Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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  • Daniele Dell'Agli: Aufruhr im Zwischenreich: Plädoyer für eine Befreiung des Themas Sterbehilfe aus dem Griff der Politik und mit ihr paktierender Verbandseliten
  • Monotheismus-Debatte im Perlentaucher: Angestoßen von Jan Assmann. Mit Beiträgen von Klaus Müller, Peter Sloterdijk und anderen
  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
  • Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
  • Der dänische Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
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Perlentaucher-Fakten

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Buchautoren

Perlentaucher Archiv

Sortiert nach Datum | Rubriken

Mittwoch, 01.09.2010

Heute in den Feuilletons

Freier Platz in den Synapsen

01.09.2010 In der FAZ sieht Ali Sethi, wie pakistanische Kampfjets gerettet werden, während pakistanische Bauern ertrinken. Die taz berichtet blutige Einzelheiten über den Drogenkrieg in Mexiko. Der Tagesspiegel geht ganz in Thilo Sarrazin auf. In der FR erzählt Karl Schlögel, wie er mit den Toten spricht.

Bücherschau des Tages

Trüffelomelette, Rosenknospenmarmelade

01.09.2010 Die NZZ freut sich über Uwe Jochums bei der Höhlenmalerei beginnenden "Geschichte der abendländischen Bibliotheken". Die SZ folgt fasziniert Stephan Wackwitz über die "Fifth Avenue" und lauscht Johannes Stecks behaglicher Lesung von Martin Walkers Weinkrimi "Grand Cru". Die FAZ beschäftigt sich mit Wirtschaftskriminalität.

Medienticker-Archiv

Ein literarischer Almadovar

01.09.2010 Wolfram Schütte über Javier Tomeos Sex-& Pornosatire "Die Silikonliebhaber" - Profiteure im Windschatten und Pure Heuchelei: Robin Meyer-Lucht über Sarrazin und die Medien - Zurück in die Fernseh-Zukunft: Steve Jobs will Apple TV mit Netflix ausstatten - "Bertelsmann Republik Deutschland": Unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit - Lexikon der Arbeitswelt: Sag beim Abschied leise Servus! + Zeichen! Ein Zeichen!: Jamiri, der Geigerzähler der Semiotik.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

01.09.2010 Provokationen.

Donnerstag, 02.09.2010

Heute in den Feuilletons

Ein feiner Herr

02.09.2010 In der Welt fragen Monika Maron und Necla Kelek, wann wir über die interessanten Seiten in Thilo Sarrazins Buch diskutieren. In der taz erklärt der Politikwissenschaftler Markus Linden, warum Sarrazin gut für die Demokratie ist. Die NZZ betrachtet leicht amüsiert den roten Kopf des "sittlichen" Deutschlands. In der SZ erkennt der Philosophieprofessor Christian Illies, dass es beim Streit um "Stuttgart21" um das gesellschaftliche Selbstverständnis der Stuttgarter Bürger geht. In der FAZ erklärt die Intelligenzforscherin Elisabeth Stern, wie gesellschaftliche Verdummung zustande kommt. Die Zeit blickt in deutsche Redaktionsstuben und sieht nur urdeutsche Mittelschicht.

Bücherschau des Tages

Ästhetik des Ungekämmten

02.09.2010 Die FAZ liest tief beeindruckt Erwin Mortiers Roman "Götterschlaf", der die Geschichte einer Frau in Zeiten des Ersten Weltkriegs erzählt. Die Zeit feiert Steven Uhlys Romandebüt "Mein Leben in Aspik" als irrwitzigen Barock-Poetry-Slam und verteidigt Martin Mosebach und seinen Roman "Was davor geschah" gegen seine Kritiker: Mit formloser Kunst ist dem formlosen Leben nicht beizukommen. Die SZ erfährt in Barbara Ehrenreichs "Smile or Die" die beglückende Wirkung des negativen Denkens.

Medienticker-Archiv

Bloggen im Bleistiftgebiet

02.09.2010 Der Leser, das unbekannte Wesen: Marc Reichwein trifft den Handke-Blogger Lothar Struck - Intellektueller Offenbarungseid oder Hirngröße: Weil es gerade diskutiert wird - Bereit für die Apokalypse: Zur Wiederauflage von Friedrich Sieburgs kulturpessimistischen Meisterwerk "Die Lust am Untergang" - Simulation von Soziologie: Eine kleine Hommage an Sjöwall/Wahlöö - Netzwelt-Ticker: WikiLeakiLeaks, das WikiLeaks für WikiLeaks.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

02.09.2010 Vergebliche Liebesmüh'.

Freitag, 03.09.2010

Heute in den Feuilletons

Warum wird gerade die eingeladen?

03.09.2010 Die taz porträtiert den chinesischen Literaturwissenschaftler Yu Jie, der gerade ein Buch über den "größten Schauspieler" Chinas veröffentlicht hat: Premierminister Wen Jiabao. Es gibt auch Unterlassungsrassismus, hält der Philosophieprofessor Markus Tiedemann den Verfechtern multikultureller Toleranz entgegen. Die NZZ liest Necla Keleks Heft über den Freiheitsbegriff des Islam. Slate findet unerwartete Leser-Communities in Zeitungen aus dem 18. Jahrhundert. In der SZ beklagt die Theaterregisseurin Anna Bergmann Deutschlands durchkonventionalisierte Stadttheaterlandschaft.

Bücherschau des Tages

Das Wirkliche und das Mögliche

03.09.2010 Als europäische Kulturgeschichte empfiehlt die NZZ Karl-Markus Gauß' Reiseerzählung "Im Wald der Metropolen": Lust winkt und Erkenntnis. Die FAZ liest mit Vergnügen Michel Georges-Michels Pariser Boheme-Roman "Die von Montparnasse". Außerdem stellt sie Tahmima Anams Roman "Zeit der Verheißungen" vor, der von Bangladeschs Unabhängigkeitskrieg erzählt.

Medienticker-Archiv

Wir verblöden weiter

03.09.2010 Wolf Wagners Studie "Tatort Universität" - Alles auf Aha-Erlebnis: Abschied vom Nachkriegskonsens? oder Worum es in der Sarrazin-Debatte geht - Aus einer anderen Zeit: Die Veröffentlichungsgeschichte des DEFA-Films "Die Taube auf dem Dach" - Urheberrecht: Ein Massenphänomen - Ifa-Trends 2010: Anschluss verloren - Jonathan Franzen: Der Autor, das Epos und der Hype + Die Links der verwehenden Woche.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

03.09.2010 Puzzlespiele.

Samstag, 04.09.2010

Heute in den Feuilletons

Das Verschwinden der Fische

04.09.2010 Die NZZ liefert eine wohltuend nüchterne Besprechung von Thilo Sarrazins Buch und erinnert daran, dass auch Sozialdemokraten einst eugenisches Gedankengut pflegten. Sarrazin droht, gegen eine Entlassung zu klagen, meldet die Welt, die außerdem Claude Lanzmanns nordkoreanische Liebesgeschichte erzählt. In der taz stellt der Theatermann Schorsch Kamerun klar: Er möchte nicht gesponsort, sondern lieber nur subventioniert werden. In der Berliner Zeitung beklagt der Tourneeveranstalter Berthold Seliger das neue Biedermeier in der subventionierten Kultur. In der FR erfahren wir vom Hirnforscher Christian E. Elger: Der Mensch ist gut. Die SZ erzählt die Geschichte der Moschee von München, die ihr erst von einem Amerikaner aufgedeckt werden musste. Die FAZ bringt Auszüge aus Fritz J. Raddatz' Tagebüchern.

Bücherschau des Tages

Dialoge (und Mono-, Tria-, Tetraloge)

04.09.2010 Viele lesenswerte Rezensionen heute in der NZZ. Atemberaubend erscheint ihr der Roman "Fegefeuer" der jungen finnischen Autorin Sofi Oksanen über die Gräuel in Estland nach dem Krieg. Nüchtern und informativ ist die NZZ-Besprechung zu Thilo Sarrazin. Spannend die Auseinandersetzung mit dem Romancier und Tagebuchautor Sandor Marai. Und faszinierend die Neuübersetzung von William Gaddis' Roman "JR". Die FAZ bringt die erste Besprechung von Jonathan Franzens "Freiheit'": Simply ein Must.

Montag, 06.09.2010

Heute in den Feuilletons

Starke selbstbetrügerische Züge

06.09.2010 Die NZZ führt eine Identitätsdebatte um arabische Altstädte. Die FAZ hat durch die Memoiren von Tony Blair "fesselnde Einblick in das innerste Innere seiner Premierministerschaft" bekommen. Die Sarrazin-Debatte ist ingesamt nach wie vor zum Weglaufen: Sarrazin repräsentiert die Angst der Mittelschicht vor den Integrationserfolgen der Türken, meint die taz. Sarrazin wird mundtot gemacht wie einst Martin Walser von Ignatz Bubis, meint Klaus von Dohnanyi in der SZ.

Bücherschau des Tages

Es krachte gewaltig

06.09.2010 Für eine editorische Glanzleistung und mitunter spannend wie ein Krimi hält die FR Siegfried Unselds Suhrkamp-Betriebstagebuch aus dem Jahr 1970 "Chronik". Die FAZ empfiehlt noch einmal Ryszard Kapuscinskis volkspolnische Reportagen "Ein Paradies für Ethnografen", aber auch Raul Argemis Krimi "Und der Engel spielt dein Lied" (hier unsere Leseprobe).

Vorgeblättert

Winfried Speitkamp: Ohrfeige, Duell und Ehrenmord

06.09.2010 Der Historiker Winfried Speitkamp untersucht in seinem Buch "Ohrfeige, Duell und Ehrenmord" die Ehrbegriffe und Ehrkonflikte in vielen Kulturen und ihre Wandlungen von der Antike bis zur Gegenwart. Lesen Sie hier Auszüge von der Geschichte der gekränkten Ehre, des Duells und des Mordes.

Medienticker-Archiv

Diva an Deck

06.09.2010 Oliver Bukowskis Kleist-Reflexion "Wenn Ihr Euch totschlagt, ist es ein Versehen" am Hamburger Schauspielhaus - Hacks-Abend oder Den Kommunismus mit der Seele suchen: "Die Sorgen und die Macht" am Deutschen Theater Berlin - Schorsch Kameruns arg pädagogisches Seemannsgarn: "Vor uns die Sintflut" am Hamburger Thalia Theater + Web-TV: Die Zukunft des Fernsehens.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

06.09.2010 Störgeräusche.

Dienstag, 07.09.2010

Magazinrundschau

Entblößt von jedem wohligen Schmelz

07.09.2010 Kelek ist der Treitschke Bahners, lernen wir aus den Blättern. Auch in den goldenen Zeiten der Moderne hatten Schriftsteller es schwer, ermuntert Tom McCarthy angehende Schriftsteller im Guardian. In Le Monde kritisiert Andre Glucksmann die Ausweisung der Roma aus Frankreich. Das Magazin erzählt, wie man eine verrottende Kleinstadt wieder in Schwung bringt. In Elet es Irodalom feiert Laszlo Földenyi die Bilder des Malers Uri Asaf. In NZZ Folio blicken neun Schriftsteller in die Zukunft. Vanity Fair gruselt sich vor der griechischen Wirtschaft.

Heute in den Feuilletons

Bürgerlich gehobene Kindergärten

07.09.2010 In der FAZ bestätigen die Wissenschaftler Detlef Rost und Heiner Rindermann: Thilo Sarrazin hat uns richtig verstanden. In der FR kritisiert Götz Aly Sarrazin, aber auch seine Gegner. Auch die Blogs diskutieren über Sarrazin und untersuchen Statistiken von Freunden und Feinden. In der taz bespricht Micha Brumlik die Memoiren von Claude Lanzmann, die auch in anderen Zeitungen gleich am Erscheinungstag präsentiert werden. 

Bücherschau des Tages

Wechselbäder

07.09.2010 Claude Lanzmanns 688 Seiten dicker Erinnerungsband "Der patagonische Hase" hat heute gleich drei Rezensenten amüsiert, informiert, erschöpft und manchmal auch genervt. Judith Zanders Debütroman "Dinge, die wir heute sagten" lässt die FR ausrufen: Buchpreis bittesehr. Die FAZ warnt vor den gefährlichen Nebenwirkungen von Adam Hasletts Erzählungen.

Medienticker-Archiv

Kultur ohne Hüter

07.09.2010 Michael Naumann über den Kulturstaat Deutschland - Deutscher Presserat: Zahl der Beschwerden auf Rekordniveau - Alte und neue Medien: Konfetti der Gegenwart - Digitale Zeitungen: Danke für die Kunden - Bissige Attacke: Vom Kult des positiven Denkens- Lesende Autoren, essende Köche: Bibliotheks-Besuch bei Rolf Hochhuth - Der Phrasenmäher: Der Mix, eine Frage der Mischung + Die Gazette: Von Fisch und Fleisch, Monsanto und das Gen-Monopol.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

07.09.2010 Kachelmann-Opfer.

Mittwoch, 08.09.2010

Heute in den Feuilletons

Eine besondere dialektische Geltung

08.09.2010 Heute bekommt Kurt Westergaard in Deutschland einen Preis für Pressefreiheit - in Anwesenheit Angela Merkels. Die FAZ bewundert sie für einen Mut, den diese Zeitung  seinerzeit nicht hatte. Die meisten anderen Zeitungen schweigen beredt. Auf Carta erklärt der Qualitätsforscher Kurt Imhof, warum er die Qualität solcher Qualitätsmedien schützen will. Böse ist dagegen das Internet, findet Jonathan Franzen in der FAZ. In der taz erklärt Tom Segev, warum die Österreicher dankbar dafür sein sollten, dass Simon Wiesenthal mit dem Mossad gearbeitet hat.

Bücherschau des Tages

Viel getrunken und viel Sex gehabt

08.09.2010 Heute hat Jonathan Franzen seinen großen Auftritt: Die SZ entdeckt darin Trost und Hoffnung für die liberale Gesellschaft. Die taz ist sehr berührt von diesem Roman, hält ihn aber nicht für das große Meisterwerk. Und die FR staunt über so viel pathetischen Ernst. Die FAZ schöpft aus Helga Novaks "Liebesgedichten" Kraft für die politische Unangepasstheit.

Medienticker-Archiv

Vom Glück der Playmobilfiguren

08.09.2010 Über Michel Houellebecqs "La Carte et le Territoire" - Integrations-Debatte: Die Leitkultur wechselt die Seiten und lärmige Inszenierungen oder Wie man einen Rechtspopulisten herstellt - Der Sound, der aus der Kälte kam: Wie Software die Musik revolutioniert - Alec Empire: Vorsicht explosiv! - Berühmt aus Versehen: Interview mit Quincy Jones - Dirigenten-Legende: Klemperers steiler Mahler-Weg + Oscars ohne Godard: So weit reisen für ein Stück Metall?

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

08.09.2010 Grund zum Feiern.

Im Kino

Bumstag

08.09.2010 Freundlich opak erzählt Francois Ozon in seinem Film "Rückkehr ans Meer" von einer Frau, die ihren Freund verliert, dessen Kind austrägt und mit dem Bruder des Toten etwas anfängt. Aus einer Kifferidee macht Lynn Shelton in "Humpday" einen ganzen, sehr wortreichen Film: Zwei Heteromänner wollen einander zu Nutz und Frommen der eigenen Liberalität für einen Kunstporno ficken.

Redaktionsblog - Im Ententeich

Die Muster des Kulturalismus

08.09.2010 Thilo Sarrazin kam den Feinden von Islamkritikerinnen wie Necla Kelek oder Ayaan Hirsi Ali wie gerufen. Er liefert ihnen endlich das Szenario, von dem sie schon lange träumten. Sarrazin entstellt ihnen mit seiner eugenischen Argumentation die verhasste Kritik von Religion und Tradition und unseren Arrangements mit der Malaise zu angeblicher Kenntlichkeit.

Redaktionsblog - Im Ententeich

Shortlist für den Deutschen Bücherpreis veröffentlicht

08.09.2010 Die Jury hat heute die Shortlist-Nominierungen für den Deutschen Buchpreis 2010 bekanntgegeben. Die Romane von Autorengrößen wie Thomas Hettche und Martin Mosebach schafften es nicht unter die letzten sechs:

Donnerstag, 09.09.2010

Heute in den Feuilletons

Große Wette auf die Offenheit der Systeme

09.09.2010 Sie wolle die Zeitungen, die die Mohammed-Karikaturen seinerzeit (und übrigens auch heute) nicht druckten, ja nicht kritisieren, sagte Angela Merkel bei der Preisverleihung für Kurt Westergaard. Aber äh, naja: "Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut." Die Welt bringt ihre Rede. Die SZ ist irgendwie gegen den Preis. Die FAZ hat ein Interview mit Westergaard. Die Solidarität mit ihm war okay, sagt er: "Die einzige Ausnahme ist leider meine eigene Klasse."

Bücherschau des Tages

Ein Übermaß an Positivität

09.09.2010 Die FAZ startet nach Lektüre von Nicholas Kristofs und Sheryl WuDunns "Die Hälfte des Himmels" die dritte und diesmal weltweite Frauenbewegung. Die FR feiert Andreas Maier und den Auftakt seiner mindestens elfbändigen hessischen Familiensaga "Das Zimmer". Die SZ empfiehlt Bessa Myftius Roman über eine albanische Kindheit unter Enver Hoxha "An verschwundenen Orten". Bei der Zeit fällt Jonathan Franzens "Freiheit" durch, loben kann sie aber Byung-hul Hans Essay über die "Müdigkeitsgesellschaft" und Nii Parkes sehr komischen Krimi "Die Spur des Bienenfressers".

Medienticker-Archiv

Die Politik des Blicks

09.09.2010 Burkhard Müller-Ullrich über das Leben zwischen Nacktscannern, Street View und Burkas - Deutsch! Denkt Wilders: Ulrike Baureithel über Rechtsintellektuelle in Deutschland - Joseph Roth: Das Gesicht der Zeit oder "Große Wahrheiten werden an den Rand geschrieben" - Als der Romancier dokumentarisch wurde: Über Uwe Johnsons "Ich wollte keine Frage ausgelassen haben" - Umfrage: Nur jeder Zweite hält Medien für unabhängig.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

09.09.2010 Strandgut.

Freitag, 10.09.2010

Heute in den Feuilletons

Der Widerspruch des Augenblicks

10.09.2010 Die taz kritisiert die "Selbstbeweihräucherung" in Angela Merkels Verteidigung der Meinungsfreiheit. Henryk M. Broder findet sie im Spiegel dagegen vorbildlich. Die FAZ ruft Merkel zu: das gibt einen guten Eintrag in den Geschichtsbüchern. Der Freitag sucht Gemeinsamkeiten zwischen Sarrazin und Sloterdijk. Die SZ feiert die immer noch lebendige Jazz-Szene in New Orleans. In der NZZ wehrt sich der Übersetzer Laszlo Kornitzer gegen den Vorwurf, seine Kritik am Antisemitismus Istvan Örkenys sei ideologisch.

Bücherschau des Tages

S'isch ärrägend, nit?

10.09.2010 Die FAZ feiert Melinda Nadj Abonjis ungarisch-serbisch-schweizerischen Roman "Taufen fliegen auf", der nichts im Ungefähren lasse und völlig zu Recht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stehe. Gebannt folgt die FR Colm Toibins Geschichte irischer Auswanderer in den 50er Jahren und nach "Brooklyn". Und die SZ erkennt mit Gerhard Stadelmaiers "Parkett, Reihe 6, Mitte", welch schnell welkende Kunst selbst die scharfzüngigste Theaterkritik ist.

Bücherbrief

Rätselhafte magnetische Beben

10.09.2010 Im Monat September: Muhammas el-Bissati erzählt von einer Tagelöhnerfamilie in Ägypten, Jonathan Franzen von Vorzeigeeltern im Amerika der Bush-Jahre und Roberto Bolano von zwei gefallenen Engeln in Rom. Bei den Sachbüchern dominierte die Debatte um Thilo Sarrazin. Außerdem warnt Elisabeth Badinter vor der Vermutterung der Frau, und Claude Lanzmann schreibt seine Memoiren.

Medienticker-Archiv

Quadriennale

10.09.2010 Aufregende Zeiten im Saal 20 der Beuys-Klasse: Katharina Sieverding über das Düsseldorfer Kunstklima und die Gegenwartskunst - Internet und Gehirn: Nicholas Carr wird schwindelig und bloggt trotzdem weiter - Google Instant: Neuartige Echtzeitsuche und keiner benutzt mehr sein Hirn - "Das Netz ist gar nicht so global": Constanze Kurz fordert linke Netzpolitik - Zizek Zuperstar: Philosophen im Netz.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

10.09.2010 Steinzeit.

Samstag, 11.09.2010

Heute in den Feuilletons

Dieser böse Mann mit dem Bestseller

11.09.2010 Der Tagesspiegel berichtet von eine Lesung Thilo Sarrazins, in der sich weder Sarrazin noch sein Publikum über ihre genetische Ahnungslosigkeit aufklären lassen wollten. In der taz versucht der linke Politologe Claus Leggewie Religionskritik zu erledigen, indem er sie in die rechtsextreme Ecke stellt. Der FR erschien Tom Tykwers neuer Film "Drei" in den letzten Tagen des Festivals von Venedig ein wenig belanglos - trotz Sophie Rois. Laut n-tv hätte Renate Künast an der Stelle von Angela Merkel keine Rede für Kurt Westergaard gehalten: "Ich hätte es nicht gemacht." In der Literarischen Welt ruft Andre Glucksmann: Die Roma sind Europäer wie wir!

Bücherschau des Tages

Von Blutwurst aus Nasen

11.09.2010 In der FAZ bespricht Michael Maar eine große prächtige Märchen-Anthologie und preist besonders die so subtilen wie drastischen Illustrationen Nikolaus Heidelbachs. Außerdem erliegt Hanns Zischer dem erzählerischen Charme Claude Lanzmanns. Die NZZ lobt eine maßgebliche Edition der Vorsokratiker und den neuen Roman von Elisabeth Binder.

Montag, 13.09.2010

Heute in den Feuilletons

Die Entfernung, die Entfremdung, die Einsamkeit

13.09.2010 Die taz bringt einen offenen Brief bekannter muslimischer Intellektueller wie Feridun Zaimoglu und Katajun Amirpur an Christian Wulff und fordern ihn auf, "für eine von gegenseitigem Respekt geprägte demokratische Kultur" einzustehen. Die Preise in Venedig lösen eher laue Reaktionen aus. Außerdem nehmen die Feuilletons Abschied von Claude Chabrol, dem "maitre des französischen Films, seinem Hausvater, Ehrenvorstand, Lehr- und Küchenmeister".

Bücherschau des Tages

Zeit der Macht- und Ränkespiele

13.09.2010 Mit großem Verdruss liest die SZ die Tagebücher des einstigen Großfeuilletonisten Fritz J. Raddatz. Die SZ lobt sehr Raphael Gross' Schrift zur NS-Moral "Anständig geblieben" und ackert sich durch das vielfältige und höchst umfangreiche Werk Aby Warburgs in nur einem Band. Die FAZ ist gar nicht einverstanden mit Gerd Koenens Essay "Was war der Kommunismus?", findet ihn aber trotzdem klug und schön.

Vorgeblättert

Amartya Sen: Die Idee der Gerechtigkeit

13.09.2010 Wem gebührt die Flöte: Clara hat sie gebaut, Anne kann sie als einzige spielen, aber Bob hat sonst gar nichts. In seinem neuen Buch verfolgt Amartya Sen "Die Idee der Gerechtigkeit" nicht als Frage der reinen Vernunft, sondern mit Blick auf die praktischen Fortschritte. Lesen Sie hier einen Auszug über "Gleichheit und Freiheit".

Medienticker-Archiv

Erlesene Apokalypse

13.09.2010 Der Sturm ist da: Thomas Anz über die literarische Moderne im "expressionistischen Jahrzehnt" - Joachim Kaiser über die Aufgaben des Feuilletonisten - Robin Meyer-Lucht über Kurt Imhof und den Online-Journalismus - "Freiheit von innen bedroht": Mathias Döpfner über das Netz - Medienkonsum: Genug ist genug - Oliver Kalkofe:"Das deutsche Fernsehen wird von Jahr zu Jahr schlimmer" + Dylan-Entdeckung: Akkordknappe mit Cordkappe.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

13.09.2010 Sozi-Sülze.

Dienstag, 14.09.2010

Magazinrundschau

Identitätskrise

14.09.2010 Die NYRB erinnert daran, dass Katholiken in den USA eine Zeit lang höchst unwillig waren, sich zu integrieren. In Outlook India denkt Arundhati Roy über Strategien für die Revolution nach. Al Ahram freut sich, dass Genets Stück "Unter Aufsicht" während des Ramadan gespielt wurde. In Rue 89 verteidigt Noam Chomsky die Meinungsfreiheit des Holocaust-Leugners Vincent Reynouard. Le Monde möchte nicht halal essen. Im New Humanist streiten Yasmin Alibhai-Brown und Kenan Malik über ein Burka-Verbot. Der Independent bringt eine ganze Artikelserie über Ehrenmorde.

Heute in den Feuilletons

Heiße Theorie der Amarna-Epoche

14.09.2010 Es gibt kein geistiges Eigentum, sagt Jean-Luc Godard laut BoingBoing und spendet einem angeklagten Piraten tausend Euro. Der Blogger James Bridle hat bei beim Stichwort Iraq War in der Wikipedia auf den History Button gedrückt - und bekam ein zwölfbändiges Geschichtswerk. Die Zeitungen stürzen sich auf Cornelia Funkes neuen Roman "Reckless". In der SZ kritisiert der Skandinavistikprofessor Bernd Henningsen den "Meinungsfreiheits-Fundamentalismus" Angela Merkels, die Kurt Westergaard auszeichnete und damit den Rechtspopulisten zuarbeite.

Bücherschau des Tages

Großer Sonnenhymnus

14.09.2010 Die FAZ freut sich über Tom Rachmans Journalisten-Roman "Die Unperfekten": Wie lebendig das Zeitungmachen sein kann! Die FR feiert Franz Maciejewskis Untersuchung zu Monotheismus und Machtpolitik von "Echnaton". Die NZZ lobt Angelica Ammars Roman "Die Zeit der grünen Mandeln", der vom Scheitern einer Emanzipation in Tunesien erzählt. Und Cornelia Funke stößt mit ihrem neuen Buch "Reckless" auf ein geteiltes Echo: Begeisterung bei der FAZ, Abwinken bei der SZ.

Medienticker-Archiv

Ein Traum als Bewusstseinsspiel

14.09.2010 Nachtkritiken: Kleists "Das Käthchen von Heilbronn" in Dresden - Mord vor blühender Landschaft: Grillparzers "Die Jüdin von Toledo" in Wien - Der Kampf gegen das Verschwinden des Menschen in Dir: Palmetshofers "tier. man wird doch bitte unterschicht" in Dresden - Halb Traumspiel, halb Actionthriller: Frischs "Graf Öderland" in Basel + Von Butor zu Kreisler: Thomas Rothschild über das Tiroler "Sprachsalz" in Hall.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

14.09.2010 Unfriedliche Koexistenzen.

Mittwoch, 15.09.2010

Heute in den Feuilletons

Kampfbereit in Chanel

15.09.2010 Oh those Germans, ruft Jeff Jarvis in seinem Blog: In Deutschland schimpfen Datenschützer  über Google und befürworten Personalausweise mit RFID-Chips. Ein Blog der New York Times wirft einen Blick auf David Foster Wallaces nachgelassenen Roman "The Pale King". Netzpolitik meldet: Depubliziertes wird republiziert. Die FR feiert Hayao Miyazakis Anime "Ponyo". Die anderen feiern "The American" von Anton Corbijn, der in der Welt über die Musik von Herbert Grönemeyer spricht.

Bücherschau des Tages

Eine Art Vor-Paradies

15.09.2010 Höchstes Lob vergibt die FR an Tom Segevs klarer und informative Biografie des unerbittlichen Simon Wiesenthal. Die SZ schwärmt von Manuel Fiors Jugendstil-Comic zu Arthur Schnitzlers "Fräulein Else". Die FAZ unterhält sich bestens mit Christian Mährs Krimi "Alles Fleisch ist Gras", in dem alle unliebsamen Mitbürger zu Blumenerde im Klärwerks-Häcksler werden. Und die taz stellt Peter Birkes Studie "Die große Wut und die kleinen Schritte" über das Organisieren von Arbeitern vor.

Medienticker-Archiv

Aviatische Poesie aus Pfeil und Bogen

15.09.2010 Zwischen Mythologie und Biologie: Über Dietmar Daths Roman "Sämmtliche Gedichte" - "Festhalten ohne gefangen nehmen": Über Peter Handkes Notate "Ein Jahr aus der Nacht gesprochen" - Abtauchen, Auftauchen, Klick: Angela Platens Porträtfotos - "Strohfeuer": Sascha Lobos Romandebüt - Norbert Bolz über Selbstdarstellungswut im Netz + Mathias Döpfner: "Wer liberal ist, verteidigt geistiges Eigentum".

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

15.09.2010 Helden der Schuldenbremse.

Im Kino

Rennend auf riesigen Wellen

15.09.2010 Land und Meer und Mensch und Tier setzt der große Anime-Meister Hayao Miyazaki in seinem jüngsten Film "Ponyo" in Bewegung und erzählt von einem Meermädchen, das sich in einen Landjungen verliebt. Eher unbewegt dagegen George Clooney, der als berufsmüder Killer in Anton Corbijns "The American" in einem Abruzzendorf zu Grönemeyer-Klaviermusik Waffen bastelt.

Donnerstag, 16.09.2010

Heute in den Feuilletons

Mal richtig krachen lassen

16.09.2010 Es entsteht zwar keine rechtspopulistische Partei, aber die Zeit bastelt schon mal eine zusammen. Sie ist enthemmt! Im Kulturteil steht dagegen ein Plädoyer gegen das Kopftuch. Wissenschaftlich gesehen ist Thilo Sarrazins Rückgriff auf eugenische und genetische Argumente totaler Kokolores, meint die Biologin Veronika Lipphardt im Freitag. Jungle World hat rechtsextreme Foren gelesen und festgestellt: Die echten Rechten fürchten Sarrazin eher: Wurde er vom Mossad geschickt? In der taz ätzt Antje Vollmer: An Bertelsmann geht keiner ran.

Bücherschau des Tages

Der Leser muss auf Draht sein

16.09.2010 Als bedeutenden Beitrag zur aktuellen Debatte begrüßt die Zeit Alice Schwarzers feministische Streitschrift gegen das Kopftuch "Die große Verschleierung". Außerdem stellt sie die Jeanne d'Arc der deutschen Dichtkunst vor: Ann Cotten.  Die SZ preist Michael Kleebergs welthaltigen Roman "Das amerikanische Hospital". Die FR ist begeistert von Thomas Lehrs "September". Als Politthriller erster Güte empfiehlt die FAZ Andrew Sorkins Riesenreportage zur Lehman-Pleite "Die Unfehlbaren".

Medienticker-Archiv

Ach, wie reizend

16.09.2010 Christinae Florin über die Umkehrung des Begriffs "Provokateur" - "Wir zerstören uns selbst": Der mexikanische Schriftsteller Juan Villoro im Interview - Liao Yiwus Flug in die Freiheit - Deutschpop: Wie Wolf Biermann ohne Bart - U2 in München: Messe mit Bischof Bono - Miss Marple und Co.: Agatha Christie verkaufte mehr als zwei Milliarden Bücher - Stephanie zu Guttenberg und ihre schockierende Realität - Lady Gaga: Schale Songs und sinnlose Kinderreime.

Freitag, 17.09.2010

Heute in den Feuilletons

Auf den Schwingen des Volkszorns

17.09.2010 Oskar Pastior war ein IM der Securitate, berichtet die SZ und beruft sich auf einen Vortrag des Historikers Stefan Sienerth.  Der Perlentaucher dokumentiert einen Vortrag von Götz Aly zum Thema Flucht und Vertreibung: Nur die europäische Perspektive gibt wirklich Einblick in die Abgründe dieses Themas. Der polnische Historiker Tomasz Szarota meint in der FR: Viele deutsche Vertriebene waren nur Flüchtlinge.

Bücherschau des Tages

Selbst- und Constanzequälerei

17.09.2010 Die reine Lust bereitet der FR, wie Fritz J. Raddatz in seinen Tagebüchern von den Eitelkeiten und Gehässigkeiten des Kulturbetriebs plaudert: Das ist besser als Bunte lesen! Als eine dem Leben entspringende Leidenschaft begreift die SZ nun doch noch die Mathematik - dank Clemence Fandillot und seiner "Wurzel des Lebens". Die FAZ liest Theodor Storms Briefwechsel mit seiner Frau.

Medienticker-Archiv

Am Mikrofon begrüßt Sie ...

17.09.2010 "Ach, Du hörst auch Radio": Über den ersten Deutschen Radiopreis - Der kritisierte Kritiker: Thomas Rothschild über Gerhard Stadelmaiers Theatergeschichte "Parkett, Reihe 6, Mitte" - Die Verschwörung der Heuchler: Michael Eberth über das Stadttheater im Zeitalter seiner Beschleunigung - Ein Leben mit Goldrand: Herbert Debes über die Raddatz-Tagebücher - Hey du! Roger Waters + Hey Joe! Jimi Hendrix' 40. Todestag.

Essay

Fretwurst, der Deutsche

17.09.2010 Wer aus den Gewaltexzessen des 20. Jahrhunderts lernen will, sollte sich zu einer Darstellung der Widersprüche  entschließen. Eine Parzellierung der Erinnerung nach lauter Opferidentitäten, vermeidet die Frage nach geschichtlichen Kontexten. Ein Vortrag beim Symposion "Flucht, Vertreibung, 'Ethnische Säuberung'"

Samstag, 18.09.2010

Heute in den Feuilletons

Von allen Seiten umzingelt

18.09.2010 In der FAZ beschreibt Ernest Wichner detailliert, wie Oskar Pastior als IM in die Fänge der Securitate geriet. Herta Müller empfindet vor allem Trauer: "Aus dem Lager heimgekehrt wurde er statt frei vogelfrei." Die FR erkennt in der Sache einen klassischen Fall von schuldloser Schuld. Außerdem nennt Thilo Sarrazin in der FAZ Sigmar Gabriels Vorwürfe gegen ihn "ehrabschneidend". Absurd findet die taz die Idee der Unesco, im Iran einen Philosophentag abzuhalten. In der NZZ spricht Luk Perceval über die verschleierte Depression in seinem Theater. Und die SZ fragt sich, wann das Fernsehen besser wurde als das Kino - in den USA.

Bücherschau des Tages

Wortkaskaden und Selbstrechtfertigungen

18.09.2010 Die FAZ versenkt sich in Thomas O. Höllmanns Kulturgeschichte der chinesischen Küche und fordert auftauchend: mehr. FR und taz haben sich wunderbar unterhalten mit Thomas Pynchons noir-Roman "Natürliche Mängel", der im Los Angeles der Siebziger spielt. Die NZZ feiert Alan Bennett als Meister der Ambivalenz.

Montag, 20.09.2010

Heute in den Feuilletons

Brummender Belgier mit Beuyshut

20.09.2010 In der taz plädiert der Politologe Armin Pfahl-Traughber gegen den Begriff der Islamophobie. Die SZ porträtiert den von Thilo Sarrazin wieder ins Gespräch gebrachten Eugeniker Francis Galton, der eine Herrenrasse aus Übermenschen züchten wollte. Inszenierung des Wochenendes: Der "Hamlet" in der Regie Luk Percevals am Hamburger Thalia Theater.

Bücherschau des Tages

Leichengestank

20.09.2010 Den moralischen Monstern des holländischen Liberalismus begegnet die SZ in Hermann Kochs Roman "Angerichtet". Die FAZ liest beeindruckt den Briefwechsel zwischen Leo Strauss und Eric Voegelin "Glaube und Wissen". taz und FR schlucken schwer an Ernst Jüngers "Kriegstagebüchern", der "kaltschnäuzigen" Rohversion der Stahlgewitter.

Medienticker-Archiv

Das große Lied vom Ende der Hippies

20.09.2010 Hippie-Detektiv mit bleibenden Grundwerten: Über Thomas Pynchons "Natürliche Mängel" - Rimini Protokoll: Die Theatermaschine im eigenen Kopf - Nachtkritiken: u. a. "Der Menschenfeind" an der Schaubühne - Protokoll vor Landschaftsbild: Über Klaus Böldls "Der nächtliche Lehrer" - Betroffenheitsgymnastik: Oskar Pastior in den Feuilletons - Die Schönheit des Alltäglichen: Stephen Shores Farbfotografie + Quadriennale 2010: Der Düsseldorf-Komplex.

Vorgeblättert

John Vaillant: Der Tiger

20.09.2010 Auch Tiger sind nachtragend. John Vaillant erzählt die spannende Geschichte eines rachsüchtigen, vier Meter langen, 300 Kilo schweren und trotzdem sehr schnellen Amur-Tigers in der russischen Taiga. Lesen Sie hier Auszüge aus "Der Tiger".

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

20.09.2010 Leibesübungen.

Dienstag, 21.09.2010

Magazinrundschau

Anfeuerungsrede für 15 Muskelprotze

21.09.2010 Der Merkur steht auf dem Kampffeld vor der Kita und denkt über Freiheit nach. Mao war für den Großen Hunger in China selbst verantwortlich, lernt im New Statesman John Gray von dem Historiker Frank Dikötter. In Polityka konstatiert Adam Krzeminski den Niedergang der Geisteswissenschaften. Prospects Michael Coveney erfährt eine Einzelbetreuung im Theater, die sich gewaschen hat. In Eurozine beschreibt der Rechtshistoriker Mikhail Xifaras die Copyleft-Bewegung Richard Stallmans. Der Boston Globe macht sich auf die Suche nach verschollenen Schriftsteller-Bibliotheken.

Heute in den Feuilletons

Wichtig für den Journalismus

21.09.2010 Die Welt stellt die junge finnisch-estnische Autorin Sofi Oksanen vor, deren Roman "Fegefeuer" über estnische Kriegstraumata internationale Erfolge feiert. Die NZZ liest eine Studie und stellt fest: Medienjournalismus entspricht den Kriterien des Metiers noch am wenigsten. Die taz greift der Buchmesse vor und liest neue argentinische Romane. Die SZ beschreibt das nepotistische Regime Sarkozys. Die Karikaturistin Molly Norris, die den Draw-Mohammed-Day ausgerufen hatte, ist verschwunden, berichtet die FAZ.

Bücherschau des Tages

Talent für Entgleisungen

21.09.2010 Als Ereignis feiert die SZ den Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und Gershom Scholem, die bei aller Liebe und Achtung einfach nicht miteinander konnten (hier unser Vorgeblättert). Als faszinierenden und sehr doppelbödigen Erzähler empfiehlt die NZZ Georgi Markov, der einen so großen Tod in London starb. Die FR würdigt Arthur Schopenhauer als den Erfinder der Altersweisheit. Und die FAZ liest eine wilde Geschichte vom sibirischen Verbrecherklan der Urki.

Medienticker-Archiv

Drama, Baby!

21.09.2010 Republik Freies Wendland: Das Ausbildungscamp des Staatstheaters Hannover für zivilen Ungehorsam - Ins Gelingen verliebt: Wolfram Schütte über Siegfried Unselds Chronik 1970 - Fünf Bienenopfer eine Generation? Über Douglas Couplands "Generation A" - Tom Segev über Simon Wiesenthal - Der schwarze Block am Ziel: Michael Rutz, Chefredakteur des Rheinischen Merkurs, über den Verkauf an Die Zeit + Herr der Tröte: Der Jazzmusiker Eddie Rosner.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

21.09.2010 Effekthaschereien.

Mittwoch, 22.09.2010

Heute in den Feuilletons

Unermüdlich durchpermutiert

22.09.2010 Antiliberaler Geist, jakobinischer Feminismus, fanatischer Rationalismus: Alice Schwarzers Buch gegen das Kopftuch führt zu starken Intoleranzen in der FAZ. Außerdem führt die FAZ mit dem Computervirus stuxnet einen Erstschlag gegen den Iran. Hat sich eigentlich was geändert?, fragt Charles Simic im Blog der New York Review of Books nach Lektüre einer Zeitung von 1990. Berliner Zeitung und Tagesspiegel resümieren das Berliner Musikfest mit seinem Boulez-Schwerpunkt. Und Oskar Roehlers "Jud Süß"-Film kommt gar nicht gut an.

Bücherschau des Tages

Furor der Ungerührtheit

22.09.2010 In den Bann schlagen lässt sich die SZ von Roberto Ampueros chilenischem Krimi "Der Fall Neruda". Von monströser Sachlichkeit erscheint ihr Ernst Jüngers "Kriegstagebuch". Die NZZ erinnert sich mit Wehmut an Siegfried Unseld, der sich sogar um die Steuerprobleme seiner Autoren kümmerte. Mit Andrej Longo begibt sie sich in die Gossen Neapels. Die FR lernt aus Byung-Chul Hans Essay "Müdigkeitsgesellschaft", dass unsere Krankheiten nicht mehr von außen, sondern von innen kommen.

Medienticker-Archiv

Schopenhauer fuhr gern Cabriolet

22.09.2010 Aufklärerisch, spirituell, mystisch: Nachträge zum 150. Todestag des Wegbereiters der Moderne und ein Porträt des Misanthropen als junger Mann - Teuflisch attraktiv: Peter-Andre Alts "Ästhetik des Bösen" - Wer war Ernst Jünger? Sein Ferien-Sekretär Heinz Ludwig Arnold erinnert sich - Baal in Oldenburg: Im Dickicht der Marionetten + Die Debatte über Alan Poseners Kritik an Luk Percevals Hamburger Hamlet-Inszenierung.

Im Kino

Miserabilismus zu sehr ermäßigten Konditionen

22.09.2010 In "Fishtank" lässt Andrea Arnold ihre Heldin Mia einen sozialen Flipperparcours absolvieren. Sie knallt mal an dies, mal an das, und wir immer mit. Peter Kern schickt in "Blutsfreundschaft" einem gemütlich gealterten Helmut Berger eine Pogo tanzende Versuchung ins Haus.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

22.09.2010 Passiv-Leser.

Donnerstag, 23.09.2010

Heute in den Feuilletons

Aus Solidarität mit Molly Norris

23.09.2010 Die taz erklärt, warum ihr Lady Gaga auch politisch ganz klar lieber ist als Stephanie zu Guttenberg. In der FAZ fragt der Kunsthistoriker Peter Geimer: Wozu noch Demokratie, wenn eine Kunstjury schon entschieden hat? Im Freitag erklärt der französische Philosoph Tzvetan Todorov, warum für ihn alles Kultur ist. Im Guardian wird ein säkulares Manifest zur Diskussion gestellt. Die Welt fordert Journalisten auf, Mohammed zu zeichnen. In der NZZ benennt Ahmed Rashid den saudiarabischen Anteil an der Verbreitung des Islamismus.

Bücherschau des Tages

Und wie verkommen sind Sie?

23.09.2010 Begeistert liest die NZZ Horacio Castellanos Moyas "Der schwarze Palast", den sie nun direkt neben Roberto Bolano ins Regal stellt (hier unsere Leseprobe). Die Zeit preist Thomas Pynchons Roman "Natürliche Mängel" als neues Meisterwerk. Die FAZ liest Pierre Bourdieus "Algerische Skizzen". Und natürlich haben sich alle auf Bret Easton Ellis' neuen Roman "Imperial Bedrooms" gestürzt: SZ und FR legen ihn aber mit einem Gähnen wieder aus der Hand, die taz verzeichnet immerhin Verstörung.

Medienticker-Archiv

Blätterwald mit röhrendem Hirsch

23.09.2010 Was gibt es über Ernst Jünger noch zu sagen? Jürgen Nielsen-Sikora über die Jünger-Kritik in der deutschen Presse seit 1946 - Nichts ist jemals wirklich zu Ende: Alice Munro "Tanz der seligen Geister" - Wer war Alejandro Bevilacqua? Über Alberto Manguels Roman "Alle Menschen lügen" - Müdigkeitsgesellschaft: Philosophie der Erschöpfung - Trojaner "Stuxnet": Erfolgte wirklich der digitale Erstschlag?

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

23.09.2010 Stammtischphilosophien.

Redaktionsblog - Im Ententeich

Antje Vollmer hätte keine Rede für Westergaard gehalten

23.09.2010 "Ich halte es für unklug. Für eine Staatsfrau halte ich es für sehr unklug", antwortete die Grünen-Politikerin Antje Vollmer in einer Diskussion (etwa ab Minute 15) des SWR auf die Frage, was sie davon hält, dass sich Angela Merkel in einer Rede dezidiert für Kurt Westergaard, den Zeichner einer bekannten Mohammed-Karikatur, einsetzte.

Freitag, 24.09.2010

Heute in den Feuilletons

Das sieht aus wie Erhabenheit

24.09.2010 Die Existenz Gottes ist zwar widerlegt, wie die SZ heute meldet, aber die FAZ plädiert trotzdem unverdrossen für Religion an deutschen Schulen. Die FR fürchtet sehr um die Hamburger Kultur. Die taz staunt über bürgerliche Revolutionäre in Stuttgart und anderswo. Nur die Blogs berichten, dass die Zeitungen zwar für Leistungsschutzrechte sind - aber der gesamte Rest der Wirtschaft sehr heftig dagegen. Stefan Niggemeier entschuldigt sich für ein Lob von Bernd Neumann. Und außerdem: Druckt alle, alle Benjamin. Ab Montag ist es erlaubt.

Bücherschau des Tages

Die geheimnisumwobene Großmutter

24.09.2010 Ein literarisches Erlebnis war für die SZ der autobiografische Gesprächsband mit dem DDR-Dichter Adolf Endler "Dies Sirren". Die FR liest Tim B. Müllers Studie über Herbert Marcuse und andere vom OSS politisierte Linksintellektuelle. Und die FAZ vergnügt sich mit Rafael Horzons Entwicklungs- und Apfelkuchenroman "Das weiße Buch".

Medienticker-Archiv

Salzburg am Meer

24.09.2010 Thomas Rothschild über Jürgen Flimms "Das Salzburger Kapitel" - Das beste aller möglichen Stadttheater? Paul Koek eröffnet Anselm Webers Intendanz in Bochum mit Voltaires "Candid" - Frank Schirrmacher über geklonten Journalismus vs. Qualität und die Medienwissenschaftlerin Claudia Mast über die Zukunft der Zeitung - Schwarze Milch: Die Stadt der toten Dichter + Claus Leggewies Plädoyer für die Meinungsfreiheit, auch wenn sie hässliche Seiten hat.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

24.09.2010 Der Plan zur Abschaffung des Dunkels.

Samstag, 25.09.2010

Heute in den Feuilletons

Was wir brauchen, ist sauberer Atomstrom

25.09.2010 Die NZZ beklagt in strengen Worten die dröge faktische Einförmigkeit deutscher Politik. Für Spiegel Online unternimmt Henryk Broder einen Gang durch die absurdesten Behörden der Republik. Neunetz und netzpolitik fragen sich, warum die Bundesregierung eigentlich immerzu Lobbyarbeit für die Printpresse macht, statt für Medienkompetenz zu werben. Die FAZ bringt ein bisher unbekanntes Trinklied von Gottfried Benn: "Welch gewaltiger Schritt der Natur/ Bis zum Gerstensaft!"

Bücherschau des Tages

Lust am Text

25.09.2010 Fasziniert lässt sich die FAZ von Roland Barthes die "Mythen des Alltags" erklären, die Textsammlung liegt endlich vollständig auf Deutsch vor. Mit großem Vergnügen liest sie auch Thomas Pynchons munteren Roman "Natürliche Mängel". Die NZZ begibt sich mit Annette Hug auf die Couch und in "Zelenys Zimmer". Die taz empfiehlt einen ganzen Stapel argentinischer Bücher: Damian Tabarovskys Roman "Medizinische Autobiografie", Felix Bruzzones Erzählungen "76" und Carlos Busqueds Krimi "Unter dieser furchterregenden Sonne".

Montag, 27.09.2010

Heute in den Feuilletons

Aber er hat eine gute Gesichtsfarbe

27.09.2010 Aktualisiert um 11.30 h: Das Spiegel-Interview mit Daniel Schmitt über seinen Rückzug aus  Wikileaks steht jetzt online. Vaclav Havels Aufruf, Liu Xiaobo mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen, sorgt in China für heftige Unruhe, berichtet die Welt. Die Welt interviewt außerdem noch einmal Necla Kelek und Monika Maron zur Sarrazin-Debatte, die sich freuen, dass nun endlich über Integration diskutiert wird. Ein Tweet von Wikileaks stößt nicht gerade auf die Sympathie von netzpolitikorg. Für die taz interviewt Gabriele Goettle den Spielsüchtigen Addi H.

Bücherschau des Tages

Im lieblichen Ligurien

27.09.2010 Die SZ gruselt sich genüsslich mit John von Düffels Erzählung "Hotel Angst". Außerdem verfolgt sie in Pierre Bourdieus "Algerischen Skizzen" Feldforschungen unter kabylischen Bauern und stellt politische Jugendbücher vor. Die FAZ liest in Friederike Mayröckers Gedichten "ich bin in der Anstalt" vom Kampf gegen das Alter.

Medienticker-Archiv

Am Tag, als Ariel das Fliegen lernen wollte

27.09.2010 "Der Sturm" in Bochum: David Böschs albtraumhafte Shakespeare-Version - Fünf Personen suchen (k)eine Sprache: Rene Polleschs neue virtuos-gruselige Sprachverwirrung mit Harald Schmidt in Stuttgart - "Fräulein Julie": Katie Mitchells Video-Arrangement zu Strindberg an der Berliner Schaubühne - Hänsel und Gretel gehn Mümmelmannsberg: Volker Lösch und Kinder am Hamburger Schauspielhaus - Wohnzimmer des Punk: Ratinger Hof in Düsseldorf.

Vorgeblättert

Jan Henderikse: Acheiropoieta

27.09.2010 Eine umfassende Werkmonografie des niederländischen Künstlers Jan Henderikse haben Renate Wiehager und Antoon Melissen vorgelegt. Jan Henderikse war Anfang der 1960er Jahre Mitglied der NUL-Gruppe in den Niederlanden und arbeitet bis heute mit Readymades und alltäglichen Materialien. Lesen Sie hier einen kurzen Beitrag von Antoon Melissen aus "Jan Henderikse: Acheiropoieta".

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

27.09.2010 Ein wirklich unmerkeliches Jahr.

In eigener Sache

Urteilsverkündung nochmals verschoben

27.09.2010 Aktualisiert: Nachdem der Perlentaucher zweieinhalb Jahre auf die Verhandlung vorm BGH und dann zweieinhalb Monate aufs Urteil gewartet hat, ist die Urteilsverkündung jetzt nochmals verschoben: auf den 1. Dezember

Dienstag, 28.09.2010

Magazinrundschau

Zuckungen an Würde und Vitalität

28.09.2010 Muss man modern sein? fragt Alain Finkielkraut in Sinn und Form. Die Boston Review beobachtet, wie den Tolstois das Blut in die Köpfe schießt. In Prospect stellen Einwandererkinder fest: Der Multikulturalismus ist gescheitert. Polityka erzählt, wie der Autor Slawomir Mrozek wütend gegen den Polen in sich kämpfte. MicroMega feiert die demokratische Aufgewecktheit von Mario Martones Film "Noi credevamo". Eurozine liest den Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und Leni Yahil. Die NYT stellt fest: eine Katze auf Kafkas Nachlass zu setzen ist fast so gut wie verbrennen.

Heute in den Feuilletons

Raucher, Trinker, Übergewichtige, Autofahrer

28.09.2010 Die FR erzählt die Geschichte des nigerianischen Zimmermädchens B.O. in Halle. In der Welt fürchtet Michael Wolffsohn: Wenn sie könnten, würden Medien und Politiker das Volk abwählen. Die NZZ fragt mit dem Merkur: Betreibt der Sozialstaat die Abschaffung der Selbständigkeit? (findet allerdings: eher nicht). Die SZ verfolgte eine Tagung über "Die Securitate in Siebenbürgen", wo auch über Oskar Pastior diskutiert wurde.

Bücherschau des Tages

Zahnräder des Lebens

28.09.2010 Die FAZ jauchzt vor Freude über Tanguy Viels kleinen schmutzigen Roman "Paris - Brest" - mehr Familienromane braucht sie jetzt eigentlich nicht mehr. Außerdem empfiehlt sie Jan Patockas "Ketzerische Essays". Kein bisschen langweilig findet die SZ Noemi Kiss' Erzählungen "Was geschah, während wir schliefen", obwohl es ihnen nur um Sex und Drogen geht. Gelobt wird auch Olaf Raders Biografie "Friedrich II".

Medienticker-Archiv

Alters-Wut & -Milde

28.09.2010 Wolfram Schütte über Jose Saramagos "Die Reise des Elefanten und Das Tagebuch" - Walter Benjamin und die europäische Moderne: Denker zwischen Saturn und Mickey Mouse - "The Social Network": Die große Einsamkeit des "Facebook"-Gründers Mark Zuckerberg - Die schöne Schäbigkeit der Welt: Über Markus Berges' Musiker-Roman - Wer ist Christo? Ein Interview + testcard #19: Blühende Nischen, Beiträge zur Popgeschichte.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

28.09.2010 Robin Hood und dieser dicke Mönch.

Redaktionsblog - Im Ententeich

Hyperlokale wunde Punkte

28.09.2010 "Journalism is publishing what someone doesn't want us to know, the rest is propaganda." Dieses Zitat von Horacio Verbitsky steht auf der Startseite des Blogs regensburg-digital. Es ist das Credo von Stefan Aigner, freier Journalist: Er hat sich der lokalen Berichterstattung im Internet verschrieben. Das Blog zeigt sich mit unabhängiger Recherche kritisch gegenüber örtlicher Politik, bietet den Bürgern ein Forum direkt unter den Artikeln und entwickelt so einen produktiven und differenzierten Austausch zwischen Journalist und Leser. In den Kommentaren zu den Recherchen Aigners, etwa zum katastrophalen Zustand eines Regensburger Schulgebäudes, werden lebhafte Diskussionen geführt, unter anderem auch von Betroffenen, in diesem Fall den Schülern.

Mittwoch, 29.09.2010

Heute in den Feuilletons

Zurückweisung, Kritik und Bedenken

29.09.2010 Die FAZ kritisiert Wolfgang Benz und sein Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung und nennt Benz' Nachfolgerin: Stefanie Schüler-Springorum. Warum haben gerade Linke eine so altmodische Vorstellung von Öffentlichkeit?, fragt Carta. Die Welt porträtiert die japanische Architektin Kazuyo Sejima. Und die FR stellt den uruguayischen Autor und Abenteurer Horacio Quirogas vor.

Bücherschau des Tages

Preiswerte Briefpost

29.09.2010 Die FAZ lernt von Mario Livio die Knotentheorie und andere Höhepunkte aus der Geschichte des mathematischen Denkens. Behaglich macht sie es sich dann mit Elizabeth Gaskells Erzählungen "Mr. Harrisons Bekenntnisse". Die NZZ folgt mit Spannung Samuel D. Kassows Geschichte des Warschauer Ghettoarchivs "Ringelblums Vermächtnis". Die SZ empfiehlt Tuvia Rübners "Spätes Lob der Schönheit".

Medienticker-Archiv

Der Ruf des Revisionisten

29.09.2010 Karlsruher Verfehlung: Verfassungsgericht schützt Geschichtsfälschung - Das gegenläufige historische Narrative: Ernst Piper über deutsches Gedenken - Zerrüttete Beziehung: Thomas Middelhoff vs. Bertelsmann - Matthias Matussek: "Schreiben ist Quälerei" - Apostolos Doxiadis hasste Mathematik: Interview über seinen mathematischen und philosophischen "Logicomix" + Partyrepublik Lugau: Wie der Punk in die Niederlausitz kam.

Im Kino

Zwei Welten

29.09.2010 Apichatpong Weerasethakuls Onkel Boonmee hat zu viele Kommunisten umgebracht und muss, umringt von Geistern aus der Vergangenheit, bald sterben. Steve Pinks therapeutische Komödie "Hot Tub Time Machine" versucht eine Männergruppe mit ihrem Mannsein zu versöhnen, indem er sie in das Jahr 1986 zurückschickt.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

29.09.2010 Angepasst.

Donnerstag, 30.09.2010

Heute in den Feuilletons

Ebenjenes Lullefix

30.09.2010 In der Zeit vermisst Thea Dorn politische Polemiker. Außerdem findet die Zeit: Der deutschen Literatur geht's nicht so gut. Sie plappert. Wie die  "kindergeburtstagsfröhliche Literaturkritik". Die FAZ sieht Geert Wilders' Erfolg in den Niederlanden als Stoßseufzer einer satten Gesellschaft, die beim Verdauen nicht gestört werden möchte. 

Bücherschau des Tages

Desorientierung als Lebensgefühl

30.09.2010 Die FAZ lässt sich vom Enthusiasmus anstecken, mit dem Roberto Calasso auf "Das Rosa Tiepolos" blickt. Auf ihre Kosten kommt die FR mit Richard Russos "hemmungslos sentimentalem" Roman "Diese alte Sehnsucht". Vergnügt liest auch die NZZ Gregoire Bouilliers "Ich über mich". Die heute erschienene Literaturbeilage der Zeit werden wir in den nächsten Tagen auswerten.

Medienticker-Archiv

Hoho, keine Angst!

30.09.2010 Am Berliner Ensemble: Claus Peymann macht Mark Ravenhills Stückchen-Folge "Freedom and Democracy: I hate you" zur Tragödie - Fake: Attac verteilt FTD-Plagiat "Financial Crimes Deutschland" - ZDF plant kommerzielle Videoplattform - Amazonen flirten mit Androiden: Amazon als Verkäufer und Verleger - Die Physiker Brian Cox und Stephen Hawking über den Schöpfer, Fernsehsucht und soziale Gerechtigkeit + Charles Lloyds Seelenmassage mit Schmerzen.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

30.09.2010 Facebook - der Film.

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Liz Moore. Der andere Arthur - Roman. C.H. Beck Verlag, München, 2026.Liz Moore: Der andere Arthur
Aus dem Amerikanischen von Cornelius Hartz. Wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann Arthur Opp, ehemaliger Literaturprofessor, wiegt 250 Kilo und hat…
Hans Jürgen von der Wense. Routen II - Ostwestfalen. Matthes und Seitz, Berlin, 2025.Hans Jürgen von der Wense: Routen II
Mit zahlreichen Abbildungen und zwei beigelegten Messtischblättern aus dem Nachlass. Der Privatgelehrte, Übersetzer, Komponist, Landschaftsforscher, Briefkünstler Hans Jürgen…
Pascal Mercier. Der Fluss der Zeit. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Pascal Mercier: Der Fluss der Zeit
Pascal Mercier ist nun in fünf bisher unveröffentlichten Erzählungen auch als Meister der kurzen Form zu entdecken: Kann ein Mann auf dem Höhepunkt seiner Jahre noch einmal…
Sally Smith. Der Tote in der Crown Row - Ein Fall für Sir Gabriel Ward. Goldmann Verlag, München, 2025.Sally Smith: Der Tote in der Crown Row
Aus dem Englischen von Sibylle Schmidt. London 1901: Der Temple-Bezirk mit seinen alten Gebäuden und verwinkelten Straßen liegt im Herzen Londons und bildet das Zentrum der…

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