Freitag, 01.08.2008
Heute in den Feuilletons
01.08.2008 In der taz äußert sich Diedrich Diederichsen skeptisch über den afroamerikanischem Widerstands-Wagnerianismus des John Coltrane. Cyndi Lauper klagt in der Berliner Zeitung: Heute sieht man keine Girl Power mehr. Die FAZ notiert erste Äußerungen der Quandt-Familie über ihre Vergangenheit. Außerdem schließt Ingo Schulze mit der Wende ab: Zwanzig Jahre danach fällt die Bilanz des Westens mehr als mager aus. Im SZ-Magazin posieren Olympiasportler für verfolgte Chinesen.
Bücherschau des Tages
01.08.2008 Die taz folgt dem Jazzkritiker Ben Ratcliff in John Coltranes monoton-erhabene Klangkathedralen. Die SZ liest Anthony McCartens Parallelgesellschaftspanorama "Englischer Harem" und stellt neue Kinderbücher vor. Keinen Pop, sondern Hardrock findet die FR in Franz Doblers Roman "aufräumen", dessen Held natürlich nicht den Hauch einer Chance hat. Die FAZ schwelgt in Thomas Hettches "Fahrtenbuch" und lernt in John Virapens "Nebenwirkung Tod" von den Machenschaften der Pharma-Industrie.
Medienticker-Archiv
01.08.2008 Verstehen Sie Haas? - Jennifer Lynchs Familie ist "nicht ganz dicht" - Chinesische Freiheit - Uve Schmidts Sportimportexportweltmeister - Wie Reich-Ranicki Ulla Hahn entdeckte - Zeitungskrise in den USA - Elfenmond wirft Schatten auf Random House - Internet: Marketing fürs Hörbuch - Blasmusik trifft Heavy Metal - Die unbequeme Zeit + Die Zeit, die da kommt.
Montag, 04.08.2008
Heute in den Feuilletons
04.08.2008 In der NZZ fordert Najem Wali arabische Intellekuelle auf, mit israelischen Kollegen in einen Dialog zu treten. Die FR greift neue Rechercheergebnisse des Germanisten Volker Liersch über Erwin Strittmatter auf, die dieser in der FAZ am Sonntag präsentierte. Die Welt findet die neuesten Forschungsergebnisse über die NS-Verstrickung Friedrich Flicks mehr als eindeutig. Die Meldung vom Tod Alexander Solschenizyns kam zu spät für die Zeitungen - immerhin bringt die New York Times einen langen Nachruf.
Bücherschau des Tages
04.08.2008 Anrührend realen Goldbomben und Krummnasigen ist die FAZ in Mircea Cartarescus Liebesgeschichten "Warum wir die Frauen lieben" begegnet. Gern würde sie auch nach Lektüre von Victor von Weizsäckers "Warum werden wir krank" das Gesundheitswesen revolutionieren. Überzeugend findet die SZ Georg Blumes Plädoyer für eine positivere Politik gegenüber Peking "China ist kein Reich des Bösen". Außerdem versinkt sie in Teresa de la Parras "Tagebuch einer jungen Dame, die sich langweilt".
Bücherbrief
04.08.2008 Von Capote zu Kafka, von Schanghai ins Bordelais - und zurück zu einem grandiosen Bildband über China. Die Reise führt auch über Saudi Arabien, wo das Treiben der bin Ladens beobachtet wird. Die Bücher des August 2008.
Medienticker-Archiv
04.08.2008 IOC kapituliert in Sachen Pressefreiheit vor China - Die erste Bloggerin Kubas - Hitler, Goebbels und die Werbebranche - Der Chronist des Gulag ist tot - Apple erobert europäische Schulen - Webseite macht US-Strafregister kostenlos zugänglich - Kultur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk: verschenkt! (?) - Abgenutzt: Sommerloch und -löcher.
Dienstag, 05.08.2008
Magazinrundschau
05.08.2008 Im Merkur geißelt Michael Stolleis den miesen Umgang von taz, FAZ und SZ mit Horst Dreier. The New Republic graust sich vor der Europäisierung amerikanischer Städte. In der Gazeta Wyborcza vermissen die Theaterregisseure Monika Strzepka und Pawel Demirski die Gleichheit im Neoliberalismus. In Le Monde denkt Slavoj Zizek über Karadzic und den poeto-militärischen Komplex nach. Prospect entdeckt den Charakter. Die New York Times besucht Trolle.
Heute in den Feuilletons
05.08.2008 In der Welt beschreibt Gerd Koenen, wie ihn die Lektüre des "Archipel Gulag" veränderte. Auch für Viktor Jerofejew ist es vor allem der "Archipel Gulag", der Epoche machte. In der FAZ äußern sich unter anderem Ralph Dutli und Marcel Reich-Ranicki. Richard Wagner bezweifelt in der Tagespost, dass sich die deutsche Linke je mit Solschenizyn auseinandergesetzt hat. Die taz meldet außerdem: Das Geschäftsmodell Musik gegen Geld ist endgültig tot.
Bücherschau des Tages
05.08.2008 Den ganz eigenen Klang der Westschweiz vernimmt die SZ in Philippe Jaccottets schöner Anthologie "Die Lyrik der Romandie". Berührt ist sie von Cyril Pedrosas Comic "Drei Schatten". Die taz kann auch Leonardo Paduras inzwischen sechsten Kuba-Krimi "Der Nebel von gestern" empfehlen. Und die FR liest Christiane Grefes und Harald Schumanns Globalisierungskritik "Der globale Countdown".
Medienticker-Archiv
05.08.2008 Janwillem van de Wetering im Porträt - Wolfram Schüttes Petits riens - Höherer Blödsinn im narrativen Raum: Public Relations - Dante soll rehabilitiert werden: Eine sehr weltliche Komödie - Medienblogcharts 7/08: Jetzt mit Fernsehlexikon - Stern wird 60: Die Wundertüte der Nation + BBC-Internet als Vorbild für ARD und ZDF.
Mittwoch, 06.08.2008
Heute in den Feuilletons
06.08.2008 In der Welt kritisiert der Sporthistoriker Wolfram Pyta die Willfährigkeit, mit der sich das IOC der Symbolpolitik Chinas fügte. Die taz entlarvt Olympia als die Spiele der kapitalistischen Internationale. In der SZ muss Katajun Amirpur feststellen, dass Ahmadinedschad gemeint hat, was er nie sagte. Die Times informiert über Franz Kafkas pornografische Sammlung.
Bücherschau des Tages
06.08.2008 Die Unwuchten des Alltags in einem Zürcher Mietshaus erlebt die FAZ in Monique Schwitters Debütroman "Ohren haben keine Lider". Erschüttert hält sie Peter Beards wiederaufgelegten Klassiker der Afrika-Fotografie "End of the Game" in den Händen. Die FR bewundert die aufregend ruhigen Fotografien Cy Twomblys und sieht in Virginia Woolfs Aufzeichnungen aus den Jahren 1936 bis 1941 den "Idealfall eines Tagebuchs" Die NZZ liest Kinderbücher.
Donnerstag, 07.08.2008
Heute in den Feuilletons
07.08.2008 Kafkas Pornos tapezieren das Sommerloch! Aber sie sind kulturell zu relevant, um richtig Porno zu sein, meint die Welt. Ähnlich sieht's die SZ. Die NZZ feiert die ungemein schöne Musik Salvatore Sciarrinos. Jungle World fragt: Was macht der UN-Menschenrechtsrat mit den Menschenrechten? Die Zeit gratuliert zahlreichen Popstars zum Fünfzigsten.
Bücherschau des Tages
07.08.2008 Hingerissen verfolgt die Zeit fast 18 Stunden lang, wie Wolfgang Koeppen in seinen Radio-Essays "Nach Russland und anderswohin" reist. Großes Lob vergibt sie auch an Madeleine Thiens Roman "Jene Sehnsucht nach Gewissheit". Die FAZ empfiehlt Dominique Bonas Doppelbiografie der Geschwister Claudel "Camille und Paul". Die SZ freut sich über die Neuausgabe von Elizabeth Bowens diabolischen Kurzgeschichten "Sommernacht".
Medienticker-Archiv
07.08.2008 Bücher mit Blei an den Beinen - Mutation der Bildbände: Wer hat den Dicksten? - Freibrief für illegale Downloads? - Google plant Universal-Translator? - Der Vereinnahmte und die Franz-K-Literatur in der Kritik - Warum der Brockhaus nicht Wikipedia ist! - Will tagesschau.de Google News zensieren? - Warhol zum 80. + Kuttel Daddeldu zum 125.
Freitag, 08.08.2008
Heute in den Feuilletons
08.08.2008 Heute eröffnen die olympischen Spiele in Peking. Die Welt porträtiert den Regisseur des Spektakels Zhang Yimou. Die taz porträtiert die politisch Verfolgten Chinas. Die FAZ kann mit dieser westlichen Entweder-Oder-Moral nichts anfangen. Die NZZ sieht arabische Konservative mit Pop-Videos zur Weißglut gebracht. In der FR erinnert Arturo Arango an das stalinistische 1968 auf Kuba. Und in der SZ überschreitet Andrzej Stasiuk unbewachte Grenzen.
Bücherschau des Tages
08.08.2008 Die FAZ liest Jorge Edwards' "Faustino" als finsteres Gedankenspiel über politischen Widerstand. Außerdem entdeckt sie Arthur van Schendels Klassiker "Das Fregattschiff Johanna Maria" wieder. Beeindruckt ist die SZ von Franziska Sperrs Romandebüt "Das Revier der Amsel". Mit Freude liest sie bei Paul Trynka nach, wie sich der wohlerzogene Jim Osterberg in Iggy Pop verwandelte. Die NZZ lässt sich von dem Reiseführer "Beograd Gazela" in eben diese Elendssiedlung der Roma führen.
Medienticker-Archiv
08.08.2008 Journalistische Einfallslosigkeit - Bloß im Netz: Ende der Privatheit? - Kein Witz: Jonas knickt wie alle vor dem Islam ein - Wolfram Schütte über die Kunst der Streichquartette - Piratensender gegen Zensur in China und die Kunst des Zensur-Vergleichs - Bronzemedaille für den Sport + Das Fernsehprogramm der ersten Olympia-Woche mit allen Doping-Höhepunkten.
Samstag, 09.08.2008
Heute in den Feuilletons
09.08.2008 In der Welt erklärt Orlando Figes, warum Russlands Intelligenzija heute entweder korrupt oder mafiös ist. Die SZ sieht Kairo auf dem Weg, ein Unterwassermuseum zu werden. In der Berliner Zeitung stellt Leonardo Padura klar, warum die Kubaner die Besten beim Sex sind. Spiegel Online bewundert Chinas Menschenführung.
Bücherschau des Tages
09.08.2008 Heute ist Ingo Schulzes Tag. Alle haben sich auf seinen neuen Roman "Adam und Evelyn" gestürzt, sind aber unterschiedlich begeistert: Die SZ geht vor Schulzes Kunst, individuelle und Weltgeschichte zu verbinden, auf die Knie. Deutlich verhaltener loben taz, FR und FAZ. Empfehlen mag die taz außerdem Maria Cecilia Barbettas Roman "Änderungsschneiderei Los Milagros". Die NZZ versinkt in der Fortsetzung von John Cheevers Familienchronik der "Wapshots". Und die FAZ begeistert sich für Felicitas Hoppes "Iwein Löwenritter".
Montag, 11.08.2008
Heute in den Feuilletons
11.08.2008 Peter Singers Begriff der "Tierrechte" ist inhuman, meint die Welt. Die FR porträtiert den Treppenforscher Friedrich Mielke. In der NZZ klagt der somalische Autor Nuruddin Farah, dass sein Land vom Westen im Stich gelassen wird. Die SZ findet Michel Houellebecqs ersten Film ganz gut. Isaac Hayes ist tot: Wir bringen ein Video.
Bücherschau des Tages
11.08.2008 Als einen mit allen Wassern gewaschenen Kosmopoliten preist die FR Tirdad Zolghadr und seinen Roman über die Teheraner Boheme "Softcore". Sehr empfehlen kann sie auch Christiane Kunsts Biografie über Augustus' bisher von der Geschichtsschreibung boykottierte Frau "Livia". Als Summe eines Gelehrtenlebens bewundert die SZ Bernd-Olaf Küppers' Geschichte der Erkenntnis "Nur Wissen kann Wissen beherrschen". Die FAZ reist mit Stephan Wackwitz durch Osteuropa.
Vorgeblättert
11.08.2008 "Wer will denn schon Person sein und über das zwischen verlorener Vergangenheit und ungewisser Zukunft gespannte Seil schreiten, wie ein Akrobat im engen Trikot?" Labyrinthisch und leuchtend ist die Prosa Magdalena Tullis in ihrem kommenden Roman "Getriebe".
Medienticker-Archiv
11.08.2008 Schon wieder: Spiegel mit Steilvorlage - Chinesische Presseschau über die Olympischen Spiele - Die politischen Spiele - Chinas Radiosender CRI: Maske der Propaganda - Manipulierte die Übertragung der Eröffnungsfeier - Digitalisierung: Googles Blackbox - Literaturpreise als Marketing-Instrument + Hiphop-Debatte mit Alice Schwarzer: Leerstelle zwischen Heiligen und Huren.
Dienstag, 12.08.2008
Magazinrundschau
12.08.2008 In Elet es Irodalom erklärt Miklos Tamas Gaspar am Beispiel von Solschenizyn den Unterschied zwischen Klassikern und Heiligen Büchern. Der Economist ist froh, dass im Westen kein Intellektueller mehr die Bedeutung Solschenizyns hat. The New Republic fragt, warum niemand das Schlachten in Darfur aufhalten konnte, obwohl alle davon wussten. Die London Review betrachtet Matisses "Dame mit Hut". Im Magazin denken die serbischen Psychoanalytiker Alek Vuco und Tamara Stajner-Popovic über die Symbolkraft von Karadzics Sprache nach. George Orwell hat jetzt ein Blog, berichtet das Time Magazine.
Heute in den Feuilletons
12.08.2008 Die Welt meint: Das Kindle kommt nach Deutschland. Die NZZ wirft einen Blick auf die reiche Geschichte der russisch-georgischen Beziehungen. Die FAZ erblickt im Kauskasus-Konflikt (ähnlich wie Robert Kagan in der Washington Post) eine Rückkehr zum klassischen Krieg. Die SZ erklärt, warum sie über Eichingers Baader-Meinhof-Film nicht schreiben wird. Weil sie nämlich gar nicht darf. Und dann auch nicht mehr will.
Bücherschau des Tages
12.08.2008 Schockiert, entsetzt, begeistert ist die FR von der "Kriminalgeschichte des Christentums", die Karlheinz Deschner ebenso packend wie detailliert erzählt. In Begeisterung versetzt David Foster Wallace die SZ mit seinen schauerlichen Geschichten "Vergessenheit". Beeindruckt haben sie auch Günter Herburgers grimmige Gedichte in dem Band "Der Kuss". Die FAZ findet Henri Thomas' Roman "Das Vorgebirge" besser als jeden Nouveau Roman, aber nur in der Übersetzung von Paul Celan.
Medienticker-Archiv
12.08.2008 Live-Bilder ohne Fernseher, aber im Internet - Freiheitsrechte im Internet: Warten auf "i-9/11" - Aust, Grashof und die RAF: Total übers Ohr gehauen - Intel und Co entdecken das Internetradio - Randy Newman im Interview: "Ich liefere, was sie wollen"- Youtube-Phänomen: Die Barock- Rocker - WDR erklärt auf einem eigenen Wissensportal die Welt + Noch einmal: Der schwarze Pate.
Mittwoch, 13.08.2008
Heute in den Feuilletons
13.08.2008 Die Welt fragt: Warum nahm Randomhouse Amerika Sherry Jones' Roman "The Jewel of Medina" aus dem Programm? Die NZZ ist nicht zufrieden mit Locarno. Die FR mahnt die Chinesen, nicht immer Harmonie mit Einverständnis zu verwechseln. Die taz beschreibt, wie die Zensur auf dem chinesischen Buchmarkt funktioniert. Die SZ schildert erotische Verwirrung zur Vichy-Zeit.
Bücherschau des Tages
13.08.2008 Heute bringen die Debütanten die NZZ ins Schwärmen: Hochmusikalisch und poetisch findet sie Angelika Rainers rätselhafter Text über die "Luciferin", Boris Saidmann beeindruckt sie mit seinem komisch-melancholischen Roman "Hemingway und die toten Vögel, und auch Christian Zehnders Erzählung "Gustavs Traum" hat ihr gut gefallen. Die SZ liest mit Gänsehaut Christian Linders Buch über Carl Schmitt "Der Bahnhof von Finnentrop".
Medienticker-Archiv
13.08.2008 "Lassen sie seriöse Journalisten in Ruhe" - Click-Gier um jeden journalistischen Preis! - HR-Chef Reitze wettert gegen Verlage - Robin Meyer-Lucht fordert Verleger als "Informationslogistiker des Internets" - Keine Links vom Tagesanzeiger ohne schriftliche Bewilligung? - iPod für Bücher - Mit etwas kokettem Parlando: Andre Heller als Schriftsteller.
Im Kino
13.08.2008 Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir: Manchmal sind Lehrer Aliens, erklärt uns der dänische Film "Alien Teacher" von Ole Bornedal. Krieg und Kampf dagegen im High-School-Film "The Fighters", mit dem Jeff Wadlow auf beinahe elegante Weise die Welt mit der denkbar uneleganten hybriden Vollkontaktwettkampfsport "Mixed Martial Arts" bekannt macht.
Donnerstag, 14.08.2008
Heute in den Feuilletons
14.08.2008 In der Welt würdigt Adam Krzeminski den Einfluss Solschenizyns in Polen und geißelt sein Schweigen zu Katyn. In der NZZ kritisiert der georgische Autor Devi Dumbadze den ohnmächtigen Nationalismus seiner Landsleute. Die taz porträtiert den US-Komiker Adam Sandler. Die SZ meint: der Kaukasus-Krieg mag ein alter Krieg sein. Er ist aber die Folge ganz neuer Fehler. Die Zeit durfte schon einen Blick in Nabokovs nachgelassenen Roman werfen und annonciert eine Sensation.
Bücherschau des Tages
14.08.2008 Erschüttert ist die Zeit über das Panorama der stalinistischen Zivilisation, das Orlando Figes in seinem großem Buch "Die Flüsterer" zeichnet: eine Welt des Hasses, der Angst und des Fanatismus. Hellauf begeistert ist sie von Ingo Schulzes neuem Wenderoman "Adam und Evelyn". Die FR empfiehlt die Lektüre eines monumentalen Werks zum Prager Frühling. Tiefe Einblicke in die Kulturschickeria verdankt die SZ Norbert Krons Roman "Der Begleiter".
Medienticker-Archiv
14.08.2008 Kritik an der Literaturkritik - Medien-Twitter-Charts: Welt Kompakt vor Titanic - Journalistische Grenzverletzungen: Gladbeck vor 20 Jahren - Yahoogle kommt möglicher US-Gesetzgebung zuvor! - Mit schwarzen Fingern: Verleger und das Internet - Ein Roman als Lexikon - Ingo Schulze auf allen Kanälen - Krieg als Rätsel + Lügen haben lange Bein.
Vorgeblättert
14.08.2008 Helmer van Wonderen, Bauer wider Willen, macht klar Schiff. Er verfrachtet seinen bettlägerigen Vater ins Obergeschoss, entsorgt die alten Möbel und richtet sich unten neu ein. Als er eines Tages unerwartet Post erhält, brechen sich Erinnerungen Bahn. "Henk hätte hier wohnen sollen. Mit Riet und mit Kindern." Henk, der Zwillingsbruder, ist lange tot. Riet aber lebt, und sie hat einen Sohn, der bei Helmer arbeiten soll. Er heißt auch Henk. Lesen Sie einen Auszug aus Gerbrand Bakkers Roman "Oben ist es still".
Freitag, 15.08.2008
Heute in den Feuilletons
15.08.2008 In der FR lobt Ulrich Beck die Religion: Befreit sie uns doch aus nationalen Containern. In der NZZ lobt Sadiq Al Azm den Kommerz: Befreit er uns doch aus religiösen Containern. In Georgien geht's um Europa, meinen Andre Glucksmann und Bernard-Henri Levy in Liberation, aber Europa liegt im Koma. Der Welt graut jetzt schon vor dem Buchmessenland China im Jahr 2009. Und vor der Eröffnung der Berlinale 2009.
Bücherschau des Tages
15.08.2008 Ganz neue Lust auf James Joyce und das Zeitunglesen wecken Sara Danius und Hanns Zischler mit ihrem Buch "Nase für Neuigkeiten" bei der FAZ. Gebannt liest sie auch James Webbs Okkultismus-Geschichte "Das Zeitalter des Irrationalen". Die taz begüßt Roland Barthes im Olymp aphoristischer Meisterdenker. Und die NZZ empfiehlt Dominic Johnsons Buch über den "Kongo".
Medienticker-Archiv
15.08.2008 Bertelsmann unter schwerem Datenklau-Verdacht - Wolfram Schütte über Andreas Kosserts "Kalte Heimat" - E-Books: Kindle live - WDR denkt über Abrufportal im Netz nach - George Lucas' neuer Blumenkasten im Universum - Randy Newmann will sich nicht beruhigen - Literatur-Zensur in der DDR - "Madonna ist vor allem das Gespräch über Madonna!".
Link des Tages
15.08.2008 Das Internet ist nicht der Tod der Filmkritik, sondern ihre Rettung. Konstruktive Antwort auf ein ahnungsloses Pamphlet des Filmkritikers Josef Schnelle in der Berliner Zeitung
Samstag, 16.08.2008
Heute in den Feuilletons
16.08.2008 In der Berliner Zeitung erinnert sich Diedrich Diederichsen, wie er 1982 in New York eine 24-jährige Kellnerin kennenlernte. In der Welt erinnert sich Thomas von Steinaecker, wie er sich über den "Gesang der Jünglinge" kaputtlachte, bevor er sein Leben veränderte. In der SZ erklärt der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch, warum er zu den Georgiern hält. In der taz erklärt die ossetische Literaturdozentin Schanna Tschotschijewa, warum sie die Georgier für Nazis hält. In der NZZ fürchtet Dubravka Ugresic die Hinterlassenschaft ex-jugoslawischer Kriegsverbrecher.
Bücherschau des Tages
16.08.2008 "Herzzeit", der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan ist eindeutig die Neuerscheinung des Tages. Die taz ist fasziniert. In der FAZ empfiehlt Kurt Flasch die Euripides-Monografie Martin Hoses. Die NZZ empfiehlt dringend Miljenko Jergovic' Familiensaga "Das Walnusshaus". Die SZ befasst sich mit Caspar David Friedrich und mit Goethe.
Montag, 18.08.2008
Heute in den Feuilletons
18.08.2008 In der taz erklärt der ukrainische Autor Mykola Riabchuk, warum sich nach dem Feldzug in Georgien selbst die prorussischen Kräfte von Russland abwenden. Der Perlentaucher übersetzt den Liberation-Artikel von Glucksmann und Levy, denen die FAZ vorwirft, allein die Interessen Amerikas und Israels zu verfechten. Der Perlentaucher antwortet auch auf eine Polemik des Filmkritikers Josef Schnelle gegen Filmkritik im Internet. In der SZ erklärt Michel Houellebecq, warum das Genital das Problem ist.
Bücherschau des Tages
18.08.2008 Die SZ huldigt mit Kerstin Ekman dem schwedischen Wald. Feurig-scharf und sehr anarchisch findet sie, wie Ali Smith den Mythos von Iphis in "Girl meets boy" nacherzählt. Ergriffen ist sie vom Briefwechsel "Herzzeit" der Liebenden Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Der FAZ imponiert Jonny Glynns drastischer Debütroman "Sieben Tage" ebenso wie Bettina Gaus' Report "Auf der Suche nach Amerika".
Vorgeblättert
18.08.2008 Die 17-jährige Sascha Naimann ist mit ihrer Mutter und ihren zwei Geschwistern aus Russland nach Deutschland gekommen. Sie leben im Hochhaus-Ghetto Scherbenpark. Sascha liebt Mathe und hasst Männer: "Hartz IV und gebrochenes Deutsch machen mich einfach nicht an. Da habe ich Orgasmusprobleme." Lesen Sie einen Auszug aus Alina Bronskys Debütroman "Scherbenpark".
Medienticker-Archiv
18.08.2008 Die Zeitung ist tot, es lebe die Zeitung! - Bachmann+Celan: Eine schicksalshafte Begegnung - Menschenfresser und Samurai - Die Demokratisierung der Gottesperspektive - Randreporter im Rampenlicht - Im Test: Newsnetz - Böses Internet: Filmkritiker hat Angst vor Bloggern - Jarhead: Männer allein im Sand - Nach dem Krieg war vor dem Rauchverbot + Und was ist los in Georgien?
Dienstag, 19.08.2008
Magazinrundschau
19.08.2008 The Atlantic fordert mehr Termiten-Effizienz: dann klappts auch mit der Umwelt. In Tygodnik Powszechny beschreibt der Schriftsteller Marek Nowakowski seine Anpassungsstrategie im Kommunismus. In Letras Libres vermisst Rafael Gumucio die Streitlust Roberto Bolanos. Outlook India porträtiert den neuen Bollywoodstar Akshay Kumar. In Rue89 warnt Michel Wieviorka vor dem neuen Rassismus in Frankreich. Die New York Times demontiert den führenden amerikanischen Literaturkritiker und die Klassifikation der St.-Emilion-Weine.
Heute in den Feuilletons
19.08.2008 Die taz fragt: Was ist das für ein Buchpreis, der 14.000 Titeln keine Chance gibt? Die Welt meint: Heath Ledgers Joker ist unheimlicher als Jack Nicholsons Joker. Der Tagesspiegel fragt: Geben amerikanische Museen Raubkunst zurück? Die SZ macht sich Sorgen über den Rechtsextremismus in Ungarn. Die FAZ hat herausgefunden, dass W.G. Sebald mit seinen Vorwürfen gegen Alfred Andersch womöglich doch recht hatte.
Bücherschau des Tages
19.08.2008 Die SZ liest Volker Schlöndorffs Autobiografie "Licht, Schatten und Bewegung" und lernt, dass das Kino mehr gibt, als es nimmt. Als Gegenmittel zur grassierenden Klima-Apokalyptik rät sie zu den beiden Geologie-Büchern "Die Erde" und "Der lange Zyklus". Elektrisiert liest die FR den Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan und empfiehlt auch sehr den Band "Dagongmei" über chinesische Wanderarbeiterinnen. Die NZZ staunt über die Leichtigkeit von Julien Greens "Erinnerungen an glückliche Tage".
Medienticker-Archiv
19.08.2008 Die Kuckucksuhr - Knebelverträge für Filmkritiker - Dmax: Männersender spielt mit Muskeln - Antiquariats-News: Nicht ohne meinen Pelzmantel - Das Lob des Bayrischen - RTL2-News: Anti-Erziehungs-TV oder Was der Tagesschau peinlich ist - Springers Etikettenschwindel - Suhrkamp und BoD kooperieren - Das Geheimnis der Amazonen + Der Blick ins Nichts?
Dokumentation
19.08.2008 Die Rechte von Übersetzern und Urhebern sollten 2002 mit einem neuen Gesetz gestärkt werden. Inzwischen ist das Gesetz längst verwässert. Schuld daran sind auch die Gewerkschaften und Verwertungsgesellschaften, meint der Urheberrechtler Martin Vogel, der darum auch den Petitionsausschuss des Bundestags anruft
Mittwoch, 20.08.2008
Heute in den Feuilletons
20.08.2008 Die Berliner Zeitung zitiert die China-Expertin der Deutschen Welle, Danhong Zhang, die sich fragt, was gegen Internetzensur einzuwenden ist: "Hier in Deutschland kann man auch nicht jede Seite aufrufen, zum Beispiel Kinderpornografie." In der FR schreibt Sven Hanuschek zu den Vorwürfen gegen Alfred Andersch: "Dass Andersch den Krieg überleben wollte, ist ja wohl keine moralische Schandtat." In der SZ entfaltet Ernst-Wilhelm Händler Thesen zur Überlegenheit des Romans. Im Tagesspiegel erklärt Ray Bradbury, warum Frauen keine Science fiction lesen.
Bücherschau des Tages
20.08.2008 Die NZZ bewundert Uwe Kolbe, den Dichter des Unterwegsseins, und seinen neuen Lyrikband "Heimliche Feste". Schärfe und Witz findet sie in Sebastian Schinnerls Antiheimatroman "In hellen Nächten". Die SZ erfährt in Ketil Björnstads Roman "Oda", wie anstrengend die Boheme sein kann. Geradezu provokant findet die FAZ den Scharfsinn von Martin von Koppenfels Flaubert-Studie "Immune Erzähler". Mit angehaltenem Atem hat die FR Pete Dexters Krimi "Paris Trout" aus dem Georgia der fünfziger Jahre gelesen.
Medienticker-Archiv
20.08.2008 20.000 Ausgaben des Tagesspiegel - Schlöndorffs Fehler seines Lebens - Proteste gegen Stopp von Mohammed-Roman - "Batman"-Regisseur Nolan: "Jede neue Generation will zerstören" - Klub der "Weisen Männer" - Gedankenlesen: "Künstliche Telepathie" - Christian Rickens "Links": Lafontaine mit Latte macchiato, bitte! + Independents am Wannsee.
Im Kino
20.08.2008 Fulminant finster erzählt Christopher Nolan in seinem zweiten Batman-Film "The Dark Knight" von der unauflösbaren Verschränkung von Gut und Böse. Nur auf den ersten Blick unbeschwert ausgefallen ist Christophe Honores Musical "Chanson der Liebe", unter dessen Oberfläche sich filmhistorisch mancherlei tut.
Donnerstag, 21.08.2008
Heute in den Feuilletons
21.08.2008 Die FAZ fragt: Was darf Evelyn Hecht-Galinski denken? Und was darf Henryk M. Broder darüber sagen? Und die Zeitung für Schland fragt: Was darf die FAZ in dieser Sache dekretieren? Die FR hat das Kindle ausprobiert. In der Welt erhebt der Organist Ton Koopman schwere Vorwürfe gegen einen Bach-Sohn: Hat Carl Philipp Emmanuel Bach das Ende der "Kunst der Fuge" verschwinden lassen?
Bücherschau des Tages
21.08.2008 Für das sehr schöne Ergebnis einer recht unschönen Affäre hält die FAZ Volker Schlöndorffs Autobiografie "Licht, Schatten und Bewegung". Ergriffen verfolgt die Zeit Ingeborg Bachmanns und Paul Celans Liebesmartyrium im Briefwechsel "Herzzeit". Als fulminanten Schmöker kann sie Amitav Ghoshs Geschichte "Das mohnrote Meer" empfehlen. Die SZ freut sich über Joan Didions wieder aufgelegten Roman "Demokratie", und die NZZ begeistert sich für A. F. Th. van der Heijdens "Treibsand urbar machen".
Medienticker-Archiv
21.08.2008 Deutscher Buchpreis 2008: die Longlist - Tristesse an der Tankstelle: Herbstprogramme oder Spritprobleme in der Literatur: Rainer Moritz über Helden an der Zapfsäule - Verfluchtes Kino: Plötzlicher Darsteller-Tod - Ärger mit den E-Book-Rechten? - Online-Reputation und Verlagsblog + Zehn Jahre "Lola rennt": "Auf das Triebhafte bin ich sehr stolz".
Freitag, 22.08.2008
Heute in den Feuilletons
22.08.2008 Spiegel Online zitiert ein chinesisches Interview des einst als kritisch geltenden Regisseurs Zhang Yimou, in dem er Befehl, Gehorsam und Schönheit der Masse preist. Der Freitag greift die Debatte über Filmkritik im Netz auf. Die Berliner Zeitung fragt: Wozu Books on Demand, wenn es elektronische Lesegeräte gibt? Die FAZ hat noch einmal gründlich recherchiert und findet ihre Thesen über Glucksmann und Levy und Georgien und Amerika und Israel bestätigt.
Bücherschau des Tages
22.08.2008 Die NZZ liest mit großem Interesse Dietmar Rothermunds Buch über den Aufstieg Indiens zur Weltmacht. Sehr lehrreich findet die FAZ das "Jahrbuch Menschenrechte 2008", das seinen Schwerpunkt auf die heutige Sklaverei gelegt hat. Als hervorragende Erzählerin kann sie Katharina Faber und ihre Engelsfiktion "Fremde Signale" empfehlen. Die FR lässt sich von Wolfgang Huber im christlichen Glauben unterweisen.
Medienticker-Archiv
22.08.2008 Datenspuren im Web - Datenschutz! Die Stunde der Populisten - Games Convention: Wenn Computer süchtig machen - Molekulares Filmemachen: Schluss mit lustig - Theater 2.0: Autoren im Netz - Erstes deutsches Schulbuch für Islamkunde - Ron Woods verhängnisvoller Hang zu Exzessen + Peter Rühmkorfs Verneigung vor den Katzen der Welt.
Samstag, 23.08.2008
Heute in den Feuilletons
23.08.2008 In der Welt betrachtet Sonja Margolina im Stau auf der Rubljowka die entstehende russische Zivilgesellschaft. Die NZZ meint: Das Buch überlebt, wenn es ist wie ein Löffel. In der FR protestiert die Autorin Sherry Jones gegen den Verlag Randomhouse, der ihren neuesten Roman "The Jewel of Medina" mit Rücksicht auf den Islam nicht publizieren will. Rue89 wirft Bernard-Henri Levy vor, in seiner Georgien-Reportage geflunkert zu haben. Die Achse des Guten fand heraus: Israel plant einen Angriff auf das rechtschaffene Russland. Dazu beigetragen hat die einseitige Berichterstattung des Perlentauchers.
Bücherschau des Tages
23.08.2008 Die NZZ empfiehlt wärmstens die grandiosen "Gesammelten Schriften" des ungarischen Komponisten György Ligeti, die vor allem seinen freien Geist dokumentieren. Sehr gelobt wird auch die Neuübersetzung von Hector Berlioz' "Memoiren". Die FAZ hört gut gelaunt fünfzehneinhalb Stunden "Don Quijote". Die taz erwärmt sich für Adam Soboczynskis "schonende Abwehr verliebter Frauen" und feiert die Fotografien Jürgen Schadebergs. Die SZ begeistert sich für Thomas O. Höllmanns inspirierte Kulturgeschichte Chinas. Irgendwie unhöflich findet sie Ruth Klügers Erinnerungsband "unterwegs verloren".
Montag, 25.08.2008
Heute in den Feuilletons
25.08.2008 Die FAZ jubelt: Die Revolution in Bayreuth ist möglich, mit Nike Wagner und Gerard Mortier. Die SZ beobachtet den Klimawandel auch in Brasilien: Die Copaibabäume tragen dieses Jahr keine Früchte. Günter Grass' "Box" stößt nicht auf die Begeisterung der Kritik: Schon wieder Selbstrechtfertigung, stöhnt die Welt, der Tagesspiegel will Grass' Orgien der Vagheit nicht mitfeiern. Die FAZ erklärt, warum die Kritik bei der "Box" auf jeden Fall zu spät kommt.
Bücherschau des Tages
25.08.2008 Beinahe hätte es niemand bemerkt, dass das neue Buch von Günter Grass' raus ist. Die FAZ hat "Die Box" aber schon gelesen und staunt, wie sympathisch ihr Grass daraus entgegentritt. Die SZ schwärmt dagegen von Gilles Leroys Roman "Alabama Song" über Zelda Fitzgeralds niedergehaltenes Künstler-Talent. Mit hohem Lob bedenkt die FR Kurt Flaschs Mittelaltergeschichte "Kampfplätze der Philosophie".
Link des Tages
25.08.2008 Theroot.com ist ein faszinierendes Internetmagazin für Afroamerikaner. Es wird von Henry Louis Gates geleitet und von der Washington Post betrieben.
Vorgeblättert
25.08.2008 Ein junger Mann findet im Zug Berlin-München ein Manuskript, das niemandem zu gehören scheint. Er öffnet es und liest acht Mal die Lebensgeschichte eines jungen Irakers, der unter Saddam Hussein im Gefängnis saß und über den Libanon, Libyen und Griechenland nach Deutschland flüchtete. Ein Auszug aus Abbas Khiders Debütroman "Der falsche Inder".
Medienticker-Archiv
25.08.2008 Buchhandel in Zeiten der E-Medien - Random House und Mohammeds Ehefrau - Warum Microsoft nicht Apple ist! - Callcenter-Daten-Fall: Der Staat ist sauber - Raubkopierer und Lausbuben - Spiegel-Abowerbung: Ist der Inhalt ein Argument? - Total mobil: Der Journalist für unter 500 Euro + Yoko Ono: Im Leichenwagen der Hohepriesterin.
Dienstag, 26.08.2008
Magazinrundschau
26.08.2008 Die Hudson Review erzählt die Geschichte des Boxer-Films "The Set Up", der auf einem Versepos von 1928 beruht. Wired sieht die Zukunft des Elektroautos in Israel. In The New Republic untersucht Joseph Stiglitz die Folgen der Großen Depression 2008. Tygodnik Powszechny plädiert für mehr Umweltbewusstsein der Katholischen Kirche. In Babelia beschreibt Javier Marias die Tücken der Verlagsarbeit. In Open Democracy untersucht Ivan Krastev die fatalen Folgen des Georgienkrieges. Im New Yorker ist John Updike fasziniert von den Bienenstich-Lippen Max Factors.
Heute in den Feuilletons
26.08.2008 In der Welt plädiert Adam Krzeminski aus polnischer Sicht für Günter Grass. Der FR gefällt es aber nicht, wie Grass seine Kinder zum Selberlebensrapport bestellte. Die taz porträtiert den Schriftsteller Giwi Margwelaschwili. Die FAZ ist enttäuscht: Die sinookzidentale Verständigung ist durch Olympia nicht besser geworden. Welt und SZ machen gerontologische Bedenken gegen die Nike-Mortier-Lösung für Bayreuth geltend.
Bücherschau des Tages
26.08.2008 Ein gewaltiges Panorama menschlicher Zerrüttung erblickt die NZZ in Norbert Gstreins Roman über die jugoslawischen Sezessionskriege "Winter im Süden". Als Märchen, in dem auf ewig Vatertag ist, liest die SZ Günter Grass' Autobiografie "Die Box". Und die FR hat dank Oskar Bätschmanns Monografie zu "Giovanni Bellini" gelernt, die Stimmen der Stille zu hören.
Medienticker-Archiv
26.08.2008 Wozu Herausgeber? - Wie Web 2.0 zum Pawlowschen Marketing-Reflex verkommt! - Wird mygazines das Napster für Zeitschriften? - Vorauseilende Selbstzensur: Mohammed-Softcore - Troja war keine Kuhweide - Gentrifizierung oder Gangstrifizierung? - Google und die TV-Werbung - Internetfernsehen: In die Röhre gucken - Datenschutz: Und Schuld hat ... + Ohne Moos nix los.
Mittwoch, 27.08.2008
Heute in den Feuilletons
27.08.2008 Die taz erinnert an die traurige Tatsache, dass der Zerfall des Römischen Imperiums vor allem den kleinen Leuten schadete. Die FR meint, dass die weißen Amerikaner inzwischen die Afroamerikaner mögen, aber die Nigger hassen sie immer noch. In der SZ erinnert sich Joachim Kaiser daran, wie er einmal mit einem Verriss seinen Job riskierte. In Liberation erklärt die georgische Politikerin Medea Tuschmalischwili, warum sie den Vergleich von Abchasien und Südossetien mit dem Kosovo für abwegig hält.
Bücherschau des Tages
27.08.2008 Fröhlich und mahnend zugleich begegnet Ruth Klüger der FR in ihrer Autobiografie "unterwegs verloren". Bestürzend intim findet die NZZ den Briefwechsel zwischen Wolfgang Koeppen und seiner Frau Marion "Trotz allem, so wie Du bist". Mit Interesse liest die FAZ William J. Dodds Arbeit über Dolf Sternbergers Sprachkritik "Jedes Wort wandelt die Welt". Die SZ nimmt den neuen Diercke-Weltatlas unter die Lupe.
Medienticker-Archiv
27.08.2008 Lost Control: Nebel im Daten-Universum - Brachial-Atheismus: Der Gott, der Richard Dawkins schuf - Wann verklagen die Verbraucherzentralen StudiVZ? - Barenboim über Musik und Politik, Gott und die Welt - Not amused: Buchpreis und die Tristesse an der Tankstelle - Erlanger Poetenfest: Willkommen neue Träume + In Bayreuth brodelt es: Reiz der Kühnheit.
Im Kino
27.08.2008 Mit höchster Genauigkeit zeichnet Abdellatif Kechiches Film "Couscous mit Fisch" den Binnenraum einer Familie arabischer Einwanderer in Südfrankreich. Der Dokumentarfilm "Die Todesreiter von Darfur" versteht sich als Instrument der Aufklärung über einen Völkermord - und findet die Mittel, von seiner Überzeugung zu künden.
Donnerstag, 28.08.2008
Heute in den Feuilletons
28.08.2008 Es ist Kalter Krieg, meint die FAZ. Und der größte Provokateur ist ausgerechnet die sanfte EU, die nicht aufhört sich auszudehnen, meint Richard Wagner in der Achse des Guten. Am besten, wir geben den Russen keine Visa mehr, schlägt Foreign Policy vor. Die Berliner Zeitung beklagt die totgesparte und gnadenlos ausgepresste Kultur Italiens. Die taz ermittelt gegen die Hacks-Mafia. Die Zeit basht die Jugend (aber liest die das auch?)
Bücherschau des Tages
28.08.2008 Hin und wieder etwas polemisch, aber absolut lesenswert findet die Zeit den Abschlussband von Hans-Ulrich Wehlers monumentaler Gesellschaftsgeschichte. Die FAZ empfiehlt Jose Kozer als bedeutendsten lebenden Dichter Kubas. Die FR freut sich über Michael Wildenhains sehr politischen Roman "Träumer des Absoluten". Die SZ lernt aus Goethes Tagebüchern Disziplin und kluges Sichgehenlassen. Einen "Klassiker für Antiliberale" erkennt die taz im wieder in Mode gekommenen Peter Hacks.
Medienticker-Archiv
28.08.2008 Eine Einführung - T-Krepierer: Telekoms Internet - Wie grün ist Ihr Fernseher? - Berliner Zeitung: In Sachen Glaubwürdigkeit - Mutter Beimer trägt jetzt Kopftuch - Stadtpläne des Bösen: Am virtuellen Pranger - Der ewige Freak: Michael Jackson zum 50. - Schweizer Promiblogger im Vergleich - Deutscher Buchpreis: Die im Schatten sieht man nicht + Die SWR Bestenliste.
Vorgeblättert
28.08.2008 Zehn Mietparteien leben im Bonbonpalast, einem ehemals prachtvollen, jetzt ziemlich verwitterten Haus in Istanbul. Darunter sind ein frommer Mannes, zwei ungleiche Zwillinge, die einen Friseursalon betreiben, ein namenloser Ich-Erzähler, eine rätselhafte alte Frau, eine blaue Mätresse und ein Marihuana rauchender Student mit Hund. Elif Shafak erzählt von ihren Schicksalen und Erlebnissen, ihren Kümmernissen und Freuden. Lesen Sie hier einen Auszug aus Shafaks Roman "Der Bonbonpalast".
Essay
28.08.2008 Der Westen nach dem Blitzkrieg in Georgien: uneins und gelähmt vor Angst. Statt dessen sollten wir uns an die Überlegenheit der Demokratie erinnern.
Post aus Tiflis
28.08.2008 Seit gestern ist Georgien ungefähr um ein Drittel kleiner... Impressionen aus einem verletzten Land
Freitag, 29.08.2008
Heute in den Feuilletons
29.08.2008 Deutsches Kino in Venedig: Laut Welt weist Christian Petzold in seinem neuen Film "Jerichow" nach, dass man "Ossessione" auch in die Prignitz verlegen kann. In der NZZ bestreitet der Philosoph Otfried Höffe jede Rechtsgrundlage für die Sezession Südossetiens und Abchasiens. In der taz staunt Michail Ryklin über die Tücken der Georgien-Diskussion. Und in der FAZ fragt Michael Krüger: Macht das Kindle aus unserer Welt eine elektronische Hölle? Laut Berliner Zeitung schmolz die Postmoderne in den Tränen von Ulrich Matthes.
Bücherschau des Tages
29.08.2008 Geradezu betört ist die FR von Uwe Timms Roman "Halbschatten" und den Stimmen, die er aus den Gräbern des Invalidenfriedhofs tönen lässt. Sehr empfehlen kann die NZZ den Comic "Blutspuren" der Israelin Rutu Modan sowie Margo Jeffersons luziden Essay "Über Michael Jackson". Die SZ lobt Wlodzimierz Odojewskis Erzählungsband "Als der Zirkus kam".
Medienticker-Archiv
29.08.2008 Der komplexe Text und die Musik simultanen Geschehens - Internet macht Fernsehen den Garaus - Digitalumstieg: ARD+ZDF fordern Runden Tisch - Regeners Lehmann 3: "Der kleine Bruder" - Abseits aufgesetzter Künstlichkeit des Kulturbetriebes: Pina Bausch erhält den Goethepreis - Entblößung 2.0: Jugendliche und Internet + Uve Schmidts Volk ohne Traum.
Samstag, 30.08.2008
Heute in den Feuilletons
30.08.2008 In der FAZ erklärt Henryk M. Broder, warum er sich weder vom Gericht noch von der FAZ verbieten lassen möchte, jemanden als antisemtisch zu bezeichnen. Die SZ verabschiedet Wolfgang Wagner. Die taz beobachtet, dass in den USA Weiße und Schwarze noch immer getrennt beten. In der Jungle World plädiert Cord Riechelmann gegen die Gauß'sche Normalverteilung. Und die FR ist enttäuscht von Madonnas Muskelspielen.
Bücherschau des Tages
30.08.2008 Oswalt Kolle, der Sexualerzieher der BRD, ist ein in Würde gealterter Dandy, wie die SZ anhand von Kolles Autobiografie "Ich bin so frei" feststellt. Der FAZ gefällt es, wie Elizabeth Maguire der Henry-James-Freundin Constance Fenimore Woolson in "Fenimore" Gerechtigkeit widerfahren lässt. So hochkomisch wie Sven Regener hat noch kein Autor dem großen Westberlin-Roman eine Absage erteilt, frohlockt die taz über den letzten Teil der Herr-Lehmann-Trilogie "Der kleine Bruder". Hans-Ulrich Wehlers fünfter Band der "Deutschen Gesellschaftsgeschichte" trifft sowohl in NZZ als auch in der taz auf freundliche, aber bestimmte Kritik.