Samstag, 01.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
01.03.2014 Die NZZ bewundert die böse Kraft und subversive Schärfe, mit der Volker Lösch in Basel Frischs "Biedermann und die Brandstifter" inszeniert. SZ, Welt und taz fragen Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh, warum Philipp Oswalt nicht mehr Bauhausdirektor in Dessau sein darf. Charles Simic stellt sich in der NYRB vor, sein Grabstein wäre eine Jukebox. Die Berliner Zeitung gerät dank Sellars, Rattle und den Berliner Philharmonikern mit Bachs Johannes-Passion in einen spirituellen Taumel. Die taz tanzt zu Pharrell Williams' "G I R L".
9punkt - Die Debattenrundschau
01.03.2014 Die NZZ bringt einen unbekannten Text Hans Blumenbergs, der scharfe Kritik an Hannah Arendts Eichmann-Buch übt. Die taz bringt ein Tagebuch zur Ukraine. Dort droht russische Bruderhilfe, meldet Spiegel Online. Die FAZ eröffnet eine Serie, in der sich Geisteswissenschaftler mit der Digitalisierung auseinandersetzen. Als erster schreibt Hans Magnus Enzensberger: "Wer ein Mobiltelefon besitzt, werfe es weg." Aber Hilfe, wer hat die FAZ so geschrumpft? Dafür ist der Kokainhandel ein prächtiges Geschäft, erklärt Roberto Svaiano der Berliner Zeitung. Und nature.com erzählt, warum der wissenschaftliche Springer Verlag Dutzende von Texten aus seiner Datenbank löschte.
Bücherschau des Tages
01.03.2014 Die NZZ lobt die hochpoetische Wahrnehmungskunst Ann Cottens. Die SZ vermisst in einem Band über Schiller, den Spieler, das Scheitern. Die FAZ feiert den Ehebruch - jedenfalls wenn er analysiert wird, wie Wolfgang Matz es bei Emma, Anna und Effi tut. Die taz erlebt noch einmal die Wende mit Gregor Sanders Roman "Was gewesen wäre".
Montag, 03.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
03.03.2014 Die NZZ besucht die Biennale in Cartagena, Kolumbien. Der Tagesspiegel findet die deutsche Literatur zwar meist langweilig, möchte das aber lieber nicht so laut sagen. Die Berliner Zeitung bewundert Techniken des Boulevards bei Sebastian Hartmanns Inszenierung von John Goldmanns "Der Löwe im Winter". Alle trauern um Alain Resnais.Und die Oscars. Mit dem Selfie.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.03.2014 "Russland wiederholt 1968", schreibt Maria Aljochina von Pussy Riot in der New Republic. Trotzdem regt sich auch in Russland Protest gegen die Besetzung der Krim, berichtet die FAZ. Die taz erklärt, warum auf der Krim alles so ruhig erscheint: Medien werden lahmgelegt und angegriffen. Außerdem: HMEs Rat, das Handy wergzuwerfen. Und die FAZ studiert das Freihandelsabkommen zwischen EU und Kanada, das eine Blaupause für das Abkommen mit den USA sei - und der Musikindustrie eine Menge Sanktionsmöglichkeiten gibt.
Medienticker
03.03.2014 Die Krise und ich: Vom Journalismus, wie er bislang betrieben wurde, kann man nicht mehr leben. Aber wovon dann? - Preis & Bewertung: Das beste Buch von allen - Wolfgang Michal über Bild & der Nannen-Preis: Muss der Preis nach dem Freispruch für Wulff nun zurückgegeben werden? + Theater-Montagskritiken: James Goldmans "Der Löwe im Winter" in Berlin, John Cassavetes "Begin the Beguine" in Wien, Bert Brechts "Hans im Glück" in Berlin, Heinar Kipphardts "März" in München und Sarah Kanes "Zerbombt" in Stuttgart.
Spätaffäre
03.03.2014 Zum Sehen eine Reportage über die Freiheit der Kunst in Putins Russland und eine Doku zum Bergarbeiterstreik 1984 in Großbritannien. Zum Hören gibt es Harry Lachners Essay über die Idee des Karnevals. Und Greg Afinogenov analysiert in n+1, wie liberale Stimmen in Russland als vaterlandslose Gesellen diffamiert werden.
Bücherschau des Tages
03.03.2014 Montags bespricht die FAZ jetzt ihre Hörbücher: Gefesselt verfolgt sie etwa Aufstieg und Fall des Spekulanten Saccard in Emile Zolas "Das Geld". Sehr beeindruckt ist sie auch von den Texten großer Autoren über und aus dem Ersten Weltkrieg. Die SZ liest noch einmal die Geschichten georgischer Erzählerinnen "Techno der Jaguare".
Vorgeblättert
03.03.2014 Völkermord und Staatsterror kennzeichnen das 20. Jahrhundert. Unter Stalin durfte es keine Nomaden geben, sie waren nicht kontrollierbar. Sowjetisierung durch Hunger - so nennt Robert Kindler das Projekt der Bolschewiki, die multiethnische Bevölkerung in Kasachstan durch Sesshaftmachung, Kollektivierung und die Inszenierung von Chaos und Elend zu unterwerfen. Lesen Sie hier einen Auszug aus der Studie "Stalins Nomaden".
Mord und Ratschlag
03.03.2014 Operation Vergeltung: David Peace erzählt in seinem Großwerk "GB 84" die Geschichte des Bergarbeiterstreiks als schwarze Rachetragödie in fünf Akten. Karim Miské erzählt in seinem Roman "Entfliehen kannst Du nie" von religiösem Wahn und profanen Verbrechen im Pariser Black-Blanc-Beur-Viertel La Vilette.
Snapshots Blog - von Sascha Josuweit
Dienstag, 04.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
04.03.2014 Nach Mark Andres erster, in Stuttgart uraufgeführter Oper "wunderzaichen", sind die Rezensenten noch relativ platt: Kann es sein, dass Andre die Musik wieder zu sich selbst gebracht hat? In der FAS analysiert Diedrich Diederichsen das komplizierte Verhältnis zwischen Popmusiker und Zuhörer. Die NZZ hört auf Youtube die Odyssee in vier Minuten.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.03.2014 Europa kann Russland sanktionieren, wenn es nur will, sagte Bernard-Henri Lévy auf dem Majdan. Die Russen haben gar keine Angst vor Europa, das viel zu scharf auf ihr Geld ist, meint dagegen Ben Judah in Politico. In der NZZ erklärt der georgische Historiker Lascha Bakradse das Wesen des russischen Imperialismus. Vielleicht ist der Verlust der Krim das Opfer, das für einen klaren Weg nach Westen zu zahlen ist, fragt sich Hervé Bentégea in Slate.fr. Micha Brumlik warnt in der taz vor den postkolonialen Reaktionären. Und wer ist Enzensberger? Fragt Beckedahl.
Medienticker
04.03.2014 Geschrumpft: FAZ reagiert auf magere Zeiten & Spiegel-Umsatz sinkt um 4 Prozent oder Alles neu macht der Mai und der Büchner - Netz statt Glotze: Ein Fernsehmacher ohne Fernsehen - Paid-Content-Studie: Gute Inhalte reichen nicht aus - Print & Online: Den schwierigen Generationenvertrag beschreibt Karsten Lohmeyer - Sehnsuchtsort: Ein Gespräch mit der Übersetzerin + Suhrkamp-Lektorin Katharina Raabe über die Krim als Hot Spot für Strategen und Literaten + Tweetfonie: Do-it-yourself-Klassik Soziales Komponieren.
Spätaffäre
04.03.2014 Patrick Dewaere versucht in Yves Boissets 1977 gedrehtem Thriller "Der Richter, den sie 'Sheriff' nannten" mit korrupten Provinzpolitikern aufzuräumen. Barbara Vinken erinnert an die Zeit, als Männer das schöne Geschlecht waren. Die New York Times fragt: Was passiert, wenn wir ausgestorbene Tierarten wieder zum Leben erwecken? Und der Dichter Eugenio de Andrade lächelt.
Bücherschau des Tages
04.03.2014 Die FAZ unterhält sich prächtig mit Geordie Greigs Maler-Porträt voller Klatsch und Tratsch "Frühstück mit Lucian Freud". Die taz stürzt sich freudig in Lewis Trondheims parodistische Fantasyabenteuer um "Ralph Azham". Außerdem votiert sie für die alemannische Fastnacht. Die SZ empfiehlt Lenz Prüttings Studie "Homo ridens", die sich todernst, aber gewinnbringend mit dem Lachen beschäftigt. Die NZZ versinkt in Gaito Gasdanows melancholisch-erregt-verzweifelten Roman "Ein Abend mit Claire".
Karikaturen und Cartoons
04.03.2014 Spaghetti gekürzt!
Mittwoch, 05.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
05.03.2014 Die Berliner Zeitung ist empört: Soll Caravaggios "Amor" wirklich abgehängt werden, weil Pädophile Gefallen an dem nackten Knaben finden könnten? Bei Mädchen hat man dieses Problem ja eher nicht, stellt die SZ mit Blick auf Push-Up-BHs und High Heels für Zehnjährige fest. Die Nachtkritik sieht nach 40 Jahren Philip Glass' Oper "Einstein on the beach" und stellt fest: Die Revolution lässt sich nicht mehr ins Heute retten. Bei artechock fragt Rüdiger Suchsland, warum die Filmkritik bei der Beltracchi-Doku ausgeschaltet wurde. Und: Blogs sind das neue Ding bei Verlagen, meldet der Tages-Anzeiger.
Medienticker
05.03.2014 Blühendes Digitalien: Guardian steigert Onlineumsatz um 25 Prozent - Wider die Subordination: Russia Today-Moderatorin AbbyMartin kritisiert den Kreml - Die Margarine des Internets: Die "Kostenloskultur" macht die Preise für Bücher, Musik und Filme nicht kaputt, meint Kathrin Passig - Journalisten, Aktivisten und Fans: "Ich habe eine Meinung", sagt Stefan Niggemeier - Threema, Telegram & Co.: WhatsApp-Alternativen boomen + Das große Ganz: Die Alexander von Humboldts Tagebücher in Berlin.
9punkt - Die Debattenrundschau
05.03.2014 In der SZ bekommt Christopher Clark einen Riesenrüffel von Kollege John C. Röhl: Hätte Clark die Akten richtig studiert, dann wüsste er, dass die Deutschen schuld waren am Ersten Weltkrieg. Sascha Lobo ruft bei Spiegel Online das Zeitalter der Selfieness aus. Horizont.net erklärt, wie man die Springer-Zahlen lesen muss. Slate rät, Putin einfach gar nicht zu ignorieren. Und Berlin ist endgültig out, haben jetzt auch Gawker und der Rolling Stone herausgefunden. Auf nach Krakau!
Spätaffäre
05.03.2014 Jack Nicholson reitet durch die Wüste von Utah. Helene Hegemann und Inga Humpe durch das Nachtleben von Berlin. 16 Prinzessinnen, Gräfinnen und Baroninnen geben sich im Schloss Ehreshoven die Ehre. Arundhati Roy erklärt, warum Gandhi immer ein Brahmane blieb. Und Letras Libres erzählt, wie der illegale Bergbau Peru vergiftet.
Bücherschau des Tages
05.03.2014 Ob Mo Yan nun eigentlich für oder gegen das System schreibt, wird der FAZ auch in seinem neuen Erzählungsband "Wie das Blatt sich wendet" nicht recht klar. Spannend wie einen Krimi findet die NZZ Luc Boltanskis literatursoziologische Studie "Rätsel und Komplotte". Die taz liest mit großem Gewinn Nadifa Mohameds Roman "Der Garten der verlorenen Seelen" über drei Frauenschicksale in Somalia sowie Stefan Römers Essay "The ups and downs of Stan Back".
Donnerstag, 06.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
06.03.2014 Kinder aus künstlicher Befruchtung als "Halbwesen" - die taz schaut entsetzt in den Abgrund von Sibylle Lewitscharoffs Bioethik. Und warum reagiert keiner, fragt Stefan Niggemeier. Der Freitag fragt, warum für den Echo-Musikpreis nur der ästhetische Bodensatz deutscher Popkultur nominiert wurde. Posieren vor der Kamera stiftet noch keinen Frieden, lernt die Welt bei einer Ausstellung des Street-Art-Künstlers JR.
9punkt - Die Debattenrundschau
06.03.2014 Zwei Russen, Michail Ryklin in der Zeit und Wladimir Kaminer bei Facebook, schämen sich für ihren Präsidenten. Enzensberger muss sein Handy nicht wegschmeißen: Es gibt im Netz bereits europäische Alternativen zu amerikanischen Giganten, hält die Zeit fest. In der FAZ fordert Christian Lindner mit treuem Blick auf Martin Schulz, dass die EU Datenaustauschabkommen mit den Amerikanern aussetzt. Gehen deutsche Medien russischer Propaganda auf den Leim? Timothy Snyder ist jedenfalls empört über Artikel bei Spiegel Online. Und warum die Abendzeitung pleite geht.
Medienticker
06.03.2014 Der Wagenbach Verlag feiert seinen 50. Geburtstag und wehrt sich weiterhin gegen die Durchökonomisierung seiner Branche - Neuer Medientrend aus den USA: Wie Medien endlich sympathisch werden, weiß Lucas Wiegelmann - Medienzukunft: Über die erstaunliche Neigung, radikal gegen alles Digitale zu sein - Fordistische Massenproduktion: Vive la Revolution Digital - und dann? - Qualität im Journalismus & Journalisten unter Druck - Unter der Lupe: Tools für den Echtzeit-Journalismus + Der heitere Apokalyptiker: Günter Kunert wird 85.
Spätaffäre
06.03.2014 Der in Camp 14 geborene Nordkoreaner Shin Dong-hyuk erzählt von Leben und Überleben im Lager. Georg Seeßlen und Markus Metz unterhalten sich über die Beziehung von Pop und Kunst. John Jeremiah Sullivan sucht nach den Ursprüngen von Ska.
Bücherschau des Tages
06.03.2014 Mit seinem neuen Gedichtband "Fortgesetztes Vermächtnis" gibt der heute 85-jährige Günter Kunert der FAZ die Zuversicht in die Zukunft der Poesie zurück. Die NZZ lässt sich von Patrick Braun und Axel Christoph Gampp die Basler Mäzenin, Künstlerin und Brentano-Muse Emilie Linder nahebringen. Gut unterhalten, aber nicht restlos überzeugt sind SZ und Zeit von Frank Schätzings neuem Pageturner "Breaking News".
Vorgeblättert
06.03.2014 London 2007, Havanna 1939, Amsterdam 1648. Was gibt es gemeinsames zwischen diesen Stationen? Leonardo Padura erzählt vom Schicksal jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland, einem verschwundenen und wieder aufgetauchten Bild Rembrandts und dem Havanna heute. Sein Held Mario Conde bringt Licht ins Dunkel der Geheimnisse. Lesen Sie hier einen Auszug aus Leonardo Paduras Roman "Ketzer".
Im Kino
06.03.2014 Das P.T.-Travers-Biopic "Saving Mr. Banks" von John Lee Hancock mit Emma Thompson als "Mary Poppins"-Autorin ist eine faszinierende Selbstbeschreibung der Traumfabriken Hollywoods. Einen Fetischfilm schwärzesten Wassers hat Noam Murro mit "300: Rise of an Empire" abgeliefert.
Freitag, 07.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
07.03.2014 Allgemeine Fassungslosigkeit über Sibylle Lewitscharoffs Dresdner Rede zur künstlichen Befruchtung. Im Gespräch mit der FAZ relativiert und insistiert die Autorin gleichzeitig: Darf ich nicht sagen, was ich denke? Auch wenn es nicht so gemeint ist? Im Art Magazin erklärt der polnische Künstler Pawel Althamer, wie man sein Ego tötet. Die SZ annonciert einen - überfälligen - postmigrantischen Aufstand an deutschen Theatern. Die NZZ hört Mark Andres Oper "wunderzaichen" und meint: Wunderbar, aber was will sie?
9punkt - Die Debattenrundschau
07.03.2014 Die russische Regierung hat die "unverzeihliche Gemeinheit" begangen, zwei Brudervölker gegeneinander aufzuhetzen, schreibt Michail Schischkin in der NZZ. BHL befürchtet die Sudetisierung Europas. Andere Stimmen geben dem Westen die Schuld an Moskaus Invasion in der Ukraine. Die Welt schreibt einen Nachruf auf die Abendzeitung. Auch amerikanischen Politikern werden die Geheimdienste laut NYTimes langsam unheimlich.
Medienticker
07.03.2014 Türkei: Erdogan droht mit Verbot von YouTube & Facebook - Digital Twin: Was wir im Netz sehen, ist wahr. - Israel: Staatsfernsehen wird abgeschafft - Netzaffine Literatur: Bemerkungen eines Ketzers zur Dichtung, dem Buch als Fetisch & Ware und zur Freiheit des Wortes im Netz - Mobile-World-Congress-Nachlese: Evolutionäre Fortschritte und eine angekündigte Revolution - Smartphone-App Peekster: Brücke zwischen Print & Digital - Breitband für alle! Netzallianz "Digitales Deutschland" startet Ausbau - Bilanz: Springer ohne "Altlasten" - Feridun Zaimoglu widerspricht Maxim Biller + Heimat: Wladimir Kaminers Kampf für die Russen.
Magazinrundschau
07.03.2014 Elet es Irodalom muss hören, wie im ungarischen Radio die Demonstranten in Kiew als "Heckenschützen" und "Terroristen" beschrieben werden. Im Merkur empfiehlt András Bruck den ungarischen Liberalen etwas weniger Kultiviertheit. In der New York Review of Books stellt Timothy Snyder klar, dass Janukowitschs Oligarchen das reaktionäre Regime bildeten, vor dem die russische Propaganda so gern warnt. Slate begutachtet Vampire als Rockstars. In artechock geißelt Rüdiger Suchsland am Beispiel der Beltracchi-Doku das auf den Hund gekommene Selbstverständnis deutscher Kritiker.
Spätaffäre
07.03.2014 Dradio Kultur schickt "Zwei nette kleine Damen auf den Weg nach Norden". Das SZ Magazin unterhält sich mit Helena Angermaier, die 10.000 Kinder gezeugt hat, die Sibylle Lewitscharoff lieber nicht sehen würde. Arundhati Roy spielt mit riesigem Afro eine Architekturstudentin. Und Jon Ronson dokumentiert die obsessive Arbeitsweise Stanley Kubricks.
Bücherschau des Tages
07.03.2014 Erstaunlich gefasst nimmt die FR das in "Die Zeitung. Ein Nachruf" von Michael Fleischhacker verkündete Ende ihres Geschäftsmodells auf. Hellauf begeistert ist sie außerdem von Jürgen Kaubes Biografie über Max Weber. "Die Deutschen sind an allem schuld" und anderes Wissenswertes über Griechenland erfährt die FAZ von Nikos Dimou. Für seine einjährige Bundestagsbeobachtung "Das Hohe Haus" hätte Roger Willemsen auch ein Monat Recherche genügt, glaubt die SZ.
Vorgeblättert
07.03.2014 Yahya Hassan hat mit seinen stakkatohaften, den Islam und die dänischen Institutionen kritisierenden Gedichten die dänische Öffentlichkeit gründlich aufgewühlt. Auch in Deutschland wurde schon viel über ihn berichtet. Nun erscheinen seine Gedichte auf Deutsch - hier eine kleine Auswahl.
Snapshots Blog - von Sascha Josuweit
07.03.2014 Zu den weniger bekannten Details über Joseph Beuys zählt die Tatsache, dass der junge Luftwaffenfreiwillige Teile seiner Funkerausbildung von dem Tierfilmer Heinz Sielmann erhielt.
Samstag, 08.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
08.03.2014 Die Debatte um Sibylle Lewitscharoffs Tirade gegen die künstliche Befruchtung geht weiter: In der Zeit versteht Jo Lendle Lewitscharoffs Aufregung nicht: Selbst Jesus hat seine ungewöhnliche Geburt nicht geschadet. Die taz hält eine freie Sexualität nicht für linke Spinnerei ist, sondern für Normalität in einem Rechtsstaat. Die Welt verteidigt Lewitscharoff gegen die "Diktatur des Mainstreams". In der NZZ huldigt Juri Andruchowytsch außerdem dem aufständischen Ethos des ukrainischen Nationaldichters Taras Schewtschenko. Die SZ entdeckt Emil Nolde neu. Und in der Jungle World beleucht Harun Farocki die Avantgarderolle des Militärs.
9punkt - Die Debattenrundschau
08.03.2014 In einem offenenen Brief fordern in Deutschland lebende Kulturschaffende aus Russland und der Ukraine Wladimir Putin zum Rückzug von der Krim auf. In der taz ermahnt Wolfgang Templin die deutschen Medien: Fallt nicht auf die russische Propaganda herein! Ed Snowden beschreibt den Kuhhandel zwischen NSA und europäischen Geheimdiensten. Und Newsweek enthüllt das Gesicht hinter Bitcoin: es ist verängstigt, verärgert und übernächtigt.
Bücherschau des Tages
08.03.2014 Die FAZ konnte noch "Meisterwerk!" rufen, bevor sie in Donna Tartts Roman "Der Distelfink" versank. Sehr beeindruckt liest die FR Katja Petrowskajas Geschichte ihrer ukrainischen Großmutter "Vielleicht Esther". Die NZZ preist Ryad Assani-Razakis so fulminanten wie erschütternden Roman über eine Kindheit in Benin "Iman". SZ und taz singen Hymnen auf Diedrich Diederichsens Großwerk "Über Pop-Musik".
Montag, 10.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
10.03.2014 Dezeen stellt das Mahnmal des schwedischen Künstlers Jonas Dahlberg für die Opfer von Anders Breivik vor. Die Jungle World denkt über Gesangmodulation, Maskerade und Gender in der Pop-Musik nach. Mashable fragt: Macht Photoshop die Fotografie kaputt? In der Welt erklärt Katja Petrowskaja: Seine Opferrolle kann Maxim Biller behalten. Am Burgtheater gerät Matthias Hartmann wegen seiner Honorare unter Druck, berichtet die Presse. Und: Alle trauern um Gerard Mortier.
9punkt - Die Debattenrundschau
10.03.2014 Timothy Snyder erklärt im Blog der NYRB, wie die russische Propaganda funktioniert. Das Blog von transparency.org zählt russisches Geld in London. In der FAZ wehrt sich die ukrainische Autorin Tanja Maljartschuk gegen den Faschismus-Vorrurf. Mario Vargas Llosa erklärt in El Pais, warum die lateinamerikanische Politiker auch die venezolanischen Studenten als Faschisten bezeichnen. In britischen Medien wird über Julian Assange gestritten.
Medienticker
10.03.2014 Freundliche Übernahme: ARD holt "Postillon" und Quizduell ins TV - Weltbild: Hunderte Jobs vor dem Aus - Der Mensch ist eine dreckige Bagage oder Die Montags-Theater-Kritik aus Berlin, Bonn, Frankfurt und 2 x München - Der Bühnenbeglücker: Nachrufe auf Gerard Mortier - Erinnerung an den großen dirty-old-man: Vor 20 Jahren starb Charles Bukowski - Der organisierten Lüge die Stirn geboten: Über Udo Scheers "Reiner Kunze. Dichter sein".
Spätaffäre
10.03.2014 Für die Ohren: Alain Finkielkraut und Gäste über Joseph Roth und Stefan Zweig. Für den Kopf: Eine düstere Reportage über Elfenbeinschmuggel in Afrika: Chinesen sind verrückt danach. Für die Augen: Akira Kurosawa. Und Syrien.
Bücherschau des Tages
10.03.2014 Die SZ feiert "Vor dem Fest", Saša Stanišićs chorisch erzählten Roman aus der Uckermark. Mit großem Interesse, aber nicht ganz überzeugt liest die taz Uwe-Karsten Heyes Biografie der Familie Benjamin. Die SZ sieht Lutz Hachmeisters Recherchetalent in "Heideggers Testament" etwas vergeudet. Die FR freut sich über Margaret Atwoods neuen Endzeit-Roman "Die Geschichte von zeb". Die FAZ empfiehlt gegen die Krise Meinhard Miegel, einmal jährlich. Außerdem ruft sie fröhlich mit Kirsten Boie "Leinen los, Seeräubermoses!"
Bücherbrief
10.03.2014 Jonathan Lethem führt uns in den Garten der Dissidenten, Alfonsina Storni führt uns in das Großstadtleben von Buenos Aires in den Dreißigern. Tom Reiss erzählt die Geschichte des wahren Grafen von Monte Christo. Jaron Lanier macht Umverteilungsvorschläge für die Profite aus dem Digitalen. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats März.
Vorgeblättert
10.03.2014 Die ungarische Autorin Zsófia Bán erzählt in 15 Geschichten von Emigration, Entwurzelung und den emotionalen Schocks, die ein Leben in ein Davor und Danach teilen. Lesen Sie hier zwei Geschichten aus dem Band "Als nur die Tiere lebten".
Essay
10.03.2014 Forderungen nach Datenschutz und Urheberrechten basieren beide auf der Vorstellung, dass man Eigentum an seinen Daten hat. Kann das bedingungslose Grundeinkommen eine Antwort auf die Krise des Urheberrechts und des Datenschutzes im Digitalzeitalter sein?
Snapshots Blog - von Sascha Josuweit
10.03.2014 Dass eine Helmkamera wie ein Hammer wirken kann, sollte jeder Hobbyfilmer in Betracht ziehen. Die Konstrukteure des Nutzlosen sollten sich fragen, ob Wintersport nicht ohnehin hart genug ist.
Dienstag, 11.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
11.03.2014 Leicht gebeutelt, aber doch ganz froh verließ die Presse Elfriede Jelineks "Rein Gold" an der Staatsoper Berlin: selbst die Rehabilitierung des Trautoniums gilt als gelungen. Die Welt singt ein Liebeslied an die Projektionsfläche Kylie Minogue. Wer sich in diesem Frühjahr mit deutscher Literatur langweilt, ist selbst schuld, meint die taz und empfiehlt die neuen Romane von Per Leo, Katja Petrowskaja und Sasa Stanisic. In WDR 3 outet Burkhard Müller-Ullrich den FAZ-Kilroy.
9punkt - Die Debattenrundschau
11.03.2014 Im Guardian erklärt der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkow, warum er trotz seiner Eigenschaft als russischer "Volksgenosse" lieber nicht von Putin gerettet werden will. In Le Monde schimpft Juri Andruchowytsch über die russische Propaganda. In der FAZ fürchtet Swetlana Alexijewitsch einen Krieg. In der Welt polemisiert Necla Kelek gegen Pankaj Mishra, der für sein Buch "Aus den Ruinen des Empires" den Preis für europäische Verständigung erhält. Wir binden Edward Snowdens Intervention beim SXSW-Festival in Austin ein.
Medienticker
11.03.2014 Ob törichter Unsinn oder einfach nur ein anderer Standpunkt: Und ewig grüßt das Skandalon - Nachrichtenportale: Was die hiesige Nachrichtenbranche vom jüngsten Relaunch von Time.com lernen kann - Thomas Knüwer über journalistische Selfies aus Austin - E-Book-Kartellstreit: "US-Urteil gegen Apple war ein Fehler" - Hans Christoph Buch schreibt an an Wladimir Putin: Nichts für ungut, Herr Präsident - Michail Ryklin über Putins Macho-Manie & Taras Schewtschenko, der "Goethe der Ukraine".
Spätaffäre
11.03.2014 Netzkino zeigt "Elling", Petter Naess' Film über ein reichlich neurotisches Muttersöhnchen, den die Psychiatrie auf die Straße setzt, damit er endlich sein Leben selbst in den Griff bekommt. Die BBC berichtet über Designermode in China. Der Guardian porträtiert die Gründerin der London Review of Books, Mary-Kay Wilmers. Und der New Yorker rollte den Mord an Kitty Genovese neu auf.
Bücherschau des Tages
11.03.2014 Die FAZ bewundert die Poesie von Getrud Leuteneggers Roman "Panischer Frühling", die statt Flugzeugen Gefühle und Sinne in den Himmel aufsteigen lasse. Sasa Stanisic bringt die Uckermark zum Leuchten, freut sich die FR. Die NZZ begibt sich mit Dany Lafarriere nach Haiti. Und die SZ findet Katja Petrowskaja Recherche zur Geschichte ihrer ukrainischen Familie schön unroutiniert.
Mittwoch, 12.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
12.03.2014 Keine Tränen für Matthias Hartmann: Die fristlose Kündigung des Burgtheaterdirektors geht für die Kritiker in Ordnung. Die Berliner Zeitung hörte Maurizio Pollini reine Kalligrafien der Luft spielen. Anders als Necla Kelek gestern freut sich Detlev Claussen heute über den Buchpreis zur Europäischen Verständigung für Pankaj Mishra. Die FAZ begutachtet den Maler Félix Vallotton, einen postimpressionistischen Tiger, der als Bettvorleger endete.
9punkt - Die Debattenrundschau
12.03.2014 In BHLs Blog La Règle du Jeu appellieren litauische Autoren an ihre europäischen Kollegen, keinen Krieg zwischen der Ukraine und Russland hinzunehmen. Netzwertig stellt das niederländische Itunes für Zeitungen Blendle vor, in dem ein Zeitungsartikel zwischen 20 und 80 Cent kostet. Die taz wundert sich, dass der Spiegel sein Sturmgeschütz der Demokratie im Falle Heideggers im Schrank ließ. Die NZZ porträtiert New Yorks neuen Bürgermeister Bill de Blasio. Die FAZ fragt, ob sich Europa gegenüber den Internetkonzernen bewähren wird.
Medienticker
12.03.2014 IVW-News-Top-50: DerWesten und Mopo wachsen gegen den Trend & Zeitungen treiben Paid Content voran - Internet-Währung: Wie US-Medien den angeblichen Bitcoin-Gründer jagen - Wolfram Schütte über Jean Echenoz' 125-Seiten-Zusammenfassung des Ersten Weltkriegs - Joe Paul Kroll über die deutsche Gegenwartsliteratur & deren Rezeption - Schicken Sie Ihre Truppen zu uns!: Brief der Bewohner von Twer an Putin.
Spätaffäre
12.03.2014 Im Magazin der NYT erzählt Ron Suskind, wie sein autistischer Sohn mit Hilfe von Disneyfilmen die Fähigkeit zur Kommunikation wiedererlangte. DRadio Kultur bringt das Hörspiel "Birdy" mit Barnaby Metschurat und Daniel Brühl nach dem Roman von Naomi Wallace. Und slate.fr verkündet: Anpassung ist die neue Abhebung.
Bücherschau des Tages
12.03.2014 Packend und prall wie einen Entwicklungsroman aus dem 19. Jahrhundert findet die SZ Donna Tartts lang erwarteten Roman "Der Distelfink". Empfehlen kann sie auch den Roman "Schlafgänger" von Dorothee Elmiger. Die NZZ schließt sich dem einhelligen Lob für Per Leos Familienroman "Flut und Boden" an. Und die FAZ ermutigt, über die Schwächen von Sabahattin Alis Romandebüt "Yusuf" von 1937 hinwegzusehen - die Lektüre lohnt sich trotzdem.
Im Kino
12.03.2014 Mag sein, dass Ross Thomas' Kinoadaption seiner Fernsehserie "Veronica Mars" nur etwas für Fans ist. Die aber werden am Film umso mehr Freude haben. Jaume Collet-Serra jagt derweil in "Non-Stop" den längst nicht mehr knackig agilen Liam Neeson durch einen weiteren großartig spekulativen Actionfilm.
Donnerstag, 13.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
13.03.2014 Sybille Lewitscharoff betreibt die Ausweitung von Facebook ins Analoge, meint Eva Menasse in der Zeit. Zeit und Presse sind empört über das Bauernopfer Matthias Hartmanns am Wiener Burgtheater. Nichts ist objektiv, nichts dokumentarisch, erklärt der amerikanische Fotograf Roger Ballen in Lensculture. Und Fandor bringt Reaktionen zum Tod der großen tschechischen Regisseurin Věra Chytilová.
9punkt - Die Debattenrundschau
13.03.2014 Im Kampf gegen die ukrainischen Faschisten ruft Russland die rechtsextremen Parteien Europas um Hilfe, meldet Spiegel Online. Die taz warnt die Bewohner der Krim im Falle einer Abspaltung von der Ukraine vor steigenden Telefonkosten. FAZ und Zeit schließen die Antisemitismus-Debatte um Martin Heidegger mit einem Schuldspruch ab. Und Tim Berners-Lee gratuliert seinem Internet zum 25. Geburtstag.
Medienticker
13.03.2014 Gigant auf dem Vormarsch: Amazon startet deutsches Verlagsprogramm - "Skandal!": Verlage und Gewerkschaften gegen EU-Datenschutzrecht - AGOF mobile facts: Mobile Websites wachsen schneller als Apps - Gerangel um die Gebühren: "Es werden mehr als 1,14 Milliarden Euro" & Stefan Niggemeier ist gegen einen Notgroschen für besseres öffentlich-rechtliches Fernsehen - Tadel für Qualitätsportal: Presserat rügt FAZ.net - Pressefreiheit: Medien in Georgien nach Saakaschwili + Leipziger-Allerlei: Selbstbewusster klassischer Buchhandel & Nischenbuchhandlungen als Zukunft des Buchhandels + Livestreams&Blogs direkt von der Buchmesse.
Spätaffäre
13.03.2014 In ihrem vergnüglichem Animationsfilm "Sita sings the Blues" kombiniert Nina Paley hinduistische Mythologie mit Zwanzigerjahre-Jazz. Men's Journal porträtiert den US-Milliardär Tom Steyer, der die Öl-Lobby mit ihren eigenen Waffen schlagen will. Und Marcel Ophüls erzählt Les Inrocks, warum Spielfilme befriedigender sind als Dokumentationen.
Bücherschau des Tages
13.03.2014 Die in der Gesamtausgabe erschienenen Schwarzen Hefte Martin Heideggers lösen bei FAZ und Zeit blankes Entsetzen aus. Viel lieber beschäftigt sich die Zeit mit Marc-Uwe Klings aufsässigem Känguru und Romanen der Hollywood-Auswanderinnen Katja Eichinger und Franka Potente. Die NZZ lässt sich von Saša Stanišić mit großem Vergnügen in die Uckermark entführen. Und die FR ist begeistert von Helmut Lethens Reflexionen in "Der Schatten des Fotografen".
Freitag, 14.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
14.03.2014 Alle freuen sich über den Leipziger Buchpreis für Saša Stanišić. Im Freitag fragt sich Autor Alexander Schimmelbusch, ob man als Schreibschulabsolvent überhaupt noch ein eigenwilliger Wildfang-Wolfsbarsch sein kann. Die Philosophin Bettina Schöne-Seifert fragt in der NZZ Sibylle Lewitscharoff, ob sie moderne Medizin nur bei der Fortpflanzung ablehnt ober auch bei gottgemachten Naturkatastrophen. Die Welt erzählt, wie die Regierung Erdogan Theater drangsaliert, die keine AKP-kompatiblen sittlichen Werte vertreten. Die Berliner Zeitung kritisiert die MaerzMusik als zu selbstbezüglich.
9punkt - Die Debattenrundschau
14.03.2014 Zu den ärgsten Feinden des Netzes müssen die Reporter ohne Grenzen nach den Geheimdienstenthüllungen auch die USA und Großbritannien zählen. Auch Mark Zuckerberg macht sich neuerdings Sorgen: "Ich habe Präsident Obama angerufen." Die SZ gibt ihre Kooperation mit Putins Propagandajounal Russland heute vorerst auf, meldet die taz. Ist Putins Freund und Unterstützer Valery Gergiev für München noch tragbar?
Medienticker
14.03.2014 Aktuell: Russland verbietet regierungskritische Websites - Überwachung, beobachten und strafen: Warum wir anders über Überwachung sprechen müssen, erklärt Michael Seemann - Keine Putin-Propaganda mehr: Süddeutscher Verlag stoppt Russland Heute - Weltbild: Burda hat kein Interesse & will lieber stärker auf Corporate Video setzen - Zum Schluss Nudelsalat & Würstchen: Harald Schmidt verabschiedet sich vom Bildschirm - Rundfunkgebühr: Beitrag wird von 17,98 Euro auf 17,50 sinken & Dennoch ärgert sich Joachim Huber über zu viel gezahlte Rundfunkbeiträge + Leipziger Buchpreis: Interviews mit Saša Stanišić.
Magazinrundschau
14.03.2014 Mario Vargas Llosa erklärt in El País die Wut der Protestler in Venezuela. Der New Yorker rollt nach 40 Jahren den Mord an Kitty Genovese wieder auf. New Yorks Hipster werden von Darwin eingeholt, meldet Slate.fr: Anpassung ist die neue Abhebung. Marcel Ophüls erzählt in Les Inrocks, weshalb Spielfilme befriedigender sind als Dokumentationen. Und Men's Journal berichtet von Chinas boomendem Elfenbeinmarkt.
Spätaffäre
14.03.2014 Matthew Barney berichtet im SZ Magazin von seiner Arbeit. Apichatpong Weerasethakul lädt auf Arte ins "Mekong Hotel". Dradio Kultur entwirrt das Dickicht der Interessenslagen um Russland und die Ukraine. John von Düffel redet über Wasser. Und Orson Welles über Gott und die Welt.
Bücherschau des Tages
14.03.2014 Mit seinem Roman "Vergossene Milch" hängt Chico Buarque sein Brasilienbild in einen schönen, schiefen Rahmen, schwärmt die FAZ. Von Lars Myttings "Der Mann und das Holz" lässt sie sich außerdem im Fällen, Hacken, Stapeln und Verfeuern unterweisen. Die FR liest gebannt die Erinnerungen von Marie Jalowicz Simon an ihre Zeit als untergetauchte Jüdin in Berlin. Und die SZ freut sich über die wachsende Neugier für die Literatur des Balkans im Allgemeinen und Dragan Velikićs Roman "Bonavia" im Besonderen.
Samstag, 15.03.2014
9punkt - Die Debattenrundschau
15.03.2014 Der Guardian erklärt, warum das Referendum über die Krim illegal ist. In der Welt fürchtet Marko Martin allein den Kalten Krieg im Inneren Russlands. taz, FR und NZZ inspizieren in den "Schwarzen Hefte" Heideggers nationalsozialistisches Denken. Die taz beobachtet zudem, wie sich in Syrien unter dem Banner des Antiimperialismus eine rot-braune Allianz formiert. Die FAZ fragt, warum niemand Uli Hoeneß vor seiner Entourage schützte.
Efeu - Die Kulturrundschau
15.03.2014 Rem Koolhaas ermahnt seine Architektenkollegen, jene Hälfte der Menschheit nicht zu vergessen, die nicht in Städten lebt. Die Berliner Zeitung besichtigt die Küche des kuriosen Melancholikers Wols. Unter ukrainischen Schiftstellern macht sie außerdem einen skeptischen Optimismus aus. Die NZZ sorgt sich um die Zukunft des Burgtheaters. Und die Jungle World ärgert sich über die Auswahl an Schweizer Literatur in deutschen Lehrplänen.
Bücherschau des Tages
15.03.2014 Mit seiner "Physik der Schwermut" hat Georgi Gospodinov ein Stück ganz große europäische Telepathie-Literatur vorgelegt, meint die SZ. FR und taz sehen mit den "Schwarzen Heften" die letzten wohlwollenden Zweifel an der Gesinnung Martin Heideggers zerstreut. Die Gedichte von Clemens J. Setz im Band "Die Vogelstraußtrompete" verzaubern die FAZ mit ihrem Buster-Keaton-haften Ernst. Und die taz wünscht sich nach der Lektüre der Novelle "Graz" mehr Bücher für Erwachsene von Bart Moeyaert.
Montag, 17.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
17.03.2014 Zu Tränen gerührte Kritiker sahen am Berliner Maxim Gorki Theater Yael Ronens Inszenierung von "Common Ground", einem Stück über die jugoslawischen Bürgerkriege. Das Art Magazin stellt den britisch-nigerianischen Künstler Yinka Shonibare vor. Im Blog My Husband's Stupid Record Collection hört sich eine Bibliothekarin alphabetisch durch die 1500 Schallplatten ihres Ehemanns. Die Welt würdigt Arno Schmidt als Landschaftsfotografen. Die NZZ entdeckt Gemeinsamkeiten von Sachsen und Schweizern.
9punkt - Die Debattenrundschau
17.03.2014 Voilà, die Krim ist annektiert. Europa lässt genau jene Nation im Stich, die sich gerade mutig zu seinen Werten bekannte, kommentiert Richard Herzinger. In der taz schreibt eine in Simferopol geborene junge Ukrainerin einen Abschiedsbrief an die Krim. Die FAS druckt ein Gedicht Hassan Yahyas über den Majdan. Die FAZ fürchtet sich vor dem kommenden intelligenten Haus. Medienblogs schwirren vor Gerüchten über die kommende Streaming-Revolution in Europa.
Medienticker
17.03.2014 Marktforschung: E-Commerce & E-Book wachsen aber auch der lokale Buchhandel - Google geht gegen Suchmaschinenspam-Netzwerke vor - Montags-Theaterkritiken aus Berlin , Bochum, Bremen, Graz & Hamburg - Gegen den Schreibschulenstrich gebürstet oder Alles Wesentliche wurde gesagt, alles Weitere wäre Geschwafel: Über "Schachbretttage" von Jörn Birkholz - Hehrer Anspruch: Über Eli Friedlanders Versuch eines philosophischen Porträts von Walter Benjamin. + Dänische Lyrik-Sensation: Yahya Hassan und seine wütenden Gedichte.
Spätaffäre
17.03.2014 Aljazeera erinnert an die Deportation der Krimtataren durch Stalin vor siebzig Jahren. Die New York Times verfolgt mit Sorge die allmähliche Privatisierung der Wissenschaft in den USA. Arte würdigt Violette Leduc mit einem Porträt. Und Zadie Smith verfällt beim Blick aus dem Fenster in Melancholie.
Bücherschau des Tages
17.03.2014 Stefan Fischer setzt mit seiner opulenten Studie über Hieronymus Busch neue Maßstäbe, jubelt die FAZ. Ganz und gar nicht einverstanden ist sie hingegen mit "The Last Studies", einer Auswahl der Polaroids von Balthus. Die SZ betrachtet gegensätzliche Afghanistan-Fotografien: Luke Powell zeigt das Land als archaische Märchenlandschaft, Stephen Dupont als Ort von Leid und Schrecken. Sprachlich wenig überzeugend findet sie Dirk Kaeslers Biografie über Max Weber.
Snapshots Blog - von Sascha Josuweit
17.03.2014 Als Bert Brecht 1952 seinen Sommersitz in Buckow bei Berlin bezieht, legt er sich weiße Tennisschuhe und einen Spazierstock zu und schwärmt für altes Mobiliar. Weshalb sollte man den Sozialismus nicht kapitalistisch gemütlich erwarten?
Dienstag, 18.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
18.03.2014 In der taz fragt sich der syrische Filmregisseur Talal Derki, ob der Preis für den Aufstand gegen Assad nicht zu hoch war. Pitchfork feiert die Hardcore-Punkband Perfect Pussy. Die Welt hört in Antoine Mariottes Einakter "Salome" eine Getriebene in einer triebhaften Männerwelt. Die NZZ liest Julius Margolins Aufzeichnungen über seine Zeit im Gulag. Jezebel begutachtet schusssichere Westen bei der Fashion Week in Kiew. Und Belgien hat die Fußball-WM quasi gewonnen.
9punkt - Die Debattenrundschau
18.03.2014 In der New Republic erklärt Timothy Snyder, warum das Referendum auf der Krim beim besten Willen keins war. So richtig existiert die Ukraine doch gar nicht, meint Götz Aly dagegen in der Berliner Zeitung. In Frankreich erinnert ein Film an Ilan Halimi. Erstmals in der FAZ feiert mit Ranga Yogeshwar ein Autor das Internet als Chance der Demokratie. Die SZ rauft sich die Haare, kann frau zugleich Feministin und nicht Rassistin sein? Vaterlose Söhne werden unterdessen kriminell, warnt die Welt.
Medienticker
18.03.2014 Medienjournalismus: Volker Lilienthal über die prekäre Lage der Medien-Fachdienste in kirchlicher Trägerschaft - Medienkrieg: Unsere Werte, Eure Propaganda - Presse-Pranger: Friede dem Verurteilten wünscht sich Heribert Prantl - Online-Streaming: Wozu braucht man eigentlich noch das Fernsehen? Ein Selbstversuch im Komagucken - Satire-Plattform: Die Tagespresse von Fritz Jergitsch - Top 20: Die beliebtesten Marken in Social Media + Ein Punk is dead: Iggy Pops Halbbruder Scott Asheton ist tot.
Spätaffäre
18.03.2014 Hamed Abdel-Samad spricht im Fernsehen über sein neues Buch "Der islamische Faschismus". Was ist Stille? Und wann ist Stille? Fragt man im Radio. Die dänische Köchin Kamilla Seidler erzählt in El Pais, wie sie bolivianischen Jugendlichen Kochen und Respekt vor Frauen beibringt. Und im New Yorker denkt Louis Menand über Paul de Mans Methode des Lesens nach.
Bücherschau des Tages
18.03.2014 Mit ihrem bewegenden Jugendbuch "Fräulein Esthers letzte Vorstellung" über die letzten Tage von Janusz Korczaks Waisenhaus im Warschauer Ghetto knüpfen
Gabriela Cichowska und
Adam Jaromir an die besten Momente polnischer Bilderbuchkunst an, schwärmt die
SZ. Die wütende Lyrik
Yahya Hassans verortet sie dem Gebet so nahe wie dem Rap (
hier unser
Vorgeblättert). Tief erschüttert und beeindruckt liest die
NZZ Julius Margolins Gulag-Bericht "Reise in das Land der Lager".
Mittwoch, 19.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
19.03.2014 SZ und Standard beklagen die Qualität zeitgenössischer Choreografie. Die Welt meint über antisemitischen Rap: alles Kunst. In den Niederlanden sieht man das etwas anders: Dort regt man sich über die simulierte Hinrichtung Geert Wilders' in einem Video des Rappers Hozny auf, berichtet die Presse. In Cicero fragt Helmuth Lethen, warum immer nur Opfer und so selten kämpfende Personen fotografiert werden. Der Standard empfiehlt einen Film der Riahi Brothers über neue gewaltlose politische Widerstandsformen.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.03.2014 Es gab in der Krim schon mal ein Referendum, und da haben 54 Prozent der Bewohner für die Ukraine gestimmt. Das war 1991, und Gilles Hertzog bringt es in La Règle du Jeu in Erinnerung. In Open Democracy wenden sich zwei EU-Experten vehement gegen die Parallelisierung von Kosvo und Krim. Die NSA speichert ganze Gespräche ganzer Nationen, zeigt die Washington Post, und damit kann man fast alles über jeden nachweisen, weist die SZ nach. Paul Lendvai erinnert in der FAZ an die Besetzung Ungarns vor siebzig Jahren.
Medienticker
19.03.2014 Aktuell: Die Preisträger der Grimme Preise 2014 stehen fest - Weltbild: Holtzbrinck bietet mit - Top 50: Die umsatzstärksten Zeitschriften Deutschlands - Verprügelt oder entführt: Pressefreiheit auf der Krim - Chromecast: Google sucht und findet TV-Anschluss - Paid-Content: Zwei Dutzend Modelle aus den USA stellt Christian Fahrenbach vor - Musikindustrie: Erstes Umsatzplus seit zwölf Jahren - Zur Geschichte des Pop & Unterschätzte Kunstform oder purer Kitsch? Eine Ausstellung erforscht die Ursprünge des deutschen Schlagers.
Spätaffäre
19.03.2014 Arte zeigt Patrice Chereaus Inszenierung der "Elektra" letzten Sommer in Aix. Das New York Magazine fragt, was macht Sotheby's künftig ohne Chefauktionator Tobias Meyer? Und für's Dradio Kultur lassen sich Irm Hermann, Bruno Ganz, Otto Sander und Elisabeth Trissenaar in der Villa Massimo ermorden.
Bücherschau des Tages
19.03.2014 Die SZ staunt, wie elegant und weltläufig das ganz gewöhnliche Leben in Alex Capus' Geschichten "Mein Nachbar Urs" daherkommt. Außerdem hält sie ehrfürchtig David Lynchs Bildband "The Factory Photographs" in den Händen. Die NZZ rühmt noch einmal Zadie Smith' Roman "London NW" in den höchsten Tönen. Und die taz liest ächzend Amy Chuas Gutachten zur Leistungsfähigkeit verschiedener Volksgruppen.
Donnerstag, 20.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
20.03.2014 Die FR stellt ein Opfer des endlos ausgewalzten Urheberrechts vor: Volker Schlöndorffs Brecht-Verfilmung "Baal", die man 44 Jahre nach der Erstaufführung jetzt erst wieder sehen darf. Karin Bergmann wird als neue Burgchefin zwei Jahre versuchen, das Theater vor der Insolvenz zu retten, meldet die NZZ. Die Trierer haben sich in der Antike besser amüsiert als die Römer, lernt die Welt in einer Schau über römisches Leben in Süddeutschland.
9punkt - Die Debattenrundschau
20.03.2014 In der Berliner Zeitung zeigt sich Juri Andruchowytsch bestürzt über die Putinophilie der deutschen Öffentlichkeit. Die NZZ lotet die Mittel der Satire in der Türkei aus. Die SZ meint: Valery Gergiev soll trotz flagranten Putinismus Chefdirigent der Münchner Philharmoniker bleiben. Netzpolitik stellt ein EU-Programm zur Datensammelei vor, das Martin Schulz ganz bestimmt kassieren wird. Larry Page träumte auf einer TED-Konferenz von der Sammlung aller Gesundheitsdaten. Techcrunch ist skeptisch.
Medienticker
20.03.2014 Aktuell: Ein Drittel der Weltbild-Mitarbeiter muss gehen - Schavan verliert Prozess um ihren Doktortitel - Wachstumsfantasie: Penguin Random House kauft kräftig zu - Klicks mit Tricks: Focus laut Agof online vor Spiegel - Vom Journalismus zum Medienmanagement: Journalistische Start-Ups gehen ins Netz - Paid Content: Ein neues Bezahlmodell für Journalismus - TV-online: Facebook hilft Fernsehsendern - Medien-Konzepte: Der Krisenkommunikationsgipfel in Berlin - Theaterkritik: "X-Freunde" in Stuttgart oder Ich stress dich, du Zuschauer!
Spätaffäre
20.03.2014 Für heute abend haben wir eine Doku über den vor 26 Jahren gestorbenen kanadischen Jazzmusiker und -komponisten Gil Evans gefunden. Hartmut Rosa, Aleida Assmann, Micael Dahlén und Harald Welzer diskutieren über das neue Regime der Zeit. Le Monde und der Chronicle of Higher Education staunen über das Nachleben Walter Benjamins. Und die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie erzählt von einem "Headstrong Historian".
Bücherschau des Tages
20.03.2014 Wie aufregend ein Schriftstellerleben sein kann, das im Creative-Writing-Kurs begonnen hat, erfährt die SZ in Hermann Peter Piwitts Erinnerungen "Lebenszeichen mit 14 Nothelfern". So authentisch wie bei Sheila Hetis "Wie sollten wir sein?" lässt sich die Zeit Selbstfindungsliteratur gern gefallen. Nicht als Osteuropa-Geschichte, wohl aber als intellektuellen Reisebericht kann sie Maci Shores Buch "Der Geschmack der Asche" empfehlen. Die FAZ fordert von Ursula Pia Jauch mehr Nachsicht mit Preußen.
Im Kino
20.03.2014 Brutalstmöglich befreit Peter Berg das Kriegsfilmgenre in "Lone Survivor" von allen Ambivalenzen. In Mira Fornays Antiziganismusdrama "My Dog Killer" behält - möglicherweise - der Beißreflex das letzte Wort.
Freitag, 21.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
21.03.2014 In Ägypten drohen dem Schriftsteller Karam Saber wegen eines Erzählbandes fünf Jahre Gefängnis, berichtet die NZZ. In der FAZ setzt Thomas Mann seine ganze Hoffnung in die Sowjetunion. Der Standard lernt von der Filmemacherin Ruth Beckermann: "Das Zufällige ist das Grundsätzliche." Die taz bewundert die Synapsenverknüpfungen des Künstlers Geoffrey Farmer. Die Jungle World resümiert das ungarische Theaterfestival "Leaving is not an Option?".
9punkt - Die Debattenrundschau
21.03.2014 Recep Tayyip Erdogan hat Twitter abgeschaltet. Darüber wird auf Twitter fleißig getwittert. Die taz bringt ein Dossier zu Syrien. Der Filmemacher Orwa Nyrabia erzählt, wie es dort in den Gefängnissen zugeht. Der Faschismus-Vorwurf ist eher gegenüber Russland als gegenüber der Ukraine gerechtfertigt, findet der Osteuropa-Historiker Stefan Plaggenborg in der FAZ.
Magazinrundschau
21.03.2014 Walter Benjamin lebt - jedenfalls in Frankreich und den USA, melden Le Monde und der Chronicle. Der New Yorker präpariert die zersetzende Wirkung des Dekonstruktivismus am Beispiel Paul de Mans heraus. Im SZ Magazin singt der Videokünstler Matthew Barney ein Loblied auf den Widerstand. Elet es Irodalom hat ein Problem mit dem von der jüdischen Gemeinde Ungarns geplanten Haus des Zusammenlebens. Krieg ist kein Würzmittel für Mittelstandsgeschichten, knurrt The New Republic Lorrie Moore an.
Medienticker
21.03.2014 Gruner + Jahr: Droht neuer Stellen-Kahlschlag? - Paid Content: Kooperationen mit Lokalzeitungen - Schützt die Kultur! Kritische Reaktionen auf Freihandelsabkommen - Unter dem Strich Morast: Ulrich Gumbrecht über Deutschland und die Krim-Krise - Welttag der Poesie: Interview mit Durs Grünbein über Dichtung, Realität oder die Rückkehr vom Mond - Man muss die Hitze vertragen können: Ulrich Greiner über Rechthaberei, Empörungslust & Denkfaulheit.
Spätaffäre
21.03.2014 Ian McEwan erklärt, warum Spionage Teil des Daseins ist. Tsai Ming-Liang folgt einem Mönch in Marseille. Keno Verseck stellt den rechtsradikalen Bürgermeister des ungarischen Dorfs Érpatak vor. Und n+1 empfiehlt: Boise ist die Stadt, wo man jetzt leben muss.
Bücherschau des Tages
21.03.2014 Fasziniert und schaudernd liest die SZ Lyonel Trouillots Haiti-Roman "Straße der verlorenen Schritte". Ausgesprochen sympathisch findet sie den lügenden Kindesentführer in Amity Gaiges Roman "Schroders Schweigen". Schön gruselig findet die FR Peer Meters Mörder-Comic "Vasmers Bruder" mit Zeichnungen von David von Bassewitz.
Samstag, 22.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
22.03.2014 Die Zeit hört extrem schönes Geraschel vom Musiker Hauschka. Die FR verheddert sich in einer Ausstellung über die "Göttliche Komödie" im Geflecht aus Geschichte, Nationalität, Postkolonialismus und globalen Märkten. Der Standard erlebt aufregenden Tanz auf Zuruf beim Imagetanz-Festival. In der NZZ verkündet Jonathan Lethem: alle Literatur ist politisch.
9punkt - Die Debattenrundschau
22.03.2014 Der New Yorker und The Verge erzählen, wie türkische Twitter-Nutzer die Zensur umgehen. Felix Stalder lotet in Le Monde diplo die Dialektik von Kommunikation und Daten aus. Im Tagesspiegel erklärt der Anwalt Peter Raue, warum er die Idee der Restitution des "Welfenschatzes" schlechterdings obszön findet. Im Guardian rät Timothy Garton Ash der ukrainischen Regierung zu einer offensiv föderativen Politik.
Bücherschau des Tages
22.03.2014 Die
NZZ taucht in
Wladislaw Chodassewitschs "Europäische Nacht" und freut sich über die endlich auf deutsch mögliche Entdeckung dieses russischen Lyrikers. Die
taz feiert
Emmanuel Carrères wahrhaftige Non Fiction in "Alles ist wahr" (
Leseprobe bei "Vorgeblättert"). Die
SZ bewundert die Short Stories des
George Saunders und wartet voll zögerndem Geöffnetsein auf
Friederike Gräffs nächstes Buch. Die
FAZ erkundet die
Physik des Bewusstseins.
Montag, 24.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
24.03.2014 In der NZZ schlägt Tibor Joanelly eine Demokratisierung der Planungsprozesse für den Städtebau vor. Wie man ein eigenes Geschmacksurteil entwickelt, lernt man derweil bei Diderot. Der Regisseur Peter Kubelka erklärt im Filmmagazin Ray, warum er Godard für total überbewertet hält. Im Tagesspiegel ermuntert Adam Thirlwell Schriftsteller zu einer furchtlosen Aneignung des Digitalen.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.03.2014 Wenn's drauf ankommt, scheuen Yahoo, Google, Apple und Microsoft offenbar nicht davor zurück, die Mailkonten ihrer Nutzer zu durchstöbern, berichten verschiedene Quellen. Laut Huffpo.fr muss man wohl eher die französischen Städte aufzählen, wo der Front national nicht zur zweiten Runde in den Bürgermeisterwahlen antritt. In der FAZ sieht sich EU-Kommissarin Nellie Kroes auf der Höhe der digitalen Entwicklung. Die taz fragt: Ist die Wikipedia ein Einfallstor für die PR von Unternehmen? Facebook ist es jedenfalls nur, wenn sie ordentlich zahlen, meldet Boingboing.
Medienticker
24.03.2014 Schöner Wohnen auf Miete: Gruner + Jahr prüft Verkauf des Baumwalls - Gratiszeitung 20 Minuten: Die Rock'n'Roll-Band unter den Medien - Auf Nimmerwiedersehen: Online-Streamingdienste im Selbstversuch - Opfer und Täter: Katja Petrowskaja und Per Leo im Gespräch - Fahndungserfolg: "Das Mysterium von Notting Hill", der erste Kriminalroman der Welt - Theaterkritik am Montag: u.a. "Antigone" in Dresden + Der Komponist Ernest Moeran wurde vor 120 Jahren geboren.
Spätaffäre
24.03.2014 Götz Spielmann erzählt in seinem Episodenfilm "Antares - Studien der Lieben" von Obsessionen im Sternbild des Skorpions und dem Versuch dreier Menschen, aus ihrer kargen Realität auszubrechen. Der Bayerische Rundfunk bringt Hermann Brochs Trilogie "Der Schlafwandler" als Hörspiel. In der NYRB schildert Maya Jasanoff die gesetzlose Welt der Container-Schifffahrt. Und das TLS lernt von Miko Flohr, wie der Römer seine Toga zum Glänzen brachte.
Bücherschau des Tages
24.03.2014 Schlank und zart kommt Dorothee Elmigers Roman "Schlafgänger" über Herkunft und Gerechtigkeit daher, erweist sich für die FR aber als ziemlich harter Brocken. Die SZ liest bewundernd Siri Hustvedts Essay "Leben, Denken Schauen" und kann Petra Foedes Übersetzung von Solomon Northups Roman "Zwölf Jahre als Sklave" im E-Book sehr empfehlen.
Vorgeblättert
24.03.2014 Javier Cercas erzählt aus verschiedenen Perspektiven die Geschichte von Ignacio, Zarco und der verführerischen Tere, einer Bande verlorener Jugendlicher, die zu Gangstern werden. Ignacio steigt aus, um sein Leben zu retten, und trifft Jahre später vor Gericht auf Zarco, als sein Strafverteidiger. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman "Outlaws".
Snapshots Blog - von Sascha Josuweit
24.03.2014 Einst war Sushi eine Konservierungsmethode für Rohfisch. Heute werden jährlich 55.000 Tonnen Blauflossen-Thunfisch zu Reishäppchen verarbeitet, Nachfrage steigend. Seit den 50er Jahren schrumpfte der Bestand um 90 Prozent. 2012 brachte ein einziger Fisch 700.000 Dollar.
Dienstag, 25.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
25.03.2014 Der neue Pritzkerpreisträger Shigeru Ban baut am liebsten mit Karton, erzählt der Guardian. Presse und Standard fragen: Was wird aus der Sammlung Essl nach der Pleite von Karlheinz Essls Firma Baumax. In NYT und SZ empfiehlt Colson Whitehead frustrierten Romanciers ein kritikerresistentes Schreibprogramm: LitMode 100. Der französische Verlag Gallimard ist jetzt Teil der Luxusindustrie, meldet Telerama. Und die FR beobachtet gerührt ein liebestrunkenes Publikum bei Lang Lang.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.03.2014 Düstere Zeiten. Nein, es gibt keine Parallele zwischen Kosovo und Krim, meint Daniel Vernet in Slate.fr. Götz Aly entsorgt in der Berliner Zeitung gleich das ganze Selbstbestimmungsrecht der Völker. Caroline Fourest analysiert in huffpo.fr die Erfolge des Front National. Roberto Saviano fasst sich in L'Espresso angesichts der italienischen Drogenpolitik an den Kopf. Hélène Cixous beklagt im Standard den allgemeinen Kulturverfall. Erdogan meint es ernst mit der Twitter-Sperre, stellt Netzpolitik fest. Frank Schirrmacher zieht schon den Kapuzenpulli ins Gesicht.
Medienticker
25.03.2014 Aktuell: Bundesverfassungsgericht: ZDF-Staatsvertrag ist verfassungswidrig - GfK: Aktuelle Zahlen zum Onlinebuchhandel und E-Book-Markt - Dietrich Leder über den Medienfall des Häftlings U. H. - Urheberrecht. "Das Neue entsteht nie da, wo man es erwartet", meint Anne Kunze - Inseln der Auffindbarkeit: Kongress "Literatur Digital" in Berlin - Sebastian Heiser erklärt, warum die taz sich ein neues Haus baut + Hamed Abdel-Samad über das "Justizmassaker" von Kairo.
Spätaffäre
25.03.2014 Eine Doku mit Claudio Abbado, Pierre Boulez und Henry-Louis de la Grange über Gustav Mahler. Ein interstellarer Ambient-Trip. Schwabing Ende der 60er Jahre und ein Porträt der nigerianischen Autorin Chimamanda Ngozi Adichies. Dies alles und mehr in der Spätaffäre.
Bücherschau des Tages
25.03.2014 Die SZ empfiehlt mit Nachdruck und Begeisterung den Band "Majdan!", der die Geschichte eines bedeutenden Augenblicks festhält. Mit schlotternden Knien hat sie dagegen Eric Schlossers Rückblick auf das atomare Wettrüsten "Command and Control" gelesen. Kühl und souverän findet die FAZ Asfa-Wossen Asserates Biografie seines Großonkels Haile Selassie "Der letzte Kaiser von Afrika". Außerdem wird sie mit George Saunders Geschichten "Zehnter Dezember" ein bisschen moralischer.
Tagtigall
25.03.2014 Im Nürnberger Poetenladen gibt es die Rubrik "Stele", erdacht hat sie als kleine Nachruf-Kolumne der Dichter Hans Thill. Dichter gedenken darin ihrer verstorbenen Kollegen. Heute erinnert die Tagtigall an den ungarischen Dichter Szilárd Borbély, der im letzten Monat, am 19. Februar 2014, aus dem Leben schied.
Mittwoch, 26.03.2014
Spätaffäre
26.03.2014 Die BBC zeigt eine Doku über Pamela Lynwood Travers, die Autorin von "Mary Poppins". Der syrische Archäologe Mamoun Fansa schildert die Zerstörungen, die der Bürgerkrieg in Aleppo angerichtet hat. Und Deborah Weisgall hört "Aida" jetzt untermalt von Maschinengewehrfeuer.
Efeu - Die Kulturrundschau
26.03.2014 Der Freitag tanzt den Chodzinski. Der Tagesspiegel besucht Ai Weiwei. In der Zeit erklärt Spike Jonze, was er beim Skateboardfahren fürs Filmemachen gelernt hat. Die taz beobachtet übermütige Digitalverleger in Berlin. Die NZZ freut sich schon auf die Sauna der Finnen in Frankfurt.Und die Welt staunt: Selbst Lady Gaga zelebriert den Untergang des Kapitalismus.
9punkt - Die Debattenrundschau
26.03.2014 Was lieben die Deutschen so an Russland, fragt Moritz Schuller auf cicero.de mit Blick auf die Deutschland-Passage in Wladimir Putins Krim-Rede. In der FAZ schreibt Jüri Reinvere über die Angst der baltischen Länder vor Russland und der der eigenen Geschichte. Die SZ begrüßt das Urteil des Bundesverfassunggerichts zum ZDF. Berliner Zeitung und FAZ finden es mickrig. Die Blogs interessieren sich dafür nicht die Bohne. Netzpolitik fasst die netzpolitischen Erfolge der Bundesregierung in ihren ersten hundert Tagen zusammen. Und BHL erklärt den Franzosen, wen sie wählen, wenn sie Front National wählen.
Medienticker
26.03.2014 Print gegen Online: Journalisten, die niemand will - Zeitungen verlieren Werbeeinnahmen an Google und Facebook: Ben Thompson analysiert die Situation der Presseverlage & Pay-Content-Optimismus des BDVZ - Das World Wide Web wird entzaubert, meint Uwe Bork - ARD & ZDF: Mehr Mut zu unkonventionellem Fernsehen & Verfassungsrichter wollen staatsfernes ZDF - Yahya Hassan: Ein Däne palästinensischer Herkunft & die Sensation der Kopenhagener Buchmesse.
Bücherschau des Tages
26.03.2014 Für richtig gute Prosa hält die SZ die Gedichte von Clemens J. Setz "Die Vogelstraußtrompete". Als den großen Alchimisten unter den russischen Klassiker empfiehlt die NZZ Wladimir Odojewski und freut sich über seine Erzählungen "Der schwarze Handschuh". Die FAZ liest Siri Hustvedts Essays "Leben, Denken, Schauen". Essays. Und die FR legt ehrfurchtsvoll einen Prachtband zu Hieronymus Bosch auf ihr Lesepult.
Im Kino
26.03.2014 Systematische Uneindeutigkeiten produziert Abbas Kiarostami in seinem ersten in Japan produzierten Film "Like Someone in Love". Paul W.S. Anderson interessiert sich in "Pompeii" nicht für feuilletonistische Feigenblätter, sondern für Kinofetische der plebeischeren Art.
Im Kino
26.03.2014 Trotz Scarlett Johansson reichlich unsinnlich: Spike Jonzes Computerromanze "Her". Hiner Saleem zeichnet in "My Sweet Pepper Land" ein Western-Kurdistan mit glorioser Bergkulisse, in den Sonnenuntergang reitenden Partisanen und Steel-Gitarren-Wüstensound.
Donnerstag, 27.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
27.03.2014 Die Uni Konstanz erklärt, warum die Zeitschriften von Elsevier aus ihrer Bibliothek fliegen. Die Presse geißelt den Theater-Schwanzvergleich reisender Regietheatervertreter. Gawker begutachtet den neuen Haarschnitt für alle Nordkoreaner. Der Rest des Feuilletons beugt sich über Spike Jonzes "Her".
9punkt - Die Debattenrundschau
27.03.2014 Die Zeit meint: Wer die Ukraine für eine Nation hält, hat Stalins Nationalitätenpolitk missverstanden. Auch Helmut Schmidt versteht die ganze Aufregung um diese Ukraine nicht. Jung & Naiv hat in 19 Videos die tatsächliche Lage in der Ukraine erkundet. Seyran Ates stimmt Hamed Abdel-Samads These vom "Islamischen Faschismus" in der Zeit zu. Die taz beschreibt die Medienpolitik der mexikanischen Drogenkartelle.Und Neues über Gurlitt.
Medienticker
27.03.2014 Bilanz: Bertelsmann wächst schwach, Random House schlägt sich gut - Die Erfüllung muss das Honorar ersetzen: Patrick Bahners über Scotusblog - Das Radio & das Internet: Die neue Webradio-Quote & Radio-Apps, die ungenutzte Chance - Jana Hensel besucht Russen & Ukrainer in Berlin - Theorie des Vampirismus: Blutet Berlin bald aus?, fragt Michael Angele - Die entstellte Wahrheit: Über Helmut Lethens "Der Schatten des Fotografen" + Groovender, akustischer Jazz-Sound in Blue-Note-Tradition von Takuya Kuroda.
Spätaffäre
27.03.2014 The Nation erinnert an den 1978 auf der Waterloo Bridge in London ermordeten bulgarischen Schriftsteller Georgi Markov. La vie des idées untersucht, was von Pierre Bourdieus Theorie über die "feinen Unterschiede" übrig blieb. Auf Youtube findet sich eine Bourdieu-Doku des Hessischen Rundfunks von 1981. Der Bayerische Rundfunk bringt Alexander Kluges "Chronik der Gefühle" in 14 Teilen zu Gehör.
Bücherschau des Tages
27.03.2014 Die SZ taucht in die "Verlorenen Welten" des Zdenek Burian, der für Hollywood die Dinosaurier von Godzilla bis Jurassic Park schuf. Gleich darauf versinkt sie in Margaret Atwoods Endzeitroman "Die Geschichte von Web". Sehr eigenwillig und spannend findet die NZZ Lisa O'Donnells "Bienensterben", empfiehlt die Lektüre aber nur Menschen mit einem kräftigen Magen. Und die Zeit lernt von Andreas Bernards "Kinder machen", dass inzwischen jedes vierzigste Kind Produkt einer assistierten Empfängnis ist.
Essay
27.03.2014 Das Netz versprach, uns zu Herren unserer Biografie zu machen. Nun werden unsere Daten an die Regierung verkauft. Das geht aber nur, solange wir es nicht wahrnehmen. Danach wehren wir uns, und an dieser Stelle sind wir jetzt.
Freitag, 28.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
28.03.2014 Im Tagesspiegel erklärt Universal-Chef Frank Briegmann, wie Musiker mit Streaming ganz viel Kleingeld verdienen. In Forbes erklärt der Wu Tang Clan Musik zum Kunstwerk und will Damien-Hirst-Preise. NZZ und FAZ sehen in Paris einen ganz anderen "Tartuffe" als in Wien - obwohl beide Male Luc Bondy inszenierte. Die Berliner Zeitungen bewundern "Hunter", die erste Soloarbeit der Tänzerin Meg Stuart. In der Welt geißelt Feo Aladag den Sexismus deutscher Filmkritiker. Und der Guardian denkt über die Charakteristika italienischer Mode nach.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.03.2014 Die taz weist auf zwölf Seiten nach: Deutschland war doch schuld am Ersten Weltkrieg, und Christopher Clark hat unrecht. Das Berliner Ebook-Startup Readmill wird offenbar an die Dropbox verkauft. Netzwertig sieht das nicht unbedingt als Erfolg. Nach Twitter sperrt Erdogan auch Tor und Youtube, melden Netzpolitik und die SZ. Die Wende im Fall Gurlitt wird begrüßt. Neu: Frank Schirrmacher rät zu Mäßigung im Journalismus. Und unser wirtschaftlicher Erfolg ist gesichert: Wir kaufen uns einfach einen Seite 3-Artikel im Handelsblatt - dann wird's schon flutschen.
Medienticker
28.03.2014 Aktuell: Türkische Youtube-Sperre: Pamuk, Jelinek, Grass u. a. schreiben Erdogan - Kapuzen-Journalismus: Kulturkampf in der SZ & Welche Führungskräfte braucht die Medienbranche? - Geschäftsmodelle: Die Jetzt-erst-recht-Verleger - Gruner + Jahr: Der mühsame Weg zu neuem Wachstum - Streaming-Quoten: Die Hits im Netz & Die Top 20 der sozialen Netzwerke in Deutschland - Warum lineares Fernsehen sterben wird, weiß Martin Weigert + Heute vor 100 Jahren wurde Bohumil Hrabal geboren.
Magazinrundschau
28.03.2014 Die Huffington Post begutachtet den Wahlerfolg des Front National in Frankreich. Im Guardian erklärt Chimamanda Ngozi Adichie den Unterschied zwischen westlichem und afrikanischem Sexismus. In Eurozine denkt Kenan Malik über sakrale Kunst nach. Die NYRB begibt sich auf Containerschifffahrt. Das TLS walkt eine Toga. Und der New Yorker fragt, was eigentlich bei der Belagerung von Waco 1993 schief ging.
Spätaffäre
28.03.2014 Barbara Kopples Film "Harlan County, USA" von 1976 über einen Arbeiterstreik in einer Mine ist ein Dokument einer längst versunkenen Kultur. Nayo Titzin erzählt in "Prague spring '68 Sofia summer" (2008), wie man den Prager Aufstand 1968 in Sofia sah. Peter Eötvös dirigiert Stockhausens "Momente" (1972). Und Vanity Fair erzählt die Geschichte dreier junger iranischer Rockbands, die nach Amerika gekommen waren, um Musik und Party zu machen. Bis einer von ihnen durchdrehte.
Bücherschau des Tages
28.03.2014 Mit Kritiken zu Diedrich Diederichsen: "Über Pop-Musik" in der NZZ, Richard Yates: "Eine strahlende Zukunft" in der SZ, Reinhard Kaiser-Mühlecker: "Schwarzer Flieder" in der FR, Richard Wagner: "Habsburg" in der SZ und Andreas Bernard: "Kinder machen" in der FAZ.
Bücherschau des Tages
28.03.2014 Einfach hinreißend findet die SZ die schönen Pinselnotizen des taiwanesischen Dichters Yang Mu "Die Spinne, das Silberfischchen und ich" und zollt für ihre Übertragung Verlag und Übersetzerinnen höchsten Respekt. Sehr genossen hat sie auch Richard Yates' Roman "Eine strahlende Zukunft". Biblischen Krawall erlebt die FR in Reinhard Kaiser-Mühleckers Roman "Schwarzer Flieder". Positiv nimmt die FAZ Andreas von Flotows Debütroman "Tage zwischen gestern und heute" auf.
Samstag, 29.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
29.03.2014 In der taz erklärt Ai Weiwei: Ein Fisch muss schwimmen. Margaret Atwood erzählt, wie sie digital in die Fußstapfen von Charles Dickens tritt. Und John Hurt erklärt, wen die fast nicht erkennbare Tilda Swinton sich für ihre Rolle in Bong Joon-hos "Snowpiercer" zum Vorbild nahm. In der SZ erklärt Andrea Breth, warum sie Pinters "Hausmeister" inszenieren wollte. Critic.de steht etwas traurig in der Hans-Richter-Ausstellung: alles so heilig-affirmativ hier. In der Abendzeitung warnen Freunde Joseph von Westphalen vor Schlöndorffs "Baal".
9punkt - Die Debattenrundschau
29.03.2014 Ingo Schulze prangert in der SZ die Machtpolitik des Westens in der Ukraine an. Vladislav Inozemtsev sieht das mit der Verwantwortung des Westens in Eurozine ganz anders und fordert ihn auf, endlich nicht mehr die russischen Oligarchen zu unterstützen. Die russische Autorin Alissa Ganijewa guckt inzwischen für die Literarische Welt russisches Staatsfernsehen und rauft sich die Haare. Najem Wali verzweifelt in der NZZ an der Kulturszene in Ägypten. Der Tagesspiegel stellt Hildebrand Gurlitts Kollegen vor.
Bücherschau des Tages
29.03.2014 Kein Sex bitte: Die FAZ amüsiert sich mit prächtig mit Verena Roßbachers Roman "Schwätzen und Schlachten". Einigen Eindruck hat ihr auch Anthony Marras Debüt "Die niedrigen Himmel" gemacht - ein Kriegroman von einem Autor, der den Krieg nicht kennt, jedoch die literarischen Mittel hat, ihn zu beschreiben. Die FR lernt von Margriet de Moor die einiges über die Bizzarerien der Liebe. Die NZZ beglückwünscht Reto Hänny zu seinem kühnen Versuch, James Joyces "Ulysses" in einem Satz zu paraphrasieren. Die taz betrachtet zusammen mit Stefan Ripplinger liebevoll die Locken Mary Pickfords.
Montag, 31.03.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
31.03.2014 Peter Konwitschnys Inszenierung der Janacek-Oper "Jenufa" spaltet den Kritiker der Presse mitten entzwei. Philipp Tiedemanns Inszenierung von George Taboris Auschwitz-Stück "Die Kannibalen" rutscht der taz etwas zu glatt runter. Im Im Tagesspiegel protestiert die Schriftstellerin Gisela von Wysocki gegen Sibylle Lewitscharoffs Feminismuskritik: Sie schielt. Und Thomas Struth erklärt, warum auf seinen Fotos von Hochsicherheitstrakten der Forschung keine Menschen zu sehen sind.
9punkt - Die Debattenrundschau
31.03.2014 In der Welt fürchtet Monika Grütters, dass das Gedenken an die deutsche Einheit an einer seltenen Fledermausart scheitern könnte. NZZ und taz gedenken des Militärputsches in Brasilien vor fünfzig Jahren. In der taz fordert Wissenschaftstheoretiker Peter Finke eine Bürgerwissenschaft. In Frankreich wird die rechtsextreme Vergangenheit der postmodernen Ikone Maurice Blanchot aufgearbeitet. In der FAZ beklagt Hannelore Schlaffer die Vergreisung des Kulturpublikums. Und im Standard opponiert Marlene Streeruwitz gegen die Vernichtung der Lebendigkeit.
Medienticker
31.03.2014 Aktuell: Axel Springer steigt bei Ozy ein - Parallelwelt: Nicol Ljubic über das Internet offline oder online - Stimmungstief: Deutschlandradio im Stress - Archivierung: Deutsche Digitale Bibliothek - Die Ukraine und der Westen: Wolfram Schüttes Rhapsodie über Putin, Timoschenko, den Westen, den Osten & Obamas Dummheit + Leichtfüßige Lyrik & Spiegelbilder der Welt: Vor 100 Jahren starb Christian Morgenstern.
Spätaffäre
31.03.2014 Für den Verstand: Die NYTimes zeigt, wie amerikanische Museen mit der Wikipdia arbeiten und die LRB, wie die Syrer den Dschihad manipulieren. Für die Ohren gibts WK I. Für die Augen Woody Allen und Eric Cantonas "Rebellen am Ball".
Bücherschau des Tages
31.03.2014 Ein Montag ganz ohne Buchbesprechungen. Ach nein. Auf ihrer neuen Krimi-Seiten widmet sich die FAZ mit intellektuellem Weltergewicht zwei eher leichten Reisekrimis: Johannes Huckes Weinführer "Mesa-Projekt" und Christine Cazons Touristenschmöker "Mörderische Côte d'Azur".
Tagtigall
31.03.2014 Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und das Lyrikkabinett empfehlen die besten Lyrikbände des Jahres 2013. Zum Nachlesen und Nachhören.
Vorgeblättert
31.03.2014 Sommer 1914: Millionen Männer zogen singend an die Front, und die Dichter standen dabei in vorderster Linie. Englische war poets und deutsche Expressionisten, französische Dadaisten und russische Futuristen, flämische, ungarische und baltische Autoren kämpften mit Waffe und Worten. Lesen Sie hier einen Auszug aus Geert Buelens' Untersuchung "Europas Dichter und der Erste Weltkrieg".
Snapshots Blog - von Sascha Josuweit
31.03.2014 Als Petra drei Jahre alt war, verriet ihr Dreirad ihr ein Geheimnis. Das Universum bestehe zu 97 Prozent aus dunkler Materie, behauptete es.