Samstag, 02.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
02.01.2016 Frohes neues Jahr wünscht der Perlentaucher! Platz für Neues? Nicht im Klassiker-Himmel, der ist rammelvoll, diagnostiziert Eckhard Henscheid in der Welt. Die SZ staunt über eine dynamische Visualisierung des Broadway. Der Standard begutachtet den chemischen Fingerabdruck Picassos, den sechs neu entdeckte Bilder enthüllt haben. Welt und Zeit sehen die neue ZDF-Serie "Morgen hör ich auf", eine Art "Breaking Bad" auf Deutsch.
9punkt - Die Debattenrundschau
02.01.2016 Heute ist Tag der Gemeinfreiheit. Wir feiern ihn mit Anton Weberns Variationen opus 27, gespielt von Glenn Gould. Und sonst geht's weiter in den großen Debatten: In der Welt sieht Ian Kershaw Europa vor den größten Herausforderungen seit 1945. In der Wiener Zeitung begüßt uns Isolde Charim im Post-Post. In der FAZ schreibt Hans Christoph Buch über die trübe Lage im neuerdings "islamischen" Staat Gambia. Trübe geht's laut SZ auch auf dem Berliner Zeitungsmarkt zu. Und das Internet lacht über ein Silvesterfoto aus Manchester.
Bücherschau des Tages
02.01.2016 Wer wissen will, welche Früchte Neugier auf technologische und gesellschaftliche Veränderungen trägt, lese Henry James, empfiehlt die SZ. Die FAZ leidet mit Peter Kurzeck, dessen nachgelassenes Romanfragment "Bis er kommt" jetzt erschienen ist. Die Welt bestaunt Plakatwerbung für den Wintersport.
Montag, 04.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
04.01.2016 Was noch zu sagen bleibt, wenn alle Worte geschrieben sind, lernt die Welt von der Künstlerin Etel Adnan. Autor Manfred Rebhandl erinnert sich im Standard ans Sternsingen seiner Kindheit. Der Freitag liest in den epischen Fernsehserien die Zukunft des Theaters. Und der Filmregisseur Alejandro González Iñárritu erklärt im Observer die mexikanische maximalistische Kunst der Darstellung.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.01.2016 Charlie Hebdo stellt das Cover zum Jahrestag der Pariser Massaker vor: "Der Mörder ist immer noch auf der Flucht." Im Guardian beschreibt Robert McLiam Wilson die Arbeitssituation der Charlie-Redaktion in den neuen Redaktionsräumen. In der FAZ kritisiert der ehemalige Verfassungsrichter Dieter Grimm das Demokratieverständnis der neuen EU-Länder. Die SZ schildert den Widerstand malischer Musiker gegen religiösen Terror. Auf critic.de verzweifelt der Filmemacher Robert Brankamp an der deutschen Fernseh- und Förderlandschaft.
Bücherschau des Tages
04.01.2016 Die FAZ lässt sich von Holger Balodis und Dagmar Hühne zeigen, wie Lebensversicherungen ihre Geschäfte machen, findet aber bedauerlich, wie aufgebracht die Verbraucherjournalisten sind. Als deutlich nüchterner empfiehlt sie einen Grundkurs Wachstumsökonomie.
Bücherbrief
04.01.2016 Auch nach Weihnachten brauchen wir Bücher: Zum Beispiel Giorgio Fontanas Roman "Tod eines glücklichen Menschen" über die "bleierne Zeit" in Italien, oder Anne Enrights scharf gezeichnetes Familienporträt in "Rosaleens Fest". Viel gelobt auch Manfred Mittermayers Thomas-Bernhard-Biografie und Wolfgang Behringers klimahistorische Recherche über den Vulkanausbruch des Tambora und die Folgen im 19. Jahrhundert.
Dienstag, 05.01.2016
Magazinrundschau
05.01.2016 In Nepszabadsag besteht László Végel auf seinem ungarischen Anderssein. In der New York Times beobachtet Karl Ove Knausgård eine Hirn-OP. Demokratie braucht keinen Nationalstaat, erklärt Robert Menasse in Eurozine. Sexuelle Befreiung kann nicht das A und O des Feminismus sein, meint Rafia Zakaria im New Republic. Der Merkur seziert russische Propagandamethoden. Filmcomment erklärt, warum immer größere Teile der Filmgeschichte unwiderruflich verloren gehen. Die New York Review of Books schildert die Angst vor dem IS in Gaza.
Efeu - Die Kulturrundschau
05.01.2016 Der ukrainische Premier empfängt immer noch vor Getreidefeld mit Blümchen, notiert der Standard. Die taz friert sich durch Alejandro G. Iñárritus Survival-Western-Epos "The Revenant". Die NZZ porträtiert die chinesische Autorin Yiyun Li als Star der exilchinesischen Literatur. Die SZ fröstelt vor Benedetto Calcagnos neuem Gebäude für den Europäischen Rat in Brüssel. Die nachtkritik feiert in Halle die Stunde der Komödianten - und ein Stück DDR-Theatergeschichte.
9punkt - Die Debattenrundschau
05.01.2016 Die New York Times kritisiert den Ausnahmezustand in Frankreich. In der SZ beschwert sich Martin Mosebach über Deutschland, das Leuten wie ihm nur Verdruss bereitet. Digidays zeigt, dass Facebook immer weniger Klicks zu Medien schickt. Politico.eu schildert, wie das normale Leben in kurdischen Regionen der Türkei geschleift wird. Richard Herzinger fordert in der Welt ein Ende des "Tatorts".
Bücherschau des Tages
05.01.2016 Nicht ganz überzeugt, aber doch beeindruckt folgt die FAZ dem argentischen Schriftsteller Martin Caparros, der in Niger, Indien und Chicago dem "größten Skandal unserer Zeit" nachspürt. Die SZ lernt vom spanischen Theoretiker César Rendueles, dass auch die "Soziophobie" der Cyberfetischisten solidarisches Leben unmöglich macht. Die NZZ feiert Yiyun Li als Star der chinesischen Exilliteratur. Gut gefällt ihr auch der Exilroman der indonesischen Autorin Leila Chudori "Pulang".
Mittwoch, 06.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
06.01.2016 Die Welt feiert die stillen Pastelle des Genfer Calvinisten Jean-Etienne Liotard. In der NZZ berichtet Serhij Zhadan von seiner Reise an die Front im Donbass. Der kalabrische Autor Carmine Abate erkennt etwas sehr Vertrautes in den Augen der Flüchtlinge in seinem Heimatort. Die Berliner Zeitung erinnert an den schwarzen preußischen Kapellmeister Gustav Sabac el Cher. Die taz fragt in Tom Hoopers Transgenderdrama "The Danish Girl": Und was ist mit dem Sex?
9punkt - Die Debattenrundschau
06.01.2016 Nein, die Männer vom Kölner Bahnhofsplatz waren keine Flüchtlinge, sondern das Produkt einer misslungenen Integration, meint Alice Schwarzer in emma.de. Wir verlinken auf viele Debattenbeiträge zum Thema. Auf politico.eu attackiert Caroline Fourest englische und amerikanische Medien, die Charlie Hebdo in den Rücken gefallen seien. Thomas Schmid beschreibt in seinem Blog, wie Jaroslaw Kaczynski in Polen den Einparteienstaat schafft, den er angeblich bekämpft. Golem.de fürchtet, dass die EU ein europäisches Leistungsschutzrecht einführt, während deutsche Verleger nun gegen Google in der gleichen Sache klagen.
Bücherschau des Tages
06.01.2016 Die FAZ ist hin und weg von Bora Cosics polyphoner Familiensaga aus den Siebzigern, "Die Tutoren". Die NZZ empfiehlt wärmstens das Luther-Buch von Reinhard Schwarz, das ihr Luthers Theologieverständnis erschloss. Die FR liest mit Michail Sygars "Endspiel" eine Art russisches House of Cards.
Im Kino
06.01.2016 Zwei Filme für die Oskarsaison: Alejandro González Iñárritus grandioser Kunstporno "The Revenant" sucht die äußerste Realität und ein verloren gegangenes Erfahrungsspektrum. Tom Hoopers Transgenderdrama "The Danish Girl" führt in eine entweltlichte Welt, in der die Abblende regiert.
Donnerstag, 07.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
07.01.2016 Die FAZ amüsiert sich über die Betretenheit der Kunstwelt angesichts einer - aus heutiger Sicht denkbar unkorrekten - Inschrift auf Kasimir Malewitschs "Schwarzem Quadrat". Die Filmkritiker bewundern die Kameraarbeit Emmanuel Lubezkis für "The Revenant". Und: Alle trauern um Pierre Boulez, der einmal sagte: "Eine Kultur, die nicht mit ihrer Tradition bricht, die stirbt."
9punkt - Die Debattenrundschau
07.01.2016 Die taz bringt ein großes Special zum Jahrestag des Charlie-Hebdo-Massakers. Ralf König gesteht seine Bewunderung für Zeichner wie Kurt Westergaard, die unverdrossen weiter zeichnen - auch an Mohammed. Meedia kritisiert das langsame Reagieren großer Medien auf die Kölner Ereignisse - so ließ man den Populisten die Vorfahrt. Die Zeit übt heftige Kritik an der absehbaren bürokratischen Verkarstung des Humboldt-Forums. Politico.eu fürchtet das kommende Ringen zwischen EU und Google.
Medienticker
07.01.2016 Internet of Bockmist: Consumer Electronics Show 2016 - Google: VZBV mahnt ab & Urheberrechtsstreit: Authors Guild zieht letzte Karte - E-Books: Science Fiction aus dem Hause Microsoft - Ein Jahr danach: Charlie Hebdo bleibt sich treu - Genie & Mäzen: Vor 90 Jahren starb Paul Cassirer - Liebe & Leben: Über Martin Walsers neuen Roman "Ein sterbender Mann" - Peter Eötvös über Pierre Boulez: Nichts ist endgültig, nichts vollendet. + 1966: Das Jahr, als die Popmusik explodierte.
Bücherschau des Tages
07.01.2016 Ein neuer Walser! "Ein sterbender Mann" überlebt all die jüngeren Frauen, in die er sich verliebt. Die Zeit findet diese Unverfrorenheit sympathisch und amüsiert sich. Die FAZ bewundert das literarisch Spiel des Autors, doch lässt es sie kalt. Die NZZ legt angesichts der Abgründe in James Hanleys "Ozean" den Roman schockiert immer wieder aus der Hand. Von Richard Swartz lässt sie sich wiederum gern über die Wiener Flohmärkte führen.
Freitag, 08.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
08.01.2016 Die SZ besucht den Schauspieler Hannes Rittig, der nach seiner Entlassung das Cafe Koeppen zu seiner neuen Bühne gemacht hat. Die FAZ geht auf eine Karlsruher Party mit lauter begnadeten Selbstdarstellern. Der Freitag staunt über die Häuser rumänischer Migranten: vorn die Küche zum Vorzeigen, hinten die zum Kochen. Die taz porträtiert den Leipziger Maler und Musiker Lorenz Lindner als ziemlich poetischen Sturkopf. Die NZZ stellt Schweizer Musiklabel des Postpunk vor. In Volltext empfiehlt Norbert Gstrein wärmstens Ari Shavits Israelbuch "Mein gelobtes Land".
9punkt - Die Debattenrundschau
08.01.2016 Die Frage der Herkunft schmerzt in der Debatte um Köln weiter. Es waren offenbar nicht oder nicht nur Nordafrikaner, sondern wohl auch Flüchtlinge aus Syrien und Irak. Wurde die Herkunft der Täter bewusst nicht benannt?, fragen die Zeitungen. Spiegel-Online-Kolumnistin Margarete Stokowski hält den Rassismus-Vorwurf mit Blick auf die Reaktionen aufrecht. Die Medien sind von zwei Seiten unter Beschuss, erklärt die Welt - ihnen wird gleichzeitig vorgeworfen zu beschönigen und zu diskriminieren. Sie sollten differenzieren, meint die NZZ, aber nicht relativieren. Wie Rassismus funktioniert erklärt Kenan Malik, der zeigt, wie religionskritische Muslime von der westlichen Linken im Stich gelassen werden.
Medienticker
08.01.2016 Aktualisiert: Die Top Ten des Theaters: Die Nachtkritik-Charts - Eine Wette auf die Zukunft: 25 Jahre Schweizerisches Literaturarchiv - Pechsträhne führt zum Amtsgericht: Rogner & Bernhard / Haffmans & Tolkemitt sind insolvent - Neuauflage: Kommentierte Ausgabe von "Mein Kampf" schon vergriffen - # oder Ein Kreuz macht Karriere: Eine Kulturgeschichte des Hashtags - Voreilige Himmelfahrt: Wolfram Schütte über Frank Witzels "Erfindung ..." - "Blackstar" irgendwie bowiesk!: Noch eine surreale Schippe drauf + Joan Baez wird 75.
Bücherschau des Tages
08.01.2016 Die von Józef Zelkowicz verfasste Chronik des Kinder- und Altenmordes im Getto Lodz/Litzmannstadt im September 1942 ist unerträglich und herzzerreißend und nicht zuletzt ein literarisches Wunder, staunt die FAZ. FR und SZ amüsieren sich prächtig mit Martin Walsers neuem Roman "Ein sterbender Mann". Twitter-Literatur avant la lettre entdeckt die SZ mit den nach dreißig Jahren endlich ins Deutsche übertragenen Kurzgeschichten von Amy Hempel. Und die FR meditiert mit Michael O'Neills Prachtband "Über Yoga".
Samstag, 09.01.2016
9punkt - Die Debattenrundschau
09.01.2016 Die Vorfälle von Köln schlagen weiter hohe Wellen. Anstatt über sexuelle Gewalt gegen Frauen reden wir über muslimische Männer, ärgert sich die taz. Der Guardian sucht nach Parallelen zwischen Köln und Rotherham. Der Tagesspiegel verabschiedet sich vom barrierefreien Europa. Philipp Ther denkt in der FR über mögliche Reaktionen der EU auf den polnischen Rechtsruck nach. Und alle begrüßen die editorische Großtat des IfZ, das den Originaltext von "Mein Kampf" mit 3500 Fußnoten entmystifiziert und eingehegt hat.
Efeu - Die Kulturrundschau
09.01.2016 In der Welt erklärt Richard Flanagan, warum große Verbrechen immer von großem Schweigen begleitet werden. Die SZ besingt Stars im Ensemble und begrüßt die Neuen Auftraggeber. Die NZZ bewundert Sonnendächer und Palmwedel in der neuen Nationalgalerie von Singapur. Der Standard sieht eine konsumkranke Nora in Klagenfurt.
Bücherschau des Tages
09.01.2016 Die FAZ bewundert die bescheidene Entschiedenheit, mit der sich Kader Abdolah in seiner Novelle "Die Krähe" Gehör verschafft. Als einen der besten Coming-of-Age-Romane überhaupt feiert die SZ Bov Bjergs "Auerhaus". Außerdem lässt sie mit Richard Swartz das "Wiener Flohmarktleben" an sich vorbeiziehen. Die taz empfiehlt Victor Sebestiens Nachkriegsstudie "1946". Die NZZ liest sehr beeindruckt Alexander Honolds Studie "Einsatz der Dichtung" über Literatur und Krieg. Bei Welt und NZZ kommt Martin Walsers neuer Roman "Ein sterbender Mann" überhaupt nicht gut an.
Montag, 11.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
11.01.2016 Nachtkritik und NZZ erleben in Jans Bosses Inszenierung von Arthur Millers "Hexenjagd" das Zusammenspiel Hysterie und Kalkül. In der NZZ wird Laszlo F. Földenyi Zeuge, wie Dürer bei Giorgione in Venedig die Melancholie kennenlernte. Die Welt besingt die glamourösen Filmproduzentinnen der Nouvelle Vague. Die SZ erinnert daran, wie André Courrèges die Geschwindigkeit in die Mode brachte. Und völlig überraschend kommt die Meldung: David Bowie ist tot.
9punkt - Die Debattenrundschau
11.01.2016 Im Tagesspiegel empfiehlt Caroline Fetscher mit Blick auf Köln die Lektüre der Feministin Mona Eltahawy. Trotz der Furcht vor Rassismus bestehen FAZ und SZ darauf, dass über die Ereignisse von Köln geredet werden müsse und dass Straftäter ausgewiesen werden. Angriffe auf Frauen wie in Köln sind immer auch Angriffe auf Öffentlichkeit, schreibt Isolde Charim in der Wiener Zeitung. Die amerikanische Medien diskutieren über Sean Penns Interview mit dem Drogenboss Joaquin Guzman, das der Rolling Stone von Guzman autorisieren ließ. Und in Edge und der SZ besteht Steven Pinker darauf, dass es Fortschritt gibt.
Medienticker
11.01.2016 Wahrheit ist ein zartes Gut: Georg Diez über den Tiefpunkt des Journalismus - "Mein Kampf": Absurde Auflagenpolitik & Diskussion in Israel - Captain Future: Besuch bei Jeff Bezos - Der Leiselostreter. Junior-Verleger des "Tagesspiegel" Sebastian Turner - Was bin ich? Ein Arschloch!: Theater-Nachtkritiken aus Mannheim, München & Zürich - "Ganz besoffen von Gedichten": Ingeborg Bachmanns Wien 1946 bis 1953 + In memoriam: David Robert Jones.
Bücherschau des Tages
11.01.2016 Die taz liest "Mein Kampf" und stellt fest, dass Hitler kaum zu eigenen Gedanken fähig war. Modern und informativ findet die SZ dagegen Wolfgang Wills Doppelporträt von "Herodot und Thukydides". Außerdem rühmt sie noch einmal Bora Cosics Jahrhundertroman "Die Tutoren". Die FR liest Frans Sillanpääs Klassiker "Hiltu und Ragnar" als Geschichte einer verzweifelten Selbstbehauptung. Die FAZ lernt mit Li Hongs Kinderbuch "Opas Hochzeit" alles über das chinesische Liebeswerben.
Dienstag, 12.01.2016
Magazinrundschau
12.01.2016 Himal beschreibt die moralische und sexuelle Gängelung indischer Frauen. Magyar Narancs beklagt die Logik des permanenten Krieges in Ungarn. Das TLS porträtiert Vermeer als Pionier der Optik. Linkiesta überlegt, warum Darwin Marx und Freud als Gründungsväter der Moderne abgehängt hat. Der Guardian setzt dagegen zur Ehrenrettung Freuds an. In der New York Times beschreibt Drehbuchautor Michael Idov Scham und Stolz der russischen Nation.
Efeu - Die Kulturrundschau
12.01.2016 David Bowie dominiert die Feuilletons. Sein Lied "Lazarus" wirkt wie ein bewusster Abschied - wir binden es ein. Domus beschreibt die Luxus-Ghettoisierung in Beirut trotz - oder gerade wegen - der 1.2 Millionen syrischen Flüchtlinge. Die NZZ besucht die neue Smart City bei Wien. Das russische Publikum liebt den Sozialistischen Realismus in der Kunst, notiert erstaunt der Standard.
9punkt - Die Debattenrundschau
12.01.2016 Die Debatte über Köln geht weiter, und die Positionen sind unversöhnlich. Der Aufruf "#ausnahmslos" versucht festzulegen, welche Differenzen man benennen darf, und welche nicht. Samuel Schirmbeck sieht das mit den Differenzen in der FAZ etwas schlichter. Caroline Fetscher wendet sich im Tagesspiegel gegen paternalistische Stimmen, die andern Kulturen Zeit lassen wollen. Außerdem: In der Berliner Zeitung ist Götz Aly nicht zufrieden mit der akademischen Erbsenzählerei in der kritischen Hitler-Ausgabe. Und der New Yorker mokiert sich über den Journalisten Sean Penn.
Medienticker
12.01.2016 IVW-Traffic-Zahlen: Delle für alle großen News-Angebote - Buchhandels-Umsatz: 2015 leicht im Minus - Jagd nach Likes statt Demokratie: Wie die Utopie des Internets zerstört wurde - Die Zukunft des Lesens: Beim E-Book hinkt Japan hinterher - "Ich halt das mal kurz in die Kamera": Literaturrezensionen auf Youtube - Florian Werner liest Musik: David Bowies "My Death" + "Gutmensch": Unwort des Jahres.
Bücherschau des Tages
12.01.2016 Die NZZ begegnet Peter Handke in seinen Schriften "Tage und Werke" als einem bemerkenswert unfairen Kritiker. Die FAZ lernt in Max Brods Heinrich-Heine-Biografie viel über jüdische Identität, Assimilation - und Max Brod. Außerdem begrüßt sie eine neue Edition von Thomas Hobbes "Behemoth". Die SZ feiert William Trevor als Meister der Aussparung und empfiehlt nachdrücklich seine Erzählungen "Ein Traum von Schmetterlingen".
Mittwoch, 13.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
13.01.2016 Die Filmkritiker amüsieren sich prächtig in Adam McKays Komödie zur Weltwirtschaftskrise "The Big Short". Im Fotoblog Kwerfeldein erklärt die Fotografin Julia Runge, wer die namibischen Baster sind. Die taz porträtiert Carolee Schneemann, eine feministische Künstlerin, die immer noch mit dem Feuer spielt. Im Standard erklärt Aris Fioretis, wo seine Heimat ist. In Begleitschreiben denkt Leopold Federmair über interkulturelle Literatur nach.
9punkt - Die Debattenrundschau
13.01.2016 In der NZZ erklärt Stefan Chwin, wie die neue Regierung Polen in ein allkatholisches Einparteienregime verwandelt. Mit EU-Sanktionen muss Polen auf jeden Fall nicht rechnen, meint politico.eu. Die FAZ kritisiert den #ausnahmslos-Aufruf, der in Sekundenschnelle vom Konkreten ins Allgemeine ausweiche. Der Blogger Christoph Kappes erklärt, was er sich von Stefan Niggemeiers Übermedien-Blog erwartet. Netzpolitik verlinkt eine Hommage Chelsea Mannings auf Aaron Swartz.
Medienticker
13.01.2016 Paid Content-Umsatz der Printmedien: 242 Millionen Euro pro Jahr - Wie ein Lauffeuer: Fehlinformationen bei Facebook & Co. - Offene Gesellschaft: Vergesst eure Leitkultur!, meint Hans-Georg Soeffner - Interview: Adam Soboczynski über "Fabelhafte Eigenschaften" - Windows, Linux, Abendland: Friedrich Kittler, der Glamrocker der Geisteswissenschaften - Nach den Kölner Übergriffen: Ein Gespräch mit Barbara Vinken + In memoriam: Vor 75 Jahren starb James Joyce.
Bücherschau des Tages
13.01.2016 Ach, Venedig, seufzt die FAZ nach Lektüre von Salvatore Settis' Streitschrift gegen die zerstörerische Kommerzialisierung der Serenissima. Die SZ liest mit Craig Thompson Weltraumkrümel auf. Die NZZ empfiehlt wärmstens Olivier Rollins literarische Biografie des Meteorologen und Gulag-Häftlings Alexei Wangenheim. Die taz amüsiert sich mit Elvis Costellos Autobiografie.
Im Kino
13.01.2016 Fast unmerklich lässt "Cemetery of Splendour", der neue Film des thailändischen Festivallieblings Apichatpong Weerasethakul, die Funktionalität hinter sich. Trotz 3D-Tinnef sehenswert: Samirs Familien-und-Irak-Collage "Iraqi Odyssey".
Redaktionsblog - Im Ententeich
13.01.2016 Der #ausnahmslos-Aufruf umstellt die realen Ereignisse mit Denk- und Sprechverboten. Er will die Realität mit seinem postkolonialen und Gender-Diskurs aber auch gar nicht beschreiben, sondern zurichten. Politiker sind entzückt.
Donnerstag, 14.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
14.01.2016 Heute finden weltweit Lesungen für den saudi-arabischen Dichter Ashraf Fayad statt, der wegen "Apostasie" zum Tod verurteilt ist. Die Kollegin Priya Basil schreibt dazu in der NZZ. Das Lens-Blog der New York Times wirft Licht auf das Leben der geheimnisvollen Fotografin Vivian Maier. Der Pritzker-Preis für den chilenischen Architekten Alejandro Aravena findet viel Zustimmung in den Feuilletons. So wie der neue Film von Apichatpong Weerasethakul. In der Zeit spricht Grigorij Sokolow über Gilels, Richter und Sofronitzki. Und wir lassen alle vier spielen! Und übrigens: Ai Weiwei darf jetzt bei Lego bestellen!
9punkt - Die Debattenrundschau
14.01.2016 Die Debatte über die Kölner Übergriffe geht weiter: In der Zeit fürchtet Malin Schulz, den Rechten in die Hände zu spielen. Außerdem gibt es größere Katastrophen, meint Richard David Precht in der FR. Der Freitag freut sich: Endlich wird erkannt, dass Race, Class und Gender zusammengedacht werden müssen. Im Perlentaucher meint dagegen Thierry Chervel: Der "#ausnahmslos-Aufruf" distanziert sich von den spezifischen Opfern in Köln. Außerdem: Manfred Rettig, Bauherr des Humboldt-Forums, wirft das Handtuch, meldet der Tagesspiegel.
Medienticker
14.01.2016 Branchen-Monitor Buch: Publikumsmarkt mit 1,7 Prozent im Minus - Hörbuchmarkt 2015: Buchhandlungen sind die Stars des Jahres - DJV startet Augenzeugen.info: Rechtsextreme Jagd auf Journalisten - Überwachungs-Algorithmus: In Social Media auf Terroristen zielen - "IS-Rape-Culture": Stefan Aust rügt Henryk M. Broder - Müssen wir unseresgleichen fürchten?, fragt sich Franz Sommerfeld.
Bücherschau des Tages
14.01.2016 Die FAZ erliegt dem morbiden Charme eines melancholischen polnischen Heizungsablesers in Wien. Die FR lernt mit Andreas Rödders kurzer Geschichte der Gegenwart die Welt zu verstehen. Die SZ genießt das Leuchten nachts in Vals.
Freitag, 15.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
15.01.2016 In der Welt erklärt Regisseur Marco Kreuzpaintner, was einen deutschen Film mit einem Budget von zehn Millionen Dollar von einem amerikanischen Film mit dem gleichen Budget unterscheidet. critic.de bringt eine zärtliche kleine Hommage auf den späten Stallone. Die NZZ würdigt nochmal den Pritzker-Preis für Alejandro Aravena, mit dem ausdrücklich eine sozial und politsch denkende Architektur ausgezeichnet wird. Die Filmwelt trauert um Franco Citti und Alan Rickman.
9punkt - Die Debattenrundschau
15.01.2016 In der FAZ fragt Monika Maron, wie man eigentlich in Deutschland zwischen Links- und Rechtspopulisten noch agieren kann. Außerdem stellt die FAZ das neue Buch von Gilles Kepel zur Genese des französischen Dschihadismus vor. Ulrike Draesner beobachtet in Freitext die gelungene Integration ihrer Tochter in einer britischen Schule. Die NZZ plädiert für eine verantwortungsvolle Bereitstellung der Tagebücher Anne Franks. Slate.fr und die FR beugen sich über die neueste Karikatur von Charlie Hebdo. Die taz ist enttäuscht von den Ergebnissen der Gurlitt-Taskforce.
Medienticker
15.01.2016 Aktualisiert: Digitaler Journalismus: Einmal Kurator sein - Digitale Kluft: Wer profitiert vom Internet & wer nicht - 15 Jahre Wikipedia: Freies Wissen für die Welt - Hate Speech: Renate Künast "Jetzt trolle ich mal zurück" - Facebook: "Freundefinder" ist "unzulässige Werbung" - Online-Fortsetzungsroman: Lang lebe der Shandyismus! - Kommentierte Auflage: Fabelpreise für "Mein Kampf" + Englische Oberschicht: Übersetzer Heinz Feldmann über Anthony Powells "Ein Tanz zur Musik der Zeit".
Bücherschau des Tages
15.01.2016 Als Feuilletonisten vom Range Alfred Kerrs entdeckt die begeisterte SZ Ferdinand Hardekopf in seinen "Berliner Briefen" aus den Jahren 1899 bis 1902. Die FAZ begibt sich mit Anthony Grafton und Daniel Rosenberg auf eine faszinierende Bilderreise durch die Geschichte grafischer Chronologien. Weniger überzeugt ist sie von Elvis Costellos Autobiografie "Unfaithful Music" und Peter Schusters Studie "Verbrecher, Opfer, Heilige".
Samstag, 16.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
16.01.2016 Schon wieder Grigory Sokolov, dem sich auch Manuel Bug in seinem Blog nicht entziehen kann: Wir binden ein zweistündiges Konzert mit Schubert und Beethoven ein. Ziemlich aufregend findet die SZ die Kunst Isa Genzkens, der in Bonn eine Ausstellung gewidmet ist. In der Welt schreibt Airen über die Heroisierung der mexikanischen Drogenbosse in Film und Fernsehen, und Ben Lerner spricht über das Wesen der Lyrik.
9punkt - Die Debattenrundschau
16.01.2016 Die Debatte über Köln flaut nicht ab: Die Welt bringt ein ganzes Dossier zum Thema. Im Deutschlandfunk ruft Necla Kelek zur Reform des Islam auf. Die taz plädiert eher für eine Reform der Sexualerziehung, die religiös eingebunden sein müsse. In der Literarischen Welt gibt die Bestatterin Caitlin Doughty einige Lektionen aus dem Krematorium. Die Universität von Oxford steht zu ihrer Geschichte, auch wenn Kolonialisten dabei mitmischten, lernt die FAZ. Im Tagesspiegel möchte Klaus Dieter Lehmann das Humboldt-Forum gern mit Ideen versorgen. Die Basler Zeitung fragt: Quo vadis, FAZ?
Bücherschau des Tages
16.01.2016 Die taz begibt sich mit Hilfe dreier Kriminalromane tief ins schmerzende Herz Südafrikas. Außerdem empfiehlt sie dringend Donatella Di Cesares Studie über Heidegger und die Juden, die zeige, dass der Antisemitismu tief in seine Philosophie verwoben sei. In der SZ feiert Michael Maar den Elfenbein Verlag, der Anthony Powells Gesellschaftspanorama "Ein Tanz zur Musik der Zeit" herausbringt. Die Welt empfiehlt Willy Vlautins Roman "Die Freien".
Montag, 18.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
18.01.2016 Sind wir alle Arschlöcher? Eindeutig ja, meinte Theatermacher Milo Rau neulich in einem Essay über unseren "zynischen Humanismus", den er nun in einem aktuellen Theaterabend über die Flüchtlingskrise weiterdrehte. Die Kritiker stimmen zu. Die NZZ würdigt den Maler Gottfried Honegger, der fast hundertjährig gestorben ist. Im Welt-Gespräch vermutet deutsche Regisseur Martin Moszkowicz, dass Netflix nicht allzu viele deutschsprachige Serien herausbringen wird. Volltext rühmt den norwegischen Autor Tomas Espedal.
9punkt - Die Debattenrundschau
18.01.2016 Mehr Erklärungen für die Kölner Übergriffe: Im Spiegel macht Slavoj Zizek Aggression und Neid dafür verantwortlich. Täter waren vor allem heterosexuelle Männer, gibt die taz zu bedenken. In der FAZ nimmt die Ethnologieprofessorin Susanne Schröter die patriarchalen Strukturen bei vielen Flüchtlingen aufs Korn. Die Berliner Zeitung erkundet die neue Kulturhauptstadt Breslau. Politico zeigt mit Donald Trump die Unterschiede zwischen Britannien und den USA auf. In der SZ beschimpft Evgeny Morozov Silicon Valley als technikaffine Version der Tea Party.
Medienticker
18.01.2016 New Sincerity: Der neue literarische Modetrend aus den USA - Mediennutzung: Lesen statt streamen oder Die Deutschen lieben Bücher - Bundle: Läuft der Buch-Tanker auf ein Desaster zu? - EU: Gegenwind für Google - Umstrittene Fingerübung: Plagiatsfall in der Selfpublishing-Welt - Fragebogen: Zum Geschäft der Literaturkritik heute - Was, mit Verlaub, ist ein Klassiker?, fragt Jochen Jung.
Bücherschau des Tages
18.01.2016 Mit Begeisterung liest die SZ Daniela Seels Gedichtband "was weißt du schon von prärie", der ihr wie ein Mobile voller Schwingungen, Wucht und Lücken vorkommt. Interessiert folgt sie auch den Erinnerungen des deutschen Jungrevolutionärs und amerikanischen Innenministers Carl Schurz. Die FR stürzt sich freudig in die Erzählwelten Radek Knapps, die Osteuropas Mythenräume mit dem Wien Thomas Bernhards verbinden.
Essay
18.01.2016 Die einen missbrauchen das Ereignis. Die anderen polemisieren gegen diesen Missbrauch. Keiner kümmert sich um die, um die es wirklich geht: die Frauen zuerst. Und dann die ungeheure Integrationsarbeit.
Dienstag, 19.01.2016
Magazinrundschau
19.01.2016 Guernica unterhält sich mit dem Regisseur Lav Diaz, dessen achtstündiger Film "A Lullaby to the Sorrowful Mystery" im Berlinale-Wettbewerb läuft, über die Traumata der Philippiner. Der Guardian setzt auf die Kinder und Enkel des arabischen Frühlings. Der Theaterregisseur Dániel D. Kovács erklärt in HVG, warum Schillers "Räuber" perfekt in diese Zeit passt. National Geographic feiert unsere Augen als Wunder der Evolution. Daniel Kehlmann sieht das in Sinn und Form ähnlich. Der chilenische Autor Rafael Gumucio legt in Letras Libras die Katalanen auf die Couch. Die Financial Times untersucht die Große Britische Currykrise.
Efeu - Die Kulturrundschau
19.01.2016 Warum ist und bleibt Gustav Mahler so populär?, fragt die NZZ. Der New Yorker berichtet sehr kritisch über die Netflix-Dokuserie "Making a Murderer", die die Unschuld eines Angeklagten nachweisen will. Wenn Dauerwellen und Bärte sich innig veschränken, dann ist das Pop, und Dolly Parton wird siebzig, informiert die FAZ. Die SZ zweifelt am Gelb-Ocker-Ton der Innenwände der renovierten Kathedrale von Chartres. Für die Kritiker ist Eugène Labiches "Die Affäre Rue de Lourcine" am Deutschen Theater Musik. Die Literaturwelt trauert um Michel Tournier.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.01.2016 In Cicero hofft Chantal Louis auf eine Reform des Sexualstrafrechts. Auf Zeit online sekundiert Strafverteidigerin Christina Clemm: Das Umzingeln und Begrapschen von Frauen ist derzeit nicht strafbar. Die Berliner Zeitung weiß nicht mehr, wann die Herkunft von Tätern wichtig ist und wann nicht. Die Welt weiß nicht mehr, wann sie gegen das Urheberrecht verstößt. Die positive Nachricht: Es wächst eine Zinnie im All.
Bücherschau des Tages
19.01.2016 Die NZZ geht mit Armin Sensers Gedichten "Liebesleben" der Schönheit des Denkens auf den Grund. Als herrlich poetisches Abenteuer feiert die FAZ Andreas Unterwegers "Gelbe Buch". Die SZ amüsiert sich mit Mai Jias chinesischem Spionagethriller "Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong". NZZ und SZ bewundern zudem Julian Barnes für seine luziden Essays und Autorenporträts "Am Fenster".
Mittwoch, 20.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
20.01.2016 Große Begeisterung für Charlie Kaufmans Film "Anomalisa": Die FAZ erkennt im Stoptrick den Rhythmus der großen, schlimmen Liebe. Die SZ fragt dagegen bang, ob wir wirklich alle ferngesteuert sind. Im Standard erklärt Apichatpong Weerasethakul die meditativen Bewegungen seiner Kamera. taz und ZeitOnline diskutieren zum Auftakt der Fashion Week über "The True Cost". Die Welt warnt vor einem massenhaftem Wohnungsneubau. Und Sophia Loren und Marcello Mastroianni tanzen eine letzte Rumba für Ettore Scola.
9punkt - Die Debattenrundschau
20.01.2016 New York Times und Le Monde bringen die empörende Meldung vom Tod der Fotografin Leila Alaoui im Alter von 33 Jahren - sie war bei einem islamistischen Attentat in Ouagadougou verletzt worden. Im britischen Magazin Standpoint ist die britische Feministin Julie Bindel entsetzt über die Kapitulation vieler Feministinnen vor dem Frauenbild des Islams. In der FAZ sagt Gilles Kepel, was er von Olivier Roy denkt. Und in Atlantic ist Ta-Nehisi Coates ziemlich sauer über Bernie Sanders, der die Forderung nach Reparationen für die Folgen der Sklaverei in den USA ablehnt.
Medienticker
20.01.2016 Werbejahr 2015: Unter den Umsätzen des Vorjahres - 2016: Ein Jahr des Wandels für Medien in Europa - AGOF-Analyse: Zuwächse & Herbst-Verlierer - Facebook: Hasskommentare werden in Deutschland geprüft - Hoffen auf den Hype: Erstes deutsches Podcast-Label "Viertausendhertz" - Cross-Channel-Commerce: Buchhandel zwischen Amazon und Google + Identität: Wer weiß schon, was deutsch ist?
Bücherschau des Tages
20.01.2016 Edwidge Danticats Roman "Kein anderes Meer" erzählt gerade darum so interessant von Haiti, weil er überall spielen könnte, meint die NZZ. Außerdem empfiehlt die NZZ Max Bronskis leicht überdrehten Krimi "Mad Dog Boogie". Die FAZ erhofft sich mit Shaikh Abdullah Bin Mohammed Al Salmi mehr "Religiöse Toleranz" im Islam. Und sie insitiert, dass James McBride mit dem "Verrückten Tagebuch des Henry Shackleford" nicht nur unterhalten will.
Im Kino
20.01.2016 Jede Äußerung von Spontaneität unterdrücken Charlie Kaufman und Duke Johnson in ihrem grau-in-grauen Animationsfilm "Anomalisa". In Nikias Chryssos' bizarrem Kammerspiel "Der Bunker" wird ein namenloser Student mit Vater, Mutter und Klaus konfrontiert.
Donnerstag, 21.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
21.01.2016 Im Standard erklären Charlie Kaufman und Duke Johnson, wie man Sex mit Puppen dreht. Die SZ feiert die Schwerelosigkeit auf der Kölner Möbelmesse. Ohne Rahmen achtet die taz in der Kopenhagener Glyptotek mehr auf Pinselführung als auf nacktes Fleisch. Die FR langweilt sich mit Gegenwartskunst.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.01.2016 Die SZ schildert recht anschaulich, wie das polnische Fernsehen gleichgeschaltet wird. Die NZZ liest französische Bücher zum Thema Dschihadismus und verweist besonders auf die Blindheit der Linken für den religiösen Furor. Der Guardian startet eine Serie über Saudi-Arabien und fürchtet wie viele Saudis: Die Prinzen sind noch die Besten unter den Schlechten. Lord Weidenfeld publizierte bis kurz vor seinem Tod - in seinem letzten Interview mit der Welt kritisiert er die deutsche Flüchtlingspolitik. Richard Tofel von propublica bringt alarmierende Zahlen über die Lage der amerikanischen Zeitungen.
Medienticker
21.01.2016 Liquid Democracy: Verwilderte Netz-Demokratie - Medienkrise: Kollateralschaden für die Demokratie & Den Medien mangelt es an Selbstbewusstsein - Autoren bloggen über Bücher: Ein Gespräch mit Annika Reich & Anett Gröschner - Shelfari: Amazon schaltet Social-Reading-Plattform ab + Theater-Nachtkritiken: "Götterspeise" in Mannheim, "Judith" & "Der Botschafter" in Berlin.
Bücherschau des Tages
21.01.2016 Die SZ freut sich über eine Prachtausgabe des altchinesischen Buchs der Lieder in neuer Übersetzung von Rainald Simon. Die FAZ liegt dem Literaturkritiker Handke zu Füßen. Die Zeit saust mit Reisebüchern von Katharina von Arx, Alastair Bonnett und Rainer Wieland durch Länder und Zeiten. Die Welt mischt sich mit Navid Kermani unter Flüchtlinge und Fluchthelfer auf der Balkanroute.
Freitag, 22.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
22.01.2016 Frank Castorfs Inszenierung von Hebbels "Judith" lässt auch für den wackersten Volksbühnenmasochisten nichts zu wünschen übrig, versichert die Berliner Zeitung. Die restlichen Theaterkritiker nicken erschöpft mit den Köpfchen. Die taz freut sich am derben Vibrato Mary Ochers. Critic.de besucht das Filmfestival Hofbauerkongress. Die Kunstkritiker feiern zwei neu restaurierte Caspar-David-Friedrich-Gemälde: ein so strahlendes Blau war nie.
9punkt - Die Debattenrundschau
22.01.2016 Die Briten hängen von den Russen ab. Nun müssen ihnen die Enthüllungen über das Offensichtliche - Alexander Litwinenko wurde auf Geheiß Wladimir Putins ermordet - recht peinlich sein, meint Peter Pomerantsev in Foreign Policy. Die Debatte um die "Elefantenrunde" des SWR geht weiter - eine wichtige Elefantin fehlt nun aber zum Vergnügen der FAZ. Die NZZ blickt fassungslos auf die verfehlte Einwanderungspolitik der EU. Spiegel online beobachtet den Aufstand der türkischen Öffentlichkeit gegen Erdogan. Die Debatte um Köln geht auf niedrigem Niveau weiter.
Medienticker
22.01.2016 Aktualisiert: Manipulation: Bitte keinen Bevormundungsjournalismus & Wozu überhaupt noch Medienkritik? - Regionalzeitungen: Die Auflagen der größten 79 Blätter - Deutscher Pressekodex: Wann Schweigen geboten ist - Hoffnungen: Digitalstrategie der Tageszeitung - Eco-Studie: Paid Content wird zweistellig wachsen - Reaktion auf Israel-Kritik: Thomas Meinecke nennt PEN-Erklärung antisemitisch + Woolf, Joyce, Stein: Eine literarische Begegnung.
Bücherschau des Tages
22.01.2016 Der Zeitungsstrip lebt!, jubelt die NZZ angesichts der Comic-Sammelbände "Schöne Töchter" von Flix und "The Singles Collection" von Mawil. Die FAZ taucht mit Misha Glenny in den brasilianischen Drogensumpf und besucht mit Rudolf Stumberger "Das kommunistische Amerika". Die FR ist indes schwer beeindruckt von Jim Thompsons Familiensaga "Fürchte den Donner".
Samstag, 23.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
23.01.2016 Angesichts der Verhältnisse in Venezuela überkommt die SZ tiefes Unbehagen beim Konzert des mit dem Simón Bolívar Symphony Orchestra durch Deutschland tourenden Dirigenten Gustavo Dudamel. Milo Rau spricht mit der Jungle World über Realismus und mit der Welt über Aktivismus auf der Bühne. Die Welt stellt ein paar coole Typen vor. Und die FAZ begeht beglückt das neugestaltete Museum Unterlinden in Colmar.
9punkt - Die Debattenrundschau
23.01.2016 In der NZZ berichtet Mansura Eseddin, wie das ägyptische Regime jeden Hauch von revolutionärem Geist erstickt. In der taz beobachtet Micha Brumlik entsetzt, wie der Antizionismus jetzt Heidegger zu seinem Kronzeugen macht. In der FAZ verteidigt Heiko Maas seine Urheberrechtsreform. In der SZ setzt Constanze Kurz auf künstliche Intelligenz. Und Google ist wieder wertvoller als Apple.
Bücherschau des Tages
23.01.2016 Als amüsantes und scharfsinniges Stück Hornbrillen-Literatur preist die SZ Ben Lerners Roman "22:04". Sehr beeindruckt ist sie auch von Alexander Ilitschewskis geologisch-philosophisch-historisch tiefgründigen Roman "Der Perser". Die taz liest mit großem Vergnügen Western-Comics von Antonio H. Palacios und Tiburce Oger. Und die FAZ empfiehlt Nicholson Bakers kluges, herrlich komisches und grandios übersetztes Buch "Das Regenmobil".
Montag, 25.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
25.01.2016 Der Streit um die Oscars tobt weiter: Regisseur Steve McQueen will nicht länger wie im Johannesburg von 1976 Filme drehen. Die FAZ entdeckt in Paris die Geschichtsvergessenheit in Anselm Kiefers Kunst. Die SZ sorgt sich um das kritische Istanbuler Ausstellungshaus Salt. Die NZZ feiert mit Ferdinand Kramers konsequent sachlicher Architektur die zweckmäßige Schönheit.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.01.2016 Im Guardian erinnern sich fünf arabische Autoren an den arabischen Frühling - zum Teil schreiben sie aus dem Gefängnis. Pascal Bruckner kritisiert im Figaro den Größenwahn westlicher Linker, die sich immer nur den Westen als den Bösen in der Geschichte denken können. In Zeit online warnt Viktor Jerofejew vor der russischen Romantik und Russlandromantik. Kunst macht Theater, Theater macht Kunst, und alles sieht gleich aus, stöhnt der Tagesspiegel - aber Thomas Oberender von den Berliner Festspielen sieht's ganz anders.
Medienticker
25.01.2016 Urhebervertragsrecht: Kreative faire Verträge? - Gefangen in der Filterblase: Manipuliert Facebook unser Denken? - Analyse: Eine vergebliche Suche nach der Lügenpresse - Wenn alles ernst genommen wird: Der Leser möchte glauben, was er glauben möchte - Hort der Konservativen: Fernsehzuschauer mögens gern konservativ - Stereoypen & Sprache: Schwarz ist nicht nur ein Wort.
Bücherschau des Tages
25.01.2016 Als Protokoll einer menschlichen Degradierung liest die FAZ Sam Hawkens Roman "Kojoten" über den Schmuggel an der texanisch-mexikanischen Grenze. Atemlos verfolgt sie auch Tito Topins abenteuerliche Fluchtgeschichte "Exodus aus Libyen". Die SZ erkundet mit Esther Kinsky und Martin Chalmers die Krim.
Mord und Ratschlag
25.01.2016 Daniel Woodrell erzählt in seinem Country-Noir "Tomatenrot" von zwei Underdogs, die in der harten Schule der Ozarks lernen, dass man sich dem Ärger nicht in den Weg stellt. In Adrian McKintys "Gun Street Girl" verirrt sich Oliver North in der klammen Tristesse des Belfasts der achtziger Jahre.
Dienstag, 26.01.2016
Magazinrundschau
26.01.2016 The Nation reist mit der Selden-Karte durch die globalisierte Welt des 16. Jahrhunderts. Der Believer fährt durch den Regenwald zu den Sápara. The New Republic erkundet die Anfänge des Farbfilms. Harper's begutachtet die Landsitze der Queen. Longreads besucht die Südseeinsel Peleliu, wo eine der blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs tobte. Der New Yorker reist nach Haiti und das tschechische A2 ins Anthropozän.
Efeu - Die Kulturrundschau
26.01.2016 Slate.fr freut sich auf graue Zeiten in der Architektur: Es wird wieder mit Beton gebaut. Die NZZ begrüßt sehr, dass sie sich wieder an Wolfgang Rihms "Hamletmaschine" abarbeiten darf. Außerdem preist sie den spröden Charme Javier Sebastians. Luk Percevals Steinbeck-Inszenierung "Früchte des Zorns" fällt dagegen komplett durch. Die taz berichtet vom Eklat beim Max-Ophüls-Festival. Welt und Berliner Zeitung betrachten bewegt die in Berlin gezeigte Kunst aus dem Holocaust.
9punkt - Die Debattenrundschau
26.01.2016 Ein Dokumentarfilm über den Alltag von Salafisten in Nordafrika ist in Frankreich vom Verbot unter 18 Jahren bedroht - Claude Lanzmann schreibt in Le Monde einen empörten Brief an Kulturministerin Fleur Pellerin. Die Berliner Zeitung ist ganz froh über die Revirements beim Humboldt-Forum: So kann man endlich mal planen! Die SZ berichtet, wie die Deutsche Bahn ohne Mitsprache der Städte zentrale Grundstücke verkauft. Perlentaucher Thierry Chervel kann nicht fassen, was Mathias Müller von Blumencron von der FAZ bei Horizont.net über das angebliche "Wachstum von Qualitätsmarken" sagt.
Medienticker
26.01.2016 Aktuallsiert: Felicitas von Lovenberg wird Piper-Verlegerin - Schule des Südens: Literaturtage in Frankfurt - Internethandel: Deutsche Post plant Offensive gegen Amazon - Facebook: Warum ein "Like" keine politische Meinungsäußerung ist - FAZ Plus will eine Zeitung sein: Genau das ist ihr Problem - Google: 25.000 Chromebooks für Flüchtlinge in Deutschland - Neulich: Eine Kolumne von Andreas Maier + Selbstgespräch einer Waschmaschine: Rainer Moritz über Peter Kurzecks "Das alte Jahrhundert".
Bücherschau des Tages
26.01.2016 Immens spannend findet die NZZ, wie Javier Sebastián in "Thallium" postkoloniale Geschichte erzählt. Sehr zu schätzen weiß sie auch die feinen Beobachtungen in Peter Kurzecks Romanfragment "Bis er kommt". Fröstelnd liest die FAZ Boris Sawinkows bereits vielgelobten Terroristen-Roman "Das fahle Pferd". Leonardo Paduras großen Kuba-Roman "Die Palme und der Stern" liest sie dagegen mit gemischten Gefühlen.
Mittwoch, 27.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
27.01.2016 Quentin Tarantinos "Hateful Eight" spaltet die Filmkritik: Die einen halten den Film für bestialisch und ekelerregend, die anderen für ganz großes Gegenwartskino. Die NZZ beobachtet, wie die Hamburger Theater dem neuen Wir eine Bühne geben. Die FAZ hört beim Ultraschall-Festival Menschenaffen Spiegeleier brutzeln. Die Nachtkritik enthüllt ihren Plan zur Abschaffung des Claus Peymann.
9punkt - Die Debattenrundschau
27.01.2016 Die europäische Wirtschaft atmet auf: Endlich Versöhnung mit dem Iran! Italien verhüllt aus diesem Anlass seine antiken Statuen - zum Erstaunen von Spiegel Online. Heute wird der iranische Präsident Hassan Rohani in Paris empfangen. Ob der französische Präsident dem Auslober des "Holocaust Cartoons Contest'" in Erinnerung bringt, dass heute Auschwitz-Gedenktag ist? Huffpo.fr zweifelt. Die FAZ macht sich Sorgen um das Berliner Schloss, das vollendet sein könnte, bevor Ideen dazu entwickelt sind. Wolf Lepenies bezweifelt in der Welt, dass sich die Deutschen mit ihrer "Willkommenskultur" in Europa beliebt machen.
Medienticker
27.01.2016 Social Media dienen der Organisation, meint Marianne Kneuer - Social Media ist tot!, ruft Guido Augustin - Axel Springer Award: Mark Zuckerberg ist der erste Preisträger - Die Goldenen #Blogger2015: Sascha Pallenberg ist Blogger des Jahres - "404 - Page not Found": Ästhetik der Fehlermeldung & Der QR-Code der Kunst - Mit Bäumen sprechen: Jörg Magenau über den Natur-Boom auf dem Buchmarkt + Hörtipp: Clara Haskil, Glenn Gould & Wilhelm Backhaus spielen Mozart.
Bücherschau des Tages
27.01.2016 Die SZ erliegt der Sprachgewalt Cormac McCarthys selbst in seinem Debüt. Die FAZ genießt die Identitätsspiele in der Ursprungsfassung von Alfred Döblins Roman "Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende". Als spannend, witzig, manchmal bitter empfiehlt die NZZ Laszlo Garaczis Roman "Metaxa" über das postkommunistische Budapest. Und von Nicholas Stargardt lernt sie, warum die Deutschen bis zum bitteren Ende im Mai 1945 kämpften.
Essay
27.01.2016 Ist es statthaft, Flüchtlinge nicht als Opfer zu sehen, ihnen nicht mit Mitgefühl zu begegnen? Absolut, meint der italienische Literaturwissenschaftler Daniele Giglioli. Denn die Adressierung als Opfer, so gut sie auch gemeint sein mag, verhindert die Auseinandersetzung auf Augenhöhe, gerade auch über unterschiedliche Kultur- und Gesellschaftsvorstellungen.
Im Kino
27.01.2016 Maskulines Selbstmitleid in Bildern von bestürzender Schönheit präsentiert Philippe Garrels "Im Schatten der Frauen". Rick Famuyiwas "Dope" erkundet South Central Los Angeles als einen komplexen Möglichkeitsraum.
Donnerstag, 28.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
28.01.2016 Der FAZ rauschen die Ohren von Fortegewitter und Lamentolyrik in Wolfgang Rihms "Hamletmaschine". Die Filmkritiker feiern den scheuen Garrel'schen Touch. Rettet den Brutalismus in der Architektur, ruft der Freitag. Zeit online rümpft die Nase über den neuen Schmusekurs des Rappers Kendrick Lamar. Die NZZ legt sich unter einem Buddha-Kopf schlafen. Die Berliner Zeitung liest mit Abbas Khiders "Ohrfeige" das Buch der Stunde.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.01.2016 Während die Zeit über Angela Merkels "Salto mortale" meditiert, kriegt die Kanzlerin am Holocaustgedenktag ein Riesenlob von Ruth Klüger. Aber auch in der Zeit überwiegt letztlich Bewunderung: darüber, wie Merkel Europa in den Abgrund (nämlich ein Europa ohne Merkel) blicken lässt und wie entideologisiert sie auf die Tatsachen blickt. Im New Yorker erklärt Lawrence Lessig, warum er für die Präsidentschaft kandidierte. In der New York Times erklärt der Google zustädige Reporter, wie es ist, dem Boss der mächtigsten Firma der Welt niemals zu begegnen.
Medienticker
28.01.2016 Urheberrecht: Sorge um Symbiose & Schulterschluss der Autoren mit den Verlegern bei der VG Wort - Rechtsextremismus: Neonazi-Portal "Altermedia" verboten - Was ist los in Amerika? Richard Ford nennt Donald Trump einen Irren - Thomas Bernhard: "Ungenierte Tertiärbiografie" & "Untergriffige Töne" - On Screen: Zoe Beck über Wetter, "Guardian", Nahverkehr - 7 % auf alles: Koalition will MWST auf Online-Medien senken + Musik-"Nobelpreis": Ernst-von-Siemens-Preis für Per Nørgård.
Bücherschau des Tages
28.01.2016 Die FAZ reist mit vier Dandys im Tourenwagen Marke Sunbeam durch das Europa zwischen den Weltkriegen. Die NZZ erlebt Russische Revolution und Ersten Weltkrieg aus der Perspektive der exzentrischen Dichterin und religiösen Schwärmerin Sinaida Hippius. Die Zeit staunt über den Diskursrausch, der bei Theoretikern einsetzt, sobald über einem abstrakten Bild der Titel "Birkenau" steht. Die SZ lässt sich von Daniele Giglioli den modernen Opferdiskurs erklären.
Freitag, 29.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
29.01.2016 Die Zeit sucht die tiefere Bedeutung in Toshio Hosokawas Fukushima-Oper "Stilles Meer". Früher war mehr Aufbruch, seufzt die FAZ in einer Ausstellung mit Zukunftsbildern von einst bis jetzt. Im Guardian/Freitag fordern Nadia und Leila Latif mehr Diversität im Kino. Die NZZ liest sich durch japanische Gegenwartsliteratur. taz und Berliner Zeitung bereiten uns auf neue Geografien bei der Transmediale vor.
9punkt - Die Debattenrundschau
29.01.2016 Nein, ruft die NZZ, Goyas Maya ist viel zu sexy, um nicht nackt zu sein! Die Welt fürchtet, dass man mit der AfD wird reden müssen. In der FAZ rät der estnische Komponist Jüri Reinvere davon ab, russischen Dissidenten zu glauben. Huffpo.fr zitiert aus der nicht eben freundlichen Rede, mit der Pierre Nora den großen Alain Finkielkraut in der Académie française empfing. FAZ und Junge Freiheit attackieren die Grundstücksgeschäfte der taz. Und die Barbie-Puppe der Tochter zeichnet die Gespräche auf.
Medienticker
29.01.2016 Aktualisiert: Zukunft der Medien gefährdet: Journalisten werden falsch ausgebildet & Zur Zukunft der Filmkritik - Walser verteidigt Merkel: "Weltbewegend menschlich reagiert" - Übergriffe: Journalisten bei AfD-Demo angegriffen - Aktie unter Druck: Amazon verdoppelt Gewinn, Anleger enttäuscht - Vernunft & Verständigung: Zum 150. Geburtstag Romain Rollands - Somebody To Love & White Rabbit: Paul Kantner von Jefferson Airplane ist tot + Der Entdecker der Langsamkeit: Zum Tod von Jacques Rivette.
Bücherschau des Tages
29.01.2016 Wenn alle Alterswerke so lässig, leicht und stringent daherkämen wie Tito Topins Krimi "Exodus aus Libyen", würde die SZ nichts anderes mehr lesen wollen. Beim Betrachten des Bildbands "Polaroids 1958-1987" staunt sie außerdem, wie ungezwungen und ironiefrei Stars einst vor Andy Warhols Sofortbildkamera traten. Die FAZ begrüßt die kritische "Mein Kampf"-Edition als umfangreichen Beipackzettel und wirksames Gegengift zum Originaltext.
Samstag, 30.01.2016
Efeu - Die Kulturrundschau
30.01.2016 Cees Nooteboom betrachtet für die NZZ Bilder von Hieronymus Bosch und sucht den 21-Jährigen in sich, der sie zum ersten Mal sah. Applaus für Andrea Breths Wiener Inszenierung des Crime-Klassikers "Diese Geschichte von Ihnen" von John Hopkins. Mehr Action fordert die SZ derweil von Matthias Lilienthal in München. Das Kino trauert um den Meister der himmlischen Längen: Jacques Rivette.
9punkt - Die Debattenrundschau
30.01.2016 In der NZZ attackiert Slavoj Zizek die europäische Linke, die das revolutionäre Subjekt an ganz falscher Stelle orte."The Gang is Back", schreibt politico.eu zu den triumphierenden Murdochs, während BBC und Guardian darben. Kenan Malik staunt über den Begriff von Humanität in Sri Lanka. In der Gesellschaft ist ja eine Menge los, aber wo sind die Soziologen?, fragt Thomas Schmid in seinem Blog. Was ist, wenn Bloomberg noch unheimlicher ist als Trump?, fragt Tobias Endler bei Carta. Und Twitter ist tot, behauptet der New Yorker.
Bücherschau des Tages
30.01.2016 Die FR lernt mit Michael Köhlmeiers neuem Roman "Das Mädchen mit dem Fingerhut", wie das Elend aus früheren Jahrhunderten nach Europa zurückkehrt. Die NZZ wagt sich mit Juan S. Guse in die Gated Community Nordelta. Die taz betrachtet Manet mit den Augen Bourdieus. Die Welt liest frühe Erzählungen von Kenzaburo Oe.