Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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Donnerstag, 01.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Jahrhundertfehler, Jahrhundertgeschenk

01.12.2016 Reflektierter Blockbuster oder Weihnachtsmärchen für weiße alte Männer - die Filmkritiker streiten über Clint Eastwoods Hommage an den Piloten "Sully". Die NZZ bewundert Herrn Juhls Sinn für Farben. Die Zeit rammt das von Herzog & de Meuron geplante Museum des 20. Jahrhunderts in den Boden: risikoscheu, bräsig und den öffentlichen Raum vernichtend. Die Presse legt ein Ei in einer kleinen Ausstellung des Urheberrechtsanwalts und Konzeptkünstlers Guido Kucsko.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die neue Chronologie

01.12.2016 Im EU-Parlament soll demnächst über eine "Charta der digitalen Grundrechte der Europäischen Union" abgestimmt werden, die vor allem den Interessen von "Rechteinhabern" dienen soll, fürchtet die EU-Parlamentarierin Julia Reda in ihrem Blog. Die Zeit brüstet sich damit, dass Martin Schulz diese Charta zusammen mit Frank Schirrmacher und Giovanni Di Lorenzo erfunden hat. In den Feuilletons wird viel über Mark Lillas Kritik am linken Identitätsdiskurs diskutiert. In der NZZ zeigt Felix Philipp Ingold, wie Russland nicht mehr nur die Aktualität, sondern jetzt auch wieder die Geschichte fälscht.

Medienticker

Sprachkünstler

01.12.2016 EU-Digitalcharta: Digitale Grundrechte soll die Frage beantworten, wie sich die Freiheit des Einzelnen im Zeitalter der Digitalisierung schützen lässt - Stiftungsfinanzierter Journalismus: Dranbleiben am Thema - DunkleTwitter-Präsident: Über Wahlen, Bots und ein neues Transparenz-Blog - "Charlie Hebdo" auf Deutsch: Der große Lacher bleibt aus, meint Rainer Hachfeld + "Horcynus Orca": Gespräch mit dem Übersetzer Moshe Kahn.

Bücherschau des Tages

Kokon aus Anpassung

01.12.2016 Herzergreifend einfühlsam und schonungslos intelligent finden FR und Zeit Liza Codys Krimi "Miss Terry". Die taz reist mit dem italienischen Comicautor Igort nach Japan. Die FAZ liest Aleks Scholz' Essay "Flughafenwandern" als psychogeografisch bewandertes Abenteuerepos. Und die Zeit feiert den Roman "Berge, Quallen" von Mário Gomes und Jochen Thermann als Meisterwerk des literarischen Neosurrealismus.

Im Kino

Held im postheroischen Zeitalter

01.12.2016 Während ihm die Arbeiter und Angestellten für seine Wahnsinnslandung auf dem Hudson River noch zuprosten, findet sich Clint Eastwoods Pilot "Sully" im Griff von Überwachungstechnik, Nachrichtendiskurs, Bürokraten und Computersimulationen. Pablo Larraíns "Neruda" ist kein Biopic, sondern ein Künstlerfilm - Annäherung an einen politischen Poeten und einen poetischen Politiker.

Mord und Ratschlag

Jungvögel fangen

01.12.2016 Liza Cody erzählt in ihrem wunderbaren Roman "Miss Terry", wie sich die ach so anständigen Nachbarn an einer jungen Frau schadlos halten, die sich einfach nicht zu verteidigen weiß. Patrick McGinley lichtet in seiner makabren Komödie "Bogmail" von 1978 die irischen Nebel aus Whiskey und Heuchelei.

Freitag, 02.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

40 Beispiele von Blut, Schweiß, Tränen

02.12.2016 Alles Meta heute. Die Presse watet durch alte Kunstskandale. Die Welt kneift sich im wieder aufgebauten Barberini-Palais in Potsdam. Im Merkur mailen sich Eva Geulen und Hanna Engelmeier über Peter Sloterdijks in Form eines Mailverkehrs verfassten Romans "Schelling-Projekt". Die FAZ gibt Hillary Clinton mit Bruce Springsteen Nachhilfeunterricht über den "Zorn der Leute". Und in einer Wiener Dramatisierung von Clemens J. Setz wird laut Standard die Welt zum Bild.

9punkt - Die Debattenrundschau

Sagenumwobene Augenhöhe

02.12.2016 Die Debatte über die geplante EU-Digitalcharta geht weiter. Besonders der Artikel über das Urheberrecht wirkt, als sei er von Zeitungs-Lobbyisten persönlich geschrieben, was wohl auch der Fall ist, meint Michael Seemann bei detektor.fm.  Die amerikanische Feministin Susan Bordo erzählt in der Zeit, wie die Republikaner eine neue Hillary Clinton erfanden. Der Schriftsteller Carmine Abate schildert in der NZZ, mit welcher Intensität Italien sich über das kommende Referendum zerstreitet.  Anne Applebaum fürchtet in der Washington Post einen immer radikaleren Brexit.

Medienticker

Bienvenue, Charlie!

02.12.2016 Aktualsiert: Gisela May ist tot - Wikileaks-Enthüllung vom NSA-Untersuchungsausschuss - 60 Jahre Presserat: Maßlose Wut & Hass auf die Medien erschrecken, sagt Joachim Gauck - Im Westen was Neues: Ruhrpott-Buzzfeed - Bestsellerlisten: Großes Buchdaten-Panorama - VG Wort-Entscheidung: Ein Lichtblick für die Verlage? - Theater-Nachtkritiken aus Frankfurt, Graz & Wien - Lügenpresse: Die Unwahrheiten der Vera Lengsfeld -  Der Sänger mit der Geige: Hermann van Veen im Gespräch + Ohne den Trost der Erlösung: Vor 125 Jahren wurde Otto Dix geboren.

Bücherschau des Tages

Der schillernde Millionensassa

02.12.2016 Die SZ ist hingerissen von den Buchkritiken des Bibliothekars Helmuth Schönauer, der seinen ganz eigenen Kanon der tragischen Gestalten des Buchmarkts aufstellt. Ziemlich hilflos findet die FR Nabokovs Erklärungen zu Miguel de Cervantes' "Don Quijote". Die FAZ liest gebannt Christoph Ransmayrs Buch über Aufstieg und Fall des österreichischen  Inflationskönigs Sigmund Bosel.

Fotolot

Die zweite Realität einer Sache

02.12.2016 Sascha Weidner nannte sich selbst einen Romantiker und hatte genug romantische Ironie parat, um bis zur Sentimentalität gehen zu können. Über sein Fotobuch "Intermission II" - eine Zwischenbilanz als Vermächtnis.

Samstag, 03.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Interessante Sachen mit dem Stab

03.12.2016 Der Komponist Edu Haubensak gleitet mit der Musik seines Kollegen Gérard Grisey in den Hades, dorthin wo selbst das Echo erstirbt. Die taz staunt über die Reportagen von Jace Clayton alias DJ/rupture, der als musikalischer Humboldt-Reisender den Globus bereist. In der Berliner Zeitung plädiert Ulrich Khuon, Intendant am Deutschen Theater,  für einen Paradigmenwechsel an der Volksbühne - auch wenn Chris Dercon vielleicht nicht der Richtige dafür sei. Domus besucht eine Mailänder Ausstellung über die Entwicklung der abstrakten Moderne in Osteuropa. Das Art Magazin stellt den Fotografen Oliver Hartung vor.

9punkt - Die Debattenrundschau

Österreich ist nicht Amerika

03.12.2016 The Intercept hat acht Firmen gefragt, ob sie bereit seien, an der Erstellung eines amerikanischen  Registers der Muslime mitzuwirken - nur Twitter hat abgelehnt.  Chimamanda Ngozi Adichie warnt Medien im New Yorker vor falscher Ausgewogenheit. "Es gibt keine digitalen Grundrechte", heißt es in einer Stellungnahme von AlgorithmWatch zur EU-Digitalcharta. Der NDR hat zwar einen Fehlbetrag von 103 Millionen Euro, so dwdl.de, aber Geld genug ist ja da.

Bücherschau des Tages

Selbstlaufendes Uhrwerk

03.12.2016 Mit Begeisterung begrüßt die FAZ die eneue Siegfried-Lenz-Gesamtausgabe, die gleich mit einem Meisterwerk, Lenz' Debüt-Roman "Es waren Habichte in der Luft" startet. Die SZ errät mit Haruki Murakami das Geheimnis des Schriftstellerseins zwar auch nicht - umkreist die leere Mitte aber gern. Die FR lässt sich von Christoph Ransmayrs Uhrmacher Alistair Cox nach China entführen.

Montag, 05.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Diese Härte. Diese Komik.

05.12.2016 Am Berliner Ensemble drückt sich Robert Wilson vor Becketts "Endspiel". Dafür gibts viel Vaudeville. Die taz sieht in Berlin Blüten der Critical Whiteness blühen. Die NZZ reist mit der Schrifstellerin Elena Chizhova in der Transsibirischen Eisenbahn. In critic.de versucht Silvia Szymanski eine Rettung des Sex- und Erotikkinos. Der Tagesspiegel kommt bedrückt aus der Pariser Ausstellung "The Color Line" über die Geschichte der afroamerikanischen Kultur.

9punkt - Die Debattenrundschau

Woran man sich nicht gewöhnt, ist die Kälte

05.12.2016 Nur ein kurzes Aufatmen in Europa: In Österreich siegt die Vernunft, in Italien aber Beppe Grillo. In Polen baut die Regierung derweil das Demonstrationsrecht ab, berichtet die taz. Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan schickt in der SZ einen Brief aus ihrem türkischen Gefängnis. Die FAZ fürchtet um die Kultur und ihre Institutionen in Vorpommern.

Medienticker

Die Realität ist löslich

05.12.2016 Interview mit Jan Philipp Albrecht zur EU-Datenschutz-Grundverordnung - Weltweit zunehmende Bedrohung: 250 Jahre Pressefreiheit - Tu felix Austria? Gespräch mit Kathrin Röggla - Meister der Animationsfilme: Blick in Walt Disneys Archive - Theater-Nachtkritiken aus Berlin, Bochum, Coburg, Hamburg, Stuttgart & Zürich - Beruf Literatur: Wie als selbstständiger Schriftsteller überleben? + Kerstin Hensel: "Literatur gefährdet eventuell Ihre Gesundheit!" + In memoriam: Vor 100 Jahren starb der Wagner-Dirigent Hans Richter.

Bücherschau des Tages

Rhetorik und Realpolitik

05.12.2016 Die SZ lernt von Ferdinand Knauß, wie unkritischer Wirtschaftsjournalismus den Wunsch nach Wohlstand in den Glauben ans BIP verwandelte. Empfehlen kann sie auch Wilfried Loths wiederaufgelegte Diplomatiegeschichte "Die Rettung der Welt". Die FAZ lässt sich von Jürgen Dunsch und Klaus Schwab Einblick in das Weltwirtschaftsforum von Davos geben.

Vom Nachttisch geräumt

Reicher Stilpluralismus

05.12.2016 Ein Blick auf die Storykonferenzen Walt Disneys, tektonische Revolutionen, einen Männertraum und einen Wicht. Arno Widmann hat Bücher vom Nachttisch geräumt.

Dienstag, 06.12.2016

Magazinrundschau

Wenn Trump und Farage übernehmen

06.12.2016 Die NYRB steht noch unter Trump-Schock. Den hält einfach niemand für echt, meint Martin Amis in live mint. Die NYT blickt verzweifelt nach Deutschland. Der Merkur und Osteuropa entdecken den russischen Autor Andrej Platonow wieder, der den Aufstand der "Übrigen" schon erlebt hat. In 168 óra erinnert sich der ungarische Autor György Spiró, dass er schon 1995 wusste, dass die Vergangenheit auslöschbar ist. Tablet porträtiert den Alt-right-Vordenker Paul Gottfried.

Efeu - Die Kulturrundschau

Der Rockzipfel des Helden

06.12.2016 Der Guardian gratuliert Helen Marten zum Turner Preis. Im Tagesspiegel denkt die griechischen Schriftstellerin Amanda Michalopoulou an die Schiffbrüchigen in der Literatur. Der Filmdienst diagnostiziert eine Rückkehr zum Irrationalismus im amerikanischen Film. Die NZZ hört in Stuttgart Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt": die Inszenierung von Armin Petras ist ihr zu klamaukig, aber in der Musik grinst Offenbachs Spott subtil.

9punkt - Die Debattenrundschau

Gleiche Melodie, anderer Text

06.12.2016 Viel diskutiert wird über die Frage, ob Donald Trump sein Wahlergebnis mithilfe spezialisierter Agenturen erzielt hat, die die Facebook-Nutzer so lange manipulierten, bis sie gar nicht mehr anders konnten. Thomas Schmid in der Welt und Arno Widmann in der Berliner Zeitung sind konträrer Meinung über die Bedeutung von Matteo Renzis Niederlage. In der taz meint Arno Frank: Auch linke Identitätspolitik ist Identitätspolitik. In den Inrocks findet David Thompson: Die Formel, Terrorismus habe "nichts mit dem Islam" zu tun, hat nichts mit Analyse zu tun.

Medienticker

Kunstvolles Scheitern

06.12.2016 Die Tagesschau & der gewaltsame Tod einer Freiburger Studentin - Reporterpreis 2016 zum achten Mal - Nobelpreisverleihung: Patti singt für Bob & Dylans "Theme Time Radio Hour" - Branchentreff: Literarisches Netzwerken - Wolfgang Hildesheimer und das melancholische Verstummen - Neulich: Eine Kolumne von Andreas Maier - Auszeichnungen: Kurt-Wolff-Preis 2017 für Schöffling & Co. + Turner Prize 2016 für Helen Martin.

Bücherschau des Tages

Exzess eines Wahnsinnigen

06.12.2016 Eine bittere Geschichtslektion erkennt die NZZ in Abbas Maroufis Roman über die iranische Revolution "Fereydun hatte drei Söhne". Die FAZ goutiert Donald Antrims surrealen Roman "Die hundert Roman" als eine rauschhafte Feier des Verfalls. Von Christiane Tewinkel lässt sie sich ermuntern, beim Konzert wieder einen Blick ins Programmheft zu werfen. Und die taz erlebt mit Mark Peterson den amerikanischen Wahlkampf noch einmal in seiner ganzen ästhetischen Härte.

Mittwoch, 07.12.2016

9punkt - Die Debattenrundschau

Absolut überrascht von dieser Wirksamkeit

07.12.2016 "Das Bedürfnis nach Bevormundung stellt sich wieder ein", schreibt Herta Müller in der Welt und versucht eine Archäologie des Ressentiments in osteuropäischen Ländern. Geert Mak denkt im Tages-Anzeiger über die Sehnsucht nach dem großen Kladderadatsch nach. Demokratie ist nicht "Leitkultur", erklärt der Philosoph Martin Seel in der FR. Netzpolitik erzählt, warum Studenten demnächst wieder mehr am Fotokopierer stehen werden: Elsevier will sich seine 40-prozentige Umsatzrendite nicht vermiesen lassen.  Und Wolfgang Michal erinnert in seinem Blog an die eigentliche Digitalcharta - die von Tim Berners-Lee.

Efeu - Die Kulturrundschau

Alle Ernste der Welt

07.12.2016 Die taz erkundet mit Regina Schmekens NSU-Fotoserie "Blutiger Boden" die Leerstellen, die der rechte Terror nicht nur in Dresden hinterlassen hat. Die Presse begegnet in Wien einem staatlich geförderten Karrieremonster. Die Welt protokolliert Chris Dercons Attacke auf die Deutschtümelei der Volksbühne. Der Freitag lässt sich von Jóhann Jóhannsson erklären, wie man das zeitliche Konzept der Außerirdischen in Musik verwandelt. Und Critic.de erlebt in "Salt & Fire" eine durch und durch herzogisierte Veronica Ferres.

Medienticker

Wie wahr ist wahrscheinlich?

07.12.2016 Medienkritik zum Mord in Freiburg: Ein Thema, das keins sein sollte - Richard Gutjahr über Fighting Fake News - Breitbart: Deutsche Werbung auf rechter Hetz-Seite - Netzwerke: Facebook, Twitter & YouTube wollen gemeinsam Terrorpropaganda aufspüren - Internethändler: Amazon eröffnet ersten Supermarkt ohne Kasse & Auswüchse des Cloud-Geschäfts - Der Erfinder der Natur: Andrea Wulf über ihre Humboldt-Biografie + Zugehörigkeit & Definition: Wie tickt die Generation What? + Himmel & Hölle: Eine Audio-Enzyklopädie.

Bücherschau des Tages

Ich sagen und meinen

07.12.2016 Die SZ lässt sich von Cecile Wajsbrots liebeskranker Fotografin in immer neue Pariser Abenteuer führen. Substanziell findet die FAZ Stephan Braeses Biografie Wolfgang Hildesheimers. Die NZZ liest mit "Geburt eines Traumwebers" den dritten Teil von Ngugi wa Thiong'os Erinnerungen, die mit dem Freiheitskampf Kenias verknüpft sind.

Im Kino

Unbedingt entzückende Mischwesen

07.12.2016 Werner Herzog schickt in "Salt and Fire", einem großartigen Zeugnis souveräner Altersbeknacktheit, Veronica Ferres in die Wüste. Hong Sang-soo ist mit seinem 17. Film endlich in den deutschen Kinos angekommen; "Right Now, Wrong Then" beweist ein weiteres Mal, dass die älteste Geschichte der Welt noch längst nicht auserzählt ist.

Donnerstag, 08.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Sprache, Sake und Sex

08.12.2016 Das art Magazin staunt in einer von Georges Didi-Hubermann kuratierten Pariser Ausstellung, wie kraftvoll Künstler Proteste in den letzten 150 Jahren dokumentiert haben. Der Freitag staunt in einer Hamburger Ausstellung des Fotografen Peter Keetman, wie kraftlos die deutsche Nachkriegsmoderne heute wirkt. In der NZZ erinnert Dana Grigorcea daran, dass die arabischen Staaten für die Rumänen einst Sehnsuchtsorte der Freiheit waren. Die Zeit feiert den Schauspieler Michael Maertens. Die Filmkritiker feiern Hong Sang-soo als koreanischen Eric Rohmer. Die taz stellt im Interview Pionierinnen der Klangforschung vor.

9punkt - Die Debattenrundschau

Zunächst unübersichtlich

08.12.2016 Der Fotograf Daniel Berehulak dokumentiert in einer beeindruckenden Online-Reportage für die New York Times  das mörderische Treiben des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte. Es gibt doch einen Kampf der Kulturen, meint Andreas Reckwitz in der Zeit, aber er tobt nicht zwischen Islam und Westen.  In der SZ meditiert Jürgen Osterhammel über Aufstieg und Fall von Imperien.  Der Tagesspiegel berichtet über türkische "Konsulatslehrer", die an 150 Berliner Schulen ein Erdogan-kompatibles Türkei-Bild verbreiten.

Medienticker

Wer im Glashaus sitzt

08.12.2016 Rahmenvertrag: Verleger über die Folgen des VG-Wort-Urteils & Unis starten in die Post-Urheberrecht-Ära - Verwirrung: Amazons neue Rezensions-Richtlinien - Bundesverwaltungsgericht: Firmen müssen vollen Rundfunkbeitrag zahlen - Gesetzesvorlage: "Youtube-Steuer" in Frankreich - Die Wiederentdeckung des Wolfgang Hildesheimer: Ein Gespräch mit seinem Biografen Stephan Braese + Der Nachtkritik-Adventskalender mit Theater-Wunschzetteln.

Bücherschau des Tages

Eindringliche Predigt

08.12.2016 Hellauf begeistert genießt die FAZ die ästhetische Erziehung Georg Forsters, dessen "Ansichten vom Niederrhein" in einer prachtvollen Neuausgabe vorliegen. Die Zeit liest zwei Romane über den Terrorismus und fragt mit Roger Willemsen, wer wir waren.  Die NZZ empfiehlt ein Gottfried-Keller-Handbuch, die SZ Andreas Platthaus' "Geschichten der Karikatur".

Freitag, 09.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Wetterleuchten im Olymp

09.12.2016 Die Musikkritiker pilgern in die Scala, wo Riccardo Chailly die Erstfassung von Puccinis "Madame Butterfly" mit dem Kalligrafenpinsel dirigiert. Dominik Graf und Christian Petzold bringen Kirk Douglas ein Ständchen zum Hundertsten. Die taz porträtiert die kubanische Schriftstellerin Wendy Guerra. Die SZ freut sich über einen neuen Konzertsaal für München, würde aber dort gern auch mal was Ungehörtes hören. Das Art Magazin besucht die Sighard-Gille-Ausstellung in Leipzig.

9punkt - Die Debattenrundschau

Verlinkte Zugänglichmachung rechtswidrig

09.12.2016 Dämmert es den Intellektuellen nicht, verdämmern diese selbst, warnt der Tages-Anzeiger. In der taz erklärt Richard David Precht, warum es unmoralisch ist, Fleisch zu essen. In Berlin ist die Mauer gefallen - die NZZ staunt jetzt über die Münchner Mauer. Der Perlentaucher muss sich künftig sehr genau informieren, bevor er einen Link setzt, sagt Netzpolitik. Bei nichts schlummert die Friedensbewegung sanfter als bei den brutalen Attacken auf die Zivilbevölkerung von Aleppo, staunt die taz.

Medienticker

Kladderadatsch

09.12.2016 Aktualisiert: Urteil: Verschärfte Linkhaftung - Rechtspopulistischen Kosmos: Facesbooks rechtes Netz - Aus der Mottenkiste: Martin Seel über die so genannte "Leitkultur" - Postfaktisch ist das "Wort des Jahres" - Ungewöhnlich: Tomer Gardi über sein "Broken German" - Buchpreis zur Europäischen Verständigung für Mathias Énards Roman "Kompass" + Literaturnobelpreisträger wider Willen: Jörg Magenau über Bob Dylans erste Buchveröffentlichung "Tarantel".

Bücherschau des Tages

Sanfter Radikalismus

09.12.2016 Zum hundersten Geburtstag von Wolfgang Hildesheimer befassen sich FR und SZ mit dem Leben des Schriftstellers, Künstlers und Intellektuellen: In Stephan Braeses Biografie "Jenseits der Pässe" und Hildesheimers von Volker Jehle herausgegebenen und kommentierten Briefe an die Eltern. Die FAZ lernt mit der mikrohistorisch angelegten Studie "Skandal in Togo" von Rebekka Habermas die Komplexitäten kolonialer Herrschaft kennen.

Samstag, 10.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Zu samtiger Üppigkeit

10.12.2016 In der NZZ erkundet Thomas Hürlimann in einem mystischen Großessay die Gründe des Seins. In der SZ berichtet Chris Dercon von aggressiven Attacken auf seine Person. Die Welt bewundert schaudernd George Condos gestörte Bilder. Nach der Eröffnung der Barenboim-Said-Akademie in Berlin hofft der Tagesspiegel auf eine akkustische Nachjustierung des Pierre-Boulez-Saals. Und die Feuilletons huldigen jetzt Bob Dylan, der heute den Nobelpreis entgegennehmen lässt, als den Mann, der niemals da war.

9punkt - Die Debattenrundschau

Fakten hin, Fakten her

10.12.2016 'Postfaktisch' ist zurecht Wort des Jahres, meinen die Kommentatoren, nur über die Nützlichkeit des Begriffs sind sie uneins. Postfaktisch, das sind die anderen, weiß Zeit Online. Fakten sind ohnehin überschätzt, findet Karl-Heinz Ott in der NZZ. In der FAZ erklärt Bernd Hüppauf, warum es in den USA keine Intellektuellen gibt. Joseph Vogl und Ethel Matala de Mazza versuchen sich in der taz an einer analytischen Bestimmung des Populismus. Und die SZ besteht auch im Zeitalter von Big Data auf die Autonomie des Einzelnen.

Bücherschau des Tages

Wie mit der Axt gezeichnet

10.12.2016 Die taz ist voller Bewunderung für den den unerschütterlichen Witz in Saphia Azzeddines bissigem Religionsroman "Bilqiss". Auch Benedicte Savoys Fabel vom Weltmuseum "Mona Lisa in Bangoulap" liest sie mit diebischer Freude. Als hemmungslos sinnlich empfiehlt die Welt Mary-Louise Parkers Briefe an "Die Männer meines Lebens". Und die FAZ lässt sich noch einmal von Georg Stefan Troller ins Frankreich der Nachkriegszeit mitnehmen.

Tagtigall

Sonntagsmittagsglibberpuddinggrün

10.12.2016 Im "Abendlied" besang Matthias Claudius einst die weltabgewandte Seite des Mondes. Noch heute bevölkert viel Nichtgesehenes jedes gute Gedicht. Das macht die Gattung attraktiv, nicht nur zu Christkinds-Zeiten. Neue Gedichtbände kurz vorgestellt

Montag, 12.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Bügeln nicht mehr nötig

12.12.2016 taz und FAZ lassen sich im C/O Berlin an die Werkstatt für Photographie erinnern, die in den siebziger Jahren Kreuzberg und Amerika kurzschloss, Erwachsenenbildung und großen Aufbruch. In Simon Stones Baseler "Drei Schwestern" ist kein Satz von Tschechow übriggeblieben, die NZZ jubelt über diese "erhellende und subitle, rohe und elegante" Inszenierung. Auch die Nachtkritik zeigt sich geplättet. Weniger Anklang findet Hans Neuenfels' grob gestrickte "Antigone"-Aufführung in München. Leicht entsetzt kommentieren Welt und SZ die gesetzte Nobelpreis-Gala für Bob Dylan.

9punkt - Die Debattenrundschau

Schleier oder sonstige alte Zöpfe

12.12.2016 Die SZ erklärt, warum Lehrerinnen Kopftuch tragen dürfen und Richterinnen nicht.  Ebenfalls in der SZ hält Elisabeth Badinter an einem Feminismus im Namen universaler Ideale fest.  Laut Politico und New Yorker könnte Rex Tillerson, ein Exxon-Manager und Putin-Freund, Trumps Außenminister werden.  Zeit, NZZ und Carta diskutieren weiter über die Frage ob Fake News und Micro-Targeting auf Facebook die amerikanischen Wahlen beeinflussten.

Medienticker

Stillgestanden im Gewimmel der Welt

12.12.2016 VG-Wort-Unirahmenvertrag: Lösung bis Jahresende? - Anspruch auf politisches Gehör: Journalisten können sich nicht nach Wutbürgern richten - Extremismus: Der Code der Neuen Rechten - Fake News: Vergraben in unseren Vorurteilen - Medien schreiben  Facebook zum Superverlag hoch - US-Medien nach der Wahl: Weniger prognostizieren, mehr verstehen - Türkei: Börsenverein fordert Politik des Handelns - Digitales Exil: Posten für die Pressefreiheit + Vor 60 Jahren: Erster Auftritt der Lach- und Schießgesellschaft.

Bücherschau des Tages

Wie Technisches in sprachlich Surreales übergeht

12.12.2016 Tragisch, grotesk und komisch findet die FAZ, wie Ulrike Draesner auf "Happy Aging" über die Wechseljahre parliert. Sehr kraftvoll nennt sie die Hörbuchversion von Jack Londons Roman "Die Zwangsjacke" über einen Todeskandidaten im Folsom Prison. Die SZ hegt "Gotthardfantasien". Und die FR erlebt Willkür und Unterdrückung im Südafrika der fünfziger Jahre in Malla Nunns Roman "Zeit der Finsternis".

Dienstag, 13.12.2016

Magazinrundschau

Außerhalb des Sechsecks

13.12.2016 Die New York Review of Books lässt aus den Datenkraken im Netz die Luft raus. Der New Yorker sucht einen Job. La vie des idees hofft für Amerika auf eine neue Oppositionsbewegung ohne weiße Männer. Novinky diagnostiziert einen Machtkampf zwischen Milliardären und traditionellen Eliten. Gentlemen's Quarterly besucht die Republik Liberland an der Donau. Die New York Times porträtiert die Astrophysikerin Sara Seager.

9punkt - Die Debattenrundschau

Diesseits der rechtsgewirkten Abschottung

13.12.2016 Der Tagesspiegel deckt ein europäisches Überwachungssystem auf, bei dem die Lobbyisten gewinnen und die Bürger verlieren. In der FAZ weist Roberto Saviano auf einen interessanten Aspekt des italienischen "Nein" hin: Anders als beim Brexit waren es die Jungen, die sich verweigerten.  Deutschland ist das nächste Ziel russischer Desinformation, warnt Anne Applebaum in der Washington Post. Und Zeit online fürchtet, dass Facebook gar kein Mittel gegen Fake News finden kann.

Efeu - Die Kulturrundschau

Spielerische Entblößung

13.12.2016 Im NZZ-Interview setzt der in die Kritik geratene Intendant der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal, auf Experimentierfreude und Penetranz. Die SZ erstatte Bericht vom indo-pakistanischer Filmkrieg. Die FAZ blickt Cornelia Schleime ins verschattte Augen, außerdem huldigt sie den labyrinthischen, aber geordneten Welten des chinesischen Science-Fiction-Autors Cixin Liu. Und die Spex gibt Entwarnung: Solange löst keine Kastrationsängste mehr aus.

Medienticker

Goethe verzettelt

13.12.2016 Metadaten des Buchhandels: Interpretationsspielraum & Literaturkritik in Zahlen - Kurt-Wolff-Förderpreis:für  Ein-Mann-Verlag "Guggolz" aus Berlin - Fakenews, Big Data, Social Bots & Digitale Angriffe: Informationslöcher gibt es auch ohne Hacker - Wühlen im EU-Sumpf: Internationales Recherche-Netzwerk Investigate Europe - LG Hamburg: Online-Inhalte nicht rechtsverbindlich? + Und noch mal Dylan: Der Mann, der niemals da war & Patti Smith versingt sich.

Bücherschau des Tages

Leichtsinn und Erbarmungslosigkeit

13.12.2016 Jubelnd begrüßt die FAZ Cixin Lius Science-Fiction-Trilogie "Die drei Sonnen", die Kosmos und Verstand, Wissenschaft und aufregende Menschen in Einklang zu bringen versucht. Außerdem zieht sie den Hut vor Herrn Cogito, dem poetischen Alter Ego des Zbigniew Herbert. Die NZZ huldigt dem Methusalem der italienischen Lyrik in der Schweiz, Francesco Chiesa. Und die FR folgt Annie Dillard zu den traurigen Ottern am "Tinker Creek".

Mittwoch, 14.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Eine andere Tiefenstruktur

14.12.2016 Einen Hauch transzendentaler Perfektion verspürt die NZZ in der großen Agnes-Martin-Schau im New Yorker Guggenheim. Die taz hört im Frankfurter Städel die Angstschreie der weißen Frau auf der Flucht. Die FAZ verfällt der Schönheit der litauischen Sopranistin Asmik Grigorian. Außerdem kommt Gareth Edwards neuer Star-Wars-Film "Rogue One" in die Kinos: Die Welt genießt ihn als schmutziges Kriegskino, die SZ verzieht das Gesicht angesichts der ausgequetschten Zitrone. Der Freitag besucht in Paris lieber die schönste Rumpelkammer der Filmgeschichte.

9punkt - Die Debattenrundschau

Die neue Normalität

14.12.2016 Aleppo wird zurückerobert. Und "die Täter müssen sich vor nichts fürchten", konstatieren die Kommentatoren - die Zivilbevölkerung wird einfach allein gelassen.  Nedžad Avdić, der den Genozid in Srebrenica überlebte, schildert es im Guardian als Verrat "an den Überlebenden und Opfern aller Genozide". Die New York Times resümiert die russischen Eingriffe in den amerikanischen Wahlkampf. Ta-Nehisi Coates schreibt im Atlantic nochmal einen langen Artikel über "seinen" schwarzen Präsidenten Obama, der ihm vielleicht nicht ganz schwarz genug war.

Medienticker

Schweigen gegen Fake News

14.12.2016 Reporter ohne Grenzen: Weltweit mindestens 348 Journalisten in Haft - Teure Freiheit: Ein Begriff verblasst - Neuer Star am rechten Comedyhimmel - Neues Imprint: HoCa macht "Tempo" - Abschied vom Eurozentrismus: Peter Frankopans "Licht aus dem Osten" - Appelle eines unermüdlich Träumenden: Botho Strauss' widerständige Höhlenbilder "Oniritti" - Glückwunsch: Jane Birkin wird 70 & Ein Lied für ein Leben.+ Major Tom in Berlin-Schöneberg ...

Bücherschau des Tages

Blatt vom Mund

14.12.2016 Warum Goldfisch-Schlucken keine olympische Disziplin wurde, lernt die FAZ in einer Enzyklopädie der vergessenen Sportarten. In der FR empfiehlt Oleg Jurjew wärmstens die Feuilletons Wladislaw Chodassewitschs zur russischen Literatur der 20er und 30er Jahre. Die NZZ vertieft sich in die Konzilsakten, die Arnold Esch in seinem Rom-Buch ausbreitet. Die SZ amüsiert sich mit einem Band über die bayerischen Kommerzienräte 1880 bis 1928.

Donnerstag, 15.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Ins Morgen gerichtet

15.12.2016 Die NZZ bewundert in einer Zürcher Ausstellung den "Albrecht Dürer der Städte", den Fotografen Peter Bialobrzeski. In der Berliner Zeitung macht Regisseur Sergei Loznitsa seine Spiegelneuronen verantwortlich für seine Observierungskunst, die er zuletzt an KZ-Touristen erprobt hat. Die SZ hört sich durch eine 36 CDs umfassende Bob-Dylan-Box.

9punkt - Die Debattenrundschau

Bitte mit den Händen winken

15.12.2016 Zeit online gibt der Bundesregierung ein paar Tipps gegen russische Hackerangriffe. Vor allem: Bitte reagieren Sie nicht auf Phishing-Mails! Die New York Times fragt sich, was in dem ganzen Tohuwabohu eigentlich aus der Demokratischen Partei geworden ist. Günter Wallraff liest fürs Kiwi-Blog Benjamin von Stuckrad-Barres Buch über Alkohol und Nikotin. Bülent Mumay erklärt in der FAZ, warum die Türken nicht gegen das Erdogan-Regime aufbegehren.

Medienticker

Lehrstück

15.12.2016 Massenüberwachung: Reporter ohne Grenzen verklagt BND - VG Wort: Koalition will Verlage an Einnahmen beteiligen - Informationsflut: Wann ist eine Nachricht eine Nachricht? - Julia Zange: Was der Literaturbetrieb mit jungen Frauen macht - Das Böse & der Literaturbetrieb untersucht Thomas Lang - Gehackt gelegt: Weiterer Mega-Hackerangriff auf Yahoo - Schiedsgericht: Streit in der Wikipedia-Community + Vito von Eichborn kritisiert das "Literarische Quartett".

Bücherschau des Tages

Gesellige Monologe

15.12.2016 Bei den von Sabine Wolf herausgegebenen Briefen Christa Wolfs spürt die SZ die Spannung zwischen der Bürgerin und der Sozialistin. Die Zeit freut sich über die von Jürgen Ritte editierte und kommentierte Ausgabe von immerhin 572 der schätzungsweise 90000 Briefe Marcel Prousts. Außerdem lässt sie sich von Adam Zamoyski in "Phantome des Terrors" klug und unterhaltsam von den Absurditäten der Paranoia erzählen. Die FAZ hat derweil großes Vergnügen an Laurent Binets Poststrukturalismus-Krimi "Die siebte Sprachfunktion".

Im Kino

Die Zeit zu kämpfen ist jetzt

15.12.2016 Gareth Edwards führt das "Star Wars"-Universum in ungewohntes Territorium: "Rogue One" ist ein regenverhangener, erwachsener Kriegsfilm und vielleicht auch ein Film über das gesellschaftliche Klima der USA unmittelbar vor Trumps Amtsantritt.

Freitag, 16.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Ins menschliche Maß zurück

16.12.2016 Was ist britische Kunst? Darüber denkt die FAZ vor einem Paul Nash und der Guardian vor einem Turner nach. Der Freitag bewundert den neuen Film der Dardenne-Brüder, "Das unbekannte Mädchen", nach sechs Minuten Kürzung. Die NZZ erinnert an den Zürcher Literaturstreit. Die Berliner Zeitung erzählt, wie Dresden mit Kultur die hässlichen Pegida-Laute übertönen will.

9punkt - Die Debattenrundschau

Mediengattungsübergreifendes Angebot

16.12.2016 Heinrich August Winkler erinnert die SPD im Vorwärts an ein paar Grundsätze der Russlandpolitik. Die von der EU gefeierten "Migrationspartnerschaften" mit afrikanischen Ländern laufen in Wahrheit auf eine Erpressung hinaus, hat die taz recherchiert. Facebook will mit Faktencheckern und den Nutzern zusammenarbeiten, um Fake News zu bekämpfen, meldet turi2. Die Achse Moskau-Teheran-Damaskus wird das Gemetzel in Syrien fortsetzen, und der Westen wird weiter tatenlos zusehen, schreibt Richard Herzinger in der Welt.

Medienticker

Die Provinz leuchtet

16.12.2016 Aktualisiert: Zukunft von Autoren & Co.: Bundestag billigt umstrittene Reform des Urhebervertragsrechts - Fake News-Strudel: Wie postfaktisch sind die Leitmedien? - Hyperkultur: Was wir Kultur nennen - Verleugnetes Kulturerbe: Über Monika Walters: "Der verschwundene Islam?" - #insidefacebook: Mitarbeiter erzählen von ihren Arbeitsbedingungen - Pieke Biermann: Schöne neue Teflon-Gesellschaft mbH - Rupert Murdoch will Sky komplett übernehmen + Utopien in Politik: Gesellschaft & Kunst + Theatergeschichte: Peymanns Erinnerungen.

Bücherschau des Tages

Herr Cogito

16.12.2016 Langsam wird es Zeit, dass es mal wieder Aktivistinnen wie Gloria Steinem gibt, meint die FAZ nach Lektüre der Memoiren Steinems.  Außerdem macht sie nähere Bekanntschaft mit dem Komponisten Johann Adolf Hasse. Die SZ bewundert den großen polnischen Lyriker Zbigniew Herbert.

Samstag, 17.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Licht und Dunkelheit und Täuschung

17.12.2016 Monopol sehnt sich vor den Afrika-Filmen des Künstlers und Schlingensief-Schülers Tobias Dostal zurück ins industrielle Zeitalter. In der NZZ erklärt Sibylle Lewitscharoff, warum sie Christoph Schlingensief hasste. Moviepilot blickt wütend zurück auf das Erfüllungsgehilfenkino im Jahr 2016. Die SZ feiert den Tänzer Sergei Polunin. Der Perlentaucher freut sich über die epochalen Ausstellungen zur Berliner Werkstatt für Photographie.

9punkt - Die Debattenrundschau

Wie Berlin das wünscht.

17.12.2016 Die Untätigkeit des Westens hat es Russland erlaubt in Syrien wie in Tschetschenien vorzugehen und gibt dem Iran Zugang zum Mittelmeer, analysiert die taz. Besteht durch Trump Gefahr für die amerikanische Demokratie?, fragen zwei Harvard-Politologen in der New York Tiimes. Ihre Antwort ist deutlich. Die Washington Post stellt eine App gegen Trump vor.  Das Verbot der "geschäftsmäßigen" Sterbehilfe hat das Sterben schwerer gemacht, sagt die Sterbebegleiterin Christiane zur Nieden in der taz. Die FAZ ist mit dem Gesetz zufrieden.

Bücherschau des Tages

In Richtung des Animalischen

17.12.2016 Lustvoll begibt sich die Künstlerin Tal Sterngast in der taz bis an die Ekelschwelle, um mit Salvador Dali essen zu lernen. Für die FAZ liest Eva Menasse die Briefe der Manns. Die Welt und die SZ suchen mit Catherine Meurisse, die das Charlie-Hebdo-Massaker überlebte, "Die Leichtigkeit".

Fotolot

Keine reine Kunst

17.12.2016 Michael Schmidt, Pragmatiker und Charismatiker zugleich, und seine Werkstatt für Photographie werden gleich in drei Ausstellungen gewürdigt. Sie werden das Bild der deutschen Fotografiegeschichte auf Dauer verändern.

Essay

Verspottung der Urheber

17.12.2016 Nachdem der BGH und alle anderen Gerichte festgestellt haben, dass die bisherige Verteilungspraxis der VG Wort - die Verleger erhielten bis zur Hälfte - rechtswidrig ist, stellt die Bundesregierung die "bewährte Praxis" in einem neuen Gesetz wieder her. Die Autoren dürfen jetzt ihr Einverständnis mit der Preisgabe ihrer Ansprüche erklären - und verlieren 30 Millionen Euro jährlich. Selbst wenn einer dagegen klagt, wird diese Revision der Rechtsprechung durch den Gesetzgeber jahrelang bestehen bleiben.

Montag, 19.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Das verlockende Lotterleben

19.12.2016 Die SZ freut sich im Iwalewa-Haus in Bayreuth über einen geborgenen Schatz: vierzig Jahre namibischer Popmusik. Und der Guardian richtet sich in Richard Murphys Edinburgher Schuhschachtel ein. Nur Journalisten werden nicht über Guy Krnetas Zürcher Medienstück "In Formation" lachen können, versichert die NZZ. FR und FAZ erleben in Tennessee Williams' "Glasmenagerie" eine Kollision mit dem Eisberg der Verzweiflung.

9punkt - Die Debattenrundschau

Etwas, gegen das man sein kann

19.12.2016 Das Problem mit Facebook, sagt Lawrence Lessig in Libération, ist, dass es eine private Organisation ist. Nick Cohen fragt im Observer, warum sich die Brexit-Sieger aufführen, als wären sie die Verlierer. Der Westen ist mit schuld an den Zuständen in der Türkei, sagt Can Dündar im Tages-Anzeiger. Nicht der Westen, Dschingis Khan erfand die Religionsfreiheit, schreibt Arno Widmann in der FR. Masha Gessen warnt in der New York Times vor den falschen Debatten über Trump.

Medienticker

Possenreißers Insel-Narretei

19.12.2016 Traurige Jahresbilanz: Mindestens 74 Journalisten wurden  getötet, 348 inhaftiert - Polen; Demonstration für freie Medien - Börsenverein begrüßt Neuregelung zur Verlegerbeteiligung oder Verspottung der Urheber & ein Interview mit Suhrkamp-Verleger Jonathan Landgrebe - Fake News: Stadt der Lügner - Subtile Satire: "Utopia" von Thomas Morus - Advent mit Jacques Derrida: Erwartung ohne Erwartung - Edward Bellamys Traum vom Radio für alle + Rückblick aufs Theaterjahr: Rückhalt in der Stadtgesellschaft verloren.

Bücherschau des Tages

Das Andere im Eigenen

19.12.2016 So ist die Welt, ruft die SZ nach Sarah Glidden Comic-Reportage über den Nahen Osten "Im Schatten des Krieges": Spannend und komplex. Freudig folgt sie auch noch einmal Ingeborg Bachmann auf ihre Winterreise nach Prag. Die taz erlebt staunend, wie in Maren Kames Gedichtband "Halb Taube Halb Pfau" Natur zu Lyrik wird, zu Schrift, Klang und QR-Code.

Dienstag, 20.12.2016

Magazinrundschau

Goldmine im eigenen Garten

20.12.2016 Die London Review erklärt, warum man in Manchester besser nicht aufs Klo muss. In Ideas denkt Pablo Stefanoni über die Abwahl der Linken in Lateinamerika nach. Der Guardian wüsste gern, warum der NSU-Prozess kein Ende findet. Hlidaci pes erinnert sich an Zeiten, als die Zigarette noch Freiheitsfackel hieß. Die New York Times sucht Künstliche Intelligenz und findet Google Brain.

Efeu - Die Kulturrundschau

Schauen statt handeln

20.12.2016 Die FAZ erklimmt ein riesiges Treppenhaus und blickt von oben auf ein infantilisierte New York und seine entmündigten Bürger. Die SZ lauscht in der Frankfurter Oper den dumpfen Trommelschlägen unseres Sprechens. Die NZZ erlebt in Bern, wie der Magier-Maler Paul Klee blinde Surrealisten sehen machte. Standard und taz bewundern in Wien die Naturmalerin Georgia O'Keeffe.

9punkt - Die Debattenrundschau

Aus der Balance

20.12.2016 Der Morgen steht im Zeichen des Berliner Attentats: Wir verlinken auf die wichtigsten Liveblogs. Zugleich wurde in den USA Donald Trump durch das Wahlmännerkollegium endgültig bestätigt: Die New York Times findet, dass dieses System abgeschafft werden sollte - Hillary Clinton hat bei den Bürgern eine Mehrheit von 2,8 Millionen Stimmen. Die Schande von Aleppo ist unsere Schande, schreibt Bernard-Henri Lévy in La Règle du Jeu. Und der Berliner Kultursenator Klaus Lederer kündigt in der SZ eine kleine kulturpolitische Revolution an: die Gehälter von Intendanten sollen offengelegt werden.

Medienticker

Geschichten als Möglichkeitsraum

20.12.2016 Der Morgen danach: Erste Medienstimmen zum Berliner Anschlag, Reaktionen im Netz & Claus Leggewie über Bilder vom Terror - Talkshow-Lügen: Frau Petry & das Pinocchio-Ranking oder Der Fehlerteufel als Faktenchecker - Populismus: Slavoj Zizeks traumatischer Jahresrückblick & Linke in der Nationalismus-Falle - Verschwörungstheorien: Die Kraft finsterer Mächte + Utopie in der Literatur & das Leben mit Utopien: Gespräche mit Kathrin Röggla & Thomas Macho.

Bücherschau des Tages

Lebensgefühlroman

20.12.2016 Als kunstgeschichtliches Feuerwerk bejubelt die FAZ einen prachtvollen Doppelband zum Kunstsalon Paul Cassirer. Die NZZ sieht Funken sprühen in Amanda Lee Koes elektrisierenden Erzählungen "Ministerium für öffentliche Erregung". Die taz verfolgt mit Fouad Laroui "Die Leiden des letzten Sijilmassi" und einen marokkanischen Intellektuellen auf Identitätssuche. Die SZ umkreist mit einer Reihe von Büchern das narzisstistische Selbst.

Mittwoch, 21.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Ungewohnte Winkel entdecken

21.12.2016 Im Tagesspiegel verkündet Chris Dercon "radikales Repertoire" als sein Programm für die Volksbühne. Und: "Wir setzen das Prinzip Castorf fort." Die taz porträtiert den Choreografen Richard Siegal, der mit akademischem Spitzentanz die Schwerkraft aufheben will. In der NZZ erklärt Francis Kéré, wie Schönheit in die Architektur kommt. Und Vulture hofft auf eine Renaissance des Musikvideos.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein vages "wohl"

21.12.2016 Einen Tag nach dem Blutbad an der Gedächtniskirche versuchen die Medien ohne Faktengrundlage zu diskutieren: Zurückgewiesen werden auftrumpfende Rechtspopulisten wie Nigel Farage und die AfD, die Angela Merkels Flüchtlingspolitik verantwortlich machen. Gerne beweihräuchern sich die Medien aber schon mal selbst und loben sich für ihre Zurückhaltung. Nur Stefan Niggemeier fragt sich, wie zurückhaltend es war, ohne Faktengrundlage einen Verdächtigen zu küren. Und die Öffentlich-Rechtlichen begeben sich in Handschellen...

Medienticker

Böse & perfide

21.12.2016 Aktualisiert: Interview mit dem VG-Wort-Geschäftsführer Robert Staats - Fake News: Algorithmen sind kein Gegenmittel - Pressefreiheit auf Türkisch: Zensur im Netz &  auf der Straße - TV-Abend. Nachrichten &  Berlin-Specials dominieren, doch das Zuschauer-Interesse war gering - Interview  mit Marlene Streeruwitz über Zukunft der Demokratie -  Video-Kommentar. Heribert Prantl knöpft sich Horst Seehofer vor - Schreiben über den Terror: Ein Gespräch mit Thomas Lehr +  Wie sieht die Online-Zukunft der ARD aus?

Bücherschau des Tages

Weltzustand des Wunderbaren

21.12.2016 Die bezauberte SZ lässt sich von Evgenij Vodolazkins "Laurus" in ein Mittelalter versetzen, dass so wirklich wie künstlich, so realistisch wie esoterisch ist. Die NZZ staunt über Balzacs Wut auf die "Edelfedern". Die FAZ durchquert mit Klaus Nüchtern den Kontinent Doderer.

Im Kino

In Gelee gegossen

21.12.2016 Tom Ford empfiehlt sich mit seinem Zweitwerk, dem High-Concept-Thriller "Nocturnal Animals", als künftiger James-Bond-Regisseur. Den Bruch zwischen melodramatischer Überhöhung und rauer Wüstenbrutalität kann allerdings selbst der exquisit hingetupfte Staub auf den Designerkleidern nicht ganz verdecken.

Donnerstag, 22.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Vor der besten Biene

22.12.2016 Schönheit und Oberfläche: Die Filmkritiker streiten über Tom Fords Thriller "Nocturnal Animals". Kunst und Nähe: Der Guardian sieht neue Bilder aus Anders Petersens Fotozyklus "Cafe Lehmitz". Genauigkeit und Seele: Die Welt erinnert an den Dichteringenieur Heimito von Doderer. Temperament und Risiko: Die Zeit blickt auf hundert Jahre Bauhaus.

9punkt - Die Debattenrundschau

Zeichen der Neutralität

22.12.2016 Die taz bringt eine Seite für Aslı Erdoğan, die die Brutalität der türkischen Gleichschaltung noch brutaler zu spüren bekommt als die meisten ihrer Kollegen. Die SZ erzählt, wie sich Wladimir Putin im Lauf der Jahre seinen Hacker- Und "Kompromat"-Apparat aufgebaut hat.  In der FAZ versucht Udo Di Fabio, das Verhältnis von Staat und Religion neu zu kalibrieren. In Atlantic erklärt Barack Obama im Gespräch mit Ta-Nehisi Coates, warum er die Idee der Reparationen für die historischen Leiden der Schwarzen ablehnt.

Medienticker

Wer sät die Furcht?

22.12.2016 Die Medien & der Anschlag: Angst mit Ausrufezeichen oder Wie Bild mit ihrer Titelseite an der Realität vorbeischreibt + Charlie Hebdo - Zukunft der Tageszeitungen: Ein Drittel Text = keine Presse mehr! - Wenn Stiftungen den Journalismus finanzieren: Wer recherchiert dann kritisch zu Stiftungen? - Streit um das Talkshow-Lügen-Ranking - Wenn die Fesseln fallen: Martin Walser veröffentlicht einen neuen Roman + Literarische Utopien & nach '68: Die Republik der bunten Gegenkulturen.

Bücherschau des Tages

Die Anforderungen der Straße

22.12.2016 Die FAZ freut sich, dass Oguz Atays' Roman "Die Haltlosen", ein Klassiker der türkischen Literatur, endlich im Deutschen erscheint.  Außerdem gibt sie eine Empfehlung für Fiston Mwanza Mujilas Debütroman "Tram 83". Süddeutsche und taz lesen Zora del Buonos ernsthaften Campus-Roman "Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt". Die FR findet nach Lektüre "Die Dämmerung der Steppengötter", dass Ismael Kadare den Nobelpreis durchaus verdient hätte.

Vom Nachttisch geräumt

Vom Westhimmel kam ich her

22.12.2016 Chinas Drang nach Westen, Diors Drang nach Schönheit, der Drang der Fotografie nach Schwarzweiß - Arno Widmann hat Bücher vom Nachttisch geräumt.

Freitag, 23.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Und Jesus wippt mit der Dornenkrone

23.12.2016 Der Standard betrachtet die weibliche Perspektive der französisch-amerikanischen Experimentalfilmerin Babette Mangolte. Die FAZ erfreut sich über Weihnachten an Winnetous idealer Nacktheit. Die taz feiert eine Compilation mit deutschsprachiger Kirchenrockmusik aus den Siebzigern als sensationell tanzbar. Und das Blog Fandor stellt seine liebsten Videoessays 2016 vor.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ohne Verdacht auf ein Verbrechen

23.12.2016 Die Debatte über den Berliner Anschlag intensiviert sich. Wo die einen mit Überraschung ihre eigene emotionale Taubheit wahrnehmen, nehmen andere, wie Timothy Garton Ash im Guardian, den Anschlag in die Reihe Madrid, London, Paris, Nizza auf. Auch über die Sicherheitsbehörden muss diskutiert werden, meint die FAZ, und die Welt fordert entschiedene Worte der Politik gegen den Terror.  Außerdem: Die SZ erklärt, warum allüberall jetzt nicht mehr Demokratie, sondern mehr Republik gefordert ist. Und der Guardian reist auf den Todesstern der Überwachungsgesetze.

Medienticker

Kann & darf man ja machen

23.12.2016 Aktualisiert: Die Wahrheit ist: Wie unser "Was wir wissen" entsteht - Skandalisierung: Wenn Journalisten den Erfolg von Polizeiarbeit riskieren - Kai Diekmann über die Zukunft des Journalismus - "Niemand hat das Recht auf eigene Fakten": VDZ-Chef zieht Bilanz und sorgt sich um Paid-Content - Zum Glück keine Badehosen. Jochen Jung über Buchgeschenke + In memoriam: Heute vor fünfzig Jahren starb Heimito von Doderer.

Bücherschau des Tages

Barmherziger Beobachter

23.12.2016 Als einen Mix aus Schelmenroman und Volksmärchen mit feministischem Dreh preist die begeisterte SZ Céline Minards Roman "So long, Luise". Bewegt und beeindruckt liest die NZZ Bi Feiyus Roman "Sehende Hände" über blinde Masseure in China und Ernst Burrens Mundartroman "Dr Chlaueputzer trinkt nume Orangschina". Die FAZ staunt, wie es Carel van Schaik und Kai Michel in ihrer Studie "Das Tagebuch der Menschheit" gelingt, die Bibel für die Evolutionsbiologie nutzbar zu machen.

Samstag, 24.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Erstaunen im Kleinen, Lebensumsturz im Großen

24.12.2016 In der NZZ lässt sich Brigitte Kronauer überraschen. Der Tagesspiegel wirft im Münchner Haus der Kunst einen Blick auf die kosmopolitische Moderne der Nachkriegsweltkunst. In der taz erinnert sich Jutta Voigt an das süße Leben der DDR-Boheme und Doris Akrap an das ätzend enge Leben ihrer Arbeiterfamilie. Die Spex diskutiert über Pop als Ersatzreligion. 

9punkt - Die Debattenrundschau

Genaues Hinschauen

24.12.2016 Es sind doch ganz einfache Fragen, die jetzt zu stellen sind, schreibt Eva Quistorp im Perlentaucher. Zum Beispiel haben die Opfer des Berliner Massakers ein Recht zu erfahren, warum der Breitscheidplatz nicht besser geschützt war. In Zeit online diagnostiziert Kersten Augustin eine eigenartige Fühllosigkeit an sich. Viel mehr Angst hat er von den "rechten Profiteuren der Terrorangst".  Die FAZ hat einen Trost: Noch mehr Tote als die Religionen haben die Ersatzreligionen produziert.  Trotz allem: Frohe und geruhsame Feiertage wünscht auch das Perlentaucher-Team!

Bücherschau des Tages

So voller Komik, Erhabenheit, Fantastik, Verfressenheit

24.12.2016 Die NZZ feiert Gergely Peterfys historischen Roman "Der ausgestopfte Barbar" als Parabel auf die heutige Zeit. Die FAZ lässt sich von Jörg Rüpke in die Geschichte der römischen Religionen entführen. Die FR amüsiert sich prächtig mit Hilary Mantels Satire "Im Vollbesitz des eigenen Wahns". Auch die SZ erliegt, wie schon Arno Widmann im Perlentaucher, dem Charme von Wu Cheng'ens klassischem chinesischen Roman "Die Reise in den Westen".

Essay

Eine einfache Frage

24.12.2016 Hört auf mit den Trauerfloskeln: Eine der Debatten, die nach dem Berliner Attentat zu führen sind, ist die schlichte Debatte, ob es überhaupt ein Sicherheitskonzept für den Breitscheidplatz gegeben hat. Dass Weihnachtsmärkte im Visier der islamistischen Terroristen stehen, war doch längst bekannt. Und der Platz um die Gedächtniskirche ist ein symbolischer Ort. Gerade die Opfer des Anschlags haben einen Anspruch auf Aufklärung.

Dienstag, 27.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Schweiß, Tränen, Machismo

27.12.2016 Die Feuilletons trauern über George Michael, den Meister des Eklektizismus und traurigsten Rebellen der achtziger Jahre. Die NZZ erkundet Humanismus und Sadismus in Giacomettis Skulpturen. Die Jungle World besucht das queere Filmfestival Uganda. Und die Welt erlebt in München ein ruhmvolles Stück sowjetischer Panzerknackerästhetik.

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine hohle Abschiedsgeste

27.12.2016 Tablet wundert sich, dass ausgerechnet Neuseeland eine Resolution gegen die die Siedlungspolitik Israels einbrachte: Es hat mit seinem Settlement Act vor 153 Jahren zuhause jede Zweistaatenlösung verhindert. Die SZ findet sowohl den Zorn Netanjahus als auch die amerikanische Enthaltung bei der UN-Resolution heuchlerisch, die Welt kritisiert Frank-Walter Steinmeiers Eintreten für die Resolution. Der Guardian staunt über die Kolonialismus-Ausstellung im Deutschen Historischen Museum: So was hat Britannien noch nie hingekriegt. Die NZZ ist traurig: Die Apps sind der Tod des Flaneurs.

Medienticker

Globalisierung des Horizonts

27.12.2016 Digitale Nutzung von Texten an Hochschulen: Verlage begrüßen Arbeit an fairem Abrechnungsmodell - Sechziger-Jahre-Roman: Gespräch mit Birgit Vanderbeke -  Der Kommissar als Poststrukturalist: Aufschlag John McEnroe, Return Roland Barthes  - Über die Zeit: Christoph Ransmayr im Gespräch - Neue Rechte in den USA: "Kulturmarxismus" als ideologischer Kampfbegriff + Nachruf: Status Quo Gitarrist Rick Parfitt ist tot.

Bücherschau des Tages

In der Simulation gefangen

27.12.2016 Die NZZ verliert sich in Hans Christoph Buchs autobiografischem Familienroman "Elf Arten, das Eis zu brechen". Die FR liest den Briefwechsel von Nelly Sachs und Hilde Domin. Die taz lernt aus Claus Peymanns "Mord und Totschlag" mehr über den Wandel der Formen und Inhalte auf dem Theater als irgendwo sonst. FAZ und SZ besprechen Kinder- und Jugendbücher, darunter die funkelnden schrägen Reimgeschichten Annie Schmidts.

Mittwoch, 28.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Unerhörte Pupperlwirtschaft

28.12.2016 Der Standard bewundert in einer fantastischen Schau in Wien die Werke dilettantischer Hofratstöchter. Die NZZ beklagt, dass kaum arabische Gegenwartsliteratur ins Deutsche übersetzt wird. Die SZ bricht eine Lanze für die Gier als ekstatisches Moment der Erkenntnis. Die taz besucht die verödeten Baustellen westlicher Museen in den Arabischen Emiraten. Und mit Variety trauern alle um die im Mondlicht ertrunkene Carrie Fisher.

9punkt - Die Debattenrundschau

Wir sind im Grunde genau so wie diese Roboter

28.12.2016 Im Tages-Anzeiger analysiert Anne Applebaum die Ideologie des Rechtspopulismus und kommt zu einer düsteren Prognose für Europa. Das "Postfaktische" wurde nicht erst jetzt erfunden, denn es gab keine selige Zeit von verantwortungsvollen Medien und Politikern, meint die Presse. taz und golem.de diskutieren über Videoüberwachung. Correctiv.org startet eine Serie über die Medien der "neuen Rechten".  Und der kulturpolitische Coup der Teheran-Ausstellung, mit der Schönwetter in der Iran-Politik geschaffen werden sollte, ist laut Tagesspiegel schmählich gescheitert.

Medienticker

Neu war immer nur das Alte

28.12.2016 Raus aus der Beschleunigungsspirale: Vom schmalen Grat der Terrorberichterstattung - Start für Hacker-Treffen: 33. Chaos Communication Congress in Hamburg - Privatsphäre ade: Google zeichnet alles auf, was Sie sagen - Der Autor & sein Mentor: Gespräch mit Saša Stanišić - Vor 150 Jahren erschien Dostojewskis "Verbrechen und Strafe" bzw. "Schuld und Sühne" - Ist der Pop jetzt tot? Das traurige Jahr 2016 + Nachruf: "Watership Down"-Autor Richard Adams ist tot.

Bücherschau des Tages

Realienkunde

28.12.2016 Die NZZ reist mit Tierno Monenembo von Guinea nach Kuba und hebt ein Glas Rum auf Havannas Schlitzohren, Milizionäre und schöne Frauen. In Kurt Steinmanns Übertragung liest sie die "Orestie" von Aischylos auch als politisches Drama über den Weg von der Oligarchie zur athenischen Demokratie. Die SZ begreift mit Dieter Hoffmann-Axthelm das Dilemma der modernen Individualisierung. Und die FAZ preist jetzt auch und in höchsten Tönen Wu Cheng'ens anarchistischen Roman-Klassiker "Die Reise in den Westen".

Donnerstag, 29.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Alle moderne Kunst ist Reflexionskunst

29.12.2016 Die Filmkritiker feiern Whit Stillmans Adaption von Jane Austens Briefroman "Lady Susan" als gelungene Mischung aus Screwball-Komödie und Austens Bissigkeit. Die SZ fragt: Wann erlischt das Urheberrecht an einem Schauspielerkörper? Der Welt imponiert der kalte Blick Arnold Gehlens auf die moderne Kunst. In der Zeit schildert Max Goldt den Interessenkonflikt zwischen Leser und dem Autor. Die Berliner Zeitung blickt zurück auf das politischste Jahr in der Popmusik seit langem. Und Debbie Reynolds ist nur einen Tag nach ihrer Tochter Carrie Fisher gestorben.

9punkt - Die Debattenrundschau

Hoffnung ist schädlich

29.12.2016 Lasst alle Hoffnung fahren, ruft der Miklos Haraszti in der Washington Post den Amerikanern unter Donald Trump zu. Als Ungar hat er Erfahrung. Keine Steuern auf Links! Die Europaparlametarierin Julia Reda warnt vor dem vergifteten Erbe des EU-Digitalkommissars Günther Oettinger. In der Welt sucht Asiem El Difraoui das Bündnis mit liberalen Kräften im arabischen Raum. Und der Schuldige am Aufstieg des Rechtspopulismus ist gefunden: Es ist die Sozialdemokratie, die ein Bündnis mit dem Neoliberalismus einging, meint Sighard Neckel in der taz.

Medienticker

Selbst-BeSpiegelung

29.12.2016 Aktualisiert: Verunsicherte Gesellschaft: Das Phänomen Populismus - 33C3-Diskussionen: Wie umgehen mit der Sprache der Populisten & Streit bei Wikipedia - Prozesse oder Nichts ist gut in der Türkei:  Asli Erdogan & pro-kurdische Publizisten vor Gericht - Zum 70. Jubiläum: Spiegel-Eigen-PR-Feuerwerk - Arabisches? Kein Interesse: Arabische Literatur auf dem deutschen Buchmarkt - Weihnachtsgeschäft: Buchbranche feiert ein Umsatzplus von 1,4 Prozent + Vorgespult: Jane Austen mit Biss & einer Zukunftsgeschichte.

Bücherschau des Tages

Mikrosensibilitäten

29.12.2016 Die Zeit nimmt einen Aprikosencocktail mit Sarah Bakewell im Café der Existenzialisten. Die Welt vertieft sich in die "Zeit-Bilder" Arnold Gehlens. Die FAZ lernt den Furor jugendlicher Liebe kennen in Naira Gelaschwilis Roman "Ich bin sie". Die FR amüsiert sich mit Tana Frenchs Krimi "Gefrorener Schrei".

Im Kino

Ein Gangster, eine Stimme

29.12.2016 Zum Jahresabschluss fünfmal Kino (noch) außerhalb deutscher Verleihrelevanz: Tod in einem Gipsgefängnis, blutiger Gangsterpopulismus, ein gefährlicher Park, die Bewegungen des Geldes - und eine bruchlos-meisterliche Tolstoi-Adaption.

Freitag, 30.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Der Fünfte im Bunde

30.12.2016 Selbst die deutsche Filmförderbürokratie kann nicht alle Meisterwerke verhindern, freut sich der Freitag mit Blick auf die deutschen Highlights von 2016. Die Berliner Zeitung plädiert dafür, zugunsten der Schauspieler die Intendanten zu entmachten. Die NZZ macht sich Gedanken, wie sich Metropolen in den nächsten Jahrzehnten auf den Zuzug von 2,5 Milliarden Menschen vorbereiten könnten. Und die taz stellt die Hardcore-Veteranen Chicagoer Hispanic-Punkband Los Crudos vor.

9punkt - Die Debattenrundschau

Prozess der Auflösung

30.12.2016 Im Guardian fürchtet der wegen des Anschlags in Berlin falsch verdächtigte Naveed Baloch um seine Familie in Belutschistan. Kein Verbot halbautomatischer Sturmgewehre in Europa - die Waffenlobby hat gesiegt, klagt in der FAZ Roman Grafe. Die taz fordert eine europäische Plattform für Gesundheits-Apps. Die NZZ untersucht das toxische Erbe des Front National.

Medienticker

Erdungen eines Luftgeistes

30.12.2016 Aktualisiert: Blattgold: Zeitungsgeschichte - Breaking News: Was wir wissen oder gerade für nicht ganz unwahrscheinlich halten - Hacker-Kongress. Keine Hoffnung auf Schutz der Privatsphäre & Hacker fühlen Threema sowie Amazons Cloud auf den Zahn - Wolfram Schütte über Arno Schmidt mit Bild & im Text - Kein Auslaufmodell: Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten - Jazz und plattdeutsche Lieder: Knut Kiesewetter ist tot + Zum 70. Geburtstag von Marianne Faithfull: Supergroupie, Superwoman.

Bücherschau des Tages

Humus des Bösen

30.12.2016 Die musikalische Prosa von Fiston Mwanza Mujila gehört nicht gelesen, sondern rezitiert, schwärmt die FR über den Roman "Tram 83". Die SZ liest die Lebenserinnerungen von Oskar Negt als Demonstration eines Aufbruchs ins Angstfreie. Die Welt begibt sich mit Peter Temples Krimi "Die Schuld vergangener Tage" auf eine Nachtfahrt durch Korruption, Gier und sexuelle Perversionen. Und die FAZ schwelgt mit dem von Reinhard Klimmt und Patrick Rössler herausgegebenen Band "Reihenweise" in der Taschenbuchkultur der Fünfziger.

Samstag, 31.12.2016

Efeu - Die Kulturrundschau

Paradigmenwechsel des Sitzens

31.12.2016 Das Vulgäre ist gesellschaftsfähig geworden, lernt die NZZ im Londoner Barbican. Ebenfalls in der NZZ gewährt César Aira Einblick in seinen Schreibprozess. Das Möbeldesign ist im Neowattezismus angekommen, konstatiert die SZ. Im Museum Berggruen staunt sie außerdem über die faszinierenden Verbindungen zwischen den Gemälden von George Condo und den Meisterwerken der Moderne. Juan S. Guse interpretiert für die FAZ UN-Resolutionen als literarisches Großprojekt. Und die taz beschwört noch einmal die Toten von 2016.

9punkt - Die Debattenrundschau

Mit allergrößter Liebenswürdigkeit

31.12.2016 Die Welt meint zum Abschluss des Jahres: So schlimm war 2016 gar nicht. In der NYRB bangt Masha Gessen erst richtig für 2017: Denn weder Trump noch Putin haben einen Begriff von Zukunft. In der NYTimes erinnert James Risen daran, dass es Barack Obama war, der die Verfolgung von Journalisten und Whistleblower eröffnete. In der Berliner Zeitung betont Peter Glaser: Digitale Kontrolle löst nicht unsere sozialen Probleme. In der taz erinnert der Soziologe Armin Nassehi an die Kölner Silvesternacht und ruft die Linke auf, die negativen Folgen von Migration nicht zu verschweigen. Die SZ lernt, zu alledem ganz tanzstundenhaft zu lächeln.

Bücherschau des Tages

Habituelle Absonderlichkeiten

31.12.2016 Mit großem Gewinn liest die NZZ die Romane "Eine Liebe im Kaukasus" von Alissa Ganijewa und "Wir sehen uns am Meer" von Dorit Rabinyan. Die FR lässt sich von Sarah Bakewell zu Sartre, Camus & Co ins "Café der Existenzialisten" laden. Und die Welt rät zu, den russischen Romancier Andrej Platonow zu entdecken: in seinem Hauptwerk "Die Baugrube" und in der kundigen Biografie von Hans Günther.

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