaden entführt wurde. Die SZ liest mit angehaltenem Atem die von Zora Neale Hurston in den Zwanzigern gesammelten Zeugnisse von Nachfahren afrikanischer Sklaven. taz und Dlf-Kultur vergnügen sich mit Iris Hanika in New York auf Beyoncés Partys. Und der Dlf bangt mit Colm Toibins „testosteronreduziertem“ Orest im „Haus der Namen“.

Mittwoch, 24.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Klicken, Zerren, Zirpen

24.06.2020 In der SZ erzählt die Dokumentarfilmerin Yulia Lokshina von den entwürdigenden Arbeitsbedingungen, unter denen osteuropäische Arbeiter beim Fleischfabrikanten Tönnies verschlissen werden. Die FAZ entflieht der Banalität der Welt in der ersten großen Karl-Lagerfeld-Retrospektive im Kunstmuseum Moritzburg. Der Guardian blickt mit dem Architekturhistoriker Mohamed Elshahed auf Kairos vernachlässigtes architektonisches Erbe. Die SZ kriecht mit Sir John Barbirolli in die letzten Winkel der Partitur. Und die Filmkritiker trauern um Batman-Regisseur Joel Schumacher.

9punkt - Die Debattenrundschau

Kein Drinnen & Draußen

24.06.2020 Die Debatte um Achille Mbembe weitet sich immer weiter aus: Nora Bossong verteidigt in der Welt Aleida Assmann, in der FAZ stellt sich Stephan Detjen gegen den BDS-Beschluss des Bundestages. In der NZZ hält Maria-Sibylla Lotter nichts von Sprechverboten zum Schutz von Minderheiten. Das Einzige, was Waldimir Putin noch aufhalten kann, glaubt Viktor Jerofejew in der FAZ, ist der Geschmack der Russen am Leben. Die taz blickt auf das Chaos, das der Regisseur Ilya Khrzhanovsky in Babyn Jar anrichtet. Und die SZ erlebt einen Ort, an den sich Irans religiöse Sittenpolizei nicht traut.

Medienticker

Mystik & Massen

24.06.2020 Heute u. a.: Offener Brief an die Bundeskanzlerin in Sachen taz: Merkel vs. Seehofer und wo ist Seehofer? - Arbeitsethik & Übereifer - Euphorie in der "gelben Wand" & DFL-Medienrechte - Fotografen erkunden die Provinz - Was wollen Sie diesen Sommer lesen? + Radio+TV-Tipps des Tages: u. a.  Neue Musik im Konzert.

Bücherschau des Tages

Brillantes Feuerwerk berechtigter schlechter Laune

24.06.2020 Die FAZ reist mit Siegfried Unseld zu den Anfängen des Suhrkamp-Verlags zurück. Die SZ hört den Ruf des Philosophen Paul B. Preciado nach einer neuen Gesellschaft und befreit mit Alan Bennett Kafka von Kafka. Die FR feiert mit Kent Harufs sterbendem Helden die letzten "Kostbaren Tage". Die taz amüsiert sich prächtig über den autistischen Ted in Emilie Gleaons schwarzhumoriger Graphic Novel. Und Dlf-Kultur lernt bei Soraya Chemaly die Ungerechtigkeiten kennen, denen Frauen Tag für Tag ausgesetzt sind.

Donnerstag, 25.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Bedauerlich, dass Vögel nicht lesen

25.06.2020 In der Zeit erinnert sich Maxim Biller, wie er und Ex-FAZ-Literaturchef Gustav Seibt einst versuchten, Karl Heinz Bohrers Abneigung gegen Marcel Reich-Ranicki zu ergründen. Die FAZ wühlt in Leipzig in den Mägen von Albatrossen. Siebzig Prozent der britischen Theater fürchten den Bankrott, weiß der Standard. Auch die Berliner Philharmoniker darben - und die freien Musiker sowieso, ergänzt das VAN-Magazin. Der Galerist Johann König und der Architekt Arno Brandlhuber möchten den Mäusebunker zum neuen kulturellen Zentrum Berlins ausbauen, meldet der Tagesspiegel.

9punkt - Die Debattenrundschau

Abgeräumter Stadtschmuck

25.06.2020 Denkmäler stürzen überall: In der taz plädiert Aktivistin Simone Dede Ayivi zunächst mal für leere Sockel. Dann sollten afrikanische Künstler*innen zur Umgestaltung der Denkmäler eingeladen werden. In der FAZ erinnert Wolfgang Reinhard daran, dass auch Afrikaner mit Sklaven handelten und Sklaven hielten. Nochmals in der taz erklärt Christian Jakob, warum Intersektionalität den Betroffenen das Recht auf alles gibt. In der NZZ staunt Pascal Bruckner, wie schnell manche in der Coronakrise die Alten wegsperren wollten, um den Jungen mehr Freiraum zu verschaffen.

Medienticker

Verzerrt polemisch

25.06.2020 Seehofer verzichtet auf taz-Strafanzeige & will stattdessen mit der Redaktion diskutieren & den Presserat einschalten - Die Welt am Sonntag & eine Umfrage zu geschlechtergerechter Sprache - Wozu ist die Philosophie gut?- Kafka auf dem Balkon  - Ferngespräch mit Michael Köhlmeier - Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten + Radio+TV Tipps des Tages.

Bücherschau des Tages

Die Vermessung des neuen Menschen

25.06.2020 Die FAZ tritt mit Christoph Meckel durch eine "Tür aus Glas" und dringt zum Glutkern seines Schaffens vor. Die FR erfährt von Anna Bikont, wie Polen mit der Erinnerung an das Massaker von Jedwabne umgeht. Die taz wird süchtig nach der Wunderdroge von Christoph Höhtker. Die Zeit findet den "Glitch" in Joshua Groß' "Flexen in Miami". Dlf-Kultur ist dank Jane Bennett bereit für ein neues ökologisches Weltbild.

Freitag, 26.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Liebestollheit und tausend Paradoxien

26.06.2020 FAZ und taz staunen bei den Festivals "Radar Ost" und "Postwest" über Anarchie und Kritik am Westen im osteuropäischen Theater. Das deutsche Theater hingegen hat ein Klassismus-Problem, konstatiert die nachtkritik. Wenn Rechte und Linke den Pop kapern, was bleibt dann noch übrig für progressiven Pop, seufzt die taz. Schon mal K-Pop gehört?, fragt die SZ zurück. Im Guardian ärgern sich die schwarzen Architekten Elsie Owusu und Shawne Adams über den Rassismus in der britischen Architekturszene.

9punkt - Die Debattenrundschau

Lust am eigenen Irresein

26.06.2020 Entsetzt beschreibt Timothy Garton Ash im Guardian die Wahlkampfpropaganda der staatlichen Medien für die polnische Regierungspartei. In Deutschland verkündet Google, einige ausgewählte Medien mit ein bisschen Geld zu unterstützen - die Zeit mag nicht mal sagen, mit wieviel. Wer Achille Mbembe kritisiert, hat das Holocaust-Trauma nicht verstanden, sagt der Politologe Henning Melber in der taz. In geschichtedergegenwart.ch erzählt der Berliner Soziologe Aydin Süer, wie die türkische Regierung Jahr für Jahr die Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 begeht.

Medienticker

Narrating Africa

26.06.2020 Aktualisiert: Google will u. a. Spiegel, FAZ & Co. vergüten: Was heißt das für den Nutzer? - Diskussionsentwurf zum Urheberrecht - Im Vergleich Bewegtbildangebote von Blick TV & Bild Live - Russland: Regisseur Kirill Serebrennikow in einem Schauprozess schuldig gesprochen - Wolfram Schüttes Petits riens - Virtuelle Ausstellung in Marbach + Radio+TV-Tipps für das Wochenende.

Bücherschau des Tages

Von Menschen, Fröschen und Sülze

26.06.2020 Die FAZ lernt viel über "rassische Konzepte im weißen Blues" in Peter Kempers Eric-Clapton-Biografie. Die FR staunt über die poetische Sinnlichkeit in James Noels Roman über das Erdbeben von Haiti. Die SZ erliegt der opulenten Farbenpracht von Anne Enrights "Schauspielerin". Die taz hält sich lieber an die schlichte Modernität von Charlotte Perriand. Dlf Kultur lässt es knallen mit den Erzählungen von Zsofia Ban. Und der Dlf findet mit Karosh Taha die "deutsche Scheherazade".

Samstag, 27.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Eine eigene Zone lyrischer Magie

27.06.2020 Kirill Serebrennikow ist in Russland zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Tagesspiegel erklärt die Unterschiede zwischen sowjetischer und putinscher Zensur. Welche Rolle spielen Hautfarbe und Herkunft in der Popmusik, fragt die FAZ. Monopol begegnet bei Deana Lawson in Basel den KönigInnen der afrikanischen Diaspora. In taz und Standard spricht Christian Petzold über Männerfantasien. Die taz blickt außerdem ins Werk von Bachmann-Preisträgerin Helga Schubert. Und die SZ tanzt zu Thai-Funk des texanischen Trios Khruangbin.

9punkt - Die Debattenrundschau

Sadismus am toten Objekt

27.06.2020 Im Guardian stellt Jonathan Freedland klar, dass Israel weder für den Klimawandel noch für amerikanischen Rassismus verantwortlich ist. In der Welt betont Aleida Assmann, dass sie nicht die Singularität des Holocaust infrage stellen, aber die Fixierung darauf. Die FR sieht mit der Identitätspolitik ein Regime der Affekte aufziehen. Die taz debattiert über die Polizei: Schikaniert sie Menschen mit dunklerer Hautfarbe? Oder hilft sie einem gegen die Nazi-Meute?

Bücherschau des Tages

Mit wehendem Trenchcoat in die nächste Bar

27.06.2020 Brillant, aber viel zu kurz findet die FAZ Eric Vuillards Thomas-Münzer-Geschichte "Der Krieg der Armen". Amüsiert verfolgt sie auch, wie Eshkol Nevo mit seinem Roman "Die Wahrheit ist" dem Literaturbetrieb ein Schnippchen schlägt. Die NZZ rühmt die Vitalität dänischer Lyrik. Der DlfKultur empfiehlt Kent Harufs "Kostbare Tage" als tröstliche Lektüre und genießt Nicholas Shakespeares "Boomerang" als philosophischen Thriller.

Montag, 29.06.2020

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein bisschen Glimmer

29.06.2020 Die FAZ drängt sich in München mit Sheela Gowda und indischen Straßenarbeitern in alte Ölfässer. Im Blog Tag und Nacht erinnert sich Marlene Streeruwitz zum Siebzigsten, wie sie einst gegen die Feuilleton-Päpste ums Überleben kämpfte. Die Filmkritiker diskutieren über Film- und Kinoförderung: Artechock fordert, träge Programmkinos zu bestrafen. In der Welt erzählen die Intendantinnen des Theaters am Neumarkt, wie sie das Weiße Haus besetzten. Die FR träumt mit Jan Kehl von autofreien Innenstädten mit kurzen Wegen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Angst vor seinem Zorn

29.06.2020 Die Washington Post rekonstruiert, wie Mark Zuckerberg sich in Donald Trumps Arme warf. Im Observer wundert sich Nick Cohen nicht, dass Russlands früherer London-Botschafter aufgezeichnet wurde: Weil er das Land zu Boden geworfen habe. Die SZ fragt, was wir eigentlich für Denkmäler hinterlassen, die später einmal gestürzt werden können. Die Welt hadert allerdings mit dem curatorial turn in der Geschichtspolitik. Und die Berliner Zeitung fragt Rezo, wie er eigentlich recherchiert.

Medienticker

Ignoranz gegenüber der eigenen Ignoranz

29.06.2020 Lasst das Denkmal stehen: Immanuel Kant & der Rassismus - Di Cesare: Von der politischen Berufung der Philosophie - Die siebziger Jahre: Jenseits der Gemeinschaft lockt die Freiheit - Hans von Trothas fünf Gründe, ein Jahr lang auf den "kleinen Prinzen" zu verzichten - Buchhandel während Corona-Krise & globalisierte Kulturwelt pausiert + taz ruft die Polizei.

Bücherschau des Tages

Grazile, ephemere Gebilde

29.06.2020 SZ und Dlf empfehlen heute Naturlyrik: Die SZ schaut den luftigen, kleinen Werken von Marion Poschmann nach, der Dlf legt Erinnerungsschichten mit Esther Kinsky frei. Außerdem bespricht die SZ eine ganze Menge Kinder- und Jugendbücher und rät besonders zur Lektüre von Lisbeth Kaisers Maya-Angelou-Porträt. Dlf Kultur bewundert Mut, Witz und Verstand in Fang Fangs Wuhan Diary. Und der Dlf träumt mit Omri Boehm von einer gemeinsamen jüdisch-palästinensischen Föderation.

Dienstag, 30.06.2020

Magazinrundschau

Perliges Neo-Champagner

30.06.2020 Die New York Times fordert die 40 Acres Land, die General Sherman 1865 den befreiten Sklaven versprochen hat. Der New Yorker verschluckt sich an einem Bad Mutha Clucka aus der Geisterküche. Die London Review of Books beobachtet, wie die WHO im globalen Mächtespiel zerrieben wird. El País nimmt Abschied von der Generation, die Spanien aufbaute. Novinky verteidigt Milan Kundera gegen seinen Biografen Petr Novák. Der New Statesman freut sich über die neue Politisierung britischer Fußballstars. Und in Règle du jeu schlägt Bernard-Henri Levy brüderlich die Hand ein.

Efeu - Die Kulturrundschau

Kunstwerk aus eigenem Recht

30.06.2020 Im monopol-magazin wünscht sich Olu Oguibe mehr radikale Denkmäler wie das "Black-Lives-Matter"-Mural, das Muriel Bowser in Washington D.C in Auftrag gegeben hat. In der SZ erklärt der Fotograf Tyler Mitchell die Bedeutung von Kleidung für Schwarze. Die taz verjüngt sich mit Spiritual Jazz des bald 80-jährigen amerikanischen Saxofonisten Gary Bartz. Die FAZ feiert das Hörspiel. Und in der FR feiert Matthias Lilienthal seine Erfolge.

9punkt - Die Debattenrundschau

Hermeneutische Gegenoffensive

30.06.2020 Nach den Kommunalwahlen in Frankreich freut sich Libération über die Wiederherstellung der politischen Lager von Rechts und Links. Die NZZ überlegt, ob sich die Polizeigewalt vielleicht nicht gegen Schwarze, sondern gegen Arme richtet. Mit drei weißen Frauen in der Chefredaktion steht die taz auf einmal ganz schön gestrig dar, erkennt die Berliner Zeitung. Die FR  blickt auf die prekäre Situation von Frauen und Männer im Kulturmarkt. Und während sich in Deutschland Presseverlage mit Google zusammentun, trennt sich die New York Times in den USA von Apple News. 

Medienticker

Ferienmüde

30.06.2020 Der letzte Universalfeuilletonist: Zum Tod des Publizist & Literaturübersetzer Dieter E. Zimmer - Neue Abo-Plattform für Journalismus startet - Gegen das Hamsterrad der maßlosen Buchproduktion - Warum Literatur immer bedeutungsloser wird - Asli Erdogans Fall soll neu verhandelt werden + Radio+TV-Tipps des Tages.

Bücherschau des Tages

Fragmente der Schönheit

30.06.2020 Die FAZ bewundert das therapeutische Gespür, mit dem Lana Lux deutsch-ukrainische Geschichte erzählt und lernt von dem Aktivisten Joshua Wong, die Stimme für Demokratie zu erheben. Die SZ findet die Essenz von Christoph Meckel hinter einer „Tür aus Glas“ und erfährt bei den Zeitreisenden Kathrin Passig und Aleks Scholz, worauf beim Dino-Besuch zu achten ist. Die taz begibt sich mit Wallace Shawn auf eine „sinistre Kopfreise“ und denkt über Klassenschranken nach. Der Dlf lauscht Philippe Jaccottets Orchester „epiphanischer Augenblicke“. Und Dlf Kultur staunt über den Witz, mit dem Petina Gappah vom Leben unter Mugabe erzählt.

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BuchLink: Aktuelle Leseproben. In Kooperation mit den Verlagen (Info)

Katja Diehl / Mario Sixtus. Picknick auf der Autobahn - Wie wir in Zukunft unterwegs sein werden. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2025.Katja Diehl, Mario Sixtus: Picknick auf der Autobahn
Mit zehn Schwarzweiß-Abbildungen. Wie werden die Menschen in Deutschland in Zukunft autofrei und klimafreundlich unterwegs sein? Dieses Buch bietet Antworten und ist somit…
Selma Asotic. Sag Feuer - Gedichte. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2025.Selma Asotic: Sag Feuer
Aus dem Bosnischen von Marie Alpermann und Rebekka Zeinzinger. Selma Asotić hat sich als junge feministische Stimme aus Bosnien einen Namen gemacht. Ihre Lyrik ist einfach,…
Robert Menasse. Die Lebensentscheidung - Novelle . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Robert Menasse: Die Lebensentscheidung
Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.…
Hans Jürgen von der Wense. Routen II - Ostwestfalen. Matthes und Seitz, Berlin, 2025.Hans Jürgen von der Wense: Routen II
Mit zahlreichen Abbildungen und zwei beigelegten Messtischblättern aus dem Nachlass. Der Privatgelehrte, Übersetzer, Komponist, Landschaftsforscher, Briefkünstler Hans Jürgen…

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