Donnerstag, 01.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
01.04.2021 Was benennt das "hölzerne Wortgeschöpf" namens "multidirektionale Erinnerung" eigentlich anderes als eine Selbstverständlichkeit, fragt die taz. Die asiatische Demokratie ist die beste der Welt, ist sich Parag Khanna in der FR sicher. In der SZ fürchtet Karl-Markus Gauß, dass aus Slowenien ein zweites Ungarn wird. Und für prominente Journalisten kann Substack zur Gelddruckmaschine werden, versichert die Financial Times.
Efeu - Die Kulturrundschau
01.04.2021 Die Welt verteidigt die Klassische Musik als ganz und gar unkolonialistische Kunstform. In Monopol erzählt Torben Giese, wie das Stadtmuseum Stuttgart die Stuttgarter - und vor allem die jungen Stuttgarter - zu sich holt. Bei Artechock erklärt die Filmemacherin Elke Lehrenkrauss ihr umstrittenes "Lovemobil" zur künstlerisch- dokumentarischen Form.
Medienticker
01.04.2021 Aktualisiert: Interview mit Raul Hilberg (1997) über "Die Vernichtung der europäischen Juden" - Gender, Race, Herkunft: Ist das noch Literatur oder nur Diskurs? & Wie sensibel muss Literatur sein? - Booker Prize Longlist - Buchhandel: Click & Collect statt Öffnung & Aktuelles aus den Ländern im Überblick - Mode als intellektuelle Errungenschaft: Gespräch mit Barbara Vinken + Oster-Hör+TV-Tipps: u. a. für Karsamstag eine Lange Nacht über Max Frisch.
Bücherschau des Tages
01.04.2021 Die SZ lässt sich von Hedwig Richter über die Ambivalenzen im Kaiserreich aufklären. Im Dlf-Kultur erkennt Jürgen Zimmerer die postkoloniale Welt von heute wieder in Dan Diners Beschreibungen des Zweiten Weltkriegs. Die FR verliebt sich in die jungen argentinischen Nerds in Pola Oloixaracs Roman "Wilde Theorien". Die FAZ steckt mit den kafkaesken Erzählungen von Park Min-gyu in einer koreanischen U-Bahn fest. Und NZZ und SZ hätten auf die Übersetzung von Amanda Gormans „The Hill We Climb“ lieber verzichtet.
Samstag, 03.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
03.04.2021 In der taz erklärt Anne Applebaum, warum sie über Populismus schreibt: "Ich versuche zu zeigen, wie lächerlich und falsch die Idee ist, dass autoritärer Populismus das sogenannte wahre Volk repräsentiert." Wie multidirektional ist die "multidirektionale Erinnerung" bei Michael Rothberg wirklich, fragen die Ruhrbarone. Alexei Nawalny ist in den Hungerstreik getreten um gegen die Bedingungen seiner Haft zu protestieren, berichtet die taz. Der Guardian ist empört über den "Race Report" der britischen Regierung, der den Nachfahren ehemaliger Sklaven zu ihrer britischen Identität gratuliert.
Efeu - Die Kulturrundschau
03.04.2021 Hyperallergic empfindet vor den Bildern von Mark Bollinger plötzlich Sympathien für die weiße Arbeiterklasse. Die FR bestaunt die in verführerischen Gold- und Rosatönen schimmernden schlaffen "Metallbleche" des Künstlers Mike Bouchet. Die FAZ feiert die coole Gefühls-Zeremonienmeisterin Nadine Sierra in Vincent Huguets Inszenierung von Mozarts "Figaro". Die Welt wünschte sich wenigstens mal einen mutigen Tempoansatz von Daniel Barenboim. Der Standard lernt aus der Doku "Framing Britney Spears", wie toxisch die Celebrity-Kultur ist. In der FAZ macht Filmregisseur Thomas Frickel seiner Empörung über die Pseudo-Dokumentation "Lovemobil" von Elke Lehrenkrauss Luft.
Bücherschau des Tages
03.04.2021 Die FAZ reist mit Sören Urbansky an die Ufer des Amur und entdeckt mit dem Gedichtband "Springer Innen" des 2014 verstorbenen Skispringers Alvaro Maderholz ein kleines Juwel abseits des Bekannten. Die taz liest Asja Bakićs dystopische Kurzgeschichten als verkappte Exilliteratur der bosnisch-kroatischen Autorin. Wer die Sprache des Totalitarismus verstehen will, dem empfiehlt die Welt Fang Fangs Roman "Weiches Begräbnis". Dlf Kultur vertieft sich in "Die nicht sterben", einen schillernden Schauerroman von Dana Grigorcea.
Dienstag, 06.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
06.04.2021 Seit dem Medienwandel hat Journalismus ein Problem mit seinem Geschäftsmodell: nur die Leser können es lösen, meint Johannes Franzen in 54books. Die Ethnologin Heike Behrend lotet in der Welt den überraschenden Einfluss des Evangelikalismus auf Debatten um koloniale Raubkunst aus. Für die NZZ liest Kacem El Ghazzali das Buch "Der alltägliche Islamismus" der Politikwissenschafterin Elham Manea, das vorm "politischen Islam" warnt. Der New Yorker erklärt, wann bei der Firma Huawei "Uiguren-Alarm" ausgelöst wird.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.04.2021 Die NZZ schwelgt im Kunstmuseum Basel in der geometrischen Poesie der Künstlerin Sophie Taeuber-Arp. Im Standard erzählt Franz Schuh sehr Wienerisch von seinen irrealen, aber sehr lebendigen Erfahrungen auf der Intensivstation. Die SZ besucht den Siwilai Sound Club in Bangkok. Die taz sorgt sich um die Zukunft des Hamburger Bahnhofs. Außerdem stellt sie fest, dass mit der Balaklava die Mode jetzt auf Fantasy-Eskapismus setzt.
Medienticker
06.04.2021 Aktualisiert: Die Nominierten des Sachbuchpreises - Nicht ausreichend: lückenhafte Leseförderung - Literaturcommunity auf TikTok - Die No-Gos des Übersetzens - Erzählen ist ein gefährliches Spiel - Java: Google siegt über Oracle im Neun-Milliarden-Streit - Eine Art Heiliger: Heute vor 50 Jahren starb Igor Strawinsky - Hans Küng ist tot.
Bücherschau des Tages
06.04.2021 Der DlfKultur folgt gebannt Joseph Andras' Bericht "Kanaky", der dem Aufstandvon 1988 in Neukaledonien gegen die französische Kolonialmacht nachgeht. Ernüchtert liest die SZ Omer Bartovs "Anatomie eines Genozids". Die NZZ erkennt in Heinrich Blüchers "Versuchen über den Nationalsozialismus" den Dialog mit Hannah Arendt. Die FR lässt sich die Versöhnlichkeit in Heike Dukens Roman "Denn Familie sind wir trotzdem" gefallen. Und die FAZ tanzt mit Simone Buchholz am "River Clyde" auf dem Grat des Lebens.
Mittwoch, 07.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
07.04.2021 Gustav Seibt in der SZ und Götz Aly in der Berliner Zeitung freuen sich, wie im Flughafen Berlin-Tempfelhof die Weiß- und die Schwarzköpfe der Stadt bei dem Projekt "Wir sind Berlin" auf Harmonischste kooperieren. Stuttgart dagegen: Querdenker demonstrieren, und die Polizei greift nicht mal ein, konstatieren konsterniert kontext und FR. In der taz fordert Ilija Trojanow eine Abschaffung der Patente auf Pharmaprodukte. Die Zeitungen trauern um Hans Küng.
Efeu - Die Kulturrundschau
07.04.2021 In Monopol überlegt Hans-Joachim Müller, ob er wirklich Teil der Revolution war, die Joseph Beuys ausgerufen hatte. In der FAZ ärgert sich der Literaturwissenschaftler Achim Hölter, dass aus dem Entenhausener Fridolin Freudenfett ein Fridolin Freundlich wurde. Wer kennt eigentlich noch die Filme, die für die Oscars nominiert sind, fragt die SZ. Und die Welt bedankt sich bei beim Designer Luigi Colani, dass er ihr das Flegeln und Fläzen erlaubte.
Medienticker
07.04.2021 Medienvielfalt im Osten: Katapult gründet Regionalzeitung - Amazon-Chef Bezos spricht sich für höhere Unternehmenssteuern aus - Flaschen: Amazons Pinkel-Affäre - Bühnen & Museen unter Druck: Wer nicht online ist, wird unsichtbar - Gespräch mit Johann Chapouto über die NS-Zeit & die deutsche Arbeitsmoral - Interview mit Carolin Emcke über die Corona-Pandemie und mit Christoph Ransmayr über seinen neuen Roman "Der Fallmeister" + Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten.
Bücherschau des Tages
07.04.2021 Die SZ verortet Charlie Kaufmans überintellektuellen,
universell-eschatologischen Romankomplex "Ameisig" in den olympischen
Höhen von James Joyce und Arno Schmidt. Die NZZ besucht mit dem Architektenpaar Julia Jamrozik und Coryn Kempster "Kinder der Moderne". Mit Hingabe versenkt sie sich außerdem in einen Band mit Klassikern der Soziologie, die noch intellektuelle Distanz zum eigenen Milieu aufbrachten. Der Dlf empfiehlt Jenny Offils Roman "Wetter" wegen seiner Darstellung des Alltags einer jungen Amerikanerin. Die taz freut sich über den Humor und die Bildlichkeit von Juliane Lieberts "liedern an das große nichts".
Donnerstag, 08.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
08.04.2021 In der SZ appelliert Swetlana Alexijewitsch an die Solidarität Europas, auch im eigenen Interesse: "Ich denke, dass Europa nicht ganz begreift, welche große Gefahr von Belarus ausgeht." Die Krautreporter erklären, warum sie rechtliche Schritte gegen die geplanten Subventionen für Zeitungen ergreifen. Die Zeitungen diskutieren über die Frage, ob Geimpfte größere Rechte genießen sollten. Unterdessen ist die Verzweiflung in den Städten wie mit Händen zu greifen, beobachtet die SZ. Und dann ist da noch die Frage, warum Ursula von der Leyen auf dem Sofa sitzt.
Efeu - Die Kulturrundschau
08.04.2021 Aktualisierung: Der Dokumentarfilmer Marc Wiese wirft einem Artikel der Zeit, über den wir berichten, Falschbehauptung vor. Tagesspiegel und Monopol betrachten die Teppicharbeiten, die Olaf Holzapfel und Guido Yannitto von indigenen Frauen in Lateinamerika weben lassen. Im Interview mit Übermedien erklärt Janice Deul, was sie wirklich meinte, als sie eine schwarze Übersetzerin für Amanda Gorman forderte. Van schwärmt vom kreativen Humus im Digitalprojekt "Sound_Tracks" des Ensembles Ordnung der Dinge. Die FAZ gratuliert Vivienne Westwood zum Achtzigsten.
Medienticker
08.04.2021 Aktualisiert: Soziale Netzwerke: Kann der Staat Facebook Benimmregeln verordnen? - Buchhandlungen auf der Umsatzschaukel: Sie wirken bis in die Kapillaren der Gesellschaft - Queere Graphic Novels zwischen Sci-Fi und Realität - Sara Paretsky mischt die männliche Hardboiled-Krimi-Domäne auf - Wie die Rechtsparteien die Kultur attackieren - Schlimmer als Fahrstuhl-Musik: Das Kulturradio am Ende?
Bücherschau des Tages
08.04.2021 Die FAZ lässt sich von Dorothee Kimmich durch die Niemandsländer der Literatur führen. Die FR lässt sich von Bill Francois die Eloquenz der Sardine erklären. Die SZ lässt sich von Tim Parks die konzeptuelle Besinnungslosigkeit Heidelberger Naturwissenschaftler vorführen. Die Zeit lernt von Dan Diner, wie erst Multiperspektivismus die Komplexität des Zweiten Weltkriegs verständlich macht.
Freitag, 09.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
09.04.2021 Viel Ärger um Sahra Wagenknecht: Am Wochenende sollte sie zur Bundestagskandidatin gekürt werden. Aber nun sorgt ihr vorzeitig zirkulierendes neues Buch in der Linkspartei laut taz für hellste Empörung: Dort kritisiert sie die modische Linke und verteidigt Gelbwesten und "Querdenker". #FoucaultToo? Viele deutsche Zeitungen setzen sich mit Pädophilie-Vorwürfen gegen den Urvater der Postmoderne auseinander. Nicht nur in Ungarn, sondern in ganz Europa "bahnt sich eine Krise der akademischen Freiheit an", schreibt der Politikwissenschaftler Liviu Matei im Tagesspiegel.
Efeu - Die Kulturrundschau
09.04.2021 Die taz wirft einen Blick in die Gangs von Chicago, die mit blutigen Vergeltungen ihre Klickzahlen im Netz erhöhen. Artechock wüsste gern, ob die Studenten an der Berliner Filmhochschule, die Diversität und Identität fordern, auch ein künstlerisches Konzept haben. Bühnenproben sind kein Safe Space für Alltagsempfindlichkeiten, sondern für die Kunst, antwortet Bernd Stegemann in der FAZ auf Rassismusvorwürfe in Düsseldorf. Die FR steht erschlagen vor der Fülle des Gerhard-Richter-Archivs. Die Literaturkritiker würdigen Charles Baudelaire und Gustave Flaubert.
Medienticker
09.04.2021 Aktualisiert: Corona-Krise: "Vertrauensplus" für Medien, Insolvenzen ziehen an & Gipfel fällt aus: Bund will offenbar Notbremse vorschreiben - Aleida Assmann über die "Jerusalemer Erklärung" - Kat Menschiks Bücher & Illustrationen sind Kunstwerke - Bilder, die alles erzählen: Sehnsüchte & Lebensfragen in Johannes M. Schmits "Neubau" - Meisterwerk der Nachkriegsliteratur: Alberto Vigevanis "Ein kurzer Spaziergang" + Fünf Jahre nach seinem Tod: Neues Prince-Album "Welcome 2 America" + TV+Radio-Tipps fürs Wochenende.
Bücherschau des Tages
09.04.2021 Die FAZ glotzt amüsiert mit Gerhard Stadelmaier dem Tanz der Virologen im TV zu. Die FR liest mit leuchtenden Auge, wie sich Arnold Stadler und Peter Handke in der Kneipe treffen. Die NZZ begleitet Handke derweil bei der "literarischen Teufelsaustreibung". Der taz klirren die Ohren durch Sahra Wagenknechts "Pfeifton der Rechthaberei". Die Welt lernt in Asal Dardans "Betrachtungen einer Barbarin" viel über strukturellen Rassismus. Dlf Kultur empfiehlt Stefan Matuscheks Geschichte der Romantik und die SZ stellt neue Jugendbücher vor.
Samstag, 10.04.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
10.04.2021 Die SZ stapft in Frankfurt durch die leuchtenden kanadischen Wälder der Emily Carr und trifft auf Astronauten. In der Welt blickt der französische Journalist Antoine Vitkine auf den schmutzigen Deal mit dem "Salvator Mundi". Am Donnerstag hatte die Zeit dem Dokumentarfilmer Marcel Wiese Verfehlungen vorgeworfen. Offenbar ist sie Fehlinformationen eines ehemaligen Wiese-Mitarbeiters aufgesessen, berichtet der MDR. Im Monopol-Interview erklärt der Theatermachter Arne Vogelsang, weshalb QAnon gerade bei deutschen Verschwörungstheoretikern so gut ankommt. Und in der SZ träumt Jean-Michel Jarre von ewigem Urheberrecht.
9punkt - Die Debattenrundschau
10.04.2021 In der Welt fragt Judith Sevinç Basad, wie die woke Linke so abgehoben und dogmatisch werden konnte. Weil die Liberalen so wehleidig geworden sind, antwortet ihr Jan-Werner Müller in der NZZ. In der FAZ will sich Hans Christoph Buch das Leben in Haiti nicht schönreden lassen. In der taz nimmt die Historikerin Karina Urbach mit den Tagebüchern des reaktionären Snobs Chip Channon Einblick in das plüschig-palmige Hohenzollern-Leben in Schloss Cecilienhof. Und natürlich verabschieden die Zeitungen Prinz Philip, den boshaften Prinzgemahl.
Bücherschau des Tages
10.04.2021 Rumena Bužarovskas Stories "Mein Mann" lehren die Welt die Komplizinnen des Patriarchats zu fürchten. Die FAZ bewundert, wie viel Schrecken Jenny Offill hinter der Leichtigkeit des amerikanischen Alltags zu verbergen weiß. Von Jakob Noltes "Kurzem Buch über Tobias" lässt sich die SZ gern etwas technophilen Futurismus gefallen. Mit dem indigenen Autor Richard Wagamese blickt sie in Kanadas "Gefrorenen Himmel". Die taz genießt die ruhige Prosa in Eva Schmidts Erzählungen "Die Welt gegenüber". Und der DlfKultur beginnt nach Nastassja Martins Erlebnissen mit Rentierzüchtern in Kamtschatka an die Seelenverwandschaft von Mensch und Tier zu glauben.
Montag, 12.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
12.04.2021 Die gewalttätigen Proteste in Nordirland in den letzten Tagen haben gezeigt, dass die Irland-Frage im Brexit-Deal nicht befriedigend gelöst werden konnte, notiert der Guardian. Wo bleibt in der Coronakrise die Solidarität mit den Jungen, fragt die SZ. Das Gendern hat keine Zukunft, vermutet Rainer Moritz in der FAZ - denn Sprache ging noch nie den Weg des größeren Widerstands. In der FAS attackiert die Kolumnistin Ronya Othmann die Kolumnistin Kübra Gümüsay. Substack kann charismatischen Journalisten eine Menge Geld verschaffen und steht für eine Machtverschiebung in den Kreativbranchen, glaubt Ben Smith in der New York Times.
Efeu - Die Kulturrundschau
12.04.2021 Das ZeitMagazin beobachtet, wie neuerdings Trendscouts und Stylisten die Armen aus den Secondhand-Läden verdrängen. In der SZ sieht die Dramaturgin Marion Tiedtke in der Ämterhäufung der Intendanten die Ursache für den Machtmissbrach am Theater. Die taz beklagt die Unorte, die der Architekt Werner Düttmann Berlin hinterlassen habe. Die NZZ lernt mit der Serie "Shtisel" ihre orthodoxen Nachbarn kennen. Und die FAZ ruft auf zur Rettung von Renate, der Schwiegermutter unter den Comic-Biobliotheken
Medienticker
12.04.2021 Aktualisiert: Pandemie & Bücher-Boom: Lockdown bis Juli? & bundesweite Notbremse geplant - Krawall & Musik oder Der verdrängte Knall: u.a. die Brixton Riots 1981 - In Gerichtsakten endeckt: Neue, unerhörte Geschichten ("Lilly und ihr Sklave") von Hans Fallada - Strategisch klug gesetzt "Die Welt gegenüber": Zwölf neue Erzählungen Eva Schmidts - Digital-only: Bologna Children's Book Fair & Streit um die E-Book-Ausleihe - Wissenschaft in den Medien + Glückwunsch: Herbert Grönemeyer wird heute 65.
Bücherschau des Tages
12.04.2021 Der Dlf feiert Gabriela Adamesteanus Roman "Das Provisorium der Liebe" über das Rumänien Ceausescus in den siebziger Jahren. Lob geht auch an Felix Holtermanns Wirecard-Bilanz "Geniale Betrüger". Die FAZ empfiehlt Caspar Dohmens Report zu globalen Lieferketten. Die SZ erfährt in Alec McGillis' "Ausgeliefert", wie Amazon zur sozialen Ungleichheit in den USA beiträgt. Und die FR vergnügt sich bestens mit Kate Atkinsons "Weiter Himmel".
Dienstag, 13.04.2021
Magazinrundschau
13.04.2021 In Krytyka erklärt der ukrainische Autor Mykola Riabchuk, warum er immer noch in Europa lebt und nicht in Eurasien, wie es die EU gern hättte. Le Monde diplo berichtet von den cinq coléreuses, den fünf wütenden Tagen einer Jugendrevolte im Senegal. Tablet betrachtet die illustren Gäste aus dem Nahen und Fernen Osten, die 1943 ein Außenlager des KZ-Sachsenhausen besichtigten. En attendant Nadeau liest die Briefe des syrischen Oppositionellen Yassin Al Haj Saleh an seine Frau. In epd film skizziert Georg Seeßlen ein neues Kino nach Corona.
9punkt - Die Debattenrundschau
13.04.2021 Der Guardian zeigt in neuen Dokumenten, wie Politiker Facebook für politische Manipulation missbrauchen. Warum sollten die Russen Europa physisch erobern wollen, sie wollen doch weiter sicher in ihren Villen an der Côte d'Azur leben, konstatiert der estnische Politiker Toomas Hendrik Ilves im Gespräch mit American Purpose. Das europäische Urheberrecht wird in Deutschland verwirklicht, und zwar schnell, auch wenn immer noch nicht klar ist, wie, berichten golem.de und heise.de. hpd.de erzählt, wie Polen einen fundamentalistischen Katholiken zum Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte machen will.
Efeu - Die Kulturrundschau
13.04.2021 Der DlfKultur beobachtet, wie die Pariser Oper in die Diversitätsoffensive geht. Die FR fragt, wie demokratisches Bauen aussieht. In der FAZ fürchtet Christine Berg vom Verband HDF, dass sich für die Kinos erst nach der Pandemie die wahrhaft existenziellen Fragen stellen. Die NZZ ringt und hadert mit Dante beim Aufstieg ins Elysium. Und der Guardian erahnt mit Ugo Rondinone den Horizont der Pferde und des Todes.
Medienticker
13.04.2021 Belletristik, Sachbuch + Übersetzung: Die Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse - Studie zum Medienvertrauen: Lügenpresse-Vorwürfe überzeugen nicht - Urheberrecht: Uploadfilter-Artikel 13 - Bild dir deinen TV-Sender: Springer bringt Bild Live ins Free-TV - FAZ: Produktoffensive führt zu mehr Digital-Abos - Dress to thrill: Gespräch mit der Strick-Designerin Claudia Skoda & ihre aktuelle Berliner Ausstellung.
Bücherschau des Tages
13.04.2021 Die FAZ erkundet mit Urs Stäheli die Grenzen der Vernetzung und permanentem Aktivitätszwang. Ganz prächtig amüsiert sie sich auch mit den glamourösen Greisinnen in Howard Jacobsons "Rendezvous und andere Alterserscheinungen". Auf Zehenspitzen begegnen dem DlfKultur die Figuren in Eva Schmidts Erzählungen "Die Welt gegenüber". Die SZ lernt in Stefan Bollmanns "Der Atem der Welt" den Naturforscher Goethe kennen. Nicht unbedingt tief, aber auch nicht ganz falsch findet die FR Sahra Wagenknechts Streitschirift gegen die Lifestyle-Linke.
Mittwoch, 14.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
14.04.2021 Unser Gesundheitssystem erstickt in Bürokratie, warnen SZ und Zeit online. Der Kunsthistoriker Gürsoy Dogtas schreibt in der taz über Gewalt in türkischen Familien, die durch den Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention noch bestärkt wird. Es gibt tatsächlich noch eine Partei, in der ein echter Nationalsozialist ein Parteiamt hat (Hermann Klenner, Mitgliedsnummer 9756141, 95 Jahre alt), und das ist die Linkspartei, hat Hubertus Knabe für die Welt herausgefunden. In Indien hat sich längst eine neue Elite gebildet, die sich nicht mehr am Westen orientiert, konstatiert der Genetiker Razib Khan in Unherd.
Efeu - Die Kulturrundschau
14.04.2021 Knarzend debattenfern finden taz und DlfKultur die Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse. Die NZZ lernt von São Paulo, dass zu einer wahren Großstadt soziale Freiräume gehören. Und Architekten, die ihrer Stadt auch mal was zurückgeben, ergänzt die New York Times nach einem Treffen mit Frank Gehry. Die SZ erlebt in den Videos von David Wojnarowicz hell loderndes Hadern mit Krankheit und Gesellschaft. In der FAZ erzählt Dirigent Franz Welser-Möst von den Unwuchten, die Corona den amerikanischen Orchestern beschert. Und in der FAQ lernt Peter Glaser die smarte Mode der Zukunft fürchten.
Medienticker
14.04.2021 Repressives Russland & seine rebellischen Künstler - Die Methode AfD & Warum die AfD von Corona nicht profitiert - "Hard Land": Gespräch mit Benedict Wells - Das Göttliche bei den Usedomer Literaturtagen + Kulturschaffende unterstüätzen: Drei statt zwei Förderpreise beim Lessing-Preis.
Bücherschau des Tages
14.04.2021 Die FAZ versteht Gefühle besser mit Benno Gammerls Studie über homosexuelles Leben in der alten Bundesrepublik. Die FR liest mit Gabriela Adamesteanus Roman "Das Provisorium der Liebe" nicht nur eine schöne Liebesgeschichte, sondern auch ein Soziopsychogramm des rumänischen Sozialismus. Der NZZ ist Ferdinand von Schirachs Foderungskatalog "Jeder Mensch" zu spektakelhaft. Dlf Kultur setzt die Segel mit dem Tod und zwei Mädchen-Detektiven.
Donnerstag, 15.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
15.04.2021 Die Coronakrise zeigt: Es ist Zeit, "das staatliche Gefüge insgesamt einer strengen und grundsätzlichen Inspektion zu unterziehen", schreibt Thomas Schmid in der Welt. Hongkong kommen die Hongkonger abhanden: 44 Prozent der Bevölkerung wollen die Stadt gern verlassen, berichtet die Zeit. Wer die deutsche "Schuldobsession" kritisiert, wie Hedwig Richter und Bernd Ulrich das letzte Wochen taten, bedient die Rede vom "Schuldkult", wie Neurechte sie führen, kritisieren die Historiker Christina Morina und Dietmar Süß in der SZ. Der Tagesspiegel stellt einen UN-Bericht zur (oft beklagenswerten) Lage der Frauen in der Welt vor.
Efeu - Die Kulturrundschau
15.04.2021 FAZ und Dlf Kultur empfehlen dringend Thorsten Körners Doku "Schwarzer Adler" über den Rassismus im deutschen Profi-Fußball. Die taz erzählt die Geschichte der fehlenden schwarzen Cowboys im amerikanischen Film. Müssen wirklich 2.000 stattliche Eichen fallen für das neue Dach von Notre Dame, fragt die SZ. Der Tagesspiegel berichtet über einen Skandal in Griechenland, wo der berühmteste Dramaturg des Landes über Jahrzehnte Minderjährige missbraucht haben soll.
Medienticker
15.04.2021 Aktualisiert: Jugendbuchmesse 2021 nur digital & Lesepakt für Deutschland - Compliance & Recht: E-Rechnungsverordnung - Bundesverfassungsgericht kippt Berliner Mietendeckel - Gregor Keuschnig über Malte Herwigs "Der grosse Kalanag" - Arbeit 4.0 & Ein haarsträubender Ritt durch Großraumbüros & die moderne Arbeitswelt - Sahra Wagenknecht im Interview + Norah Jones und ihr Livealbum "Til we meet again" + Aktuelle Buchcharts.
Bücherschau des Tages
15.04.2021 Dlf Kultur empfiehlt tief beeindruckt die autobiografische Geschichte der Sklaven von Suriname, die Anton de Kom, selbst Enkel von Sklaven, 1934 verfasste - elf Jahre, bevor er als holländischer Widerstandskämpfer in einem deutschen KZ ermordet wurde. Die SZ fühlt sich von Frank Schätzing ermuntert, die Welt vor der Klimakatastrophe zu retten. Die NZZ vertieft sich in Dietrich Schottes philosophische Untersuchung des Gewaltbegriffs. Die Zeit findet Audre Lordes Essays aus den 80ern über Rassismus, Patriarchat und Klasse und Sahra Wagenknechts "Die Selbstgerechten" gleichermaßen aktuell.
Freitag, 16.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
16.04.2021 Frankreich hat offiziell die Zahl der 100.000 Coronatoten überschritten - Le Monde zieht traurige Bilanz. Im Spiegel kritisiert der Historiker Peter Longerich die "Jerusalem Declaration", die als "nicht per se" antisemitisch deklariere, was von Antisemitismus nicht zu unterscheiden sei. Der Austritt aus der Istanbul-Konvention macht laut SZ noch einmal deutlicher, wie krass Gewalt gegen Frauen gerade in der Türkei ein Thema ist. Wenn erst die Benin-Bronzen zurückgegeben sind, "werden wir uns überlegen", was Museen in Deutschland behalten dürfen, sagt Mnyaka Sururu Mboro vom Verein Berlin Postkolonial in der taz.
Efeu - Die Kulturrundschau
16.04.2021 Im Filmdienst denken Niklas Maak und Lars Henrik Gass ausführlich über die Zukunft von Kulturbauten nach. FR und Tagesspiegel bestaunen 16 Dying Swans. Die NZZ stellt die Fotografin Christine Turnauer vor, die indigene Einwohner von Kanada fotografierte. Die SZ amüsiert sich über die Herren des Moma, denen Anti-National Anti-Imperialist Feelings ihr Museum wegnehmen wollen. Die taz hört panafrikanische Musik der schweizerisch-ugandischen Sängerin Awori Cynthia Othienos. Tagesspiegel und FAZ wünschten sich, Bryan Fogels Doku über die Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi wäre emotional weniger manipulativ ausgefallen.
Medienticker
16.04.2021 Aktualisiert: Glückwunsch Bill Ramsey zum 90. - London Book Fair nur virtuell - Buch-Branchen-Monitor - PEN-Zentrum sagt Jahrestagung ab - Türkei: Ahmet Altans ist frei - Auszeichnungen: Adorno-Preis für Klaus Theweleit + Roman Bucheli erhält den Alfred-Kerr-Preis & Roberto Benigni den Goldenen Löwen - Takis Würger über "Noah" - Eine späte Stasi-Tragödie: Matthias Jüglers Roman "Die Verlassenen" + Nachruf: Walter Kaufmann ist tot + TV+Radio-Tipps fürs Wochenende.
Bücherschau des Tages
16.04.2021 Die SZ reist mit Justin Marozzi durch fünfzehn "Islamische Imperien". Dlf Kultur klärt mit Afonso Reis Cabral den brutalen Mord an einer Transsexuellen in Portugal auf und blickt mit Bernhard Kegel sachlich und differenziert auf die Klimakrise. Außerdem empfiehlt er James McBrides "wuchtiges", utopisches Epos über das Brooklyn der Sechziger. Die FR hebt einen Schatz mit den raffinierten Gedichten von Ingrid Mylo. Und die NZZ staunt über Hermann Stresaus "mikrosoziologische" Betrachtungen des Kleinbürgertums im Nationalsozialismus.
Samstag, 17.04.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
17.04.2021 Die New York Times blickt mit einem blauen Vogel in den Himmel über New York. Domus bewundert die Mexiko-Fotos von Josef Albers und ihre künstlerischen Folgen. Die taz unterhält sich mit der bosnischen Regisseurin Jasmila Žbanić über ihren Film "Quo Vadis, Aida?" und das Massaker von Srebrenica. Dezeen bestaunt den neuen Maximalismus im Design, der uns jetzt sogar ins Grab begleitet. Im Interview mit der FR fordert der Architekt Christoph Mäckler mehr Mischung in der Stadtplanung. Der Standard hört Musik von Dry Cleaning.
9punkt - Die Debattenrundschau
17.04.2021 Die amerikanische Waffenindustrie bringt nicht nur Gewalt in die USA, sondern auch in die südlichen Nachbarstaaten, schreibt Iaon Grillo im Guardian - die Folge ist eine verstärkte Migration in die USA. Es gab zwei Seiten, die von dem Clinch profitierten, in dem sich Trump und die Medien befanden, nämlich Trump und die Medien - nun folgt der Kater, beobachtet die taz. Der Rückzug der westlichen Länder aus Afghanistan wird die Gewalt in dem Land nicht stoppen, fürchtet die FAZ. hpd.de erklärt, was die Plattform change.org als "implizite Hassrede" versteht und warum sie deshalb eine Petition gegen Islamismus löscht.
Bücherschau des Tages
17.04.2021 Viel Politisches heute: Mit Schrecken erfährt die Welt erfährt in Peter Longerichs "Antisemitismus: Eine deutsche Geschichte", in welchem Ausmaß der Antisemtismus für die deutsche Identitätsfindung eine Rolle spielte. Die taz findet in der Anthologie "Klasse und Kampf", in der Autorinnen, aber auch Autoren ihre Ausgrenzungserfahrungen thematisieren, zu viel "Struggle" und zu wenig Kampf. In der SZ liest der ehemalige Chefredakteur Hans Werner Kilz Sarah Wagenknechts Essay "Die Selbstgerechten" und befindet: Sie kann schreiben und sie hat recht
Montag, 19.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
19.04.2021 Tücke des Sozialstaats: Freischaffenden Künstlern, die in der Krise statt Sozialhilfe zu beantragen in anderen Jobs arbeiteten, droht der Rauswurf aus der Künstlersozialkasse, berichtet die SZ. In vielen afrikanischen Ländern wurde in diesem Jahr gewählt - die Demokratie verlor mit bis zu 95 Prozent, resümiert die taz. Das Leben Alexei Nawalnys hängt an einem Faden, fürchtet die Financial Times. Die FAS porträtiert Hedwig Richter als Pophistorikerin. gechichtedergegenwart.ch rät zur Maske des ärgsten Feinds.
Efeu - Die Kulturrundschau
19.04.2021 Mithu Sanyal antwortet in der FAZ dem Dramaturgen Bernd Stegemann in der Rassismus-Debatte ums Düsseldorfer Schauspielhaus: Klar kann man Rassismus cool überspielen, aber dann ändert man nichts an den Strukturen. Zum Thema kann die SZ auch Shalini Kantayyas Doku "Coded Bias" empfehlen. Der Standard bewundert Kirill Serebrennikows von aller religiösen Glorie befreiten "Parsifal" an der Wiener Staatsoper. Den Unterschied zwischen deutscher und österreichischer Kunst erkennt der Tagesspiegel im Schamanismus. In der Zeit sucht Maxim Biller den guten Deutschen.
Medienticker
19.04.2021 Aktualisiert: Zeitfracht- Kinderbuchpreis - Rainer Moritz über Peter Handkes "Mein Tag im anderen Land" - Hörbuch+Lektüre: Jane Austens "Mansfield Park" - Überleben im Dreißigjährigen Krieg: Grimmelshausens "Simplicissimus Teutsch" - Theater braucht einen Schutzraum + 200. Geburtstag von Louis Lewandowski: Triumph eines genialen Künstlers - Duzen in den Medien - Ende einer großen Karriere: Martial Solal & Coming Yesterday + The next Kanzlerin (?).
Bücherschau des Tages
19.04.2021 Die taz verfolgt atemlos, wie die Künstlerin Xiaowen Zhu anhand eines chinesischen Seidenladens in Los Angeles die Geschichte der Einwanderung in den USA rekonstruiert. Die Abgründe der deutschen Provinz erlebt sie mit Christoph Haas' Geschichten "Eine Nacht im Juli, eine Nacht im Dezember". Der Dlf liest berührt die melancholischen Essays des Dichters Adam Zagajewski. Die NZZ feiert Alexandre Hmines Romandebüt "Milchstraße". Und die FAZ empfiehlt Hörbücher, darunter Jens Harzers skrupulöse Lesung von Paul Celans Gedichten.
Dienstag, 20.04.2021
Magazinrundschau
20.04.2021 Walrus erklärt, warum Immigration in Kanada weitgehendst akzeptiert ist. In der London Review erklärt John Lanchester die Magie der internationalen Finanzwirtschaft am Beispiel der Entstehung eines Öltankers. Der New Yorker überlegt, wieviel Geld Nordkoreas Hacker ihrem Staat einbringen. Respekt fragt sich, wie groß der Einfluss Russlands in Tschechien wirklich ist. Buzzfeed erzählt, wie die indische Regierung die sozialen Medien zur Überwachung, Zensur und Gängelung der eigenen Bevölkerung nutzt. Himal erklärt, wie in Indien die Meritokratie vom Kastenwesen profitiert.
9punkt - Die Debattenrundschau
20.04.2021 Annalena Baerbock ist nun also die Kanzlerkandidatin der Grünen, wie hätte es auch anders kommen können, ist sich die Presse einig. Nur die Buchverlage waren unvorbereitet: Von und über Habeck gibt es Bibliotheken, von und über Baerbock nichts, notiert der Buchreport. Die SZ annonciert in einer neuen schwarz-grünen Koalition einen heftigen Konflikt zwischen Natur- und Klimaschutz. Wenn Putin Alexei Nawalny sterben lässt, raubt er dem Land die Zukunft, schreibt Timothy Snyder in seinem Substack-Blog. In der Washington Post protestiert Cornel West gegen die Abschaffung der "Classical Studies" an der schwarzen Howard University.
Efeu - Die Kulturrundschau
20.04.2021 Die NZZ begegnet Fluss-, Erd- und Sumpfgöttern in der von Olafur Eliasson gefluteten Fondation Beyerle. Die SZ lässt sich von 600 Highwaymen ins Telefontheater verschleppen. Standard und Welt können die Empörung über die Impfprivilegierung der ohnehin schon bevorzugten Wiener Philharmoniker gut verstehen. Der Tagesspiegel möchte gar nicht wissen, wie es um das Sommerfestival der Berlinale steht.
Medienticker
20.04.2021 Pressefreiheit: Angriffe auf deutsche Journalisten verfünffacht - Anschlag auf Dresdner Buchhandlung - Freischaffenden droht der Rauswurf aus der Künstlersozialkasse - Sechs Millionen in Deutschland können schlecht lesen+schreiben & werden von der Digitalisierung benachteiligt - Gert-Jonke-Preis für die Lyrikerin Ann Cotten - Comic-Zeichner Gerhard Seyfried im Hörfunk-Gespräch - Regenbogenpresse schamlos: Bauer Verlag wirft dem ZDF Rechtsbruch vor + NDR macht weitere Einsparungen vom Rundfunkbeitrag abhängig.
Bücherschau des Tages
20.04.2021 Die FAZ liest bewegt Dulce Maria Cardosos Roman "Die Rückkehrer", der vom traurigen Ende einer Kolonialmacht erzählt. Leseglück in Serie beschert Sarah Raich der FR mit ihren Kurzgeschichten "Dieses makellose Blau". Die SZ lässt sich von Mary Gaitskill gern sexuelle Machtdynamiken analysieren. Der DlfKultur goutiert die "schmatzende Sprachlust", mit der Rosmarie Waldrop in ihrem Roman "Pippins Tochters Taschentuch" von Liebe und Verrat erzählt. Der Dlf empfiehlt Colin Crouchs Analysen "Postdemokratie revisited" zum Stand der Demokratie und eigenen Arbeit.
Mittwoch, 21.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
21.04.2021 Putins System tötet Nawalny, langsam und qualvoll, und die ganze Welt schaut zu, schreibt Maria Pewtschich von der Nawalny-Stiftung Antikorruption im Guardian. Putin ist aber multitaskingfähig und konzentriert an der Grenze zur Ukraine so viele Truppen, dass es keine Drohgebärde mehr sein kann, notiert die FAZ. Ebenfalls in der FAZ schreibt der ukrainische Autor Serhij Zhadan über die Stimmung in seinem Land. In geschichtedergegenwart.ch erinnert Claus Leggewie an die ikonische Figur des Ali La Pointe, hinter dessen Bild sich die algerische Protestbewegung versammelt. Die SZ möchte Kultur in verlassenen Kaufhäusern.
Efeu - Die Kulturrundschau
21.04.2021 Die SZ sieht bei Tizian, dass dem Barock weibliche Haut erst dann erotisch erschien, wenn ihrer Farbe ein Hauch von Tod beigemischt wurde. Die FR erlebt bei Pauline Curnier Jardin europäische Zivilisation als Höllenspektakel. Die FAZ erschrickt über das Arsenal der Misogynie bei Botho Strauß. In der Welt spricht der Filmemacher Alexander Nanau über Korruption in Rumänien. Glanz und Elend seziert den Wahrheitsbegriff von Mads Brüggers Nordkorea-Film "Der Maulwurf". Und der Tagesspiegel meldet begeistert neues Liedgut von den Rolling Stones.
Medienticker
21.04.2021 The Information: Eine Paid-Content-Erfolgsstory aus dem Silicon Valley - Aussitzen: Facebook & das Datenleck - Faust oder Mephisto: Gibt es noch den Typus des europäischen Intellektuellen? - Passen öffentlich-rechtlicher Rundfunk & soziale Netzwerke zusammen - Hetze in Katalonien:
Kampagne gegen Autor Javier Cercas - Radikalisierung auf Telegram -Theoretikerin des Konkreten: Im Gespräch die Schriftsteller*in Else Buschheuer + Instagrammerin macht das Lesen wieder cool: "Lass mal lesen".
Bücherschau des Tages
21.04.2021 In der FAZ ist Peter Gauweiler nicht unempfänglich für die Ironie, dass das neue Wir-Gefühl, das Sahra Wagenknecht ausruft, von der rechten in die linke Ecke geschoben wird. Für die FR kann Martin Steinhagens Buch über den Mord an Walter Lübcke nur ein Schritt auf dem Weg zur Aufarbeitung rechter Gewalt sein. Der SZ wird ganz melancholisch zumute mit dem Gedichtband "Abschied" von Cees Nooteboom. Dlf Kultur amüsiert sich mit Hundeporträts aus dem Magnum-Archiv.
Donnerstag, 22.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
22.04.2021 In der Zeit spricht die Historikerin Susanne Heim über den Abschluss der monumentalen Edition "Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden". Es werden Genozide kommen, schlimmer als je, Omnizide. Schuld ist die Klimakrise, warnt der Historiker Jürgen Zimmerer in der taz. Nicht wenige Protagonisten der Studentenbewegung sind später in die extreme Rechte abgerutscht - Wolfgang Kraushaar sieht bei den Salonkolumnisten Kontinuitäten. Während Alexei Nawalny um sein Leben kämpft, sucht der sächsische Ministerpräsident 160 Kilometer entfernt bei einem Sektempfang einen "Modus der Verständigung" mit Putin , notiert die Zeit.
Efeu - Die Kulturrundschau
22.04.2021 Zeit und Welt bewundern die in Punkte gegossene Lebensenergie der in einer Nervenheilanstalt lebenden japanischen Künstlerin Yayoi Kusama. In der FAZ plädiert der angenehm optimistische Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber dafür, künftig mit Holz statt Beton zu bauen. Die Berliner Zeitung lässt sich von dem Musikproduzenten Walter Werzowa erklären, wie er und sein Team mit Hilfe künstlicher Intelligenz Beethovens Zehnte fertig komponiert haben. Die taz bewundert die bunten Vögel bei den Modeschauen von Claudia Skoda. Die Filmkritiker trauern um Monte Hellman.
Medienticker
22.04.2021 Aktuelle Buchcharts: Bestsellerlisten - Florian Rötzers philosophisches Wohn-Sammelsurium - Hanna Mittelstädt über Ihre Lovestory "Blu" - Buchkritiken über Hanno Rauterbergs "Die Kunst der Zukunft" & Arnold Stadlers "Am siebten Tag flog ich zurück" - Rassismus am Theater - Corona-Warn-App: Mehr Sicherheit dank Update? - Erinnerungen an den Pianisten Frank Kimbrough + Zum Tod des Songwriters Jim Steinman:Rock, Wagner und Biker-Kultur.
Bücherschau des Tages
22.04.2021 Die FAZ lässt sich von Yulia Marfutova in ein russisches Dorf um 1918 führen und folgt mit Lana Bastasic einem Roadtrip zweier Freundinnen nach Bosnien. Die SZ liest mit Peter Kamber vom Glanz und Elend der Berliner Theaterdirektoren Fritz und Alfred Rotter in der Weimarer Republik. Mit Rosmarie Waldrop taucht sie ein in die Familiengeschichte der Autorin im Schatten des Nationalsozialismus. Die Zeit begleitet den Bibliothekar Hermann Stresau von 1933 bis 1939 in die innere Emigration. Von Mary Gaitskill lernt sie, was Lust ist.
Freitag, 23.04.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
23.04.2021 Was geschieht mit Uli Siggs Sammlung zeitgenössischer chinesischer Kunst, wenn auch in Hongkong Künstler jetzt wieder dem Sozialismus dienen sollen, fragen sich SZ und NZZ. Dienen die Rassismusvorwürfe am Düsseldorfer Theater wirklich nur der Aufklärung oder auch der Selbstpositionierung, fragt die SZ. Der Tagesspiegel begrüßt die diversesten Oscar-Nominierungen aller Zeiten. Und das ZeitMagazin geht vor den nachdrücklichen dominanten Frauen von Claudia Skoda auf die Knie.
9punkt - Die Debattenrundschau
23.04.2021 Alles dicht. Alles schlicht. Alles klar? Die Aktion #allesdichtmachen, in der sich bekannte Fernsehsehschauspieler gegen die Corona-Politik der Bundesregierung wenden, ist eindeutig daneben gegangen, findet etwa rnd.de. Aber es gibt ja auch schon die Gegenaktion #allesschlichtmachen, tröstet der Tagesspiegel. Für die Kultur ist die Saison mal wieder gelaufen, konstatiert der Tagesspiegel - und die Politik kümmert's nicht. Die taz erklärt, warum die Forschung über den Genozid an den Armeniern Lücken hat.
Medienticker
23.04.2021 Aktualisiert: Anregung oder Anmaßung? Kritik am Preis der Leipziger Buchmesse - Monika Grütters will den Kreativen wirksam zur Seite stehen & den Neustart Kultur bis Ende 2022 fördern - Ideen gegen den Optimierungswahn - Noch ganz dicht? Wirbel um Lockdown-Kampagne - Das Corona-Elend der Comedians + TV+Radio-Hörtipps fürs Wochenende.
Bücherschau des Tages
23.04.2021 Die FAZ erfährt aus dem Band "Der Kaiser und sein Reich", wie unempfindlich die Hohenzollern gegenüber historischen Realitäten sind. Die FR erlebt mit Steffen Kopetzky eine süffige Liebesgeschichte während des Pockenausbruchs in der Eifel. Die SZ zähmt einen Panther mit den Gedichten von Marina Zwetajewas. Außerdem empfiehlt sie neue Jugendbücher. Dlf Kultur folgt Tom Hillenbrand in die Welt der Kryptonerds und fragt mit dem Biologen Lothar Frenz: Wer wird überleben?
Samstag, 24.04.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
24.04.2021 Nach dem Austritt aus der Istanbul-Konvention kann man die Türkei wohl als faschistische Diktatur bezeichnen, sagt die türkische Künstlerin Hale Tenger in der taz. Diversität ist die eigentliche Bestimmung des Hollywoodkinos, erkennt die FAZ mit Blick auf die Oscars. In der Welt diagnostiziert Ben Lerner einen "Hass auf Lyrik". In der nachtkritik entschuldigen sich weitere Regisseure für ihren Rassismus gegenüber Ron Iyamu. ZeitOnline hört Afrofunk aus Ghana. Und die NZZ trauert der rumpeligen Sinnlichkeit des Autos hinterher.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.04.2021 In der taz erkennt der Soziologe Hartmut Rosa nach etlichen Monaten im Home-Office: Der Beschleunigungsdruck wird uns nicht nur von außen aufoktroyiert. In Atlantic sieht Anne Applebaum das Leben von Alexei Nawalny zu einer Metapher werden. Slate fällt auf, dass prominente Newsletter-Autoren selten über Stadtratssitzungen berichten. Die SZ erklärt, wie die neue Litigation-PR der Medienanwälte funktioniert. Und ein bisschen lustlos werfen sich die Feuilletons in die Meinungsschlacht um die Video-Aktion #allesdichtmachen.
Bücherschau des Tages
24.04.2021 Die FAZ begibt sich mit der bretonisch-senegalesischen Lyrikerin Sylvie Kandé auf die „unendliche Suche nach dem anderen Ufer“ und findet „alternative Gedichtschreibung“. Von Alex Feuerherdt und Florian Markl lässt sie sich den Antisemitismus der BDS-Bewegung erläutern. Die SZ lernt bei Şeyda Kurt das radikale „Alphabet der Zärtlichkeit“ kennen. Die taz liest bewegt, wie Melanie Garanin den Tod ihres Sohnes in ihrer Graphic Novel verarbeitet. Interessiert folgt die Welt Mark Gevissers Schilderungen der weltweiten Kämpfe um sexuelle Selbstbestimmung. Und der Dlf begibt sich mit Duncan Hannah auf einen rasanten Ritt durch das New York der Siebziger.
Montag, 26.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
26.04.2021 Der Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention ist ein Schlag für die türkischen Frauen, sagt Asli Erdogan in der FAS. In der FAZ erklärt Armin Pfahl-Traughber, warum er die Begriffe "Islamophobie" und "antimuslimischer Rassismus" zu ideologisch findet, als dass sie tatsächliche Diskriminierungen beschreiben könnten. Die SchauspielerInnen von #allesdichtmachen "spalten die ohnehin aufgeregte Gesellschaft", fürchtet die SZ. Der "Tatort"-Regisseur Dietrich Brüggemann, einer der Organisatoren der Aktion, hält aber laut ntv.de und Netzpolitik an seiner Position fest.
Efeu - Die Kulturrundschau
26.04.2021 Die Oscarverleihung verlief ohne Spektakel und ohne Überraschung: Wie erwartet gewann Chloé Zhao mit ihrem Film "Nomadland", wie unter anderem Tagesspiegel und Standard berichten. In einer Ausstellung zur Arbeiterfotografie begegnet die Welt dem selbstbewussten Blick des Proletariers. Die NZZ bewundert die lockere Naivität der Malerin Rose Wylie. Und alle trauern um die große Milva, die Partisanin des italienischen Schlagers, um Christa Ludwig, eine der berückendsten Mezzosopranistinnen des 20. Jahrhunderts, und um den großen Modedesigner Alber Elbaz.
Medienticker
26.04.2021 Deutschland analog: Experten-Kritik - Baden-Württemberg: Buchhandlungen dürfen wieder öffnen & Corona-Aktuelles aus den Ländern im Überblick - Verlag stoppt Roth-Biografie - Niederlande: Passage über Mohammed in Dantes Hölle gestrichen - Bruno Preisendörfer über entlaufene Helden der Literatur - Langlebig: Jugendsprache "Gegen das Vergessen": Literaturfestival "Stimmen Afrikas" - Zum 80. Geburtstag: Being Markus Lüpertz - Hörfunk-Tipp: Arno Schmidts "Wieland oder Die Prosaformen".
Bücherschau des Tages
26.04.2021 Grammatik kann Spaß machen ruft die FAZ und möchte am liebsten "Hunde im Futur" an alle Drittklässler verschenkt sehen. Gut gefällt ihr auch die milde Lakonie in Ole Könneckes Märchen "Dulcinea im Zauberwald". Der Dlf macht in Raoul Schrotts heutiger Euripides-Übersetzung Bekanntschaft mit der feministischen Alkestis und dem populistischen Menelaos. Der DlfKultur arbeitet sich durch die Bücher, die jetzt die Wirecard-Geschichte aufarbeiten.
Dienstag, 27.04.2021
Magazinrundschau
27.04.2021 Die Burmesen fühlen sich von der Welt verlassen, warnt Atlantic. In Südafrika ist der Klassenkampf in der Schwebe, diagnostiziert Africa is a Country, angesichts der maroden ANC-Politik. Bellingcat und Osteuropa erklären den Hintergrund der Ausweisung russischer Diplomaten durch Tschechien, die mit der Explosion für die Ukraine bestimmter Munition eines bulgarischen Waffenhändlers zusammenhängt. Der Guardian überlegt, wie man Whiteness abschaffen kann. Pitchfork hört den 'climate grief' in klassischer Musik.
Efeu - Die Kulturrundschau
27.04.2021 Die NZZ stellt in einer Schau zu deutschem Design fest, dass der Eiserne Vorhang zumindest für fluide Formen durchlässig war. Recycling macht kreativ, ruft die taz den Architekten zu. Die FAZ erinnert an den Fassbinder-Skandal von 1985 und sieht in ihm auch eine Folge des Frankfurter Häuserkampfs. Der DlfKultur möchte im Streit um den Buchmessenpreis Qualität und Diversität nicht gegeneinander ausspielen. In China herrscht keine große Freude über den Oscar für Regisseurin Chloé Zhao, weiß die New York Times. Und die SZ hört den perfekten Popsong.
9punkt - Die Debattenrundschau
27.04.2021 In La Règle du Jeu protestiert Bernard-Henri Lévy gegen die Verhinderung des Prozesses zum Mord an Sarah Halimi - der Mörder, der Halimi unter "Allahu akbar"-Rufen aus dem Fenster warf, wurde von vornherein für schuldunfähig erklärt, weil er sich vor seiner Tat mit Drogen aufgeputscht hatte. In Time träumt Judith Butler im Zeichen der Coronakrise von globaler Entgrenzung und Abbau der Individualität auf einer Erde, in deren Zentrum nicht der Mensch steht. Die SZ berichtet über die Gleichschaltung ungarischer Universitäten mithilfe von EU-Geldern. Die taz beklagt Sarah Wagenknechts "verstaubte Spießermoral".
Medienticker
27.04.2021 Medienpolitik in Polen: Angriff auf die Pressefreiheit? - Weniger Buchveröffentlichungen + Die besten Kriminalromane 2021 - René Aguigah über Preis den Leipziger Buchmesse: Der deutschsprachige Literaturbetrieb ist weiß - "Bei allen liegen die Nerven blank": Ulrich Matthes über #allesdichtmachen - Kulturzeit extra: Die Oscar-Nacht 2021 & Die Zukunft des Kinos - Ludwig Wittgenstein zum 70. Todestag: Auf der Suche nach der Wirklichkeit + Kommentar zu den Vorwürfen gegen Michel Foucault.
Bücherschau des Tages
27.04.2021 Der DlfKultur labt sich an der flackernden sprachlichen Schönheit in Anja Kampmanns Gedichten "der hund ist immer hungrig". Die FAZ sinniert dagegen mit Theresa Präauers Geschichten "Das Glück ist eine Bohne" über die Unerträglichkeit des Schönen. Mit Interesse liest sie auch Anja Röckes "Soziologie der Selbstoptimierung". Die SZ entdeckt mit "Chaos, Glück und Höllenfahrten" Wiglaf Drostes empfindsame Seite.
Mittwoch, 28.04.2021
Efeu - Die Kulturrundschau
28.04.2021 Kein Wunder, dass niemand die Oscars schaut, wenn kaum jemand die nominierten Filme kennt, meint die Zeit. Mit weiterer Exklusion ist niemandem geholfen, entgegnet die FAZ den Polterern, die fordern, die Geschichte der klassischen Musik einer Kolonialkritik zu unterziehen. Die taz tanzt mit den Tänzerinnen der Weimarer Republik entrückt durchs Georg Kolbe Museum. Hyperallergic tarnt sich mit Heu und bewundert bei der Triennale "Estamos Bien" in New York lateinamerikanische Kunst jenseits von Stereotypen. Und die NZZ klettert in Rom auf brutalistische Baumkronen.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.04.2021 In der SZ protestiert ein Quartett der deutschen Rock- und Popmusik gegen die geplante Urheberrechtsnovelle. In der taz fragt Georg Diez, welche Verwüstungen die Pandemie in der öffentlichen Debatten hinterlassen wird. In der Welt untersucht Ahmed Mansour die modische Rhetorik des politischen Islams. Die NZZ rät Adolf Muschg in seinen Attacken auf die Cancel Culture zu weniger Krassheit und mehr Präzision. Und die Krautreporter feiern das Aus der geplanten Presseförderung.
Medienticker
28.04.2021 Rassismus am Theater: Was ist los an den Theatern? & mit Raubtieren reden im Residenztheater München - Buchhandlungen dürfen auch in Bayern öffnen - Zeitschriften Print-Anzeigenerlöse brechen um 11 Prozent ein - Protestbewegung: Verfassungsschutz beobachtet "Querdenker" bundesweit - Deutsch-Abitur: Und schon wieder Goethe ... + Land versus Landschaft: "Magnetic North" in der Frankfurter Schirn.
Bücherschau des Tages
28.04.2021 Fast nur Hymnen für Judith Hermanns „Daheim“: NZZ, taz und Dlf Kultur bewahren dank Hermann ihren Glauben an die Literatur und sehen die Autorin auf der Höhe ihrer Kunst. Die FAZ fühlt sich immerhin gut unterhalten. Die NZZ zieht mit dem britischen Kolumnisten John Kampfner eine erste Bilanz der Merkel-Ära. Die SZ spürt die „elektrostatische Spannung“ im Unbewussten der Amerikaner mit Jenny Offills Roman „Wetter“. Der Dlf lässt sich von Audre Lorde durch das „Dickicht der Identitätsdebatten“ führen und begrüßt mit Ali Smith den Frühling.
Donnerstag, 29.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
29.04.2021 Die Behauptung, Politik, sei durch wissenschaftlichen Rat getrieben, ist auch oft genug eine Schutzbehauptung von Politikern, die Verantwortung scheuen, sagt Juli Zeh in der Zeit. Wissenschaftsskepsis findet sich jedenfalls nicht nur rechts, schreibt Natalie Grams in hpd.de mit Blick auf die Homöopathie-Anhänger. Die SZ freut sich, dass Deutschland nun über die Rückgabe der Benin-Bronzen diskutieren will. In Indien wüten neue Mutanten des Coronavirus auch deshalb so ungehemmt, weil Narendra Nodi riesige religiöse Feste zuließ, konstatiert der Indienforscher Axel Michaels in der FAZ. In der SZ fleht der schottische Schriftsteller Misha Glenny: "Nehmt uns zurück!"
Efeu - Die Kulturrundschau
29.04.2021 Ein gläsernes Wunder! Die Journalisten feiert unisono die grundsanierte Neue Nationalgalerie Mies van der Rohes und den für die Renovierung verantwortlichen Architekten David Chipperfield. Das Van Magazin blickt traurig auf den Verkauf der Villa Henze. Experimentalfilme über die Coronakrise sah die taz bei den Kurzfilmtagen Oberhausen. Wie erkennt man eigentlich einen Maler, eine Malerin, wenn sie nicht lauthals "hier, ich, Maler!" rufen, fragt sich die Welt am Beispiel der Mathilde Tardif. In der FAZ behauptet Christoph Nix: Die meisten deutschen Intendanten sind viel besser als ihr Ruf.
Medienticker
29.04.2021 Als im Werkkreis Bücher gelesen wurden - Charta der Meinungsfreiheit: Gegen das Echauffieren, Aufheizen & in Hashtags denken - Generationenkonflikte: Es geht um Macht - Lehrererfahrungen: Klassische Schullektüre kommt besser an als man denkt - Nation & Nationalismus: Jede Generation schafft sich ihre nationalen Mythen - Notendrucker: Der Gutenberg der Musik - Auch in NRW öffnen die Buchhandlungen ... + Die Sachbuchbestenliste Mai.
Bücherschau des Tages
29.04.2021 Dlf Kultur lässt sich mit "Die gefallene Stadt", dem zweiten Band der Balkan-Trilogie Olivia Mannings, erneut gern in das Leben der britischen Kolonie im Bukarest der Verziger ziehen. Die FAZ taucht mit Ulrike Edschmids Roman "Levys Testament" ein ins linke London der Siebziger. Außerdem schwelgt sie mit einer vierbändigen Thomas-Kling-Werkausgabe hemmungslos im geliebten Kling-Sound. Die FR begeistert sich für die vielen weiblichen Perspektiven in der Anthologie "Frauen | Lyrik". Auch SZ und Zeit feiern heute Judith Hermann als große Schriftstellerin.
Freitag, 30.04.2021
9punkt - Die Debattenrundschau
30.04.2021 Das Versagen der indischen Politik in der Coronakrise ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ruft Arundhati Roy im Guardian. Aber auch die westlichen Länder machen sich schuldig, weil sie Patente und Impfstoffe nicht weitergeben, schreibt Sanka Chandima Abayawardena in politico.eu. In Deutschland feiern die taz und Zeit online das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz - nur die NZZ schimpft. Erste Benin-Bronzen werden zurückgegeben. Die SZ freut sich so halb und halb. Wolfgang Kraushaar kommt in einem taz-Essay auf den arabischen Frühling und die Occupy-Bewegung zurück.
Efeu - Die Kulturrundschau
30.04.2021 Die FAZ hört buchstäblich die Champagnerkorken knallen in einer Ausstellung mit Druckgrafiken aus dem Pariser Fin de Siecle. Knallige Farbflächen bewundert auch der Standard in der Retrospektive der Malerin Xenia Hausner. Zeit online, Tagesspiegel und Berliner Zeitung berichten von Vorwürfen des Machtmissbrauchs gegen Shermin Langhoff am Gorki Theater. Die Welt ermüdet vor zu viel Design von Dieter Rams. Zeit online hört den reifsten Käse dieses Sommers, aufgenommen von Cro. Die SZ bleibt lieber bei Haftbefehl.
Medienticker
30.04.2021 Zeh, Dorn & Kehlmann blicken nicht auf sich, sondern auf die Welt - Barbara Honigmann erhält den Jean-Paul-Preis - Hörfuk-Interview mit Judith Hermann über ihren neuen Roman "Daheim" - Charta der Meinungsfreiheit: Gegen das Echauffieren, Aufheizen in Hashtags - Recherche zu #allesdichtmachen: Meinungsvielfalt war nicht erwünscht + Raubkunst: Die Rückgabe der Benin-Bronzen ist beschlossen.
Bücherschau des Tages
30.04.2021 Welt, SZ, taz und Dlf Kultur lesen verschiedene Bücher zum Thema Gleichberechtigung: Vor allem empfehlen sie Rebekka Endlers „Patriarchat der Dinge“, das mit Biss zeige, wie selbstverständlich der Mann als Maß aller Dinge gelte. Die Welt staunt außerdem, wie offen die Journalistin Mareice Kaiser das Thema „Mutterschaft“ anpackt. Die FAZ erfährt bei Colin Crouch, wie sehr der Politikwissenschaftler den Populismus einst unterschätzte. Die SZ wacht mit Sascha Filipenko nach zehn Jahren in Weißrussland aus dem Koma auf und stellt fest: Nichts hat sich verändert. Für ein Meisterwerk hält Dlf Kultur Antonio Lobo Antunes’ neuen Roman über das von Portugal kontrollierte Angola der Siebziger.