Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Mittwoch, 01.11.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein weitgehend nicht vorhandener Common Sense

01.11.2017 Sex, Macht, Gewalt - ein Abgrund! In der taz will Jan Feddersen die Aufregung um Kevin Spacey nicht nachvollziehen. Auch über Tariq Ramadan wird weiter debattiert: Dass er sich nach Vorträgen Frauen in Hotelzimmer bringen ließ, war laut Nouvel Obs offenbar längst bekannt. Wer Toleranz für das Kopftuch fordert, muss muss auch akzeptieren, dass Katholiken gegen die Homo-Ehe sind, fordert der katholische Autor Giuseppe Gracia in der NZZ. Aber das geht nicht, findet Harry Nutt in der FR, denn gegen das Kopftuch sein ist rechts.

Efeu - Die Kulturrundschau

Zum Gott geadelt durch die Kunst

01.11.2017 Die taz feiert die Rückeroberung des öffentlichen Raums bei der Biennale in Karatschi, allerdings nur unter Polizeischutz. Außerdem genießt sie den akademischen Jazz des Komponisten Tyshawn Sorey. Die FAZ bewundert im Brüsseler Théâtre de la Monnaie, wie Antonello Manacorda einen Teenager bändigt. Die NZZ erzählt von der verrückten Liebe der Iraner zur Dichtung. Der Standard wäre in Wien vornehmer Auktionsgesellschaft beinahe auf Trophäenjagd gegangen.

Medienticker

Aufs Ohr gelegt

01.11.2017 Aktualisiert: Nachrichtenpodcasts im Vergleich - Verlegerbeteiligung: BGH weist GEMA-Beschwerde zurück - Katalonien: Erste Verlage verlassen Barcelona - Türkei: Parlamentsanfrage wg. Deniz Yücel - Gefälschten Bilder: Fakes aus Krisenregionen - Akademiepreise: Büchners Borkenkäfer - Nach-Lese zum Reformationsjubiläum oder Einfach mal die Tinte halten! + Gurlitts Sammlung in Bern & Bonn zu sehen.

Bücherschau des Tages

Allerhand Allotria

01.11.2017 Amüsiert schiebt die FAZ mit Jean Echenoz' Mata Hari aus Paris die Revolution in Pjöngjang an und lernt ganz nebenbei etwas über Elefantenbrunst und Fische mit Ohren. In Markus Günthers raffiniertem Debütroman "Weiß" folgt sie dem subtil gezeichneten Strafprozess einer Ehe. Und von Roman Töppel lässt sie sich die Hintergründe der größten Schlacht des Zweiten Weltkriegs in Kursk erläutern. Die NZZ lernt bei der Comiczeichnerin Penelope Bagieu fünfzehn "unerschrockene" Frauen kennen.

Donnerstag, 02.11.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Vulkanisch rülpsende Klangströme

02.11.2017 Wo bleibt die Aufarbeitung der Schuld der Museen, fragen sich die Kritiker nach dem Besuch bei der "Bestandsaufnahme Gurlitt" in Bonn und Bern. Auch der NS-Kunstsammler kommt ihnen zu gut weg. In der Zeit fordert der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, verpflichtende Restitution auch für private Sammler. In der Nachtkritik plädiert der Dramaturg Necati Öziri für politisches Theater jenseits weißer Denksysteme. Die Kritiker vergeben Bestnoten für Nicolas Wackerbarths Fassbinder-Experiment "Casting".

9punkt - Die Debattenrundschau

Man ist nicht zuständig

02.11.2017 Seit 2014 liegt das Internet im Sterben, schreibt der Blogger André Staltz, schuld sind die Techgiganten, die aufgehört haben, sich Konkurrenz zu machen. Und zugleich zu Großmächten der Manipulation werden, schreibt Sascha Lobo in Spiegel online. Das Zeit-Magazin skizziert die Verachtung der Berliner Behörden für ihre Bürger. Die taz benennt die Verantwortung der Madrider Zentralregierung für die Katalonien-Krise und schildert das peinliche Verhältnis Britanniens zu Israel.

Medienticker

Entkernt & frisch aufgekocht

02.11.2017 Aktualisiert: Das gefährliche Raunen: Medienkritik als ideologischer Grabenkampf - ARD: Welche Bilder soll/darf die Tagesschau zeigen? - GEMA-Tantiemenstreit. Nachzahlungen noch ungeklärt -  Wikitribune: Nachrichtenplattform von Jimmy Wales eröffnet - Brasilien: Medien-Oligopole im Griff der "Colonels" - Besuch bei den Neuen vom rechten Rand - "Am Königsweg": Elfriede Jelinek nimmt sich Donald vor - Wolfram Schüttes Petits riens No. 25 + Tate Britain: "Impressionists in London".

Bücherschau des Tages

Drohnen mit Flugangst

02.11.2017 Die FAZ lernt in Petra Morsbachs "Justizpalast" Gerechtigkeit und wirft mit Annie Ernaux einen soziologischen Blick auf "Die Jahre" zwischen 1945 und 2007 in Frankreich. Besser als Houellebecq findet die SZ Tristan Garcias bitterbösen "Faber". Die NZZ entdeckt in Markus Freitags "Psyche des Politischen" den weißen Fleck in der Wählerforschung. Die Zeit schaudert nicht nur vor der moralischen Leere in Irene Disches Roman "Schwarz und Weiß", sondern auch vor dem Versagen der Behörden im Fall Gurlitt. Außerdem empfiehlt sie heute Krimis.

Freitag, 03.11.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Den Leser zum Weinen bringen

03.11.2017 Der Guardian stellt unbequeme Fragen: Ist es in Ordnung, das antisemitische Ende eines Shakespeare-Stücks zu ändern? Und darf man Bilder von Menstruationsblut in der U-Bahn zeigen? Zeitonline liest von Künstlicher Intelligenz verfasste Kurzgeschichten aus Japan. Das artmagazin erlebt bei der Off-Biennale in Budapest eine Gegenwelt zur reaktionären Stimmung in Ungarn. In der taz spricht Lars Eidinger über sein erstes HipHop-Album.

9punkt - Die Debattenrundschau

Hingabe an die Wirklichkeit

03.11.2017 Fünfzig Autoren und Autorinnen, darunter Philip Roth und Elif Shafak rufen den chinesischen Präsidenten Xi Jinping auf, endlich Liu Xia freizulassen. Wer uns als "Staatsfunk" bezeichnet, ist ein Rechtspopulist, sagen Journalisten der öffentlich-rechtlichen Sender. Mathias Döpfner präzisiert in einer Antwort, dass er nur weniger Texte der Sender im Netz will, damit die Zeitungen ihr kostenloses Online-Angebot ebenfalls einschränken können. Der Guardian staunt über britische Schulen, die den Mädchen Hosen, wenn auch nicht das Kopftuch verbieten. Und überall Debatten über sexuelle Belästigung und die Folgen.

Medienticker

Von Journalisten zu Journalisten

03.11.2017 Aktualisiert: Theaterpreis: Der Faust 2017 - "Staatsfunk"-Kampagne: Mathias Döpfner eröffnet "Dialog" mit einer Lüge & Eine Gegenrede über gestörte Bilder - Der andere Rechercheverbund: Allianz von Buzzfeed & Correctiv - Twitter sperrt Akif Pirinçcis Account & Trumps Account für 11 Minuten abgeschaltet - Gesellschaftlicher Diskurs: Per Molander über die "Anatomie der Ungleichheit" - Litera Bavarica: oder Kurioses aus der Nische - Mit Rechten reden? Neue Zumutungen der Demokratie - Chronist deutscher Geschichte: Edgar Reitz zum 85. - Retrospektive: Tove Jansson in London + Hörtipp: Jazzfest Berlin 2017 live.

Bücherschau des Tages

Von berückender Schönheit

03.11.2017 Die NZZ lässt sich von Martina Clavadetschers dystopischen "Knochenliedern" beunruhigen und beeindrucken. Kurt Steinmann verdankt sie die beste Ilias-Übersetzung seit langem. Die SZ berauscht sich mit Georg Trakl an Kokain und mit Peter Handke an sich selbst. Gebannt schaut sie Nina Jäckle zu, wie sie in "Stillhalten" das Bildnis ihrer Großmutter entstehen lässt. Die FR reist mit Helene Cixous nach "Osnabrück" und lernt weibliches Schreiben. Und die FAZ begutachtet mit Volker E. Pilgrim angewidert Hitlers genitales Unvermögen.

Samstag, 04.11.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Eine Art sinnlicher Intelligenz

04.11.2017 In der Jüdischen Allgemeinen erzählt Max Czollek, Organisator der "Radikalen Jüdischen Kulturtage", wie es sich für Juden in Deutschland anfühlt, immer auf Antisemitismus, Schoa und Israel reduziert zu werden. taz und Nachtkritik erleben beklommen, wie Sasha Marianna Salzmann und Sivan Ben Yishai das Gefühl jüdischer Desintegration im Gorki Theater inszenieren. In der taz wünscht sich die Autorin Yaa Gyasi, dass Literatur schwarzer Schriftsteller auch jenseits der Themen Diskriminierung und Sklaverei wahrgenommen wird. FAZ und FR entfliehen mit Jil Sander in Frankfurt dem Alltag. In der taz erklärt der Schriftsteller China Mieville, warum Trump und Putin nicht mal gute Monster sind.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Unbarmherzigkeit des Verfahrens

04.11.2017 Mit Unbehagen beobachtet die SZ, wie die #MeToo-Kampagne in Willkür und Denunziation abdriftet. Außerdem fragt sie mit Blick auf Moskau und Peking, ob der Westen wirklich den Kalten Krieg gewonnen hat. In der NZZ fürchtet Herfried Münkler, dass nach jedem kleinteiligen Nationalismus eine Zeit großer Reiche kommt. Donald Trump ist auch eine Folge kurzatmiger Aufmerksamkeit, glaubt der Tagesspiegel. Und der Guardian empfiehlt, sich die Anhörungen von Facebook, Twitter und Google im amerikanischen Kongress anzusehen.

Bücherschau des Tages

Suche nach Sonne

04.11.2017 Die SZ erklimmt mit Paolo Cognettis Vater-Sohn-Gespann "Acht Berge". Die taz verzieht sich lieber mit Stefan Bollmanns Lebensreformern auf den Monte Verità und träumt von Bircher-Müsli und Licht-Luft-Hütten. Mit Sonja Hartwig und Kazim Erdogan sucht sie den deutsch-türkischen Dialog in Neukölln. Die Welt erfährt in Youssef Rakhas "Arab Porn", was der Arabische Frühling mit Porno zu tun hat. Und die FAZ staunt in Arnoldo Galvez Suarez' "Rache der Mercedes Lima" über die lateinamerikanische Fortentwicklung des Magischen Realismus seit Bolano.

Montag, 06.11.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Echsenäugige Extremmenschen

06.11.2017 Die FR lässt sich von Milo Rau an der Schaubühne den aussichtslosen Zustand der Welt erklären. In der Zeit fürchtet sich auch Daniel Kehlmann vor vormodernen Zeiten. Die FAZ verliebt sich in den frühen Axel Hütte. taz und NZZ staunen, wie gut Bob Dylan und Jesus zusammen klingen. Die taz schaut sich in der japanischen Filmszene um.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die berühmte Trias

06.11.2017 Viel Geschichte heute: Es gibt keinen Grund, die Oktoberrevolution zu feiern, meint Arno Widmann in der FR. In der FAZ kritisiert der polnische Historiker Pawel Ukielski das neue Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel. Dass westliche Verlage wie Springer Science ihre Inhalte in China zensieren, kann auch als Propagandasieg Chinas verstanden werden, meint wiwo.de. Und wir setzen erste Links zu den explosiven "Paradise Papers".

Medienticker

Taschen-Nashorn

06.11.2017 Aktualisiert: Prix Goncourt für Éric Vuillards "L'ordre du jour" - Springer Nature, Apple & Co.: Wer in China Geschäfte macht, zahlt einen hohen Preis - Politische Korrektheit: Wer streiten will, muss sich auch schmutzig machen - Die totale Demokratie: Theater-Nachtkritiken aus Berlin, Braunschweig, Cottbus & Münster - TV-Kritik: Arte eine schöne Insel, der das Profil fehlt - Mediatheken: Die digitale Schranke - Schweiz: Das Bücherimperium in Einsiedeln & Literatur als kollektiver Erinnerungsspeicher + Empathie: Nasenspray gegen Fremdenfeindlichkeit.

Bücherschau des Tages

Greller Schrei aus dem Dreck

06.11.2017 Die SZ lässt sich von Sepp Dreissinger in die Wiener Kaffeehauskultur einführen und verdankt Gregor Schöllgen einen ganz neuen Blick auf "Hundert Jahre Weltgeschichte". Die taz erkundet mit Andrea Böhm vier Kontinente und beginnt, die Krise des Westens zu verstehen. Die FR liest Heinrich Bölls Kriegstagebücher als Zeugnis menschlichen Irrsinns. Die FAZ bespricht heute Krimis: Besonders empfiehlt sie David Whish-Wilsons "Ratten von Perth", der ihr die Skrupellosigkeit im Australien der Siebziger vor Augen führt.

Dienstag, 07.11.2017

Magazinrundschau

Wildheit und Vergeltung

07.11.2017 Im Guardian erklärt Jonathan Franzen, wie man seine Gedanken ordnet. Wired findet heraus: Wer weder links noch rechts ist, ist ein Bot. Die NYRB blickt auf das klägliche Ende, dem sich der Krieg in Syrien entgegenschleppt. n+1 zeigt, wie mit Uber der junge und potente Verbraucher dem Bürger davonfährt. Eurozine bricht eine Lanze für das Europäische Reich. Elet es Irodalom versucht Ungarn aus seiner demokratischen Müdigkeit zu rütteln. Und Osteuropa erkennt im Jubiläum die Revanche des Staates an der Revolution.

9punkt - Die Debattenrundschau

Der schwerste Peitschenschlag

07.11.2017 Auch die kollektive Verblendung der katalanischen Separatisten verdankt sich einem Lügengespinst à la Trump und Brexit, schreibt Javier Cercas in Libération. Die SZ erklärt, warum Männer solche Schwierigkeiten haben, über ihre Missbrauchserfahrungen zu reden. Charlie Hebdo erhebt Klage wegen neuer Morddrohungen, die nach dem Tariq-Ramadan-Cover der letzten Woche laut wurden, berichtet Le Monde. In den neuen Ländern ist die AfD besonders stark, weil es keine Auseinandersetzung  mit der Geschichte gab, sagt der Historiker Volkhard Knigge in Zeit online.

Efeu - Die Kulturrundschau

Schreiben und dann bis sieben Uhr schlafen

07.11.2017 Die FAZ erlebt mit dem Fotografen Alec Soth in den Hamburger Deichtorhallen die erschütternde Einsamkeit der Menschen am Mississippi. Reinen Genuss beschert Sebastian Baumgarten der NZZ mit seiner "Mahagonny"-Inszenierung in Zürich. Bei Milo Raus Generalversammlung imponiert der taz die durchtrainierte Professionalität von BerufspolitikerInnen. Außerdem ahnt sie, warum Smartphones zu protzigem Branding in der Streetwear führen. Die SZ blickt noch einmal auf das literarische Frankreich, das seine großen Preise vergeben hat.

Medienticker

Reden lassen

07.11.2017  Verfassungsgericht prüft Open-Access-Pflicht - Zeitungsverleger: Wahrheitssucher, die eine Lüge verteidigen - Medien-Glaubwürdigkeitskrise = Demokratiekrise: Transporteur als Ursache des Problems - DJV: Kampf um Wertschätzung für journalistische Arbeit - Online-Journalismus: Zahlungsbereitschaft im Internet gering - Nur der Vorgeschmack: Nutzer von Adblocker-Nutzer ausgesperrt -  Klage gegen Amazon -  Heute vor 100 Jahren Oktoberrevolution: Erinnerung voller Widersprüche + In memoriam: Vor einem Jahr starb Leonard Cohen.

Bücherschau des Tages

Der Klang der Regentropfen in den Wipfeln

07.11.2017 Die FR ist hingerissen von David Haskells poetischem und gelehrten Buch "Der Gesang der Bäume". Die FAZ goutiert Michael Wildenhains Roman "Das Singen der Sirenen" nicht zuletzt als Rache an der Berlin-Mitte-Literatur. Außerdem empfiehlt sie noch einmal Javier Cercas Hochstapler-Porträt "Der falsche Überlebende". Die SZ liest mit Wehmut einen letzten Gesprächsband mit Zygmunt Bauman. Hart ins Gericht geht die NZZ mit Leila Slimanis gefeiertem Roman "Dann schlaf auch du".

Mittwoch, 08.11.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Diese Null-Besteuerung

08.11.2017 Warum gibt es in den USA so viele Amokläufe, fragt die New York Times, und findet eine einfache Antwort: Es liegt einzig und allein an der Zahl der Waffen. Nach der Enthüllung der "Paradise Papers" attackiert SZ-Chefredakteur Wolfgang Krach in einem offenen Brief Tim Cook und die politische Einflussnahme von Apple. Jake Bernstein vom Internationalen Konsortium investigativer Journalisten verteidigt in der New York Times auch die Veröffentlichung von Daten, die auf offiziell nicht illegale Praktiken hinweisen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein Bo­te, dem die Ho­se brennt

08.11.2017 In der NZZ bekennt Jonathan Franzen: Donald Trump erzeuge bei ihm nichts als große Leere. Die FAZ besichtigt auf der Architekturbiennale Chicago das Drama der Bodenpreise. Die SZ feiert in Bologna noch einmal die Fotografie der Arbeit. Die taz arbeitete sich beim Berliner Jazzfest freudig durch mehrere Schichten gestapelte Klangflächen. Auf ein sehr geteiltes Echo stößt George Clooney mit seinem Vorstadt-Drama "Suburbicon". ZeitOnline erkundet unsere Komplizenschaft mit Kevin Spacey.

Medienticker

Haifischbecken Buchhandel

08.11.2017 Aktualisiert: Buchketten: Kleine Buchläden unter Druck - Reader Analytics: Verlage & strategischen Entscheidungen - VG Wort. Ausschüttungen für 2018 & Verlage haben wenig Zeit -  AfD-Regeln für Journalisten: Per Akkreditierung an private Daten? - Journalismus: Wühltisch statt Swimmingpool - Singularität: Bayerischen Buchpreis für Andreas Reckwitz & Franzobel - Qualcomm/Broadcom: Mega-Deal unter Chipherstellern + Milo Raus "Weltparlament".

Bücherschau des Tages

Männer, Mistkäfer und Marsianer

08.11.2017 Die FR erlebt mit Artjom Wesjolys Roman "Blut und Feuer" die Oktoberrevolution in ruppigen Dialogen. Die SZ öffnet Margaret Atwoods Flaschenpost und entdeckt kluge Essays zu Afghanistan, Toni Morrison und peinlichen Momenten. Außerdem fragt sie sich nach der Lektüre von Günther und Joy Weisenborns "Liebe in Zeiten des Hochverrats", weshalb die "Rote Kapelle" nicht längst so bekannt ist wie die "Weiße Rose". Und die NZZ findet in Wladislaw Chodassewitschs "Nekropolis" einen Höhepunkt russischer Prosa.

Donnerstag, 09.11.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Nachtschattenseite eines Digitalmondes

09.11.2017 Das Bundesverfassungsgericht erlaubt in offiziellen Papieren eine dritte Geschlechtsbezeichnung "inter" oder "divers". taz und Zeit online begrüßen das Urteil, die NZZ ist kritisch. Es wird weiter über die Vorwürfe gegenüber Kevin Spacey und Dustin Hoffman diskutiert. Die taz veranstaltet ein pro und kontra zur Frage Volksabstimmungen auf Bundesebene. Die SZ kritisiert den Kulturpessimismus in fast allen Äußerungen zur Digitalisierung.

Efeu - Die Kulturrundschau

Anmaßung pur

09.11.2017 Wie rüde, aber auch wie grandios brutalistische Architektur sein kann, lernt die FR in einer Ausstellung. Kino-Zeit lernt in Ulrike Pfeiffers Porträtfilm über den Avantgarde-Filmer und Wahrnehmungsforscher Werner Nekes einen echten Universalgelehrten kennen. In der Popzeitschrift fragt Wolfgang Ullrich, ob Künstler wie Philipp Ruch und "identitäre" Aktionisten wie Martin Sellner den selben Schönheitsbegriff teilen. Die PiS kann Polens Kulturinstitutionen zwar zerstören, aber neu aufbauen gelingt ihr nicht, erklärt im Gespräch mit der nachtkritik Theaterregisseur Jan Klata. Die neue musikzeitung berichtet vom George-Enescu-Festival.

Medienticker

Push-Nachrichten im Daueralarm

09.11.2017 Aktualisiert: Open-Access-Pflicht: Professoren-Klage landet vor dem BVG - Springer steigert Umsatz doch Gewinn geht zurück - Disney vs. Presse: Streit um Berichterstattung -  Der King Of Fake News: Jack Posobiec ist Trumps Twitter-Troll & nun 280 statt 140 Zeichen - Wg. falscher Tatsachenbehauptung: Einstweilige Verfügung gegen die FAZ - Wächter des Weltwissens: Wie Automaten Wikipedia beschützen -  Kontaktverlust oder Wenn unbequeme Bücher "verschwinden" + Drei Zeilen, siebzehn Silben: Haikus aus fünf Jahrhunderten.

Bücherschau des Tages

Bücherschau des Tages

09.11.2017

Bücherschau des Tages

Wonnen der Alltäglichkeit

09.11.2017 Die taz begrüßt mit Patricia Hempels "Metrofolklore" den ersten lesbischen Campusroman: poetisch und wortgewaltig, findet sie. Die SZ blickt mit Elnathan John in die hoffnungslose Zukunft Nigerias. "Alles über Heather", der erste Roman von Mad-Men-Autor Matthew Weiner, bereitet der FAZ grimmiges Vergnügen. Die Zeit reist mit Jean Echenoz nach Pjöngjang und findet ein Gedicht. Die FR freut sich über den vierten Band von Joachim Meyerhoffs Lebensgeschichte. Und die NZZ liest Bücher zum Salafismus.  

Freitag, 10.11.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Der eigene lustvolle Blick

10.11.2017 FR und Tagesspiegel feiern Rahul Jains Dokumentarfilm "Machines" über eine indische Färberei. Zeitonline erklärt den Öffentlich-Rechtlichen, was sie in puncto Dokumentarfilm von Netflix lernen können. Reicht es schon rassistische Stereotype zu reproduzieren, fragt die taz beim Spielart-Festival, das sich postkolonialen Diskursen widmet. Die NZZ empfiehlt Facebooks Sittenwächtern ein Studium der Kunstgeschichte. In der taz sinniert der Rock'n'Roller Ian Svenonius über die Macht von Popkultur im Kalten Krieg.

9punkt - Die Debattenrundschau

Er ist schuld, nicht wir, ist die Ansage

10.11.2017 Wie umgehen mit Kevin Spacey - das ist nach wie vor Thema Nummer 1 in den Feuilletons: Dass Ridley Scott aus seinem neuen Film alle Szenen mit Spacey herausschneidet, ist ihnen zu stalinistisch. In Frankreich wird laut Le Temps erbittert über Tariq Ramadan gestritten. In der FAZ begrüßt Gender-Forscher Stefan Hirschauer die Ankunft des dritten Geschlechts auch in der juristischen Realität. Die SZ fragt nach Enthüllung der "Paradise Papers", warum Deutschland bei der Idee, Unternehmen Europa-einheitlich zu besteuern, bremst.

Medienticker

Rettung des Journalismus

10.11.2017 Aktualisiert: Türkischer Journalismus: Lücke aus Medienverboten & Selbstzensur - Bewegung. Effektive Altruismus Weltverbesserer 2.0 - Unsolidarische Mitte: Welche Art von Gesellschaft wollen wir? - Kulturkampf: Es gibt keine kulturelle Identität, meint François Jullien - Studentenbewegung 1967: "Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren!" -  Vor 150 Jahren. Lesestoff, für alle erschwinglich - Haltungen, Hoffnungen, Horizonte, Musikkritik & Gegenkultur: Vor 50 Jahren erschien erstmals der Rolling Stone + Hörtipps fürs Wochenende.

Bücherschau des Tages

Ein Autor, der nur spielen möchte

10.11.2017 Die FAZ lässt sich von Hugh Kennedy ausführlich die Geschichte des Kalifats von Mohammeds Tod bis heute erläutern. Die SZ lernt von John Green mit fiesen Gedanken zu leben. Die NZZ setzt mit Jan Kjaerstads durchgeknalltem Roman "Das Norman-Areal" gleich zum neuronalen Quantensprung an. In Yaa Gyasis Roman "Heimkehren" liest sie von den Folgen des Sklavenhandels für die afroamerikanische Gemeinschaft.

Samstag, 11.11.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Auf der Kippe von Erleuchtung und Delirium

11.11.2017 Die Kritiker sind zur Eröffnung des Louvre nach Abu Dhabi gereist: Alles politisch korrekt, findet die FAZ. So reingewaschen wie die Emirate es mögen, meint die SZ. Hin- und hergerissen lesen Tagesspiegel und Berliner Zeitung den neuen Roman von Peter Handke. Die taz blickt mit Malick Sidibe in Paris wehmütig auf vergangene Freiheit in Mali. epdFilm fragt, wieviel UFA noch im deutschen Kino steckt. In der Nachtkritik kritisiert Monika Grütters Spardruck und Kritikereminenzen im Feuilleton.

9punkt - Die Debattenrundschau

Der Ehemann der Krankenschwester des Bruders

11.11.2017 Nach den Affären um Harvey Weinstein und Kevin Spacey streiten sich die Feuilletons, ob sich Kunst und Künstler trennen lassen. Thea Dorn warnt in Dlf Kultur, dass ein ziemlicher Kahlschlag entstehen könnte, wenn man anfängt, überall die Arschlöcher herauszuschneiden. Libération greift die irre Geschichte des Erbes von Maurice Ravel auf. Wie soll man mit "Rechten reden", die selbst nicht fähig sind, Gegner nicht als Feinde zu sehen, fragt Matthias Warkus im Blog 54books. In der taz spricht Deniz Yücel über das Regime der Angst im Gefängnis und in der Türkei.

Bücherschau des Tages

Literaturliteratur

11.11.2017 Die Kritiker stürzen sich auf Peter Handkes letztes Epos "Die Obstdiebin": Himmelhebend und weltflüchtig, meint die FR, während die Welt noch den Quellcode entschlüsselt. Brillant im genau richtigen Maße findet die taz Daniel Kehlmanns Eulenspiegel-Roman "Tyll". Die SZ schaut mit Juli Zeh "quadratisch-praktisch" ins Jahr 2025. Die Welt schlachtet mit Stephen und Owen Kings Lügen-Präsidenten schlafende Schönheiten. Und die FAZ radelt mit Hans-Erhard Lessing durch 200 Jahre Kulturgeschichte des Fahrrads.

Montag, 13.11.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Nicht mal ein Fegefeuerchen

13.11.2017 Mit gefletschten Zähnen stürzen sich die Feuilletons auf Chris Dercons Volksbühnen-Auftakt: Die FAZ möchte sich beleidigt auf die Seite der Besetzer schlagen, nur Zeitonline meint: "Geil!" Die SZ stellt fest, wie die Becher-Marke ihre Klasse korrumpierte. In Alejandro Inarritus Virtual-Reality-Installation "Carne y Arena" wird sie selbst zum Flüchtling. Der Standard schaut sich Potemkinsche Dörfer in Russland an. Und die NZZ verfällt dem kosmischen Gefühl von Wolfgang Laibs Blütenpollen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Einübung des öffentlichen Sprechens

13.11.2017 Es gibt Fortschritt, insistiert der Psychologe Steven Pinker in der NZZ. Spanien braucht eine neue Verfassung, ruft der katalanische Autor Ignasi Ribó in politico.eu. Wenn jeder ein Medium ist, dann muss auch jeder Journalismus lernen, meint der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen in der FR. Die #MeToo-Debatte geht weiter. Wir zitieren einige Artikel aus der Flut der Äußerungen.

Medienticker

Laut & krass

13.11.2017 Aktualisiert: Türkei: Interview mit Deniz Yücel - Eitelkeitsfalle: Bestechung im Lokaljournalismus & Christian Rath über journalistische Hintergrundgespräche - Realfakes: Dunja Hayali über Scheinidentitäten im Netz - Auszeichnung: #Netzwende Award 2017 für RiffReporter - Dystopien: Konjunktur des Ressentiments & Juli Zeh über Politik-Verachtung - Theater-Nachtkritiken aus Bautzen, Berlin, Hamburg & Wuppertal -  John Cage: Wie covert man Stille? + Das Genie spricht: Michelangelo in New York.

Bücherschau des Tages

Augenblicke und Schrecksekunden

13.11.2017 Die SZ pflückt mit Peter Handkes Obstdiebin Lesefrüchte. Mit Katja Gloger wirft sie einen bewundernden und zugleich kritischen Blick auf Russland. Von Stephan Mosch lässt sie sich mit der Geschichte der Gesangsstimme von Monteverdi bis Henze vertraut machen. Die FR erkundet mit der Philosophin Beate Rössler die Bedrohungen der Autonomie des Ich. Und die taz erfährt bei Lynn Rother, wie die Berliner Museen von der NS-Verfolgung jüdischer Sammler profitierten.

Dienstag, 14.11.2017

Magazinrundschau

Das Rascheln des Rivalen

14.11.2017 In der New York Review of Books erkennt Charles Simic mit Czeslaw Milosz die Tragik des polnisches Dichters. In Eurozine folgt Sergei Lebedew dem unheimlichen Instinkt des Gulag-Forschers Yuri Dmitriew in den Norden. Tablet fragt, warum die muslimischen Opfer des Attentäters Mohamed Merah so allein dastehen. In 168 ora wünschen sich Lilla Sárosdi und Arpad Schilling ein Ungarn, in dem Taten Konsequenzen haben. Le Monde diplomatique beobachtet Geparden bei der Jagd auf Nilpferde. The Atlantic lernt von Liu Cixin die Ohren im dunklen Wald zu spitzen. Und der New Statesman weiß, wer sich Fötenzellen in die Pobacken spritzen ließ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Mit desillusioniertem Zorn

14.11.2017 Wie man eine aufregende Ausstellung zur Oktoberrevolution kuratiert, lernt der Guardian in der Tate Modern. Die FAZ hat ein echtes Bildungs­er­leb­nis im Bode-Museum, das in der Ausstellung "Unvergleichlich" europäische und afrikanische Kunst nebeneinander stellt. ZeitOnline vermisst beim Berliner Open Mike das Untergründige. Die Jungle World feiert Ali Soozandehs Rotoskopie-Film "Teheran Tabu". Und in der NZZ betrachtet Ai Weiwei das Schöne und das Dunkle der Flüchtlingsströme.

9punkt - Die Debattenrundschau

Hallo, Mao-Uniform

14.11.2017 Die Lage ist zwar hoffnungslos, aber nicht ernst. Der Atlantic legt die Kontakte zwischen Julian Assange und Donald Trump jr. offen - und die Ambition Assanges, australischer Botschafter in den USA zu werden. In Berlin beklagt sich Kultursenator Klaus Lederer auf Facebook über eine Veranstaltung im Berliner Kino Babylon: Der linksrechte Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen sollte dort einen Preis bekommen - und das Kino wird von Lederer mit 400.000 Euro jährlich unterstützt. Der Guardian rechercheirt zum Fact Checking bei Facebook - keine Sorge, es funktioniert nicht.

Medienticker

Stunde des Affen

14.11.2017 Aktualisiert: Gegenschlag aus Moskau: Russland will Deutsche Welle als Auslandsagent einstufen - IVW-Online-Analyse: Der Herbst bringt Programmies Traffic-Plus - Branche-Schädling Yellow-Press - PR-Sprech: Faktencheck-Redaktionen, Paywalls, Entrepreneurial Journalim - Netzlexikon: A wie Alt-Right + Trump sollte Assange als Botschafter vorschlagen.

Bücherschau des Tages

Als Obstpflücker oder Hilfsarbeiter

14.11.2017 Die FAZ lernt von David Sedaris, dass man auch ohne Selbstoptimierung ein tolles Leben haben kann. Mit Francis Spufford zieht sie durch Straßen der Kolonie "Neu-York". Die SZ streift mit Hans Biebelriether durch den Bayerischen Wald und die Geschichte des Nationalparks. Die NZZ sucht mit Peter Handkes "Obstdiebin" den heiligen Clan.  Die FR bewundert noch einmal die intellektuelle Brillanz und Widerständigkeit des Ralf Dahrendorf, dem Franziska Meifort eine Biografie gewidmet hat.

Mittwoch, 15.11.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Der Rausch solcher Erleuchtung

15.11.2017 SZ und Zeitonline sind sich uneins: Ist Jan Henrik Stahlbergs "Fikkefuchs" der wichtigste deutsche Film des Jahres oder ein frauenfeindliches Machwerk? Auch Theaterkriege sind nur Theater, beruhigt Chris Dercon in der NZZ. In der FR ahnt die Schriftstellerin Nnedi Okorafor: Wenn Aliens in Afrika landen, dann zuerst nach Lagos. Die taz testet schon mal afrikanische Kolonien im Weltall.

9punkt - Die Debattenrundschau

Wirksame Filter

15.11.2017 Sind westliche Werte westlich oder sind sie universal? Die Afrikaner haben nie von westlichen Ideen wie Demokratie und Aufklärung profitiert, meint der nigerianische Schriftsteller Chigozie Obioma im Guardian. In der NZZ widerspricht der Physiker Hans Widmer. In der Berliner Zeitung fragt sich die Kulturwissenschaftlerin Asal Dardan, wozu es gut sein soll, "mit Rechten zu reden". In Frankreich fliegen die Fetzen zwischen Edwy Plenel, der sich als Kollateralschaden in einem Krieg gegen den Islam sieht, und der Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo, die ihn karikierte.

Medienticker

Dem Wort seine Freiheit!

15.11.2017 Aktualisiert: Writers-in-Prison-Day: P.E.N. erinnert an inhaftierte Autoren u. a. in der Türkei & China: Autorenpaar trotzt staatlichem Druck & Warten auf Freiheit: Angst um Liu Xia - Verlage im Visier: ARD-Werbetochter im Podcast-Fieber & Digitalwerbung gegen Facebook & Google: ProSiebenSat.1 verbündet sich mit anderen TV-Sendern - Wissenschaftsmarkt: Elsevier klagt gegen Forschernetzwerk Researchgate & Springer Nature zensiert sich in China - E-Books: Absatz steigt, Umsatz sinkt + Goscinny-Ausstellung in Paris mit Überraschungen.

Bücherschau des Tages

Der Ton eher Moll, die Stimmung düster

15.11.2017 Mit seinem monumentalen Roman "Aufleuchtende Details" reiht sich Peter Nadas neben Musil und Proust ein, schwärmt die taz. Die FAZ entdeckt in dem Erzählband "Wie meine Mutter ihr sanftes Gesicht bekam", dass James Matthew Barrie weit mehr war als nur der Peter-Pan-Erfinder. Dank Laurenz Lütteken sieht sie Mozart in einem ganz neuen Licht. Die SZ streift mit Johannes Jensens Wüterichen und Trinkern durch das trostlose Himmerland. Und die FR geht mit Petra Morsbach auf Tuchfühlung mit dem deutschen Justizsystem.

Donnerstag, 16.11.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Essenz unseres eigenen Potenzials

16.11.2017 Jeff Koons, der die heutige Ausgabe der Welt gestaltet hat, erklärt im Interview, was Picasso, Boucher und da Vinci gemeinsam haben. Der Freitag staunt, wie schön die Flüchtlingsboote vor der Kamera Ai Weiweis aussehen. Auf Zeit online und in der nachtkritik streiten Regisseurin Amy Stebbins und Dramaturg Sebastian Huber über Ayad Akhtars Bühnenstück "Geächtet". Die Zeit stöbert mit Begeisterung durch 60.000 Briefe Felix Mendelssohn Bartholdys. Die taz feiert den Spirit des Jazzsaxofonisten Pharoah Sanders.

9punkt - Die Debattenrundschau

Jetzt emanzipiert sich die Puppe

16.11.2017 In der NZZ blickt Pascal Bruckner mit Schrecken auf ein Amerika im Niedergang. In der FAZ prangert der linke Soziologe Wolfgang Streeck nochmal Angela Merkels "Entgrenzungspolitik" an und sieht AfD-Politiker als die letzten Recken der Globalisierungskritik. In der Zeit verteidigt Gerhard Schröder Putin. In der Welt erzählt die katholische Autorin Birigit Kelle, dass sie von Facebook gesperrt wurde, weil sie die brandneue Barbie mit Hidschab kritisierte - die von der taz und Zeit online als ein Fortschritt für alle "Women of Color und Musliminnen" gefeiert wird.

Bücherschau des Tages

Schweigen bis die Worte reif sind

16.11.2017 Die Zeit lernt Felix Mendelssohn Bartholdy in der nun vollendeten Gesamtausgabe als "Briefschreiber von literarischem Rang" kennen. Außerdem empfiehlt sie Peter Handkes "Obstdiebin" als meditative Lektüre für lange Herbstwochenenden. Die FAZ schlägt mit Handke Haken wie Wolfram von Eschenbach. In Nadeem Aslams Roman "Die Goldene Legende" lernt sie die Hintergründe des Konfliktes zwischen Christen und Muslimen in Pakistan kennen. Die SZ vertieft sich in Pablo Nerudas "Nachgelassene Gedichte".

Freitag, 17.11.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Traumhaft synchron

17.11.2017 "Obszön" finden die Feuilletons das 450 Millionen Dollar Gebot für den da Vinci, der möglicherweise nicht mal aus der Hand des Künstlers stammt. Die Kritiker sind sich uneins: Ist Morrissey ein Apologet des Rechtspopulismus oder nur eine eitle Protestdiva? In der Nachtkritik erzählt Thomas Ostermeier, dass den SchauspielerInnen an der Schaubühne das Mitbestimmungsrecht zu wenig Sex-Appeal hatte. Und der Tagesspiegel blickt mit Barbara Wolffs Fotografien auf beide Seiten der Mauer.

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine sehr sensible Gestaltungsaufgabe

17.11.2017 Internet und Silicon Valley können nicht die Sündenböcke für alle politischen Probleme der Welt sein, meint die SZ. Ähnlich sieht es Timothy Garton Ash im Guardian: Jeder müsse reagieren, wenn ein Nachbar Fake News verbreite. In der FR liefert der baskische Autor Ibon Zubiaur endlich den wahren Grund für die katalanische Revolte: It's the money, stupid. Nach der Veranstaltung mit Herzog & de Meuron wissen wir nicht, ob und wann das Museum des 20. Jahrunderts kommt. Aber die Straßenbahn kommt ganz bestimmt.

Bücherschau des Tages

Weltaneignungsgeschicklichkeit

17.11.2017 Beglückt liest die SZ Emmanuelle Loyers Levi-Strauss-Biografie, die ein Jahrhundert akademische Welt in Paris erwachen lässt. Gebannt lauscht sie auch Frauenstimmen aus aller Welt, die erzählen, was sie bewegt und verstört. Die NZZ amüsiert sich mit den "fragwürdigen" Gestalten in Judith Kellers Debüt. Der Funke von Durs Grünbeins "Zündkerzen" will hingegen nicht überspringen, meint sie. Die FAZ vertieft sich in Joseph Leo Koerners "Reformation des Bildes".

Samstag, 18.11.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Hinter dem Autorenschwall

18.11.2017 Der Tagesspiegel erlebt in der Ausstellung "Queer City" wehmütig, wie freizügig das Leben in Sao Paulo einst war. In der FAZ erklärt Jonathan Franzen, warum er lieber keinen Trump-Roman schreibt. In der taz erzählt Fatih Akin, weshalb er in seinem neuen Film mit Diane Kruger eine blonde Weiße als Rächerin besetzt hat. Der Standard bewundert in Wien die Schönheit von Falten. Morbide und ziemlich französisch finden die Kritiker das neue Album von Charlotte Gainsbourg. Und die FAZ warnt vor Smart Cities als bewohnbaren Suchmaschinen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ideale gegen Komfort

18.11.2017 In der taz verteidigen FrauenärztInnen ihre Kollegin Kristina Hänel gegen radikale AbtreibungsgegnerInnen. Der Historiker Ulrich Herbert wünscht sich ebenfalls in der taz mehr Utopie. In der NZZ betont Petros Markaris, auch mit Blick auf Osteuropa: Griechenland und Portugal haben nie Demokratie oder Rechtsstaat infrage gestellt. Die Welt besucht Noam Chomsky. In der FR zweifelt Wolfgang Kraushaar am politischen Antrieb der RAF. Die Talking Points Memo fürchten den Crash amerikanischer Online-Medien.

Bücherschau des Tages

Im proletarischen Glück

18.11.2017 Die taz liest gefesselt Ralf Höllers Geschichte der Bayerischen Revolution von 1918, auf deren obersten Barrikaden die Schriftsteller saßen. Die NZZ verfolgt beeindruckt, wie Christophe Boltanski mit seinem Buch "Das Versteck" Familiengeschichte, Vichy-Zeit und soziologische Analysen verbindet. Die FR lässt sich von der guten Laune anstecken, mit der Melinda Nadj Abonjis ihren klugen Simpel Zoltan ausstattet.

Montag, 20.11.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Zwischen den Backen eines Schraubstocks tanzen

20.11.2017 In der SZ wiegelt Wolf Prix Nachfragen zu unwürdigen Arbeitsbedingungen auf Großbaustellen mit dem Verweis auf die Machtlosigkeit von Architekten ab. Im Standard erzählt Jette Steckel, wie sich das Theater prostituiert. Beschämt erlebt der Standard danach ihre Ibsen-Inszenierung "Ein Volksfeind" am Burgtheater. Die FAZ schaut hinter die Kulissen der Affäre von Henry Kissinger und Ingeborg Bachmann. In der SZ denkt Herbie Hancock über die Kreativität von Androiden nach. Und alle trauern um Malcolm Young.

9punkt - Die Debattenrundschau

Zahlreiche Pyramidenzellen in der III. Schicht

20.11.2017 Klimakatastrophe in der Politik - Jamaika ist untergegangen. Die Welt zitiert aus Christian Lindners Begründung  für den Verhandlungsausstieg. Die NZZ sucht in Lenins Hirn nach einer materialistischen Erklärung des Psychischen überhaupt. Die Ken-Jebsen-Fraktion hält in ihren  Medien an einer Preisverleihung für den Journalisten im Babylon-Mitte-Kino fest. Die FAZ staunt: Sibylle Le­witscharoff, El­ke Schmit­ter und "ein Mit­glied die­ser Re­dak­ti­on" sollten bei einer proputinistischen Veranstaltung auftreten.

Medienticker

Literaturkritik = Literaturkampf

20.11.2017 Aktualisiert: Politikberatung: Wie sich der politische Journalismus verwandelte - Ausverkauf: Die SZ & ihre chinesischen Propagandaanzeigen - NDR, WDR & SZ: "Paradise Papers"-Daten nun frei zugänglich - Eine für alle: Einzelkämpferin im Lokaljournalismus - Türkei: Berichten unter Repressionen & schwere Zeiten für die Kunstszene - Marokkos Medienlandschaft: Der Staat behält die Schlüsselrolle - Theater-Nachtkritiken aus Berlin, Hamburg, Weimar & Wien + Vienna Art Week: Kunst & Emotionen im Technik-Zeitalter.

Bücherschau des Tages

Das flanierende Denken

20.11.2017 Die SZ bespricht aktuelle Bücher zur Türkeikrise: Bei Inga Rogg liest sie die Vorgeschichte von Erdogans Siegeszug nach, mit Hasan Cobanli reist sie in ein "Erdoganistan" voller amüsanter Anekdoten. Mit Heinrich Gerlach begibt sie sich auf eine "Odyssee in Rot" und erhält einen platischen Eindruck der historischen Tatsachen in Stalingrad. Die FAZ bespricht Hörbücher: Mit David Foster Wallace und 1400 Laiensprechern erlebt sie 79 Stunden "Unendlichen Spaß".

Dienstag, 21.11.2017

Magazinrundschau

Freak der Freaks

21.11.2017 In der NYRB empfiehlt Timothy Garton Ash den Deutschen, mit ihren Rechten zu reden. Im New Yorker erklärt Peter Schjeldahl seine Frustration mit Leonardo da Vinci. Im New York Magazine überlegt Rebecca Traister, wo genau wir in der Missbrauchs-Debatte gerade stehen. In Eurozine zupft Maurice Earls den Briten schon die Mohnblume aus dem Knopfloch. Micromega beglückwünscht den Zentralrat der Ex-Muslime. Gentlemen's Quarterly erzählt, warum Putin William Browder hasst.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die impliziten Loyalitäten

21.11.2017 Nicht tragisch, ja demokratietheoretisch sogar zu begrüßen, findet der Parteienforscher Niko Switek in der SZ  das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen. Schade, dass aus Jamaika nichts wird, meint Thomas Schmid in der Welt. Gut, dass nichts draus wird, rufen die Salonkolumnisten. Eine Minderheitenregierung wäre reine Romantik, meint das Verfassungsblog.  Einen Tag vor dem Urteil gegen Ratko Mladic erinnert AFP an das Massaker von Srebrenica.  Und nach Lektüre von NZZ und Zeit online fragt sich: Wie schlimm wird AI?

Efeu - Die Kulturrundschau

Die B-Seite zum Soundtrack der Moderne

21.11.2017 Die Berliner Zeitung singt beim Berliner Offshore Festival mit Virginie Despentes eine Ode auf die Hässlichen, Fetten und Armen. Die SZ erlebt im Palazzo Strozzi, wie mit der Gegenreformation Bilder von weltlichen Frauen aus der Kunst verschwanden. In der FAZ beklagt Lukas Bärfuss die Verfilzung des Schweizer Literaturbetriebs. Die Welt wundert sich einmal mehr über die Naivität der Popkultur. Die NZZ preist die Architektur des Südtiroler Rationalisten Armando Ronca. Außerdem entscheidet sich in Brüssel, ob Mediatheken national begrenzt bleiben.

Medienticker

Naive Künstler & ein unliebsamer Sponsor

21.11.2017 Aktualisiert: Türkei: Cumhuriyet-Online-Chef zu Haftstrafe verurteilt - Digitale Überholspur: Springer & Porsche gründen einen Startup-Accelerator - Medienkonzentration & investigativer Journalismus in Tschechien - Trump-Grätsche, um CNN zu schaden: Klage der US-Regierung gegen Time-Warner-Übernahme durch AT&T - Uploadfilter: Bedrohung für Wikipedia - Interview mit Peter Nadas über seinen Roman "Aufleuchtende Details" - Peking: Rüstungskonzern finanziert China-Ausstellung +  #Jamaika jetzt #Neinmaika: So lief es wirklich ab & Die Tränen der Kanzlerin.

Bücherschau des Tages

Doppelbelichtung

21.11.2017 Die NZZ ist hin und weg von Lucia Berlins klugen und sinnenfreudigen Stories "Was wirst Du tun, wenn du gehst". Die SZ folgt Asne Seierstads "Zwei Schwestern" mit klopfendem Herzen nach Syrien in den Kampf für den IS. Die FAZ rühmt Ljudmila Ulitzkajas Roman "Jakobsleiter", der die Geschichte ihrer jüdischen Familie in den Anfangsjahren der Sowjetunion erzählt. Außerdem meint sie in Richtung Leo Steinbeis Zorn: "Mit Rechten reden" gut und schön. Aber doch nicht so selbstverliebt und mit so rechten Argumenten.

Mittwoch, 22.11.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Weitgehend abgedichtet

22.11.2017 Vorgezogene Neuwahlen mögen opportun erscheinen, aber wären sie legitim? Philipp Gassert bei Zeit online und Gustav Seibt in der SZ liefern historische Argumente dagegen.  Eine Minderheitsregierung wäre in Deutschland übrigens nicht so neu, wie man denkt, merkt Ulrike Hermann in der taz an. Der Streit um Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen ist in der Linkspartei angekommen, wo die extremere Fraktion den Kultursenator Klaus Lederer attackiert, berichtet der Tagesspiegel.  Und Google degradiert laut Guardian russische Medien.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Anmut einer Bach-Fuge

22.11.2017 Die New York Review of Books stellt nach einem Besuch der Anni-Albers-Schau im Guggenheim Museum klar: Textilkunst ist Kunst, nicht Handarbeit und nicht Kunsthandwerk. Die SZ begutachtet das schöpferische Handwerk des Fotografen Werner Mantz. Die NZZ lauscht Martha Argerich beim entfesselten Selbstgespräch. Außerdem bringt sie Hintergründe zum Eklat um den Schweizer Buchpreis. Die taz lässt sich noch einmal von Peter Brooks großem Welttheater in den Bann schlagen.

Medienticker

Wie sowas läuft

22.11.2017 Aktualisiert: Zeitschriften am Kiosk: Neue IVW-Verkaufszahlen - Traffic: Die deutschen Top-10-Webseiten - Tech-Konkurrenz: Wie sich Medienhäuser wappnen - Das Buch konkurriert mit dem Smartphone, meint Philipp Keel - Preisträger Jonas Lüscher über den Schweizer Buchpreis - ARD+ZDF: Verbot der Presseähnlichkeit gefordert & 100 Wörter Fernsehen - TV-Wahlberichterstattung ja, aber keine "Townhall"-Formate + Wende Museum in L.A.: Der Kalte Krieg im ehemaligen Waffenlager.

Bücherschau des Tages

Dritte Avantgarde

22.11.2017 Wie man frei über Wissenschaft und Kunst nachdenken und dabei poetisch und doch verständlich schreiben kann, lernt die FAZ aus Gaston Bachelards Essays aus den 30er Jahren, die im Band "Der Surrationalismus" vereinigt sind. Großes Lob auch für Christophe Boltanskis Familiengeschichte "Das Versteck". Die SZ lässt sich von Julia Kissina Autoren der russischen "neuen Welle" vorstellen. Die taz steuert mit Max P. Häring und Arno Tauriinen durch die "goldgefasste Finsternis" Wiens.

Donnerstag, 23.11.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Drei wurden verkauft

23.11.2017 Wieviele Karrieren hat der Sexismus in Hollywood und anderswo zerstört, fragen das New York Magazine und die New York Times. Auch die Tabus des weiblichen Bewusstseins müssen thematisiert werden, schreibt Urlula März in der Zeit. Le Monde Afrique berichtet über Sklaverei in Libyen und prangert die Kollaboration der EU an. Was treibt den WDR eigentlich, ein großes Spektakel mit dem Antisemiten Roger Waters zu planen, fragt die Jüdische Allgemeine.  Das Urteil gegen Ratko Mla­dic wird begrüßt - und doch lesen sich die Kommentare bitter.

Efeu - Die Kulturrundschau

Schlag in den Nacken

23.11.2017 In der Berliner Zeitung verteidigt Philipp Ruch seine Mahnmal-Aktion im Garten neben Björn Höcke: Wir leisten Nachbarschaftshilfe. Die Feuilletons sind wenig beeindruckt. Mahn­mal-In­itia­to­rin Lea Ro­sh findet die Aktion dagegen prima. In der NZZ denkt Saša Stanišić über die Bedeutung von Herkunft nach. Der Freitag sucht einen Nachfolger für Dieter Kosslick, möglichst nicht aus der Filmförderung. Der Perlentaucher feiert Kathryn Bigelows "Detroit" als Anti-Tarantino. Zeit online wird mit Björk zum Rainer Langhans.

Medienticker

Läuft doch

23.11.2017 Aktualisiert: Russland: Strengeres Mediengesetz verabschiedet - Freiwillig in die Abhängigkeit: Facebook & die Medien - Politische Inszenierung: Wie soziale Medien Deutschland regieren -  Android-Überwachung: Google sammelt Standortdaten - Höckes Mahnmal: Youtube sperrt Account - Haltlose Unterstellung: Verteidigung des Schweizer Buchpreises + In der Tate Modern Modigliani & die Frauen.

Bücherschau des Tages

Reine Gesangsstunden

23.11.2017 Die FAZ fragt sich nach Emmanuel Boves psychologisch meisterhafter Erzählung "Was sie gesehen hat". Die FR versinkt in der Novemberdepression von Attila Bartis' Roman "Das Ende". Die SZ lässt sich von Lize Spits autobiografischer Coming-of-Age-Story "Und es schmilzt" die Schlinge um den Hals legen. Die Zeit staunt Bauklötze über die deutsche "Sonderwahrheit", die Martin Walser im Gespräch mit seinem Sohn Jakob Augstein zur Nazizeit verkündet.

Freitag, 24.11.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Beißreflexe einer jungen Generation

24.11.2017 In der FR liefern Claus Leggewie und Daniel Cohn-Bendit eine messerscharfe Analyse der politischen Lage: Demnach ist die FDP die neue AfD. Kenan Malik kritisiert in seinem Buch die Idee des Multikulturalismus, Perlentaucher Thierry Chervel stellt es vor. Die Welt fürchtet den wachsenden Einfluss Chinas. Angst vor Algorithmen? Aber vor der "Blackbox" Software wird schon seit gut fünfzig Jahren gewarnt, konstatiert Kathrin Passig im Merkur. Was bleibt, wenn Presse untergeht? Nichts Gutes, meint Julia Jäkel in der FAZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Elektrische Gedanken

24.11.2017 In Berlin stellte Frank Castorf mit gegenwartskritischem Widerwillen in der Stimme seine geplante, sechseinhalb Stunden lange Inszenierung von Victor Hugos "Die Elenden" am BE vor. Die NZZ wandert mit Monteverdi, Schostakowitsch und Mozart im Ohr durchs Victoria & Albert Museum. Die taz hörte eine Hommage auf die Sängerin Barbara. Im Perlentaucher fordert Lukas Foerster mehr Experimentierlust der Berlinale nach Dieter Kosslick. Nachtrag: Auf SpiegelOnline fordern 79 Regisseurinnen und Regisseure eine internationale, paritätisch besetzte Findungskommission für die Kosslick-Nachfolge.

Medienticker

Anarchisten, Antiziganismus & Big Data

24.11.2017 Aktualisiert: Kritik & Spott: Schäubles Twitter-Verbot im Plenarsaal - Soziale Netzwerke: Facebook will Propaganda-Check anbieten - Wo Bleibt die Sorgfalt? Medien zwischen Geschwindigkeitszwang & Konformitätsdruck - Immer ein Rebell: Alexander Kluge zum Tod von Peter Berling - Alan Bennett ist gegen die Heiligsprechung der Kunst - Kunstszene: Keiner rebelliert mehr, keiner wagt den Angriff - Farbenrausch in XXL: James-Rosenquist-Retrospektive in Köln + Eine lange Nacht zum 75. Geburtstag von Jimi Hendrix.

Bücherschau des Tages

Metapherngischt

24.11.2017 Schwungvoll, kritisch und zart findet die SZ Dany Laferrieres politisch inkorrekte "Kunst, einen Schwarzen zu lieben ohne zu ermüden". Mit Michael Opitz legt sie gebannt Wolfgang Hilbigs Lebensschichten frei. Außerdem bespricht sie heute Kinderbücher. Die FAZ denkt mit dem Philosophen David Miller über moralische Verpflichtungen in Migrationsfragen nach. Die FR tanzt zu Barbaras unvollendeten Memoiren. Die NZZ entdeckt in Petra Morsbachs "Justizpalast" eine monumentale "Comedie humaine". Die Welt verübt mit Tanguy Viel lieber Selbstjustiz.

Samstag, 25.11.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Wie jede andere Hierarchie auch

25.11.2017 Die Ärztin Kristina Hänel wurde zu 6.000 Euro verurteilt, weil sie auf ihrer Website über Abtreibung informierte - taz und emma.de berichten. Die FAZ rät vom Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam ab. Bei Zeit online schildert die Philosophin Kate Manne Frauenfeindlichkeit als soziales Phänomen. Der Guardian fürchtet gewalttätige Proteste gegen den Bollywood-Film "Padmavati", der fanatische Hindu-Nationalisten aufbringt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Es geht um eine künstlerische Debatte

25.11.2017 Im Tagesspiegel fordert Regisseur Christoph Hochhäusler für die Nach-Kosslick-Zeit endlich wieder ein Profil der Berlinale-Sektionen. Tagesspiegel, Artechock und Berliner Zeitung diskutieren mit. Die Welt sucht nach einem Motiv hinter Modiglianis Nackten. Niemand hat den weiblichen Orgasmus so gut beschrieben wie D.H. Lawrence, versichert Catherine Millet in der taz und dankt dafür Lawrences Frau Frieda. Die SZ grübelt über den "erweiterten Kunstbegriff". In der NZZ umkreist Alain Mabanckou den Identitätsbegriff im postkolonialen Zeitalter. 

Bücherschau des Tages

Dort, wo einst Kinos waren

25.11.2017 Die NZZ bringt einen lesenswerten Schwerpunkt mit neuer afrikanischer Literatur. Besonders begeistert sie Alain Mabanckous melancholische Rückkehr nach Pointe-Noire. Dazu passt die SZ-Besprechung eines Bandes über afrikanische Fotografie. Die Welt befasst sich mit dem Dreißigjährigen Krieg. Die FR friert mit Maurizio de Giovanni in Neapel. Die FAZ erkundet Erdoganistan.

Montag, 27.11.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

Kniefall vor dem Publikum

27.11.2017 Mit dem Aufruf der Filmemacher sieht FAZ die Berlinale in einer veritablen Krise. Die FR erklärt, dass die Suche nach einer Kosslick-Nachfolge auch deswegen so schwer ist, weil der Filmbetrieb kein Interesse an Kunstvermittlung hat. Die NZZ stellt Südafrikas Lyriker der Born-Free-Generation vor. Und die taz erkundet die Heavy-Metal-Szene im Libanon.

9punkt - Die Debattenrundschau

Aus heutiger Sicht erschreckend harmlos

27.11.2017 China verlangt von westlichen IT-Konzernen Hintertürchen für seine Überwachung, warnt David Bandurski vom Hongkonger "China Media Project" in der taz. "Cui Bono" fragt der Impresario Berthold Seliger, nachdem er die "Paradise Papers" gelesen hat - auffällig viele Kataloge mit Musikrechten werden in den Steuerparadiesen veranlagt. Die Schriftstellerin Ute Cohen erklärt in der Welt, kein ewiges Opfer sein zu wollen.

Bücherschau des Tages

Wie ein Blinder von der Farbe

27.11.2017 Die FAZ spürt mit Rindert Kromhouts Jugendbuch "Brüder für immer" dem Geist von Bloomsbury nach. Außerdem lässt sie sich georgische Märchen erzählen. Der SZ sind Scott Andersons Reportagen "Zerbrochene Länder" aus dem Nahen Osten irgendwie zu amerikanisch. Zu schätzen weiß sie dagegen Frank Heiberts halsbrecherische Übersetzung von Boris Vians "Gischt der Tage". Die FR lernt von Martin Walser, keine unangenehmen Fragen zu stellen.

Dienstag, 28.11.2017

Magazinrundschau

Syntaktische Raffinessen

28.11.2017 Der New Yorker untersucht die Rolle französischer rechter Vordenker für den amerikanischen Nationalismus. Die LRB verteidigt Identitätspolitik in einer globalisierten Welt. Die Dublin Review of Books widerlegt den Mythos von den irischen Sklaven. Die NYRB porträtiert den Ku-Klux-Klan als lukratives Businessmodell einer Frau. HVG fragt, warum die unabhängigen Presse Ungarns Hilfe nur aus den USA bekommt, nicht aus Europa. Walrus und Fast Company denken über das Arbeitsleben in einer automatisierten Welt nach.

9punkt - Die Debattenrundschau

Eisige Absage

28.11.2017 In Le Monde prangert Achille Mbembe die europäische Afrikapolitik und den maghrebinischen Rassismus an. In der SZ wendet sich Heinrich August Winkler entschieden gegen eine neue Große Koalition. Slavoj Zizek verzweifelt in der NZZ: Mit den Protagonistinnen der #MeToo-Kampagne lässt sich nicht Revolution machen. Ein Glück, dass man im Westen noch über den Islam reden kann - in islamischen Ländern geht das nicht, konstatiert die FAZ.  Aber über China kann man nicht reden: In der New York Times erzählt der Dissident Wang Dan, wie China in den Westen hineinregiert.

Efeu - Die Kulturrundschau

Der ganze Museumsplunder

28.11.2017 Die taz zelebriert mit der Galerie BRD das Ende der Koketterie. Die SZ fragt, wann die Ballettwelt endlich Hetero-Ästhetik und Kavaliersgetue entsorge. Die Presse lässt sich Lebenskraft von einem Trophäenkopf im Wiener Weltmuseum spenden. Ganz richtig findet die Berliner Zeitung, wie falsch Olivier Py die Choräle der Wiedertäufer in Meyerbeers Oper "Le Prohète" klingen lässt. Critic.de stürzt sich voller Begeisterung mit Marvens Krens Serie 4 Blocks" in die lupenrein böse Welt einer Neuköllner Rockergang.

Medienticker

Hosen runter

28.11.2017 Medien in Russland: Gesetz gegen "Agenten" - Emojis im Journalismus: Wir sind soooo fresh und lustig! - An die Grenzen: Die Widersprüche des Bild -Chefs - Auf dem Podium -  "Mein Gott, Indiskretion!": Jakob Augstein & Martin Walser  - Antisemitismus-Vorwürfe: Roger Waters + "Entschuldigt mich, solange ich den Himmel küsse" ... Jimi Hendricks zum 75.

Bücherschau des Tages

Äffelchen, Puschel, Mückilein

28.11.2017 Die SZ stellt neue argentinische Lyrik vor: Bei Sergio Raimondi liest sie von Dampfmaschinen und Kraftwerken, Martin Gambarotta raubt ihr mit seinem Drive geradezu den Atem. Dramatisches, Melancholisches und Komisches findet sie in Annette Pehnts "Lexikon der Liebe". Die FR liest den Briefwechsel zwischen Christa Wolf und Lew Kopelew. Die FAZ sträubt sich unter der Kaskade von Kosewörtern, die Vladimir Nabokov auf sie niederprasseln lässt.

Mittwoch, 29.11.2017

Efeu - Die Kulturrundschau

So geht elitär!

29.11.2017 Auf Screen Daily bringt Tom Tykwer die Frage auf, ob Berlinale-Jahrgänge jemals so schlecht gemacht waren wie manche Berichte über Dieter Kosslick. Die NZZ hätte gern von Reinhard Jirgl gewusst, warum er sich aus der Öffentlichkeit zurückzieht. Der Standard verbringt mit dem Theaterkollektiv Signa eine ziemlich lustige Nacht in einem Hamburger Obdachlosenheim. Die taz feiert eine vorbildlich krititisch kuratierte Schau lateinamerikanischer Kunst im Frankfurter MMK. Und die SZ feiert die japanische Architektur des Verschwindens.

9punkt - Die Debattenrundschau

Unberührtheit ist in geistigen Dingen keine Tugend

29.11.2017 Die FAZ stellt die irische Frage. In der FR sucht der Karl-Marx-Biograf Jürgen Neffe nach einem Plan B. Die SZ verteidigt Glyphosat. Die taz begrüßt Silke Maier-Witts Bitte um Verzeihung bei den Schleyer-Angehörigen.  In der NZZ macht der Ökonom Paul Collier die technokratischen Eliten der Mitte-Links-Parteien für das Abdriften der Bevölkerungen in der Provinz verantwortlich.

Medienticker

Wenn der Zufall Regie führt

29.11.2017 China: Reporter ohne Grenzen fordert die Freilassung von Huang Qi - New York: Kunst aus Guantanamo -  Italiens literarisches Gedächtnis: Ein Gespräch mit Dacia Maraini - NRW: Kunststiftung untersucht die Lage unabhängiger Verlage - Blase: Digitalwährung Bitcoin & Kryptowährungen in der Musikindustrie - Konkurrenz: Amazon Publishings Präsenz im stationären Buchhandel + ARD: Roger Waters & das öffentlich-rechtliche Geld.

Bücherschau des Tages

Ein In-der-Musik-Sein

29.11.2017 Wenig los heute. Die NZZ rettet die Ehre der Rezensenten mit drei Buchbesprechungen. Karl-Markus Gauß empfiehlt den Roman "Menschenwerk" der südkoreanischen Autorin Han Kang - eine Aufarbeitung des Massakers von Gwangju. Besprochen werden auch Günther Anders' "Musikphilosophische Schriften". Die SZ befasst sich mit dem für Regensburg segensreichen Wirken derer von Thurn und Taxis .

Donnerstag, 30.11.2017

9punkt - Die Debattenrundschau

Angst vor blinkenden Werbetafeln

30.11.2017 Die Zeit betrachtet mit Schaudern das neue Sozialkreditsystem in China, das tugendhaftes Verhalten belohnt. Lea Rosh graut's laut Tagesspiegel vor AfD-Politikern im Beirat der Stiftung "Denkmal für die ermordeten Juden". Die meisten Parteien außer CDU wollen laut taz den Paragrafen 219a abschaffen. Der New Yorker basht Frankreich wegen seines Verhältnisses zu Tariq Ramadan und den Muslimen.  Und wenn die Süddeutsche Zeitung eine 16-seitige Propaganda-Beilage für China beilegt, dann tut sie das laut taz aus Respekt für die Meinungsfreiheit.

Efeu - Die Kulturrundschau

Dieses "Kopf ab!"-Geschrei

30.11.2017 In der Zeit erzählt der Jazzmusiker Tyshawn Sorey, was seine Kunst mit Meditation zu tun hat. Die nachtkritik stellt drei Inszenierungen vor, die sich mit dem Rechtspopulismus dort auseinandersetzen, wo es weh tut. In der Berliner Zeitung wundert sich Matthias Lilienthal über die Wiederauferstehung des Ensemble-Theaters als Anti-Globalisierungs-Revoluzzer. In der NZZ denkt Orhan Pamuk über Erinnerungen nach. So einfallsreich war die German Angst noch nie, jubelt die Berliner Zeitung über Baran bo Odars erste deutsche Netflix-Serie "Dark".

Bücherschau des Tages

Ohne höhere Moral

30.11.2017 Die FAZ lernt mit einer Volksballade des chinesischen Immobilienunternehmers Luo Yings die Kulturrevolution in China aus einer etwas anderen Perspektive kennen. Die SZ verfällt in Zurab Karumidzes Roman "Dagny oder Ein Fest der Liebe" der (realen) norwegischen Femme fatal Dagny Juel, die stilecht in Tiflis einem Eifersuchtsmord zum Opfer fiel. Die taz empfiehlt die perfekten Noir-Krimis der Comickünstler Juan Díaz Canales und Juanjo Guarnido. Die Zeit lernt mit dem vergessenen Harro Harring einen echten deutschen Freiheitskämpfer kennen.

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Gabriel Zucman. Reichensteuer - Aber richtig! . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Gabriel Zucman: Reichensteuer
Aus dem Französischen von Ulrike Bischoff. Gabriel Zucman gehört zu den bekanntesten und renommiertesten Ökonomen weltweit. Seit Jahren forscht er zu Steuergerechtigkeit…
Claudia Gatzka (Hg.) / Sonja Levsen (Hg.). Neue Wege zu einer Geschichte der Bundesrepublik. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2025.Claudia Gatzka (Hg.), Sonja Levsen (Hg.): Neue Wege zu einer Geschichte der Bundesrepublik
Lange erzählten Historiker der Bundesrepublik Geschichten von wachsendem Wohlstand, Modernisierung, erlernter Liberalität und stabiler Demokratie. Deutschland schien "im…
Detlev Piltz. 150 Jahre Erbschaftsteuer - Prinzip und Wirklichkeit. C.H. Beck Verlag, München, 2025.Detlev Piltz: 150 Jahre Erbschaftsteuer
Die Erbschaftsteuer spiegelt den gesellschaftlichen Interessenkonflikt zwischen Reich und Arm wider. In Deutschland besteht der politische Kampf um die Erbschaftsteuer seit…
Maurice Crul / Frans Leslie. Gesellschaft der Minderheiten - Leben in der Superdiversität. C.H. Beck Verlag, München, 2025.Maurice Crul, Frans Leslie: Gesellschaft der Minderheiten
Aus dem Niederländischen von Annette Wunschel. Integration im Zeitalter superdiverser Gesellschaften Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit haben so viele Leute aus…

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