Samstag, 01.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
01.03.2025 Der in diesen Dingen nicht unbegabte Donald Trump hat die obszönste Szene seiner Karriere produziert - wir bringen erste Reaktionen auf den Eklat im Weißen Haus. Schon vor dieser Szene wusste der in der FAS schreibende ukrainische Historiker Jurko Prochasko: Selenski und Europa haben es nun mit zwei "entsetzlichen Jokern der Apokalypse" zu tun. Die Szene "hätte von Putin selbst inszeniert sein können, und vielleicht war sie das auch", schreibt Garri Kasparow auf Twitter.
Efeu - Die Kulturrundschau
01.03.2025 Die entsetzte FAZ lernt aus Sergei Loznitsas Doku "Die Invasion" (Arte), was russische Besatzung für die Ukraine bedeutet. In der FAS fragt Hito Steyerl: Wie kriegt man die Kunstfreiheit in die Kunst zurück? Die Welt geht mit der Künstlerin Leiko Ikemura eine Häsin gießen. Die Theaterkritiker liegen Stefanie Reinsperger zu Füßen, die in Dušan David Pařízeks Inszenierung von Brechts "Heiliger Johanna der Schlachthöfe" den Großkapitalisten Mauler gibt. Die Welt staunt außerdem, wie gut Brecht mit Ayn Rand zusammengeht. Der Abend ist nichts für Freunde veganen Theaters, warnt die SZ.
Bücherschau des Tages
01.03.2025 Die FR begibt sich mit Nadja Küchenmeister auf den "Großen Wagen" und reist in eine Welt, in der die Liebe vergeht, aber in dreizeiligen Versen besungen wird. Welt, FAS und SZ lesen nach langem Erwarten Chimamanda Ngozi Adichies neuen Roman "Dream Count" - die Welt ist begeistert, aber die SZ nur mittel. Die taz sagt mit Sergej Lebedew und vielen Autoren der russischen Opposition deutlich "Nein!"
Montag, 03.03.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
03.03.2025 Die Oscars bieten einige Überraschungen: Sean Bakers Independentfilm "Anora" über eine Sexarbeiterin, die sich von einem Russen nichts bieten lässt, ist der klare Gewinner: "Die Amerikaner sind offenbar begeistert davon, dass sich endlich mal jemand gegen einen mächtigen Russen behauptet", meint Moderator Conan O'Brien. "Falls die Russen kommen: Wir sind vorbereitet", warnt der estnische Schriftsteller Paavo Matsin beim Internationalen Literaturfestival Odessa, wie die SZ berichtet. Die FAZ schult in Remagen ihre Wahrnehmung mit den Nebelschwaden von Axel Hütte. taz und SZ erschrecken angesichts der Aktualität von Jette Steckels "Mephisto" in Hamburg.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.03.2025 Die Zeitungen beginnen erst auf den Eklat im Weißen Haus zu reagieren. Trump hat nicht nur die Ukraine und Europa, sondern auch die Idee des Westens fallen gelassen, meint Welt-Autor Thomas Schmid. Der Krieg, den wir alle verhindern wollen, hat längst begonnen, schreiben Daniel Cohn-Bendit und Claus Leggewie in der taz. Der kanadische Historiker Michael Ignatieff hofft in Prospect, dass der Bruch einen heilsamen Schub für Europa bringt. So sieht das auch Hubert Wetzel in der SZ. In der Financial Times skizziert Nobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk einen möglichen Frieden, der allerdings von Trumps Vorstellungen diametral abweicht.
Bücherschau des Tages
03.03.2025 Natasha Browns Roman "Von allgemeiner Gültigkeit" zeichnet ein ziemlich hässliches Bild des aktuellen Journalismus - die SZ findet ihn aber prima. Weniger anfangen kann sie mit Pankaj Mishras obsessiven Holocaust-Vergleichen à la façon des Postkolonialismus in "Die Welt nach Gaza". Da begleitet sie lieber mit Marco Ploliti Franziskus ans Ende seines Pontifikats. Die FAZ seziert auf der Krimiseite Frauenleichen an der Grenze zu Dänemark. Die FR bespricht neue Rilke-Biografien.
Dienstag, 04.03.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
04.03.2025 Nachlese zu einem ziemlich braven Oscar-Abend: Niemand zeigte Zähne, seufzt Zeit Online. Fürchtet die Filmszene Trumps Rache, fragt die NZZ. Kamel Daoud überlegt in Le Point, weshalb sich so wenige algerische Schriftsteller für Boualem Sansal aussprechen: "Man darf ihn nicht unterstützen, weil man riskiert, im Namen der angeblichen Befreier Palästinas gelyncht zu werden." Der Tagesspiegel blickt in Eberswalde auf Federzeichnungen von Lea Grundig auf das Wüten der Nazis. Und die Theaterkritiker bewundern, wie Jan Bosse mit Ayad Akthar in Wien KI auf die Bühne bringt.
Magazinrundschau
04.03.2025 Warum hat es Trump so eilig, Putin seine Loyalität zu beweisen, fragt Garri Kasparow in The Atlantic. Wie eine Hilfshyäne tanzt Trump um die Ukraine herum, um Putin zu gefallen, notiert auch HVG. Helen Sullivan schickt der London Review of Books eine große Reportage über illegalen Goldabbau in Südafrika und stößt auch hierauf die Spuren Russlands. David Leonhardt fährt für das NYT Magazine nach Dänemark und fragt: Gibt es eine progressive Art, Migranten an der Grenze abzuweisen?
9punkt - Die Debattenrundschau
04.03.2025 "Ich glaube ja, Europa wird bald im Krieg mit Russland sein", meint Richard Sennett in der FR. Es wird wohl kein Atomkrieg, beruhigt er, "aber ich glaube, dass ganz Europa innerhalb eines Jahres gegen Russland kämpfen wird - in der Ukraine". Auch Heinrich August Winkler macht in der FAZ keine halben Sachen: Das Jahr 2025 dürfte zur tiefsten Zäsur der Weltgeschichte seit 1945 werden. Wird Selenski Trump durch eine Entschuldigung im Anzug milde stimmen können, fragt die taz.
Bücherschau des Tages
04.03.2025 Die FAZ blickt mit dem Regisseur Volker Heise auf die Chronik der Not und der Heimatlosigkeit im Jahr 1945. Dank Dirk Stolper lernt sie nicht nur Eichmann-Anwalt Robert Servatius kennen, sondern erfährt auch, wie Eichmanns Äußerungen in der Öffentlichkeit vermarktet wurden. Die NZZ begibt sich mit Ricarda Messner auf familiäre Spurensuche in Riga. Die SZ liest gebannt, wie Christina Hernandez ihr vom Bau des Panama-Kanals erzählt. Die Welt lässt sich von Nils Emmerichs Heiner Müllers Werk anhand von dessen „Bildmaschine“ erschließen. Und der Dlf empfiehlt Karl-Markus Gauss’ „Essays wider den Judenhass“.
Mittwoch, 05.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
05.03.2025 Im Guardian ist die ukrainische Journalistin Nataliya Gumenyuk wenig zuversichtlich, dass die Ukraine der US-Regierung nach Unterzeichnung des Deals überhaupt trauen kann. Es ist an der Zeit, dass Westeuropa in Sachen Sicherheit und Verteidigung reif wird, rufen die polnischen Soziologen Karolina Wigura und Jarosław Kuisz ebenfalls im Guardian. In der FR erinnert der französische Journalist Régis Genté, wie reiche Russen Trump seit den Achtzigern aufbauten. Und auch im digitalen Raum spielen Trump und die US-Regierung nun im "Team Putin", konzediert die FAZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
05.03.2025 Der taz wird in einer Istanbuler Ausstellung von Ahmet Güneştekin das Dilemma politischer Pop-Art vor Augen geführt: Kritische Ideen, gefällige Umsetzung. Eher um nichts als um alles geht es in Bong Joon-hos Science-Fiction-Spektakel "Mickey 17", ärgert sich die NZZ. Der Standard macht sich auf zum Theater an der Ruhr, wo mutige Theatermacher Pasolini gegen rechte Scharfmacher in Stellung bringen. Amerikanische Filmproduzenten schauen nur aufs Geld, meint Horrorfilmregisseur Tilman Singer in einem Roundtable-Gespräch auf critic.de - und findet das gar nicht mal so schlecht.
Bücherschau des Tages
05.03.2025 Die FAZ lässt sich von António Lobo Antunes' bildgewaltigem Bewusstseinsstrom mitreißen, der von der portugiesischen Gegenwart bis zum Aufstand der Baixa do Cassanje in Angola 1961 reicht. Die FR träumt, lebt und plaudert mit Chimamanda Ngozi Adichies Heldinnen in New York. Die NZZ verbringt eine schauerliche "Frühlingsnacht" mit Tarjei Vesaas. Und die SZ verfolgt in Annegret Liepolds Roman "Unter Grund" das Abdriften einer Teenagerin ins rechtsextreme Milieu.
Donnerstag, 06.03.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
06.03.2025 Der Tagesspiegel lauscht den stummen Botschaften von Pilzen, die Shu Lea Cheang durchs Münchner Haus der Kunst sendet. Die SZ weiß: Seit 2022 wusste man in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, welche Werke restituiert werden müssten. Gelungener Protest oder hohler Ketamin-Rave? Die Zeit klatscht Beifall, wenn Anne Imhof Teenager gegen Trump auf SUVs toben lässt. Mehr ist nicht drin?, fragt dagegen bestürzt Hyperallergic. Die taz klärt Trump, der dem Land klassische Architektur verordnet, über Repräsentationen von Macht auf. Die Zeit trifft sich mit Christian Kracht in Kalkutta.
9punkt - Die Debattenrundschau
06.03.2025 Die Demokratie in den USA ist noch nicht am Ende, ruft Anne Applebaum im Tagesspiegel-Gespräch. In der Welt fragt sich der Philosoph Haziran Zeller hingegen, ob der Kampf zwischen amerikanischer Verfassung und Populismus nicht doch schon verloren ist. Europa hat keine andere Wahl, als massiv aufzurüsten, warnt Joschka Fischer in der Zeit. Die FR dokumentiert Elon Musks Kampf gegen Wikipedia. Der Politikwissenschaftler Nicholas Cheeseman blickt im NZZ-Interview nach Afrika, wo ein demokratischer Frühling bevorstehen könnte. Und der Perlentaucher wird jetzt archiviert!
Bücherschau des Tages
06.03.2025 Die FAZ erkundet mit Gabriela Wieners Roman "Unentdeckt" eine sehr persönliche, vom Kolonialismus zwischen Wien und Peru geprägte Familiengeschichte und einen Dreier. Die FR begeistert sich für Florentine Anders' "Die Allee", ebenfalls eine als Roman erzählte Familiengeschichte des DDR-Architekten Hermann Henselmann. Der Dlf trifft in Fann Attikis "Cave 72" junge Rebellen in einer Bar in Brazzaville. Die Zeit muss erst nach Kalkutta, bevor sie was - sehr Positives - zu Christian Krachts neuem Roman "Air" sagen kann.
Freitag, 07.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
07.03.2025 "Auch Amerika erfährt nun, dass eine demokratische Verfassung Demokraten braucht", konstatiert die FAZ mit Blick auf die Schleifung der Institutionen durch die Trump-Satrapen. Morgen ist Tag der Frau, die taz bringt eine ganze Frauen-taz und macht klar, dass "Pink Globalization" keine gute Sache ist. Die FAZ greift die Geschichte der ukrainischen Reporterin Victoria Roshchyna auf, die von den Russen zu Tode gefoltert wurde. In der Welt erklärt Philip Manow, warum ein Bündnis zwischen CDU und AfD auszuschließen ist.
Efeu - Die Kulturrundschau
07.03.2025 Ziemlich entsetzt ist der Historiker Michael Wolffsohn in der NZZ über Yuval Abrahams und Basel Adras Doku-Film "No Other Land": Zu einseitig ist ihr die propalästinensische Darstellung. Der Tagesspiegel reist nach Amsterdam, um den 80. Geburtstag des "notorischen Ruhestörers" Anselm Kiefer zu feiern. Und alle trauern um den Musiker Roy Ayers. Der Geiger Christian Tetzlaff erklärt im Podcast von Backstage Classical, warum Amerika künftig auf ihn verzichten muss.l
Bücherschau des Tages
07.03.2025 Als große Wiederentdeckung feiern Dlf und Dlf Kultur die Erzählungen der Isländerin Ásta Sigurdardóttir, die zwischen Nahaufnahme und Totale changierend über Gewalt, Armut und Mühsal schreibt. Mit Margaret Atwoods kauzigen Heldinnen schmiedet Dlf Kultur außerdem Rachepläne gegen patriarchalen Strukturen des Wissenschaftsbetriebs. Der Dlf unterzieht mit Jochen Helbeck Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion einer Revision. Die FAZ lernt von Hans Hugo Klein, dass Goethe kein großer Freund der Pressefreiheit war. Und die Welt blickt mit Florentine Anders ganz nüchtern auf die DDR.
Samstag, 08.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
08.03.2025 In der SZ denkt Herfried Münkler über eine Umorganisation der EU nach, deren Ausgangsbasis das Weimarer Dreieck ist. Auf Zeit Online fordert Robert Reich, Ex-Minister unter Bill Clinton, Europa auf, die USA gemeinsam mit anderen Nationen zu isolieren. Im Guardian schlägt der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz vor, in Europa eingefrorenes russisches Staatsvermögen in die Verteidigung der Ukraine zu investieren. In der FAS blickt der Literaturwissenschaftler Adrian Daub auf die Zensur an amerikanischen Unis.
Efeu - Die Kulturrundschau
08.03.2025 Die Welt berichtet vom Solidaritäts-Abend für Boualem Sansal, bei dem Kamel Daoud mit wenig Hoffnung auf die Situation seines Freundes blickte. Die FAZ verneigt sich bei Thomas Ostermeiers Londoner Inszenierung von Anton Tschechows "Die Möwe" vor Cate Blanchetts Performance als alternder Diva. Zeit Online ärgert sich, dass RaMell Ross' geniale Verfilmung von Colson Whiteheads Roman "Nickel Boys" von der Filmwelt größtenteils ignoriert wurde. Die Musikkritiker feiern außerdem das neue Album der "Königin des Nonsens" Lady Gaga.
Bücherschau des Tages
08.03.2025 Die FR wird hellwach, wenn ihr Oleksandr Irwanez in seinem fulminanten Roman "Pralinen vom roten Stern" von einer geteilten Urkaine erzählt. Außerdem schlägt Willi Achten sie mit seinem Roman "Die Einmaligkeit des Lebens" über zwei Brüder, die auch im Angesicht des Todes zusammenhalten, in den Bann. Die FAZ lernt mit der Anthologie "Irrschweifen und Lachen" die bunten Facetten der karibischen Literatur kennen. Und die SZ staunt, wie Herfried Münkler in seinem neuen Buch "Macht im Umbruch" das Weltgeschehen voraussagt.
Montag, 10.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
10.03.2025 Warum Pazifismus nicht funktioniert, bringt der Essayist Wolfgang Matz in der FAZ am Beispiel Simone Weils in Erinnerung. Die Historiker Agnieszka Pufelska und Felix Ackermann erklären bei geschichtedergegenwart.ch, was "Postpreußen" ist. In den Zeitungen wird diskutiert, ob die Ukrainer kriegsmüde sind. Beim RBB erklärt Claus Leggewie, warum sich Algerien obenauf fühlt. Mit Schrecken hört Le Monde bei den proputinistischen Medien der "Bollosphère" rein.
Efeu - Die Kulturrundschau
10.03.2025 Die FAZ erschauert abwechselnd vor Lust und vor Grauen, wenn Joana Mallwitz Ravels "La Valse" bei den Berliner Philharmonikern in den Abgrund führt. Die taz spürt göttliche Kräfte in Emanuel Gats Tanzstück "Freedom Sonata" am Haus der Berliner Festspiele. Im Perlentaucher stellt Angela Schader die amerikanische Autorin Sarah Bernstein vor, die die Frage nach dem Zusammenleben europäischer Juden und Nichtjuden im Schatten der Shoah stellt. Sieglinde Geisel und Marc Reichwein antworten außerdem auf die Perlentaucher-Kritikerumfrage.
Bücherschau des Tages
10.03.2025 Die SZ sucht mit Janosch Schobin einen Weg aus der postmodernen Einsamkeit. Die Welt lernt bei Douglas Rushkoff, wie sich die reichsten der Reichen auf den Weltuntergang vorbereiten. Die FR lässt sich von Christopher Kopper das Leben der kommunistischen Widerstandskämpferin Olga Benario erzählen. Die taz springt mit Bea Davis in "Super-GAU" zwischen Fukushima und dem Kotti in Berlin hin und her. Dlf untersucht mit Anna Lowenhaupt Tsing die "Friktionen" zwischen Einheimischen und Profitjägern im Regenwald von Borneo.
Dienstag, 11.03.2025
Magazinrundschau
11.03.2025 Bis jetzt wurde das 21. Jahrhundert von niemandem so geprägt wie von Wladimir Putin, konstatiert - wenn auch ungern - The Atlantic. Donald Trumps Behandlung Selenskis erinnert Timothy Snyder in Desk Russie stark an den Antisemitismus der Sowjets. Das Institute for the Study of Contemporary Antisemitism belegt ein frühes Bedürfnis, Israel Genozid vorzuwerfen. KI ist eine Stimme für die Arschlöcher, schimpft The Baffler, der ihre Anwendung im Film kategorisch ablehnt. Die BBC warnt vor den Folgen von Verwandtenehen. Der New Yorker lernt einiges über die Briten in einem Buch über die Große Hungersnot in Irland.
9punkt - Die Debattenrundschau
11.03.2025 Im taz-Gespräch zeichnet der Guardian-Journalist Luke Harding Trumps Russlandliebe seit 1987 nach. Der amerikanische Politologe Jeffrey Kopstein skizziert indes bei SpOn, wie Trump den Rechtsstaat aushöhlt und ein patrimoniales Regime errichtet. Das hätte der Westen verhindern könnten, seufzt Herfried Münkler ebenfalls bei SpOn. In der FAZ wirft der Althistoriker Egon Flaig der Ukraine vor, eine "postheroische Gesellschaft" zu sein. In Estland nähen alte Damen derweil bereits Uniformen für Soldaten, weiß der estnische Komponist Jüri Reinvere in der FAZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
11.03.2025 Der Perlentaucher veröffentlicht Thierry Chervels Interview mit Kamel Daoud, der mit ihm über die fatale Situation seines Freundes Boualem Sansal und die Machtdemonstrationen des algerischen Regimes gesprochen hat. Die FAZ erkennt dank Isa Genzken im Frankfurter Liebieghaus, dass die Gottkönigin Nofretete mit Sonnenbrille sogar noch eleganter ausgesehen hätte. Jungle World widmet Hirokazu Koreedas feinsinniger Mini-Serie "Asura" über ein japanisches Kleinfamilien-Chaos endlich die verdiente Aufmerksamkeit.
Bücherschau des Tages
11.03.2025 Die SZ wird vom "planetaren Magnetsturm" in Christian Krachts neuem Roman "Air" mitgerissen. Im besten Sinne beunruhigend findet die FAZ Vigdis Hjorths neuen Roman "Wiederholung". Außerdem macht sie sich mit den Essays des französisch-jüdischen Intellektuellen Vladimir Jankélévitch Gedanken über den "Geist des Widerstandes". Die FR kämpft mit Heike Geißler gegen die "Verzweiflungen" der Gegenwart. Und Dlf flaniert mit Hugo Lindenbergs Protagonist durch Paris, bis dieser jäh von seiner Vergangenheit eingeholt wird.
Mittwoch, 12.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
12.03.2025 Im SpOn-Gespräch fragt sich Michail Chodorkowski, ob Trump nach den Verhandlungen mit der Ukraine den Friedensnobelpreis bekommen wird, oder ob Putin jetzt erst recht weiter angreift - und zwar nicht nur die Ukraine. Während Slavoj Zizek (SZ) und Sönke Neitzel (FR) zu Aufrüstung und Wehrpflicht aufrufen, rät Ilija Trojanow mit Blick auf Russland zu Nüchternheit: Zusammen sind die europäischen Nato-Staaten stärker als Russland, rechnet er vor. "Wir leben in einer digitalen Besatzungszone", konstatiert die FAZ angesichts der Abhängigkeit von US-Digitalmedien. In der FR verteidigt Aleida Assmann die Demonstrationen gegen rechts gegen Angriffe durch die CDU.
Efeu - Die Kulturrundschau
12.03.2025 Der Perlentaucher resümiert seine Kritikerumfrage zur deutschen Gegenwartsliteratur: Aus einem breit gefächerten Feld ragt Emine Sevgi Özdamar heraus. Ein Keith-Jarrett-Film ohne Keith-Jarrett-Musik: Regisseur Ido Fluk erzählt in seinem neuen Film vom legendären "Köln-Concert" des Pianisten - der leider die Rechte zu den Aufnahmen seines Spiels nicht freigibt, berichtet critic.de. Der Standard freut sich darüber, dass die Band Burning Hell in ihrem neuen Album alles und jeden unterbringt - von Baudrillard bis Klimawandel.
Bücherschau des Tages
12.03.2025 Die Kritiker stürzen sich auf Martin Mosebachs neuen Roman "Die Richtige", der das Verhältnis zwischen Künstler und Modell in den Blick nimmt: "Böse aber realistisch", urteilt die FR, ein geradezu meisterhaftes Porträt des Kunstbetriebs bejubelt die NZZ. Die FAZ empfiehlt Johan Harstads Roman "Unter dem Pflaster liegt der Strand". Die SZ vertieft sich in die Neuedition von Stefan Zweigs unvollendetem Roman "Clarissa", der sie unangenehm an die Gegenwart erinnert. Dlf Kultur lernt von Everett Caleb unter anderem, dass die russische Sprache zwischen "hellblau" und "dunkelblau", aber nicht "blau" unterscheidet.
Donnerstag, 13.03.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
13.03.2025 Die Filmkritiker sind sich uneins über Walter Salles' "Für immer hier" über die brutalen Übergriffe in den Siebzigern der brasilianischen Diktatur auf die linksbürgerliche Paiva-Familie: Einen wirklich wichtigen Film sehen Perlentaucher und FAZ, die NZZ meint, hier werde nur das Leid von Privilegierten gezeigt. Die FAZ lässt sich in Düsseldorf alle Formen von Mutterschaft von Mama bis Merkel vorführen. Bei VAN erklärt die Geigerin Lisa Batiashvili, warum sie nicht mehr in Russland, aber immer noch in den USA auftritt. Und die nachtkritik zieht Bilanz nach 20 Jahren postmigrantischem Theater.
9punkt - Die Debattenrundschau
13.03.2025 Deutschland macht sich mitschuldig an den Massakern an den syrischen Alawiten, ruft der CDU-Politiker Ali Ertan Toprak in der Zeit. Im Welt-Interview wirft Philipp Peyman Engel dem deutschen Medienbetrieb Voreingenommenheit gegenüber Israel vor: Wo waren die großen Artikel über die deutsch-israelische Familie Bibas? Die SZ nimmt hingegen die Berichterstattung über den zweiten Anschlag von Mannheim unter die Lupe. Der russische Schriftsteller Dmitry Glukhovsky fragt sich in der Zeit, wie seine Landsleute es schaffen, vor dem Bösen die Augen zu verschließen.
Bücherschau des Tages
13.03.2025 Klug und feinsinnig findet die FAZ Antje Ravik Strubels neuen Roman "Der Einfluss der Fasane" über eine Berliner Feuilletonchefin, der ein Selbstmord zur Last gelegt wird. Die Zeit sieht in Chaim Nachman Bialiks Erzählungsband "Wildwuchs" über jüdisches Leben in Wolhynien das "literarische Äquivalent" zu einem Chagall-Gemälde. Dlf Kultur hat seinen Spaß an den erotischen Horrorgeschichten von Asja Bakic in "Leckermäulchen". Und Dlf applaudiert Khashayar J. Khabushani für seine iranisch-amerikanische Coming-of-Age-Geschichte "Kein Licht wie die Sonne".
Freitag, 14.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
14.03.2025 Die Welt fragt heute schon, was Historiker in 50 Jahren fragen werden: Warum hat Europa im Jahre 2022 so erbärmlich versagt und die Ukraine geopfert? Auf Zeit Online vermisst der Politologe Stefan Meister eine grundlegende Debatte über eine europäische Russlandstrategie, die auf einen politischen Wandel in Russland zielt. In Belgien darf der Publizist Herman Brusselmans nach einem Gerichtsurteil weiter fantasieren, wie er jedem Juden, dem er begegnet, ein scharfes Messer in die Kehle rammt, berichtet die Jüdische Allgemeine. In der FR gibt die syrische Aktivistin Hind Kabawat dem Iran Mitschuld am Massaker an den syrischen Alawiten.
Efeu - Die Kulturrundschau
14.03.2025 In der SZ erzählt Yasmina Reza vom "alltäglichen Unglück", das es bei Gerichtsprozessen zu beobachten gibt. Fasziniert besucht die nachtkritik das Hamburger Schauspielhaus, in dem Karin Henkel Tove Ditlevsens "Die Abweichlerin" auf die Bühne gebracht hat. Die FAZ betrachtet im Rijksmuseum Amsterdam, wie der amerikanische Foto-Kanon neu justiert wird. Der Perlentaucher feierte gestern 25-jähriges Jubiläum im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Und alle trauern um die Komponistin Sofia Gubaidulina.
Bücherschau des Tages
14.03.2025 Die NZZ staunt, wie menschenfreundlich der ukrainische Autor Serhij Zhadan vom Krieg erzählt. Dlf und Dlf Kultur dringen mit Helene Hegemanns rotzig-treffsicherem Berlin-Roman vor zu den Marginalisierten unserer Gesellschaft. Die FR bewundert, wie Jessica Anthony den Alltag einer Ehe im Jahr 1957 hintupft. Die FAZ dekonstruiert mit dem Historiker Jan Markert Bismarck zugunsten Wilhelm I. Verstörende Daten und Fakten zur Ausbeutung von Arbeitern des globalen Südens durch die Tech-Konzerne entnimmt Dlf Kultur dem Band „Digitaler Kolonialismus“.
Samstag, 15.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
15.03.2025 Der Kirchenhistoriker Hubert Wolf kommt in der NZZ auf das Schweigen des Papstes Pius XII. zum Holocaust zurück: Eins ist durch die seit 2020 freigegebenen Archive klar, so Wolf: Der Papst war seit 1942 durch zahlreiche Quellen über den Holocaust informiert - und schwieg aus politischen Gründen. In der taz erklärt die Soziologin Karen Bell, warum Arbeiter mit den Ökodiskursen der Grünen nichts anfangen können. Die FAZ fordert eine digitale Souveränität Europas. Die NZZ fragt, warum die Linkspartei die Muslimbrüder so gern hat.
Efeu - Die Kulturrundschau
15.03.2025 Die Theaterkritiker schmelzen in Christoph Marthalers Volksbühnen-Inszenierung "Wachs oder Wirklichkeit" dahin: wundervoll verspult, schwärmt die Welt, aber auch tief schürfend, versichert die nachtkritik, FAZ und Tagesspiegel stimmen in das Lob ein. Die SZ erzählt die Geschichte der riesigen Kunstsammlung des Schweizer Immobilienbesitzers Bruno Stefanini, der neben Bildern auch die Turnschuhe von Sissi sammelte oder Wollknäuel und Metallstäbchen. Brauchen wir das Museum wirklich als moralische Anstalt, fragt die FAZ.
Bücherschau des Tages
15.03.2025 Die FAZ vertieft sich in eine Technikgeschichte von Martina Heßler. Und: Martin Mosebach kann auch mit Frauen, lernt sie, es muss halt "Die Richtige" sein. Die FR sucht mit Ines Berwings Gedichtband "zertanzte schuhe" nach der Sinnhaftigkeit von Sprache. Feinstes britisches nature writing liest die SZ in Chloe Daltons Geschichte einer ungewöhnlichen Begegnung: "Hase und ich".
Montag, 17.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
17.03.2025 Warum gibt's keine komische Oper über die Vorgänge im Weißen Haus, warum versinkt das Kulturschaffen freiwillig in Bedeutungslosigkeit, fragt Roman Bucheli in der NZZ. In Serbien kämpft eine tapfere Opposition gegen die Autokratie - warum ist es der EU egal, fragen mehrere Zeitungen. In der FAZ staunt der Jurist Jannis Lennartz über den Neokatholizismus in der Trump-Regierung. In der SZ arbeitet Martin Schulze Wessel die Unterschiede zwischen Trump und Putin heraus.
Efeu - Die Kulturrundschau
17.03.2025 Der Tagesspiegel wird mitgerissen von der "archaischen Kraft" in Barrie Koskys Inszenierung der Glass-Oper "Echnaton". Die FAZ kritisiert das Bolschoi-Ballett, das eine Choreografie des Putinkritikers Alexei Ratmansky aufführt, ohne seinen Namen zu nennen. Zeit Online staunt beim International Countryfestival in Berlin über die immense Popularität dieser Musik: Liegt es an der Ehrlichkeit des Genres? In der FAZ erinnert der Literaturwissenschaftler Wolfgang Hottner an den norwegischen Schriftsteller Dag Solstad.
Bücherschau des Tages
17.03.2025 Die SZ lacht sich kaputt über Robert Seethalers und Marcus Weimers Comic "Trotteln". Außerdem macht sie in Helene Hegemanns neuem Roman "Striker" die Bekanntschaft einer unliebsamen Doppelgängerin. Dlf empfiehlt Serhij Zhadans Erzählungsband "Keiner wird um etwas bitten" über ukrainische Kriegsschicksale als "unaufdringlich menschenfreundlich". Dlf Kultur lernt von Jocho Yamamoto, was Bushido mit den Samurai zu tun hat. Und die FAZ spitzt die Ohren bei einer Hörbuchfassung von Choderlos de Laclos' Briefroman "Gefährliche Liebschaften".
Dienstag, 18.03.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
18.03.2025 taz und FAZ feiern die Opulenz, mit der Robert Carsen in Berlin in Leoš Janáčeks selten gespielter Oper "Die Ausflüge des Herrn Brouček" elfenhafte Aliens Ballett tanzen lässt. Dank des mexikanischen Künstlers Mario García Torres ist die Documenta zu ihrem Siebzigsten in uneingeschränkter Feierlaune, freut sich Monopol. Und die Feuilletons trauern um Peter Bichsel, das helvetische Monument, das aus dem Unscheinbaren etwas Bedeutendes zog, und um Rosenstolz-Sängerin Anna R, "die Zarah Leander der deutschen Wiedervereinigung", wie die Welt schreibt.
9punkt - Die Debattenrundschau
18.03.2025 Der Geograph Michael Krell und die Soziologin Viktoria Kamuf plädieren auf Zeit Online dafür, rechte Räume differenzierter zu betrachten, als nur vom "blauen Osten" zu sprechen. Der Historiker Darius Muschiol klärt in der taz über Rechtsterrorismus in der BRD auf. Ijoma Mangold fragt sich auf Zeit Online, ob sich Trumps "Vibe-Shift" am Ende gegen ihn selber richtet. Der Politikwissenschaftler Carlo Masala versucht in der FR die feine Linie zwischen Abschreckung und Eskalationsspirale zu ziehen.
Magazinrundschau
18.03.2025 The Atlantic glaubt, dass Trumps "Maga"-Bewegung den europäischen Rechtspopulisten schadet. Die LRB ist sich nicht so sicher. Elet es Irodalom sieht uns in einer Ära der Wahnsinnigen angekommen. Der Guardian beschreibt die Lage zweier junger Syrer, die Assad gedient haben. La vie des idees folgt Hannah Arendts "Stamm" durch das Frankreich der Jahre 1933-41. Wired kann nicht fassen, auf welche privaten Daten Elon Musks Doge-Jünglinge zugreifen dürfen.
Bücherschau des Tages
18.03.2025 Die Kritiker verschlingen Christoph Heins neuen Roman "Das Narrenschiff", in dem die FAZ sein "Opus magnum" erkennt. Auch die FR empfiehlt diese DDR-Chronik und ihre fein gezeichneten Figuren wärmstens. Der taz gefällt die melancholische, norddeutsch-reservierte Mentalität von Kristine Bilkaus Roman "Halbinsel". Dlf Kultur wird nostalgisch, wenn er Andreas Maiers Roman "Der Teufel" liest, der ihn in die Zeit des "Blauen Bocks" zurückversetzt. Und Dlf staunt, wie Christian Kracht in "Air" germanische Mythologie, KI-Fantasien und Yeats-Visionen unter einen Hut bringt.
Mittwoch, 19.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
19.03.2025 Dass Putin die Zerstörung des Westens vorantreibt, ist für den Militärhistoriker Sönke Neitzel klar. Einen Dritten Weltkrieg hält er aber für unwahrscheinlich. Der Soziologe Armin Nassehi mahnt in der SZ die Bundesregierung, mit den neuen Krediten nicht der AfD in die Hände zu spielen. Bei Zeit Online denkt die Historikerin Susan Richter über Donald Trumps "destruktiven Charakter" nach. In der FAZ wundert sich der Historiker Bert Hoppe indes über die Vergesslichkeit von Herfried Münkler.
Efeu - Die Kulturrundschau
19.03.2025 Die FAZ kniet nieder vor Jamie Lee Curtis, die in Gia Coppolas Film "The Last Showgirl" sogar Pamela Anderson die Show stiehlt. Die taz ist gerührt vom Anblick welken Kohls - in einer Münchner Ausstellung des Ikebana-Künstlers Kosen Ohtsubo. Sensibilität war ein Fremdwort in der DDR, lernt die FR von Annett Gröschner. Die Welt applaudiert Katharina Wagners Lohengrin-Krimi in Barcelona. Außerdem spaziert die FAZ über den generalüberholten Berliner Gendarmenmarkt und wäre lieber in Rom oder Madrid.
Bücherschau des Tages
19.03.2025 Die FAZ erfährt aus Roberto Savianos neuem Buch "Treue", dass die Frauen in der Mafia genauso skrupellos sind wie ihre Männer. Außerdem empfiehlt sie Arnold Zweigs Roman "De Vriendt kehrt heim" als nuancierte Darstellung der Facetten des jüdisch-arabischen Konflikts. Die FR begeistert sich für Cristina Henríquez' lebendigen Historienroman über den Bau des Panama-Kanals. Und Dlf-Kultur leistet mit Tamara Dudas "Donezk Girl" Widerstand.
Donnerstag, 20.03.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
20.03.2025 Die Welt feiert in London brasilianische Kunst, die dem identitätspolitischen Kulturknast entkommen ist. Artechock wiederum goutiert Tom Tykwers Film "Das Licht" als Befreiungsschlag aus dem allzuengen Plotgefängnis. Die Zeit, deren Literaturbeilage heute erschienen ist, plaudert mit Juli Zeh und David Finck über deren Leben als schriftstellerndes Paar. Die SZ geht vor der Sopranistin Corinne Winters auf die Knie, die in Leoš Janáčeks "Katja Kabanova" zur Rebellin reift. Die Welt wirft dem Spiegel wegen eines Artikels über das vermeintliche Mobbing von Müttern am Berliner Ensemble Verdachtsberichterstattung vor.
9punkt - Die Debattenrundschau
20.03.2025 In der Welt fragt sich Deniz Yücel, ob sich Erdogan mit der Verhaftung seines ärgsten Rivalen nicht selbst eine Grube gräbt. Im Zeit-Interview warnt Donald Trumps ehemaliger Sicherheitsberater John Bolton: Trump will den Friedensnobelpreis und das bedeutet nichts Gutes für die Welt. In der SZ wundert sich der Historiker Michael Brenner über eine anstehende Antisemitismus-Konferenz der israelischen Regierung, auf der vor allem Rechtsradikale vertreten sein werden. "Wenn wir nicht auf europäischer Ebene zusammenarbeiten, wird Russland einen Staat nach dem anderen in Scheibchen-Taktik destabilisieren", warnt der Kommunikationforscher Florian Töpfl in der FR.
Bücherschau des Tages
20.03.2025 Die Zeit ist heute mit ihrer Literaturbeilage erschienen: Dickes Lob gibt es für Oliver Lovrenskis rauen Debütroman "bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann", der vier Osloer Jungs mit Migrationshintergrund durch deren Alltag folgt. Und für Ricarda Messners Vergangenheitsinventur in ihrem Roman "Wo der Name wohnt" (alle Notizen zur Zeit-Beilage finden Sie hier). FAZ und Welt empfehlen Annett Gröschners wunderbar facettenreichen Familienroman "Schwebende Lasten", der der Blumenbinderin und späteren Kranführerin Hanna Krause in Magdeburg durchs 20. Jahrhundert folgt. Die NZZ denkt mit Andreas Rödder über den "Verlorenen Frieden" nach. Schlauen Kindern empfiehlt der Dlf ein Sachbuch über die "Zukunft auf dem Mars".
Freitag, 21.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
21.03.2025 Wie wird eine Welt aussehen, in der die USA die letzten freiheitlichen Ideen aufgegeben haben? Trotz aller Kritik, die an amerikanischer Politik geübt wurde: auf keinen Fall besser als noch bis vor kurzem, meinen James Kirchick in der Welt und Cyrus Schayegh in der NZZ. Erdogan schafft nebenher in der Türkei Grundlagen für ein Regime, "in dem es überhaupt nicht mehr möglich ist, einen Machtwechsel durch Wahlen herbeizuführen", schreibt FAZ-Kolumnist Bülent Mumay. taz, FR und FAZ beleuchten aus völlig unterschiedlichen Perspektiven die Gleichschaltung von Unis und Forschung durch Trump.
Efeu - Die Kulturrundschau
21.03.2025 Der Prozess gegen Boualem Sansal in Algerien wurde eröffnet, die Staatsanwaltschaft fordert zehn Jahre Haft, berichtet Le Monde. Die FAZ schwelgt mit den Designs von Willy Fleckhaus im Wiener Fotomuseum WestLicht im Aufbruchsgeist der Sechziger. Schwesternschaft und Rivalität erlebt die taz mit Karin Beiers Inszenierung der Donizetti-Oper "Maria Stuarda" auf der Bühne der Hamburger Staatsoper. Die neue Schweizer Kommission für Raubkunst stößt nicht nur auf Gegenliebe, weiß die NZZ.
Bücherschau des Tages
21.03.2025 Die SZ macht sich große Sorgen: Bei Clemens J. Setz ist die Lage des Mopsfisch kritisch, "Mopsfisch wird von Fisch verklagt". Die FR kriegt bei Dagmar Leupolds "Small Talk" Ohrensausen: Derart wortmächtig stellt sie sich in ihren neuen Gedichten der Sachlage entgegen. Die FAZ beleuchtet mit Stephanie Coché die eher fatale Rolle der Religion in der amerikanischen Politik. Und im "Glossar der Gegenwart 2.0" lernt sie: Das Planetare ist die neue Globalisierung.
Samstag, 22.03.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
22.03.2025 Ukrainer und Belarussen wissen es seit den Neunzigern: Ein Imperium will immer weitere Länder erobern, sagt Alhierd Bacharevič, der in Leipzig den Preis für Europäische Verständigung erhalten wird, im FAZ-Gespräch. Die Literaturkritiker versuchen das Erfolgsgeheimnis norwegischer Literatur zu lüften: Sind es die vielen Fjorde oder ist es doch eher die üppige Förderung, fragen sie. taz und Berliner Zeitung verlieren sich im Gropius Bau, wo Vaginal Davis mit Eyelinern, Lippenstiften und Penissen die Wahrheit ans Licht bringt. Die Welt fragt: Kommt die Architektur an ihr Ende?
9punkt - Die Debattenrundschau
22.03.2025 In der SZ beharrt Jürgen Habermas darauf, dass man in Sachen Ukraine mit Russland hätte verhandeln müssen - ein europäisches Verteidigungsbündnis brauche es aber in jedem Fall. Polen bereitet sich währenddessen militärisch auf den Ernstfall vor, dokumentiert die taz. Selbst die Pessimisten waren noch zu optimistisch, was Donald Trump angeht, ruft der Historiker Thomas Zimmer auf Zeit Online. Und auch der Politologe Steven Levitsky konstatiert im Spiegel-Interview: Die Gewaltenteilung in den USA versagt gerade.
Bücherschau des Tages
22.03.2025 Die FAZ lauscht in Henning Ziebritzkis Coming-of-Age-Roman „Brand“ Vokalen, die klingen, wie Murmeln, die leise gegeneinanderklacken. Von Adam Kirsch lässt sie sich über den Begriff „Siedlerkolonialismus“ aufklären. Die taz blickt mit Peter Seibert auf die Anfänge deutscher Gewaltgeschichte im Bauernkrieg 1525. Der Dlf bewundert die lakonisch-menschlichen Szenen, die Yasmina Reza in „Die Rückseite des Lebens“ auf das Papier tupft. Außerdem sind heute die Literaturbeilagen von FAZ, FAS, SZ und Welt erschienen: Die Welt-Beilage mit saftig-sinnlichen Denkbildern von Nicolas Mathieu und „Rosinen aus dem sittengeschichtlichen Riesenkuchen“ von Giacomo Casanova haben wir bereits ausgewertet: Alle Notizen finden Sie hier.
Montag, 24.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
24.03.2025 Die Zeitungen berichten aus Istanbul - zeigt die Festnahme Ekrem Imamoglus nicht vor allem Erdogans Schwäche, fragt die SZ. Dort denkt auch Norbert Frei mit Habermas darüber nach, wie ein Westen ohne Amerika funktionieren soll: offenbar unter Verzicht auf Osteuropa? Wie schlimm kommt es in Amerika? "Das Land ist Chaos, und genau das hat hier sein Gutes", hofft Jonathan Lethem in der NZZ. In Le Point ruft Pascal Bruckners die Mühseligen und Beladenen Amerikas auf, ins französische Exil zu kommen.
Efeu - Die Kulturrundschau
24.03.2025 Die SZ begegnet im Folkwang Museum der zutiefst widersprüchlichen Alma Mahler, die von Oskar Kokoschka in Hunderte Bilder gebannt wurde. In Barry Levinsons Mafia-Epos "The Alto Knights" darf Robert de Niro gleich zwei Mafiabosse spielen - originell ist keiner von beiden, seufzt die FAZ, die SZ bekommt indes nicht genug von De Niros Schauspielkunst. Die Nachtkritik fühlt sich mit Tom Kühnels Dresdner Adaption von Hans Falladas Roman "Bauern, Bonzen und Bomben" fatal an die Gegenwart erinnert.
Bücherschau des Tages
24.03.2025 Die FAZ schmökert in neuen Kinderbüchern: mit Jean-Claude Mourlevats Igel "Jefferson" löst sie einen Kriminalfall und von Alois Prinz lässt sie sich das Leben Albert Schweitzers kindgerecht erzählen. Die FR freut sich über die Klugheit, mit der Yasmina Reza in "Die Rückseite des Lebens" die Finsternis ausleuchtet. Die SZ ergründet mit Martin Mulsow die Geschichte der Gefühle im 18. Jahrhundert. Die Welt blickt mit Laura Wiesböck kritisch auf die Online-Diagnosen von selbsternannten "Mental-Health"-Experten auf Instagram.
Dienstag, 25.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
25.03.2025 In der NZZ will der Völkerrechtler Thomas Cottier die Hoffnung auf die regelbasierte Ordnung nicht aufgeben. Erdogan hat nun endgültig eine Diktatur errichtet, konstatiert die Welt. Aber spätestens ab jetzt könnte es für Erdogan gefährlich werden, glaubt die SZ. In der FR rät die Philosophin Olivia Mitscherlich-Schönherr zu "klugem Pazifismus".
Magazinrundschau
25.03.2025 Jacob Dreyer sieht in seinem Substack-Newsletter die Industrielle Partei auf dem Weg zur Weltherrschaft. Genau davor hat der Unabomber gewarnt, bemerkt unbehaglich die New York Times. Wired wartet inzwischen auf den Q-Day. The Atlantic fragt sich, wie lange Ahmed al-Sharaa ohne Geld einen Bürgerkrieg in Syrien verhindern kann. Le Grand Continent zeichnet ein Psychogramm der europäischen Schwäche. Die Paris Review lernt von Ọlábísí Àjàlá, den Polizisten in ihrem Kopf zu töten. Die Yale Review rühmt den Gegenstand, mit dem die Zivilisation begann: Die Umhängetasche.
Efeu - Die Kulturrundschau
25.03.2025 Die NZZ lauscht in Beat Furrers Oper "Das große Feuer" hingerissen den Stimmen des Waldes, der Tiere und sogar der Wolken. Schon wieder ein Skandal in der Bayerischen Kunstwelt, berichtet die SZ: Auf dem Cover des Programms des Nationalmuseums prangte eine antisemitische Darstellung des Judas. In der NZZ fragt sich der Schriftsteller Davide Coppo, ob die Miniserie "M. Der Sohn des Jahrhunderts" über Mussolini nicht etwas zu viel Identifikationsfläche mit dem Diktator bietet.
Bücherschau des Tages
25.03.2025 Die SZ lobt euphorisch Jule Govrins Band "Universalismus von unten" als philosophischen Gegenentwurf zur libertären Doktrin. Der FAZ wird ganz anders, wenn sie sich mit Carlo Masala vorstellt, was geschieht, "Wenn Russland gewinnt". Die NZZ liest gebannt Georgi Demidows Roman "Zwei Staatsanwälte", in dem ein junger Jurist unter Stalin für Gerechtigkeit kämpft. Dlf empfindet schieres Leseglück mit Garielle Lutz Erzählungsband "Ich wirkte lebendig". Und Dlf Kultur empfiehlt "Chagallsche Landschafts- und Menschenzeichnungen" von Chaim Nachman Bialik.
Mittwoch, 26.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
26.03.2025 Europa muss sich nicht nur praktisch, sondern auch geistig auf den Krieg vorbereiten, hält der Politologe Ivan Krastev im Zeit-Online-Gespräch fest. Garri Kasparow fordert in der Welt den Abbruch der wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland. In der FAZ fragt Bülent Mumay, wann der Westen endlich sein Schweigen zu den Ereignissen in der Türkei bricht. Donald Trump ist eine Antwort auf den Neoliberalismus der neunziger Jahre, glaubt die taz.
Efeu - Die Kulturrundschau
26.03.2025 Claus Leggewie sieht im Perlentaucher erste Anzeichen dafür, dass Boualem Sansal frei kommen könnte. Die FAZ berichtet von einem Literaturskandal in Estland, wo ein preisgekrönter Essay als KI-Schöpfung enttarnt wurde. Die taz lernt in Karlsruhe von der brasilianischen Künstlerin Lenora de Barros, was Sprache mit Körperlichkeit zu tun hat. Die FAZ verteidigt das Bayerische Nationalmuseum gegen Antisemitismusvorwürfe. Ein Boykott amerikanischer Kulturinstitutionen trifft genau die Falschen, vermutet Backstage Classical. Kurdwin Ayubs Film "Mond" feiert weiblichen Mumm, freut sich die taz.
Bücherschau des Tages
26.03.2025 Die FAZ sieht Daniel Cohn-Bendit und Claus Leggewie gerne beim "dialogischen Pas de deux" zu, den sie in "Zurück zur Wirklichkeit" hinlegen. Fasziniert ist sie außerdem von Faruk Sehić' Roman "Von der Una", der weder vor der Brutalität des Bosnienkrieges, noch vor der des Erzählers halt macht. Die FR empfiehlt dringend die Re-Lektüre von Thomas Manns BBC-Reden an die Deutschen. Die SZ bewundert, wie Martin Mosebach in seiner Künstlersatire "Die Richtige" die Finsternis der Gegenwart hervortreten lässt.
Donnerstag, 27.03.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
27.03.2025 Aktualisiert: Boualem Sansal wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Die taz kann nur hoffen, dass die Kultur auch künftig so struppig bleibt, wie sie sich zum Auftakt der Leipziger Buchmesse präsentiert. Viel konnte das Buch allerdings nicht gegen den globalen Siegeszug der Autokraten ausrichten, seufzt der Tagesspiegel. Nicht ganz einig sind sich die Filmkritiker über Joshua Oppenheimers "The End", der Tilda Swinton in einem postapokalyptischen Bunker verdrängte Traumata besingen lässt. Monopol hört in Ravensburg den stummen Aufschrei in den im Mund zugerichteten Kaugummi-Plastiken von Alina Szapocznikow. Und die FAZ fragt sich, weshalb die deutsche Automobilindustrie nur megalomane Schwellkörper oder depressive Fische produziert.
9punkt - Die Debattenrundschau
27.03.2025 Seit zwei Tagen gibt es größere Proteste gegen die Hamas im Gaza-Streifen: Oppositionelle Gazaner im Ausland begrüßen die Proteste, kritisieren aber sowohl die westliche als auch die arabische Berichterstattung. Die NZZ führt vor Augen, wie viel Mut dazu gehört, sich gegen die Hamas aufzulehnen. In der FAZ ruft der Philosoph Omri Boehm in der Nahost-Debatte dazu auf, sich auf das "Nachkriegsprojekt des kosmopolitischen Rechts" zurückzubesinnen. In Istanbul erleben wir derweil gerade den "Aufstand der Generation Z", ruft die SZ.
Bücherschau des Tages
27.03.2025 Die
SZ liest mit
Suzanne Collins "Die Tribute von Panem L" das
beste Buch aus der Reihe bislang. Die
Zeit übt mit
bewegungsintensiven Kindern im Flur "Muskelsalat". Die
FAZ huldigt der
dinarischen Primel in
Asja Bakics "Leckermäulchen". Die
FR ermittelt mit Commissaire
Armand Gamache in Quebec.
Roberto Saviano erzählt Geschichten über die
Frauen in der Mafia, und das macht er laut
NZZ fast zu gut. Die
taz nimmt in ihrer heute beiliegenden Literaturbeilage mit
Petra Thorbrietz das "System Orbán" auseinander.
Alle Notizen zur taz-Beilage finden Sie hier.
Freitag, 28.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
28.03.2025 Russland rüstet, stellt die SZ fest, und zwar auch für einen Krieg, der über die Ukraine hinausgeht. Und Deutschland rüstet sich für eine Regierung mit Demokratieförderung, aber Ausweitung des Volksverhetzungsparagrafen und Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes, fürchten die Zeitungen. Kamel Daoud schildert in Le Point die Rolle der sozialen Medien in den franko-algerischen und inneralgerischen Scharmützeln. Und die SZ beleuchtet die Rolle von Tiktok im Medienkonsum der Amerikaner.
Efeu - Die Kulturrundschau
28.03.2025 Die Zeitungen verurteilen einstimmig das Urteil zu fünf Jahren Haft, das in Algerien über Boualem Sansal gesprochen wurde. Möglicherweise gibt es aber Hoffnung auf Begnadigung, meint die Welt. Der Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse an Kristine Bilkau ist für die Kritiker eine Überraschung. Den Sachbuchpreis erhält Irina Rastorgueva, Thomas Weiler wird in der Sparte Übersetzung ausgezeichnet. Emsige Tänzer machen die FR auf dem Tanzmainz-Festival munter. Artechock und SZ sind sich einig, dass Gilles Lelouches Film "Beating Hearts" ziemlich wuchtig daherkommt.
Bücherschau des Tages
28.03.2025 Die FAZ lernt in Julian Bagginis Globalgeschichte die Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten zwischen westlicher und nichtwestlicher Philosophietradition kennen. Bei Friedrich von Borries erfährt sie, wie das architektonische Anthropozän ins Stottern kommt. Die FR lässt sich von Muriel Asseburg über Hintergründe und Folgen des 7. Oktobers aufklären. Die NZZ wird von Sophie Hunger zum „Walzer für Niemand“ gebeten. Der Dlf empfiehlt Sunil Amriths Globalgeschichte der Umwelt. Und Dlf Kultur lernt bei Alexandra Bleyer wichtige Revolutionärinnen und bei Lidia Jorge den Alltag in einem portugiesischen Pflegeheim kennen.
Samstag, 29.03.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
29.03.2025 Die nachtkritik bestaunt die Kunst des Ertrinkens in Ivan Uryvskyis Inszenierung der "Hexe von Konotop" beim Europäischen Theaterfestival in Stuttgart. Die FAS freut sich über die Aufbruchstimmung in der polnischen Kunstszene. Die Jungle World bringt anlässlich der Leipziger Buchmesse einen Schwerpunkt zu Manga- und Anime-Literatur - die allerdings nicht ganz so feministisch ist wie erhofft. Im Interview mit der FAZ spricht der syrische Künstler Bilal Shourba über Kunst und den Bürgerkrieg. Außerdem bewundert die FAZ den "Alleskönner" Igor Levit.
9punkt - Die Debattenrundschau
29.03.2025 Florian Illies rät uns Europäern, Amerika die kalte Schulter zu zeigen, "um es wieder selbst mit dem Weltgeist zu versuchen". Das Selbstvertrauen, zu dem er rät, müssten wir aber auch nach innen erarbeiten, fürchtet Julia Encke in der FAS. Vielleicht hilft es, wenn der nunmehr achtzigjährige Daniel Cohn-Bendit sein Lächeln anmacht, denn damit verkörperte er "das ganze Positive von 1968", sagt er voller - genau - Selbstvertrauen in der taz.
Bücherschau des Tages
29.03.2025 Die SZ schmökert dankbar in Emmanuel Carrères Frühwerk "Ich lebe und ihr seid tot" über Philip K. Dick
. Ebenfalls die SZ hätte es vorher nicht geglaubt - aber der Fotograf Juergen Teller überzeugt sie mit einem Fotobuch über Auschwitz und Birkenau. Unterseekabel sind überlebenswichtig, lernt die FR bei Colum McCann. Und was sind das nur für "hohle, ellipsoide Körper mit unbekannter Funktion", auf die die Roboter William & Meriwether in Tat’ána Rubášovás "wundersamer Mission" stoßen, fragt die taz.
Montag, 31.03.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
31.03.2025 Künstliche Intelligenz denkt nicht, aber sie hilft beim Denken, sagt KI-Forscher Thomas Wolf in der Welt. In Le Point erklärt Kamel Daoud, warum die Islamisten gerade Frankreich so hassen. In taz und Zeit online würdigt Ilko-Sascha Kowalczuk den Bürgerrechtler Gerd Poppe. Und in allen Zeitungen reiben sich die Journalisten den Kopf: Einerseits wollen deutsche Behörden Palantir-Software des Gaga-Trumpisten Peter Thiel einsetzen, andererseits soll das Informationsfreiheitsgesetz abgeschafft werden?
Efeu - Die Kulturrundschau
31.03.2025 "Die Hölle ist eine Zirkusmanege", erkennt die FAZ in Claudia Bauers Münchner Inszenierung von "Warten auf Godot". Die Welt ermutigt die Theaterwelt, sich an Leoš Janáčeks Opern heranzutrauen: Es lohnt sich! Die NZZ widerspricht dem Feuilleton-Tenor: Kristine Bilkau hat den Leipziger Buchpreis durchaus verdient, findet sie. Israels elektronische Musikszene sieht sich seit dem 7.Oktober einem Boykott ausgesetzt, den sie so noch nicht erlebt hat, berichtet Zeit Online.
Bücherschau des Tages
31.03.2025 Die SZ treibt sich mit dem Erzähler aus Juri Felsens Roman "Getäuscht" im Paris der zwanziger Jahre herum und verliebt sich unglücklich. Dlf Kultur buhlt derweil im flirrenden Warschau des neunzehnten Jahrhunderts mit Boleslaw Prus um die Hand einer Adeligen. Die FAZ macht sich mit Carolin Stüdemann Gedanken über "Die Zukunft unseres Wassers". Dlf fragt mit Kristine Bilkau in "Halbinsel", was Sprache noch gegen den Kollaps der Welt ausrichten kann.