Mittwoch, 01.06.2011
Heute in den Feuilletons
01.06.2011 In der NZZ fragt Slavenka Drakulic nach der Verantwortung der serbischen Wähler, die Miloesvic, Karadzic und Mladic erst möglich machten. In der Berliner Zeitung zieht Monika Maron Parallelen zwischen den Reaktionen westlicher Intellektueller auf Kommunismus und Islam. Die SZ liest recht abgetörnt das Parteiprogramm der Grünen für Berlin. Die FAZ beleuchtet die Rolle einiger Publizistinnen im Fall Kachelmann. Zwei von ihnen kommentieren das Urteil, Sabine Rückert in der Zeit und Alice Schwarzer in Bild. Im lawblog fragt Udo Vetter das LG Mannheim: Brauchte man für dieses Urteil wirklich 44 Prozesstage?
Bücherschau des Tages
01.06.2011 Großes Glück beschert der Zeit Fredrik Sjöberg mit seiner Porträtsammlung "Der Rosinenkönig", die solch exzentrische Universalgenies wie den Regenwurmforscher Gustav Eisen in Erinnerung ruft. Sehr empfehlen kann sie auch Pierre Michons Roman "Die Grande Beune". Die FR erlebt mit Alice Munro "Zuviel Glück". Und die FAZ lernt von Julya Rabinowitschs "Herznovelle": Die Liebe ist der Wahnsinn.
Medienticker-Archiv
01.06.2011 Edgar Selge und Franziska Walser zelebrieren "Iphigenie auf Tauris" - Hamlet als Publikumsgespräch in Zürich - Verlagsvorschauen und die Zielgruppe: Michael Angele über eine revolutionäre Erkenntnis für den Buchmarkt - 100 Jahre Gallimard: Verlags-Ausstellung in Paris - e-Reader: Digitale Schrittmacher für Verlage - Bild.de: Wer anderen eine Falle stellt + Vor ihm und seiner spitzen Feder ist niemand sicher: Gerhard Haderer zum Sechzigsten.
Im Kino
01.06.2011 Immer neue Anläufe unternimmt Duncan Jones in seinem Mind-Game-Film "Source Code" zu einer Geschichte, die nicht immer gut ausgeht. Vom Alltag einer Kannibalenfamilie in Mexiko erzählt nicht ohne gesellschaftskritische Absicht Jorge Michel Grau in "Wir sind, was wir sind".
Freitag, 03.06.2011
Heute in den Feuilletons
03.06.2011 Die FR ist trotz mäßigen Proseccos bei der Eröffnung ganz angetan von dem Schlingensief-Gedächtnis-Pavillon in Venedig. Die Welt lobt an der Biennale Venedig die Nüchternheit und den Verzicht auf glamouröse Inszenierungen. Die taz ist dagegen eher enttäuscht. In der Jüdischen Allgemeinen meint Julius H. Schoeps 25 Jahre nach dem Historikerstreit: Ernst Nolte hat gewonnen.
Bücherschau des Tages
03.06.2011 Wild und poetisch findet die FAZ Bernadette Conrads bereits mehrfach gelobte Biografie der großen Paula Fox. Die SZ lernt von Olaf Asbach alles über die Geschichte der europäischen Idee. Außerdem liest sie das Romandebüt der kroatischen Dichterin Olja Savicevic "Lebt wohl, Cowboys".
Medienticker-Archiv
03.06.2011 Claudius Seidl und Stefan Willeke streiten über Reportage-Kriterien, Trivialliteratur und Egon Erwin Kisch - Der Google-Komplex: Neue Bücher zur digitalen Welt, Eric Schmidts Kampf gegen Facebook: "Ich habe es nicht hingekriegt" und Jeder Vierte macht bei Facebook mit - Monika Maron wird 70: Ein Gespräch über ihr Leben in zwei deutschen Staaten - Theater-Nachtkritiken: Ein Volksfeind in Bremen und Don Karlos in Mannheim.
Post aus Venedig
03.06.2011 Was bleibt? Diese Frage stellt sich nicht nur in Schlingensiefs deutschem Pavillon auf der Biennale in Venedig. Sie ist das geheime Motto einer Schau, die sich mit nationalen Mythen- und Bilderwelten befasst.
Samstag, 04.06.2011
Heute in den Feuilletons
04.06.2011 Die taz atmet auf: Der Super-GAU wurde im Schlingensief-Pavillon gerade noch verhindert. Fast wäre es zum Fascho-Fluxus gekommen! Die FAZ ist insgesamt zufrieden mit der Biennale, die sie als Absage an die Hysterie des Kunstmarkts sieht. Die FR ärgert sich aber über den italienischen Pavillon. In der FR erinnert Jochen Hörisch außerdem an verborgene Kontinuitäten der deutschen Geschichte. Die Amerikaner lachen über das französische Staatsfernsehen, dessen Moderatoren die Namen Facebook und Twitter nicht mehr aussprechen dürfen.
Bücherschau des Tages
04.06.2011 Die FAZ ruft auf, Pierre Michon und dessen Roman "Die Grande Beune" zu entdecken: großer Schriftsteller. Mit viel Sympathie liest sie auch Yanick Lahens' Haiti-Journal "Und plötzlich tut sich der Boden auf". Die NZZ preist Yuri Herreras Narco-Roman "Abgesang des Königs". Hoch intelligent und dabei noch unterhaltsam findet die FR Annette Vowinckels Kulturgeschichte der "Flugzeugentführungen". Als großartig und notwendig feiert die taz Najem Walis Erinnerungen an den einst kosmopolitischen Irak, "Engel des Südens".
Montag, 06.06.2011
Heute in den Feuilletons
06.06.2011 Die NZZ stellt klar: In der Wolke liegt die Zukunft der Musik. Dort hält auch Paul Kalkbrenner den Kopf schräg, wenn er seinen Schallereignissen hinterherlauscht - so die Welt. In diese Wolke stellt man nun auch seine Rücktrittsmeldungen, wie das Basketballgenie Shaquille O'Neil in einem Dienst namens Tout, meldet Netzwertig. Die SZ ist recht unglücklich über die Auszeichnung des Schlingensief-Pavillons in Venedig: schon wieder dieses parsifaleske Deutschlandbild! Aber alle Zeitungen sind zufrieden mit dem Börne-Preis für Joachim Gauck.
Bücherschau des Tages
06.06.2011 Als avancierten Cyberpunkroman über die um sich greifende Ausrüstungsgeilheit empfiehlt die taz William Gibsons furiosen "Systemneustart". Die FR liest beeindruckt Kathrin Schmidts Erzählungen "Finito. Schwamm drüber". Die SZ lernt von Markus Frenzels "Leichen im Keller", warum internationale Kriegsverbrecher in Deutschland nicht von der Justiz behelligt werden.
Medienticker-Archiv
06.06.2011 ... wenn sie den aktuellen Buchmarkt betrachtet - Der Umblätterer Frank Fischer über Abenteuer Zeitungskauf und das beste Feuilleton der Welt oder Was die Betreiber der Website Umblaetterer.de dem Feuilleton entlocken - Pay-TV-Kanal: Sky benutzt Spitzel zur Kundenakquise - Vor 25 Jahren: Jürgen Kocka über den Historikerstreit - Spanische Enzyklopädie verharmlost Franco + Hörfunk: UKW-Radio, Web-Konkurrenz und Werbung.
Bücherbrief
06.06.2011 Najem Wali erinnert an die vertriebenen Juden von Bagdad, Albert Ostermaier schildert eine katholische Erziehung, Ingeborg Bachmann schreibt eine Soap opera, Florian Klenk mischt sich unter die Flüchtlinge am Ende der Welt, Anke Muhlstein beobachtet Honore de Balzac beim Schlemmen - dies und mehr in den besten Büchern des Junis.
Post aus Venedig
06.06.2011 Es macht durchaus Spaß, über Bice Curigers Biennale zu wandeln und die Rückkehr zu klassischen Formen zu beobachten. Doch die großen Entwürfe fehlen. Man vermisst das Radikale, das Wilde, das Aufwühlende.
Redaktionsblog - Im Ententeich
06.06.2011 Lasst uns den 4. Juni vergessen, diesen Tag, der keine besondere Bedeutung hat. Das Leben hat uns gelehrt: In einem totalitären Regime sind alle Tage gleich, alle totalitären Tage sind ein einziger Tag, es gibt keinen Tag Zwei, kein Gestern und kein Morgen.
Dienstag, 07.06.2011
Magazinrundschau
07.06.2011 Die NYRB fürchtet, dass man ihr künftig ins Gehirn schauen kann. Der Economist prophezeit unsere Versklavung durch SARTRE. In Prospect schildert Lionel Shriver die Freuden des manipulierenden Einwirkens auf einen Tennisball. Die jungen Ungarn sehnen sich nach dem 19. Jahrhundert, fürchtet Elet es Irodalom. In Rue 89 macht Jeff Jarvis den Journalismus zum Prozess. In Vanity Fair fordert Christopher Hitchens: die Amerikaner sollen sich mit Indien verbünden statt mit Pakistan.
Heute in den Feuilletons
07.06.2011 Die taz wählt den koreanischen Spionagenotruf 113. In der FAZ erinnert Erhard Eppler an seine Verdienste für den Umweltschutz. Die SZ hat neue deutsche Stücke gelesen, die immerhin ein Gutes haben: Sie stehen politisch auf der richtigen Seite.
Bücherschau des Tages
07.06.2011 Als großen Gesellschaftsroman feiert die NZZ Joanna Bators Roman "Sandberg", der vom Leben in einer polnischen Plattenbausiedlung der 70er Jahre erzählt. Die FAZ ist gleich mehrfach begeistert von Hanif Kureishis Erinnerungen an seinen Vater "Mehr Ohr an Deinem Herzen". Die FR liest interessiert Mohamed El Baradeis Buch "Wächter der Apokalypse", in dem er von seiner Zeit als Chef der Atomenergiebehörde berichtet.
Medienticker-Archiv
07.06.2011 Nahrung für Bauch und Hirn vom Bäcker und Fleischer - Würstchen im Reizdarm: Meinungsmacher im Internet und die Hysteriespirale - Ignorieren, absentieren oder duellieren? e-Commerce- und e-Book-Strategie des Sortiments - Dokville: Andres Veiel über die Zukunft des Dokumentarfilms - Verfolgt, überwacht, getötet: Pakistans Enthüllungsjournalist Shahzad + Frau Heidenreich möchte wieder "Lesen!".
Mittwoch, 08.06.2011
Heute in den Feuilletons
08.06.2011 In der FR spricht Abdelwahab Meddeb über Chancen und Risiken der tunesischen Revolution. Die Shopping Mall ist tot, es lebe die Kaufstadt, meldet die Welt. In der NZZ spricht der ägyptische Autor Ibrahim Farghali über die Verfolgung von Christen in seinem Land. Die FAZ denkt über die Lage der Lyrik in Deutschland nach. Zum Tod des großen Jorge Semprun haben wir einige Links zu Interviews und Fernsehdokumenten gesucht.
Bücherschau des Tages
08.06.2011 Die
SZ arbeitet sich mit Freuden durch
Gerhard Roths hochkomplexes Riesenwerk "Orkus", das so genau wie exzessiv
Wahnsinn und Kunst in Österreich auslotet. Die
FR kommt zumindest in literarischer Hinsicht mit dem Kriegstagebuch des
Misanthropen Paul Leautaud auf ihre Kosten (hier unser
Vorgeblättert). Die
NZZ liest Erzählungen von
Jürg Amann.
Medienticker-Archiv
08.06.2011 Apple auf Wolke i und Newsstand: Verlage bleiben auf Distanz - e-Books: Der Graben zwischen gefühlter Papierkultur und Digitalkultur will sich nicht schließen - PagePlace: Deutsche Telekom startet Vollversion ihres Online-Kiosks - Die Zeit(ung) ist reif für Experimente: Codex und MyNewspaper in der Schweiz - Die Top-Ressorts der Nachrichten-Websites + Blog-Aggregator: Rivva wieder online.
Im Kino
08.06.2011 "A Star is Born" im Country-Milieu: Gwyneth Paltrow hat sich als alkoholumnebelter Star in Shana Festes "Country Strong" des Nachwuchses zu erwehren. Dokumentation als Analyse, darum geht es in Stefan Landorfs "Besprechung", der einen von einer fremden Welt in die nächste stößt.
Redaktionsblog - Im Ententeich
08.06.2011 Ende der neunziger Jahre zerriss eine Debatte über den Kommunismus die französische Öffentlichkeit Anlass war das von Stéphane Courtois herausgegebene "Schwarzbuch des Kommunismus", das die Verbrechen sämtlicher kommunistischer Regimes im 20.
Jahrhundert bilanzierte.
Noch 1997/98 konnte diese Bilanz einen Sturm der Entrüstung in Frankreich entfesseln.
Donnerstag, 09.06.2011
Heute in den Feuilletons
09.06.2011 Nachdem der Stern herausgefunden hat, dass Hilmar Hoffmann, Kurt Rebmann und Iring Fetscher jugendliche Mitglieder der NSDAP waren, lässt sich die Mär von den "Karteileichen" nicht mehr aufrechterhalten, meint die Welt. Spiegel online sucht die syrische Bloggerin Amina Abdallah Arraf und findet sie nicht. Der Freitag sah Marx erblassen. Die NZZ unterhält sich mit Oksana Sabuschko. Die Zeit beklagt die schwachen deutschen Nerven. Alle trauern um Jorge Semprun.
Bücherschau des Tages
09.06.2011 Die FAZ versenkt sich mit Begeisterung in Antonie Volodines fantastischen, tiefgründigen und bitterbösen Roman "Mevlidos Träume". Die NZZ folgt Gregor Sander mit seinen Erzählungen "Winterfisch" in sehr nödliche und sehr kalte Gefilde. Abgestoßen und fasziniert zugleich liest Clemens Setz in der Zeit die Kriegsgeschichten "Blutschweiß" des Preußenhassers Leon Bloy.
Medienticker-Archiv
09.06.2011 Nichtkommerzieller Journalismus als Modell der Zukunft? - Wolfgang Michal über ein Urheberrecht ohne Urheber - inosmi.ru & inopressa.ru: Russlands internationale Pressespiegel - e-Books: Bertelsmann- & Holtzbrinck-Startup - Von Gründerinnen und Rollenbildern: Frauenmangel in der Internet- und Startup-Branche - Apple-Boykott: Financial Times umgeht iTunes - Big Brother: Facebook erkennt Gesichter.
Karikaturen und Cartoons
09.06.2011 Heute: dem kleinen Mann dienen.
Freitag, 10.06.2011
Heute in den Feuilletons
10.06.2011 Dance, baby! Die taz feiert Tecnobrega, Durban Kwaito und Moombahton. Herta Müller erzählt in der FAZ, wie Jorge Semprun sie auf den Bumerang des Glücks vorbereitete. Die FR erzählt, wie Hilmar Hoffmann und Iring Fetscher auf die Enthüllung ihrer NSDAP-Mitgliedschaft reagierten. Alle freuen sich über den Friedenspreis für Boualem Sansal.
Bücherschau des Tages
10.06.2011 Ganz berauscht ist die
FR von
Ulrike Draesners formidablen Paargeschichten um emotional und sexuell
desorientierte Mittelklässler "Richtig liegen". Die
SZ versinkt in
Barbel Bohleys aus dem Nachlass veröffentlichtes "Englisches Tagebuch". Die
FAZ lässt sich die
misanthropische Koketterie in
Martha Gellhorns Reisegeschichten gern gefallen (
Leseprobe).
Medienticker-Archiv
10.06.2011 Miriam Meckel: Total Recall oder Wie das Internet unser Denken und Leben verändert - 2025: Eine schöne neue Welt? 55 Thesen zur Zukunft der Buchbranche - Unbefristete "Sommerpause": Robin Meyer-Lucht macht Autorenblog Carta dicht - Plädoyer für das freie Wort: Interviews mit Friedenspreisträger Boualem Sansal - Dunkle Visionen: Jakob Arjounis "Cherryman" + Das glückliche Leben: Wolfram Schüttes Abschied von Jorge Semprun.
Dienstag, 14.06.2011
Magazinrundschau
14.06.2011 In Himal erklärt Pervez Hoodbhoy, warum nicht mal Dschihadisten um Osama bin Laden trauerten. In Rue 89 erklärt Habibou Bangre, warum marokkanische Ehemänner beim Sex nur den halben Spaß haben. Dem Spectator vergeht in New York der Appetit. Der Rolling Stone porträtiert den einzigen Mann, der Rupert Murdoch wie einen Linken aussehen lässt. In Poetry spürt Clive James dem Klang von Eliots ABC Restaurants nach.
Heute in den Feuilletons
14.06.2011 In der SZ protestiert der Islamexperte Stefan Weidner gegen die Friedenspreisentscheidung für den allzu kritischen Autor Boualem Sansal. Die SZ bringt auch einen Hintergrund zur Demokratisierung in Tunesien. In der FAZ verteidigt Ulrich Beck den Abschied von der Atomkraft. Sehr streng verurteilt der New Yorker den Amerikaner Tom MacMaster, der das Blog einer angeblichen lesbischen Syrerin von vorn bis hinten erfunden hat. Überhaupt stellt sich inzwischen heraus, dass viele lesbische Bloggerinnen ein Mann sind. Die taz erinnert daran, dass es tatsächlich syrische Blogger gibt, die ihr Leben riskieren.
Bücherschau des Tages
14.06.2011 Als Plädoyer für unerschrockenes Denken liest die FAZ Klas Östergrens "Porträt eines Dandys". Beglückt folgt die NZZ Pierre Michon in schwindelerregende Höhen und zur "Grande Beune". Die SZ arbeitet sich durch die Tagebücher des oberhessischen Justizinspektors Friedrich Kellner "Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne". Die taz resümiert mit Anja Baum und Andre Meier zehn Jahre Landleben in Vorpommern.
Medienticker-Archiv
14.06.2011 Stefan Kaegi fordert Biennale-Löwen für das gesamte Rimini-Kollektiv - Reif und bekloppt: Harry Rowohlt erzählt, brummelt und freut sich über Preise - Stefan Aust war am Ende heilfroh, dass er "da" raus war: Der Ex-Chefredakteur über sein Zeit beim Spiegel und Zukunftskonzepte für Print - "Im Keller die Bestien" oder Weder Rehabilitation, noch Verteidigung: Über den verfemten Schriftsteller Gerd Gaiser + Byron und Bond: Zum Tod von Patrick Leigh Fermor.
Karikaturen und Cartoons
14.06.2011 Heute: Letzte Wünsche.
Mittwoch, 15.06.2011
Heute in den Feuilletons
15.06.2011 Michail Chodorkowski kritisiert in der FAZ den Westen und zitiert einen Klassiker des Marxismus-Leninismus: "Die Kapitalisten verkaufen uns selbst den Strick, an dem wir sie aufhängen." In der Welt setzt sich Henryk Broder mit dem Glauben auseinander, aber auch mit Matthias Matussek. Die SZ ist ganz durcheinander: Matussek hat seinen Chef kritisiert. Nur halb bekehrt verlässt Diedrich Diederichsen in der taz Terrence Malicks Kinokathedrale "Tree of Life".
Bücherschau des Tages
15.06.2011 FAZ und
taz stellten den Roman "Venushaar" des russischen Autors
Michail Schischkin vor, der gerade mit dem
Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt ausgezeichnet wurde. Allerdings sind sie von diesem sehr
erschöpfenden Roman nicht ganz überzeugt (hier unser
Vorgeblättert). Die
NZZ liest den Roman "Zwietracht" des simbabwischen Autors
Shimmer Chinodya vor. Und großes Lob spendet die
SZ Judith Zander für ihren Lyrikband "Oder Tau".
Medienticker-Archiv
15.06.2011 Das Urheberrecht: Die Goldgrube des 21. Jahrhunderts - Nachrichtenportal: News.de verschenkt seine Texte - Tumblr: Nichts scheint unmöglich - "Page One": Das Print-Fossil und der Blogger - Bloggen von rechts: Allein gegen die Medien - Buchtage: Das Prinzip Tchibo und der Buchmarkt bis 2025 - Google sortiert neu: Update Panda gegen Klickfarmen + Neue Rundschau: Thesen zur Literaturkritik.
Im Kino
15.06.2011 Allem Raunen und Kitsch zum Trotz ein überwältigender Film, der die Welt durch fast reine Wahrnehmung neu verzaubert: Terrence Malicks Kindheits- und Kosmos-Epos "The Tree of Life". Im sehr viel kleineren Rahmen versöhnen Nobuhiro Suwa und Hippolyte Girardot in ihrem Film "Yuki & Nina" die Welt der Kinder und Erwachsenen in der Form der filmischen Wirklichkeit.
Karikaturen und Cartoons
15.06.2011 Heute: Oh jemeneh!
Donnerstag, 16.06.2011
Heute in den Feuilletons
16.06.2011 Im Freitag spricht Saskia Sassen über ihren Vater, den Nazi Willem Sassen. In der Welt warnt Ralph Giordano vor einer "gespenstischen Drohkulisse", die sich vor Israel aufbaut. Die FR staunt: Noch das letzte leerstehende Postgebäude in Neukölln wird heutzutage von Künstlern zwischengenutzt. Die Zeit wendet sich auf ihren Kultusseiten gegen die Softpornografisierung beinahe aller Gesellschaftschichten. Die SZ ist entsetzt über die Eliminierung des Kurators im italienischen Biennale-Pavillon, ohne den auch die ganze Kunst nichts taugt.
Bücherschau des Tages
16.06.2011 Die FAZ besichtigt mit Hans Christoph Buchs Romanessay "Apokalypse Afrika" auch die Kollateralschäden der Zivilisation. Die SZ erlebt mit den Skripten der "Radiofamilie" eine von allen Schreibhemmungen befreite Ingeborg Bachmann. Die NZZ liest beklommen Ghislaine Dunants Roman "Ein Zusammmenbruch". Und die Zeit empfiehlt Eduard von Keyserling zu lesen: Besser als Fontane sei er, sein Roman "Wellen" ein kapitaler Wurf.
Medienticker-Archiv
16.06.2011 Elke Schmitter eröffnete die "Lange Nacht" der Autorentheatertage im Berliner Deutschen Theater - Der Fall "Amina Araf": Fälschung in Zeiten von staatlichen Nachrichtensperren - Hörbuchverlage: "Zugang statt Besitz, das ist die Zukunft" - Crowdfunding: Subskription 2.0 oder Bücher zu produzieren, ohne zu wissen, ob sie jemand lesen will, ist irrational + ZDF-Intendanten-Wahl: Bellut bleibt einziger Kandidat.
Karikaturen und Cartoons
16.06.2011 Heute: Kurator gesucht!
Freitag, 17.06.2011
Heute in den Feuilletons
17.06.2011 In der FR spricht die mexikanische Journalistin Anabel Hernandez über den Drogenkrieg in ihrem Land. In den amerikanischen Blogs geht die von Jeff Jarvis angestoßene Debatte um die Zukunft des Artikels als journalistischer Form weiter. Die FAZ beobachtet Klaus Lemke bei Dreharbeiten in Berlin. Die SZ stellt den 94-jährigen spanischen Autor Jose Luis Sampedro vor, der jetzt ein Vorwort zu Stephane Hessels Flugblatt "Empört Euch" geschrieben hat. Und der Guardian erklärt sich zur digital first organisation.
Bücherschau des Tages
17.06.2011 Die FAZ preist Joanna Bators Roman über die Wohnsiedlung "Sandberg", in der alle Fäden der polnischen Geschichte zusammenlaufen.Die FR rühmt das erzählerische Können Marie N'Diayes und ihr neues Buch "Selbstporträt in Grün". Die SZ ringt sich doch noch zu einem großen Lob des Typografiebuchs ""Letterfontäne" durch und stellt den ersten "Architekturführer Pjöngjang" vor.
Medienticker-Archiv
17.06.2011 Die Revolution im Blog und die türkische Regierung ist gegen die Freiheit im Internet - Nationales Cyber-Abwehrzentrum: Behörden-Sheriffs gegen Hacker-Attacken - Leistungsschutz: Die Raubkopierer bei Bild und der Herbert Quandt Medien-Preis - Verlorenes Profil und Abbau statt Aufbau: Eichborn Verlag meldet Insolvenz an + Das Feuilleton als Diskursraum: Dagmar Bussieks Biografie über den Journalisten Benno Reifenberg.
Karikaturen und Cartoons
17.06.2011 Heute: Tipps für die Urlaubsplanung
Samstag, 18.06.2011
Heute in den Feuilletons
18.06.2011 Jürgen Habermas beantwortet fast alle Fragen, aber keine zum Weltuntergang, notiert die FR. Die NZZ analysiert eine Email von Mutters Teekessel. In der taz erzählt Filmregisseur Ulrich Köhler von einem Krankenhausleiter, der sich in ein Nilpferd verwandelte, um die Konkurrentin zu töten. In der Welt erinnert sich Fritz J. Raddatz an sein Treffen mit Czeslaw Milosz. Die FAZ schildert die trostlose Gegenwart der kubanischen Jugend. Im Iran werden Männer mit Halsketten verhaftet, berichtet die SZ.
Bücherschau des Tages
18.06.2011 Warum bleibt Baru hierzulande nur ein ewiger Geheimtipp? Der Mann ist in Frankreich hochberühmt, weiß die taz und feiert seinen genialen Comic "Hau die Bässe rein, Bruno!". Kälteschauer überkommen die SZ beim Lesen von John Burnsides "Lügen über meinen Vater". Die NZZ studiert die "Notizhefte" des Großfeuilletonisten Henning Ritter. Die FAZ liest berührt Maryse Condes Erinnerungen an ihre karibische Großmutter "Victoire" und auch Christian Brückners Lesung von David Vanns "Im Schatten des Vaters" findet sie sehr hörenswert.
Montag, 20.06.2011
Heute in den Feuilletons
20.06.2011 In der NZZ erklärt die argentinische Autorin Maria Sonia Cristoff ihre Techniken des Reisens. Das Blog Mashable erzählt, wie das Netz die Mode verändert. Die FAZ fürchtet, dass das Internet der Liberalisierung der Märkte Vorschub leistet. Die FAZ berichtet auch über den Iran, der das Netz abschaffen will. Die SZ begutachtet die digitale Währung der Bitcoins und stellt fest, dass sie den Gesetzen des Marktes unterliegt.
Bücherschau des Tages
20.06.2011 Iroke ist auf dem Rückzug, seufzt die SZ nach Lektüre von Tanizaki Jun'ichiros schönem Essay über "Liebe und Sinnlichkeit". Die FR sucht Rat bei Dominik Perlers Studie "Transformationen der Gefühle". Und die FAZ lernt von Sven Kuntze, sich auch im Alter Sportsgeist zu bewahren.
Medienticker-Archiv
20.06.2011 "Wir gehen nicht zurück in unsere Küchen", bloggt die Tunesierin Lina Ben Mhenni - Amerikas Panik vor den arabischen Demokratien: Interview mit Noam Chomsky - Der Mann, der zuviel wusste: Nachgetragen Gilbert Keith Chestertons 75. Todestag - Hackordnung: Beat Sterchis "Blösch" wieder aufgelegt + Theater-Nachtkritik: Dem Hierarchiemodell den Boden entziehen in Berlin, Macbeth und Felix Krull in München.
Vorgeblättert
20.06.2011 Verschiedener könnten die Welten nicht sein, in denen die 19-jährige Irma sich behaupten muss. Vom Mennonitendorf zum Filmset und nach Mexiko City geht sie abenteuerliche Wege und schafft es, sich dabei nicht zu verirren. Lesen Sie hier den Anfang aus dem Roman "Kleiner Vogel, klopfendes Herz" der kanadischen Schriftstellerin Miriam Toews.
Dienstag, 21.06.2011
Magazinrundschau
21.06.2011 Craig Mod sieht die Zukunft des Buchs: Sie ist flüssig. Magyar Narancs wünscht keine Kalorientabelle neben einem in Gänsefett getauchten Langosch. Das New York Magazine besucht Ex-Hüsker-Dü-Frontman Bob Mould. Der Boston Globe stellt seine Uhr auf Mecca-Time. In The Atlantic lehnt Christopher Hitchens den Gandhiismus ab. In der NYT findet er David Mamets Konversion zur politischen Rechten einfach lahm. In der Lettre erklärt Liao Yiwu, wie er seine Reportagen baut.
Heute in den Feuilletons
21.06.2011 In der Welt spricht der Sozialphilosoph Kenichi Mishima über die politische Blockade in Japan nach dem Tsunami. 3Quarksdaily verleiht Top Quarks und Strange Quarks an Wissenschaftsblogs. Die SZ findet Tilman Jens' Buch über die Odenwaldschule apologetisch. Die taz interviewt den Soziologen Cesar Rendueles über die Proteste in Spanien. Boingboing kompiliert die herzlichsten Schmähungen von Autoren für Autoren.
Bücherschau des Tages
21.06.2011 Die FR flaniert freudig mit dem großen Comiczeichner Will Eisner , dem zeichnenden Charlie Chaplin, durch "New York". Prächtig unterhalten fühlt sie sich von Adaobi Tricia Nwaubanis Roman "Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy", der in der aberwitzigen Welt nigerianischer Finanzbetrüger spielt. Die SZ rühmt Joanna Bators polnischen Provinz- und Familienroman "Sandberg". Die NZZ goutiert Armin Sensers "Shakespeare"-Roman in Versen.
Medienticker-Archiv
21.06.2011 Markus Metz und Georg Seeßlen über "Blödmaschinen" - Denkorte: Historische Orte mit Zukunft - Gott ist tot! Oder doch nicht? - Terrence Malick: Heideggers einsamer Cowboy - Grünes Licht für 40 Millionen Seiten: Google scannt auch in der British Library - Strukturwandel: Krise auf dem deutschen Buchmarkt? - Thomas Wörtche über Glanz und Elend des deutschen Kriminalromans + Hannelore Kraft fordert Werbeverzicht von ARD+ZDF.
Karikaturen und Cartoons
21.06.2011 Nicht noch mal. Versprochen.
Mittwoch, 22.06.2011
Heute in den Feuilletons
22.06.2011 Die SZ beschreibt die Tücken der literarischen Globalisierung, die dazu führt, dass Übersetzungen ins Englische eine sonst nicht existente Mittelsprache zwischen Englisch und Amerikanisch wählen. Im Freitag beschreibt dagegen Michael Schischkin die Gefahren einer literarischen Provinzialisierung am Beispiel der russischen Literatur. Meedia spottet: Eine Studie hat herausgefunden, dass die Tagesschau-App, gegen die die Zeitungsverleger jetzt klagen, besser ist als alles, was die Presse so fürs Iphone präsentiert. In der NZZ feiert Georg Klein die Windräder seiner Heimat.
Bücherschau des Tages
22.06.2011 Großes Leseglück beschert der Brite Simon Armitage der SZ mit seinen lässig-rockenden Gedichten "Zoom!". Die Zeit freut sich über Les Murrays kräftig gewürzte Gedichte "Größer im Liegen". Als Philosophie der Gelassenheit kann sie das "Elterncoaching" des dänischen Pädagogen und Seefahrers Jesper Juul sehr empfehlen. Die FAZ liest mit Freude, aber ohne rechten Glauben Rene Girards Überlegungen zu "Shakespeare".
Medienticker-Archiv
22.06.2011 Carl Wilhelm Macke über die Situation der Journalistinnen im arabischen Raum - e-Books: Das Buch in Fesseln - Selfpublishing-Autor John Locke hat alle sieben Sekunden ein Download - Annabelle und der Club: Rainer Moritz über den Buchclub - Kleinkrieg: Spiesser obsiegt über Bauer Verlag - Die Bedeutung des Lokalen: Medienforum NRW diskutiert die Zeitung der Zukunft + John le Carre erhält die Goethe-Medaille.
Im Kino
22.06.2011 Bernard Rose erzählt in "Mr. Nice" die unglaubliche und irgendwie sogar wahre Geschichte des Aufstiegs eines recht unbedarften Mannes zum Drogenbaron. Jim Carrey bekommt es in seiner jüngsten Komödie "Mr. Poppers Pinguine" mit - eben - jeder Menge watschelnden und, oha, sogar naturwidrig fliegenden Pinguinen zu tun.
Redaktionsblog - Im Ententeich
22.06.2011 Die FAZ und die SZ klagen ja schon seit Jahren kreuz und quer durch die Gegend - gegen alles, was ihnen im Internet nicht behagt, zuerst gegen den Perlentaucher (seit sechs Jahren dauert der Prozess und geht gerade von der höchsten Instanz zurück in die zweithöchste, mehr hier), aber sie bedrohen auch Studenten, die sich für ihre Leitartikel interessieren und darauf verlinken wollen. Bei allem, was sie in ihrer Herrlichkeit stört, rufen sie: "Ih, das lebt. Mach' tot, mach' tot." Nun klagen sie also, gemeinsam mit dem Springer-Verlag und anderen wichtigen Akteuren, gegen die Handy-App der Tagesschau.
Freitag, 24.06.2011
Heute in den Feuilletons
24.06.2011 Wie frei ist Ai Weiwei?, fragt die Welt und kommt zu der Antwort: nicht besonders. Ein Jahr lang muss er stillhalten, um die Bedingungen der Freilassung auf Kaution zu erfüllen. Im Deutschlandradio freut sich Tilman Spengler über die Fortschritte in der chinesischen Rechtspraxis: Verglichen mit dem Massaker am Tien an Men Platz geht's heutzutage doch gesittet zu! Und in der SZ macht Spengler seiner Wut über die westlichen Proteste gegen Ais Verschleppung Luft. In der FAZ regt Herta Müller die Gründung eines "Museums des Exils" an. Die NZZ informiert: In diesen Tagen um Johanni ist Paarungszeit bei den Glühwürmchen.
Bücherschau des Tages
24.06.2011 Sehr beeindruckt ist die FAZ von Elisabeth Filhols lakonischem Roman "Der Reaktor", der von Atomnomaden erzählt, die für wenig Geld und unter hoher Gefahr Reaktoren reinigen müssen. Die SZ liest Franz Overbecks "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche" und mit Vergnügen auch Andrea Camilleris Minikrimi "Der geraubte Himmel".
Samstag, 25.06.2011
Heute in den Feuilletons
25.06.2011 In der FAZ erzählt Marie-Luise Scherer von ihrer Familie. "Was jetzt in Syrien passiert, ist nicht Chaos, sondern eine echte Revolution", schreibt der im Exil lebende syrische Autor Nihad Siris in der NZZ. Nicht das Eindringen in die Männerdomäne ist der eigentliche Affront am Frauenfußball, meint Hannelore Schlaffer in der Welt. In der taz findet Ulf Erdmann Ziegler ein eindringliches Bild für die Tätigkeit des Kritikers. Zum Tod von Peter Falk bringen wir eine Szene mit John Cassavetes: "I'm not gonna die."
Bücherschau des Tages
25.06.2011 Ist Juan Gabriel Vasquez womöglich die wichtigste Stimme der lateinamerikanischen Literatur der jüngeren Generation? Die NZZ meint eindeutig ja nach Lektüre seine Abenteurromans über den Bau des Panama-Kanals. Die taz empfiehlt einen ersten Reader zum arabischen Frühling. Die FR hat bei Milos Crnjanski viel über das Ende Österreich-Ungarns erfahren. Die SZ verschmäht mit Jörg Zipprick die Molekularküche.
Montag, 27.06.2011
Heute in den Feuilletons
27.06.2011 Die taz fragt: Warum weigern sich Kroaten und Serben (und die Friedensbewegung im Westen), ihre Vergangenheit aufzuarbeiten? Außerdem spricht Christina von Braun mit Gabriele Goettle über die Kulturgeschichte des Geldes. Die NZZ plädiert für die Institution des Lesekreises, die in den USA und Großbritannien weit erfolgreicher ist als hier. Keiner ist unschuldig in Griechenland, sagt Petros Markaris in der Welt. Thomas Knüwer wundert sich in seinem Blog über die Zitierpraxis der FAZ.
Bücherschau des Tages
27.06.2011 Sehr informativ findet die SZ zwei Bücher zum Demjanjuk-Prozess. Die FAZ liest ein frisches Porträt des Grünen-Politikers Winfried Kretschmann. Die FR taucht in den Gedankenstrom von Xaver Bayers Erzählung "Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen" und erkennt auf eine wirklichkeitsnahe, "menschenabstoßende Form der Selbstgenügsamkeit".
Medienticker-Archiv
27.06.2011 Blogger verklagt die Huffington Post - Journalisten in Italien: Sklavenarbeit für ein paar Cent - Appgelehnt: Springer-Chef Mathias Döpfner rechnet mit Zeitungspleiten wegen ARD-Apps - Wolfgang Michal über die fabelhaften Springer-Boys - Ranking: Die weltgrößten Buchkonzerne - Digitales kompensiert Print-Minus - Michail Schischkin über Literaturpreise + Kultur-Subventionskürzungen in Holland: Mit dem Rücken zum Publikum?
Vorgeblättert
27.06.2011 Island im 13. Jahrhundert: Sturla Sighvatsson, der von 1199 bis 1238 lebte, ist ein Mitglied der mächtigen Familie der Sturlungen. Er hat Schuld auf sich geladen und macht sich auf eine abenteuerliche Pilgerreise nach Rom. Lesen Sie einen Auszug aus dem historischen Roman des isländischen Schriftstellers Thor Vilhjalmsson.
Karikaturen und Cartoons
27.06.2011 Heute: Große Klappe
Dienstag, 28.06.2011
Magazinrundschau
28.06.2011 In Literaturen erklärt der Philosoph Byung-Chul Han seine neueste Entschöpfung. Der New Yorker erklärt, warum man nur beim Online-Dating die wahre Liebe findet. Foreign Policy macht den Russen Hoffnung auf Revolution. Nepszabadsag sieht Ungarn als Vorreiter für den neuen Kasernenhofkapitalismus. Warum scheitern Mafias an der Globalisierung, fragt die LRB. Das Smithsonian trinkt nur noch antikes Bier. Wie denken Muslime über Darwin, fragt der Chronicle. Für den Spectator ist Arabien das schwule Paradies.
Heute in den Feuilletons
28.06.2011 Nein, ruft Ulrich Schacht dem Ökovisionär Ulrich Beck in der FAZ zu, die Sonne ist nicht demokratisch. Die SZ referiert die Thesen des Internetaktivisten Eli Pariser, der fürchtet, dass uns Google und Facebook in einer Filter Bubble gefangen halten. Die Presse hat sich in Tunesien bisher kaum geändert, berichtet die Berliner Zeitung. Rupert Murdoch hat sich am Internet die Zähne ausgebissen, meldet Techcrunch. Die alten Kader sitzen auf ihren Stühlen und singen das Loblied der Regierung Spiegel Online begrüßt Wen Jiabao mit den Geschichten einiger unbekannter Dissidenten.
Bücherschau des Tages
28.06.2011 Die
NZZ entflammt für
Ivan Nagels "Schriften zum Drama" und erschauert vor den Gefahren der
Atomkraft, die
Robert Spaemann schildert. Die
SZ liest drei Bücher über
das Böse - aber weder der Literaturwissenschaftler
Terry Eagleton (
Leseprobe) noch der Journalist
Eugen Sorg oder forensische Psychiater
Robert J.
Simon bekommen es wirklich zu fassen. Die
FAZ macht es sich mit
Martin Suters "Allmen und der rosa Diamant" auf dem Sofa gemütlich.
Medienticker-Archiv
28.06.2011 Papst Benedikt wird Nachrichtenchef im Internet - Abschied vom Eurozentrismus: Iwan Michelangelo D'Apriles Aufklärungsforschng - Leer und uninteressant: Ivan Nagel über das aktuelle Theater - Goedart Palm über Georges Bataille und das Böse - Nichts für Weicheier: Stefan Möller über Tony O'Neills "Sick City" - Krimi-Bestenliste: Qualitäts-Orientierung im Neuerscheinungstsunami + Marc Reichwein über Interview-Raubkunst.
Karikaturen und Cartoons
28.06.2011 Heute: Die faulsten Ausreden der Woche.
Mittwoch, 29.06.2011
Heute in den Feuilletons
29.06.2011 Lange Zeit bereitete die Steuererklärung Andreas Maier ein großes Grauen, bis ihm auf einem Gymnastikball ein Engel erschien, so erzählt er in der Welt. Die FR begegnet in den "Transformers" Maschinen von hinreißender Zickigkeit. Netzwertig fragt: Was ergibt Google Plus? Die SZ findet: Selbst Paul Kirchhof reicht an die Klarheit des Code civil nicht heran. Und Horst Bredekamp feiert Imi Knoebels Fenster in der Kathedrale von Reims.
Bücherschau des Tages
29.06.2011 Die NZZ empfiehlt wärmstens Martin Kubaczek Erzählung "Die Knie meiner Mutter und mein Vater im Krieg". Die FAZ staunt über den Mut der Hannah Höch und den Konservatismus ihrer Künstlerkollegen. Schön kühl wird der FR bei Alissa Walsers Erzählung "Immer ich".
Medienticker-Archiv
29.06.2011 Kritik an der vierten Gewalt: Keine Transparenz, keine Selbstkritik - Guardian: "Zeitung? Das ist doch 19. Jahrhundert" - Leseranalyse: Spiegel vorn, SZ legt zu - News-Discounter: dapd 30 Prozent billiger - Huffington Post und das schwindende Blogger-Karma - Tagesschau-App: ARD-Chefin Piel bezeichnet die Verleger-Klage als "fast lächerlich" - Astrid Rosenfeld über ihren Debüt-Roman "Adams Erbe" + Peter Glasers Laudatio auf Telepolis.
Im Kino
29.06.2011 Nanouk Leopolds "Brownian Movement" erzählt architektonisch die Geschichte einer Ehe und eines Betrugs. Michael Bay inszeniert in "Transformers 3" die Roboter um einiges phantasievoller als seine menschlichen Helden.
Karikaturen und Cartoons
29.06.2011 Heute: der Homo politicus
Donnerstag, 30.06.2011
Heute in den Feuilletons
30.06.2011 Bauarbeiten bei Jungle World! Saskia Sassen tauscht das historische Subjekt aus. Der Freitag mag dem Gejammer der Zeitungsverleger über die Apps der Tagesschau nicht glauben. Rupert Murdoch verkauft MySpace, dessen Wert laut Engagdet von 580 auf 35 Millionen Dollar gesunken ist. Für die Welt ist Neo Rauch der Meister der deutschen Verzagtheit. Unterdessen wandelt Öffentlichkeit Struktur. Die Zeit steht am Rand und staunt. Und Hilfe! Das SZ-Feuilleton schrumpft. Wegen eines zähen Streiks, über den die Zeitungen ebenso zäh schweigen.
Bücherschau des Tages
30.06.2011 In der Zeit liest Hanns-Josef Ortheil ergriffen die Urfassung von Hemingways Erinnerung an seine Pariser Jahre. Aber Alexander Kluge sollte auch mal das harte Brett eines richtigen Essays bohren, findet sie. Die FAZ reist mit Hedi Kaddours Roman "Savoir-vivre" zur British Fascist League im London der dreißiger Jahre. Der NZZ begegnet in Reinhard Kaiser-Mühleckers Roman "Wiedersehen in Fiumicino" einer Generation von Ratlosen.
Mord und Ratschlag
30.06.2011 "Manhattan Karma" eröffnet Walter Mosley neue Serie um den schwarzen Privatdetektiv und Ex-Boxer Leonid McGill, der rechtschaffen werden will, bloß nicht im Sinne des Gesetzes. In Patrick Pecherots Krimimärchen "Belleville - Barcelona" bilden Nestor Burma und Andre Breton eine surrealistische Waffenschmuggelfront für die spanische Republik.
Medienticker-Archiv
30.06.2011 Adornos Trampolin in Berlin: Wie Herbert Fritsch den Boulevardklassiker "Die spanische Fliege" flachlegte - Italienisches Theater: Der Widerstand wächst - Janusköpfiger Drache: Chinas Angst vor dem Westen - Auflagen und Einschaltquoten: Katharina Riehl über Katastrophen-Profiteure - KKK: Der kolossale Klaus Kinski - Lifestyle: Burda und Microsoft starten glamouröses Joint-Venture Glo im Netz + Mit Thomas Wolfe noch einmal prassen vor dem Crash.