Dienstag, 01.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
01.07.2025 Aktualisierung um 12.20 Uhr: Das Urteil in der zweiten Instanz gegen Boualem Sansal lautet auf fünf Jahre Gefängnis. Heute wird das Urteil gegen Boualem Sansal erwartet - dann wissen wir auch mehr über die Absichten der algerischen Regierung gegenüber Frankreich, kommentiert Le Point. Im Spiegel erklärt der polnische Schriftsteller Szczepan Twardoch, warum Romane besser geeignet sind, um über Krieg zu schreiben. Die SZ lauscht in Köln dem apokalyptischen Sound der "Letzten Tage der Menschheit". Die FR irrt in neuen Bildern von Norbert Bisky durch Parallelgesellschaften. Und die SZ tarnt sich in Paris ein letztes Mal in klobigen Jacken von Balenciaga-Designer Demna.
9punkt - Die Debattenrundschau
01.07.2025 Der israelisch-amerikanische Schlag gegen die iranischen Atomanlagen war nötig - und er war erfolgreich, hält die Times of Israel in einem langen Hintergrundtext fest. Woher kommt die Tendenz der Demokratien zum Appeasement, fragt Richard Herzinger im Perlentaucher. Die SZ bezweifelt, dass europäische Unis vom brain drain der amerikanischen profitieren können. Das Auswärtige Amt versagt bei der Unterstützung der belarussischen Opposition, schreibt Felix Ackermann in der FAZ.
Magazinrundschau
01.07.2025 Die New York Times beschreibt das Grauen, das Putins Drohnen nachts über die Ukraine bringen. In Seznam Zpravy erzählt Liao Yiwu wie wichtig Vaclav Havel für die chinesischen Dissidenten der 1990er war. In Desk Russie entwirft Litauens ehemaliger Außenminister Gabrielius Landsbergis mit leichter Hand ein Szenario für Sarajewo 3.0. Le Grand Continent und die London Review waten durch den Sumpf der Neoreaktion. BioGraphic besucht die wilden Tiere Roms. Der New Yorker betrachtet traurig die Studenten von heute.
Bücherschau des Tages
01.07.2025 Die FAZ annonciert große afrikanische Literatur mit Fann Attikis Roman "Cave 72" über die Militärdiktatur in der Republik Kongo. Außerdem freut sie sich über polnische Lyrik von Jakub Ekier. Die NZZ empfiehlt Bücher über die Hamas und die Hisbollah von Joseph Croitoru. Die FR besinnt sich dank Gerhart Baum. Und der Dlf entdeckt mit Gene Wolfes "Frieden" einen an David Lynch erinnernden Klassiker der fantastischen Literatur.
Mittwoch, 02.07.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
02.07.2025 Einen regime change im Iran können derzeit nur die Iraner bewerkstelligen, meint in der FAZ der Politikwissenschaftler Michael Zürn. Schlechte Nachrichten für alle, die Bluetooth-Kopfhörer benutzen: Sie können abgehört und sogar in Mikrofone verwandelt werden, berichtet Zeit online. Angesichts der Toten bei der Verteilung von Hilfsgütern fragt die NZZ: Was ist Israels langfristige Strategie für Gaza? In der taz plädiert Georg Seeßlen für weniger Rechthaberei beim Debattieren.
Efeu - Die Kulturrundschau
02.07.2025 Boualem Sansal bleibt in Haft. Le Point hofft nach einem weiteren algerischen Skandalurteil auf eine Begnadigung durch den Präsidenten, aber es bleibt ein sehr bitterer Nachgeschmack, den rupture-mag.fr und Franc Tireur benennen. Die Schriftstellerin Cristina Rivera Garza erklärt im Zeit-Gespräch, warum es wichtig ist, anders über Morde an Frauen zu schreiben. Die FR begeistert sich angesichts einer Städel-Ausstellung für das Unrealsozialistische der Kunst des DDR-Malers Werner Tübke.
Bücherschau des Tages
02.07.2025 Die FAZ befreit mit Anke te Heesen die im Textilen weggeschlossene Frau aus dem Muster. Außerdem betritt sie ein funkelndes "Mausoleum der Liebe", wenn ihr Nicolas Mathieu von seiner Affäre mit Fürstentochter Charlotte Casiraghi erzählt. Längst überfällig erscheint der NZZ Sebastian Peters' Buch über Hitlers Fotografen Heinrich Hoffmann. Die SZ wünscht Israels Nationaldichter Chaim Nachman Bialik dringend größere Bekanntheit hierzulande. Der Dlf vermisst mit Oliver Moody die "Konfiktzone Ostsee".
Donnerstag, 03.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
03.07.2025 Nach dem Urteil gegen Boualem Sansal ermuntert Claus Leggewie die Bundesregierung im Perlentaucher, dem algerischen Botschafter gegenüber ihre Missbilligung des Urteils kundzutun. FAZ und FR lauschen gebannt, wenn Judith Schalansky in ihrer Frankfurter Poetikvorlesung die Geschichte der Welt vom Marmor aus erzählt. VAN hat zum Umgang der Komischen Oper mit öffentlichen Geldern recherchiert. Die taz sitzt in Warschau zwischen einer Wodka- und einer Whiskeyflasche. Die NZZ nimmt lieber Platz auf modellierten Eulen und Hirschen von Diego Giacometti.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.07.2025 In der FAZ geißelt der Rechtshistoriker Dominik Kawa die bleibende deutsche Ignoranz über die deutschen Verbrechen an den Polen. In der SZ antwortet Eva Illouz auf die Frage, ob Antizionismus eine Form des Antisemitismus ist - mehr oder weniger mit ja. Im Interview mit der Zeit erklärt Alice Schwarzer, warum sie den Wehrdienst verweigern, aber gern ein soziales Pflichtjahr absolvieren würde - und trotzdem gern schießen können würde.
Bücherschau des Tages
03.07.2025 Die
FAZ meint den Regen zu hören in
Sian Hughes' Debütroman über das plötzliche Verschwinden einer Mutter. Die
NZZ verdankt
Susanne Beyer wichtige Einblicke in die inneren Konflikte der Nachfahren von Nazitätern. Nicht nur Kennern seines Werks empfiehlt die
SZ Susan Bernofskys formidable
Robert-
Walser-Biografie. Die
Zeit erscheint heute mit einer
kleinen Sommerbeilage - und ist hin und weg, wenn ihr der Meeresforscher
David Attenborough die Schönheit der Ozeane zeigt.
Freitag, 04.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
04.07.2025 Die FAZ reist nach Cherbourg, wo es der Comiczeichner Brecht Evens farbige Papierfetzen regnen lässt. In Wien begleitet sie mit Hito Steyerl Microworker bei der Drohnen-Optimierung in nordirakischen Flüchtlingslagern. Die NZZ kann sich der zeitlosen Schönheit der Handwerkskunst der Shaker im Vitra Design Museum nicht entziehen. Der Standard denkt über einen Boykott von Spotify nach. Und die SZ trauert um Michael Madsen, den Tarantino-Star der zweiten Reihe.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.07.2025 Soll man auf einen Regimewechsel im Iran hoffen? Ja, meint die exiliranische Autorin Nasrin Amirsedghi im Perlentaucher - in Antwort auf eine Warnung Josef Joffes vorm "Balkanistan" Iran. In der FAZ äußert sich der Politologe Vali Nasr eher pessimistisch zu diesem Thema und warnt vor einer "Pax Israeliana". Heute ist der Fourth of July: In der taz erzählt Andrei S. Markovits, wie er zwischen der Skylla des Trumpismus und der Charybdis des Antisemitismus verzweifelt. Guardian und SZ schildern die Abgründe der Trumpschen Deportationsrhetorik und -politik.
Bücherschau des Tages
04.07.2025 Die FAZ räumt mit dem Althistoriker Mischa Meier mit Mythen über die Hunnen auf. Mit dem israelischen Historiker und Psychologen Jose Brunner blickt sie auf die "Psycho-Logiken" des Nahostkonflikts. Der Dlf liest bei Paul Theroux von den frühen kolonialen Erfahrungen George Orwells in Burma und versucht mit Sarah Bernstein Fuß an einem fremden Ort zu fassen. Dlf Kultur flieht mit Ayelet Gundar-Goshens schuldgeplagter Heldin aus Tel Aviv in eine jüdische Community in Nigeria.
Samstag, 05.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
05.07.2025 Anders als erhofft wird Boualem Sansal heute nicht begnadigt, meldet Le Monde. In Le Point erinnert Kamel Daoud daran, dass vor Sansal schon ein anderer großer Autor im Gefängnis von Algier schmachtete: Miguel de Cervantes. Die FAZ träumt sich beim Holland Festival mit dem Tänzer Trajal Harrell aus ihrem Körper. Außerdem werden ihr in einer Pariser Ausstellung über die "Mission Dakar-Djibouti - Contre-enquête 1931-33" die unfeinen Methoden der Aneignung kultureller Artefakte aus Afrika vorgeführt. epd film bewundert die Melange aus Wehmut und Skepsis, die einen Liebling unserer Urgroßeltern auszeichnete: Willi Forst.
9punkt - Die Debattenrundschau
05.07.2025 Während Wladimir Putin ukrainische Zivilisten massakriert, findet er noch Zeit, das Telefon abzunehmen - meistens ist Donald Trump dran, berichtet die FAZ, und dann plaudern sie über Kino. Im Gespräch mit der NZZ lässt Monika Maron kein gutes Haar an den Westdeutschen. Und auch nicht an den Ostdeutschen. Ebenfalls in der NZZ antwortet Nikolai Klimeniouk auf Masha Gessen, die den Begriff des Antisemitismus umformulieren will, damit er auf die neue Linke nicht mehr zutrifft. Wie nationalistisch sind die protestierenden Studenten in Serbien, fragen die Zeitungen.
Bücherschau des Tages
05.07.2025 Katastrophensamstag, seufz. Aber jetzt kommt sie doch noch, die Bücherschau: Die FAZ betrachtet mit María Ospina Pizano die Welt aus Tierperspektive. Die taz amüsiert sich mit einem Briefroman von Laurent Binet, über den Mord an dem Maler Jacopo da Pontormo 1557. Die FAS liest Giorgia Melonis Autobiografie und lernt daraus einiges über die Strategien der Rechten. Ebenso die Welt aus Maik Tändlers Dissertation über "Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik", eine zeithistorische Studie ersten Ranges, die Mohler als intellektuellen Vorläufer des Höcke-Flügels der AfD beschreibe.
Montag, 07.07.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
07.07.2025 In der NZZ erklärt Hamed Abdel-Samad, warum man die iranische Mord-Fatwa gegen Donald Trump ernstnehmen sollte. FAZ und Welt streiten über eine SPD-Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht, Frauke Brosius-Gersdorf. Warum kommt der Untersuchungssausschus zu Nord Stream 2 nicht voran, fragt die FAZ: weil das Thema Medien und Bevölkerung nicht kratzt, ist die Antwort. Nochmal in der NZZ wünscht sich Viktor Jerofejew eine realistischere russische Opposition.
Efeu - Die Kulturrundschau
07.07.2025 In Frankreich herrscht Empörung über die ausbleibende Amnestie für Boualem Sansal. Die NZZ begibt sich mit Steve McQueen in eine klaustrophobe Klanginstallation. Marko Perkovics Konzert in Zagreb war eines der größten, die es je in Europa gab, für die FAZ ist das wegen der dort gebrüllten Ustascha-Relativierungen beunruhigend. Henrik Ibsen ist auch nicht mehr das Wahre, wenn die "Wildente" ihrer Titelfigur quasi beraubt wird, findet die Nachtkritik. Die taz macht sich Gedanken über die schwierige Situation der Provenienzforschung.
Bücherschau des Tages
07.07.2025 So befremdlich wie Kim Hyesoon in "Autobiografie des Todes" hat wohl bislang niemand über den Tod geschrieben, staunt die NZZ. Hitler ist eine so gewaltige Figur, dass sogar die Darstellung des Forschungsstands über ihn ein Buch benötigt, berichtet die SZ, die auch Sebastian Peters' Biografie über Hitlers Fotografen Heinrich Hoffmann bespricht. Die NZZ wundert sich: Laut Georg Diez' "Kipppunkten" wäre alles besser geworden, hätten wir damals Oskar Lafontaine gewählt. Die SZ lernt mit Isabel Pin, dass der globale Süden auch in der Arktis liegen kann. Die FAZ bespricht Krimis.
Dienstag, 08.07.2025
Magazinrundschau
08.07.2025 Der Dissident Yassin al-Haj Saleh erklärt in Eurozine, warum er noch nicht an eine Demokratie in Syrien glaubt. Elet es Irodalom feiert die erfolgreiche Pride-Parade. Le Grand Continent liest eine "Erste Geschichte des Trumpismus. Quietus erinnert sich, wie Film-Maverick Larry Cohen Platzpatronen vom Chrysler Building regnen ließ. Der Merkur denkt über Urheberrechte und KI nach, Literary Hub über die Arbeit des Faktenprüfers.
Efeu - Die Kulturrundschau
08.07.2025 Der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune hat die westliche Öffentlichkeit verhöhnt, aber Algerien hat durch die Sansal-Affäre kaum an internationalem Ansehen verloren, konstatiert Claus Leggewie in der FR. Die Welt reist auf die Ile de Porquerolles an der Côte d'Azur, um in abstrakten Gemälden zu baden. Sollen die Schlösser Ludwig II. Weltkulturerbe werden? Unbedingt, meint die SZ und erinnert an Ludwigs Münchner Dachgarten, der samt Schwänen im künstlichen See abgeräumt wurde. Die NZZ schaut vom Hindu-Nationalismus geprägte Bollywood-Filme.
9punkt - Die Debattenrundschau
08.07.2025 FAZ und FR fragen: Ist Viktor Orban nach seiner symbolischen Niederlage bei der Budapester Pride entscheidend geschwächt? In Flensburg verhindert die Katholische Kirche für Frauen aller Konfessionen laut taz Abtreibungen, während sie auf den Philippinen laut FAZ sogar noch Scheidungen verbietet. In der NZZ ist sich Rainer Hermann sicher: Mit den Osmanen wär' das nicht passiert.
Bücherschau des Tages
08.07.2025 So berührt wie gespannt liest die FAZ die Geschichte um den 1944 ermordeten Cousin Albert Einsteins. Von Marion Fayolle lässt sie sich auf einen französischen Bauernhof entführen. Außerdem spürt sie mit Ruth Zylberman den Kindern aus der Rue Saint-Maur nach und erfährt von Alina Potempa, wie die "Pillen-Enzyklika" von 1968 das Katholischsein veränderte. Der Dlf lernt von Ingo Petz alles über Belarus.
Mittwoch, 09.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
09.07.2025 Die propagandistische Trickfilmserie "Sandpit" präsentiert einen niedlichen Putin mit Kulleraugen - und zielt damit womöglich nicht nur auf russische Kinder, sondern auch auf westliche Erwachsene, meint Zeit Online. Die Welt schwärmt von "La Callisto", einer Barockoper Francesco Cavallis voller "Crossdresser, Metrosexuellen und Transen", beim Festival in Aix-en-Provence. Wird KI die Musikbranche killen? Der Standard fürchtet, mit Blick auf den Erfolg der komplett algorithmischen Band The Velvet Sundown: ja.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.07.2025 Selbst wenn es zu einem "Deal" im Gazakrieg kommen sollte, werden wohl nicht alle der verbliebenen Geiseln freikommen, jedenfalls nicht gleich, vermutet die Jüdische Allgemeine. Nur zwanzig von ihnen sollen noch leben. In der NZZ spricht der Islamwissenschafter Abdel-Hakim Ourghi über muslimischen Antisemitismus und die frommen Lügen der Linken. Die FAZ staunt doch sehr über die recht dezidierten Positionen der künftigen Bundesverfassungsrichterin Frauke Brosius-Gersdorf.
Bücherschau des Tages
09.07.2025 Als neues "Standardwerk" preist die NZZ die Kulturgeschichte der Ukraine des Berliner Historikers Andrij Portnov. Mit Nenad Velikovics "Nachtgästen" versteckt sie sich in einem Keller während der Belagerung Sarajevos. Die FAZ dankt Bendt Viinholt Nielsen für die Wiederentdeckung des dänischen avantgardistischen Komponisten Rued Langgaard. Die FR gewinnt tiefere Einsichten in Kryptogeschäfte und Männlichkeit dank Juan S. Guse. Und der Dlf lernt von Marco Overhaus, was das Ende der Pax Americana für Europa bedeutet.
Donnerstag, 10.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
10.07.2025 Im von der Welt übersetzten Figaro-Gespräch erklärt der Philosoph Jean-François Colosimo die Verurteilung Boualem Sansals: Das oligarchische System Algeriens muss Frankreich als seinen ewigen Feind darstellen, um zu überleben. Die FAZ bewundert beim Festival d'Aix en Provence zahlreiche Produktionen aus dem Nahen Osten. Der Guardian betrachtet in der Londoner Tate Modern Fußabdrücke von Emus auf den Gemälden der Aborigine-Künstlerin Emily Kame Kngwarreye. Antisemitismus ist jetzt eine hippe Jugendbewegung, stellt die Jungle World mit Blick auf die Musikszene fest.
9punkt - Die Debattenrundschau
10.07.2025 Der Liberalismus hat sich zu Tode gesiegt, diagnostiziert in der Zeit der Volkswirt Armin Steinbach. Er plädiert für einen regulierenden Staat, der allerdings verdammt effizient sein müsse. Genau das ist er nicht, meint Andreas Reckwitz, ebenfalls in der Zeit. Unterdessen üben Bürger in Kirgisien und Tadschikistan kritisches Denken mit der Wikipedia, berichtet die FAZ. Vlad Khaykin vom Simon Wiesenthal Center antwortet in einem zornigen Beitrag auf Masha Gessens Essay zur Verteidigung des New Yorker Politikers Zohran Mamdani. Und die Kirchen boykottieren Israel jetzt auch.
Bücherschau des Tages
10.07.2025 Die FAZ bezieht mit Isabella Staub Sozialwohnungen in Wien und sinniert über KI und Gentrifizierung. Die taz bewundert, wie dicht Tania Arcimovich in ihrem "Manifest einer Gartenlosen" über das Leben in Belarus nachdenkt. Die Zeit sucht in Steffen Kopetzkys schmissigem Agentenroman nach einer Superwaffe der Nazis. Dlf Kultur lässt sich in Erzählungen von Jamil Jan Kochai den westlichen Blick auf Afghanistan zurechtrücken. Und der Dlf dringt mit dem niederländischen Journalisten Rob Wijnberg vor zu den "Ruinen der Wahrheit" und betrinkt sich dann hemmungslos mit Colette Andris.
Freitag, 11.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
11.07.2025 Im Monopol-Gespräch verteidigt sich Kathleen Reinhardt, Direktorin des Berliner Kolbe-Museums, gegen den Vorwurf, sie verschleiere den Raubkunst-Hintergrund des Tänzerinnen-Brunnens. Die FAZ blickt in Cottbus in die kantigen Gesichter der legendären Ostfrauen. Die Welt glaubt noch nicht an Bauen mit Hilfe von KI. Geht ja auch gut von Hand für nur 700.000 Taler, lernt die FAZ im Alten Museum in Berlin. Die Jüdische Allgemeine blickt auf Antisemitismus in Hollywood. Und Van stellt fest: Nicht alles, was Franz Liszt komponierte, war erste Sahne.
9punkt - Die Debattenrundschau
11.07.2025 Heute jährt sich zum dreißigsten Mal der Völkermord von Srebrenica. Die FAZ zeigt, wie sich die serbische Rhetorik geändert hat: Versöhnende Worte gab es von der serbischen Politik nur so lange, wie eine Beitrittsperspektive zur EU bestand. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić genießt trotzdem die Protektion der konservativen Parteien in der EU, kritisiert der Historiker Dragan Popović in der SZ. Die Debatte um die Rechtsprofessorin Frauke Brosius-Gersdorf, die Verfassungsrichterin werden soll, geht weiter: Der Spiegel beleuchtet nochmal ihre Positionen. In der NZZ spricht Francis Fukuyama über die Gefahren für die Demokratie.
Bücherschau des Tages
11.07.2025 Die FAZ verdankt dem Historiker Fritz Bartel einen Perspektivwechsel auf den Kalten Krieg und betrachtet in Philipp Springers Bildband Fotos der Stasi. Die SZ lauscht gebannt den indigenen Stimmen, die Dahr Jamail und Stan Rushworth in ihrem Band zur Klimakrise zu Wort kommen lassen. Der Dlf erschrickt angesichts der Aktualität von Marie Vieux-Chauvets vor fünfzig Jahren erschienener Trilogie über die Gewaltgeschichte Haitis. Und Dlf Kultur lässt sich von Philippe Jaccottet die "Tür zum Sprechen über Kunst" öffnen und blättert ihn einem Prachtband über Valentino.
Samstag, 12.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
12.07.2025 Die FAS sieht die Zukunft der Kunst zwischen neuen Steckdosen und alten Amphoren in einem Hamam in Prizren. Mit dem Abschied der Schriftkultur wird der Tanz tonangebend auf der Bühne, erkennt die Welt beim Festival in Avignon. In der Musik kann uns KI neue Perspektiven eröffnen, lernt die NZZ von dem Komponisten Ali Nikrang. Die taz erkennt im griechischen Herodeon, wie lang der Ruhm von Mäzenen andauern kann.
9punkt - Die Debattenrundschau
12.07.2025 Auch heute erscheinen wichtige Texte über Srebrenica: Das Thema hat Aktualität, denn bis heute werden serbische Verbrechen relativiert und geleugnet, merken etwa Erich Rathfelder in der taz, Monty Ott in der FAZ oder Richard Herzinger in seinem Blog an. In der FAZ kommt die Literaturwissenschaflerin Susanne Klingenstein auf die antisemitischen Ausschreitungen in Harvard zurück, die für sie in einer mindestens fünfzigjährigen Tradition stehen. In der taz staunt Nicholas Potter über Holger Friedrich und die Potentaten. Im Spiegel annonciert Daniel Kokotajlo: Die KI schafft uns ab.
Bücherschau des Tages
12.07.2025 Bestürzt und begeistert liest die SZ Cristina Rivera Garzas "Lilianas unvergänglicher Sommer", späte Erinnerungen an den Femizid, dem ihre Schwester einst zum Opfer fiel: ein wichtiges Buch, nicht nur für Mexiko. Die FAZ empfiehlt dem "Team Todenhöfer" die Lektüre der Memoiren ihres Namensgebers (dem Rest der Welt aber nicht so). Die taz begrüßt mit Charlotte Runcies "Standing Ovations" einen intelligenten Roman über #MeToo. Ebenfalls der taz graust es mit Carlo Masala vor einem Europa unter Putin ff. Der Dlf empfiehlt Paul Lynchs Seefahrer-Roman "Jenseits der See".
Montag, 14.07.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
14.07.2025 Die Debatte um Frauke Brosius-Gersdorf reißt nicht ab - es wird nicht nur über ihre Positionen zu Abtreibung diskutiert. Die Zeitungen fragen sich vor allem, ob die CDU dem Druck der AfD standhalten wird. Und dem der Linken. Zeit online diskutiert mit Sönke Neitzel, ob der Friede jetzt vorbei ist. Die FAZ schildert Donald Trumps Kulturkampf in den Kulturinstitutionen und die bisher nicht ganz klare Reaktion derselben - und das alles vor dem Hintergrund des "Semiquincentennial".
Efeu - Die Kulturrundschau
14.07.2025 Dass die Schlösser von Ludwig II. jetzt Weltkulturerbe sind, ist für die Welt Grund, über die "Rehabilitation des Historismus" zu jubeln. Die FAZ fragt sich allerdings, ob das wohl im Sinne des Erbauers war. Die FR langweilt sich ein wenig auf den Nibelungenfestspielen in Worms, das Rad wird auch von Roland Schimmelpfennig nicht neu erfunden, die SZ hingegen freut sich über die anspruchsvolle Inszenierung von Mina Salehpour. Justin Biebers neues Album kann weder Zeit noch NZZ überzeugen. Laut den Jazz-Musikern Terri Lyne Carrington und Christie Dashiell ist Jazz keine per se aktivistische Musikform.
Bücherschau des Tages
14.07.2025 Die SZ lernt unter anderen von Marcel Dirsus und Mark Schieritz, wie man die Demokratie vor zersetzenden Kräften retten kann. Von Nora Osagiobares Roman "Daily Soap" über chaotische Familienverhältnisse kann sie gar nicht genug bekommen. Die taz erfreut sich an der "unverkrampften Frankophilie" in Mirko Bonnés Gedichtband "Wege durch die Spiegel". Dlf erfährt von Dino Heicker, dass es Queerness schon seit Anbeginn der Menschheit gab, und von Josh L. Davis, dass Homosexualität unter Giraffen weitverbreitet ist.
Dienstag, 15.07.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
15.07.2025 Die Debatte um Frauke Brosius-Gersdorf tobt immer gewaltiger. Sie meldet sich jetzt erstmals in einem Statement selbst zu Wort, berichtet das ZDF - und das klingt ziemlich zornig. Die taz erzählt, wie Organisationen von Abtreibungsgegnern seit Anfang Juli massiv gegen die Richterin agitierten und vor allem Druck auf die CDU ausübten. In der NZZ erklärt die Historikerin Botakoz Kassymbekova, wie die Russen die Gewalt im Krieg gegen die Ukraine ideologisch rechtfertigen. In der FAZ schreibt Viktor Jerofejew über die immer obszönere Stalin-Rehabilitation in Russland.
Efeu - Die Kulturrundschau
15.07.2025 Aktualisiert: Der Georg-Büchner-Preis geht in diesem Jahr an die Schriftstellerin Ursula Krechel, melden die Agenturen. Die FAZ entdeckt im Franz-Marc-Museum in Kochel die künstlerische Faszination für Tiergärten und lässt sich von Oskar Kokoschkas "Tigerlöwe" anspringen. Die NZZ erklärt das Kino für tot, hofft aber auf eine Wiedergeburt. Die SZ feiert den Festivalsommer der großen Nostalgie mit Revivals und Abschieden von Oasis, Black Sabbath, ELO, AC/DC und den Sex Pistols. Und der Tagesspiegel zieht den Architekten Ossip Klarwein zurück ins Licht der Architekturgeschichte.
Magazinrundschau
15.07.2025 In Eurozine erklärt der Politikwissenschaftler Hamit Bozarslan, warum der libanesische Bürgerkrieg 1975 in erster Linie ein Krieg gegen die Väter war. Vanity Fair reist durch Syrien und fragt sich, wie Gerechtigkeit ohne Rache aussehen kann. Wired erkundet die Liebe zwischen Mensch und KI. Outlook India fragt sich, seit wann Kritik an der Regierung nicht im Interesse der Nation liegt. New Lines testet Penis-Powersäfte in Nigeria. Außerdem lernen wir drei neue Autoren kennen: In Le Grand Continent Leila Guerriero, in Himal Tsering Döndrup und in The Nation Chaim Grade.
Bücherschau des Tages
15.07.2025 Die FAZ spürt bei Eli Beneš die Einsamkeit eines Shoah-Überlebenden im Prag der Nachkriegszeit. Der durch New York irrlichternden Heldin aus Marlene Streeruwitz' neuem Buch empfiehlt sie, mal aus der eigenen Bubble rauszukommen. Die taz beschwört mit Sascha Ehlert ihren inneren Billy Wilder. Die SZ widmet sich mit Lauren Elkin dem weiblichen Begehren, mit Chiara Valerio klärt sie den Fall einer an der italienischen Küste ertrunkenen Außenseiterin auf. Und Dlf Kultur macht mit Gunda Windmüller den Sonnengruß.
Mittwoch, 16.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
16.07.2025 Die Feuilletons gratulieren Ursula Krechel zum verdienten Büchnerpreis - eine Meisterin der schillernden, kurzen, multiperspektivischen Genres, findet die taz. Die SZ erklärt, warum die Ngonnso, eine kamerunische Statue, die von Berlin an Kamerun zurückgegeben werden soll, immer noch in Deutschland ist. Die taz porträtiert den angesagten Dramatiker Roland Schimmelpfennig, der uns Menschen in unserer kosmischen Ausgesetztheit erfasst. Die FAZ versinkt in einer Ausstellung in Monaco begeistert in den Farben der Moderne.
9punkt - Die Debattenrundschau
16.07.2025 In der FR erzählt die Aktivistin Loveness Mudzuru, wie sie im christlich geprägten Simbabwe ein Verbot der Zwangsheirat erwirkt hat. In der SZ fragt sich der ukrainische Autor Sergey Maidukov, wie sich nach dem Krieg Kämpfer und Verweigerer in die Augen sehen werden. Hpd berichtet von einem weltweiten Trend zur Säkularisierung, selbst in muslimischen Ländern. Es gibt bessere Wege, mit der AfD umzugehen, als sie zu verbieten, erklären in der FAZ die Wissenschaftler Mattias Kumm und Michael Zürn und machen konkrete Vorschläge.
Bücherschau des Tages
16.07.2025 Die FAZ ist begeistert von von der Selbstbefragung des Philosophen Peter Trawny: narzisstisch, melancholisch, brillant! In Rin Usamis Roman "Kankos Reise" über eine junge Japanerin sieht sie einen berührenden Text über moderne Verletzlichkeit. Die taz liest erschüttert Dacia Marainis Schilderungen ihrer Kindheit in einem japanischen Internierungslager. Dlf empfiehlt wärmstens die chaotischen Erinnerungen des Nazijägers und Schauspielers Dietrich Kuhlbrodt. Dlf Kultur jagt mit dem Helden aus Dieter Kühns letztem Roman durch die Achtziger und unterhält sich dank Fabian Ritter mit Walen.
Donnerstag, 17.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
17.07.2025 Eine Theater-Ära geht zu Ende: Claus Peymann ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Die SZ erinnert an den Theatermacher, der stets gegen "Lebenszwerge" stänkerte, die FAZ an den "luziferischen Messias", der doch so harmlos schien. Die Welt hat die Nase voll von mit Steuermillionen subventionierten Kunstvermeidungsausstellungen wie die jüngste Berlin-Biennale. Die FAZ dringt mit Judith Schalansky zur Ursuppe des Schreibens vor. Und in Repubblica fordert Julia Nawalnaja, dass ein in Italien geplantes Konzert unter der Leitung von Putin-Freund Valery Gergiev abgesagt wird.
9punkt - Die Debattenrundschau
17.07.2025 In der taz hofft der Aktivist Njuki Githethwa auf ein gerechteres Kenia, wenn seine Kenya Left Alliance was zu sagen hat. In der Zeit hofft der belarusische Regimekritiker Sergej Tichanowski, genügend Mitstreiter zu finden, um endlich Lukaschenkos Gewaltregime zu beenden. In der FAZ bezweifelt Bülent Mumay, dass Erdogan mit den Kurden Frieden schließen will. Selbst die Russen werden langsam kriegsmüde, meint in der NZZ der russische Soziologe Lew Gudkow. In der Washington Post erklären die Antisemitismusforscher Norman J.W. Goda und Jeffrey Herf am Beispiel der Hamas, was ein Genozid ist.
Bücherschau des Tages
17.07.2025 Zeit und Dlf begeistern sich für Anna Prizkaus neuen Roman über ganz unterschiedliche "Frauen im Sanatorium". Die FAZ lässt sich von Abubakar Adam Ibrahims Roman "Zeit der Glühwürmchen" die Geschichte Nigerias zwischen Krieg, Terror und Hoffnung näherbringen. Mit Ré Soupaults Reisetagebüchern gondelt sie durch Südfrankreich - auf einem Fahrrad mit Hilfsmotor. Dlf Kultur ist amüsiert und berührt von den Gedichten Kurt Blochs, mit denen dieser aus seinem niederländischen Versteck heraus die Nazis verhöhnte.
Freitag, 18.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
18.07.2025 Um Menschenrechte und Antisemitismus schert sich die Kunstwelt wenig, wenn es um Katar geht, weiß die Welt. Artechock blickt mit Vahid Vakilifars Film "K9" in die Finsternis eines hündischen Iran. Der Auftakt der Bregenzer Festspiel mit George Enescus einziger Oper "Œdipe" ist als europäisches Statement stark, als Inszenierung von Andreas Kriegenburg leider schwach, befinden taz und FAZ. Wenn die Organistin Anna Lapwood spielt, muss sogar die Polizei eingreifen, berichtet Backstage Classical.
9punkt - Die Debattenrundschau
18.07.2025 Wird Frauke Brosius-Gersdorf den Streit um ihren Nominierung überstehen und doch als Verfassungsrichterin noch installiert? Und was ist mit der Koalition: Wird sie den Streit überstehen? Immer mehr CDU-Granden machen klar, dass sie FBG nicht wollen, denn sie mögen nicht einen Millimeter von ihrer Position zu Abtreibung abrücken. Horst Dreier, der einst auch als Kandidat fürs BVG gekippt wurde, versucht in Zeit online klar zu machen, dass "man ja nicht mit einer politischen Agenda da hin" geht. Außerdem: Säkulare Organisationen plädieren bei hpd.de für eine Erhaltung des Berliner Neutralitätsgesetzes. NZZ und taz klären über die Lage der Drusen in Syrien auf.
Bücherschau des Tages
18.07.2025 Große Literatur annonciert die NZZ mit Jonas Hassen Khemiris Roman "Die Schwestern", der uns von Stockholm über Tunis bis nach New York im Jahr 2035 führt. Die FAZ zählt mit Werner Bergmann die Völker, die in 40.000 Jahren Ruhrpott-Geschichte zusammenkamen. Die FR lässt sich von Yanick Lahens so filmisch wie poetisch haitianische Landesgeschichte erzählen. Ein biografisches Meisterwerk empfiehlt der Dlf mit Adam Shatz' Biografie über Frantz Fanon. Und der Dlf Kultur erlebt mit Margaret Kennedy platzende Träume bei schlechtem englischen Wetter.
Samstag, 19.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
19.07.2025 Die FAZ blickt im Berliner Brücke-Museum auf die würdevollen Porträts der jüdisch-südafrikanischen Expressionistin Irma Stern. Der Standard wird in der Wiener Albertina derweil erleuchtet von den binären Codes aus Nullen der Lichtpoetin Brigitte Kowanz. Zeit Online verzweifelt darüber, wie sich britische Bands, die seit vielen Jahren den BDS und andere antiisraelische Kampagnen unterstützen, ihrerseits als Opfer darstellen. Die FAZ erzählt außerdem, wie sehr die Literatur dem Nation Building der Philippinen dient. Und in der SZ rufen Weggefährten Claus Peymann nach.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.07.2025 In der FAS macht sich die Schriftstellerin Maryam Aras Gedanken über die israelischen Bombardierungen im Iran: Ist der Feind meines Feindes automatisch mein Freund? Außerdem geht der Blick nach Syrien: Die neuesten Ausschreitungen gegen die drusische Minderheit beweisen der FAS einmal mehr, dass die neue Regierung kaum als "gemäßigt" gelten kann. Die NZZ erklärt, warum die Drusen die toleranteste Form des Islam ausüben. Die SZ sieht den Streit um Frauke Brosius-Gersdorf vor allem als "misogynen Backlash".
Bücherschau des Tages
19.07.2025 Die SZ denkt mit der frisch gekürten Büchnerpreisträgerin Ursula Krechel über Migration und Exil seit der Französischen Revolution nach. Die taz sinniert mit Zombies von Anne Marcken über die Ängste unserer Gesellschaft. Von Cristina Rivera Garza erfährt sie, wie niedrig die Aufklärungsrate von Morden in Mexiko ist. Wie „Schnitte ins Fleisch der patriarchalen Ordnung“ erscheinen der FAZ Susan Taubes’ Erzählungen aus den 1960er Jahren. Dlf Kultur lässt sich von Grace Blakeley erklären, wie das Kapital die Demokratie zerstört. Und der Dlf wird zum Pinguin mit Ruth Schweikert.
Montag, 21.07.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
21.07.2025 Nord Stream 2 ist nicht tot, nur im Standby, und einige prominente Ex-Politiker scheinen laut FAS segensreich darauf hingewirkt zu haben. Man muss Frantz Fanon in seinen Widersprüchen sehen, meint Thomas Schmid in der Welt. In der FR bezweifelt Wolf Iro, dass es Maxim Biller um Menschlichkeit geht. Nach der FAS bringt nun auch die taz ein Porträt über Zohran Mamdani. Auch in Deutschland gibt es hübsche Politiker, hat unterdessen die Zeit herausgefunden.
Efeu - Die Kulturrundschau
21.07.2025 Welt, nmz und FR genießen in der von Andrea Breth inszenierten Fauré-Oper "Pénélope" gediegene Langeweile und eine gefühlsintensive Partitur. Robert Prosser reist für den Standard in die Ukraine, um mit Schriftstellern zu sprechen, die auch Soldaten sind. Die FAZ bestaunt Mensch-Maschine-Überschneidungen im Werk von Rebecca Horn im Castello di Rivoli. FR und FAZ trauern um den Dirigenten Roger Norrington, der temperamentvoll die Freiräume der Musik offengelegt hat.
Bücherschau des Tages
21.07.2025 Die FAZ hört mit Kaleb Erdmanns "Die Ausweichschule" einen "klugen und bewegenden" Metaroman über den Amoklauf an einer Schule in Erfurt. Die NZZ wehrt sich mit Gabriel Yoran gegen "Die Verkrempelung der Welt". Die SZ erfährt von Wolf Gregis, warum "Das Karfreitagsgefecht" in Afghanistan so blutig endete und inwiefern die Politik daran die Schuld trägt. Mit Petra Thorbrietz rekonstruiert sie Viktor Orbáns Weg an die Macht. Die FR vertieft sich in Hans Platzgumers "Kleine Geschichte der Popmusik".
Dienstag, 22.07.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
22.07.2025 Trump wundert sich über Putin, aber Putin nicht über Trump. Er macht einfach weiter, bis er die Ukraine zerstört hat, vermutet die FAZ. Ob die EU in den Krieg hineingezogen wird, hängt davon ab, ob die EU die Ukraine verlieren lässt, meint Politologe Nils Bormann ebendort. Das BSW wird demnächst mit der AfD paktieren, prognostiziert der Politikwissenschaftler Benjamin Höhne in der SZ. Im Iran wächst der politische Widerstand gegen das Regime, beobachtet der Khamenei-Biograf Journalist Ali Sadrzadeh in der taz.
Efeu - Die Kulturrundschau
22.07.2025 Die FAZ widmet sich dem Thema Übersetzung und KI: Japanisch kann die Künstliche Intelligenz jedenfalls noch nicht so gut, stellt sie fest. Wird es in Russland bald verboten sein, Harry Potter zu streamen? Ein neues Gesetz könnte dafür sorgen, berichtet die FR. Der Guardian schwärmt in einer Ausstellung in Sydney von den "glühenden" Monden der Malerin Janet Dawson. Die Welt trauert derweil um den Deutschrap, der im Sterben liegt.
Magazinrundschau
22.07.2025 In Harper's denkt der Autor Michael W. Clune darüber nach, was digitale Gesichtserkennung über unser Gesicht aussagt. Elet es Irodalom gratuliert dem großen Bela Tarr zum Siebzigsten. Emmanuel Carrère begleitet Emmanuel Macron zum G7-Treffen. Meduza versucht der moldauischen Identität auf die Spur zu kommen. Der New Yorker stellt Trumps schmerzempfindlichen Handelsminister Howard Lutnick vor. Osteuropa beleuchtet die Rolle der Neokosaken im Donbass. Die LRB freut sich über die Fahrräder im nigerianischen Bundesstaat Borno.
Bücherschau des Tages
22.07.2025 Die FAZ begegnet in den Gedichten des Leningrader Bohémiens Michail Kusmin Husaren, Zobelpelzen und Oscar Wildes Dorian Gray. Der Journalist David A. Graham breitet ihr den "Masterplan der Trump-Regierung" aus. Dlf Kultur jubelt über Paul Theroux' Roman "Burma Sahib", der einem jungen George Orwell nach Burma folgt. Die NZZ empfiehlt Isabel Kreitz Graphic Novel "Die letzte Einstellung", die den Widerstreit zwischen Gewissensbissen und Kollaboration mit Unrechtsregimen ins Bild setzt.
Mittwoch, 23.07.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
23.07.2025 Die NZZ blickt hoffnungsvoll auf die Jugend in afrikanischen Ländern, die gegen die Alten aufbegehrt. In der FR denkt die Juristin Paula Macedo Weiß über demokratische Veranwortung in einem zapatistischen Pluriversum nach. In der Welt fragt Ahmad Mansour, warum kein Schwein sich über die Ermordung syrischer Drusen durch Djihadisten aufregte - bis Israel eingriff. In der FAZ plädieren die Militärhistoriker Sönke Neitzel und Christian E. Rieck dafür, die Zivilklauseln an deutschen Universitäten aufzuheben."
Efeu - Die Kulturrundschau
23.07.2025 Die Feuilletons trauern um den legendären Rocker und Fledermaus-Kopfabbeißer Ozzy Osbourne, dessen anarchische, dunkle Kraft der Standard auch noch im hohen Alter zu spüren vermochte. Die Zeit erlebt einen intensiven Abend mit Milo Raus "Prozess Pelicot" in Avignon, wo viele die Täter persönlich kennen. In Zeiten von KI wird menschliche Autorenschaft zum literarischen Gütesiegel, lernt die SZ. Die in Berlin ausgestellte Fotografin Marta Astfalck-Vietz macht sich in ihren Bildern selbst zur Spielfigur, staunt die FAZ. Die Welt schimpft über marodierende Kiffer in Mahler-Konzerten.
Bücherschau des Tages
23.07.2025 Die FAZ schließt mit Karl Ove Knausgard und dem Helden seines neuen Romans einen Pakt mit dem Teufel. Die FR blickt mit Tommy Wieringa hinter die Fassade eines Familien-Imperiums mit Nazihintergrund. Die SZ sorgt sich mit Sunil Amrith um unsere "Brennende Erde". Dlf ist großer Fan von Sylvain Prudhommes Roman "Der Junge im Taxi". Und Dlf Kultur bewundert Sylvie Schenk, die in ihrem Buch "In Erwartung eines Glücks" mit Houellebeqc im Gepäck über Leben und Tod nachdenkt.
Donnerstag, 24.07.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
24.07.2025 In der Ukraine finden Demonstrationen gegen die befürchtete Aufweichung der Korruptionsbekämpfung statt - Selenski scheint inzwischen einen Rückzieher zu machen, berichtet Meduza. In der Times of Israel antwortet Jeffrey Herf ein zweites Mal auf Omer Bartovs Genozidvorwurf gegen Israel. In der NZZ stellt Kacem El Ghazzali mit Blick auf Frantz Fanon eine Frage, die sehr aktuell wirkt: "'Können Menschen, die Unschuldige kaltblütig töten, Befreier genannt werden?"
Efeu - Die Kulturrundschau
24.07.2025 Die Zeit blickt auf das Bühnen-Imperium des russischen Dirigenten Valery Gergiev. Der Perlentaucher bewundert in Charlène Faviers Biopic über die Femen-Aktivistin Oksana Schatschko den Mut einer jungen Frau, Madonnen, die Burka tragen und Erzengel mit Sturmgewehr. FR und Zeit freuen sich tierisch über Adam Elliotts Knete-Animationsfilm "Memoiren einer Schnecke". Die NZZ erklärt, warum sich Koreaner bis ins 20. Jahrhundert nicht im Spiegel anschauten - es lag an der Architektur.
Bücherschau des Tages
24.07.2025 Die FAZ feiert die neue Elias-Canetti-Werkausgabe, die auch bisher unveröffentlichte Texte enthält. Die SZ lässt sich mit Joseph Incardona auf ein zynisches Machtspiel ein und lotet in Katie Kitamuras neuem Roman "Die Probe" verschiedene Wahrheiten aus. Als "schillerndes Scherbenmosaik" empfiehlt die Zeit Kaveh Akbars Roman über die Geschichte der Märtyrer. Der Dlf blickt mit Atossa Abrahamian in die Steuer-Schlupflöcher von Niemandsländern. Und Dlf Kultur untersucht mit Paul Gilroy die Musikstile der afrikanischen Diaspora.
Freitag, 25.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
25.07.2025 Die FR unternimmt mit der Malerin Toyin Ojih Odutola Fantasiereisen per U-Bahn vom Hamburger Bahnhof bis nach Westafrika. Die taz verschafft sich im Zürcher Cabaret Voltaire mit den Schlangen und Skorpionen von Emma Jung Zugang zum Unbewussten. Die FAZ blickt auf den Bücherherbst und birgt ein paar Schätze. Artechock ärgert sich, dass die Medien den Tod des Produzenten Rob Houwer einfach verpennt haben. Und: das Museum berlin modern wird teurer und später fertig, meldet unter anderem der Tagesspiegel.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.07.2025 Die jetzige Hungerkrise in Gaza ist keine Erfindung der Hamas-Propaganda, berichten die Medien mit vielen Belegen. Es gibt allerdings einen Streit darüber, wer dafür verantwortlich ist, den wir mit Links zu vielen Quellen dokumentieren. Emmanuel Macron will unterdessen Palästina als Staat anerkennen, und die palästinensische Autonomiebehörde stellt laut Jüdischer Allgemeiner sogar in Aussicht, erstmals seit 2006 wieder Wahlen abzuhalten. Anne Applebaum warnt die Österreicher und Europäer im Standard eindringlich vor Putin. Die Welt erinnert an Hans Mayers berühmten Essay "Außenseiter", der vor fünfzig Jahren erschienen ist.
Bücherschau des Tages
25.07.2025 Die SZ erfährt in Gaea Schoeters' "knackig-kleinem" Roman "Das Geschenk", wie schnell ein Elefantenüberschuss in Deutschland eine politische Krise auslösen kann. Die NZZ lernt in Keach Hageys Biografie über Sam Altman die Skrupellosigkeit des Open-AI-Gründers kennen. Die Welt denkt mit zwei neuen Büchern über die menschliche Besiedelung anderer Planeten nach. Die FAZ vertieft sich in die Geschichte des deutsche Buchhandels. Und der Dlf lässt sich fasziniert auf Katie Kitamuras "flirrendes Verwirrspiel" um einen Nicht-Sohn ein.
Samstag, 26.07.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
26.07.2025 Die nächsten drei Jahre ist die Gefahr durch Russland am größten, warnt der Militärhistoriker Sönke Neitzel in der SZ. Heute wird Stalin in Russland nicht einmal mehr versteckt, weiß die FAS. In der NZZ setzt Sergej Lebedew leise Hoffnung darauf, dass Russlands Rohstoff-Ressourcen in Sibirien irgendwann zur Neige gehen. In der FR zeichnet der amerikanische Journalist Tim Weiner nach, wie Trump die amerikanischen Sicherheitsbehörden untergräbt. In der taz erinnert die Philosophin Jule Govrin daran, wie wichtig CSDs für den Kampf für universalistische Menschenrechte sind.
Efeu - Die Kulturrundschau
26.07.2025 Literatur muss vor dem Krieg scheitern und trotzdem davon künden, erklärte Serhij Zhadan in seiner Rede zur Verleihung des Österreichischen Staatspreises für Europäische Literatur, die die taz abdruckt. Der Guardian erfährt in einer Andy Goldsworthy - Retrospektive in der Royal Academy of Scotland, wie schockierend Natur sein kann. Die FAZ lernt im "Palais de l'art déco" in Saint Quentin wie japanischer Jugendstil aussieht. Die SZ erklärt einer lange vernachlässigten Architekturform ihre Liebe: der Treppe.
Bücherschau des Tages
26.07.2025 Die FAZ lässt sich von Peter Jelavich die Geschichte der Kunstfreiheit von ihren Anfängen bis heute als deutschen Sonderweg erzählen. Die SZ genießt Nadia Pantels kulinarisches Frankreich-Porträt "Das Camembert-Diagramm" in vollen Zügen. Die FR sieht sich mit Radomyr Mokryk im Intellektuellen-Zirkel der ukrainischen "Sechziger" um. Der taz werden von Barbie Latza Nadeau die schrecklichen Dimensionen des modernen Menschenhandels vor Augen geführt. Dlf empfiehlt euphorisch Susan Bernofskys Martin Walser-Biografie "Hellseher im Kleinen."
Montag, 28.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
28.07.2025 Die Kritiker geben sich auf dem grünen Hügel die Klinke in die Hand: Die FAZ bestaunt eine bunte Kuh als Zeichen für die Aufgeblasenheit der Debatte um Kunst als Ausdruck von Nationalstolz, die SZ ärgert sich über die Harmlosigkeit der "Meistersinger"-Inszenierung von Matthias Davids. Die FAZ sieht mit den Kunstwerken von Lovis Corinth, wie erratisch die Auswahl verbotener Werke durch die Nazis wirklich war. Und sie macht sich Gedanken, was es bedeutet, wenn Curtis Yarvin die Biennale in Venedig kapert. Die Welt erinnert an die schwarze Komponistin Florence Price. Und die FAZ trauert um den Designer Peter Schmidt.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.07.2025 Julian Nida-Rümelin und Jonas Schmidt-Chanasit fordern in der SZ eine klare Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen, die ihrer Meinung nach vor allem die Gewaltenteilung in Deutschland gefährdeten. Einige der Hungerbilder, die über Gaza zirkulieren und von den renommiertesten Medien benutzt wurden, sind extrem manipulativ eingesetzt worden, hat der Blogger David Collier herausgefunden. Wie stehen evangelische Funktionäre zu Israel, fragt die FAZ. Zeit und NZZ versuchen sich einen Reim auf Peter Thiels dunkel wabernde religiöse Fantasien zu machen.
Bücherschau des Tages
28.07.2025 Die SZ beugt sich mit Maik Tändlers Biografie über das Leben und Wirken Armin Mohlers, Vordenker der Neuen Rechten in der Bonner Republik. Die FAZ findet in Alison McGhees Kinderbuch ein Zaubertelefon. Jule Wellerdiek erklärt ihr, dass auch kuschelige Tiere ihre Privatsphäre brauchen. Die FR verbringt einen gespenstischen Moment mit Paul Lynch und zwei auf See verlorenen Fischern. Dlf begrüßt Barbara Trapidos Roman "Fliegender Wechsel", in dem es auch vierzig Jahre nach Erstveröffentlichung wild zugeht.
Dienstag, 29.07.2025
Magazinrundschau
29.07.2025 Weggehen ist nicht einfach, aber zurückkommen auch nicht, lernt New Lines von nigerianischen Emigranten. Der New Yorker begreift die Wehmut der Renaissance, deren Welt nicht weniger unsicher war als unsere heute. In Mosaic sucht der ägyptisch-amerikanischer Autor Hussein Aboubakr Mansour eine Erklärung für die islamistische Gewalt und findet sie in Deutschland. Le Grand Continent erklärt den Konflikt zwischen Kambodscha und Thailand. Der Guardian lernt, warum es so schwer ist, die Jesus Army zu verlassen.
Efeu - Die Kulturrundschau
29.07.2025 Die FAZ sieht sich in der russischen Kunstszene um, in der das Tabu, den Krieg nicht zu thematisieren, nicht gilt, wenn die "militärische Spezialoperation" gefeiert wird. In Bonn begegnet die FAZ derweil dem treuesten Begleiter des Menschen. Dank Peter Sellars erfahren die Theaterkritiker bei den Salzburger Festspielen, wie sehr Mahler und Schönberg harmonieren. Die SZ schwebt wie eine klirrende Partikelwolke durch Nikias Chryssos' und Viktor Jakovleskis Techno-Film "Rave On". Und Zeit Online überlegt, ob enge Fan-Beziehungen Spotify die Kunden abgraben.
9punkt - Die Debattenrundschau
29.07.2025 Aktualisiert um 10 Uhr: Karl Schlögel bekommt in diesem Jahr den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Die Diskussion über den Einsatz gefälschter oder manipulativ eingesetzter Bilder aus dem Gaza-Streifen geht weiter. Zeit online geht auf die Vorwürfe nicht ein und führt unter einem fragwürdigen Bild ein Gespräch über Bildtheorie. In der FR verzweifelt der israelische Historiker Tom Segev an der irrationalen Realität in Gaza. Die FAZ lernt, warum dreihundert Quantenphysiker auf Helgoland mit der objektiven Realität hadern. Drusen werden derzeit auch in Deutschland von Islamisten bedroht, warnt die taz.
Bücherschau des Tages
29.07.2025 Die FAZ kann gar nicht genug bekommen von Michael Stavarics Gedichten, die den Niedergang der Natur körperlich spürbar machen. Außerdem empfiehlt sie Christoph Meckels und Lilo Fromms Briefwechsel mit dem ostdeutschen Autor Johannes Bobrowski. Die FR erkundet mit Philipp Dorestal Frantz Fanons Potential für aktuelle Debatten. Die taz lernt von Andrey Gurkovs Buch über Russland und den Westen, dass man nicht aufhören sollte, Dostojewski zu lesen, aber eine Oper mit Anna Netrebko lieber meidet. Mit Lisa Krusche und Jenny Schäfer ruft sie derweil Riesinnen an.
Mittwoch, 30.07.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
30.07.2025 Die Schreihälse, die die Eröffnung der Salzburger Festspiele störten, sind keine Friedensaktivisten, sondern Hamas-Fans, stellt der Spiegel klar. Theater gespielt wird in Salzburg aber auch: An Julien Gosselins in Salzburg aufgeführtem Bühnenspektakel "La Passe" scheiden sich die Geister. Vor allem das irre Lachen der Hauptdarstellerin Victoria Quesnel findet großen Anklang bei der Nachtkritik, der SZ ist das alles ein bisschen zu hysterisch. Die Reform der Filmförderung kommt dank geschickter Lobbyarbeit womöglich doch noch in Schwung, hofft die FAZ. Kaum noch Gegenwart, nur noch aufgewärmte Vergangenheit bietet die Popmusik dieser Tage, stöhnt die Welt.
9punkt - Die Debattenrundschau
30.07.2025 Der Historiker Karl Schlögel erhält den Friedenspreis. Völlig zurecht, jubeln die Feuilletons: Die FAZ attestiert ihm unerreichte Osteuropa-Expertise, die FR würdigt ihn für seine unerschrockene Kritik an Putin. Die EU droht, Israel von "Horizon Europe", einem der größten weltweiten Forschungsprogramme, auszuschließen, berichtet die FAZ. Der Hunger in der Welt nimmt ab, so die taz, nur nicht in Afrika. Im Zeit-Online-Interview untersucht der Historiker Wolfgang Kraushaar die politischen Extreme des verstorbenen Horst Mahlers, die immerhin einige Konstanten hatten, zum Beispiel seinen Antisemitismus.
Bücherschau des Tages
30.07.2025 Die FAZ applaudiert Robert Jütte, der die Malerin Olga Meerson, Schülerin von Matisse und Teil der Münchener Avantgarde, mit einer Biografie aus dem Vergessen holt. Detlev Schöttkers Buch über Ernst Jüngers gigantisches Briefarchiv empfiehlt sie mit Einschränkungen. Die SZ ist hingerissen von Eva H.D.s Gedichten, die rau, klug und "wie gute Popsongs" klingen. Dlf Kultur unternimmt mit Yuko Kuhns Heldin Aki und ihrer an Demenz erkrankten Mutter eine Reise in die Vergangenheit. Und Dlf lobt die Sensibilität, mit der Mohana van den Kroonenberg in ihrem Jugendbuch "Dodo" Themen wie Mobbing und Schüchternheit verhandelt.
Donnerstag, 31.07.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
31.07.2025 Zum ersten Mal in der Geschichte hat die gesamte Liga der arabischen Staaten die Hamas verurteilt und das Ende ihrer Herrschaft in Gaza gefordert, um einem demilitarisierten Staat Palästina den Weg zu ebnen, meldet die taz. Jetzt müssten sie nur noch alle das Existenzrecht Israels anerkennen, fordert die Welt. Die New York Times entschuldigt sich als bisher einzige Zeitung dafür, Bilder von einem kranken palästinensischen Kind als Beleg für den Hunger in Gaza veröffentlicht zu haben. Die falschen Bilder bedeuten allerdings nicht, dass es keine Hungersnot in Gaza gibt, warnt die NZZ. Hamas-Propaganda ließe sich vielleicht besser vermeiden, würden die Israelis Journalisten in Gaza zulassen, denkt sich die SZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
31.07.2025 Ein echtes Theaterjuwel findet die SZ im Salzburger Marionettentheater mit Igor Strawinskys "Geschichte vom Soldaten", die mit Puppen von Georg Baselitz erzählt wird. Im Zeit-Interview spricht Isabel Allende über ihren Roman "Mein Name ist Emilia", der vom Militärputsch in Chile im 19. Jahrhundert handelt. Die FAZ bestaunt derweil das nachhaltige Bauprojekt Thoravej 29 in Kopenhagen. Die FR jubelt über die befreiende Nichtsnutzigkeit von Akiva Schaffers Reboot des Nonsense-Klassikers "Die Nackte Kanone".
Bücherschau des Tages
31.07.2025 Die FAZ bekommt bei den Volten, die der palästinensische Dichter Ghayath Almadhoun schlägt, im besten Sinne Schwindelgefühle. Die SZ lernt von Jina Khayyer, dass Iran nur frei sein kann, wenn seine Frauen frei sind. Als postmodernes Meisterwerk preist sie außerdem Jonas Hassen Khemiris "Drei Schwestern". Die NZZ läutet mit Marco Overhaus das Ende der Pax´ Americana ein. Die Welt rechnet mit Mathias Brodkorb mit den Mythen des Postkolonialismus ab. Und die Zeit erliegt dem "ungebremsten Darstellungsfuror" von Marlene Streeruwitz.