Magazinrundschau

Mit Tausenden Lichtern

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag
07.08.2018. Im Merkur vermessen Gaia und der Astronom Aleks Scholz das  Universum. Das New York Magazine bilanziert die große Rezession seit 2008. In Quillette bekennt sich der kanadische Arzt Ali A. Rizvi stolz als atheistischer Muslim - wie Millionen andere Muslime auch. Auch in der Türkei setzt der Cumhuriyet-Journalisten Özgür Mumcu im Interview mit Novinky auf die Säkularen. Eurozine fragt, warum Online-Diskussionen immer so aus dem Ruder laufen. Longreads sucht nach den unreinen Ursprüngen der Country-Musik. Und die New York Times bilanziert eine seit über hundert Jahren angekündigte Katastrophe: den Klimawandel.

Merkur (Deutschland), 25.07.2018

In einem wirklich mitreißenden Artikel erklärt der Astronom Aleks Scholz, was für eine unglaubliche Datensammlung das auf den Satelliten Gaia montierte Teleskop für die Vermessung des Universums gebracht hat. Und übers Internet arbeiten Wissenschaftler und Laien auf der ganzen Welt an der Auswertung mit: "Alexey Mints vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen bestimmt das Alter und die Masse für dreieinhalb Millionen Sterne. Charlie Conroy und seine Kollegen aus Harvard verwenden Farben, Helligkeiten und Parallaxen, um weit entfernte Rote Riesen zu identifizieren und mit ihnen die Morphologie der Milchstraße zu untersuchen. Unsere Galaxie ist nicht nur irgendein Klumpen im Universum, sondern ein komplexes Gebilde mit Spiralarmen, Bändern und Strömen aus Sternen, Strukturen, die uns etwas über unsere Herkunft mitzuteilen haben. Marina Kounkel von der Western Washington University und ein internationales Team benutzen HRDs in Kombination mit Eigenbewegungen und Spektren, um die Sternentstehungsregionen im Orion neu zu kartieren. Seit zwanzig Millionen Jahren gebiert Orion neue Sterne. Die massivsten unter ihnen explodieren, und die Druckwelle der Explosion startet die nächste Welle der Sternentstehung. Gaswolken verwandeln sich in Sternhaufen. Eine neue Stadt mit Tausenden Lichtern steht am Himmel."
Archiv: Merkur
Stichwörter: Astronomie, Gaia, Scholz, Aleks

New York Magazine (USA), 06.08.2018

Vor zehn Jahren stürzten die USA mit der Pleite der Bank Lehman Brothers in die große Rezession. Das New York Magazine bilanziert die ökonomische Katastrophe, die durch die Hilfsgelder von 830 Milliarden Dollar nur leicht gemildert wurde, die seitdem von der Regierung in die Wirtschaft gepumpt wurden - mehr als während des New Deals. Um 11 Billionen Dollar ist das Vermögen amerikanischer Haushalte seit 2008 gesunken, der Median der Vermögen sank von 126.000 auf 97.000 Dollar; der Börsenwert amerikanischer Unternehmer halbierte sich seitdem von 63 Billionen auf 28,6 Billionen Dollar. Die Zahl der Amerikaner, die sich um die Wirtschaft Sorgen machen, versechsfachte sich von 16 auf 86 Prozent, die Selbstmordrate steig um vier Prozent. Auch die Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit bekam Nahrung: Zwar litten die Haushalte in allen Bevölkerungsgruppen, aber in einigen mehr als in anderen: Unter den Latinos 66 Prozent, unter den Schwarzen 53 Prozent und unter den Weißen 16 Prozent.

Frank Rich glaubt sogar, dass 2008 selbst die Amerikaner aufhörten, den amerikanischen Traum zu träumen: Die Folgen der großen Rezession seien für die USA einschneidender und dauerhafter als die Terroranschläge vom 11. September - Heroinsucht und Selbstmordraten sind auf Rekordhoch, Stimmung und Geburtenrate im tiefsten Tief seit dreißig Jahren. Donald Trump konnte die Frustration der Menschen für seine Zwecke auszubeuten, geschaffen hat er sie nicht: "Während der Rezession wurde offenkundig, wie nachlässig oder auch willfährig das Establishment in beiden Parteien die Raubzüge der Uppercrust hingenommen hat. Um nur ein Beispiel zu geben: 2011 berief Barack Obama mit großen Fanfaren einen neuen Job Council ein und übertrug in einer Geste der Überparteilichkeit die Leitung einem prominenten Republikaner, Jeffrey Immelt, dem CEO von General Electric. Niemand in Obamas Weißem Haus schien es zu interessieren, wie die New York Times bald berichten sollte, dass GE seit 2002 ein Fünftel seiner Beschäftigten entlassen hatte und 2010 auf einen Gewinn von 14,2 Milliarden Dollar fast keinerlei Steuern an den Bund gezahlt hatte. Immelt blieb trotzdem auf seinem Posten. Anders als die Räuberbarone vergangener Zeiten oder die Betrüger von Enron und ihre Nachahmer bei Theranos war GE seit Jahrzehnten einer der meistbewunderten amerikanischen Konzerne. Gegründet von Thomas Edison, gehörte er zu dem einen Dutzend Konzerne, die 1896 bei seinem Start im Dow Jones zusammengefasst wurden... Heute stehen die Aktionäre von GE genauso gelackmeiert da wie seine Mitarbeiter, im Juni flog der Konzern aus dem Dow Jones. Die Bilanz, die Immelt als Obamas König der Arbeit hinterlässt, ist nicht weniger eindrücklich: Er hat nichts erreicht, ein ganzes Jahr lang hat er den Council nicht einmal zusammenkommen lassen. Aber er wurde für sein Versagen in keiner Weise zur Verantwortung gezogen, weder in der Öffentlichkeit noch auf Unternehmerseite. Von Entschädigungen ganz zu schweigen."

Quillette (USA), 28.07.2018

Der kanadische Autor und Arzt Ali A. Rizvi - in Pakistan geboren, in Libyen, Saudi-Arabien und Pakistan aufgewachsen, bevor er in seinen Zwanzigern nach Kanada zog - ist ein erklärter "atheistischer Muslim" (so auch der Titel seines Buchs) und erklärt im Interview mit Quillette fröhlich, dass Millionen von Muslimen sich zum Säkularismus oder gar zum Atheismus bekennen. Warum westliche Liberale diese Muslime ignorieren oder sogar kritisieren, ist ein Missverständnis (wenn es nicht einfach Bigotterie ist), meint er: "Es gehört zum liberalen Gewissen, religiöse Minderheiten schützen zu wollen. Wenn es eine Minderheit gibt, von der man denkt, dass sie angegriffen oder verleumdet wird, will man sie schützen. Aber das führt die Liberalen in einen Wertekonflikt. Minderheitengemeinschaften haben oft sehr konservative soziale Werte, wenn man die Minderheit verteidigt, endet man leicht bei der Verteidigung dieser konservativen Werte. Viele Liberale verstehen den Unterschied nicht." Aber die Aufklärung verbreitet sich auch ohne ihre Hilfe: "Jemand fragte mich neulich, wie ich so optimistisch sein könne, was eine muslimische Aufklärung angeht, wenn wir doch den Aufstieg von Dschihadismus und Fundamentalismus sehen. Saudi-Arabien bezeichnet den Atheismus sogar als eine Form des 'Terrorismus'. Meine Antwort darauf lautet: Warum bezeichnet Saudi-Arabien Atheisten als Terroristen? ... Weil sie in ihrer Jugend einen Anstieg des Atheismus erleben. In Ländern wie Ägypten und Saudi-Arabien sind etwa 70 Prozent der Bevölkerung unter 30 oder 35 Jahre alt, und sie sind all diesen neuen unterschiedlichen Ideen im Internet ausgesetzt."
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Archiv: Quillette

Novinky.cz (Tschechien), 03.08.2018

Anlässlich des mitteleuropäischen Literaturfestivals "Monat der Autorenlesungen" - die Türkei ist Gastland - hat sich Stepan Kucera mit dem türkischen Autor und Cumhuriyet-Journalisten Özgür Mumcu unterhalten, dessen erster Roman im Herbst in Deutschland erscheint. Jeder Gegner der Erdogan-Regierung, so Mumcu, sei mit Druck und Rechtsunsicherheit konfrontiert, "und dabei weiß man nie, welches Wort oder welche Tat einen ins Gefängnis bringen (…) Als Cumhuriyet vorletztes Jahr den Right Livelihood Award erhielt, wurde unsere Arbeit dadurch im Ausland bekannter, aber ich kann nicht sagen, dass es uns zu Hause in der Türkei geholfen hätte." Fast die Hälfte der Türken hätten zwar Erdogan nicht gewählt, darunter Säkularisten, junge liberale Städter, viele kurdische Bürger, aber das Problem sei, dass es sich um eine unhomogene Mischung handele, die oft unterschiedliche Meinungen vertrete, "weshalb diese Menschen es nicht schaffen, gemeinsam aufzustehen und eine einheitliche Front gegen Erdogan zu bilden." Auf die Frage, wie die europäischen Länder in dieser Lage helfen könnten, meint Mumcu: "Die Europäische Union und das liberaldemokratische Modell sind heute in der Krise. Ich glaube, wenn Europa einen Weg finden würde, die Welle der Populisten mit autoritären Neigungen in Schach zu halten, und zeigen würde, dass die auf sozialer Gerechtigkeit gründende liberale Demokratie weiterhin lebensfähig ist, würde das auch den Menschen in der Türkei helfen, die die gleichen Werte vertreten."
Archiv: Novinky.cz

Eurozine (Österreich), 06.08.2018

Online-Diskussionen geraten nicht nur aus dem Ruder, wenn sie sich auf toxische Themen beziehen, stellt Baptiste Campion in einem Beitrag fest, den Eurozine aus der belgischen Revue Nouvelle übernimmt. Ihre Destruktivität ergibt sich auch aus den Regeln, nach denen Twitter und Facebook den Austausch organisieren. Um konstruktiv zu werden, müssen Diskussionen zum Beispiel zu einer Synthese kommen: "Ein Austausch endet, wenn niemand mehr etwas beiträgt. Manche Plattformen erzeugen ein de-facto-Ende, indem sie nach einer bestimmten Deadline keinen Beitrag mehr zulassen, während andere keine Grenzen setzen und einen Thread einfach sterben lassen, wenn sich niemand mehr beteiligt. Aber der Mangel an neuen Beiträgern heißt nicht, dass der Austausch auch irgendwo hingeführt hat. Sind alle zu Wort gekommen? Sind alle Argumente gehört worden? Gibt es Punkte, auf die man sich einigen konnte, oder einen minimalen Konsens? Wir wissen es nicht. Wir können wohl zu Recht annehmen, dass die vielen Online-Diskussionen, in denen sich Tausende von Nutzern Tag für Tag engagieren, ihre Sicht auf die Dinge beeinflussen. Doch Plattformen machen einen Abschluss nicht möglich. Tatsächlich verhindern sie ihn sogar. Ein Austausch, in den sich jeder zu jeder Zeit einschalten kann und die Debatte entfachen, die von ihren vorigen Teilnehmern geschlossen wurde, wird sich immer im Kreis drehen, auch wenn das nicht in der Absicht der Nutzer liegt."

Außerdem: Der rumänische Ökonom Daniel Daianu fürchtet in einem sehr theoretischen Text um den liberalen Kern der Demokratien.
Archiv: Eurozine

The Atlantic (USA), 01.08.2018

Nicht Bill Gates, nicht Mark Zuckerberg, nicht Warren Buffett oder die Google Boys sind die reichsten Männer überhaupt - Jeff Bezos toppt sie inzwischen alle. Auf 150 Milliarden Dollar schätzt Annie Lowrey in Atlantic sein Vermögen und bezeichnet ihn als "einsamen Hektomilliardär". Dass er so reich werden konnte, ist nur leider nicht allein seinem unternehmerischen Genie zu verdanken, sondern ist Zeugnis eines Versagens der Politik, schreibt sie. Denn einen Teil seines Reichtums in dieser unternehmerfreundlichen Zeit verdankt Bezos der Allgemeinheit: "Das Unternehmen ist profitabel und hat Geld, um in Innovationen und Expansion zu investieren, weil seine Arbeitskräfte so billig sind. Natürlich nicht billig für die Steuerzahler, die die Billiglöhne mit Programmen wie dem 'Earned Income Tax Credit', 'Medicaid' und Beihilfen zur Ernährung aufbessern. Jeder dritte Mitarbeiter von Amazon im Bundesstaat Arizona bezieht berichten zufolge Lebensmittelmarken." Darüberhinaus könne Amazon auch Unternehmen auspressen, denn seine Dominanz im E-Commerce, "besonders in Märkten wie der Buchbranche hat Amazon die Macht gegeben, neben seinen eigenen Angestellten auch die Unternehmen zu drücken, die es beliefern."
Archiv: The Atlantic
Stichwörter: Amazon

Magyar Narancs (Ungarn), 19.07.2018

Der Schriftsteller und Verlagsmanager Krisztian Nyary, kritisiert im Interview mit Gabor Köves die verbalen Angriffe auf die Leiter ungarischer Kulturinstitutionen: "Die Frage ist, was passiert mit den Institutionen, die bis jetzt frei von Politik waren. Aus Sicht der Literatur gibt es noch zwei solche Schlüsselinstitutionen: das Balassi Institut sowie das Petöfi Literaturmuseum (PIM). Die Direktorin des Balassi Instituts wurde vor kurzem abgelöst, die Mitarbeiter wurden in Zwangsurlaub geschickt und das Gebäude wurde veräußert. Das PIM wird wöchentlich angegriffen. Das werden früher oder später auch die Verlage und der Literaturbetrieb insgesamt spüren."
Stichwörter: Ungarn, Literaturbetrieb

New York Times (USA), 01.08.2018

Wer sich in diesem unendlichen Sommer das Gemüt abkühlen will, sollte Nathaniel Richs monumentalen (eng ausgedruckt 48 DIN A 4 Seiten) Artikel über die schon seit Jahrzehnten währende Auseinandersetzung um den Klimawandel lesen. Er konzentriert sich auf die amerikanische Diskussion, zeigt, dass der Klimawandel seit spätestens den fünfziger Jahren thematisiert wird und kommt zu dem Ergebnis, dass es nun schon fast zu spät ist - er wäre allerdings nicht Amerikaner, wenn er nicht auch optimistische Szenarien einschlösse (die übrigens auch Atomkraft beinhalten). Seine Helden sind einige engagierte Wissenschaftler, die unermüdlich seit Jahrzehnten auf das Problem hinweisen und lernen mussten, dass ein derart inkommensurables, zugleich übergroßes und ungreifbares Thema für die Politik äußerst schwer anzufassen ist. Rein faktisch ist schon längst alles klar, zeigt Rich am Vortrag eines seiner Helden, des Geophysikers Gordon Macdonald: "Um zu zeigen, was das CO2-Problem für die Zukunft hieß, begann MacDonald seine Präsentation, indem er mehr als ein Jahrhundert zurückging - zu John Tyndall, einem irischen Physiker und frühen Verfechter der Lehren Charles Darwins... Im Jahr 1859 fand Tyndall heraus, dass Kohlendioxid Hitze speichert und dass Variationen in der Zusammensetzung der Atmosphäre das Klima verändern konnten. Diese Befunde inspirierten Svante Arrhenius, einen schwedischen Chemiker und späteren Nobelpreisträger, der 1896 folgerte, dass die Verbrennnung von Kohle und Öl die globalen Temperaturen ansteigen ließen. Diese Erwärmung könnte im Laufe einiger Jahrhunderte spürbar werden, errechnete Arrhenius, oder früher, wenn der der Ölverbrauch weiter anstieg."

Longreads (USA), 07.08.2018

Amerikanischer als Country-Musik kann Musik eigentlich nicht werden - doch die Auffassung, dass Country eine Art reine, ungefiltere Musik des weißen amerikanischen Hinterlands sei, ist falsch, erklären Bill Malone und Tracey Laird im Gespräch. Gerade haben sie eine aktualisierte Neuauflage von Malones Buch "Country Music USA" aus den Sechzigern herausgebracht. "Die frühen Hillbilly-Musiker bedienten sich bei allem, was um sie herum lag", erklärt Malone. "Insbesondere der afro-amerikanische Einfluss war stark, doch auch der Einfluss anderer ethnischer Gruppen fällt an allen Stellen auf. Es versetzt mich bis heute immer wieder in Erstaunen, wie viele der alten Songs der Tin Pan Alley in New York entspringen, wo die hartgesottenen Songwriter ihre Lieder über Gott und die Welt schrieben und deren Musik schließlich in Vaudeville, Minstrel- und Burlesque-Shows aufging. Die Musik wanderte ins Repertoire der Country-Musik, die sie bewusst oder unbewusst veränderte. Und von dort aus kam sie auf uns hernieder, in Form von Aufnahmen, Notenblättern oder Live-Auftritten. Country ist eine sehr eklektische Musik. ... Ich glaube, es war 1915, als in Kalifornien eine internationale Ausstellung stattfand und Musiker von überall her kamen. Auch eine Delegation aus Hawaii fand sich ein und stellte ihren Stil und ihre Instrumente vor. Einige von ihnen tourten anschließend durchs Land. Junge amerikanische Musiker hörten diese Musik, fanden sie beeindruckend und begannen, mit der hawaiianischen Gitarre zu üben. Sie entpuppte sich als hübsche Ergänzung zu den alten Einsamkeitsballaden und kam genau wie all die anderen Instrumente ziemlich dicht daran heran, wenn es darum ging, eine Stimme zu simulieren."

Das Gespräch lässt sich auch als Podcast nachhören:

Archiv: Longreads
Stichwörter: Country-Musik, Kalifornien

Wired (USA), 03.08.2018

Der amerikanische Strafvollzug bildet längst einen lukrativen Wirtschaftssektor eigenen Rechts: Auch mit dem Bedürfnis der Insassen nach Kommunikation mit der Außenwelt lassen sich Millionen machen. Einige Gefängnisse stellen zum Beispiel Grußkarten auf Papier nicht mehr durch, hat Victoria Law herausgefunden. Begründet wird dies mit dem Verweis auf eine vom privaten Anbieter JPay eingerichtete elektronische Lösung per Quasi-Email - deren Interface allerdings an die klobige Ästhetik der Neunziger erinnert und bei der jede Seite Text, jedes Foto mit "Briefmarken" genannten Tickets abgerechnet wird, für die der Insasse oder dessen Angehörige aufkommen müssen: "Still und heimlich bauen E-Messaging-Firmen in den Gefängnissen jenseits des Wettbewerbs eine Art Gelddruckerei auf - ein Monopol, das in der Außenwelt nicht tolerierbar wäre. Sie basiert auf einer simplen Formel: Egal wie hoch der Preis ist, um eine Nachricht zu verschicken, Gefangene und deren Angehörige werden einen Weg finden, ihn zu zahlen. ... Auch wenn diese Firmen ihr Geschäftsmodell mit Briefmarken vergleichen, ist ein traditioneller Brief per Post, in dem eine Person mehrere Fotos oder fünf Blatt Papier zum festgesetzten Preis verschicken kann, ein viel besserer Deal. 'Es handelt sich um eine Firma, deren Preisgestaltung nicht transparent ist', sagt Peter Wagner von der Prison Policy Initiative. 'Da die Vollzugsanstalten für die Rechnungen nicht aufkommen müssen, besteht für sie auch kein Anreiz, sich darüber Gedanken zu machen.' Tatsächlich ist es sogar so, dass die Anstalten einen Anreiz haben, den Gebrauch solcher Dienste zu lancieren, da sie am Umsatz beteiligt sind."

Außerdem gibt Adam Fischer Mark Zuckerberg Tipps, was er von Bill Gates und aus der Geschichte Microsofts lernen kann.
Archiv: Wired
Stichwörter: Strafvollzug, Strafanstalt