Montag, 01.08.2011
Heute in den Feuilletons
01.08.2011 Die Welt und andere Zeitungen feiern die Salzburger "Frau ohne Schatten" wegen Christian Thielemanns fabulöser Dirigierkunst. In der Welt betätigt sich Nike Wagner als Norne. Auch die Debatte um den Attentäter von Utoeya geht weiter: Die taz fühlt sich an die Gefühlskälte von Videospielen erinnert, die Berliner Zeitung zieht eine Linie von "Islamkritikern" zu Breivik, die FAZ am Sonntag sieht ihn als einen Dschihadisten der extremen Rechten. Die SZ schildert die handgreifliche Einigkeit von Rechts- und Linkspopulisten in Griechenland.
Bücherschau des Tages
01.08.2011 Als den
besten Comic des Jahres, als Meilenstein in der Geschichte dieser Kunst preist die
SZ David Mazzucchellis Geschichte "Asterios Polyp". Beeindruckt ist die
FAZ von
Cesarina Vighys unsentimentalen Erinnerungen "Mein letzter Sommer" (hier unser
Vorgeblättert). Mit Interesse gelesen hat sie
Klaus-Dietmar Henkes Band "Die Mauer" Die
taz erkennt bei
Alain Badious neuestem Traktat "Die kommunistische Hypothese" auf
Personenkult.
Vorgeblättert
01.08.2011 Während das Judentum im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Akteur der Moderne wurde, herrschten bei vielen christlichen Deutschen Fortschrittsscheu, Bildungsmangel und Freiheitsangst vor. Götz Aly beschreibt in seinem neuen Buch, wie der Neid auf die Juden zu mörderischem Antisemitismus führte. Lesen Sie hier einen Auszug.
Medienticker-Archiv
01.08.2011 Faust I + II bei den Salzburger Festspielen - Washington Post: Die höhere Zeitungsschule - Dubiose Recherchemethoden: Bunte sieht sich von Informanten erpresst - TV, Radio, Presse + Web: Wie die norwegischen und die deutschen Medien mit dem Terror umgehen - 30 Jahre MTV: Videoclips in Dauerschleife - No Fun: Die MDR-Affäre um Udo Foht - "Schreib, wie du sprichst": Vor 100 Jahren starb Konrad Duden.
Dienstag, 02.08.2011
Magazinrundschau
02.08.2011 Anders Breivik ist den Dschihadisten ähnlicher als ihm lieb ist, meint Kenan Malik in Eurozine. Magyar Narancs sieht ihn eher in der Nähe der rechtsextremen ungarischen Garde. Outlook India findet es einleuchtend, dass er sich auch an der Hindu-Bewegung orientierte. Al Ahram erklärt: Israel ist schuld. An Norwegen. An Griechenland. Und am ganzen Rest. Im Merkur geißelt Karl Heinz Bohrer deutschen Provinzialismus. Die Blätter beobachten während des Mauerbaus HME bei harmlosem Tun. Der Guardian bekommt eine Pariser Lektion in aufgeklärtem Geschmack.
Heute in den Feuilletons
02.08.2011 In Words Without Borders spricht der syrisch-deutsche Autor Rafik Schami trotz allem hoffnungsvoll über die Lage in Syrien. Holger Ehling erzählt in seinem Blog erstaunliche Geschichten über den afrikanischen Buchmarkt. Auch in Großbritannien wird Thilo Sarrazin, unter anderem von Guardian und Independent, heftig angegriffen und verteidigt sich in Spiked Online. Die SZ beobachtete die Digitalisierung von Regimentsbierkrügen. Die taz trifft den in Berlin lebenden iranischen Musikproduzenten Sohrab, dessen Asylantrag abgelehnt wurde. Und die Bundesrechtsanwaltskammer spricht sich gegen Leistungsschutzrechte aus.
Bücherschau des Tages
02.08.2011 Die NZZ liest fasziniert die "Geschichte eines Verschwindens" des libyschen Autors Hisham Matar. Auch Emmanuelle Paganos düster brillanten Roman "Bübische Hände" lobt sie noch einmal nachdrücklich. Die SZ schöpft mit dem Bildband "The Modernist" Hoffnung auf eine Versöhnung von Mensch und Computer. Und die FAZ vergräbt sich in Erich Mühsams Tagebücher.
Medienticker-Archiv
02.08.2011 Systematisierende Beobachtungen zur Geschichte der Ästhetik von Thomas Anz - Dr. Bergen und Euripides: Jochen Jung hat einen Heftchenroman gelesen - Die Fackel glimmt: 100 Tage Kindle-Programm - Ole Reißmann über das Netz in fünf Jahren: Wie Online-Konzerne uns das Leben abnehmen - Georg Diez: Eine bessere Welt ist googlebar! - Digitalradio: DAB+ Hörer gesucht - Hirnforschung: Facebook macht kindisch.
Mittwoch, 03.08.2011
Heute in den Feuilletons
03.08.2011 Die Meldung, dass der heutige Nazi Horst Mahler, der die Nebenklage im Prozess gegen den Ohnesorg-Todesschützen Karl-Heinz Kurras vertrat, so wie Kurras selbst Stasi-IM war, irritiert FR und taz nachhaltig. Der japanische Philosoph Kenichi Mishima bedauert in der Welt, dass die Amerikaner durch den 11. September an Reputation eingebüßt haben. Die FAZ zitiert den Metal-Musiker Cornelius Jakhelln über die Marginalisierung der "tickenden Bomben" in Norwegen.
Bücherschau des Tages
03.08.2011 Wieczorek lesen!, ruft Jochen Schimmang euphorisch in der taz, seine Künstlernovelle "Der Intendant kommt" findet er so bezaubernd wie tiefgründig. Das Glück moderner Methodik erfährt die NZZ bei Peter Martigs Kantonsgeschichte "Berns moderne Zeit". Die FR liest Andrzej Barts Roman "Die Fliegenfängerfabrik". Und die FAZ genießt Jonathan Wilsons Weltgeschichte des Fußballs "Revolutionen auf dem Rasen".
Medienticker-Archiv
03.08.2011 Vom Glück der gemeinsamen Lektüre und Romanleser sind die besseren Menschen - Rebekah Pokerface: News of the World-Journalist über die Abhöraffäre und Murdoch ließ 200.000 E-Mails löschen - Interview: Hans Leyendecker über Journalismus und Moral - Geißlers Goebbels-Zitat: "Sorgfältig" gewählt oder er Lautsprecher ruft, und alle sitzen auf den Ohren - Liao Yiwu sieht China vor dem Kollaps + Stein/Muti inszenieren "Macbeth" in Salzburg.
Essay
03.08.2011 Die nach Utoeya kursierende Kritik an "Islamkritikern" verdrängt den gefährlichsten Aspekt an Breiviks Tat: Sie ist selbst infiziert vom Gift, das sie bekämpft
Im Kino
03.08.2011 J.J. Abrams holt im Auftrag Steven Spielbergs mit "Super 8" den altmodischen Sommer-Blockbuster zurück. Und siehe: Es steckt noch Leben darin. Eine Geschichte vom Ersterben, und zwar einer einst großen Liebe, erzählt dagegen in Flashback-Struktur Derek Cianfrances "Blue Valentine" mit Michelle Williams und Ryan Gosling.
Karikaturen und Cartoons
03.08.2011 Gebeutelt.
Donnerstag, 04.08.2011
Heute in den Feuilletons
04.08.2011 Der Freitag betreibt Urban Gardening. Jon Stewart bringt ein Video, das in Großbritannien verboten ist. In der Welt graust es Ralph Giordano vor der "Charta der Vertriebenen". Die Zeit fühlt sich von Breivik getroffen. Die taz weist darauf hin, dass Breivik auch Frauen hasst. Für die FAZ bleibt Breivik zuallererst ein Rätsel.
Bücherschau des Tages
04.08.2011 Die SZ stürzt sich mit Begeisterung auf die Tagebücher des Herzog von Croy, der darin scharfsinnig, aber etwas kurzichtig die höfische Gesellschaft des Ancien Regime seziert. Außerdem freut sie sich über die deutsche Übersetzung von Patrick McCabes Roman "Tod und Nachtigallen". Die Zeit empfiehlt Colson Whiteheads Roman "Der letzte Sommer auf Long Island" und Didier Daeninckx' Krimi "Tod auf Bewährung. Und die NZZ lobt Hans Rudolf Vagets Buch über "Thomas Mann, der Amerikaner".
Medienticker-Archiv
04.08.2011 Geißlers Goebbels-Zitat: Die Stille nach dem Stuss - Rekord-Cyber-Angriff: Hacker attackieren Dutzende Regierungen und Firmen - Der neue Terrorismus kommt aus dem Netz, meint auch Sascha Lobo - Bayreuther Festspiele 2011: Sebastian Baumgarten erklärt sein "Tannhäuser"-Konzept - Gegen den Ausverkauf der Kultur: Berlusconi-Widerstand im Teatro Valle in Rom + Singulär oder nicht singulär? Die Griechen und der Holocaust.
Vorgeblättert
04.08.2011 Von seiner Recherche über 264 Netsuke - japanische Miniaturschnitzereien - und ihre wechselnden Besitzer erzählt Edmund de Waal in "Der Hase mit den Bernsteinaugen". Es ist auch die Geschichte seiner Familie, der jüdischen Familie Ephrussi - ihrem Erfolg in Odessa, Paris und Wien und ihrem Niedergang nach dem Anschluss Österreichs 1938. Lesen Sie einen Auszug.
Karikaturen und Cartoons
04.08.2011 Landunlust.
Samstag, 06.08.2011
Heute in den Feuilletons
06.08.2011 In FR und Berliner Zeitung rauscht Peter Glaser mit wehenden Haaren über die Datenautobahn. Musiker betrachten das Web heute nicht mehr so hoffnungsfroh, schreibt die taz. In der Welt ruft Henryk M. Broder: Hurra, ich habe Wirkung! Die NZZ bringt ein Interview mit Thomas Harlan, das kurz vor seinem Tod geführt wurde. In der SZ erklärt der Shakespeare-Übersetzer Frank Günter, wie auf dem Blankvers ein Gedanke reitet. Die FAZ fragt: Gibt es einen Isländer, der nicht Schriftsteller ist?
Bücherschau des Tages
06.08.2011 Die FAZ ist ganz aufgeregt über Simon Urbans Roman "Plan D", in dem die Mauer nicht fällt und Egon Krenz und Lafontaine die deutsch-deutschen Beziehungen pflegen, und ganz unaufgeregt und doch froh über Leif Randts Roman "Schimmernder Dunst über CobyCounty". Die taz erliegt James Woods "Kunst des Erzählens". Und die NZZ geht mit H. G. Adler "Andere Wege".
Montag, 08.08.2011
Heute in den Feuilletons
08.08.2011 Die Welt trauert um verschollene Filme. Die NZZ sieht in China anti-konfuzianischen Reformbedarf. Peter Glaser warnt in Futurezone vor dem Hausherrn. In der SZ erklärt Nathan Shachar, wie Gaza überleben kann. Die FAZ feiert Charlotte Roches Wirsing hackende Romanheldin.
Bücherschau des Tages
08.08.2011 Vorsicht, dieses Buch macht macht
mondsüchtig!, warnt die hellauf begeisterte
FAZ vor
Johannes Keplers 400 Jahre alten
Erdbetrachtungen vom Mond aus "Der Traum". Und weil ihrer Meinung nach
große Literatur nicht immer etwas mit Stil zu tun haben muss, feiert sie auch termingemäß
Charlotte Roches neuen Roman "Schoßgebete". Die
SZ lobt
Hans Rudolf Vagets Buch "Thomas Mann, der Amerikaner" und stellt Neuerscheinungen zum
Mauerbau vor. Die
FR preist
Jan Peter Bremers Roman "Der amerikanische Investor" (hier unser
Vorgeblättert).
Medienticker-Archiv
08.08.2011 Matthias Matussek über die Breivik-Debatte - Blog-Tipps von Ole Reißmann: Nerd-Mode, Tennissocken und Geek-Chic - Das Mediengesetz ist eine Drohung: Zentralisierung der Medien in Ungarn - Buchmarkt 2025: Szenarien für die Buchbranche und Verlage müssen bisher Versäumtes im elektronischen Business rasch nachholen + Im Zeichen der Pommesgabel: Heavy-Metal-Festival in Wacken.
Bücherbrief
08.08.2011 Liao Yiwu erzählt unverschämt schamlose Geschichten aus dem Gefängnis, Elisabeth Filhol erzählt kühl vom Tscherenkow-Effekt, Annette Pehnt zeichnet ein fieses Porträt einer gutherzigen Studentin. Ralph Bollmann bewundert die Walküre in Detmold. Dies alles und mehr in den besten Büchern des August.
Vorgeblättert
08.08.2011 Der Weg ist das Ziel könnte man meinen, wenn man dem norwegischen Schriftsteller Tomas Espedal in "Gehen oder die Kunst, ein wildes und poetisches Leben zu führen" auf seinen abenteuerlichen Reisen zu Fuß quer durch Europa folgt. Lesen Sie hier einen Auszug.
Dienstag, 09.08.2011
Magazinrundschau
09.08.2011 Erst der Säkularismus gibt uns jene Fülle, die uns die Religionen nur versprechen, behauptet James Wood im New Yorker. Rue89 zeigt tolle Videos mit den Neuen Philosophen aus der Zeit, als sie tatsächlich neu waren. Nein, die Stadt ist kein Sumpf, meinte das TLS, noch kurz vor den Londoner Krawallen. Die New York Times betritt mit Nicholson Baker den Velvet Room.
Heute in den Feuilletons
09.08.2011 Die NZZ erzählt, wie Heinrich von Kleist sich als Theaterkritiker gründlich unbeliebt machte. Der Telegraph erzählt, wie Mao Chruschtschow blamierte. Die Blogs melden: Ai Weiwei twittert wieder. Es geht ihm gut. Er nimmt zu. Die NYRB bringt Norman Mailers furchtbaren (aber leider auch witzigen Verriss) von Mary McCarthys Roman "Die Clique" aus dem Jahr 1963. In der SZ staunt Assaf Gavron über die spontanen Proteste in Israel.
Bücherschau des Tages
09.08.2011 Als aufregend und Musterbeispiel einer intellektuellen Biografie feiert die FAZ Wolfgang Matz' Buch über Walter Benjamin "Eine Kugel im Leibe". Die FR liest mit Vergnügen Leif Randts Satire auf die kreativökonomische Idylle "Schimmernder Dunst über Coby County". Und die SZ stellt Ron Leshems neuen Roman "Der geheime Basar" vor, für den sich der Israeli ausgerechnet den Iran als Schauplatz ausgesucht hat.
Medienticker-Archiv
09.08.2011 Anonymitäts-Debatte: Warum Schriftsteller unter Pseudonym schreiben, Rumpelstilzchen oder die Sehnsucht nach dem Klarnamen und ein Anonymitätsverbot ist so nutzlos wie das Vermummungsverbot, meint Heribert Prantl - Digitalisierung: Hachette und Google kooperieren und NYT startet Online Versuchslabor - Zeitung im Internet: Die Dummen, die Faulen und die Netten - IVW: Klickzahlen im Juli + Destiny Titles: zur Titelgebung der Verlage.
Karikaturen und Cartoons
09.08.2011 Öl, schnell etwas Öl!
Mittwoch, 10.08.2011
Heute in den Feuilletons
10.08.2011 In der Welt schreibt der Jugendkulturforscher Bodo Mrozek eine kleine Kulturgeschichte der Revolten in London. Ai Weiwei gab der Global Times sein erstes Interview nach der Verschleppung. Und alle alle (außer vielleicht den von der Autorin boykottierten Springer-Journalisten) laborieren am Charlotte-Roche-Ich-muss-darüber-berichten-Zwang. Und zwar pünktlich.
Bücherschau des Tages
10.08.2011 Als Gegengift zum Opportunismus empfiehlt die SZ Gisela Elsners "Kritische Schriften". Die NZZ entdeckt Witz, Ironie und ein mathematisches Verhältnis zur Welt in Eugenijus Alisankas Gedichten "Exemplum". Die FAZ freut sich über die revidierte Neuausgabe von Jacques Le Goffs Klassiker "Geld im Mittelalter". Sehr unterschiedlich, aber sehr pünktlich wird Charlotte Roches neuer Roman "Schoßgebete" besprochen.
Medienticker-Archiv
10.08.2011 Kampf um Buchpreise in den USA - Digitale Buchverlage auf dem Vormarsch - Kurse im Sinkflug: Buchkonzerne leiden unter Börsen-Beben - Piraterie: Content-Industrie schlägt um sich - Der Journalist als Marke: Von Selbstfindung & Leidenschaft - Hyperlokaler Journalismus: Neues aus dem Kinderkiez - Anonymous plant Angriff auf Facebook und Hackergruppe droht Blackberry-Hersteller - Mediengenuss: "Die Märkte", "Die Märkte", "Die Märkte".
Im Kino
10.08.2011 Mit einer großartigen Ellen Barkin im Zentrum eines etwas auseinanderfliegenden Films erzählt Cam Archer von einem wahren "Shit Year". Einen Schauspieler in der Krise zeigt auch Casey Afflecks Doku-Hoax "I'm Still Here": Dass Joaquin Phoenix seinen Beruf an den Nagel hängt, um Rapper zu werden, haben Sie ja wohl nicht wirklich geglaubt?
Donnerstag, 11.08.2011
Heute in den Feuilletons
11.08.2011 In der NZZ erzählt die ägyptische Schriftstellerin Mansura Eseddin, wie übel die Frauen bisher für ihre Unterstützung der Revolution belohnt wurden. Die taz eröffnet leaks.taz.de und hofft, dass die Whistleblower nun zu ihr kommen. Die Jungle World streitet über den Begriff der "Islamophobie". Die FAZ fragt: Was hat es zu besagen, dass Ai Weiwei, dem Interviews verboten sind, sein erstes Interview nach der Verschleppung einer Staatszeitung gab? In der Zeit schimpft Apichatpong Weerasethakul auf den buddhistischen Klerus.
Bücherschau des Tages
11.08.2011 Die
Zeit hat bereits
Götz Alys neues Buch "Warum die Deutschen? Warum die Juden?" gelesen und sieht darin vor allem
altliberalen Furor am Werk (hier unser
Vorgeblättert). In
Charlotte Roches "Schoßgebete" erkennt sie so etwas wie einen
konservativen Sexroman. Die
FAZ bewundert mit
Dominik Perler Gedankenschärfe und
logische Stringenz in den Gefühlstheorien von Thomas von Aquin, Wilhelm von Ockham und Descartes. Die
SZ begrüßt
Jean Cayrols noch von
Paul Celan übersetzten Roman "Im Bereich einer Nacht".
Vorgeblättert
11.08.2011 Die katalanische Schriftstellerin Maria Barbal zeichnet in ihrem Roman "Camfora" ein Bild familiärer Gewaltverhältnisse und Abhängigkeiten, Schauplatz sind ein katalanisches Dorf und Barcelona zu Beginn der 60er Jahre. Man könnte sich aber trotzdem in der Gegenwart glauben. Lesen Sie hier einen Auszug.
Medienticker-Archiv
11.08.2011 Die Medien als sinnlose Meldungsautomaten: Am Ende bleiben nur Geräusche - Blablameter entlarvt Schwafeleien - Meute heute: Vor 10 Jahren - Openleaks: Ein Interview mit Daniel Domscheidt-Berg - Im Kreis der Ahnungslosen: Identität ist mehr als ein Name - Nebenberuf Bestsellerautor: Wie Prominente den Büchermarkt überschwemmen - e-Books: Kindle in der Wolke lesen + War da was? MySpace-Verkauf trübt Murdochs Bilanz.
Karikaturen und Cartoons
11.08.2011 Kurssturz, Krise und Gebete.
Freitag, 12.08.2011
Heute in den Feuilletons
12.08.2011 Die Welt erzählt, wie Charlotte Roche erzählt, wie die Drücker der Druck ihre Trauer zerstörten. In Project Syndicate gibt Ian Buruma Geert Wilders und den Rechtspopulisten eine Mitschuld am Massaker von Utoeya. In der taz zeigt sich der Sozialanthropologe Ross Holloway entsetzt: Den revoltierenden Jugendlichen von London fehlt zwar nicht der Furor, aber die Fantasie. In der SZ erklärt die Harvard-Historikerin Leila Ahmed, warum es wichtig ist, die Frauenfrage fallen zu lassen: "Es ist tatsächlich nicht mehr als eine Rhetorik ohne Bedeutung und Inhalt, die wir aus imperialistischen Zeiten übernommen haben."
Bücherschau des Tages
12.08.2011 Ihre helle Freude hat die FAZ an Michaela Karls mit staubtrockenem Humor erzählte Biografie Dorothy Parkers "Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber". Für Diskussion sorgt Götz Aly heute bei SZ und FR mit seinem Buch "Warum die Deutschen? Warum die Juden?". Außerdem lernt die SZ von Robert Hugo Ziegler, Pascal neu zu lesen.
Medienticker-Archiv
12.08.2011 Ein grauer Kasten verändert die Welt: 30 Jahre Personal Computer - Digitale Bücher wandern in den Browser: Amazon greift Apples App-Welt an - Raushalten geht nicht!: Jakob Augstein über Openleaks und das ungleiche Spiel im Netz - Richard Sennett über die Krawalle in England: "Diese Regierung hat die Zivilgesellschaft zerstört" - Lauschangriff des Guardian: Aber wir sind die Guten + Medienhype und selektive Wahrnehmung.
Karikaturen und Cartoons
12.08.2011 Auf Europas Straßen.
Samstag, 13.08.2011
Heute in den Feuilletons
13.08.2011 In der Welt unterhalten sich Jens Reich und Peter Schneider über die Mauer und ihre Freunde und Feinde unter deutschen Autoren. Und Henryk Broder lernt in Götz Alys neuem Buch: Der Antisemitismus ist "eine Seelenspeise, mit der sich die Verlierer trösten." Auch die taz empfiehlt Alys neues Buch. Die SZ debattiert über Klarnamen im Internet. Die New Republic winkt ab bei Kanye West und Jay-Z, aber nicht bei Johnny Cash und Louis Armstrong. Außerdem: Videos von Chris Marker und Romuald Karmakar.
Bücherschau des Tages
13.08.2011 Die NZZ liest mit Vergnügen Lorenza Foschinis Reportage über Marcel Prousts Hinterlassenschaften "Prousts Mantel". Als wahren Schatz und spannende Chronik des Ancien Regime feiert die FAZ die geborgenen Tagebücher des Herzog von Croy "Nie war es herrlicher zu leben". Mit Begeisterung hört sie auch F. Scott Fitzgeralds "Der große Gatsby", gelesen von Burghart Klaußner. Mit Interesse nimmt die SZ Fritz Trümpis Geschichte der Berliner und Wiener Philharmoniker unterm Nationalsozialismus "Politisierte Orchester" auf.
Montag, 15.08.2011
Heute in den Feuilletons
15.08.2011 Katzenjammer bei den Reichen und Einflussreichen: Kann es sein, dass die Linke recht hatte?, fragt in der FAZ am Sonntag Frank Schirrmacher, der aber noch nicht gleich - wie Warren Buffett in der New York Times - nach höheren Steuern für die Besserverdienenden verlangt. Und die Kassandra des Marktgeschehens, Nouriel Robini gibt sich im Auge des Orkans, dem Wall Street Journal, endgültig geschlagen: Karl Marx hatte recht. Die Märkte versagen. Nicht zufrieden sind die Zeitungen auch mit Dimiter Gotscheffs Inszenierung von Peter Handkes Stück "Immer noch Sturm" in Salzburg.
Bücherschau des Tages
15.08.2011 Die FAZ lernt in Eddie Hartmanns Studie "Strategien des Gegenhandelns", dass die Grenze nicht zwischen den ethnischen Gruppen einer Gesellschaft verläuft, sondern zwischen den Ausgeschlossenen und Ausschließenden. Außerdem ruft sie dazu auf, den chilenischen Autor Hernan Rivera Letelier und seinen Roman "Die Filmerzählerin" zu entdecken. Die taz verschlingt Yassin Musharbashs Berliner Politthriller "Radikal".
Vorgeblättert
15.08.2011 Was haben Kultur und Chemie miteinander zu tun? Alles! Der englische Wissenschaftler Hugh Aldersey-Williams beschreibt die Symbiose der beiden Sphären lehrreich und spannend. Lesen Sie hier einen Auszug über Quecksilber, Zink und Arsen aus "Das wilde Leben der Elemente".
Karikaturen und Cartoons
15.08.2011 Mauerfall und Kurssturz im Kopf
Dienstag, 16.08.2011
Magazinrundschau
16.08.2011 Eurozine sucht die Kleinstadt in der Literatur. Im Guardian träumt Nicholson Baker von einem erotischen Themenpark. Vanity Fair analysiert die Deutschen. The Atlantic und der Economist fürchten den Niedergang der USA. Prospect sehnt sich zurück nach dem Narrativ der Kennerschaft. In ADN cultura schätzt Gore Vidal die Boshaftigkeit de Gaulles.
Heute in den Feuilletons
16.08.2011 Die SZ bringt ein Plädoyer fürs Cello, das im heutigen Konzertbetrieb geschnitten wird. Außerdem erzählt sie, warum sich der Chaos Computer Club und OpenLeaks streiten. Alice Schwarzer fragt Charlotte Roche, warum die Männer sie nicht zurücklieben. Der Tagesspiegel läutet eine neue Phase im Kopftuchstreit ein. Wo bleibt der New Digital Journalism in Deutschland?, fragt der Medienprofessor Stephan Weichert in der NZZ. Und die FAZ erläutert die chinesische Überzeugung zur Schuldenkrise: Ohne Demokratie würde Kapitalismus viel besser funktionieren.
Bücherschau des Tages
16.08.2011 Die
NZZ feiert
Eugene McCabes großen irischen Roman "Tod und Nachtigallen". Die serbische Moderne empfiehlt sie uns mit
Milos Crnjanskis "Tagebüchern über Carnojevic". Auf ein geteiltes Echo stößt bei
FR und
FAZ "Kain", der letzte Roman des im vorigen Jahr verstorbenen
Jose Saramago. Die
SZ segelt mit
Joshua Slocum um die Welt, die
taz reist mit einer galligen
Martha Gellhorn (hier unser
Vorgeblättert).
Medienticker-Archiv
16.08.2011 Apple und Google: Wettstreit um Patente - Digitaler Rettungsanker: Deutsches Wall Street Journal soll Dow Jones stützen - Buch oder e-Book: Nur keine Hektik - Billige Bücher-Scans sollen Massenmarkt erobern - Für die Dschihadistin von Welt: Al-Qaida publiziert Online-Frauenmagazin - Joachim Jakobs über den Erregungszustand von Millionen Besuchern deutscher Fußgängerzonen + TV-Tabubrüche: Grenzen des Geschmack.
Karikaturen und Cartoons
16.08.2011 Sommerfrische Rettungspakete.
Mittwoch, 17.08.2011
Heute in den Feuilletons
17.08.2011 Der New Yorker porträtiert den Internetpionier und -kritiker Jaron Lanier. In der taz beteuert die Reformmuslimin Amina Wadud, dass Gleichberechtigung von Mann und Frau auch im Islam möglich ist. In FR/Berliner Zeitung erklärt Götz Aly, warum er erst mal nicht mehr für diese Zeitungen schreibt. Die NZZ fragt: Was nützt es der albanischen Volksmusik und der französischen Küche, wenn sie von der Unesco unter Schutz gestellt werden?
Bücherschau des Tages
17.08.2011 Fast ein bisschen erschlagen ist die
NZZ von der
überbordenden Fülle in
Jose Eduardo Agualusas Angola-Roman "Barroco Tropical". Dass
Coco Chanel eine
Nazi-Agentin war, nimmt die
FAZ Hal Vaughan nicht ab, die klassische
Vichy-Kollaboratorin aber schon. Die
SZ erkennt mit
Jan Peter Bremers Berlin-Roman "Der amerikanische Investor" (hier unser
Vorgeblättert) das
moralische Dilemma: Wer wirft den ersten Stein?
Mord und Ratschlag
17.08.2011 Didier Daeninckx erklärt in seinem Historienkrimi "Tod auf Bewährung", für welche Verbrechen man sich einen Orden an die Brust heften darf. Uli Hufen erzählt in "Das Regime und die Dandys" von Odessa-Mama und seinen Gaunerchansons.
Medienticker-Archiv
17.08.2011 Großartig! Verstörend!! Ja!!!: Christoph Schröder über das Gedröhn von Klappentexten - Scheitern als Erkenntnisgewinn: Das Journal der ungelösten Fragen - Nicht jede Mediatisierung ist schlecht: Was das Fernsehen nicht zeigt, das gibt es nicht - Pauschale Vollmachten: Datenschützer kritisieren Reform der GEZ - Googles Panda beißt auch News-Websites - Todes-, Sex-, Hirn-Falle: Facebook und Bild + Verachtung am Morgen: Rassismus im Leserforum.
Karikaturen und Cartoons
17.08.2011 Spießer im Bade.
Im Kino
17.08.2011 Nach Paris, zwanziger Jahre, Nostalgie und Boheme geht das Begehren von Woody Allens wie stets starbestückter Fantasie "Midnight in Paris". Eine Deklination alltäglicherer und gegenwartsnäherer Liebes(un)fälle unternimmt die Komödie "Crazy, Stupid, Love".
Donnerstag, 18.08.2011
Heute in den Feuilletons
18.08.2011 Für die NZZ schreitet Alex Capus in Flip-Flops über die Bahnhofstraße. In der Jungle World erklärt Kenan Malik, warum die Londoner Krawalle kaum als politischer Akt zu verstehen sind. Der Freitag empfiehlt das Cafe Heine. Was hat die Sarrazin-Debatte gebracht? Nix! Meint Hamed Abdel-Samad in der Welt. Und Sie stehen nicht gerne auf? Dafür gibt's jetzt eine App, meldet Mashable.
Bücherschau des Tages
18.08.2011 Die NZZ feiert Kazuki Kaneshiros Roman "GO!", der fesselnd und serh komisch von Koreanern in Japan erzählt. Die SZ liest betroffen Angelika Klüssendorfs gleißenden Gesellschaftsroman "Das Mädchen". Die FAZ verteidigt Graham Swifts Roman "Im Labyrinth der Nacht". Die Zeit liest bei Alissa Walsers "Immer ich" von der Liebe in kabel- und bindungslosen Zeiten.
Medienticker-Archiv
18.08.2011 Salzburger Theater-Sommer: Thomas Ostermeier zeigt Shakespeares Moralkomödie "Maß für Maß" mit Hochdruck - Die Macht des Marketings: Interview mit Roche-Verleger Marcel Hartges - Zeitungs-Hybride: Die Schweizer Tageszeitung TagesWoche versucht Online-Offline-Mix - E-Book-Markt in der digitalen Kampfzone: Wachstum im deutschen Markt für E-Reader - Longlists: Deutscher Buchpreis und der kurioseste Buchtitel 2011.
Vorgeblättert
18.08.2011 Bukarest ist die Folie der Erinnerungen, Sehnsüchte und Alpträume des Erzählers in Mircea Cartarescus Roman "Der Körper", dem zweiten Teil der Trilogie "Orbitor" des rumänischen Schriftstellers. Lesen Sie hier einen Auszug.
Karikaturen und Cartoons
18.08.2011 Euro-Bond im Einsatz.
Freitag, 19.08.2011
Heute in den Feuilletons
19.08.2011 Die FR erlebte mit Liao Yiwu und Herta Müller,was Dichtung ist, wenn sie die letzte Rettung eines Gefolterten ist. Wie kreationistisch darf ein Präsidentschaftskandidat eigentlich sein?, fragt der Texas Observer nach wiederholten Verteidigungen des "Intelligent Design" durch Rick Perry. NZZ, taz und FAZ versuchen noch einmal, die Londoner Krawalle der letzten Woche zu verstehen. Techcrunch fragt: Ist Steve Jobs auf dem Weg zur Allmacht?
Bücherschau des Tages
19.08.2011 Dank Michael Kumpfmüllers Roman "Die Herrlichkeit des Lebens" kann sich die FR Kafka als glücklichen Menschen vorstellen, todkrank, aber glücklich. Die FAZ stellt Larissa Boehnings Roman "Das Glück der Zikaden" vor. Die taz empfiehlt Gabriele Katz' Biografie der Stofftiererfinderin Margarate Steiff.
Medienticker-Archiv
19.08.2011 Sherlock Holmes und die Mormonen von Virginia - Passionsspiele: Malte Herwig für Handkes "Immer noch Sturm" als Open Air auf dem Jaunfeld - Buchmarkt 2025: Unkraut aus dem Internet - Georg Seeßlen: Wie sich der Casino-Kapitalismus durch die Krise zum Medien-Kapitalismus wandelt - Umfrage: Journalisten wollen nichts von Medienkrise wissen + Anstiftung zum Buch: Lesen als gemeinsame Angelegenheit.
Karikaturen und Cartoons
19.08.2011 Hoodies oder Higher education?
Samstag, 20.08.2011
Heute in den Feuilletons
20.08.2011 Krisen, Krachs und Katastrophen. Jetzt auch im Feuilleton. In der FAZ nehmen uns die Soziologen Jens Beckert und Wolfgang Streeck alle Hoffnung: Kein Lösungsansatz wird verfangen. Aufstände und Extremismus sind unausweichlich. In der NZZ warnt der Philosoph Michael Hampe: Die Ideologien des Marktes, aber auch der Natur sind Teil des Problems, nicht der Lösung. Wir sind ohnhin zur Zivilisation ohne Zukunftsvision geworden, meint der Historiker Philipp Blom in der FR. Und die SZ mokiert sich über mögliche Alternativen!
Bücherschau des Tages
20.08.2011 Die taz streitet mit Georg Stanitzeks "Essay - BRD" gegen die Apokalyptiker in den Feuilletons und für die Abenteuerer der Textualität. Die FAZ erlebt mit Angelika Klüssendorfs "Das Mädchen" eine Unterschichtskindkeit in der DDR. Die SZ freut sich, dass Feridun Zaimoglu in "Ruß" seinen Sprachwitz auf den Ruhrpott-Dialekt anwendet. Die FR findet in Christoph Heins "Weiskerns Nachlass" die Leiden des geisteswissenschaftlichen Prekariats angemessen lapidar dargestellt.
Montag, 22.08.2011
Heute in den Feuilletons
22.08.2011 In der SZ erklärt Steve Carell, Star des Films "Crazy, Stupid, Love", einige Grundsätze des Komischseins. Der teuerste Konzern der Welt, Apple, hat nach wie vor eine goldene Zukunft, denn die Chinesen lieben ihn, berichtet die FAZ. Die Kieler sind traurig. Sie dürfen künftig nicht mehr gemocht werden. jedenfalls nicht mittels des heutzutage so relevanten "Like"-Buttons von Facebook, meldet W & V. Der Blogger Lars Reineke echauffiert sich über diese Initiative des Schleswig-Holsteiner Datenschützers Thilo Weichert. In der FR erzählt Jan Koneffke, warum sein neuer Roman in Rumänien spielt.
Bücherschau des Tages
22.08.2011 Die SZ empfiehlt Maxi Obexers Roman "Wenn gefährliche Hunde lachen". Er erzähle von den Abenteuern einer Nigerianerin, die sich nach Europa flüchtet. Mit Interesse liest sie auch Susanne Kuß' Studie über die deutschen Kolonialkriege. Die FAZ verzweifelt glücklich über Antonio Lobo Antunes' Roman "Mein Name ist Legion" und beurteilt sehr wohlwollend eine kritische Bilanz zu sechzig Jahre Bundesverfassungsgericht.
Medienticker-Archiv
22.08.2011 Fragwürdige Abrechnungen beim Netzwerk Recherche - Wikileaks, Openleaks und kein Ende, doch ein Schrecken - NYT tilgt Kredit: Dem Retter entkommen - Der Prophet aus Oslo: Jo Nesboe über das Massaker von Utoeya - Ranking: James Patterson ist der Bestverdiener unter den Buchautoren - Falsch und doch richtig: Adolfo Kaminskys Arbeit für den Widerstand - Fantastische Folterkammer: Friedrich von Borries Architekturroman "1 WTC".
Vorgeblättert
22.08.2011 Von seiner Zeit als Assistent bei Francois Truffaut erzählt Robert Bober in seinem Roman "Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen." Schauplatz ist Paris Anfang der 60er Jahre: Bernard, der jugendliche Held, der bei "Jules und Jim" mitspielen darf, erfährt von einer anderen Liebe zu dritt und erkundet dabei seine Familiengeschichte. Lesen Sie hier einen Auszug.
Karikaturen und Cartoons
22.08.2011 Gaddafis Abflug und Gold gegen die Krise.
Essay
22.08.2011 Aktualisierung vom 4. September: Deutschland boykottiert Durban 3. Auf der Durban-Konferenz kurz vor dem 11. September 2001 wurde Israel im Namen des Antirassismus für alle Übel der Welt verantwortlich gemacht. Die UNO droht zum Jahrestag mit einer neuen Durban-Konferenz - unweit von Ground Zero. Demokratische Länder sollten sie boykottieren.
Dienstag, 23.08.2011
Magazinrundschau
23.08.2011 Der Rolling Stone blickt leicht fassungslos auf die weißen Westen der Banker. Nonfiction bespricht ein Buch über Marine Le Pen. Der New Statesman erklärt, warum westliche Musikkonzerne die chinesische Suchmaschine Baidu lieben. Adbusters klagt die britischen Babyboomer an, die gnadenlos ihre Kinder ausquetschen. Outlook India feiert die Raubkopie als Zensurbrecher. Outside sucht in Nepal den Yarchagumba.
Heute in den Feuilletons
23.08.2011 Spiegel Online sondiert die Paradoxien des Retropop. Slate schlägt eine unterhaltsame Alternative zu langweiligen Sommerurlauben vor: Poesie und Prosa auf Lateinisch lesen und auf Lateinisch darüber diskutieren! Richard Herzinger erinnert in seinem Blog daran, dass Hamas und Hisbollah mit ihrem Hass auf Israel auch den Westen meinen. Die NZZ meldet: Ramadan ist in diesem Jahr langweilig, weil wegen des arabischen Frühlings der Nachschub an Ramadansoaps fehlt. Für die FAZ blickt Botho Strauß in den St.-Andreas-Graben dieses historischen Moments. Außerdem: Libyen sowie Dominique Strauss-Kahn sind frei!
Bücherschau des Tages
23.08.2011 Die FAZ feiert Christoph Heins kunstvollen Roman "Weiskerns Nachlass", der sie dazu brachte, ihre Skrupel zu verlieren. Die SZ vertieft sich in Antonio Damasios Buch über das menschliche Bewusstsein "Selbst ist der Mensch". Sehr suggestiv findet die FR die "Geschichte eines Verschwindens" des libyschen Autors Hisham Matar. Und die NZZ liest Charles Lewinskys in Theresienstadt spielenden Roman "Gerron".
Medienticker-Archiv
23.08.2011 Aktualisiert: Loriot ist tot - Libyen? Libyen!: Eine Schande. Deutschland, TV-Entwicklungsland? Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der letzten Reihe - ZDFKultur: Wir sind hier doch nicht beim Bürgerfunk! - Trotz Krach: ARD und ZDF kooperieren weiter fröhlich mit Verlagen - Amazon: Der unheimliche Verlag und was wird aus den Verlagen? - Douglas Coupland: Wir sind süchtig nach Vernetzung - Internet: Surfen wirkt wie Kaffeepause.
Karikaturen und Cartoons
23.08.2011 Post-revolutionäre Wimmelbilder.
Mittwoch, 24.08.2011
Heute in den Feuilletons
24.08.2011 Die FAZ und alle anderen Zeitungen sprechen Loriot ihre tiefe Dankbarkeit aus. Die SZ tröstet: Die Bernard-Henri Levys erfolgreicher Einsatz für Libyen heißt nicht, dass er nicht unrecht hat. Die taz stellt richtig: Thomas Gottschalk bekommt gar nicht sechs Millionen Euro von der ARD. Meedia fragt: Gab es einen anonymen Spender beim Netzwerk Recherche? Im Guardian beteuert der Romancier Ewan Morrison: Das Buch ist tot. Der Autor auch. Und danwei.com schildert den vergeblichen Kampf chinesischer Behörden gegen Pornografie.
Bücherschau des Tages
24.08.2011 Ordentlich auf Touren kommt die FAZ mit Jack Kerouacs jetzt großzügig ediertem Debüt, der romantischen Seefahrerballade "Mein Bruder, die See". Die taz fühlt sich reich beschenkt von Per Olov Enquists neu aufgelegtem Roman "Die Ausgelieferten". Die SZ mag zumindest die ungezähmten Passagen von Peter Rocks Roman "Meine Wildnis". Und die NZZ liest wieder "Fantomas".
Medienticker-Archiv
24.08.2011 Kerstin Decker über die Gründung der Berliner Festwochen in Westberlin vor 60 Jahren - Süchtig auf Serien: Perfekte Vermarktung machen Schriftsteller reich - Netspeak: Elektronischer Lektor - Zootool: "Zahle, so viel du willst? - Zuckerberg im Kaufrausch und eine Studie belegt: An Facebook führt kein Weg vorbei + Zufall oder Schicksal? Georg Brunolds Kulturgeschichte "Fortuna auf Triumphzug".
Karikaturen und Cartoons
24.08.2011 Sagen Sie jetzt nichts.
Donnerstag, 25.08.2011
Heute in den Feuilletons
25.08.2011 Alle betrachten Gesichter der Renaissance. In der NZZ erklärt Liao Yiwu, warum er heute über das Jahr 1989 schreibt. Die taz erzählt, wie es das Filmarchiv von Neuseeland schaffte, zu einem der wichtigsten der Welt zu werden. Im Freitag erklärt Douglas Coupland, warum sich alles für uns durch den Medienwandel zum Guten wendet. Die Zeit klagt über schlechte Heilungschancen in syrischen Krankenhäusern. Und, okay, Steve Jobs tritt zurück. Aber er ist nicht tot, meldet Gizmodo. Er hat einen Puls. Er atmet. Und das Erscheinen seiner Biografie wurde vorverlegt, berichtet der New Yorker.
Bücherschau des Tages
25.08.2011 Die FAZ feiert Hans Neuenfels' intelligente und witzige Autobiografie "Das Bastardbuch". Die Zeit stellt eine Reihe aktueller Bücher zum arabischen Frühling vor und lobt besonders den Band "Die arabische Revolution" von Frank Nordhausen und Thomas Schmid. Sehr empfehlen kann sie auch Michael Kumpfmüllers Roman über Kafkas letztes Jahr "Die Herrlichkeit des Lebens". Die SZ liest in Christoph Heins "Weiskerns Nachlass" von gebeutelten Akademikern.
Vorgeblättert
25.08.2011 Wenn man wie Novalis mit 30 Jahren stirbt, muss man sich mit allem im Leben beeilen: mit dem Studium, mit der Kunst, mit der Liebe, mit der Philosophie, mit revolutionären Ideen ... Lesen Sie hier einen Auszug aus der Biografie Friedrich von Hardenbergs, geschrieben von Wolfgang Hädecke.
Medienticker-Archiv
25.08.2011 Medienmogul: Alles, was Sie über Rupert Murdoch wissen müssen - Amazon-Verlag: Der Traum vom Vier-Stunden-Verleger - Zeitenwende: Fernseher verschmilzt mit Computer - Marx reloaded: Mit David Harvey das "Kapital" lesen, Konservative Kapitalismus-Kritik und die Untergangspropheten Paul Krugman und Nouriel Roubini + Der Roman für diese Zeit: Thomas Wolfes "Die Party bei den Jacks".
Karikaturen und Cartoons
25.08.2011 Ausgesperrt und ungehört.
Im Kino
25.08.2011 Hollywood bittet zu Tisch: "Cowboys & Aliens" hält immerhin, was der Titel verspricht und hat mit Daniel Craig und Harrison Ford Stars zu bieten. Aus gutem und fatalem Grund anonym dagegen das Kanonenfuttermaterial im nun schon fünften Teil der mit Konsequenz beeindruckenden Horrorserie "Final Destination", in der man dem Tod nicht auf Dauer entkommt.
Freitag, 26.08.2011
Heute in den Feuilletons
26.08.2011 Die Welt liebt Tiere, besonders, wenn sie von Hokusai gemalt sind. In Le Monde wirft Pascal Bruckner den amerikanischen Feministinnen vor, mit der religiösen Rechten zu paktieren. Günter Kunert und Ralph Giordano protestieren gegen eine Selbstfeier des deutschen PEN-Clubs. Reuters meldet: Nachfahren ehemaliger schwarzer Sklaven der Cherokee Nation dürfen sich nicht mehr als Angehörige des Stammes betrachten. In der NZZ bringt der Islamwissenschaftler Reinhard Schulze Hintergründe zur Geschichte Libyens.
Bücherschau des Tages
26.08.2011 Die SZ preist Ngugi wa Thiong'os Roman "Herr der Krähen" als höchst komische Satire auf den Despoten von Aburiria. Auch Melanie Mühls Streitschrift gegen "Die Patchwork-Lüge" kann sie einiges abgewinnen. Die NZZ unterhält sich bestens mit dem Comic "Hau die Bässe rein, Bruno!" des großen Herve Baru. Und die FAZ stellt sich hinter Peter Handkes neueste Intervention zum Thema Serbien "Die Geschichte des Dragoljub Milanovic".
Medienticker-Archiv
26.08.2011 Roche, Sarrazin & Co.: Rainer Moritz über verkaufsfördernde Skandale - Das große Versagen: Gregor Keuschnig über den neuen Neo-Realismus der Literaturkritik - Online-Buchhandel: Der Buchhändler als All-in-One-Verlag - Kai Diekmann: "Bild muss süchtig machen" - China: Hit-Verbot im Internet - Schauspiel Köln wieder Theater des Jahres - RTL: Eine typisch deutsche Journalismus-Vortäuschung.
Karikaturen und Cartoons
26.08.2011 Gaddafi, Iphones und Forbes
Montag, 29.08.2011
Heute in den Feuilletons
29.08.2011 Im Perlentaucher wettert Pascal Bruckner gegen die verklemmte Sexualmoral der Amerikaner. Die Welt rechnet ab mit dem Tanz im August. Für die taz besucht Gabriele Goettle jenen Ort, an dem einst der große Reichskriegsschatz gehortet wurde. Achgut hat Einwände gegen das Leben im "Einklang mit der Natur". Die FAZ bringt John Le Carres Weimarer Goethe-Rede - einen Abgesang auf Europa.
Bücherschau des Tages
29.08.2011 Gefesselt liest die SZ die Autobiografie des unermüdlichen Bahman Nirumand "Weit entfernt von dem Ort, an dem ich sein müsste". Außerdem freut sie sich über die Neuedition von Fritz Mauthners großem Werk "Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande". Richard Clarkes Aufruf zur digitalen Aufrüstung "World Wide War" genießt sie nur mit Vorsicht. Die FAZ lobt nachdrücklich Anna Reids anschauliche Geschichte "Blokada" über die Belagerung Leningrads. Und die FR feiert Navid Kermanis Riesenroman über alles "Dein Name".
Medienticker-Archiv
29.08.2011 Ein Sommernachtsdroom in Hamburg - Rocky-Horror-Faust-Show: Ein Faust-Musik-Projekt in Schwerin - Jim Thompson im Porträt: Die Obduktion des amerikanischen Traums - GEZ-Haushaltsabgabe: Rechtlich angreifbar - Medienwissenschaft: Ihre Arbeit muss nicht gefallen - Expansion: Das Google-Fernsehen kommt - Feuilleton aus St. Petersburg: Die Stimme von Werner Herzog.
Vorgeblättert
29.08.2011 Der siebte Band der großen Dokumentation zeigt, wie sich mit dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 der antijüdische Terror zum systematischen Völkermord ausweitetete. Lesen Sie hier Dokumente über die Verfolgung der Juden im Baltikum und in Rumänien sowie über das Massaker von Babij Jar, mit dem vor siebzig Jahren der Holocaust seinen Anfang nahm.
Essay
29.08.2011 Die Häme der amerikanischen Medien im Fall DSK ist das Symptom einer ans Unheimliche grenzenden sexuellen Verklemmtheit, für deren Durchsetzung Feministinnen mit der religiösen Rechten paktieren. Wir können viel von Amerika lernen, aber bestimmt nicht die Kunst zu lieben.
Karikaturen und Cartoons
29.08.2011 Stürmische Prognosen.
Dienstag, 30.08.2011
Magazinrundschau
30.08.2011 Im New Yorker winkt Daniel Mendelsohn Rimbauds Boot zu. Osteuropa widmet sich der Blockade Leningrads durch die Wehrmacht. Seattle Weekly guckt den Anwälten der Pornoindustrie beim Verklagen von Downloadern über die Schulter. In Le Point erklärt BHL, was in Libyen starb und was geboren wurde. Im Espresso versichert Umberto Eco: 230 Euro sind gut angelegt für Athanasius Kirchers "Mundus Subterraneus". HVG ruft dem ungarischen Bürger zu: Heute die Roma, morgen du, wach endlich auf! Die NYT verrät das Geheimnis der amerikanischen Lithiumbatterien-Industrie: Staatsknete und genaues Kopieren.
Heute in den Feuilletons
30.08.2011 Newsweek bringt die erste deutliche politische Äußerung Ai Weiweis nach seiner Verschleppung - eine bittere Kritik an Peking. The Atlantic fragt, ob die Stimmung in China brenzliger ist als hier bekannt. In Slate sieht Christopher Hitchens die immer bizarreren religiösen Bekenntnisse republikanischer Politiker als reines Kalkül. Die taz kann Sarrazin doch noch was Gutes abgewinnen. Die Welt erklärt, warum die Cherokee die Nachfahren ihrer schwarzen Sklaven nicht an den Casino-Einnahmen beteiligen. Ringier kauft Literaturen, meldet Meedia.
Bücherschau des Tages
30.08.2011 Als dämonische Iberienkunde und mit angehaltenem Atem liest die NZZ Roberto Bolanos ersten, aber bereits makellosen Roman "Das Dritte Reich" gelesen. Die taz empfiehlt Imraan Coovadias südafrikanischen Roman "Gezeitenwechsel". Die SZ ist beeindruckt von der Dokumentation über den Ehrenmord an Hatun Sürücü. Außerdem stellt sie, wie auch die FAZ, Neuübersetzungen von Theophile Gautier vor.
Medienticker-Archiv
30.08.2011 Vor 30 Jahren begann die Feuilletonmanie von Rainald Goetz - "Schatten, die mit Schatten spielen": Über Roberto Bolanos "Das Dritte Reich" - WAZ-Gruppe: Halbe Milliarde Euro soll Streit beenden - "Die Weisheit baut sich ein Haus" oder So viele Bücher, so viele Bäume: Bilbliothekenboom trotz Internet - Digital führt zu Print: iPad lässt Lesekonsum ansteigen + ARD-"Dreileben": Vom Kritiker-Hit zum Zuschauer-Flop.
Karikaturen und Cartoons
30.08.2011 Wer nimmt den Müll mit?
Redaktionsblog - Im Ententeich
30.08.2011 Nicht nur wegen der "Dame mit dem Hermelin" sorgt derzeit die Ausstellung "Gesichter der Renaissance" für Aufsehen, sondern auch wegen der langen Warteschlange davor. Schon am Eröffnungstag standen etwa 3.000 Besucher bis zu zwei Stunden geduldig am windigen Kupfergraben vor dem Bode-Museum, um die Meisterwerke italienischer Porträtkunst zu bewundern. Hat man sich einmal bis zum Ticketschalter durchgekämpft, heißt es wieder warten. Zutritt bekommt man ins Museum wie auf dem Amt. Man zieht eine Nummer und wird aufgerufen. Mit dem Unterschied, dass man beim Bezirksamt nicht zwei Stunden anstehen muss, um die Nummer zu bekommen.
Mittwoch, 31.08.2011
Heute in den Feuilletons
31.08.2011 In der FAZ fragt Necla Kelek, wozu deutsche Intellektuelle eigentlich Stellung, Amt und Privilegien haben. Rassistisch findet in der NZZ die französische Feministin Christine Delphy den Jubel der französischen Sozialisten über die Nichtanklage von DSK. In FR und Berliner Zeitung empfiehlt George Michael seinen schwulen Fans, sich nicht alle Konzertkarten von Frauen wegschnappen zu lassen. Die Welt möchte Luft aus der Datenkrake GEZ ablassen. Spiegel Online erklärt der Buch- und Musikindustrie, warum kostenlos nicht gleich illegal ist.
Bücherschau des Tages
31.08.2011 Die SZ lernt von David Simons Großreportage "Homicide", dass die besten Geschichten eben doch in den Akten stehen. Die NZZ feiert Juan Pablo Villalobos düsteren, aber kunstvollen Mexiko-Roman "Fiesta in der Räuberhöhle", auch Colson Whiteheads "Der letzte Sommer auf Long Island" hat ihr gut gefallen. Fasziniert liest die FR Inka Pareis Roman "Die Kältezentrale", und die FAZ studiert Saul Aschers "Flugschriften".
Medienticker-Archiv
31.08.2011 Rainald Goetz über den Radikalen Feuilletonismus - Schrecken mit Zweifeln: Studie über legale und illegale Medien-Nutzung - "Ich poste, also bin ich": Sherry Turkle über das digitale Zeitalter - Thomas Knüwer: "Social Media macht Journalisten demütiger" - Hacker greifen Wikileaks an - WAZ: Die Traditionalisten schlagen zurück - Walter Benjamins Reise durch die Deutsche Inflation + Rudolf Stumberger über den Kapitalismus der Trostlosigkeit.
Karikaturen und Cartoons
31.08.2011 Reißleine ziehen und durchatmen!
Im Kino
31.08.2011 Nicht spektakulär, aber hinreißend ist Drew Barrymores Regiedebüt "Rollergirl", in dem Ellen Page in der texanischen Provinz sich durchs rustikale Roller Derby befreit. Seth Gordons "Kill the Boss" ist eine mit Stars wie Colin Farrell, Jennifer Aniston, Kevin Spacey und Donald Sutherland gespickte schwarze Komödie, die in verzweifelter beruflicher Lage zu drastischen Maßnahmen rät.