Dienstag, 01.03.2011
Magazinrundschau
01.03.2011 Outlook India erzählt, wie die Sentinelesen zur Volkszählung gelockt werden. Der Guardian druckt Ian McEwans Rede zum Jerusalem Prize. In Al Ahram warnt Alaa El-Aswani vor einer Konterrevolution Mubaraks mit Unterstützung Israels. In der LRB erklärt Judith Butler, warum Kafkas Nachlass weder nach Israel noch nach Deutschland sollte. HVG blickt wenig optimistisch auf die arabischen Länder. In Telerama zeigt Antoine Gallimard keine Angst vor dem E-Book. Die NYT lernt, wie im 19. Jahrhundert aus Schwarzen Weiße wurden.
Heute in den Feuilletons
01.03.2011 In der Welt sondiert Bernard-Henri Levy die politischen Kräfteverhältnisse in Ägypten. Levys Blog La regle du jeu meldet, dass die iranischen Oppositionsführer Mir Mussawi und Mehdi Karubi ins Gefängnis gesteckt wurden. Für die NZZ hat Marko Martin das Museo militar in San Salvador besucht und sich gegruselt. In Spiegel Online bekennt sich Richard Dawkins als Romantiker des Darwinismus. Die SZ ist ganz einverstanden mit Judith Butlers Kritik an der kulturzionistischen Vereinnahmung Kafkas, aber nicht mit ihrer Kritik am Literaturarchiv Marbach, das ebenfalls scharf ist auf den verbleibenden Nachlass des Autors.
Bücherschau des Tages
01.03.2011 Von der Wirklichkeit doppelt überholt ist heute die Guttenberg-Biografie von Eckart Lohse und Markus Wehner erschienen, die taz fand sie dennoch sehr instruktiv. Die FR unterhält sich blendend mit Silke Scheuermanns coolem Roman aus der Kunstwelt "Shanghai Performance". Ganz verzaubert ist die NZZ von Eleonore Freys poetischem Roman "Aus der Luft gegriffen".
Medienticker-Archiv
01.03.2011 223 Minuten pro Tag: Fernseher als Entspannungsmaschine - Media Control: Vier Millionen E-Books gekauft - Werbemarkt: Firmen werben online mehr als in Zeitungen - Ausstellung zum Tagebuch von Max Frisch: "Verehrter, lieber Herr Suhrkamp!" - Plagiat oder Original? Zündholzstreit ums Spiegel-Cover und Der Rücktritt - "German Angst" essen Seele auf?: "Fast Forward" in Braunschweig + Hommage an ein kleines Mädchen: Jacques Tati als Trickfilmfigur in "The Illusionist".
Mittwoch, 02.03.2011
Heute in den Feuilletons
02.03.2011 Einen Einbruch der Wirklichkeit in Fiktion erlebt die FR mit dem Dramatiker Wolfram Lotz. In der Welt schreibt Necla Kelek dem türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan eine Rede. In der NZZ schildert Fakhri Saleh die Vertreibung der Intellektuellen aus Libyen. Die taz hält den Doktortitel für überschätzt: Doktoranden sind gemeinhin rechthaberisch und kleinlich. Die Universität Bayreuth hat keinen Fehler gemacht, behauptet in der SZ der Bayreuther Juraprofessor Diethelm Klippel. Das summa cum laude erwähnt er nicht.
Bücherschau des Tages
02.03.2011 Nur nicht von dem süffigen Cover täuschen lassen, rät die SZ: Eher ziemlich bitter erzählt Alon Hilus Roman "Das Haus der Rajanis" Tel Avivs palästinensische Vorgeschichte. Die FAZ liest mit Freude Ivan Nagels gesammelte "Schriften zum Dramen". Eingenommen berichtet sie auch von Robert Schopflochers Lebenserinnerungen "Weit von wo".
Medienticker-Archiv
02.03.2011 Sascha Lobo über das Schreiben in Zeiten des Cloudings - Mobilfunker lassen lesen: Libreka beliefert E-Book-Portal der Telekom - Grenzenlose Weiten: Brauchen wir eine Internetverfassung? - Reale Fiktion: Fabian Bursteins Facebook-Roman "Statusmeldung" - Analphabetismus: Stiftung Lesen zur Veröffentlichung der "Level-One Studie" - Rekord: Springer macht halbe Milliarde Gewinn + Die mediale Zwangsjacke: Ein öffentliches Lehrstück.
Im Kino
02.03.2011 Stark wald- und baumlastig ist die kommende Kinowoche: In "Man tänker sitt" hilft angesichts der schwedischen Mittelschicht-Suburbia-Gegenwart nur noch ein Gang nach Walden mit Henry David Thoreau. Und in Julie Bertucellis Australien-Ausflug "The Tree" wird ein Baum zur Metapher für einen verstorbenen Mann und Charlotte Gainsbourg richtet sich mit ihrer Tochter ein - in Metapher und Baum.
Donnerstag, 03.03.2011
Heute in den Feuilletons
03.03.2011 Der in diesem Fall ausnahmsweise ungläubigen Zeit erklärt der palästinensische Philosoph Sari Nusseibeh, warum ihm der Islam zuweilen gewaltig auf die Nerven geht. Die Welt gibt am Beispiel Herbert Marcuses Einblick in die Dialektik des Kalten Krieges. In der NZZ spricht Olivier Roy über Frankreichs traurige Rolle bei den arabischen Aufständen. Meedia teilt die aktuellen Zahlen des Springer Verlags mit - eine halbe Milliarde Euro Gewinn. Und darauf ein Leistungsschutzrecht!
Bücherschau des Tages
03.03.2011 Absolut berückend findet die FAZ Fredrik Sjöbergs Buch "Der Rosinenkönig" über den Regenwurmforscher, Avocadozüchter und Glasperlensystematiker Gustav Eisen. Sehr empfehlen kann sie auch die "Kindheitshefte" der argentinischen Autorin Norah Lange und den Drehbuch-Almanach "Scenario 5". Die NZZ rühmt den fulminanten Erzähler Catalin Dorian Florescu und seine Familiensaga aus dem Banat "Jacob beschließt zu lieben". Die Zeit begrüßt Heinrich Steinfests Krimi "Wo die Löwen weinen" als scharfe Waffe im Kampf gegen Stuttgart 21.
Vorgeblättert
03.03.2011 Die Kindheit auf der Farm ist vorüber, und Tassie, zwanzigjährig, ahnungslos und neugierig, geht zum Studium in die nächstgrößere Stadt und begegnet ihrer ersten Liebe und anderen Abenteuern. Lesen Sie einen Auszug aus Lorrie Moores Roman "Ein Tor zur Welt".
Medienticker-Archiv
03.03.2011 Der Polit-Soap-Opera erster Teil, der zweite folgt sogleich - Bild.de versteht sich als multimediales Leitmedium - Rolf-Bernhard Essig zur Frage: Kann ein Offener Brief die Welt verändern? - Weltmarktführer schluckt Deutschland-Primus: Abebooks will ZVAB übernehmen - Pilzkopf und Präservative: Helmut Böttiger über die Tagung der Gruppe 47 in Princeton (1966) + Generationswechsel: Ist die alte Exilforschung ist überholt?
Freitag, 04.03.2011
Heute in den Feuilletons
04.03.2011 In der FR hält die Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer Demokratie in Ägypten für möglich, mit der Scharia und gegen die Scharia. In der SZ hält der Islamwissenschaftler Bernard Haykel Demokratie in Ägypten ebenfalls für möglich. Die Türkei sei das Vorbild. In Algerien sei die Stimmung dagegen seltsam zurückgenommen, berichtet die FAZ. Der Casus Guttenberg wird weiter bewältigt: Zeit und Spiegel halten fest, dass es nicht die Funktionäre, sondern die kleinen Doktoranden waren, die die Ehre der Wissenschaft wiederherstellten.
Bücherschau des Tages
04.03.2011 Sehr sympathisch ist der FR Uwe Timms sanft-ironische Arno-Schmidt-Novelle "Freitisch". Der FAZ gefällt David Gilmours Roman über das Abschiednehmen "Die perfekte Ordnung der Dinge". Und die SZ erinnert sich mit Roberto Cotroneo an den italienischen Terrorismus und "Die Jahre aus Blei".
Bücherbrief
04.03.2011 Eine eiskalte Künstlerin in Shanghai, swingende GIs und eine unwahrscheinliche Liebesgeschichte in Island, ein Putschversuch in Spanien, eine unanständig kluge Frau, Texte zum Post-Autorenkino, eine Geschichte der Prohibition - dies alles und mehr in den Büchern des Monats März.
Medienticker-Archiv
04.03.2011 Franz Siepe über das Sonderheft 9 des "Archivs für Begriffsgeschichte" - Apple auf der Überholspur: Random House USA lädt 17.000 E-Books in den iBookStore - iPad2 im Kurztest: Zauberbrett mit Schmutzschutz - Literaturfestival Wortspiele: "Die geheime Faszination des Bösen" + Nachtkritik: Der Märchenkönig malt Kreideschlösser und Die Komik des Verschwindens.
Samstag, 05.03.2011
Heute in den Feuilletons
05.03.2011 In der FAZ ruft David Gelernter nach einer Software-Kritik, die Computerprogramme nach ästhetischen Qualitäten beurteilt. Die SZ resümiert eine Mother-Jones-Recherche, die enthüllte, wie Gaddafi mit viel Geld Intellektuelle wie Joseph Nye und Benjamin Barber für seine Zwecke mobilisierte. Und KiWi-Verleger Helge Machow erklärt, warum das Ebook in Deutschland nicht so erfolgreich sein wird wie in den USA. Die Welt wendet sich gegen die nützlichen Idioten des politischen Islams.
Bücherschau des Tages
05.03.2011 Die FAZ versenkt sich in die durch und durch wunderbaren Gedichte John Ashberys. Einfach atemberaubend findet die FR neunzehn bisher nicht übersetzte Geschichten von Joyce Carol Oates. Brillante Sprachexperimente beglücken die SZ in Aris Fioretos' Roman "Der letzte Grieche". Die taz freut sich über Thomas Willmanns von Ludwig Ganghofer und Sergio Leone gleichermaßen inspirierten Krimi "Das finstere Tal".
Montag, 07.03.2011
Heute in den Feuilletons
07.03.2011 In der FR bringt der Historiker Philipp Blom eine überraschende Idee ins Spiel: Wie wär's mit einer Trennung von Staat und Religion? Im Tagesspiegel vermisst Peter Schneider den Sadomaso-Aspekt in Andres Veiels Film über Gudrun Ensslin und Andreas Baader. Die Berliner Zeitung schildert das Generationenproblem in Tunesien. In der NZZ fragt Mark Lilla: Wie wahrscheinlich ist Demokratie in arabischen Ländern? Und die SZ stellt die Frage: Wie oft dürfen Bibliotheken ein Ebook "ausleihen", bevor sie eine neue Lizenz erwerben müssen?
Bücherschau des Tages
07.03.2011 Die SZ hat mit Jonathan Lethems "Chronic City" DEN New-York-Roman der Nullerjahre gelesen. Die FAZ hört in Damian Tabarovskys "Medizinischer Autobiografie" einen ganz neuen Ton, nicht zuletzt in der lateinamerikanischen Literatur, und kein Tango nirgends. Gut besprochen wird auch Stephan Ruderers Untersuchung über "Das Erbe Pinochets" und Hermann Rumschöttels Biografie Ludwigs II. von Bayern.
Vorgeblättert
07.03.2011 Die "Bekenntnisse eines Zuhälters" hat Laszlo Vegel 1967 geschrieben. Die jungen Ungarn in dem Roman dieser Zeit ignorieren die erstarrte Gesellschaft, in der sie keine lebenswerte Zukunft sehen. Sie kümmern sich lieber um die wahren Dinge des Lebens: Geld und Sex. Lesen Sie einen Auszug.
Medienticker-Archiv
07.03.2011 Hans Leyendecker über Macht und Ohnmacht der Medien - Kleist kickt immer noch: Dichter mit "Neigung zum Extrem" und "kein Mann für Kompromisse" - Hannahs Lachen: Jürgen Nielsen-Sikora über Marie Luise Knotts "Verlernen. Denkwege bei Hannah Arendt" - Arno Geiger: "Das Ende des Lebens ist auch Leben" - Stephane Hessel: "Vom Vorzug des Lügens" - Wolfgang Blaus 7mediale Alltagsmythen + Drei Nachtkritiken.
Dienstag, 08.03.2011
Magazinrundschau
08.03.2011 Vanity Fair folgt dem Twitter-Gründer Jack Dorsey. In Elet es Irodalom verteidigt Laszlo Rajk Bela Tarr gegen den Tagesspiegel, der Tarr politische Äußerungen entlockte. In Le Point ruft BHL die Ägypter und Tunesier auf: Helft euren libyschen Brüdern. Die NYRB berichtet über das deprimierte New Orleans. Outlook India stellt den indischen Guttenberg vor - aus der Kaste der Yoga Gurus. Telerama berichtet von deutschen Zensurversuchen bei einem französischen Arte-Film über schwarze Kassen der CDU. Gentlemen's Quarterly blickt auf die kommenden Filmproduktionen und schaudert.
Heute in den Feuilletons
08.03.2011 Die taz hat zum hundertsten Frauentag exakt hundert Frauen gefragt, was sie sich denn wünschen würden, wenn sie dürften. In der SZ kritisiert Widney Brown von Amnesty International, dass die Frauen in Ägypten zu wenig am Demokratisierungsprozess beteiligt werden. Die FR sieht uns auf dem Weg zum Berlusconismus-Guttenbergismus. Außerdem kritisiert sie die recht unprofessionelle Kriegsberichterstattung deutscher Medien. In der NZZ erklärt Justin Smith, wie er Atlantic Monthlyonline neu erfand - und sanierte. Die FAZ erinnert an eugenisch begründeten Kindsraub im Spanien Francos.
Bücherschau des Tages
08.03.2011 Die
FAZ dankt
Julia Schoch für die Entdeckung
Georges Hyvernauds, der in seinem Heimkehrerroman "Haut und Knochen" einen Antihelden in der Tradition
Sartres und
Celines beschreibt. Die
FR liest mit einigem Vergnügen Arnon Grünbergs Roman "Mitgenommen" über einen
Berufskiller mit Familie und
Swimmingpool. Setzt
Maßstäbe, meint die
NZZ über
Julian Schütts Frisch-Biografie (
Leseprobe).
Sexismus ist längst wieder salonfähig, stellt
Natasha Walter in "Living Doll" fest. Die
SZ hofft, dass das nur für Großbritannien gilt - auch wenn das
deutsche Cover des Buchs ihr das Gegenteil sagen müsste.
Medienticker-Archiv
08.03.2011 Meinungshoheit im Netz: Wie soziale Netzwerke manipuliert werden sollen - In Kauflaune: Google kauft Video-Startup und Preisvergleichs-Portal - Ideenklau in den Medien: Plagiate in TV und Werbung - Der Auslandskorrespondent ein Auslaufmodell? Er verliert an Einfluss, Exklusivität und Prestige - Ein Reim auf Merkel: Die Zeit will die politische Lyrik wiederbeleben + Nachruf: Carl Wilhelm Macke über Friedhelm Kemp.
Karikaturen und Cartoons
08.03.2011 Heute: Zu Besuch bei einem intellektuellen Snob.
Mittwoch, 09.03.2011
Heute in den Feuilletons
09.03.2011 Die NZZ porträtiert die iranische Frauenrechtlerin Mansoureh Shojaee, die zur Zeit in Deutschland lebt. In der Welt erzählt Hubert Burda, wie er einmal dasselbe tat wie Andy Warhol. Die FAZ liest ägyptische Gehimdienstakten. Irights.info leakt ein Papier der Deutschen Industrie- ud Handelskammer, das sich gegen Leistungsschutzrechte ausspricht. Die SZ geht ins Konzert von stock11. Und Patrick Bahners fordert in dem Blog Grenzgängerbeatz noch einmal: Vergesst das mit dem Islam, das hat sich Necla Kelek nur eingebildet.
Bücherschau des Tages
09.03.2011 Die SZ empfiehlt zwei Bücher zu Hannah Arendt: Den Band "Eichmann war von empörender Dummheit" mit Briefen und Gesprächen zwischen Hannah Arendt und Joachim Fest sowie Marie-Luise Knotts essayistischen Band "Verlernen - Denkwege bei Hannah Arendt". Die NZZ lässt sich von der alterslosen Schönheit der Gedichte Mario Luzis betören. Die FAZ lernt einiges über die Aufgabe des Kritikers aus Richard Kämmerlings Band über die deutschsprachige Literatur seit 1989, "Das kurze Glück der Gegenwart".
Medienticker-Archiv
09.03.2011 Über Adrianus F. Th. van der Heijdens mythologischen "Homo Duplex"-Zyklus - Papier ist geduldig, Verlage sind es nicht: Springer will Papierfabrik in Russland - IVW-Zahlen: Wie geht's den Auflagengiganten von 1990? - Thomas Demand interviewt Alexander Kluge über die Kunst der Gesprächsführung - Interview-Klau: Bild muss 60.000 Euro Lettre International zahlen + Unsere braune Biene Maja: Kinderliteratur und Nationalsozialismus.
Im Kino
09.03.2011 Großes Solo für Javier Bardem: In seinem neuen Film "Biutiful" pfeift der virtuose Kinotechniker Alejando Gonzalez Inarritu nun auch auf den letzten Drehbuch-Anschein von Komplexität. Und in George Nolfis Philip-K-Dick-Verfilmung "Der Plan" mag der Mensch durchaus denken, in Wahrheit tut das "Adjustment Bureau" aber lenken.
Karikaturen und Cartoons
09.03.2011 Heute: Frauentag, Überraschung!
Donnerstag, 10.03.2011
Heute in den Feuilletons
10.03.2011 Der Freitag liest Thomas Harlans Buch "Veit" als rasende Chronik der Gefühle. Auch die Filmzeitschrift Cargo liest das Buch und plädiert dringend für Harlans "differenziertes und diffiziles Werk". In der taz versichert der Verleger Christoph Links: Sein Verlag ist kein Parteiverlag. Die SZ bringt eine Hymne auf den Geigen-Virtuosen Frank Peter Zimmermann. In der Jungle World geißelt der Philosoph Sandor Radnoti die "antiliberale Demokratie" in Ungarn. In der FAZ wettert Ilija Trojanow gegen die Verheerungen der Islamkritik. Die Zeit muss in einem Dossier feststellen: Der Islamismus ist doch nicht nur das Hirngespinst seiner Kritiker.
Bücherschau des Tages
10.03.2011 Die Zeit bestaunt Clemens J. Setz und fragt sich unsicher: Ist der echt? An Thomas Webers Studie über Hitler im Ersten Weltkrieg interessiert sie vor allem das neue Quellenmaterial. Die NZZ folgt mit Andrea Amort den Spuren der kommunistischen Tänzerin Hanna Berger. Die FR zieht den Hut vor Joseph Zoderer.
Medienticker-Archiv
10.03.2011 Ursula März über Sven Regeners Blog-Jahre mit Hamburg-Heiner - Schreiben, ohne zu gefallen: Karl Ove Knausgards autobiografisches Mammut-Romanprojekt - Astroturfin: Wann ist ein Fan ein Fan? - IVW-Klickzahlen: "Nicht gutt - KT kann Bild.de nicht helfen" - Radio-MA: In Bayern wird getrauert, in Baden-Württemberg gejubelt - Die Mensch-Maschine: Das dunkle Reich des Steve Jobs - Medien und Mullahs + Shoppen wir bald bei Facebook?
Vorgeblättert
10.03.2011 Reisen wird nie langweilig, und schon gar nicht Schiffsreisen. Cees Nooteboom umrundet Kap Horn, reist nach Montevideo, Argentinien, Bolivien, Indien, Australien ... Er war in der nördlichsten und südlichsten Stadt der Erde. Lesen Sie hier einen Auszug aus seinem "Schiffstagebuch".
Karikaturen und Cartoons
10.03.2011 Heute: Zigaretten sind der neue Schnaps.
Freitag, 11.03.2011
Heute in den Feuilletons
11.03.2011 In der FR erzählt Najem Wali von einem Traumhaus in Bagdad. In Slate schreibt David Simon, Autor der Serie "The Wire": Für "Snoop" gilt die Unschuldsvermutung. In der New Republic fragt Nicole Krauss: Was wird im Zeitalter des Ebooks aus Buchläden? Die NZZ hält außerirdisches Leben für möglich. Die FAZ liest Jan T. Gross' Buch "Goldene Ernte". Und die Welt fragt: Wer ist beliebt bei Links und Rechts? Äh, ... ach ja, das war Gaddafi.
Bücherschau des Tages
11.03.2011 Atemlos liest die FR Jan Karskis "Bericht an die Welt". Karski hatte 1942/43 die Alliierten über die Vernichtung der Juden informiert, nachdem er mehrmals ins Warschauer Ghetto und in ein Vernichtungslager eingeschleust worden war. Die SZ findet Friedrich Wilhelm Grafs Kritik an den Kirchen in Deutschland ein wenig zu stark: jedenfalls soweit es die protestantische Kirche angeht. In der FAZ der Mediziner Michael Hagner und der Dichter Dirk von Petersdorff ein Buch des Dichters Raoul Schrott und des Psychologen Arthur Jacobs, "Gehirn und Gedicht".
Medienticker-Archiv
11.03.2011 So nah dran wie nötig: Daniel Bouhs und Rudolph Chimelli über Kriegsberichterstatter - Journalistensprache: Was er sagt, was er meint - Internet-Exhibitionisten Spackeria: "Privatsphäre ist sowas von Eighties" (?) - Ungarn: Kritik an Mediengesetz hält an - Patrick Bahners: Der Gegen-Sarrazin und die Prinzipien der Aufklärung - "Heimliche Drehbücher": Zur Debatte um Claude Lanzmann - How does it feel? Klaus Theweleit über Bob Dylan + Drei Nachtkritiken.
Montag, 14.03.2011
Heute in den Feuilletons
14.03.2011 In der Welt appelliert Alexander Kluge an das kassandrische Vermögen in allen von uns. In der SZ sagt Ulrich Beck, dass er es ja immer schon gesagt hat. taz und NZZ berichten aus dem Literaturland Serbien. Die FR ist höchst beeindruckt von Michael Thalheimers Frankfurter Inszenierung der "Maria Stuart". Botho Strauß' neues Stück "Das blinde Geschehn" findet dagegen eine recht gemischte Aufnahme.
Bücherschau des Tages
14.03.2011 Die SZ freut sich über Philipp Bloms "Böse Philosophen", die schon im 18. Jahrhundert nicht an Gott glaubten. Sehr bewundert sich auch das präzise Arrangement, die Kunst der Komprimierung in Peter Stamms Erzählband "Seerücken". Die FAZ hat Michael Kempes Buch "Fluch der Weltmeere" über Piraterie und Völkerrecht gelesen und freut sich, dass endlich mal einer den Schmittianern widerspricht.
Karikaturen und Cartoons
14.03.2011 Heute: Alleinverdiener-Absetz-Betrag
Dienstag, 15.03.2011
Magazinrundschau
15.03.2011 MicroMega bringt die ergreifende Rede des Historikers Angelo d'Orsi gegen den Niedergang Italiens. Das TLS behauptet, Englisch als lingua franca werde bald von Übersetzungsprogrammen abgelöst. Der New Yorker beschreibt zwei Möglichkeiten, eine Schreibblockade zu lösen. In Le Monde beschreibt Agnes Heller die Fronten des ungarischen Kulturkampfes. The Atlantic bringt eine Reportage über den digitalen Samisdat in Nordkorea. In Elet es Irodalom erklärt Bela Tarr: Ich bin kein Wichtigtuer!
Heute in den Feuilletons
15.03.2011 In der Berliner Zeitung erklärt der Autor Ralf Bönt, warum es ihm nie so wehtat, Recht gehabt zu haben. Die FAZ erklärt Monika Maron zur Advokatin der Leitkultur. Im Weser-Kurier erklärt der Historiker Julius Schoeps, was ihn so daran stört, wenn die Bremer PDS zum Boykott israelischer Waren aufruft. In der SZ erklärt der serbische Autor Sreten Ugricic, was er von der Literatur seines Landes, das Gast in Leipzig ist, erwartet.
Bücherschau des Tages
15.03.2011 Die
NZZ freut sich über die späte Übersetzung von
Jean-Pierre Abrahams düsterer Schilderung des Lebens auf einem weit entlegenen
Leuchtturm der Bretagne (
Leseprobe "Vorgeblättert" hier). Die
SZ lobt
Milovan Danojlics Roman "Mein lieber Petrovic". Die
FR lobt das Talent und tadelt die Jugend des
Clemens J. Setz. Die
FAZ kriecht mit der polnischen Putzfrau
Justyna Polanska "Unter deutsche Betten".
Mittwoch, 16.03.2011
Heute in den Feuilletons
16.03.2011 Die SZ besucht Kenzaburo Oe. Er arbeitet an einem Roman, der sich an Dantes "Inferno" anlehnt. Die Zeit bringt neben einem Chor der Kassandras auch ein Interview mit Catherine Deneuve. In der NZZ sagt Ian Morris den Untergang des Westens an, sofern der Osten ncht zuerst untergeht. Die FAZ schildert die chinesische Reaktion auf die japanische Katastrophe. Und die taz hat den japanischen Atom-Techniker gefunden, der alles erklären könnte - aber keiner interessiert sich für ihn.
Bücherschau des Tages
16.03.2011 Die NZZ bringt eine Hommage von Katharina Hacker auf Anna Maria Jokl. Die taz begibt sich mit Richard Kämmerlings auf die Suche nach einem Kanon der Gegenwart. In der Zeit bewundert Jana Hensel die unerbittliche Klarheit der Bärbel Bohley. Die FAZ empfiehlt wärmstens Sybille Bedfords Reportage über den Prozess gegen Stephen Ward, der eine wichtige Rolle in der Profumo-Affäre spielte.
Medienticker-Archiv
16.03.2011 Wolfram Schütte über Philip Roths "Nemesis" - E-Book-Studie: Buchbranche erwartet Durchbruch - Infoprogramm: Medienwächter wollen Anreize für TV-Nachrichten schaffen - Japan-Berichterstattung: Die neuen News-Sender - US-Studie: Medien stehen vor Kontrollverlust - Heute LitCologne und morgen Leipziger Buchmesse: Richard Kämmerlings und Helmut Böttiger fragen sich, wie viel Gegenwart in der gegenwärtigen Literatur steckt.
Im Kino
16.03.2011 Drei Männer ohne Namen schlagen sich in George Tillman Jr.s "Faster" durch einen Berg von B-Movie-Klischees: mit sehr eindrücklichem Resultat. In der Michael-Bay-Produktion "I Am Number Four" verrührt DJ Caruso Highschoolfilm- und Fantasyelement in der Hoffnung auf Fortsetzbarkeit miteinander.
Essay
16.03.2011 Wir dokumentieren einen Aufruf französischer Intellektueller für eine Sperrung des libyschen Luftraums. Lanciert wurde er unter anderem von Jane Birkin, Andre Glucksmann und Claude Lanzmann
Donnerstag, 17.03.2011
Heute in den Feuilletons
17.03.2011 Das historische Elend des deutschen Liberalismus heißt Friedrich Naumann, denn der war eher ein Vordenker der Nazis, schreibt Götz Aly in der FR. Die NZZ bewundert die "komplex drapierten Stoff-Elemente" Yohji Yamamotos. Der Perlentaucher dokumentiert einen Aufruf französischer Intellektueller zur Sperrung des libyschen Luftraums. Für die taz kehrt Annett Gröschner in ihre schrumpfende Heimatstadt Schönebeck/Elbe zurück. Die Welt sagt das Ende von "Wakon Yosai" an.
Bücherschau des Tages
17.03.2011 Großer Text, meint die SZ über Dave Eggers' Reportageroman "Zeitoun". Die FAZ vertieft sich mit Gewinn in Bernd Schneidmüllers Geschichte des spätmittelalterlichen Europas. Bei Clemens J. Setzs Erzählband "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" spitzt sie erst das Mündchen, muss dann aber zugeben: Schreiben kann er.
Medienticker-Archiv
17.03.2011 Aktualisiert: Die Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse - Die Fischstäbchen sind sicher! Der Atom-Info-Reinfall der ARD und Naturkatastrophe und nuklearer Wahnsinn in Echtzeit - Kunst und Katastrophe: Visitenkarten des Todes - Grenzen akzeptieren: Adolf Muschg über den Abschied vom alten Wertesystem - Hubert Winkels über Wandel der Literaturkritik zur Literaturperformancekultur - Carl Wilhelm Macke entdeckt den serbischen Dichter Milan Dordevic + Cora Stephan will sich nicht empören.
Vorgeblättert
17.03.2011 Wasserleichen haben viel zu erzählen. Der englische Historiker Richard Cobb (1917 - 1996) hat die Akten eines Pariser Leichenschauhauses kurz nach der Französischen Revolution zum Sprechen gebracht. Es sind spannende Einsichten in die damalige Gesellschaft. Hier ein Auszug aus: "Tod in Paris. Die Leichen der Seine 1795 - 1801".
Karikaturen und Cartoons
17.03.2011 Heute: Da werden sogar Politiker fromm.
Freitag, 18.03.2011
Heute in den Feuilletons
18.03.2011 Die Welt begrüßt den Leipziger Buchpreis für das junge Genie Clemens J. Setz. Bei der NZZ kann man sich in die Neue Sachlichkeit verlieben. Die Berliner Zeitung kniet nieder vor der Kameliendame und vor Sophie Rois, vor allem aber vor der einen als der anderen. FAZ und SZ setzen sich weiter mit der japanischen Katastrophe auseinander. Die New York Times führt ihr neues Bezahlmodell fürs Internet ein. Zum Glück hat es aber Gucklöcher, konstatieren die Blogs.
Bücherschau des Tages
18.03.2011 In Siri Hustvedts Roman "Der Sommer ohne Männer" verbringt eine betrogene Ehefrau den Sommer bei ihrer Mutter. Doch daraus wird kein Betrogenenroman, sondern ein subtiles, boshaftes und herzenswarmes Frauenbuch, lobt die FAZ. Gespenstisch aktuell findet die FR Rüdiger Lubrichts Fotografien rund um Tschernobyl. Die SZ erkennt in Salman Rushdies Roman "Luka und das Lebensfeuer" die blanke Mordlust des Autors.
Medienticker-Archiv
18.03.2011 ... und sie würde nie enden: Lothar Struck über Peter Handkes überbordende Erzähllust in "Der Große Fall" - John Irving im Interview: Das wirkliche Leben ist viel schlampiger als ein Roman - Cool bleiben: Die Redaktionsschmelze im deutschen Presse-Fall-Out - Juli Zeh zur Datenschutzdebatte: "Der Staat kann mir mehr schaden als Firmen" - Peter V. Brinkemper über das schamlose Gezänk der Emo-Kratie - NYT-Website: Bezahlschranke mit Schlupflöchern.
Post aus Istanbul
18.03.2011 In Istanbul wird wieder Bakla Horani gefeiert, der siebzig Jahre lang verbotene griechische Karneval. Und alle feiern mit: Griechen, Türken und Kurden.
Karikaturen und Cartoons
18.03.2011 Heute: Schlagende Alliterationen
Samstag, 19.03.2011
Heute in den Feuilletons
19.03.2011 Die NZZ sieht zu, wie Bruno Ganz von innen heraus explodiert. Im Spiegel fragt Monika Maron, warum die Erben der Aufklärung so abgeklärt sind. In der Welt muss Michael Kleeberg lange suchen, aber dann findet er doch noch einen guten französischen Roman. Die Berliner Zeitung verteidigt die German Angst. Haben Ebooks in Deutschlald so wenig Erfolg, weil sie soviele Nachteile haben? Laut SZ und Welt solidarisieren sich in Abu Dhabi Künstler mit Arbeitern gegen das Guggenheim Museum.
Bücherschau des Tages
19.03.2011 Die taz hat mit William Dalrymples Reportagenband "Neun Leben" einen faszinierenden Einblick in das vielgesichtige religiöse Leben Indiens gewonnen. Die FAZ und die FR loben Neuauflagen bekannter Autoren: Die FAZ empfiehlt Per Olov Enquists Dokumentarroman "Die Ausgelieferten" von 1968. Die FR liest Richard Price' ersten Krimi "Clockers" von 1992.
Montag, 21.03.2011
Heute in den Feuilletons
21.03.2011 In der FR reagiert der Philosoph Kenichi Mishima recht ungehalten auf einige Japan-Klischees der Feuilletons. Der Tagesspiegel deutet die German Angst als narzisstische Angstlust. Die NZZ lernte in Singapur: Eine trockene Haltung zur Kunst ist in den Tropen nicht möglich. Die SZ staunt: Deutsche Zeitungen florieren dank ihrer Fantasielosigkeit. Die FAZ ist sich uneins über Bernard-Henri Levy.
Bücherschau des Tages
21.03.2011 Sehr beeindruckt liest die SZ David Vanns erbarmungslosen Roman "Im Schatten des Vaters". Gewohnt engagiert stellt sie politische Jugendbücher vor, zum Beispiel Anne-Laure Bondoux' Geschichte einer Flucht "Die Zeit der Wunder". Die FAZ reist in das Rom des Pier Paolo Pasolini. Und in das Paris der Liebe, Moden und Tete-a-Tetes.
Medienticker-Archiv
21.03.2011 Nachlese: Serbiens Literaturszene im Fokus der Leipziger Buchmesse - Klicken, scrollen und blättern oder Leih' mir Dein e-Book: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zur Zukunft digitaler Bücher - Kleine Auswahl in schwarz: Interview mit Aurelien Masson vom Verlag Gallimard, Serie Noir - Der reine Bruder und ein Dichter nimmt sich das Leben: Robin Detje und Helmut Böttiger über Michels Houellebecqs Weg zum Klassiker + Drei Theater-Nachtkritiken.
Dienstag, 22.03.2011
Magazinrundschau
22.03.2011 In OpenDemocracy ermuntert Shirin Ebadi die ägyptischen Frauen: Keine Demokratie ohne Frauenrechte. Prospect staunt über die rasante Nachkriegsentwicklung Georgiens unter dem schillerndenMicheil Saakaschwili. In Salon.eu.sk grüßt Viktor Jerofejew Diktatoren - besonders in Weißrussland. Hat Hollywood eine Zukunft?, fragt der Economist . In Polityka lobt Jan Tomasz Gross die Polen, die anders als ihre osteuropäischen Nachbarn über ihre Vergangenheit streiten. Die Ungarn streiten weiter über das Ungarn-Bild im Ausland. Das New York Times Magazine schldert das Dilemma eines friedlichen Fundamentalisten.
Heute in den Feuilletons
22.03.2011 Im pakistanischen Fernsehen macht Veena Malik Panik. Die Welt wundert sich: Das Otto-Suhr-Institut der FU Berlin bezweifelt Götz Alys Kompetenz für 1968. Zum ersten Mal wird Japan bemitleidet, schreibt Paul Theroux in Newsweek. In Liberation spricht Swetlana Alexijewitsch über Tschernobyl und Fukushima. In der FAZ erklärt der Jurist Reinhard Merkel, warum es juristisch korrekter wäre, Libyens Bevölkerung mit Gaddafi allein zu lassen. In der SZ schreibt Antonio Tabucchi: Italien wird 150. Und hat eine antiitalienische Regierung.
Bücherschau des Tages
22.03.2011 Die NZZ beobachtet gespannt wie Joseph Zoderer in "Die Farben der Grausamkeit" den Ausbruch aus einem Doppelleben organisiert. Die FAZ reist mit Werner Köhler drei Tage ins Paradies. Die NZZ bewundert Clothilde Schlayers Entschiedenheit im politischen Disput mit Stefan George (die George-Jünger dagegen stehen starr und schweigend).
Medienticker-Archiv
22.03.2011 Klaus Staeck über Libyen, Gaddafi und die deutschen Intellektuellen - Staunen und Schrecken der Welt: Wolfram Schütte über Olaf B. Raders "Friedrich II." - Einblicke in Burdas Technologie-Schmiede - Das Digital-Manifest der Verleger: Ein Angriff auf die Demokratie, meint Thomas Knüwer - Erste Schritte: Astrid Rosenfeld über ihr Debüt "Adams Erbe" - Der Moralist: Portrait des US-Talkshow-Hosts, Kabarettisten und Satirikers Jon Stewart.
Erzählungen
22.03.2011 Einer wie Zuckerberg musste einen wie McBeath zwangsläufig mit Geringschätzung betrachten, davon war McBeath überzeugt. In Wirklichkeit betrachtete Zuckerberg ihn mit dem denkbar größten Respekt, schließlich stand McBeath keine fünf Meter von ihm entfernt und zielte mit einer Winchester Safari auf Zuckerbergs Eier... Eine Erzählung
Karikaturen und Cartoons
22.03.2011 Heute: Der neue Knut.
Mittwoch, 23.03.2011
Heute in den Feuilletons
23.03.2011 Das Google Book Settlement ist geplatzt - Begründung: Google hätte ein Monopol bekommen. Der Buchreport sammelt erste Reaktionen. Die NZZ bringt einen Hintergrund zu arabischen Rappern, die dazu beitrugen, Diktatoren zu stürzen - leider nicht immer im Namen sympathischerer Ideen. In der FAZ geht die Debatte um den Libyen-Einsatz weiter, den Peter Schneider in der Berliner Zeitung verteidigt. Das Blog Pusztaranger beobachtet die rechtsextremen Bürgerwehren in Ungarn, die zum Antirassismustag mit Hitlergruß gegen Sinti und Roma hetzen. Die Regierung bleibt bisher stumm.
Bücherschau des Tages
23.03.2011 Erstaunlich, wieviel einem die
Toten erzählen können, findet die
FAZ nach der Lektüre von
Richard Cobbs "Die Leichen der Seine" (
Leseprobe). Die
NZZ liest
David Shields' Manifest "Reality Hunger" (
Leseprobe), wird aber nicht satt. Die
SZ ist arg enttäuscht von den Memoiren
Alfred Grossers. Die
FR empfiehlt
Aris Fioretos' neuen Roman "Der letzte Grieche".
Medienticker-Archiv
23.03.2011 Stefan Winterbauer über die gefühlte Nachrichtenlage - Christa Wolf meint: "Bücher helfen uns auch nicht weiter" - ZDF-Intendant Markus Schächter weiß: "Wissen wird Gewinner der Medienrevolution sein" - Florian Rötzer fragt: Haben die Medien für die Depeschen WikiLeaks bezahlt? - Buchwert: Random House erwartet Rekordumsatz - Software-Laden: Amazon öffnet Appstore und Apple klagt + AGOF internet facts: Bücher weiter vorn.
Im Kino
23.03.2011 In die siebziger Jahre und einen Arbeiterkampf entführt Francois Ozon mit den Mitteln der Boulevardkomödie Catherine Deneuve und Gerard Depardieu in "Potiche". Durch ein von Hexen, Tod, Teufel und anderen Spezialeffekten besiedeltes Mittelalter jagt Dominic Sena in "Der letzte Tempelritter" Nicholas Cage und Ron Perlman.
Donnerstag, 24.03.2011
Heute in den Feuilletons
24.03.2011 Alle sind sehr traurig: Elizabeth Taylor ist tot. Alle sind sehr zufrieden: Google darf das Weltwissen nicht ins Netz stellen. Außerdem: Der Freitag verweist auf eine Selbstrechtfertigung Hartmut von Hentigs in Akzente: Ihm sei es ergangen wie Jesus und Sokrates. Die NZZ erklärt, warum man in Hochhäusern vor Erdbeben sicherer ist als anderswo. In der Welt möchte Julia Kristeva den Arabern mit Philosophie helfen. In der Zeit erklärt Richard Sennett die Kluft zwischen Wissen und Macht.
Bücherschau des Tages
24.03.2011 Die Zeit empfiehlt - trotz allem - Hubert Manias Buch "Kettenreaktion", das die Geschichte der Atomenergie als enthusiastischen Wettlauf der WissenschaftlerInnen beschreibt, die sich an selbstmörderischen Experimenten gegenseitig übertrafen. Auf "Müller MP3" erlebt sie einen weise vor sich hin brabbelnden Schamanen. "Müller Die SZ attestiert Orhan Pamuk, sich für seinen lange unterm Tisch gehaltenen Erstling "Cevdet und seine Söhne" keinesfalls schämen zu müssen. Die FR liest beeindruckt Herta Müllers Essays "Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel".
Medienticker-Archiv
24.03.2011 Die Yogeshwar-Debatte: Journalisten und TV-Experten sollen Nebenjobs offenlegen - Digitale Medien: Weg vom Hörensagen - Pöbeln als Geschäftsmodell: Mobbing-Plattform iShareGossip - Nie zuvor war so viel Ich: Sascha Lobo quälen seine eigenen digitalen Hinterlassenschaften - Salto Vitale eines Defensivkünstlers: Über Joachim Meyerhoffs "Alle Toten fliegen hoch. Teil 1: Amerika" - Chuck is back: Wolf Wondratscheks "Das Geschenk".
Freitag, 25.03.2011
Heute in den Feuilletons
25.03.2011 In der New York Times freut sich der Google-Kritiker Robert Darnton über das Scheitern des Google Books Settlement, ohne Googles Traum einer Bibliothek aller Bücher aufgeben zu wollen. Das Blog paidcontent.org ist pessimistischer und verabschiedet sich vorerst von diesem Traum. In der FR meint Ralf Bönt: Die German Angst ist keine Angstlust. Die SZ schildert die Internetstrategie des syrischen Präsidenten Assad.
Bücherschau des Tages
25.03.2011 Voller Begeisterung liest die FAZ die von Karl Corino herausgegebenen "Erinnerungen an Robert Musil", aber auch als bittere Lektion über schriftstellerischen Narzissmus. Als eines der klügsten Geschichtsbücher über die napoleonische Zeit preist die SZ Theodor Fontanes Befreiungsroman "Vor dem Sturm". Sehr berührt hat sie auch Gilles Leroys "Zola Jackson".
Medienticker-Archiv
25.03.2011 Dario Fo zum 85. Geburtstag: Er wurde schon politisiert geboren - Big Brother is watching you: Wolfram Schüttes Petits riens (21) - Mittelstandsförderung 2.0: Google will Mittelstand fit fürs Netz machen - E-Book-Preise: EU-Razzien ein "Akt der Feindseligkeit" - Brigitte Kronauers literarischer Griff nach Nichtnatürlichem - Philipp Bloms Ehrenrettung der "Bösen Philosophen" - Michael Farin: Interview mit Gaddafis Verleger + Martin Walser lobt militärische Enthaltung.
Samstag, 26.03.2011
Heute in den Feuilletons
26.03.2011 In der Berliner Zeitung fragt Peter Glaser: Wo sind die Roboter in Fukushima? In der Welt erklärt Manfred Schneider, wie der Attentäter die politische Bühne betrat. In der NZZ empfiehlt der Wissenschaftshistoriker Anthony Grafton den Geisteswissenschaftlern, sich in die Grenzgebiete vorzuwagen. Die taz plädiert für mehr Mies van der Rohe in der heutigen Architektur. In der FAZ fordert Herta Müller die sofortige Freilassung Liu Xiaobos aus dem Gefängnis. Die SZ wird von Wolf Wondratschek mit dem Stempel "Bibliothek in die Papiertüte" geadelt.
Bücherschau des Tages
26.03.2011 Gegen erste Widerstände erliegt die FAZ Najat El Hachmis wunderbarem Roman "Der letzte Patriarch": Erstaunlich heiter findet sie ihn auch, erzählt er doch von einem Vater allerübelster Sorte. Noch großartiger als Thomas Wolfes Klassiker "Schau heimwärts, Engel" erscheint ihr Christian Brückners Lesung desselben. Die SZ liest fasziniert Gregor Hens' Essay über Genuss und Sucht, "Nikotin". Die NZZ liest Wassili Grossman.
Montag, 28.03.2011
Heute in den Feuilletons
28.03.2011 In der Welt dankt Rafik Schami dem Westen (außer natürlich Deutschland) für das Engagement in Libyen, und der Japanologe Reinhard Zöllner ist fassungslos über die deutsche Reaktion auf die japanische Katastrophe. Spiegel Online fragt: Warum muss man überhaupt noch in eine Bibliothek fahren, um ein Buch zu lesen? Die FAZ verabschiedet sich von der ungarischen Demokratie. Im Tagesspiegel wendet sich Gerhard Schulze gegen Ulrich Becks Begriff der "Risikogesellschaft".
Bücherschau des Tages
28.03.2011 Peter Handke ist in die Stadt zurückkehrt, meldet die SZ erfreut nach Lektüre seiner neuen Erzählung "Der Große Fall" . Als romantisches, offenes Kunstwerk empfiehlt die FR Wolfgang Schlüters Roman "Die englischen Schwestern". Die FAZ wandelt mit Fontane durch Berlin und wundert sich, dass Rafael Seligmanns Leben nur eine einzige Autobiografie ergeben hat.
Vorgeblättert
28.03.2011 Gibt es das absolute Böse? Gibt es so etwas wie Sünde? Werden wir böse geboren, oder macht uns erst die Gesellschaft zu Übeltätern? Das sind die Fragen, die der britische Kulturwissenschaftler Terry Eagleton in seinem Buch "Das Böse" stellt. Lesen Sie hier einen Auszug.
Medienticker-Archiv
28.03.2011 Das Fukushima-Cover des Illustrators Christoph Niemann - Ich glaub, es hackt: Über Julian Assanges Roman "Underground" - Neues Non-profit-Web-Projekt: Wie Craig Newmark die Welt retten will - Wolfram Schütte über Carlos Busqueds "Unter dieser Furcht erregenden Sonne" - Peter H. Gogolin über Einar Schleefs "Ich habe kein Deutschland gefunden" - Jules Verne: Phantastische Reisen statt Code Napoleon + Hamburg-Heiner grillt Regener.
Karikaturen und Cartoons
28.03.2011 Mindless minority.
Dienstag, 29.03.2011
Magazinrundschau
29.03.2011 In Rue89 erzählt Caroline Six, wie man im Kongo kindliche Hexer zur Raison bringt. In der Lettre erzählt Lieve Joris, warum Afrikaner heute lieber in China als in Europa Urlaub machen. Im TLS ist George Steiner froh, dass sich kein Brite am "dreißgjährigen Krieg" der europäischen Philosophie beteiligt hat. In Salon fragt sich Andrzej Stasiuk, was Maria unter ihrem Kleid trägt. Elet es Irodalom lehnt eine zusätzlich Wahlstimme für Mütter ab. Im NZZ Folio erklärt Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz, wie man Sponsoring betreibt. Die NYT lässt sich erklären, welche Gefühle zuviel Speicherplatz verbrauchen.
Heute in den Feuilletons
29.03.2011 Es ist zwar keine Flucht, aber der chinesische Künstler Ai Weiwei zieht nach Berlin, meldet die Berliner Zeitung. Amerikanische Medien feiern Werner Herzogs Dokumentarfilm über die Höhlen von Chauvet. In der Welt mokiert sich Andre Glucksmann über Deutschlands Leisetreterei gegenüber Libyen. Außerdem erklärt Martin Walser, warum er als CDU-Wähler ein Grüner ist. In der FR stellt Michael Borgolte fest: Historisch gesehen ist die Behauptung, der Islam gehöre nicht zu Europa, Nonsens.
Bücherschau des Tages
29.03.2011 Die SZ reist mit Xavier de Maistre um dessen Zimmer und staunt, wie viel Welt sie darin entdeckt. Gebannt folgt sie auch Najat El Hachmis Erzählung "Der letzte Patriarch" über ein Scheusal von einem Vater. Die NZZ entdeckt eine würgend spürbare Verlorenheit in Clemens Setz' Erzählband "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes". Die FAZ liest James Palmers Biografie "Der blutige weiße Baron".
Medienticker-Archiv
29.03.2011 Kriegsdarstellungen: Jan Süselbecks Hinweise zu aktuellen historiografischen sowie literaturwissenschaftlichen Sammelbänden - Erstaunliches Leid, erstaunliche Freud': Über Adam Soboczynskis "Glänzende Zeiten" - Freie Recherchearbeit: Presserat fordert Stärkung der Pressefreiheit - Kerngesund: Fachverlage erwarten steigende Erlöse dank Digitalgeschäft - New York Times: Hacker hebelt Paywall aus - VG Wort obsiegt: Länder müssen zahlen.
Virtualienmarkt
29.03.2011 Das Scheitern des Google Books Settlement hat zu Unrecht Begeisterung ausgelöst: Schließlich waren Verlage und Autoren an der Formulierung beteiligt - auch Holtzbrinck. Richter Danny Chin ruft nach dem Gesetzgeber. Der muss auch in Europa aktiv werden.
Karikaturen und Cartoons
29.03.2011 Heute: Keine dummen Fragen
Mittwoch, 30.03.2011
Heute in den Feuilletons
30.03.2011 Die FR steht vor den Bildern des niederländischen Renaissancemalers Jan Gossaert und staunt. Der Tagesspiegel erinnert an die goldenen Zeiten der Buchbranche. In der taz erzählt die Intendantin Karin Beier von der Schwierigkeit, populär zu sein. Der Ruf der Stadt Duisburg lässt sich nicht aufpolieren. Er ist zurecht ruiniert, finden die Ruhrbarone. Wir bringen Bilder und Links zu Eduardo Souto de Moura, der den Pritzker-Preis 2011 erhält.
Bücherschau des Tages
30.03.2011 Mit angehaltenem Atem liest die NZZ Jan Karskis "Bericht an die Welt", der nach 67 Jahren zum ersten Mal auf Deutsch erscheint. Karski berichtet darin, wie er als Kurier des polnischen Untergrunds kämpfte und sich unter anderem ins Warschauer Ghetto schleusen ließ. Die SZ stellt staunend fest, dass ausgerechnet D.H. Lawrence dem Sex wieder ein Geheimnis gibt, und zwar in seinem Roman "Söhne und Liebhaber". Die FAZ verfolgt gespannt, wie Ian Morris den kommenden Kampf um die Weltherrschaft zwischen Ost und West ausgehen lässt.
Mord und Ratschlag
30.03.2011 In Stuart Nevilles Nordirland-Thriller verlieren sich alte IRA-Kämpfer zwischen Terror und Politik, Wahnsinn und Vernunft, Alkohol und Drogengeschäft. In Ken Bruens "London Boulevard" verliert ein ausgekochter Profigangster gegen eine alternde Diva und ihren ungarischen Butler.
Medienticker-Archiv
30.03.2011 Pressefreiheit: Überfälle auf aserbaidschanische Journalisten und Türkei verschärft Jagd auf Journalisten - Wer? Wie? Was?: Japanische Korrespondenten in Deutschland - Die Twitter-Angst der Hauptstadtjournalisten - Comeback: Twitter-Gründer Jack Dorsey soll es richten - Internet-Filter US-Firmen: Zensurhelfer der Despoten - Bertelsmann: 1 Milliarde in der "Kriegskasse"+ LOL, OMG, FYI: Internetjargon wird offizielles Englisch.
Im Kino
30.03.2011 Von der Frankfurter Finanzwelt und zwei Menschen, die einen Ausweg aus ihr suchen, erzählt Christoph Hochhäuslers Film "Unter dir die Stadt". In einen Hinterwald im tiefsten Missouri begibt sich dagegen Debra Graniks vielfach ausgezeichneter Country-Noir-Indpendent-Film "Winter's Bone".
Karikaturen und Cartoons
30.03.2011 Ein Moratorium!
Essay
30.03.2011 Bis heute haben die Verlage keinen Gesetzentwurf für das seit langem herbeigebettelte Leistungsschutzrecht vorgelegt. Wenigstens hierfür verdienen sie Dank. Ein Vortrag
Donnerstag, 31.03.2011
Heute in den Feuilletons
31.03.2011 Deutschland wollte in Peking eine Aufklärungsschau präsentieren, aber es wurde eine Biedermeierschau draus, finden SZ und Welt. Die Jungle World vermutet: Deutschland stimmt in der UNO mit China, weil es hauptsächlich dorthin exportiert. Die SZ verabschiedet sich außerdem von der FR, die demnächst in einem Berliner Mantel auftreten wird. In Cicero sagt Hamed Abdel-Samad: "Ich spreche grundsätzlich jeder Religion die Demokratiefähigkeit ab." Film der Woche: Debra Graniks "Winter?s Bone".
Bücherschau des Tages
31.03.2011 Die SZ liest bewundernd Milan Kunderas kunstvolle Essays über Literaten und Romane, besonders imponiert ihr die Ehrenrettung von Anatole France. Als großen New-York-Roman preist die Zeit Jonathan Lethems "Chronic City". Unbeschädigt übersteht sie E.M. Ciorans Artikel "Über Deutschland" aus den Jahren 1933-37 und schließlich flaniert sie mit Franz Hessel durch Berlin. Die FAZ wird mit Suelette Dreyfus' Roman "Underground" über den jungen Hacker Julian Assange nur halb froh.
Medienticker-Archiv
31.03.2011 Musikmultis vs. Amazon: Branche sieht Lizenzgeschäft durch neuen Service gefährdet - Googles Sozialismus: Empfehlungsbutton "+1" - Die geistige Nachhut: Berliner Hauptstadtkorrespondenten - Nachrichtenjournalismus: Die Online-Katastrophe - Neue Apps: Die Tast-Strategien der Verlage - Stabil ohne Dynamik: Die 100 größten Verlage - Shops machen mobil: 38 Millionen deutsche Internetkäufer + Vergriffen!: Joseph von Westphalen über nicht mehr lieferbare Bücher.