Donnerstag, 02.01.2014
Heute in den Feuilletons
02.01.2014 Die taz erzählt ein weiteres Kapitel über die kulturelle Gleichschaltung in Ungarn. Die FAZ will die Förderung für Dokumentarfilme erhalten wissen. Die SZ kapiert beim besten Willen die Texttafeln im Deutschen Museum nicht. In der SZ erklärt der Historiker Achim Landwehr, warum Akademiker bloggen sollten.Der Tagesspiegel begibt sich nach Umeå, eine der beiden europischen Kulturhauptstadte des Jahres, und staunt über die Modernität der Stadt. Und mit Jerry Lewis sagen wir, was zum frohen neuen Jahr nicht verschwiegen werden darf.
Bücherschau des Tages
02.01.2014 Die FAZ zeigt sich höchst beeindruckt von Altaf Tyrewalas Langgedicht "Das Ministerium der verletzten Gefühle" über die wuchernde Metropole Mumbai. Die FR liest begeistert Paul Austers Autobiografie "Winterjournal", die eine Biografie seines Körpers ist. Die SZ versinkt in einem Bildband über Tokio gestern und heute.
Bücherbrief
02.01.2014 Das Tagebuch von Wolfgang Herrndorf, ein Debütroman über die ganz große Liebe, Klatsch von den besten Pariser Partys des 19. Jahrhunderts, eine Anthologie moderner Schweizer Poesie, Frauenpower auf Arabisch - dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Januar.
Medienticker-Archiv
02.01.2014 Nachrichten-Impotenz: Medien im Fall Schumacher in der Kritik - "Je kaputter das Land, desto besser die Literatur": Sigrid Löffler über eine neue Generation von Autoren - @BILD kann nur BIG: Kai Diekmann im Twitter-Interview - Der Freiheitskämpfer Glenn Greenwald beim Chaos Communcation Congress - Service public: Was gebührt dem gebührenfinanzierten Rundfunk? + Tutti Frutti im Dschungelcamp: 30 Jahre Privatfernsehen.
Im Kino
02.01.2014 Spröde und graniten, aber auch lange nachbrennend ist "Les Salauds" von Claire Denis, ein Film über eine Welt, in der es vor Dreckskerlen nur so wimmelt. Eine retrohipsterische Variation auf den Vampirfilm hat Jim Jarmusch gedreht; "Only Lovers Left Alive" ergibt sich aber doch nicht ganz hemmungslos analogen Sehnsüchten.
Freitag, 03.01.2014
Heute in den Feuilletons
03.01.2014 Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg.
Bücherschau des Tages
03.01.2014 Die FAZ lernt aus Heinrich Manns frühen Schriften, dass gewaltbejahende, antisemitische, faschistische junge Männer sich mit den Jahren zu vorbildlichen Demokraten und Schriftstellern auswachsen können. Die SZ lernt aus Julian Strubes Untersuchung "Vril", wie man mit einer literarischen Urkraft und einer Prise Esoterik noch den ältesten Aberglauben modernisieren kann. Und wenn alles verloren scheint, kann man auf eins gewiss nicht bauen: Gott. Das lernt die FR von Kurt Flasch.
Medienticker-Archiv
03.01.2014 Schelmenstück: Postillons Pofalla - "Fernsehentwicklung ist viel schneller geworden": Friedrich Küppersbusch über 30 Jahre Kommerz-TV - "Da entsteht ein völlig neuer Markt": Ansgar Warner über Trends rund um das E-Book - Schriftlastige Moderne: Katrin Ströbel über wortreiche Bilder - Improvisation: Zum 70. Geburtstag des Komponisten Peter Eötvös + Licht & Schatten: Gespräche mit Jimmy Page.
Montag, 06.01.2014
Heute in den Feuilletons
06.01.2014 In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden.
Bücherschau des Tages
06.01.2014 Die taz lernt dank Annegret Erhards Biografie die Künstlerin Anita Rée als Hamburgs bedeutendste Avantgardistin zu schätzen. Die FAZ freut sich über die Erzählungen "Heimatlos" des Koreaners Lee Hochol und liest Hugh Aldersey-Williams' Geschichte des Körpers "Anatomien". Die FR versinkt in Ernst Jüngers "Stahlgewittern".
Karikaturen und Cartoons
06.01.2014 Sturm aus Südost.
Dienstag, 07.01.2014
Magazinrundschau
07.01.2014 Medium liefert einen kleinen Einblick in die Folgen der Kameraüberwachung in Britannien. In französischen Magazinen kommentieren Pascale Bruckner und Bernard-Henri Levy das geplante Auftrittsverbot für den antisemitischen Komiker Dieudonné. Im Merkur denkt Ernst-Wilhelm Händler über Simmel und die Finanzmärkte nach. Das Boston Magazine untersucht die unrühmliche Rolle des MIT beim Tod von Aaron Swartz. In Commentary schreibt David Gelernter der Kognitionswissenschaft "Das Hirn ist kein Computer" ins Stammbuch. Cabinet feiert den Erfinder des Pfannkuchen-Make-ups, Max Factor.
Heute in den Feuilletons
07.01.2014 In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen.
Bücherschau des Tages
07.01.2014 Die SZ lässt sich von Terje Tvedt mitreißen, der vom Kampf um, für und gegen das "Wasser" erzählt. Nur halbwillkommen sind ihr "Die schönen Grüße aus dem Orban-Land". Reinen Lesegenuss erlebt die FR mit Robert Louis Stevensons "Schatzinsel" in einer schön schrägen Neuübersetzung. Berührt liest die NZZ Alice Munros intime Erzählungen "Liebes Leben".
Medienticker-Archiv
07.01.2014 Wolfgang Michal über die Angst der deutschen Journalisten vor dem Aktivismus - Georg Mascolo: "Das Staatsgeheimnis des Staats kann und darf nicht das Staatsgeheimnis des Journalisten sein" - Frechheit siegt: Constantin Seibt über die Schweiz und die Medien - New York Review of Books: Die Geburt der Kritik aus dem Druckerstreik + Mitarbeiter-Aufstand: Bei Amazon eskaliert der Kampf der Kulturen.
Mittwoch, 08.01.2014
Heute in den Feuilletons
08.01.2014 In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf.
Bücherschau des Tages
08.01.2014 In seinem Roman "Intrige" verarbeitet Robert Harris die Dreyfus-Affäre zu einem packenden Thriller, findet die SZ. Die FR lässt sich von Luc Boltanski die soziologische Dimension des Krimis erläutern. Die taz reist in der Graphic Novel "Kongo" von Christian Perrissin und Tom Tirabosco mit Joseph Conrad ins Herz der Finsternis. Und die FAZ erfährt von Arne Karsten und Olaf B. Rader Wissenswertes über "Große Seeschlachten".
Medienticker-Archiv
08.01.2014 Medien-Rüffel: Debatte nach dem Postillon-Pofalla-Streich - Schumacher-Hype: DJV fordert mehr Zurückhaltung - Von Grund auf neu: NYTimes.com geht auf die Leser zu - Techniktrends 2014: Vernetztes Wohnen, Wearables & 4K abseits des TVs - 90 Jahre Radio: Literatur im Radio - Theater-Nachtkritik: "Hurenkinder Schusterjungen" in Mannheim + Bilanz eines Online-Publishers: So lousy waren meine Pennies in 2013.
Karikaturen und Cartoons
08.01.2014 Weise und wohlhabend.
Im Kino
08.01.2014 Erschütterungen im Stillen prägen J.C. Chandors Einmannstück "All Is Lost", der sich seinen Platz auf den Jahresbestenlisten redlich verdient hat. Nicht regulär im Kino, sondern im Rahmen des Berliner Festivals "Unknown Pleasures" zu sehen ist "People's Park", eine erstaunliche ethnologische Feldforschung von J.P. Sniadecki und Libbie Dina Cohn.
Donnerstag, 09.01.2014
Heute in den Feuilletons
09.01.2014 Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman.
Bücherschau des Tages
09.01.2014 Große Bewunderung schlägt Zadie Smith für ihren neuen Roman "London NW" seitens SZ und Zeit entgegen. Die NZZ begibt sich im dritten Teil von Andreas Maiers Friedberg-Saga in die beklemmende Finsternis der deutschen Provinz der Siebziger. "Der multiple Roman" von Adam Thirlwell ist für die FAZ eine ebenso herausfordernde wie lohnende Lektüre. Vollkommen hingerissen ist sie außerdem von Hanna Schygulla und ihrer Autobiografie "Wach auf und träume".
Medienticker-Archiv
09.01.2014 Das gemeine "sich gemein Machen": Wie neutral muss Journalismus sein? - Radio Journalismus: Das Radio hat seine eigenen Gesetze - Für den stationären Handel verloren: Kathrin Passig über die Zukunft des Buchhandels - Aus dem Antiquariat: Die Iffland-Räuberpistole - Labiler Schwerölmotor. Über Friedrich Glausers Kriminalromane und Briefe + Zum 70.: Jimmy Page 13 years 1957 BBC First TV appearance Rockspots.
Vorgeblättert
09.01.2014 Die mexikanische Autorin Valeria Luiselli nutzt in ihrem Essayband "Falsche Papiere" Alltagserfahrungen, um über Zeit nachzudenken, terraines vagues oder ein Sortiersystem für Bücher. Und immer wieder über Sprache. Lesen Sie hier einen Auszug, in dem sie über das Erlernen einer Sprache nachdenkt und die Stottergedichte des rumänischen Dichters Gherasim Luca.
Freitag, 10.01.2014
Heute in den Feuilletons
10.01.2014 Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris.
Bücherschau des Tages
10.01.2014 Mit seinem Roman "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki" beschämt Haruki Murakami das Nobelpreiskomitee aufs Neue, meint die FAZ. Der Konzertagent Berthold Seliger raubt der NZZ mit seiner Streitschrift "Das Geschäft mit der Musik" die letzten Illusionen über die Musikbranche. Und die FR streift mit Johannes Grohts Band "Menhire in Deutschland" auf der Suche nach Hinkelsteinen durchs Land.
Medienticker-Archiv
10.01.2014 News-Top-50: Mobile-Boom an den Feiertagen - Alleinstellungsmerkmal: Die Zeit als (Selbst)-Enthüllungsmedium - Journalisten im Fokus der Salafisten: Oder Salafismus im Fokus des Journalismus? - Wer das Feuer liebt: Jürgen Trittin über die TV-Politserie "House of Cards" - Krimiwahn: Ulrich Greiner über die "Tatort"-Inflation - In atavistischen Arenen: Klaus Theweleit über den Männlichkeits-Wahn im Stadion - Wunderbares Debüt: Tilo Prückners "Willi Merkatz wird verlassen" + In memoriam: Kenny Clarke zum 100.
Samstag, 11.01.2014
Heute in den Feuilletons
11.01.2014 Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt.
Bücherschau des Tages
11.01.2014 Mit Begeisterung liest die FAZ Max Frischs "Berliner Journal", das der Suhrkamp Verlag zwanzig Jahre nach Frischs Tod jedoch nur in Auszügen herausgibt. Vergnügen bereitete ihr auch Laura Amy Schlitz' Jugendroman "Clara und die Magie des Puppenmeisters". Sehr lehrreich findet die NZZ Laszlo Földenyis Essay über die Mystik "Starke Augenblicke". Außerdem preist sie noch einmal Maike Albaths Band "Rom, Träume". Die SZ versinkt glücklich in Haruki Murakamis Roman "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki".
Montag, 13.01.2014
Heute in den Feuilletons
13.01.2014 Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren.
Bücherschau des Tages
13.01.2014 Als erregende Leseerfahrung preist die taz Christian Geisslers Roman über die kommunistische Praxis "Wird Zeit, dass wir leben". Die SZ ist ganz hingerissen von Roger Perrets Anthologie "Moderne Poesie in der Schweiz", und auch Peter Utz' "Kultivierung der Katastrophe" imponiert ihr als Buch über die Kehrseite des Alpenidylls. Die FAZ preist die widerständige Lebendigkeit in Friederike Mayröckers Gedichten "Etudes".
Medienticker-Archiv
13.01.2014 Insolvenz: 190 Mio. Euro Schulden & Kirche lässt Weltbild fallen - Sonntagabend haben rund 37 Mio. Zuschauer ferngesehen: Aber was ist eigentlich mit dem Rest?, fragt sich Hans Hoff - Kein Roman mehr: Günter Grass will nur noch dichten, zeichnen und malen - Theater-Nachtkritiken: u. a. Thomas Bernhards "Holzfällen" in Graz + Der gefälschte Galilei: Horst Bredekamp und der "falsche Galileo".
Virtualienmarkt
13.01.2014 Ein mögliches Ende mit Schrecken für den Weltbild-Konzern bedeutet für die Branche nicht unbedingt das Ende des Schreckens ohne Ende.
Dienstag, 14.01.2014
Magazinrundschau
14.01.2014 Bloomberg Businessweek erforscht die Welt der Bitcoins. Nationalismus ist Provinzialisierung, ruft Félix de Azúa in El Pais Semanal den katalanischen Politikern zu. Medium verliert sich in den eleganten Zeitlupenvideos Adam Magyars. Buchpreisbindung ist elitär, behauptet in Le Point der Schriftsteller Gaspard Koenig. Gentlemen's Quarterly sucht einen offenen Drogentunnel. In Guernica löst Ari Shavit den Nahostkonflikt in Minischritten. Und Vice erlebt eine Wiederauferstehung als Diamant.
Heute in den Feuilletons
14.01.2014 Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit.
Bücherschau des Tages
14.01.2014 Als "Abenteuerroman voller Empathie und Weltklugheit" feiert die FR Patrick Devilles Roman über den Arzt und Entdecker Alexandre Yersin. Die NZZ versinkt in Jacek Dehnels somnambulen Künstlerroman "Saturn", der Francisco Goya und seinem Sohn Javier ein dunkel leuchtendes Denkmal setzt. Die taz frohlockt über Thomas Mießgangs Essay über die verlorene Kultur der Unhöflichkeit "Scheiß drauf". Gern gelesen hat sie auch Binyavanga Wainainas Erinnerungen "Eines Tages werde ich über diesen Ort schreiben". Und die FAZ empfiehlt nachdrücklich Jean-Michel Nectoux' Biografie des Debussy-Zeitgenossen Gabriel Fauré.
Medienticker-Archiv
14.01.2014 Wie Washington der Mut verließ: Hans Leyendecker & Georg Mascolo über das No-Spy-Abkommen - Bitkom-Studie: Jeder Vierte zahlt für redaktionelle Inhalte im Internet - FAZ will mehr Elite wagen: Sind die "klugen Köpfe"dem Untergang geweiht? - Spitzenposition verteidigt: Spiegel führt Zitate-Ranking vor Bild an - Social-Ranking: SpOn vorm Postillon + Der Goldene Maulwurf des Umblätterers: Die 10 besten Feuilleton-Artikel 2013 + "Sozialtourismus" ist das Unwort des Jahres.
Mittwoch, 15.01.2014
Heute in den Feuilletons
15.01.2014 In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien.
Bücherschau des Tages
15.01.2014 Nach technischem Fehler (pardon!) nun tatsächlich online: Ganz hingerissen ist die SZ von Kathi Diamants Buch über "Kafkas letzte Liebe" Dora Diamant. Nachdrücklich empfiehlt sie auch Rafael Chirbes' gallig-bitteren Roman "Am Ufer", der von einem ökonomisch, politisch und moralisch bankrotten Spanien erzählt. Die FAZ liebt den lakonischen Minimalismus in Amy Hempels Erzählungen "Die Ernte". Sehr feierlich lobt sie auch Johannes Frieds Biografie Karls des Großen.
Medienticker-Archiv
15.01.2014 Der Weltpolitik einen Dreh mit Heimatbezug verleihen: Wolfgang Seufert über gefährdete Lokalmedien - Vorstoß in die Wirklichkeit: Google kauft Nest & Wenn Google ein Mensch wäre: Nutzer fragen, stahlharte Nerven antworten - Top 25: Die größten deutschen YouTube-Stars - Journalisten: Wenn sie nur wüssten, was sie alles dürfen! - Das göttliche Ich: Mathias Müller von Blumencron über Promi-Kult + Der Mathematiker Hakan Turan über den mathematischen Leidensweg.
Donnerstag, 16.01.2014
Heute in den Feuilletons
16.01.2014 In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave".
Bücherschau des Tages
16.01.2014 Rührend unbeholfen und unwiderstehlich komisch findet die FR die von Volker Koop zusammengestellten "Gedichte für Hitler". Die FAZ ist hellauf begeistert von der Anthologie "Die Erschließung des Lichts" mit italienischer Gegenwartslyrik. Nicht nur für Juristen erhellend findet die Zeit die Studie "In wessen Namen?" von Armin von Bogdandy und Ingo Venzke über internationale Gerichtsbarkeit. Fasziniert ist sie außerdem von James Carlos Blakes finsterem Westernroman "Das Böse im Blut".
Medienticker-Archiv
16.01.2014 Tretmühle: Jahres- und Gedenktage in den Feuilletons - Onlinepräsenzen gehen verloren: Die mobile Revolution und das vergessliche Web, sechs Monate Mobile-IVW der populärsten Websites und Apps & Das Smartphone-Projekt "UnterAnderen": Springers Nachwuchs beschäftigt sich mit Subkulturen + Aus der Zeit gefallen: Gregor Keuschnig über die besondere Form von Andacht der Rezensenten & Leser bei John Williams "Stoner".
Im Kino
16.01.2014 Ja, auch Brad Pitt und Hans Zimmer sind mit an Bord, doch im Kern geht es Steve McQueens Sklaverei-Drama "12 Years a Slave" um die aufrichtige Bergung eines Erfahrungsschatzes. Alexander Paynes schöner neuer Film "Nebraska" ist ein postheroisches road movie, das sich auf seinem Weg zu Lincoln nur zu gerne ablenken lässt.
Freitag, 17.01.2014
Heute in den Feuilletons
17.01.2014 In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand.
Bücherschau des Tages
17.01.2014 Wie viel Glauben darf man dem Selbstporträt eines Fälschers schenken, fragt sich die SZ anlässlich des Enthüllungsbuchs von Wolfgang und Helene Beltracchi. Die FAZ ist entzückt von Jan Skudlareks Lyrikdebüt "elektrosmog" und Klaus Böldls kundiger Unterweisung in die "Götter und Mythen des Nordens". Mit Ronen Steinkes Biografie widerfährt Fritz Bauer späte Gerechtigkeit, freut sich die taz. Und die FR rät mit Nachdruck zu Paul Nizons Journal "Die Belagerung der Welt".
Medienticker-Archiv
17.01.2014 Alan Rusbridger: Die fesselnde Keynote des Guardian-Chefredakteurs - Verluste an der Anzeigenfront: Print ist der große Werbeverlierer 2013 - Theater-Nachtkritiken: David Foster Wallaces "Unendlicher Spaß" in Wien & Max Frisch hinter Theo Gantenbein in Zürich entdeckt und Porträts bebender Ironie in seinem "Berliner Journal" - Der Einzige & sein Eigentum: Sprache ... u.a. Wolfram Schütte & Jan Philipp Reemtsma über Arno Schmidt + Komponisten Klan: über Klaus-Rüdiger Mais "Die Bachs".
Karikaturen und Cartoons
17.01.2014 Im Mantel auf'm Bett.
Samstag, 18.01.2014
Heute in den Feuilletons
18.01.2014 Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall.
Bücherschau des Tages
18.01.2014 Die FAZ reist mit dem respektlosen französischen Reporter Albert Londres in den zwanziger und dreißiger Jahren durch die Welt. Und sie amüsiert sich prächtig mit den Briefen Arno Schmidts. NZZ und FR begutachten mit Max Frischs Berliner Journal die Szene in Friedenau in den siebziger Jahren. Die NZZ empfiehlt außerdem den Briefwechsel zwischen Helmut Lachenmann und Luigi Nono. Die taz liest zwei Bücher, die sich mit dem Erbe Spinozas auseinandersetzen.
Montag, 20.01.2014
Heute in den Feuilletons
20.01.2014 Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf.
Bücherschau des Tages
20.01.2014 Ganz hingerissen ist die SZ von der hypnotisierenden Erzählunst, die Javier Fernandez de Castro in seinem Kurzroman "Die berauschende Wirkung von Bilsenkraut" an den Tag legt. Außerdem liest sie mit großer Freude die Neuerscheinungen zu Sylvia Plath. Die FAZ folgt gebannt György Spiros "Träumen und Spuren" durch die ungarische Nachkriegsgeschichte und lernt alles über Giacomo Casanovas ebenfalls mit Talenten gesegnete Brüder Francesco und Giovanni Battista.
Medienticker-Archiv
20.01.2014 Wolfgang Michal über Sascha Lobos Buße und Neubeginn - Juliana Goschler über FAZettelt (oder die 32 Kreise des Wahnsinns - Grenzen der Diversifikation: Zeitungsverlage und Wirtschaftsjournalismus - Theater-Nachtkritiken: "Die Rasenden": Karin Beiers sechseinhalb Stunden die Antike in Hamburg & "Die kleinen Füchse" in Berlin & "Die letzten Tage der Menschheit" in Dresden & "Was ihr wollt" in München & "Roter Hahn im Biberpelz" in Berlin - Ökumene: Ein Gespräch mit Hans Küng.
Dienstag, 21.01.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
21.01.2014 Alle trauern um Claudio Abbado. Die FAZ erinnert an den Revolutionär, der Verdis "Don Carlo" entstaubte. Die Berliner Zeitung lobt seine Arbeit mit Arbeitern. Und die Welt würdigt ihn als den Mann, der die Streicher das Streiten lehrte. Außerdem: der Tagesspiegel stellt die gemeinsame Arbeit der Komponistin Malin Bång und der Architektin Anna Kubelik für das Ultraschall-Festival in Berlin vor. Im Merkur-Blog lesen Holger Schulze und Dominique Silvestri ein weiteres Kapitel aus dem Journal der Brüder Goncourt.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.01.2014 Der Princeton-Historiker Sean Wilentz attackiert Edward Snowden, Glenn Greenwald und Julian Assange in der New Republic als "paranoide Libertäre", während Eric Jarosinski in der FAZ Sascha Lobo mit Karl Kraus tröstet, Will Self denkt im Guardian über Englishness nach. Überhaupt Identitäten: Boggie macht sich schön. Alain Finkielkraut löst mit seinem Buch "L'Identité malheureuse" Stürme der Entrüstung aus.
Medienticker
21.01.2014 Aktuell: BSI schlägt Alarm: Hacker kapern Millionen Online-Nutzerkonten - ADAC-Manipulation: VW storniert Anzeigen - IVW-Zahlen fürs vierte Quartal 2013: Kein Kraut gegen den Auflagenniedergang - Hubert Burda: "Allein mit Qualitätsjournalismus kann heute niemand mehr überleben" - Das kaputte Netz: Sascha Lobo vs. Evgeny Morozov - Reddit: Die selbsternannte Titelseite des Internets - Weltbild: Vom Ende des Billigbuchs - Fin-de-siècle: Staatshämorrhoidarier + Interview mit Silvia Bovenschen: Sterben muss selbstbestimmt sein dürfen.
Spätaffäre
21.01.2014 Im Abendprogramm bieten wir eine Dokumentation über Jean Seberg aus der Mediathek von Arte, eine längere Diskussion über Claudio Abbado im SWR, eine "Répliques"-Folge mit Alain Finkielkraut und Reiner Stach über Kafka und den Überwachungsstaat.
Bücherschau des Tages
21.01.2014 Die FAZ erhebt Ahmadou Kourouma und seinen Roman "Monnè. Schmach und Ärger" in den Rang eines Klassikers. Sinnlichkeit und Magie findet die NZZ in Valeria Luisellis Essays "Falsche Papiere". Schön schlechte Träume garantiert die SZ den LeserInnen von Stephen Kings "Doctor Sleep" und entdeckt in Rahel Jaeggi eine interessante Stimme der gegenwärtigen Philosophie.
In eigener Sache
21.01.2014 Ab sofort bieten wir zwei Feuilletonrundschauen, und sie sind nicht mehr nach Medien, sondern thematisch gelegliedert. Am Mittag bringen wir Sie auf den Stand. Und mit dem Abend haben wir eine "Spätaffäre". Diskutieren Sie mit!
Mittwoch, 22.01.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
22.01.2014 In der NYRB lernt der Historiker Robert J.W. Evans aus zahlreichen Neuerscheinungen zum Ersten Weltkrieg: Alle waren schuld. Im Freitag fragt Klaus Walter vom Autoren-Radiosender Byte.FM: Warum bekommen die Öffentlich-Rechtlichen das ganze Geld, wenn er das bessere Programm macht? Die NZZ besucht das neue Bukarester Museum für Gegenwartskunst. Die Welt trauert um das Filmkorn.
9punkt - Die Debattenrundschau
22.01.2014 In der NZZ ist die Autorin Mansura Eseddin fassungslos über die Rückkehr der ägyptischen Revolution an den Nullpunkt. Bernard-Henri Lévy rauft sich in Le Point die Haare über die arabische Liga, die angesichts der Gewalt in ihrer Region nur eine Gefahr für den Frieden erkennt: Israel. Die FAZ erzählt, wie der Wagner-Clan einmal wegen Urheberrechten in den Streik trat. Auch in Frankreich wird über Sterbehilfe diskutiert. Und die Welt begrüßt den neuen Perlentaucher.
Medienticker
22.01.2014 Aktuell: Reichweite: Das wundersame Wachstum der Print-Leser - Blogs: Dschungelcamp des Journalismus? - Leserreaktionen: Den Kommentarmüll versilbern? - Guardian-Justitiarin Phillips: Wie sie ihrer Zeitung im Fall Snowden den Rücken freihielt - Funktionsstörung: Der ausgehorchte Mensch - Onlinehändler: Amazon arbeitet am Einstieg ins Internet-Fernsehen - Pieke Biermann über Prüder zur Sonne, zur Freiheit? - One day, baby: Poetry-Slam-Hype um Julia Engelmann + Glückwunsch: Angela Winkler zum 70.
Spätaffäre
22.01.2014 Unsere Vorschläge fürs Abendprogramm: der neueste "Tatort", eine Konzert-Gala zu Ehren von Krzysztof Penderecki bei arte, Radiodiskussionen über Max Frischs "Berliner Journal" und den immersiven Dokumentarfilm sowie interessante Lesestücke über Monopoly und Bollywood.
Bücherschau des Tages
22.01.2014 Durchaus schmerzvoll, aber packend findet die SZ Gunther Geltingers Roman "Moor". Eine klare Leseempfehlung gibt es auch für Joachim Kalkas gelehrten Essay "Gaslicht" über das 19. Jahrhundert. Die FAZ sieht in Erika Burkarts Notaten "Am Fenster, wo die Nacht einbricht" nicht weniger als eine Schule der Wahrnehmung. Und die NZZ lässt sich von Pascale Hugues die erstaunlich bewegte Geschichte ihres Schöneberger Kiezes näherbringen.
Im Kino
22.01.2014 Die rationalen Tugenden eines gut gemachten B-Movies sucht man vergebens in Stuart Beatties chaotischem Fantasyfilm "I, Frankenstein". Mikkel Nørgaard liefert mit der Adler-Olsen-Verfilmung "Erbarmen" einen Film ab, der Dienst nach Vorschrift vollzieht und also aussieht wie ein deutscher Sonntagabendkrimi.
Donnerstag, 23.01.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
23.01.2014 Die Welt fragt sich nach Daniel Harrichs Thriller über das Attentat auf dem Münchner Oktoberfest 1980, warum die Manipulation der Aufklärung durch den leitenden Staatsschützer nie ein Skandal war. La Règle du jeu erfährt am Ende von Michel Houellebecqs scheinbar flachen Sätzen Wahrheiten über die Kunst. In der taz analysiert der Lyriker und Publizist Enno Stahl die Stromlinienförmigkeit der deutschen Gegenwartsliteratur. Die Zeit vermisst die Mayonnaise auf den neuen Haute-Couture-Kleidern von Schiaparelli.
9punkt - Die Debattenrundschau
23.01.2014 In der FAZ fragt Dietmar Dath, was Pornografie ist, wenn sie wirklich aussieht - aber nicht ist. In der NZZ trauert Martin R. Dean um jene Gatekeeper, die der nun ausschließlich mit ihrer Selbstdarstellung befassten Bevölkerung einst den Stil enbläuten. Von Saudi Arabien zur Ukraine: Techcrunch prangert die immer dreisteren digitalen Hundeleinen der Regierungen an. Memri stellt ein Dossier über Dieudonnés panideologischen Antisemtismus zusammen.
Medienticker
23.01.2014 Aktuell: Die TOP-50-Nachrichten-Sites: Welt und Zeit Gewinner des Monats - Die Nummer eins klopft an: Thalia-Mutter Advent interessiert sich für Weltbild - Lobo-&- Morozov-Debatte: Zu einfach und zu kompliziert - Informationsfreiheit vs. Urheberrecht: Innenministerium mahnt Fragdenstaat.de ab - Absage: Ex-Spiegel-Chef Mascolo geht nicht zu Springer - Schlechter Deal: Funke muss vier Programmies verkaufen - Überwachung: Scheinheilige US-Konzerne - Die silberne Verheißung: Nazif Mujić und der Berlinale-Bär + A-Capella-Versionen nach Bach.
Spätaffäre
23.01.2014 Heute Abend noch nichts vor? Wie wäre es mit einem Wuppertaler "Sacre Du Printemps" von Pina Bausch und Wim Wenders? Oder einer Hörspielfassung von Bram Stokers "Dracula"? Außerdem gibt es einen Live-Chat mit Edward Snowden und mehr Kunstbücher, als man an einem Abend bewältigen kann.
Bücherschau des Tages
23.01.2014 Historisch wie literarisch brisant erscheint der FAZ der 1947 geschriebene und erst jetzt erschienene Roman "Haus aus Erde" von Woody Guthrie. Johannes Fried gibt der Zeit mit seiner Biografie über Karl den Großen den Glauben an die Fernerinnerung zurück. Die taz lässt sich von Marc Augé von der konstruktiven Kraft des Vergessens überzeugen. Und die SZ streift mit James Campbell und Will Pryce andächtig durch die Bibliotheksgeschichte.
Freitag, 24.01.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
24.01.2014 In der NZZ fragt Olga Martynova, was das Ende der Postmoderne und ein Überfluss an erreichbarem Wissen für die Literatur bedeutet. Die Nachtkritik erlebt Infantilst-Humor in Herbert Fritschs Oper "Ohne Titel 1". Der Freitag stellt das Autorensexfilmfest Hofbauer-Kongress in Nürnberg vor. Die Jungle World denkt in Wien über Unterhaltung und Utopie nach.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.01.2014 Edward Snowden hat sich in einem Chat gerechtfertigt: Eine Demokratie kann sich nicht verteidigen, indem sie ein Großmütterchen in Missouri belauscht. Snowden verrät Demokratie nicht, sondern stärkt sie, meint Techcrunch. In der FAZ freut sich Constanze Kurz, dass der Europäische Gerichtshof die Überwachungspraktiken des britischen Geheimdienstes GCHQ überprüfen will. Die Demonstranten in der Ukraine halten die europäische Fahne hoch. Europa darf davor nicht die Augen verschließen, meint die SZ. In 3sat fürchtet Juri Andruchowytsch einen Bürgerkrieg. In Frankreich geht die Debatte um Dieudonné weiter.
Medienticker
24.01.2014 Aktuell: Georg Mascolo leitet Rechercheteams von SZ, NDR & WDR - Monatlich lesen 30,2 Mio. Deutsche online Zeitung - Hilfe von oben: Kirche steckt Millionen in Weltbild & Hugendubel - Zeitungsverlage: Nachfolgerfrage ist die Achillesferse der Mediennternehmen - Alan Rusbridger zum NSA-Skandal: "Jegliche Kommunikation kann gelesen werden" - Schweiz: Watson will "Medienportal der Zukunft" sein - Vor 30 Jahren: Computerrevolution aus dem Rucksack - Shitstorm: Bisher über 150.000 gegen ZDF-"Lanz" - CNN: Hacker attackieren Twitter-Account - Twitter & Co.: Der Hashtag #bikinibridge + Ulrich Greiner: Echt einmalig, diese Fälscher.
Spätaffäre
24.01.2014 Das Wetter lädt zum Zuhausebleiben ein - wir haben das Unterhaltungsprogramm dafür. Zum Beispiel Barbet Schroeders Film "Die Spieler" (auf Wunsch im französischen Original), Klaus Buhlerts Hörspielbearbeitung von Arno Schmidts Trilogie "Nobodaddy's Kinder" und David Cronenbergs Vorwort zur englischen Neuübersetzung von Franz Kafkas "Verwandlung".
Bücherschau des Tages
24.01.2014 Amerikanischer als Amerika selbst erscheint der faszinierten FAZ bisweilen Berlin in Will McBrides Fotografien aus den Jahren 1956 bis 1963. Die SZ freut sich unbändig über Jürgen Kaubes kluge, witzige und mit 500 Seiten erfreulich knackige Biografie von Max Weber. Und die taz lässt sich ihr Vergnügen an Zadie Smiths neuem Roman "London NW" nicht davon schmälern, dass darin nichts passiert.
Samstag, 25.01.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
25.01.2014 Die nachtkritik sieht in Hamburg Prospero im Rollstuhl. Simon Rattle erklärt im Tagesspiegel, warum es gar nicht so einfach ist, in Berlin heute abend Janácek zu spielen. Der ehemalige israelische Botschafter Avi Primor erzählt in der Welt, warum sein Romandebüt "Süß und ehrenvoll" von jüdischen Soldaten im Ersten Weltkrieg handelt. Die emphatische Moderne ist auch nicht mehr, was sie mal war, lernt die Berliner Zeitung beim Ultraschall-Festival für Neue Musik.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.01.2014 In Le Monde sieht der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkow sein Land kurz vor einem Partisanenkrieg gegen die Regierung. In der Welt beobachtet die Schriftstellerin Ahdaf Soueif den Einzug des Semifaschismus in Ägypten. In der NZZ beschreibt Herfried Münkler den Ersten Weltkrieg als Tragödie des europäischen Bürgertums. In der FR erklärt Noam Chomsky, wie die Finanzmärkte die Demokratie zerschreddern, und in der SZ feiert Willi Winkler die Black-Power-Ikone Angela Davis. Außerdem schalten wir mit Jon Stewart nach Davos.
Bücherschau des Tages
25.01.2014 Mit "Am Ufer" ist Rafael Chirbes nicht nur der ultimative Roman zur spanischen Krise, sondern eine ergreifende Zustandsbeschreibung der Menschenseele in westlichen Gesellschaften gelungen, jubelt die FAZ. Sehr gut gefallen haben ihr außerdem Cory Doctorows Jugendroman "Homeland" über Whistleblowing, Datenschutz und Überwachung sowie "Der Wald - ein Nachruf" des Försters Peter Wohlleben. Die NZZ ist hingerissen von Lena Goreliks Generationenroman "Die Listensammlerin".
Montag, 27.01.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
27.01.2014 Die Berliner Zeitung friert in Andrea Breths und Simon Rattles "Katja Kabanova". Außerdem hört sie bei der Transmediale Musik- und Lärmavantgarde des frühen 20. und 21. Jahrhunderts. Die NZZ porträtiert den syrischen Dramatiker Mohammad al-Attar. Die SZ erinnert daran, dass nicht alle deutschen Autoren aus dem Großbürgertum kommen. Und die Welt schwärmt von einer Ausstellung mit Clair-Obscur-Holzschnitten in der Wiener Albertina.
9punkt - Die Debattenrundschau
27.01.2014 In der Ukraine werden Menschen gefoltert, weil sie Symbole der EU tragen, schreibt Juri Andruchowytsch im Tagesspiegel. Richard Herzinger wendet sich in der Welt gegen Intellektuelle, die aus der Relativierung der deutschen Kriegsschuld im Ersten Weltkrieg ein Argument gegen die EU machen wollen.In der ARD erklärt Edward Snowden, warum er sich Barack Obamas Justiz nicht stellt: weil sie den Souverän hintergeht. Die SZ erzählt, wie Oskar Schlemmers Erben das Urheberrecht aushebeln wollen.
Medienticker
27.01.2014 Aktuell: OpenPetition löscht Kritik an Personen & Kritik der Kritik an der Lanz-Petition - Internet-Euphorie eines Zufrühgeborenen: Michel Serres' "Liebeserklärung an die vernetzte Generation" - Die crossmediale Rundfunkgebühr: Wolfgang Michal über den Rechercheverbund aus NDR, WDR & SZ - NSA-Affäre: Der versemmelte Snowden-Scoop im Ersten - PR-Gau. Mathias Döpfner als "Kassierer" im Spiegel vorgeführt - Ins Heu gehen: Der Literaturbetrieb braucht keine Arbeiterquote, sondern entdeckerische Feuilleton-Redakteure, meint Gregor Keuschnig + Theater-Nachtkritik aus Basel, Potsdam und Hamburg.
Magazinrundschau
27.01.2014 In Elet es Irodalom protestieren 26 Historiker gegen ein geplantes Mahnmal, das an die deutsche Besatzung 1944 erinnern soll. Die LRB beobachtet anerkennend, wie sich die französischen Provinzstädte von Paris emanzipieren. Eurogamer erzählt, wie die Briten mit Monopoly den Zweiten Weltkrieg gewannen. Spiked überlegt, wann Pop das Zeitliche segnete. In der Paris Review erlebt David Cronenberg mit siebzig eine Verwandlung, wie sie Gregor Samsa auch nicht schlimmer widerfuhr. The New Republic lässt kein gutes Haar an Edward Snowden, Glenn Greenwald und Julian Assange.
Spätaffäre
27.01.2014 Zum Sehen: Christopher Clark unterhält sich mit Alexander Kluge über sein Buch "Die Schlafwandler". Für Sinn und Verstand: Moe Tucker und ihr Schlagzeug. Zum Hören: Georg Seeßlen über Geschmacksfragen.
Bücherschau des Tages
27.01.2014 Als klügsten Stadtdenker seit Jahren schätzt die FAZ Dieter Hoffmann-Axthelm und empfiehlt nachdrücklich sein urbanistisches Brevier "Berlin-Testament". Auch Justin Torres hat sie mit seinem Roman "Wir Tiere" über drei Brüder aus Brooklyn beeindruckt. Die SZ kommt mit Hakan Nessers "Himmel über London" auf ihre Kosten.
Tagtigall
27.01.2014 Was wäre, wenn Politiker ihre Sitzungen mit einem Gedicht eröffnen würden? Das schlug kürzlich Michael Krüger im Schloss Bellevue vor. Marie Luise Knott nimmt den Faden auf und spinnt ihn weiter: Über den Einfluss William Carlos Williams' auf Bankdirektoren, Oskar Pastiors auf eine Redaktionssitzung des Stern oder des Seeschlangensongs auf das Außenministerium...
Dienstag, 28.01.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
28.01.2014 Die phantasievolle Auszierung der Dacapo-Teile in Händels "Alcina" bringt die NZZ zum Vibrieren. Immer gewinnt der falsche Film, seufzt die FAZ am Ende des Ophüls-Filmfestivals. taz und FAZ sind sich einig: Mit dem Pop geht es zu Ende. Sollte das Weimarer Goethe-Museum nicht langsam auch einmal an seine Verflechtungen mit den Nazis erinnern, fragt die NZZ. Die NYT trauert um Pete Seeger.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.01.2014 In der Welt erzählt Alfred Grosser, warum die Nazis nichts mit Karl dem Großen anfangen konnten - unter anderem, weil er eine gute katholische Tradition auf die Sachsen applizierte. Bei 3sat stellt Frank Schirrmacher ein Ultimatum an die gebildeten Stände: Wenn sie nicht für Zeitungen zahlen, müssen sie die Konsequenzen tragen. Politico erzählt, was Pierre Omidyar mit seinem Mediennetzwerk First Look Media vorhat. Im Guardian erzählt Masha Gessen, was die Musikerinnen von Pussy Riot im Lager erlitten. In der SZ glaubt der kenianische Autor Binyavanga Wainaina an die Reformfähigkeit afrikanischer Länder beim Thema Homosexualität.
Medienticker
28.01.2014 Aktuell: Studie zur Nachrichtenverbreitung in Sozialen Medien: Twitter muss Federn lassen, Google Plus holt auf - Drehbuch-Leak: Tarantino verklagt Gawker - Kontext, bitte! Trends der DLD Conference - NSA-Affäre: US-Firmen dürfen ungefähre Zahl geheimer Behördenanfragen nennen - Snowden & die ARD: Ein Interview geht um die Welt, oder nicht? & Frank Schirrmacher über das Netz, die große Falle? - Süß-saurer Apfel: Apple-Aktie fällt trotz iPhone-Rekord - Weltbild-Verlag: Katholische Bischöfe streiten über finanzielle Hilfen + Elisabeth Bronfen über die Kriegstraumfabrik Hollywood.
Spätaffäre
28.01.2014 Im Magazin der New York Times schildert Stephen Lee Myers, wie die Winterspiele in Sotchi die Ökonomie der Freunde Putins befördern. Jörg Buttgereit erzählt in seinem WDR-Hörspiel "Das Märchen vom unglaublichen Super-Kim aus Pjöngjäng". Und von PBS gibt es die Doku "The Power of Song" in memoriam Pete Seeger.
Bücherschau des Tages
28.01.2014 Aufregend und intensiv findet die taz Jamaica Kincaids wütenden Roman "Damals, jetzt und überhaupt". Zum heutigen 1200. Todestag Karls des Großen rühmt die FAZ Johannes Frieds Biografie des Frankenkönigs für ihre unglaubliche Anschaulichkeit. Die SZ lässt sich von Hansjörg Küsters Geschichte der bodenbestellenden Menschheit "Am Anfang war das Korn" überzeugen. Heriberto Araujo und Juan Pablo Cardenal jagen ihr mit dem China-Buch "Der große Beutezug" einen Riesenschreck ein. Die FR vergnügt sich mit Robert B. Parkers Western "Resolution".
Mord und Ratschlag
28.01.2014 In seiner großen Studie "Rätsel und Komplott" beschreibt der französische Soziologe Luc Boltanski, wie kritisches Denken und paranoide Fantasie, fixe Ideen und intellektuelle Überspanntheit im Kriminalroman zusammenfinden. John Le Carré erzählt in "Empfindliche Wahrheit" von einem Diplomaten, der den Verhandlungstisch verlässt und zum Whistleblower wird.
Mittwoch, 29.01.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
29.01.2014 Die Welt erzählt, wie der französische Historiker Pierre Rosanvallon online die Literatur demokratisiert. Der Tagesspiegel bereitet auf die Berlinale und einen entführten Michel Houellebecq vor. In der taz möchte Jens Hillje vom Maxim Gorki Theater Schwulenfeinde keineswegs unter Andersdenkende sortieren. In der FAZ verspricht Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die Mittel für Provenienzrecherchen zu verdoppeln.
9punkt - Die Debattenrundschau
29.01.2014 In der Ukraine geht es nicht allein um Europa, sondern vor allem um Widerstand gegen Diktatur und Usurpation, meint Serhij Zhadan in der SZ. In der FAZ erklärt der Stuttgarter Kultusminister Andreas Stoch, wie man als Bürokrat zugleich unfromm und nett zu den Kirchen sein kann. Alastair Philip Wiper besucht für sein Blog das größte Schlachthaus Dänemarks: 100.000 Schweine wöchentlich. Das NYMag porträtiert den chinesischen Oligarchen Chen Guangbiao, der die New York Times kaufen will. Viel berichtet wird über das Filmförderurteil des Bundesverfassungsgerichts.
Medienticker
29.01.2014 Die Angst im Nacken: Hilfsreporter in Krisenzonen - Land unter Kontrolle. Die Geschichte der Überwachung der BRD - NSA-Affäre: Wir Deutschen lieben Edward Snowden, meint Wolfgang Michal & Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen kritisiert Snowden & Wir sind zu faul, um nicht überwacht zu werden, meint Patricia Cammarata - Was Carl Schmitt mit Markus Lanz zu tun hat, erklärt Frank Lübberding - Suche Raubgut: Die Klassik-Stiftung macht reinen Tisch + Tweetfonie: Kurzkompositionen von 140 Zeichen auf dem Kurt-Weill-Festival.
Spätaffäre
29.01.2014 Die Businessweek enthüllt in einer längeren Reportage das Geheimnis von Tor. Und n+1 geht in Afrika tanzen. In der Mediathek von Arte kann man Tsui Harks Film "Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen" noch in voller Länger sehen. Für die Hörer unter unserern Lesern und Sehern gibt es einen Essay zur Frage "Was ist deutsch" und Joaquin Phoenix.
Bücherschau des Tages
29.01.2014 In seinem Roman "In Nacht und Nebel" schreibt Morio Kita glaubhaft und spannend aus japanischer Perpektive über Euthanasie im Dritten Reich, staunt die NZZ. Die FAZ informiert sich mit Gewinn beim holländischen Neuropsychologen André Aleman über die Defizite und Stärken des alternden Gehirns, bei Max Raphael über steinzeitliche Höhlenmalerei und im Briefwechsel von Alfred Andersch und Max Frisch über deren schwierige Freundschaft. Die SZ begibt sich derweil mit Tobias Lehmkuhl auf "Odyssee".
Im Kino
29.01.2014 "Le passé - Das Vergangene", der erste Film, den der Iraner Ashgar Farhadi im Ausland gedreht hat, erstickt bei allem erzählerischen Geschick bisweilen an seinem Hang zur Symbolik. Regisseur Adam McKay und Hauptdarsteller Will Ferrell klären in "Anchorman -Die Legende kehrt zurück", was kalifornischen Provinzreportern in den 1980ern blühte.
Donnerstag, 30.01.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
30.01.2014 Die Berliner Zeitung wirft beim "Art Hack Day" einen mitleidlosen Blick auf die Produktionsweisen der kreativen Klasse. Im Freitag erzählt Karl Ove Knausgård, wie ihn die Windeln seiner Kinder inspirierten. Die Zeit weint um unser Filmerbe. In der Presse geht Regisseurin Katie Mitchell mit Peter Handke bis zum dunkelsten Ende. FAZ und Welt sorgen in ihren Berichten über Charles Wuorinens neue Oper "Brokeback Mountain" für eine kognitive Dissonanz. Wir werfen zudem einen neuen Blick auf das großartigste Tor der letzten hundert Jahre.
9punkt - Die Debattenrundschau
30.01.2014 In der FAZ prangert Oksana Sabuschko die Repression in der Ukraine an. Die Zeit informiert auf drei Seiten über die Ukraine. Die Welt staunt über die Brutalität des politisch so sanften François Hollande in privaten Angelegenheiten. Scarlett Johansson steht zu Sodastream und verabschiedet sich von Oxfam. Die Huffington Post zitiert neue Dokumente aus dem Snowden-Fundus: Demnach hat die NSA beim Kopenhagener Klimagipfel für die Five Eyes spioniert. In der Zeit fordert John Perry Barlow transparente Geheimdienste.
Medienticker
30.01.2014 Journalismus-Start-ups: Auf einmal wollen alle in die Nachrichten - Der Spiegel: Wolfgang Büchners Umbauarbeiten - Die Öffentlichrechtlichen & die Werbung: Hans Hoff über die Mär vom werbefreien Paradies bei ARD und ZDF & Torsten Zarges fordert Schluss mit Inkontinenz-TV - Karl Kraus & der Erste Weltkrieg oder "Die Begeisterung des Schlachtviehs für seine Metzger" + Theaterkritik online: Das Ergebnis nachtkritik.de-Theatertreffen 2014 & Die Jahreskonferenz der Dramaturgischen Gesellschaft fragt "Wiewollen wir arbeiten?" & Die Morgenröte hinter dem Smog: Ein Theaterbrief aus Iran + Elektronische Musik: Partituren aus Schaltplänen und Quellcodes.
Spätaffäre
30.01.2014 Für die Ohren: Michael Reitz fragt im Deutschlandfunk, wie das Neue in die Welt kommt. Um die Ohren: Horst Meier plädiert im Merkur für Abschaffung von Geheimdiensten wegen erwiesener Ineffizienz. Für die Augen: ein Porträt über William S. Burroughs in der Mediathek von Arte.
Bücherschau des Tages
30.01.2014 Mit seinem autobiografischen Roman "Spielen" erweist sich Karl Ove Knausgård der SZ endgültig als norwegischer Marcel Proust. Die FAZ ist begeistert von Christoph Peters' Notaten im Band "Einschreiben Aufzeichnen" und Matthias Beckmanns grafischem Kommentar. Und die Zeit staunt, wie raffiniert Martin Mosebach in seinem neuen Roman "Das Blutbuchenfest" zwischen Tragik und Komik, Ernst und Frivolität wechselt.
Vorgeblättert
30.01.2014 Aus dem "Mädchen" in dem gleichnamigen Roman von Angelika Klüssendorf wird in ihrem neuen Roman "April" eine junge Frau mit Kind, die sich durch den real existierenden Sozialismus in Leipzig und dann durch das West-Berlin der frühen 80er Jahre schlägt. Lesen Sie hier einen Auszug.
In eigener Sache
30.01.2014 Unübersichtlich, zu viel, nicht mehr zeitungstreu! Oder doch aktueller, anregender, vielfältiger? Eine Antwort auf die Kritiken am neuen Perlentaucher.
Freitag, 31.01.2014
Efeu - Die Kulturrundschau
31.01.2014 Eine ungute Verquickung von Zeitungen und Museen empfindet die NZZ bei der Ausstellung "1938. Kunst, Künstler, Politik" im Jüdischen Museum in Frankfurt. Critic.de lernt in Julian Radlmaiers Film "Ein proletarisches Wintermärchen" die Grenzen der post-post-pragmatistischen fuck-everybody-myself-included Haltung. Der Tagesspiegel hört in Cottbus Werner Egks Oper "Peer Gynt". Dem Standard sind Deborah Sengls mit Ratten nachgestellte Szenen aus Karl Kraus' Erster-Weltkrieg-Tragödie "Die Letzten Tagen der Menschheit" zu klinisch weiß.
9punkt - Die Debattenrundschau
31.01.2014 "Meine Damen und Herren, so ist es leider: Die Menschen dort kämpfen für uns", ruft Andrzej Stasiuk in einem Text über die Ukraine in der Welt. In der Zeit online meint der Berliner Justizsenator Thomas Heilmann: Das beste Mittel gegen das Internet ist die Vorratsdatenspeicherung. Obama installiert schon mal einen neuen NSA-Chef, meldet Zeit online. Le Monde fragt: Was tun gegen das Embourgeoisement von Paris? Und Britannien diskutiert über Niall Ferguson, der meint, dass sich das Land aus dem Ersten Weltkrieg hätte heraushalten sollen.
Magazinrundschau
31.01.2014 Washingtonian sucht den Mörder von Daniel Pearl. n+1 hört boeremusiek. Im Merkur macht Horst Meier kurzen Prozess mit dem Verfassungsschutz. In Vice erzählt Moe Tucker, wie sie das Trommeln lernte. Der Guardian schildert den Krieg Putins gegen die Moderne. Das New York Magazine trifft Chen Guangbiao, möglicherweise eines Tages Besitzer der New York Times. In Eurozine beharrt Jason Wilson darauf: Es gibt nicht für jedes Problem eine Lösung.
Medienticker
31.01.2014 NZZ: Mini-Abos als Zukunft des Print & zehn Millionen Franken Investitionen - Transaktionsmonitor Verlagswesen 2013: Deals für 6,2 Milliarden Euro & Digitalanteil stark wie nie - Generation Facebook Print-Werbung schiebt Online-Umsätze an - FAZ-Interview mit Wolfgang Büchner: "Beim Spiegel kann man nichts anordnen" - Verkauf: Google trennt sich vom Smartphone-Geschäft - In aller Freundschaft: ARD und ZDF sind ziemlich in der Legitimationskrise - Spezialfall Kraftwerk: David Buckleys unautorisierte Biographie + Alexander Schimmelbuschs Suche nach Thomas Bernhard.
Spätaffäre
31.01.2014 Zu sehen gibt es unter anderem ein Gespräch mit Agnes Heller über Ungarn und Peter Watkins' wütenden Science-Fiction-Film "Strafpark" von 1971; zu hören Jan Jelineks Hörstück "Dialoge zur Anthropologie", zu lesen Sarah Schusters Überlegungen zu Johann Georg Hamann. Und Susan-Sontag-Biograf Benjamin Moser erzählt im New Yorker, was Email-Archive heute können.
Bücherschau des Tages
31.01.2014 Philosophisch wie literarisch bedeutend findet die FR Aharon Appelfelds Erinnerungsroman "Auf der Lichtung". Die FAZ taucht mit Georgi Gospodinov in die Tiefen der bulgarischen Geschichte ein und wirft Martin Mosebach wegen Anachronismen in seinem neuen Roman "Das Blutbuchenfest" Erzählverschluderung vor. Und die SZ lässt sich von Peter Graf Kielmanseggs Studie "Die Grammatik der Freiheit" den demokratischen Verfassungsstaat durchdeklinieren.
Karikaturen und Cartoons
31.01.2014 Das ist die Zukunft.