Freitag, 01.12.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
01.12.2017 Auf Zeit online erklärt die polnische Journalistin Izabela Szuman, wie der Flugzeugabsturz von Smolensk und die nachfolgenden Proteste, die Spaltung in Polen entscheidend vertiefte. Die FR feiert Philipp Ruchs Mahnmal für Björn Höcke als "geradezu intime Schenkung". Die Deutschen mögen den Islam nicht, weil sie leider Gottes selbst nicht mehr religiös sind, fürchtet der Tagesspiegel. Die SZ erklärt, warum Viktor Orban in Budapest einen teuren Museumspark bauen lässt.
Efeu - Die Kulturrundschau
01.12.2017 Rem Koolhaas erklärt im Interview mit der NZZ, warum das Land für einen Architekten heute interessanter ist als die Stadt. Die FR feiert Jürgen Vogel als Ötzi. Die Musikkritiker beugen sich über neue Alben von U2, Neil Young und Errorsmith. Die SZ besucht eine Ausstellung über Afrofuturismus. Die Sopranistin Agneta Eichenholz findet im Interview mit dem Standard Bergs Lulu ganz real. Die taz bringt einen Nachruf auf Verena Stefan.
Medienticker
01.12.2017 Aktualisiert: Lügenpresse: Die Kluft zwischen Journalisten und Publikum - Kein Rauch zu sehen: Titelgeschichten nach dem G20-Gipfel - Kurzer Prozess im Sendebetrieb: Sexuelle Belästigung in US-Medien - Epische Erzählung: Über Peter Handkes Obstdiebin - "Women in Trouble" in Berlin: Den Himmel gibt es auch ohne Gott + Wozu öffentlich-rechtlichen Rundfunk?
Bücherschau des Tages
01.12.2017 Die FAZ begibt sich mit Baha Güngör in eine Türkei zwischen Demokratie und Demagogie. Von Abdel-Hakim Ourghi erfährt sie in 40 Thesen, wie man den Islam reformiert. Die SZ bewundert, wie Marc-Antoine Mathieu mit Kafka und Borges im Gepäck in "Otto" Comic-Funken sprühen lässt. Außerdem staunt sie, dass 26 Schriftsteller, darunter Eva Menasse und Rachel Kushner, für den Band "Oliven und Asche" unbezahlt in die besetzten Gebiete Israels reisten, um Erfahrungsberichte zu verfassen. Die FR lernt von Joanne K. Rowling die Kunst des Scheiterns.
Samstag, 02.12.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
02.12.2017 Der senegalesische Historiker Tidiane N'Diaye macht in Le Point Afrique arabischen Rassismus und westliche Gleichgültigkeit verantwortlich für den Sklavenhandel in Libyen. In der taz warnt der Bürgerjournalist Abdalaziz Alhamza: Nach dem Abzug des IS aus Raqqa terrorisiert die kurdische SDF die syrische Bevölkerung. In der NZZ erklärt der Osteuropahistoriker Jörg Baberowski, warum Aufarbeitung in Russland etwas anderes ist als in Deutschland. Und der Philosoph Thomas Metzinger entwirft eine künstliche Superintelligenz, die uns von allem Leiden erlöst. Auf Zeit online wirbt die Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig für den Erhalt der Wahrheit.
Efeu - Die Kulturrundschau
02.12.2017 In der Volksbühne hatte Susanne Kennedys "Women in Trouble" große Premiere. Die Nachtkritik feiert mit ihr eine "Messe der Oberflächlichkeit". Die NZZ jubelt. Der Merkur erlebte ein Theater der Affektvernichtung. Die Welt findet das Stück dagegen so stromlinienförmig und heimatlos, wie es Chris Dercons Kritiker befürchtet haben. Die Berliner Zeitung betrachtet die Bilder Jürgen Hohmuths und fragt sich noch einmal, wie fröhlich die Ostzone war. Die taz unterhält sich mit der iranischen die Schriftstellerin Négar Djavadi. Die SZ ruft mit dem Frankfurter Architekturmuseum zur Rettung der Betomonster auf.
Bücherschau des Tages
02.12.2017 Erschütterungslandschaften durchquert die NZZ mit den Gedichten von Thomas Kunst. Die taz ist ganz betört von Joachim Meyerhoffs Erinnerungen an seine große Liebe Hanna. Surrealen Glanz sieht die SZ über Attila Bartis Roman "Das Ende" schimmern. Und die FAZ preist Melinda Nadj Abonjis Roman "Schildkrötensoldat" als leuchtendes Requiem auf ein verschwundes Land.
Montag, 04.12.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
04.12.2017 Siebeneinhalb Stunden gingen die Kritiker mit Frank Castorfs "Les Misérables" am BE durch die Kloaken von Paris: Die SZ genoss den Abend als mittleres Erdbeben auf der Castorfschen Voodoo-Skala. Die Berliner Zeitung liebt einfach diese Dreckfressen auf der Bühne. Nur der Tagesspiegel winkt ab: Peinlicher Altmännerstil! Die taz huldigt dem Glamrock. Der Standard trifft sich mit Peter Handkes Einkaufsberaterin. Und die SZ trauert um den Fassbinder-Schauspieler und Regisseur Ulli Lommel.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.12.2017 Mit unserer Technikphobie und dem neuen Kult der Wurzeln sind wir auf dem Weg zurück ins 17. Jahrhundert, diagnostiziert in der NZZ der Historiker Volker Reinhardt. Mehr Effizienz und weniger "Herumreiten auf 'demokratisch' genannten Verfahren" im Westen fordert der Politikwissenschaftler Parag Kkanna in der FR. Mehr Moderne und weniger Schloss im Innern des Humboldt-Forums fordert Viola König, bis vor kurzem Direktorin des Ethnologischen Museums in Dahlem, in der Berliner Zeitung. Weniger Spaß an Überwachungstechniken wünscht sich die SZ.
Medienticker
04.12.2017 Aktualisiert: Türkei. Deniz Yücel ist nicht mehr in Einzelhaft - Maidan, Tahrir, Taksim: Über die Sprache der Plätze - Independent: 50 Jahre Trikont - Kampfbegriff "Ensemble-Theater" oder wenn Berliner Theaterchefs diskutieren - Nicht jede Debatte bringt uns voran: Undenkbares wird zur legitimen Position - Bundespresseball: Am Puls der Republik- TV: Was wollen wir vom Fernsehen? Musikfernsehen & The Final Countdown + Musik & Spiritualität untrennbar verbinden will Markus Stockhausen.
Bücherschau des Tages
04.12.2017 Die SZ freut sich, dass Geert Lovink mit seinem Buch "Im Bann der Plattformen" die Netz-Debatte in eine neue Runde führt. Mit Christian Schloyers Gedichtband "Jump 'n' Run" turnt sie sich durch 57 Level. Als vielleicht wichtigstes Pop-Buch der Saison preist die taz Simon Reynolds Geschichte des "Glam". Die Welt träumt davon, so freigeistig, feinsinnig und unsexistisch zu werden wie Ross Macdonalds Hardboiled-Held Lew Archer.
Dienstag, 05.12.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
05.12.2017 Am vorletzten Tag ihrer Laufzeit erregt die Ausstellung "Märtyrermuseum" im Kunstquartier Bethanien Aufsehen: Die französische Botschaft hat protestiert, weil ein Bataclan-Attentäter als Märtyrer dargestellt wird. Selbst der Guardian berichtet. Vulture.com fragt sich, ob die Met den Sturz James Levines, mit dem sie sozusagen identisch war, überleben kann. Auch in Europa war Levine lange aktiv und mächtig, so die Welt - warum also bisher so wenig Aufsehen hier? Und der Guardian titelt: "Die 'Hard Brexiters' mussten gerade feststellen, dass Britannien schwächer ist als Irland."
Efeu - Die Kulturrundschau
05.12.2017 Die NZZ hält den Atem an, wenn Medea in Peter Konwitschnys Inszenierung an der Stuttgarter Oper auf die Knie gehen muss. Die SZ erlebt in Paris mit Wajdi Mouawad Romeo und Julia in der Nahost-Version. Der Freitag berichtet von einer Diskussion zur Zukunft der Berlinale und lernt von Christian Hochhäusler: Beißhemmung ist kein Frieden. Beim Festival in Baden-Baden blickte die FAZ in den Abgrund des deutschen Fersehfilms.
Magazinrundschau
05.12.2017 In Polen spülen illegale Abtreibungen viel Geld in die Kassen der Ärzte, berichtet der Guardian. Tablet und Spiked staunen über die weiße Liebe zu Ta-Nehisi Coates. Der New Yorker wägt die Chancen von Nicolas Maduro ab, Venezuela durch die Krise zu führen. Die New York Times besucht Bandenkrieger in El Salvador.
Medienticker
05.12.2017 Aktualisiert: Kooperation mit dem FBI: Deutsche Ermittler schalten mächtiges Botnetz aus - Türkei: Staatsfeind durch eine Unterschrift - Malta: Mordfall Galizia - Religion & Tollwut: Krimibestenliste im Dezember - Nachruf: Elmar Faber ist gestorben - Provinziell? Kulturelle Bildung im ländlichen Raum - Widerspruch aus Dresden:Umgang mit Verlagen der Neuen Rechten - Andreas Platthaus gratuliert Ursula Krechel zum Siebzigsten: Keine Magermilch, und bloß keine Kreide.
Bücherschau des Tages
05.12.2017 Sehr aufschlussreich findet die FAZ, wie Monika Krause in "Das gute Projekt" die Eigenlogik von NGOs analysiert. Von Wolfgang Kraushaar wünscht sie sich nach den "Blinden Flecken der RAF" eine richtige Geschichte des Linksterrorismus. Die NZZ feiert Marius Daniel Popescus musikalisch genauen Roman "Die Farben der Schwalbe". Unverjährbar nennt die FR Aharon Appelfelds Roman "Meine Eltern" über den Sommer von 1938. Außerdem liest sie John Greens Jugenroman "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" und erkennt in dem Autor den neuen Salinger.
Mittwoch, 06.12.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
06.12.2017 Die 63-jährige Künstlerin Lubaina Himid bekommt in diesem Jahr den Turner-Preis. Der Guardian reagiert mit verhaltener Freude. Auf Zeit Online erzählt Ann Cotten von ihrer Reise nach China. Die FAZ erlebt am Krakauer Stary Teatr eine Stimmung wie unter General Jaruzelski. Die Zukunft der Berlinale liefert weiter Diskussionsstoff: Die SZ träumt schon den Albtraum der hausgemachten Lösung. Und Frankreich unter Schock: Der eigentlich unsterbliche Johnny Hallyday, größter Rockstar der Welt, ist tot.
9punkt - Die Debattenrundschau
06.12.2017 In der Welt analysieren Anne Appplebaum und Peter Pomeranzew russische Einflussnahme auf deutsche Politik. Die Sopranistin Edda Moser erinnert sich in der Welt, wie James Levine stets mit einem Tross von Jungen umgeben war. Die New York Times nimmt "Weinstein's Complicity Machine" auseinander. Das Metropolitan Museum hängt laut hyperallergic.com seinen Balthus nicht ab. Und endlich finden sittsam gekleidete Frauen auch ein passendes Emoji by Apple und Android, freut sich Netzpolitik.
Medienticker
06.12.2017 Wer ist "ausländischer Agent"? Medienfreiheit in Russland & USA - Literaturstratege: Peter Handke zum 75. - Autobiografische Gesellschaftsanalyse: The Making of Didier Eribon - Frauenzeitschriften: Die Mär vom "einfachen Leben" - Oberland Bayern News. Literatur & Champagner am Tegernsee oder Wie komme ich an Staatsknete - Frankreich weint: Johnny Halliday ist tot.
Bücherschau des Tages
06.12.2017 In der FAZ ertastet Christoph Möllers die Konturen einer kritischen Theorie des Rechts, vermisst aber eine wirklich scharfe Bestimmung des Rechtsbegriffs. Die FR liest eine Cover-Version des König Lear von Edward St. Aubyn. Die NZZ frisst sich mit Rico und Oskar durch ein komplettes multikulturelles Mehrfamilienhaus. Und die FAZ kehrt mit Ismael Kadaré in die Zeit des Enver Hodscha zurück.
Donnerstag, 07.12.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
07.12.2017 Der Berliner Kopftuchstreit ist noch nicht ausgestanden: Eine parteiübergreifende Initiative will sich für das Berliner Neutralitätsgesetz einsetzen, berichtet die taz. Und selbst Grüne sind dabei! Es knallt immer heftiger in der Ukraine, erzählt Andrej Kurkow in der Welt und hofft doch, dass das Land mit der Korruption fertig wird. Nicht nur in Deutschland, in ganz Europa sind die öffentlich-rechtlichen Sender unter Druck, konstatiert die Zeit. Und die SZ macht sich Hoffnungen, dass das Urheberrecht für audiovisuelle Inhalte in Europa doch noch liberalisiert wird.
Efeu - Die Kulturrundschau
07.12.2017 Die taz bewundert das Timing für Transplantation, Skalpell, Säge, Nadel, Faden, schlagendes und nicht mehr schlagendes Herz in Katell Quillévérés Film "Die Lebenden reparieren". Der Standard beobachtet das Verschwinden der Gletscher in einer Ausstellung des Fotografen Michel Comte. Die NZZ besucht eine Ausstellung der Dame en noir Christa de Carouge, Schweizer Schwester im Geiste von Rei Kawakubo und Yohji Yamamoto. Die Musikkritiker sind baff, mit welcher Intensität die Franzosen um Johnny Hallyday trauern.
Medienticker
07.12.2017 Und noch mal G20: Polizei will Aufnahmen von Journalisten - Urheberrecht: Grenzenloses Fernsehen - Aktivistinnen statt Trump: Time-Magazin ehrt #MeToo-Frauen & Harald Welzer über den Time-Titel - Völlig antiquiert: Twitter-Berichterstattung - Der peinliche Medienaufseher: Der neue LMK-Direktor - Es leben die Illusionen oder Das Ringen mit dem Ich: Zum gestrigen 75. Geburtstag von Peter Handke + Klassikkampf: Gegen Klassik als elitäres Ritual.
Bücherschau des Tages
07.12.2017 Die SZ liest Philippe Soupaults "Zeit der Mörder" mit Erinnerungen an seine Monate im Gefängnis 1942 und lässt sich von Misha Aster die Geschichte der Berliner Staatsoper erzählen. Die FAZ empfiehlt die Werkausgabe Irmgard Keuns. Die Zeit stellt einige Kinder- und Jugendbücher vor, darunter einen Band mit Gutenachtgeschichten für "Rebel Girls".
Freitag, 08.12.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
08.12.2017 Warum wird die Europa-Debatte in Deutschland eigentlich von so alten Männern dominiert, fragt das Merkur-Blog. Politico.eu wirft einen Blick auf die protestantische nordirische Partei DUP, einen gefährlichen Bündnispartner der Brexiteers. Über Trumps Jerusalem-Entscheidung wird weiter gestritten. Die NZZ fürchtet, dass Toronto von Google zu einer allzu smarten City gemacht wird. Die SZ schildert, wie der Messenger Telegram.org in Russland genutzt wird, um die Zensur zu umgehen.
Efeu - Die Kulturrundschau
08.12.2017 Die NZZ geißelt den Schmus des Authentischen in der Literatur. Nichts steht einem Geist so gut, wie ein übergeworfenes Bettlaken, lernt der Tagesspiegel in David Lowerys "A Ghost Story". Die taz hätte sich mehr Mut beim "Rework" von George Clintons Funkadelic gewünscht. Und sie besucht Palermo, wo demnächst die Kunstbiennale "Manifesta" stattfinden soll.
Medienticker
08.12.2017 Aktualisiert:Freiheit für Deniz Yücel fordern 200 Künstler & Intellektuelle - Abspaltung? Springer gliedert Digitalgeschäft in Kommanditgesellschaft aus - Weniger Text, mehr Bild: WDR kommt Verlegern entgegen - "Politisch korrekt" als Kampfbegriff: "Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!" - Algorithmen-Ethik: Entscheidungsfindung - Der Moralist, der keiner sein wollte: Zum Tod von William H. Gass + In memoriam: Vor 300 Jahren wurde Johann Joachim Winckelmann geboren.
Bücherschau des Tages
08.12.2017 Die FAZ folgt mit Misha Aster der bewegten Geschichte der Berliner Staatsoper und lässt sich von Andreas Tjernshaugen in das verborgene Leben der Meisen einführen. Die SZ liest neue Bücher über Johann Joachim Winkelmann und empfiehlt Kinder- und Jugendbücher: Am besten gefällt ihr, wie Katharina von der Gathen über das Sexleben von Pantoffelschnecken, Pandas und Bonobos aufklärt. Die NZZ lauscht vergnügt den ungewöhnlichen Klängen in Christoph Meckels beiden Langgedichten. Und die Welt begibt sich auf die Suche nach den verschwundenen Orten der DDR.
Samstag, 09.12.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
09.12.2017 Kino oder Theater? In Apichatpong Weerasethakuls "Fever Room" wird diese Frage immerhin interessant gestellt, freut sich die taz. War doch alles transparent, wehrt Bono in der SZ alle Vorwürfe wegen seiner Steuervermeidungstricks ab. Die Franzosen begleiten heute Johnny Hallyday auf seinem letzten Weg über die Champs-Elysées, meldet France Bleu. Die NZZ langweilt sich in der Scala.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.12.2017 Warum hasst die Linke die Minderheiten der Minderheiten, fragt Kacem El Ghazzali in der NZZ. Die Berliner Zeitung schildert mit nüchternen Zahlen die Realität der Integration in Deutschland. Die Ehrung für Ken Jebsen könnte nach einen Gerichtsurteil nun doch im Berliner Kino Babylon Mitte stattfinden, berichtet die taz. Unterdessen solidarisiert sich Oskar Lafontaine auf Facebook mit dem Verschwörungstheoretiker. Am 21. Dezember werden die Katalanen mal wieder wählen - und wissen selber nicht, was werden soll, konstatiert die taz.
Bücherschau des Tages
09.12.2017 Die FR bekennt ihre Voskuil-Sucht und bespricht nach einem Binge-Reading die abschließenden Bände der "Büro"-Saga. Die NZZ lauscht den Stimmen der Toten in Frederic Pajaks sehr eigenwilliger Benjamin-Hommage "Ungewisses Manifest". Außerdem lernt die NZZ mit Jhumpa Lahiri Italienisch und empfiehlt Bücher von William Saroyan und Christian Haller. Die Welt liest Andreas Pflügers Thriller "Niemals".
Montag, 11.12.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
11.12.2017 Im Gespräch mit der Berliner Zeitung erklärt Thomas Wagner, Autor des Buchs "Die Angstmacher", was die Neue Rechte ist und wie sie hochkommen konnte. Vier Bundesländer wollen mit einer Bundesratsinitiative den Paragrafen 219a kippen, meldet die taz. Der Guardian hat eine Idee: Lasst und das Rad abschaffen, aber bitte nicht ohne "Übergangsperiode". Netzpolitik fragt, was "Presseähnlichkeit" sein soll.
Efeu - Die Kulturrundschau
11.12.2017 Im Bolschoi-Theater wurde nun doch noch Kirill Serebrennikows Nurejew-Ballett aufgeführt: Selbst unter den dicken Moskauer Schichten von Macht, Pelz und Botox ist niemand in Ohnmacht gefallen, berichtet die SZ. Die Welt fragt, wie die Berliner Staatsoper mit ihrer Rentnerregieriege internationalen Anspruch erheben will. Nach der Verleihung des Europäischen Filmpreis an Ruben Östlunds Kunstbetriebssatire "The Square" hadern FR und taz mit dem europäischen Konsens. Im Guardian stellt Jonathan Jones klar: Ein Bild ist kein Angriff.
Medienticker
11.12.2017 Aktualisiert: VDZ fordert Schranken für Netzaktivitäten von ARD+ZDF - Darknet: Medienhäuser in der digitalen Unterwelt - Für 400 Millionen Dollar: Apple greift angeblich nach Musikerkennungs-App Shazam - Ägypten geht verstärkt gegen unliebsame Bücher vor - Weniger Leser in Deutschland: Das Buch ist (noch nicht) Geschichte - Lokalpresse: Vorauseilende Einschüchterung - Ausstellung: Welcome to Jerusalem im Jüdisches Museum Berlin + Theater-Nachtkritiken aus Bochum, Köln &München + Interview mit Till Brönner: Jazz, eine Sprache ohne Worte.
Bücherschau des Tages
11.12.2017 Die SZ huldigt dem britischen Zeichner Jamie Hewlett, der dem Pop-Universum das Tank-Girl und die Gorillaz geschenkt hat. Etwas gestrig findet die SZ das Frauenbild von Veronica Raimo, ihre Erzählungen "Eines Tages alles dir" aber nicht schlecht. Außerdem liest sie ein Porträt über Österreichs jungmännischen Bundeskanzler Sebastian Kurz. Die FR liest mit Wohlwollen Harriet Cummings englischen Dorfkrimi "Eine von uns".
Dienstag, 12.12.2017
Magazinrundschau
12.12.2017 Bloomberg erzählt, wie Facebook Rodrigo Duterte half, die Wahlen auf den Philippinen zu gewinnen. Auf Lidove noviny erklärt der tschechische Autor Patrik Ouředník, warum Multikulturalismus in Europa so schlecht funktioniert. In der London Review of Books erzählt der Anwalt William Carter von seiner Suche nach Ölfässern in Libyen. In Magyar Narancs erklärt der Philosoph Gáspár Miklós Tamás, warum man die Systeme Orban und Kadar vergleichen, aber nicht gleichstellen kann. Der New Yorker bewundert die Vorwärtsgewandtheit der Esten.
9punkt - Die Debattenrundschau
12.12.2017 Die Politologin Renata Mienkowska ist sich in Zeit online sicher, dass die polnische Regierung mit dem Abbau des Rechtsstaats fortfahren wird. Außerdem fordert sie die Bevölkerung auf, endlich wieder mehr Kinder zu machen, berichtet die taz. Der Politikwissenschaftler Stefan Luft fürchtet in der SZ, das die Flüchtlinge dem Arbeitsmarkt für Geringqualifizierte schaden. Im Tagesspiegel attackiert Necla Kelek Grüne und Linkspartei beim Thema Integration. In der NZZ sieht Bora Cosic die Oktoberrevolution als Peripetie in einem Zerfallsprozess.
Efeu - Die Kulturrundschau
12.12.2017 Die SZ lernt im neuen Außenministerium in Den Haag, dass die Holländer weder Pathos noch Abstand mögen. Die FAZ lernt im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, Affen zu lieben. Die Welt macht sich keine Sorgen mehr ums Deutsche. Und in der taz gratuliert Stephan Wackwitz dem unverändert coolen Giwi Margwelaschwili zum Neunzigsten.
Medienticker
12.12.2017 Aktualisiert: Reporterpreis 2017 für den Spiegel - Social Network reißt Struktur der Gesellschaft auseinander - Verlage vs. ARD+ZDF: VDZ fordert Schranken für Netzaktivitäten - Medien-Trends für 2018: Von der großen Facebook-Ernüchterung bis zum kommenden Audio-Hype - Riff-Reporter: Journalismus direkt vom Erzeuger - Influencer Marketing: Das waren die erfolgreichsten Instagram-Werbeposts im November - Der Wintersport und der MDR oder der distanzlose Sportjournalist + Europäische Filmpreise: Die wichtigsten Produktionen des europäischen Kinojahres 2017.
Bücherschau des Tages
12.12.2017 Schmerzlich, aber ganz und gar unheroisch findet die taz Angel Santiestebans Geschichten aus Kuba "Wölfe in der Nacht". Die SZ reist mit Katharine Norbury flussaufwärts und erkennt mit Christoph Türcke die menschenfeindliche Naivität des Hiob-Märchens. Die FAZ gräbt sich mit Maggie Nelson durch Gender-Theorie und Argonauten-Saga und lässt sich die melodischen Verse des Tobias Bamborschke gefallen. Die NZZ liest John Burnsides nüchternen Amerika-Roman "Ashland & Vine".
Mittwoch, 13.12.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
13.12.2017 Die SZ interviewt den palästinensischen Autor Ali Qleibo aus Jerusalem, der erklärt, warum die Palästinenser in Jerusalem gar nicht so doll gegen Donald Trumps Anerkennung der Stadt als Hauptstadt Israels protestieren. Während Jakob Augstein in Spiegel online die Welt dennoch "auf dem Weg der Israelisierung" sieht, fragen andere Medien nach dem Antisemitismus in der Mehrheitsgesellschaft. Die Welt erklärt, warum der Paragraf 219a so sexistisch ist. Die FAZ kritisiert den Papst, der die Bibel kritisiert. Und niemand, nicht einmal Stockfish, schlägt Alpha Zero in Schach, schon gar kein Mensch..
Efeu - Die Kulturrundschau
13.12.2017 Die FAZ beobachtet das Werden einer Schreckenssiedlung nördlich der A5. Die NZZ sieht die USA mit der Debatte um Balthus zwischen Prüderie, Pornografie und Hysterie taumeln. Die FR folgt Yves Tanguy ins "Reich der Misteldruiden". Die SZ besucht in Saarbrücken einen Museumsneubau, dem die eigene Beliebtheit eingeschrieben ist. Und die Filmkritik folgt den Sternenflottenstreber des achten Star-Wars-Films an den Rand des Burn-outs.
Medienticker
13.12.2017 Aktualisiert: Onlineportale: Springer verkauft Aufeminin an TV-Gruppe TF1 für 286,1 Mio & Neue WDR-Online-Strategie- EU-Datenschützer rüffeln Datenschutzpakt - Ist die Lesekultur am Ende? Sortiment mit napp zwei Prozent plus & Buchhändler haben viel Arbeit, aber wenig Lohn - Daten-Allianzen von Verimi & ProSiebenSat.1 - "No Billag" & Künstler: Schweizer Rundfunkgebühren unter Druck - Ausstellung: "America! America! How Real is Real?" + Fünfzig Jahre Entenhausen: Nicht nur für Donaldisten.
Bücherschau des Tages
13.12.2017 Die NZZ setzt sich mit Boris Sawinkow auf "Das schwarze Pferd" und bricht auf zu einem düsteren Ritt durch den russischen Bürgerkrieg. Die FAZ fragt nach der Lektüre urbanistischer Neuerscheinungen, ob die ambivalente auch eine humane Stadt ist. In der SZ bespricht Karl-Markus Gauß Melinda Nadj Abonjis Roman "Schildkrötensoldat". Die taz beleuchtet das knifflige Verhältnis von DDR und PLO.
Donnerstag, 14.12.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
14.12.2017 Die #MeToo-Debatte reißt nicht ab. Salma Hayek erhebt in der New York Times Vorwürfe gegen Harvey Weinstein, auch der HipHop-Unternehmer Russell Simmons wird der Vergewaltigung beschuldigt. In der Zeit beschreibt Zeruya Shalev, wie sie bei einer Diskussion mit jungen Palästinenserinnen über die Möglichkeit des Friedens zur Verzweiflung getrieben wurde. Die SZ feiert die Wiederentdeckung des Landes durch den jungen Urbanismus. Die Debatte über Antisemitismus in Deutschland geht in verschiedenen Medien weiter.
Efeu - Die Kulturrundschau
14.12.2017 Die taz prüft die neue Betriebstemperatur des Liebeslebens von Juliette Binoche. Die Zeit gerät bei einem Konzert des Trios "The Necks" in der Elbphilharmonie in eine Identitätskrise. Die FAZ kostet Revolutions-Borschtsch in Krasnojarsk. Im Standard feiert Johan Simons den Schriftsteller des Heimwehs, Joseph Roth.
Medienticker
14.12.2017 Aktualisiert: Medien-Ernüchterung: Zu hoch, zu schnell, zu weit? - News-Aggregator: Updays rasanter Aufstieg - Videos: Facebook will Verlage nicht mehr bezahlen & Nachrichtenagenturen fordern Geld von Facebook+Google - Große Online-Defensive: Der WDR kastriert sein Angebot - Jonathan Franzen: "In zehn Jahren twittern nur noch Arme und Verrückte" - Globalisierter Journalismus: In der Welt mitreden - Interviews mit Natascha Wodin & Thomas Hettche + Sind wir zu empfindlich? Streit um "Political Correctness" + Hörspiel aus Haiku Gedichten
Bücherschau des Tages
14.12.2017 Die Zeit entdeckt das Verbindungsglied zwischen Nabokov und Heinz von Eschwege: Es ist ein Walross. Die FAZ sucht mit Philipp Röding "Die Möglichkeit eines Gesprächs". Die taz liest eine Geschichte des Metal-Labels Noise Records. SZ und FAZ würdigen neue Bücher des heute seinen 90. Geburtstag feiernden Autors Giwi Margwelaschwili.
Freitag, 15.12.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
15.12.2017 In den USA ist die Netzneutralität abgeschafft worden. Einen Vorgeschmack auf ein Netz ohne Neutralität liefert der Hongkong-Korrepondent der New York Times: Statt Netz gibt es dort chinesische Mauer. In der NZZ macht sich Herfried Münkler Sorgen über eine Welt ohne Heldenerzählungen. Ganz und gar nicht an Heldengeschichten glaubt Javier Cercas in der SZ. Die NZZ malt aus, wie ein Gesundheitssystem mit fürsorglicher Überwachung aussehen wird. In der SZ erzählt der geschasste Museumsdirektor Pawel Machcewicz, wie die Pis-Partei Geschichte frisiert.
Efeu - Die Kulturrundschau
15.12.2017 Die Berliner Zeitung stöbert durch den Nachlass von Gabriel García Márquez und findet eine wunderbare Filmidee. Der Tagesspiegel stellt den chinesischen Künstler Hua Yong vor, der sein Engagment für die Wanderarbeiter gerade mit drohender Haft bezahlt. Sehr kühl reagieren die Theaterkritiker auf Mette Ingvartsens noch kühlere Choreografie "21 pornographies" an der Volksbühne. Tausend trockene Trap-Beats, zu denen Neonazis verdroschen werden, hört Zeit online mit Pharrell Williams.
Medienticker
15.12.2017 Aktualisiert: Metadatensammlung: Wegweisendes Urteil gegen den BND - Brief an den WDR-Intendanten: Redakteure sind von ihrem Boss enttäuscht - Filmwirtschaft: Disneys Deal mit "21st Century Fox" - Unesco-Weltbericht: Künstler werden am häufigsten angegriffen - Religion & Kapitalismus: Friedrich Wilhelm Graf über die protestantische Arbeitsethik - Theater-Nachtkritiken aus München - Nein heißt Nein: Theresia Enzensberger über #MeToo - Piketty-Studie: Einkommens-Ungleichheit so groß wie 1913 - Disco als Lebensgefühl: "Saturday Night Fever" wird vierzig.+ Hörfunk-Tipps für das Wochenende.
Bücherschau des Tages
15.12.2017 Die FAZ ärgert sich mit Christiane Florin über klerikale Hybris und fordert einen "Weiberaufstand" in der katholischen Kirche. Mit Philippe Margotin und Jean-Michel Guesdon blickt sie hinter die Geschichten von Rolling-Stones-Songs. Die taz lauscht lieber literarischem Punkrock von Lee Hollis. Die SZ schwelgt mit Peter Frankopan im Gemetzel des ersten Kreuzzugs. Und die NZZ schaut mit Barbara Schiblis obsessiven Zwillingsschwestern auf "Flechten".
Samstag, 16.12.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
16.12.2017 In der taz verrät die iranische Musiklehrerin Charuk Revan, wie sie sich mit Black Metal emanzipiert hat. Die FAZ sehnt sich nach einer neuen Künstlergruppe, die der Kunst zur Emanzipation vom Markt verhilft. Die Kritiker werfen mit Regisseur Ersan Mondtag einen düsteren Blick in die Altenpflege. Welt und Deutschlandfunk Kultur erproben neue Wohnmöglichkeiten. Und die Literarische Welt fragt: Was bleibt übrig von Heinrich Böll?
9punkt - Die Debattenrundschau
16.12.2017 In der NZZ beklagt Pascal Bruckner den repressiven Charakter des neuen Feminismus. In der New York Times erklärt die Strafrechtlerin Shanita Hubbard, wie schwarze Frauen in den USA lernen, dass sexuelle Gewalt sekundär ist. In der FR seziert der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi das postfaktische Denken muslimischer Communities. Die taz fürchtet, dass Deutschland in Sachen Antisemitismus keinen Import nötig hat. Außerdem erinnert Eugen Ruge in der taz daran, welch Befreiung es für DDR-Bürger war, Deutsche sein zu dürfen.
Bücherschau des Tages
16.12.2017 Die FAZ lässt sich von Josiah Ober Demokratie erklären. Außerdem liest sie neue Bücher über Stefan George. Die FR liest einen unromantischen, aber wahrhaftigen "Liebesroman" von Ivana Sajko. Die Welt lernt bei Julia Encke die verletzliche Seite von Michel Houellebecq kennen. Die SZ fragt mit Ina Hartwig "Wer war Ingeborg Bachmann?" und freut sich über eine Irmgard-Keun-Werkausgabe. Die taz ergründet mit Mark Fisher "Das Seltsame und das Gespenstische".
Montag, 18.12.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
18.12.2017 Zwei Artikel bei den Ruhrbaronen und beim Perlentaucher erzählen, wie Lamya Kaddor ihre Diskursgegnerin Necla Kelek über Jahre mit einem verfäschten Zitat verfolgte. In der Welt erzählt die Künstlerin Parastou Forouhar, warum sie im Iran wegen Blasphemie vor Gericht steht. In der taz wenden sich die Genderforscherinnen Mona Motakef und Jana Cattien gegen "aufklärerische Ideale", die ja doch nur "auf kolonialistischen, rassistischen und sexistischen Ausschlüssen" beruhen. Und die New York Times deckt auf, wer das angebliche Leonardo-da-Vinci-Gemälde "Salvator Mundi" tatsächlich gekauft hat.
Efeu - Die Kulturrundschau
18.12.2017 Der Standard lässt sich mit Begeisterung am Wiener Volkstheater von Stephan Kimmig in die moralische Wüste des Krzysztof Kieslowski führen. "Glotz nicht so romantisch!", schallt es der taz in den Münchner Kammerspielen entgegen. Die SZ erliegt der Heiterkeit in den den Fotografien von Joel Meyerowitz. Die NZZ reist mit Ovid ans Schwarze Meer. Und nur Pitchfork verübelt Pharell Williams den Aktivisten-Chic auf seinem neuen Album "No_One Ever Really Dies"
Medienticker
18.12.2017 Aktualisiert: BND streute heimlich Russland-Kritik unter Medien - Türkei: Im Meşale-Tolu-Prozess fordert der Staatsanwalt die Freilassung - Der Nutzer als Jurist: Twitter rollt Meldesystem für das NetzDG aus - "Nicht akzeptabel": Buchverlage gegen kostenpflichtiges Spiegel-Bestseller-Logo - Eliten vs. normale Bürger: Söders populistische Fingerübung & Champagner am Lago di Bonzo neoliberali - Wien: "Österreich wird eher nationalistisch orientiert sein" & die Amerika-Connection der Neuen Rechten - Konsum der Kulturindustrie: Klassik vs. Kommerz + Räuspern: Mehr Menschlichkeit im Pop?
Magazinrundschau
18.12.2017 Die Huffington Post rechnet vor, wie angeschmiert die Millenials sind. In Novinky erklärt der Soziologe Grzegorz Piotrowski, wie Solidarität in Polen zur Schwäche wurde. Wer Victor Orban ablösen will, muss sich mit Jobbik verbünden, meint Agnes Heller in Magyar Narancs. Die New York Review of Books nimmt das Patriarchat aufs Korn. Longreads erzählt, wie die einzige Chefredakteurin der Paris Review aus der Geschichte des Magazins gelöscht wurde. In der Vogue erzählt Salman Rushdie von den Weihnachtsfundamentalisten in seiner Familie.
Bücherschau des Tages
18.12.2017 Wortkarg und willensstark wie ein Exerzitium findet die SZ Linda Boström Knausgards Befreiungsgeschichte "Willkommen in Amerika". Außerdem ackert sie sich durch den neuen Band der Marx-Engels-Gesamtausgabe, der den Historischen Materialismus der "Deutschen Ideologie" entgegenstellt. Die FAZ vergnügt sich gruselnd mit "Geistergeschichten weltberühmter Autoren". Die Welt revidiert nach Dave Zeltsermans "Small Crimes" ihr romantisches Menschenbild.
Dienstag, 19.12.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
19.12.2017 Warum will eigentlich auf einmal jeder Museumsdirektor einen Erweiterungsbau?, fragt die NZZ. Die Welt erlebt mit William Forsythe in Paris die Schönheit und Anmut tanzender Industrieroboter. Der Guardian preist die imaginative Kraft des schottischen Malers Peter Doig. Und die SZ findet Eminems neues Album sträflich am Zeitgeist vorbei produziert.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.12.2017 Politico.eu erklärt, warum Italien das einzige europäische Land ist, in dem die jungen Wähler europaskeptischer sind als die älteren. Das Niemanlab hat herausgefunden, dass News in den Timelines der meisten Facebook-Nutzer eine wesentlich geringere Rolle spielen, als sich die Medien wünschen mögen. Die FAZ stellt den katalanischen Autor Eduardo Mendoza vor, der einige Selbsttäuschungen der Katalanen aufdeckt. Und: Nichts ist laut Sonja Margolina in der NZZ trauriger als Sex in Russland.
Medienticker
19.12.2017 Aktualisiert: "Ihr kommt nicht davon": Bild-Chef kritisiert die Kritiker - Textelemente: Mathias Döpfner lobt WDR für neue Online-Strategie - Jahresbilanz der Pressefreiheit: Weltweit 65 Medienschaffende getötet - Türkei: Mesale Tolu halbfrei - Polen: Medien-Startups füllen wichtige Nische aus - Faktenchecker Politifact: "Trump lässt sich eine gute Story nicht durch Fakten kaputtmachen" - Twitter: Schärfere Kontrollen eingeführt - Open Access bei Großverlagen zwischen liberal & restriktiv + Goldener Günter 2017: Medien-Peinlichkeiten des Jahres.
Bücherschau des Tages
19.12.2017 "Es gibt keine kulturelle Identität" lernt die FAZ von François Jullien, höchstens Ressourcen, und diese verkümmern, wenn man sie nicht nutzt. Sehr aufschlussreich findet sie auch Christoph Marx' Biografie des Tyrannen "Mugabe". Die SZ folgt Laura Cumming auf den Spuren eines verschwundenen Velazquez. Die NZZ lernt mit Andreas Urs Sommer Nietzsche neu kennen. Und die taz feiert Manu Larcenets Comic-Adaption von Philippe Claudels düsterem Elsass-Roman "Brodecks Bericht".
Mittwoch, 20.12.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
20.12.2017 Die Debatte über das von Lamya Kaddor verfälschte Zitat Necla Keleks tobt auf vor allem auf Facebook: Die Kelek-Gegner Daniel Bax und Hilal Sezgin rücken nicht ab - Bax nennt die "notorische Lügnerin" Kelek in einem Atemzug mit "Elsässer oder Höcke". Der Tagesspiegel resümiert die Diskussionen um die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland, Österreich und Schweiz. Die SZ fragt endlich mal: Warum spielt in der #MeToo-Debatte die so frauenfeindliche HipHop-Industrie keine Rolle? Bodo Mrozek erläutert in seinem Blog, wie die "Identitäre Bewegung" mit Popsymbolen spielt. Und in SZ online hält der Pater Tobias Zimmermann, Leiter des Berliner Canisius-Kollegs, das Berliner Neutralitätsgesetz für verfassungswidrig.
Efeu - Die Kulturrundschau
20.12.2017 In der NZZ erklärt Ai Weiwei: Nur ein schlechter Künstler ist kein Aktivist. Die SZ erlebt Freiheit, Vereinsamung und Langeweile im tschechoslowakischen Plattenbau. Critic.de resümiert das Filmjahr. Pitchfork informiert, wie Streamingdienste künftig die Beliebtheit von Popsongs messen wollen. Und die Welt verabschiedet den Borsalino mit einem Fingertipp an der Hutkrempe.
Medienticker
20.12.2017 Aktualisiert: Strengere EU-Datenschutzregeln für die Medienbranche - Neues aus dem Fernsehrat:Fünf Wünsche ans öffentlich-rechtliche Christkind - Am Gängelband der Politik: Österreichs neue Regierung & die Medien - Austria-Rechtspopulismus: Ein Hauch von Machiavelli - Presserat prüft die "Krawall-Barbie" der Bild-Zeitung - Investigativer Journalismus: Mateschitz will die Wahrheit retten - Einmischung erwünscht!: Heinrich Böll zum Hundertsten + 2017: Das Jahr in Quersumme.
Bücherschau des Tages
20.12.2017 Die FAZ liest beeindruckt einen Band über die exzellenten Astronominnen Ende des 19. Jahrhunderts. Die NZZ sucht mit zwei Bänden nach einem deutschen Designstil. Die Zeit begeistert sich für die Ilias-Übersetzung von Kurt Steinmann. Und die SZ lässt sich von Immanuel Brockhaus Kultsounds erklären.
Donnerstag, 21.12.2017
Medienticker
21.12.2017 Aktualisiert: Deutschland, Österreich & die Schweiz: Öffentlich-Rechtliche unter Druck - Paradise Papers: Klage gegen Guardian & BBC - Facebook, das entfesselte Monopolunternehmen: Marktbeherrschend & handelt missbräuchlich, meint das Budeskartellamt - Buchbranche: Standardisierung & Automatisierung + Altcoins oder Wie sich Kryptowährungen ihren eigenen Hype schaffen.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.12.2017 Heute ist Wahl in Katalonien. Aber sie könnte unklar ausgehen, warnt die taz. Die Debatte um das von Lamya Kaddor verfälschte Necla-Kelek-Zitat geht weiter: FAZ und Welt erkunden den Spalt zwischen Sagen und Meinen. In Zeit online glaubt Robin Detjen nicht, dass die SPD so mir nichts dir nichts wieder modern werden kann. Und alle Medien im Internet fürchten Googles Adblocker.
Efeu - Die Kulturrundschau
21.12.2017 Die FAZ diagnostiziert einen Streamingkrieg der Serien. Der Standard porträtiert die R'n'B-Sängerin Kelela als interessanteste des Jahres 2017. Der Tagesspiegel entdeckt in einer Surrealistinnen-Ausstellung die giftig grünen Schlangen Marie Ermínovás. Die Spex erinnert an das Musikalbum "Kebab- und andere Träume", das 1987 die Möglichkeiten eines melting pots beschrieb.
Bücherschau des Tages
21.12.2017 Die FAZ amüsiert sich über die bösartige Schilderung der britischen Oberschicht im 9. Band von Anthony Powells Zwölfteiler "Ein Tanz zur Musik der Zeit". Die NZZ erschauert vor dem "Angriff der Algorithmen", den ihr Cathy O'Neil darlegt. Die SZ freut sich über Bernhard Robbens hervorragende Übersetzung des "Babbitt"-Romans von Sinclair Lewis. Und die taz hört vergnügt "Kasperl und der Wachtelkönig".
Freitag, 22.12.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
22.12.2017 Politco.eu ist ratlos: Es ist so viel passiert in Katalonien in letzter Zeit - und doch sind wir keinen Schritt weiter! Die Salonkolumisten greifen die Debatte um das von Lamya Kaddor verfälschte Necla-Kelek-Zitat auf und sehen durchaus rechtliche Aspekte. Im Perlentaucher reagiert Necla Kelek selbst. Ganz unabhängig davon schildert die NZZ die Techniken heutiger Debatte: "Man diskutiert nicht mit dem Gegner, man 'entfreundet' ihn." Die SZ schildert die Verfolgung Homosexueller in Ägypten, betrieben in trauter Eintracht von Staat, Imamen und koptischer Kirche.
Efeu - Die Kulturrundschau
22.12.2017 "Wir sind nicht links", protestiert Phillip Ruch vom Zentrum für Politische Schönheit im Interview mit der NZZ. Das Art Magazin porträtiert die Künstlerin Helene von Taussig, deren Karriere von den Nazis beendet wurde. Die FAZ feiert Dušan David Pařízeks Inszenierung von Ewald Palmetshofers modernisiertem Hauptmannstück "Vor Sonnenaufgang" am Wiener Akademietheater. Die SZ betrachtet die Trailer von Filmen als Industrie und Kunstform.
Medienticker
22.12.2017 Aktualisiert: Wie viel Pranger darf sein? - Urteil gegen die Tagesschau-App bestätigt - Paid-Content: Das totale-Mega-Debakel der Verlage - Türkische Staatsanwaltschaft bedroht Can Dündar mit bis zu 15 Jahren Haft - Ingeborg Bachmann: Ina Hartwigs Porträt einer weltläufigen Intellektuellen - Krawall & Lyrik: Das Bücherjahr im Rückblick - e-Books: Jedes dritte verschenkte Buch ist elektronisch - Die Lücke zwischen Michelangelos Fingerspitzen + Hörfunktipps für die Feiertage.
Bücherschau des Tages
22.12.2017 Die FR streift mit Volker Heises frustrierten Helden durch ein Berlin "Außer Kontrolle". Die NZZ liest bei Mich Vraa eine ebenso erhellende wie berührende Geschichte über Sklavenhandel in Dänemark. Die SZ liest in den Tagebüchern von Jonas Mekas, wie der Filmemacher aus Litauen floh. FR und SZ freuen sich über einen neuen Band von Andreas Steinhöfels Rico-und-Oskar-Geschichte.
Samstag, 23.12.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
23.12.2017 Milan Peschel bringt als "Hauptmann von Köpenick" ein wenig Volksbühnen-Spirit ans Deutsche Theater, freuen sich die Kritiker. Die Amoralität des Marktes hat für die Kunst auch Vorteile, stellt Wolfgang Ullrich im Perlentaucher fest. Der Guardian entdeckt Werke vergessener Renaissance-Künstlerinnen auf florentinischen Dachböden. In der taz will sich Bernd Begemann nicht von Influencern manipulieren lassen. Und die FAZ ärgert sich über die lieblosen Märchenfilm-Neuproduktionen der Öffentlichen-Rechtlichen.
9punkt - Die Debattenrundschau
23.12.2017 Bei t-online weist Lamya Kaddor den Vorwurf von sich, sie habe Necla Keleks Zitat verfälscht. Die SZ eruiert, wann Heimatgefühle giftig werden. In der FR spricht der Historiker Philipp Blom über das Taumeln in der Gegenwart. In der taz inspiziert Pussy-Riot-Aktivistin Mascha Alechina den russischen Gulag. Und zum unaufhaltsam näher rückenden Heiligabend empfiehlt Helene Hegemann in der NZZ mal einen Potlatsch.
Bücherschau des Tages
23.12.2017 Die SZ lernt von Tove Jansson und Karl Ove Knausgard, dass man mit unbedingter Ehrlichkeit gut durch den Winter kommt. Fasziniert folgt die NZZ der Dichterin Robin Coste Lewis auf ihrer poetischen Suche nach dem schwarzen Körper in der Kunst. Die taz fährt mit Nacha Vollenweider in Hamburg S-Bahn. Die FAZ erkundet mit der Biologin Christiane Nüsslein-Volhard die Schönheit der Tiere.
Mittwoch, 27.12.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
27.12.2017 Die NZZ steht Kopf vor Daniel Schwartz' Gletscherbildern. Der Tagesspiegel erkennt im Wuppertaler Heydt-Museum: Das Gegenteil des Impressionismus ist Edouard Manet. Auf ZeitOnline ruft Thomas Glavinic: Zensur gefährdet die Jugend mehr, als es die finsteren Texte der Metalband Eisregen je könnten. Ridley Scott hält sich in der SZ an die ökonomischen Aspekte von #MeToo. In der Welt spricht Renzo Piano über die Macht der Schönheit und die Zugänglichkeit von Museen. Und Célines Witwe gibt mit ihren 105 Jahren die antisemitischen Pamphlete des Autors frei, berichtet die FAZ.
9punkt - Die Debattenrundschau
27.12.2017 FAZ und SZ resümieren das Jahr der #MeToo-Debatte, das nicht nur die Verfehlungen einiger Hierarchen, sondern ein ganzes Machtsystem bloßlegte. Der Guardian enthüllt, dass die britische Regierung Tausende Archivakten über missliebige historische Ereignisse verschwinden ließ. Die New York Times zeigt, wie Frauen von der Rivalität zwischen Saudi-Arabien und dem Iran profitieren. Guardian und Washington Post thematisieren russische Einflussnahme in den sozialen Netzen.
Medienticker
27.12.2017 Aktualisiert: Voyeuristische Selbstversuche & ab heute Hacker-Festspiele in Leipzig: Der Chaos Communication Congress tagt - Bitcoin: Neue Warnungen - Protestsongs 2017: Mund auf gegen Trump & Paul Auster über die US-Regierung: "Sie zerstören die amerikanische Gesellschaft" - Lei(d)tkultur-Debatte: Die "Heimat", die wir brauchen & Fragen nach Identität: "Wir" im Osten & im Westen - Berliner Volksbühne: Interview mit Chris Dercon über seine ersten 100 Tage + Zwischen den Fronten: Über die Rolle von Hermann Hesse in der NS Zeit.
Bücherschau des Tages
27.12.2017 Die NZZ erforscht mit Felix Philipp Ingold Todeskonzepte der russischen Moderne. Die Welt streift mit Michael Sommer durch Palmyra. Die SZ sitzt mit Barbara Köhler an der Emscher. Die FAZ steht vor einem Löwen in der Bibliothek.
Donnerstag, 28.12.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
28.12.2017 Spiegel online schildert in einer Reportage die allgegenwärtige Gewalt gegen Frauen in Ägypten. Die Zeit kritisiert den allzu lieben Frieden zwischen Kirchen und Vertretern des Islams in Deutschland. Die taz prangert den Einfluss amerikanischer Miiliardäre auf die Politik des Landes an. Die FAZ vermutet evangelikalen Einfluss hinter der Jerusalem-Entscheidung Donald Trumps.
Efeu - Die Kulturrundschau
28.12.2017 Die Welt wirft zwei Blicke in das Laboratorium der Moderne, bevor Verwertungsindustrie und Kuratoren sich über die Künstler setzten. Die Filmkritiker frösteln in Yorgos Lanthimos' Filmdrama "The Killing of a Sacred Deer" und wärmen sich an den Farben van Goghs im Animationsfilm "Loving Vincent". Im Freitext-Blog schildert Norbert Niemann seine Eindrücke von New York. Die NZZ feiert den Illustrator Celestino Piatti. Und Zeit online aalt sich im Eklektizismus des Musikproduzenten Jack Antonof.
Medienticker
28.12.2017 Aktualisiert: Medienkonzerne, die auf das Internet setzten werden an der Börse belohnt - "Erhöhter Revolutionsbedarf" auf dem Chaos Communication Congress - Winke-Winke Internet: Wie das Web mehr als nur die Netzneutralität verlor - Offline ist das neue online: Google eröffnet eigene Läden - Streit mit Zeitungsverlegern: Düstere Amtsbilanz derARD-Vorsitzenden - Von Ziegenfickern & Wortklaubern: Was Frau Kelek gesagt oder gemeint hat & worum es wirklich geht erkllärt Wolfram Schütte + Archivierung: Klaus Theweleit gibt seine geliebten Papierrollen nach Marbach.
Bücherschau des Tages
28.12.2017 Die taz lässt sich mit Manja Präkels' Debütroman "Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß" ins ungemütliche Brandenburg der Nachwendezeit versetzen. Die FAZ amüsiert sich mit Irene Diwiaks erfindungsreichem Künstlerroman "Liebwies". Die Zeit lauscht ganz und gar hingerissen Friederike Mayröckers
"Requiem für Ernst Jandl" mit der Musik von Lesch Schmidt. Die SZ vertieft sich in Hans Joas' Theorie des Sakralen.
Im Kino
28.12.2017 Zum Jahresabschluss traditionsgemäß: Kurze Texte zu Filmen, die leider (noch) nicht den Weg in die deutschen Kinos gefunden haben. Vorenthalten wurden uns Schammerl-Psychotrips, Verköstigungen roher Tier-Innereien, die Grenzen des Filmmaterials, nicht-abstrakte Vergnügen, friedliche Koexistenzen von Sex und Religion sowie kristallklare Breitwand-Bilder.
Freitag, 29.12.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
29.12.2017 Die SZ besucht die Tretjakow Galerie, zu deren Ausstellungen übereifrige Besucher schon mal die Tür eintreten. Die NZZ ist verschnupft über Gerhard Richter, der etwas zu unverblümt die Überlegenheit der Naturwissenschaften über den Altar feiert. Ufa-Filmoperetten sind nicht unschuldig, schreibt die SZ Christian Thielemann ins Stammbuch. Außerdem eröffnet die SZ eine neue Textreihe über Heimat mit einem Text des Schriftstellers Senthuran Varatharajah.
9punkt - Die Debattenrundschau
29.12.2017 In Spiegel online erklärt die Politologin Katika Kühnreich, wie das chinesische Punktesystem für Wohlverhalten funktionieren wird. In der SZ spricht Linus Neumann vom Chaos Computer Club über die Gefahren von Staatstrojanern und Gesichtserkennung. In der Welt fürchtet Henryk Broder, dass die Islamisierung Deutschlands kaum mehr aufzuhalten ist. Und die taz hat herausgefunden: "In Deutschland ist es wahrscheinlicher, als Leiche in einem TV-Krimi mitzuspielen, als ermordet zu werden.
Medienticker
29.12.2017 Aktualisiert: Arthur Gregg Sulzberger neuer Herausgeber der New York Times - Zu viel Einheitsbrei: Blinde Medien-Flecken - Willkommen im Hacker-Wunderland 34C3: Wie der Staat digital überwacht - #Covfefe, #MeToo & #fedidwgugl: Tweets & Töne 2017 - Neuer ARD-Vorsitzender: Ulrich Wilhelmsind Talkshows zu dominant - Weihnachtsgeschäft: Buchhandel mit Minus-Bilanz - Trump glaubt, dass die Medien ohne ihn nicht überleben - Kontrafaktische Geschichtsforschung: Wenn Luther seine Thesen für sich behalten hätte? - Das nächste Jahr schon mal durchgekaut + Hörtipps zum Jahreswechsel.
Bücherschau des Tages
29.12.2017 Die SZ liest berührt Aharon Appelfelds zarte Erinnerungen an eine Kindheit in der Bukowina. Die NZZ nähert sich mit der dänischen Lyrikerin Pia Tafdrup behutsam der Demenz des Vaters. Die FR folgt Nadia Murads schmerzhaften Erinnerungen an ihr Martyrium als Jesidin im Irak und Sexsklavin des IS. Die FAZ freut sich über eine Neuauflage von Voltaires Briefen aus England.
Samstag, 30.12.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
30.12.2017 Die Grünen-Politiker Volker Beck und Dirk Behrendt plädieren in der Berliner Zeitung und bei Twitter für das Kopftuch an Berliner Schulen. Die FAZ kann es nicht fassen: Der neue ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm droht mit Einsparungen am Programm, falls er nicht demnächst drei Milliarden Euro mehr bekommt. Im Tagesspiegel spricht der Historiker Andreas Rödder über die poltische Wucht der Postmoderne.
Efeu - Die Kulturrundschau
30.12.2017 Der Musiker Christopher von Deylen dreht im Iran am Jubelknöpfchen, lesen wir in der FR. Chinesischstämmige Koreaner möchten auch gern mal die Rolle des Filmhelden spielen, erzählt die NZZ. Die taz staunt über den Literaturkritiker Thomas Gottschalk und begutachtet das von identitärem Tribalismus gezeichnete Superkunstjahr 2017. Und der Perlentaucher wünscht allen Lesern einen guten Rutsch!
Bücherschau des Tages
30.12.2017 Amüsiert-erschreckt verfolgt die FAZ Antonio Manzinis "Spitzentitel". Die Welt amüsiert sich prächtig mit drogenabhängigen Spinnen, onanierenden Drachen und fliegenden Haien im siebten Band der Comic-Serie "Saga". Die FR lässt sich von Stephan Ozsváth den Werkzeugkasten der Populisten a la Viktor Orban zeigen. Die NZZ durchwandert mit Thomas Hettche Räume der Stille.