Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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  • Monotheismus-Debatte im Perlentaucher: Angestoßen von Jan Assmann. Mit Beiträgen von Klaus Müller, Peter Sloterdijk und anderen
  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
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Perlentaucher-Fakten

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Bücher
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Buchautoren

Perlentaucher Archiv

Sortiert nach Datum | Rubriken

Dienstag, 01.02.2011

Magazinrundschau

Das Baby ist geboren!

01.02.2011 In Newsweek begrüßt Gameela Ismail die Geburt des ägyptischen Selbstbewusstseins. Die chinesische Zensur jagt Kaninchen, berichtet Rue89. Die LRB erzählt, wie Potemkin Productions funktioniert. In Chapati Mystery erklärt der Verleger Rakesh Khanna die Tamilen zu Spezialisten des Camp. Quaterly Conversation erliegt dem äußerst riskanten Erzählen des Nikolai Leskow. In El Pais Semanal begrüßt der Schriftsteller Chico Buarque die neuen Reichen in Brasilien. In Salon schaudert Jacek Dehnel zwischen mörderischen Bommeln und tödlichen Polstern eines Triester Familienmuseums. 

Heute in den Feuilletons

Das bunte Geflüster

01.02.2011 Eine Nachricht an die Demonstranten in Ägypten: Dank Google kann man jetzt auch telefonisch twittern. Die Berliner Zeitung recherchiert über das Elend des Kulturprekariats und den relativen Wohlstand seiner Verwalter. Die New Republic ärgert sich über die im Netz und den Medien gefeierte Detroiter Desaster-Ästhetik. In der FR warnt der Nahostexperte Daniel Gerlach davor, die islamistische Gefahr zum "Argument für alles" zu machen. Das Medienblog DWDl.de wundert sich sehr doch sehr über die aktuelle Schwerpunktsetzung der Öffentlich-Rechtlichen. Die NY Times thematisiert den klaffenden Gender Gap bei der Wikipedia. Die SZ unternimmt einen Streifzug durch die Opernlandschaft der neuen Länder. Sie ist blühend!

Bücherschau des Tages

Kleines Grasschiff

01.02.2011 So schön hat noch niemand die Schnecke besungen, freut sich die FAZ über Jan Wagners Gedichte "Australien". Die SZ bewundert Ursula Krechels Gedichte "Jäh erhellte Dunkelheit", in denen sie die Buchstaben sich finden lässt. Außerdem findet sie im neuesten Band der Marx-Engels-Gesamtausgabe Hinweise darauf, dass Friedrich Engels Sozialdemokraten mochte. Die NZZ emphielt Peter Schabers Schrift "Instrumentalisierung und Würde".

Medienticker-Archiv

Abgeschaltet

01.02.2011 Prozessjournalismus und Ägypten: TV+Onlinemedien enttäuschen und Al-Dschasira bittet Blogger um Hilfe - Geheimnisverrat: Zu viel Freiheit für die Presse? - Angoulême: Europas beste Comics sind gefunden - Die Gazette: Feminismus 2.0 oder Der diskrete Charme der Dummheit: Eva Herold über Schönheit, Oberflächlichkeit und Miriam Meckel - "? und die Traurigkeit vergisst uns einen Augenblick lang": Über Esther Kinskys "Banatsko" + He can't dance: Phil Collins wird 60.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

01.02.2011 Wird sich das Meer teilen?

Mittwoch, 02.02.2011

Heute in den Feuilletons

Mit der Waffe des Künstlers

02.02.2011 In der taz feiert der Politologe Amr Hamzawy das neue Ägypten. In der FR erklärt Moshe Arens, warum Israel am besten mit Diktaturen kann. Die Welt beobachtet 2000 Heavy-Metal-Fans beim Nachmittagsbier am Pool. In der SZ erklärt Walter Burkert, warum Jesus kein Vegetarier war. Die FAZ stellt arabische Rapper vor.

Bücherschau des Tages

Juhu! macht Kerouac

02.02.2011 Elegantesten Nonsens entdeckt die SZ in Max Goldts Kolumnensammlung "Gattin aus Holzabfällen" und kürt ihn zum Meister in der Disziplin Kurzprosa zu Abfotografiertem. Die FAZ freut sich über einen neuen alten Krimi von Elmore Leonard "Road Dogs". Staunend betrachtet sie die von Beat Wyss gesammelten "Bilder von der Globalisierung". Die FR liest Harvey Pekars Literatugeschichtscomic "The Beats".

Medienticker-Archiv

Hoffen auf das Web 3.0

02.02.2011 Internet und Demokratie: Sehnsucht nach der digitalen Revolution - Blogger in Wut: Blogger wehren sich gegen Broschüre der Zeitungsverleger - Smartphone top, On Demand (noch) Flop: Weltweite Trends der Mediennutzung - e-Paper: Erfolg für die taz - Journalismus: Aufbruch oder Ausverkauf? - Übersetzerurteil: Hanser plant Verfassungsbeschwerde, Felicitas von Lovenberg sieht die schöne Literatur bedroht und Martin Lüdke hält dagegen.

Im Kino

Anhalt am Irdischen

02.02.2011 Ein Film, der Sprünge macht, und Töne und Bilder findet, die dauerhaft in Erinnerung bleiben, das ist Joao Pedro Rodrigues' Drag-Queen-Drama "To Die Like a Man". Einen Blick wert ist auch "I Killed My Mother", in dem der erst zwanzigjährige Frankokanadier Xavier Dolan in wilden Bildern von heftigsten Auseinandersetzungen eines schwulen Heranwachsenden mit seiner Mutter erzählt.

In eigener Sache

Die Perlentaucher danken ihren Lesern!

02.02.2011 Wir hatten in den dunklen Wald gepfiffen, und gottlob schallte es zurück! Die Reaktion auf unseren Unterstützungsaufruf war überwältigend! Gut 22.000 Euro sind in zwei Wochen zusammengekommen. Diese Aktion hat uns gezeigt, dass der Perlentaucher von seinen Lesern gewollt und mitgetragen wird.

Donnerstag, 03.02.2011

Heute in den Feuilletons

Ein Mumienkopf bricht eben leicht ab

03.02.2011 Hamed Abdel-Samad meint in der Jungle World: Die Muslimbrüder habe mit den Protesten in Ägypten nichts zu tun. Die FAZ geißelt die unfähige Ägypten-Berichterstattung von ARD und ZDF. Im Guardian fürchtet Timothy Garton Ash: Der richtige Vergleich könnte nicht Europa 89, sondern Iran 79 sein. Die FR macht sich Sorgen um ägyptische Kunstschätze. Techcrunch studiert die Antwort der NY Times auf Rupert Murdochs Ipad-Zeitung The Daily. Die taz fragt, warum die Schwulenbewegung bis in die Neunziger zum Thema sexueller Missbrauch geschwiegen hat.

Bücherschau des Tages

Abgebrühte Leichtfüßigkeit

03.02.2011 Als grandioses Gesellschaftspanorama preist die Zeit Katherine Ann Porters Roman "Das Narrenschiff". Entsetzt ist sie über Bascha Mikas Streitschrift "Die Feigheit der Frauen". Hingerissen ist die NZZ von Ana Maria Matutes kunstvollem Roman "Unbewohntes Paradies". Intelligentes Lesevergnügen verspricht die SZ mit Ricardo Piglias Kolportagekrimi "Ins Weiße zielen". Und die FAZ verfolgt gebannt Massimo Carlottos Geschichte "Der Flüchtling".

Medienticker-Archiv

Unter die Bindehaut

03.02.2011 Google Art Projec: Museen wie Tate Britain und die Uffizien stellen ihre Meisterwerke ins Netz - Android 3.0: Google attackiert das iPad mit Honigwaben - Stimmungsmache: Amerikas rechte Meinungsmaschine - Kluger Kopf: Welt engagiert Alexander Kluge für Gesprächsreihe - Redakteure: Thomas Knüwer über Onliner und Offliner - Netzwelt-Ticker: Hacker fürchten Internet-"Kill Switch" + Draußen vor der Türe: Roman Polanski dreht wieder.

Freitag, 04.02.2011

Heute in den Feuilletons

Die Notwendigkeit von Kulturradikalismus

04.02.2011 In den Zeitungen viele pessimistische Blicke auf die Unruhen in Ägypten. Michael Wolffsohn fürchtet im Tagesspiegel, dass es in Ägypen wie im Iran oder im Gaza-Streifen laufen wird. Gunnar Heinsohn sagt das "große Töten" in der FAZ erst noch an. Die New York Times und der Boston Globe bringen große Bilder. Die NZZ sucht nach den Ursachen der aktuellen Kreiskymanie in Österreich.

Bücherschau des Tages

Fockmasttop, Dommel, Quecke

04.02.2011 Zur wertvollsten Lektüre des Frühjahrs deklariert die FAZ Arno Geigers Buch über seinen dementen Vater "Der alte König in seinem Exil". Auch Anne Wiazemskys Nachkriegsgeschichte "Mein Berliner Kind" kann sie sehr empfehlen. Die SZ überkam beim Lesen von Jan Wagners schönem Gedichtband "Australien" ein unabwendbarer Anflug von guter Laune.

Medienticker-Archiv

Der Text ist sakrosankt

04.02.2011 Hans-Christian Oeser: Übersetzer schlagen sich mit Verlagen herum, vor allem aber mit Wörtern - e-Book: "2014 ist jedes zweite in den USA verkaufte Buch elektronisch" - Google Book Settlement: Rechtemanager in der Warteschleife - e-Paper: e-Abo-Spiegel-Boom durchs iPad und Pressestimmen zu Murdochs The Daily - Buchclubs: Partner auf Zeit - Nach dem ZDF-Vorleser-Aus: Elke Heidenreich will zurück + Drei Theater-Nachtkritiken.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

04.02.2011 Die Zukunft des Lesens.

Samstag, 05.02.2011

Heute in den Feuilletons

Diesmal nicht mit der Flex

05.02.2011 In der FR stellt der ägyptische Schriftsteller Khaled Alkhamissi klar: Diese Revolution ist der ägyptischen Jugend zu verdanken und niemandem sonst. Die NZZ erkundet den Stand der Keramikkunst in Japan. Die FAZ bringt eine Beilage zur Berlinale und porträtiert den iranischen Regisseur Mohammed Rasoulof, der wie Jafar Panahi im Gefängnis sitzt. Die taz fragt: Wird Nicole Krauss verrissen, weil sie so schön, begabt und berühmt ist? Elfriede Jelineks "Winterreise" in Hamburg findet vereinzelte Befürworter. 

Bücherschau des Tages

Zuneigung und Einsamkeit

05.02.2011 Die FAZ lässt die Ohren hängen: Laurens Straub entfaltet in seinem Essayband "Mein Kino" die ganze Tragödie des deutschen Post-Autorenkinos. Die taz liest Kathy Ackers Roman "Meine Mutter. Dämonologie", die radikale Geschichte der Selbstfindung eines modernen Menschen. Die SZ sitzt im Pimmelwartezimmer der Löcherkrake und freut sich über die Hörbuchversion von Bibi Dumont Taks Kindersachbuch "Kuckuck, Krake, Kakerlake".

Montag, 07.02.2011

Heute in den Feuilletons

Dimettiti!

07.02.2011 Die SZ fragt: Wer hat Cyril Tuschis Film über Michail Chodorkowskij geklaut, der in fünf Tagen auf der Berlinale laufen soll? Alle sind begeistert von der tiefernsten und hochkomischen Szenencollage "Zwischenfälle" am Burgtheater und feiern Andrea Breth und ihre Schauspieler. Die taz fordert zusammen mit vielen anderen Medien die Freilassung der iranischen Filmemacher Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof. Die NZZ erklärt den Unterschied zwischen den ägyptischen Muslimbrüdern und ihrem Ableger im Gaza-Streifen, der Hamas. Und zwei Meldungen aus den Blogs: Rivva verabschiedet sich. Aol kauft die Huffington Post.

Bücherschau des Tages

Juvenile Spannkraft

07.02.2011 Ein Meisterwerk: Die FR jubelt über Philip Roth' neuen Roman "Nemesis", der so intelligent wie gallenbitter von Bucky Cantors Kampf gegen das Schicksal erzählt. FR und FAZ loben außerdem Frauke Geykens Biografie über Freya von Moltke sowie die Abschiedsbriefe von Helmuth James von Moltke aus dem Gefängnis Tegel. Die FAZ empfiehlt auch Henry Roussos Aufarbeitung des Vichy-Regimes "Frankreich und die 'dunklen Jahre'".

Medienticker-Archiv

Start-up offline

07.02.2011 Verlage kippen commentarist.de aus dem Netz - e-Books werfen Rankings durcheinander: New York Times veröffentlichte Book-Bestsellerliste - Wolfram Schütte zur Wiedervorlage von Arno Schmidts "Zettel(')s Traum" und über Arno Geigers Vater-Buch "Der alte König in seinem Exil" - Billig wird teuer: Über den Wandel des Buchhändler-Berufs + Schaubühne und -spiel, Burg- und Nationaltheater: Vier Theaterkritiken.

Vorgeblättert

Zsuzsa Bank: Die hellen Tage

07.02.2011 Seri, Karl und Aja sind die Helden in Zsuzsa Banks Roman "Die hellen Tage". Sie erleben zusammen eine idyllische Kindheit in den sechziger Jahren in einer süddeutschen Kleinstadt, in Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie gehen zusammen zum Studium nach Italien, und Rom wird zum Prüfstein ihrer Freundschaft. Lesen Sie hier einen Auszug.

Bücherbrief

Schule des Erzählens

07.02.2011 Esther Kinsky nimmt uns mit in den Banat, Georges-Arthur Goldschmidt liest Kafka, Milada Souckova führt uns in eine Schule des Erzählens, Edward Said bespricht Musik ohne Grenzen, Karen Duve isst anständig und Jan Wagner besingt eine Schnecke, Hamed Abdel-Samad prophezeit den Untergang der islamischen Welt. Dies alles und mehr in den besten Bücher des Monats Februar.

Dienstag, 08.02.2011

Magazinrundschau

Spezialisten fürs Denken

08.02.2011 Die LRB untersucht die Strukturen des Mubarak-Regimes. In World Affairs erklärt Vaclav Havel das Absurde. In ResetDoc überlegt Tariq Ramadan, welche Rolle die Muslimbrüder in einem demokratisch regierten Ägpten oder Tunesien spielen würden. Himal widmet sich der klassischen indischen Musik. Vanity Fair reist nach Irland und findet Hanoi, ungefähr 1950.

Heute in den Feuilletons

Kein Terminkalender-Reflex-Geseier

08.02.2011 Es ist vor allem eine Revolte der arabischen Jugend, sagt Boualem Sansal im taz-Interview. In der FR fordert Tariq Ramadan Demokratie in Ägypten. Die NZZ beobachtet nicht ohne Amüsement die Windungen staatsfrommer arabischer Medien. Für die FAZ berichtet der Schriftsteller Michael Roes aus dem Jemen. Zu Ehren von Thomas Bernhard bringt die Welt ein Dramolett Benjamin von Stuckrad-Barres Netzwertig fragt, was zwei große Qualitätszeitungen ernstlich gegen den News-Aggregator commentarist.de haben könnten.Und Monika Maron wendet sich in ihrer Lessingrede gegen den Begriff des "Fundamentalismus der Aufklärung".

Bücherschau des Tages

Plotten heißt sterben

08.02.2011 Als Lebenselixier empfiehlt die alternativ-subversive FAZ Stephane Hessels "Empört Euch!", das jetzt auch auf Deutsch gekostet werden kann. Empören heißt Leben! Sehr lebendig findet sie auch Ulrich Peltzers Poetikvorlesungen "Angefangen wird mittendrin". Die SZ preist Eric Selbins Geschichte "Gerücht und Revolution" als großen Wurf. Die FR ist sehr beeindruckt von Arno Geigers Buch über seinen dementen Vater "Der alte König in seinem Exil". Und die NZZ lässt sich von Zsuzsa Banks neuem Roman "Die hellen Tage" verzaubern.

Medienticker-Archiv

Streit um "Pest" und Co.

08.02.2011 Kanadische Universität veröffentlicht kostenlos Camus-Werke - iPad: Verlage beraten Vorgehen gegen Apple - AOL und HuffPo: Die Lose-Lose-Situation und Arianna Huffington im Gespräch - DFFF: Kulturstaatsminister Bernd Neumann will Filmförderfonds verlängern - Pinar Selek: Grass setzt sich für verfolgte türkische Autorin ein - Fakt oder Mär? Die arabische Facebook-Revolution - Blues im Blut: Zum Tod des Gitarristen Gary Moore.

Mittwoch, 09.02.2011

Heute in den Feuilletons

Nur die Arroganz ist geblieben

09.02.2011 In der Welt wirft Boualem Sansal einen eher pessimistischen Blick auf die Unruhen in Ägypten. Die FR berichtet über den Prozess gegen die Autorin Pinar Selek in Istanbul. Die FAZ interviewt  Mohammed Waheed, den Vizepräsidenten der ersten muslimischen Demokratie auf den Malediven. Außerdem attackiert die FAZ die antitotalitären französischen Intellektuellen. Die SZ ist angewidert vom Auftritt der Sportmoderatorin Monica Lierhaus bei der "Goldenen Kamera".  Und wir fragen uns: Wie überzeugend ist Meryl Streep als Maggie Thatcher?

Bücherschau des Tages

Alles ist Bericht

09.02.2011 Enthusiastisch präsentiert die SZ Sepp Dreissingers Band "Was reden die Leute" über einen gar nicht schwermütigen Thomas Bernhard. Die NZZ freut sich, mit "Das Mädchen meines Herzens" endlich mal einen Roman von  Buddhadeva Bose auf Deutsch lesen zu können. Bei Arno Geiger lernt sie das Glück eines intakten Gedächtnisses.

Medienticker-Archiv

AOL = Arianna Online?

09.02.2011 Ende einer Netz-Kultur? AOL und Arianna Huffington schmieden Allianz - Die IVW-Zahlen der News-Branche: Bild.de stärker, Spiegel Online verliert - iPad: Europäische Zeitungsverleger fordern freien Zugang - Die Feinde der Stille: Carl Wilhelm Macke über die Aufklärungsarbeit von Human Rights-Gruppen und Bloggern - Unterwegs nach Utopia: Über Joseph Roths "Juden auf Wanderschaft" + In memoriam: Thomas Bernhard 2.0.

Virtualienmarkt

Print minus 20 Prozent

09.02.2011 Zwischen den USA und Europa tut sich ein großer Graben auf: der eBook-Graben. Während in Amerika schon in drei Jahren mit digitalen Bücher ebenso hohe Umsätze erwartet werden wie mit gedruckten, versucht Kontinentaleuropa den digitalen Wandel durch hohe und festgefügte Preisdämme aufzuhalten.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Vorhutkonkurrenz: Ausblick auf die Berlinale 2011

09.02.2011 22 potenzielle Oscars sind im Anmarsch auf die Berlinale: "True Grit", der Eröffnungsfilm der Coen-Brüder , hat zehnmal die Chance, wird allerdings, wie es aussieht, vergleichsweise leer ausgehen in Konkurrenz zum Historien-Heuler, -Flucher und -Stotterer "The King's Speech", den Dieter Kosslick in die unfreiweillig surreal zusammengesetzte Gemischtwarenreihe namens Berlinale Special nachnominiert hat, auf deren Operationstisch sich regelmäßig Nähmaschinen und Regenschirme begegnen. "The King?s Speech" sagte im Gegenzug den zugesicherten Schlussfilmauftritt beim kurz vor Berlin liegenden Rotterdam-Festival wieder ab. Nur ein Zeichen für das

Donnerstag, 10.02.2011

Heute in den Feuilletons

Ich lehne den Tod strikt ab

10.02.2011 In der FAZ erklärt die israelische Schriftstellerin Hadara Lazar, warum ihr Land angesichts der ägyptischen Unruhen zwischen Sympathie ud Furcht schwankt. In der taz sieht Bahman Nirumand keine Parallele zwischen Iran 79 und Ägypten 11. Die Zeit bringt zwei ägyptische Autoren, einen patriotischen und einen armeefreundlichen. Außerdem freut sie sich auf die Berlinale, wo mit Schönheit und Konsequenz die schwermütigsten Themen transzendiert werden. 

Bücherschau des Tages

Ein Akt sozialer Wärme

10.02.2011 Zeit und FAZ sind sich einig: Philip Roth ist der Größte, sein neuer Roman "Nemesis" wahrhaft großartig. Außerdem lernt die Zeit von David Miller den "Trost der Dinge" zu schätzen und die Bedeutung des Konsums. Die FR verfällt der Erotik von Robert Doisneaus Paris und empfiehlt sehr Ulrich Peltzers Poetik-Vorlesungen "Angefangen wird mittendrin".

Vorgeblättert

Martha Gellhorn: Reisen mit mir und einem Anderen

10.02.2011 "Bevor ich die besten der schlechtesten Reisen aussuche, sollte ich mich eigentlich erst der Länder erinnern, in denen ich gewesen war..." schreibt Martha Gellhorn in ihrem Buch "Reisen mit mir und einem Anderen". Es sind ungefähr sechzig, manche Länder hat sie mehrfach bereist. Lesen Sie einen Auszug des Berichtes einer Reise mit Hemingway.

Medienticker-Archiv

Die Kraft einer Stimme

10.02.2011 "We fight for our rights": Das TV-Interview mit der Ikone der ägyptischen Protestbewegung Wael Ghomin - WikiLeaks: Aufstieg und Fall des Popstars Julian Assange - FFA-Bilanz: Ernüchterndes deutsches Kinojahr 2010 - Volker Herres' ARD-Diagnose: "Im Ersten gibt's zu wenig zu lachen" - Buch und Film: Literatur zur besten Sendezeit + 5 Sterne, bitte! Markus Barth erklärt, warum Autoren nicht zaghaft sein dürfen, wenn sie Erfolg haben wollen.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Wo der Strom herkommt: Zur Shibuya-Minoru-Retrospektive

10.02.2011 Ganz heimlich, still und leise schleicht sich der elektrische Strom in die japanischen Haushalte - zwar kommt er auch hier aus der Steckdose, doch die ist, wie man in "Righteousness" (1957) von Shibuya Minoru sehen kann, Bestandteil der von der Decke hängenden Lampe. Und wenn die nicht leuchtet, kriegt man auch keinen Saft auf den allseits etwas beäugten elektrischen Rasierapparat, den die Schwarzmarkthändlerin Okyo (Miyoshi Eiko) arg aufdringlich ausgerechnet an ihre Nachbarinnen verhökern will. Eine findet ihn als Massagegerät wohl brauchbar, die andere rasiert sich zum Test den Nacken aus - abnehmen will ihn der ansonsten sehr geschäftigen Händlerin indessen keiner.

Freitag, 11.02.2011

Heute in den Feuilletons

Vielsprachiger Megaaustausch

11.02.2011 Die taz ist heute grün statt rot. Und Alexander Kluge rät zu einem konstruktiven Akt der Solidarität für Jafar Panahi. In der Welt schreibt Andrzej Stasiuk über finstere polnische Reaktionen auf Jan Gross' Buch über Antisemitismus im Nachkriegspolen.  Im Blog der New York Review of Books erzählt Yasmine El Rashidi, wie sie Mubaraks Rede und die Reaktion der Ägypter erlebte. Mehrere Feuilletons lesen Daniel Domscheit-Bergs Abrechnung Julian Assange.

Bücherschau des Tages

Ein unfassbar gedankenloser Chaot

11.02.2011 Mit großer Aufregung haben die Zeitungen Daniel Domscheit-Bergs Abrechnung mit Julian Assange "Inside Wikileaks" gelesen, die Enthüllungen hielten sich dann aber in Grenzen. Die FAZ attestiert dem Buch trotzdem charakteristische Offenheit, die SZ sieht eher enttäuschte Liebe am Werk. Außerdem feiert die FAZ Thomas Glavinics Roman "Lisa" als einen Angriff auf alles Zartbesaitete. Die SZ empfiehlt Frauke Geykens Biografie der Freya von Moltke.

Medienticker-Archiv

Anschluss zur Außenwelt

11.02.2011 Breitband-Internet im ländlichen Raum - Ins Abseits gefördert: Ist der Deutsche Film von der Rolle? Bücheraffine Filme sollen Kinojahr retten und Filmschaffende sollen nicht nur die "Jammertaste" drücken - Kulturjournalismus mit Raum: Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik an Ina Hartwig - Karl Ignaz Hennetmair: "Thomas Bernhard war ein Scheusal sondergleichen" - Zwei Theater-Nachtkritiken + Die Links der verwehenden Woche.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Füllhorn blühenden Blödsinns: Lee Tamahoris 'The Devil's Double'

11.02.2011 Lee Tamahori ist vielleicht am ehesten das, was man in der Filmbranche einen "Hack" nennt: Einer, den man für alles irgendwie einsetzen kann, dabei nie richtig gut, dann und wann aber richtig schlecht ist. Den sehr sonderbaren James-Bond-Film "Die Another Day" durfte er damals drehen (Madonna steuerte den ebenfalls sonderbaren Titelsong bei) und die recht bizarre Philip-Dick-Verfilmung "Next" (hier unsere Kritik).

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Leer gewordene Gesten in Paula Markovitchs 'El Premio'

11.02.2011 Den ersten und vorletzten Lacher (viel später war noch mal was mit einem leicht anallegorisierten Hund) gab es beim Vorspann. Nicht enden wollend war die Liste der Geldgeber und Koproduzenten, irgendwann wurde es komisch. Und leider stand am Ende von "El premio" fest, dass es mehr als diesen Vorspann da sinnvollerweise auch nicht zu besprechen gibt. Nur die Eckdaten im Telegrammstil: Argentinien, irgendwann zur Zeit der Militärdiktatur. Mutter und Tochter fliehen aus nicht näher erläuterten Gründen in zugiges Häuschen am Strand. Die Mutter schweigt, vorzugsweise. Tochter geht zur Schule, gewinnt einen Preis für ein Loblied auf das argentinische Militär. Die Mutter ist nicht amüsiert.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Ein etwas irres Etwas: Zbigniew Bzymeks 'Utopians'

11.02.2011 In einem seiner vielen unfreiwillig erhellenden Interviews vor Berlinale-Beginn hat deren Chef und leider auch künstlerischer Leiter Dieter Kosslick die folgenden sehr ominösen Worte gesprochen: "Und raten Sie mal, warum ich neuerdings so gerne verrate, dass ich Yoga mache! Da bahnt sich was an." Soll wohl heißen, dass es demnächst eine Berlinale-Sektion "Sonnengruß für Anfänger" geben wird (kann ja vielleicht nicht schaden bei dem Scheißwetter, das sich nach gestriger Irreführung jetzt doch eingestellt hat). Was sich ein Kosslick in seinen yogischen Träumen sicher nicht ausmalen konnte, war dagegen ein Forums-Film wie der in den USA entstandene "Utopians" des Polen Zbigniew Bzymek: die Geschichte eines Yogalehrers der anderen Art.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Neigt zur Makellosigkeit: 'True Grit' von den Coen-Brüdern

11.02.2011 Ist "True Grit", der Eröffnungsfilm der Berlinale, nun ein Remake von "True Grit" (1969), Henry Hathaways spätem Hollywoodwestern mit einem 62-jährigen John Wayne, der für diese Rolle mit dem einzigen Oscar seines Lebens ausgezeichnet wurde, oder eine weitere Verfilmung des beiden Filmen zu Grunde liegenden Romans von Charles Portis? Für die Coen-Brüder, die mit "True Grit" gerade den größten kommerziellen Erfolg ihrer bisherigen Karriere feiern, liegt die Antwort klar auf der Hand: Mehrfach betonen sie auf der Pressekonferenz, dass der John-Wayne-Western für sie nur eine blasse Kindheitserinnerung darstelle, der Roman sie aber sehr fasziniert und gereizt habe. Und dennoch, stets aufs Neue, die Fragen nach ihm, dem einzigen, dem großen: John Wayne. Wie man sich in dessen Fußstapfen fühle, was er für das heutige Kino bedeute, wie man denn persönlich zu ihm stehe und was nicht noch. Es ist eine sonderbare Pressekonferenz: Enorm gute Stimmung auf dem Podium (mit 10 Oscarnominierungen locker leistbar), dann wieder ausweichende Antworten, allgemeine Verwirrung, manche Fragen werden gar nicht erst beantwortet und um jede Ecke lugt John Wayne.

Samstag, 12.02.2011

Heute in den Feuilletons

Ein von ungezählten Menschen geteiltes Glück

12.02.2011 Die SZ beobachtet glückstrunkene Ägypter auf dem Tahrir-Platz: "Nach all dem Tränengas, den Gummigeschossen und den Wasserwerfern haben wir es geschafft!'" Allerdings fragt sie auch, wann denn der Kinderfaschismus im Prenzlauer Berg überwunden wird. Die FR bringt Jafar Panahis Offenen Brief an die Berlinale. Im taz-Interview spricht Regisseur Andres Veiel über seinen heute gezeigten Film "Wer, wenn nicht wir", über die RAF und den Treibsatz der Geschichte. Außerdem werden die Neokonservativen rehabilitiert.  In der Welt weist Paul Lendvai darauf hin, dass in Ungarn vor allem die jungen Akademiker antisemitisch sind. Die NZZ besucht das Newark des Philipp Roth.

Bücherschau des Tages

Courths-Mahler nach einer Überdosis Philosophie

12.02.2011 NZZ und SZ sind entzückt von Kerstin Deckers lebhafter und kapriziöser Biografie der vielschichtigen Lou Andreas-Salome. Meisterwerk!, ruft die FAZ nach atemloser Lektüre von Javier Cercas' "Anatomie eines Augenblicks", der Geschichte des Putschversuchs in Spanien 1981. Zsuzsa Banks Roman "Die hellen Tage" (Leseprobe) erliegt sie nach einigen Bedenken am Ende doch. Die FR empfiehlt zwei Bücher über die Moschee in München-Freimann, in der sich viele Jahre Islamisten mit Hilfe von alten Nazis und Kalten Kriegern etablieren konnten.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Grenzpornografisch, aber kompromisslos ehrlich: Joe Swanbergs Filme 'Silver Bullets' und 'Art History'

12.02.2011 Soviel Selbstreflektion findet man im Kino nicht alle Tage: In Joe Swanbergs "Silver Bullets" geht es um zwei unterschiedliche fiktive Filmdrehs, vor der Kamera zu bewundern sind sogar gleich drei Schauspieler, die im echten Leben eigene Filme drehen. In einer Nebenrolle taucht Larry Fessenden auf, ein Veteran des Independent-Kinos, dessen charakteristischer Quadratschädel auch schon bei Jim Jarmush, Martin Scorsese und Kelly Reichhardt mal kurz durchs Bild spukte.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Rücksichtslos sichtbar: Takahisa Zezes 'Heaven's Story'

12.02.2011 Ein sanftes, zerbrechliches Monstrum von einem Film. 278 Minuten dauert Takahisa Zezes "Heaven's Story" und doch bekommt man das Ding nie wirklich zu fassen. Irgendwo zwischen hysterischem Charakterdrama, blutigem Rachethriller und Erzählexperiment, lyrisch, naiv, stellenweise wunderschön, stellenweise enervierend setzt es sich zwischen alle Stühle. Nahe liegt ein Vergleich mit einem anderen, fast genauso langen und ungleich lauteren, grelleren japanischen Monstrum, Sion Sonos "Love Exposure", vor zwei Jahren im Forum zu sehen und längst zum Kultfilm avanciert. "Heaven's Story" wird, obwohl handwerklich der bessere Film, derartige Reaktionen wohl eher nicht hervorrufen.

Sonntag, 13.02.2011

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Will nicht in die Tiefe: Michel Ocelots 'Les contes de la nuit'

13.02.2011 Wie sinnvoll ist es, die Ästhetik des Scherenschnitt- und Silhouettenfilms, der gerade aus seiner Flächigkeit Reiz bezieht, mit 3D-Technologie zu kreuzen? Mit Blick auf den 3D-Boom des vergangenen Jahres aus Sicht von Finanziers vermutlich sehr, davon abgesehen wirft eine solche Unternehmung zumindest Fragen auf.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Held ohne Anführungszeichen: Jose Padilhas 'Tropa de Elite 2'

13.02.2011 Wer die neuen Talente des Weltkinos entdecken möchte, der ist auf der Berlinale der Ära Kosslick eher fehl am Platz. Die interessanten jungen Regisseure der Gegenwart tauchen, soweit sie sich überhaupt auf Festivals bewegen, in Rotterdam oder im koreanischen Jeonju auf und machen sich dann auf den Weg nach Cannes oder Venedig.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Kernkraft als Retro-Utopie in Volker Sattels 'Unter Kontrolle'

13.02.2011

In Science-Fiction-Filmen, die etwas auf sich halten (und also nicht nur Fantasy ins Techno-Hokuspokus-Gewand verkleiden), reist der Mensch in eine Umgebung, die nicht für ihn geschaffen ist. Damit dies gelingt, hüllt er sich in einen Kokon, er schafft eine künstliche Zone inmitten einer lebensfeindlichen Umgebung, die dem Zweck dient, sein bedrohtes Leben zu erhalten. Der schönste und konsequenteste Science-Fiction-Film in dieser Hinsicht ist Kubricks "2001", der fortwährend von Ummantelungen und Kokons erzählt - und von einer lebenserhaltenden Zone, die lebensbedrohlich wird.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Steht da licht: Ulrich Köhlers 'Schlafkrankheit'

13.02.2011

Im Anfang steht da licht. Auf schwarzer Leinwand erscheint aus dem Nichts dieses Wort. Weitere dann: ton, schnitt, regie und so weiter. Die Credit-Sequenz wie ein Saal, der sich nach und nach füllt. Dann kann es losgehen.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Eine Archäologie von Gegenwart: Kelvin Kyung Kun Parks 'Cheonggyecheon Medley'

13.02.2011 Die Erinnerung an den Großvater des Regisseurs, der im Korea der Nachkriegszeit eine Maschinenfabrik aufgebaut hatte, ist ein Ausgangspunkt des Films. Die Fabrik war situiert in Cheonggyecheon, einem Stadtviertel Seouls. Die einst dort ansässige Schwerindustrie war ein wichtiger Motor der Modernisierung des Landes, inzwischen ist der Ort von der wirtschaftlichen und technologischen Progression des moderne High-Tech-Korea überholt und abgehängt worden. Die großen Betriebe sind verschwunden, doch immer noch gibt es zahlreiche kleine Metallwerkstätten in den engen Gassen. Oder zumindest gab es diese Werkstätten, als Kelvin Kyung Kun Park, ein junger Regisseur, der von der Kunst zum Kino gekommen ist, Cheonggyecheon aufgesucht hat. Inzwischen sind viele dieser Kleinstunternehmen wohl bereits Opfer eines urbanen Erneuerungsplans geworden und mussten modernen Appartmentkomplexen weichen (Wikipedia weiß mehr). Die letzten Bilder des Films - konfuzianistische Rituale im unpersönlichen Weiß eines Neubaus - deuten diese Entwicklung an.

Montag, 14.02.2011

Heute in den Feuilletons

Und doch ohne große Worte

14.02.2011 Viel Berlinale: Die Welt fühlt sich durch Wim Wenders' 3D-Hommage an Pina Bausch wohlig in die alte BRD versetzt. Die taz fand Michail Chodorkowski in Cyril Tuschis Film unerwartet heiter. Die SZ zieht eine zwiespältige Bilanz der Ära Dieter Dorn am Bayerischen Staatsschauspiel. Die FAZ beobachtet die Sympathie der Chinesen für die Ägypter. 

Bücherschau des Tages

Immer auf der Metaebene bleiben

14.02.2011 Die FAZ ist begeistert und betroffen von Gilbert Adairs Roman "Buenas Noches, Buonas Aires", der vom tödlichen Nachtleben im Paris des Jahres 1980 erzählt. Außerdem stellt sie den Sammelband "Islamverherrlichung" vor, der sich historisch-kritisch mit dem Islamismus auseinandersetzt. Sehr verdienstvoll findet die SZ das den Bericht "Grüß Gott, Herr Imam!" von Benjamin Idriz, dem Imam von Penzberg.

Medienticker-Archiv

Neid unter Nerds

14.02.2011 Die größten Internet-Rivalitäten - Netz-Depesche: Ich poste, also bin ich - Aus dem Schatzkästlein der Hochstapler: Thomas Rothschild über Walther Kindts "Irrtümer und andere Defizite in der Linguistik" - Leihbücher: KindleLendingClub jetzt BookLending.com und Online-Bücherverleih als Geschäftsmodell - Mathias Tretters Kennzeichen T - Vier Theater-Nachtkritiken + Superstar des Eskapismus: In der kleinen Kneipe geht das Licht aus.

Vorgeblättert

David Shields: Reality Hunger

14.02.2011 HipHop, Collagen oder Reality-TV: Das Sampling in Musik, Kunst und Film zeugt von einem neuen Hunger nach Wirklichkeit, meint David Shields und plädiert dafür, auch in die Literatur mehr Realität hinein zu lassen: Der aus sich selbst schöpfende authentische Autor ist ebenso von gestern wie das Urheberrecht. Lesen Sie hier einen Auszug aus seinem Manifest "Reality Hunger".

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Barbiepuppe mit Feuerpenis: Kim Suns 'Self Referential Traverse: Zeitgeist and Engagement'

14.02.2011 Die Oddity der diesjährigen Berlinale fängt verhältnismäßig harmlos an, nämlich als Fernsehsitcom der banalsten Art. Ein tumber Vater und seine smarte Tochter streiten sich über Politik, die Mutter sorgt sich, die Kochschürze umgebunden, um den Familienfrieden. Dazu die Lacher des Publikums aus der Konserve, eingespielt meist in Momenten, die alles andere als komisch sind.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Raunen und Staunen: Wim Wenders und Werner Herzog in 3D

14.02.2011 Die erste Einstellung von Wim Wenders "Pina" simuliert den Guckkastenblick aufs Theater aus den hinteren Reihen. An der Bühnenwand trifft der Blick auf ein hingekrakeltes "Alles vorbei.

Dienstag, 15.02.2011

Magazinrundschau

Meine Persönlichkeit gegen deine

15.02.2011 Könnte es auch hier passieren?, fragt Outlook India mit Blick auf Ägypten. Der Westen hat die arabische Welt zu lange als Klischee gesehen, meint Olivier Roy in Le Monde. Was tun eigentlich Lektoren?, fragt der Guardian. Gordon Lish in Babelia und Robert Gottlieb in der Paris Review haben dazu einiges zu sagen. In Ungarn soll jetzt gerichtlich überprüft werden, ob staatlich finanzierte Kunst ihr Geld wert ist, berichtet Elet es Irodalom. Wer ist schuld am Niedergang Italiens? Die Journalisten, meint Goffredo Fofi in Reset. The Atlantic und die NYT pfeifen tapfer gegen intelligente Computer.

Heute in den Feuilletons

Und unten schreiten Tuba und Pauken

15.02.2011 Scharfe Kritik an Michail Chodorkowski bringt die SZ in der Beilage "Russland heute". Ist aber nur eine Anzeige, auch wenn's nicht so aussieht, berichtet die NZZ. Matthias Spielkamp verfolgt in seinem Blog die windungsreiche Karriere des Begriffs "Qualitätsjournalismus". Die FR geht bewusst in die Knie vor Re Soupault. In der FAZ fragt Necla Kelek: Wie kulturrelativistisch darf eine Justizministerin sein?

Bücherschau des Tages

Abendlandstrompete

15.02.2011 Die NZZ erlebt die große Reporterin Martha Gellhorn auf "Reisen mit mir und einem Anderen" so miesepetrig, dass ihr der mitreisende Hemingway glatt wieder sympathisch ist (hier unser Vorgeblättert). Ernst, Witz und Eleganz bescheinigt sie Andreas Webers "Veitels Traum". Gut gefallen hat der SZ Silke Scheuermanns Roman über den glitzernden Kulturbetrieb "Shanghai Performance", außerdem stellt sie die ersten Bände einer neuen europäischen Geschichte vor. Die FAZ lässt sich beglückt von Matteo und Virgilio Vercelloni durch die 2000-jährige Geschichte der Gartenkultur führen.

Medienticker-Archiv

Schubumkehr?

15.02.2011 Wolfram Schütte über arabische Volksbewegungen & europäische "Volksdemokratien" - August Sanders fotografische Kulturgeschichte der Weimarer Republik und die Nullerjahre als Fotobuch: Die Materialsammlung des Gegenwartschronisten Rainald Goetz - Parias der Medienbranche: Thomas Frickel zur Lage des Dokumentarfilms + Perspektiven der Buchbranche: "Der mittelständische Buchhandel ist existenziell gefährdet".

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

15.02.2011 Die Schönheit zieht durch die Welt.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Zwischen zwei Phasen in Permanenz: Miranda Julys 'The Future'

15.02.2011 Die Zukunft liegt in der Vergangenheit. Zumindest was die Ästhetik der eigenen Lebensführung für Sophie (Miranda July) und Jason (Hamish Linklater) betrifft.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Das Nichtzuendesehen von Filmen: Ein Tag im Wettbewerb mit Alexander Mindadze, Ralph Fiennes und Philippe Le Guay

15.02.2011 "An einem Samstag" gab es vorab, da musste man unterschreiben, dass man nicht vor der Berlinale-Vorführung im Wettbewerb drüber berichtet. Es gibt sogar Klauseln, habe ich gestern erfahren, die einem verbieten, auch nur ein einziges Wort zu einem exklusiv im voraus gezeigten Film irgendwem gegenüber zu verlieren.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Enges Drehbuchkorsett: Asghar Farhadis 'Nader And Simin, A Separation'

15.02.2011
Für nicht wenige Beobachter war der iranische Beitrag "Nader And Simin, A Separation" bereits vor dem Festival der große Favorit für den goldenen Bären, hauptsächlich aufgrund der Causa Jafar Panahi, die sich die Berlinale etwas verspätet zueigen gemacht hat. Nachdem der neue Film Asghar Farhadis, eines in- und außerhalb seiner Filme politisch zurückhaltenden Kollegen Jafar Panahis, nun der Presse vorgeführt wurde, gibt es wenig Grund, diese Einschätzung zu revidieren. Besonders viel Schwung bringt "Nader And Simin" freilich dennoch nicht in den Wettbewerb.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Von der Kontemplation zur Agitation: Thunska Pansittivorakuls 'Terroristen'

15.02.2011 "Thank to all the terrorists". Mit dieser Texteinblendung endet der vielleicht verstörendste Film des Festivals. Thunska Pansittivorakuls "Terroristen" sind die "Rothemden", eine thailändische Protestbewegung, die sich 2006 formierte, nachdem ein Putsch den populären Präsidenten Thaksin Shinawatra aus dem Land gejagt hatte. Nach den Protesten der "Gelbhemden" (die im Film, und das werden ihm einige sicherlich, vielleicht nicht ganz zu unrecht, vorwerfen, gar nicht auftauchen) brachte ein zweiter Putsch 2008 eine konservative Regierung unter Führung Abhisit Vejjajivas an die Macht. Seither liefern sich die Anhänger Thaksins, die überwiegend den unteren sozialen Schichten Thailands entstammen, erbitterte, aber einseitige Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften und Armee. Um die 2000 Rothemden starben seit 2009, ihre Anführer sitzen längst im Gefängnis.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Freibeuter: Cyril Tuschis 'Khodorkovsky'

15.02.2011

Michail Chodorkowski ist vieles auf einmal: Zunächst aber einer, der mit Hilfe von Jelzin in den Neunzigern zu einem der reichsten Männer des neuen, damals wildwestkapitalistischen Russland aufstieg. Ein Oligarch ohne Skrupel, ein Geschäftsmann, dem man nach der Übernahme des Ölkonzerns Yukos Geschick als Manager und das Mittun beim Aufbau eines bis heute im Prinzip so fortbestehenden korrupten Systems des Gebens und Nehmens zwischen Wirtschaft und Politik attestieren kann. Um 2000 aber durchlebt er etwas, das von manchen als Wandlung beschrieben wird. Er unternimmt den Versuch, den Yukos-Konzern zu einem Unternehmen zu machen, das westlichen Vorstellungen von Transparenz so sehr genügt, dass der Westen es als Geschäftspartner auf Augenhöhe attraktiv finden kann.

Mittwoch, 16.02.2011

Heute in den Feuilletons

Das offizielle Lesevergnügen

16.02.2011 Na bitte, Islam und westliche Werte sind doch vereinbar!, ruft Ulrich Beck in der FR. Aber nur wenn es ein westlicher Wert ist, Israel zu hassen, so scheint es nach dem Interview mit dem ägyptischen Autor Khaled al-Khamissi in der SZ. Die Welt wirft dem FAZ-Korrespondenten Jürg Altwegg Antisemitismus vor. Die FAZ wirft Ayaan Hirsi Ali, Henryk Broder und Necla Kelek Krieg bis zum "vollständigen Sieg" gegen die Muslime vor. FAZ und SZ wollen mit einer Klageandrohung verhindern, dass sie zitiert werden, berichtet Spiegel online. So schöne krasse Zitate!

Bücherschau des Tages

Himmelstürmendes Talent

16.02.2011 Originell, düster, unbeschwert, humorvoll - dies alles und mehr ist "Die Fliegenfängerfabrik", Andrzej Barts Roman über einen fiktiven Prozess gegen den Vorsitzenden des Judenrates im Ghetto von Lodz, versichert die FAZ. Sitcom, Satire, Ironie, Ernst und Krimisuspense erlebt die NZZ mit Tanguy Viels Familienroman "Paris - Brest". Die SZ versenkt sich in die Mozart-Biografie von Constanzes zweitem Ehemann, Georg Nikolaus Nissen.

Medienticker-Archiv

Verlage neu denken

16.02.2011 Über den Umbau der Verlagsstrukturen - Digitale Ernte-Zeit: Rekord-Umsatz 2010 - Netz als Massenvergewisserungswaffe: Ein ganz anderes Leben neben den offiziellen Wahrheiten - Künstliche Intelligenz: "Watson" gegen Menschen - Arbeit am Abgrund des Selbst: Ein kleines Kriegspanorama mit Ernst Jünger - Götter an der Börse: Elfriede Jelineks "Wirtschaftskomödie" in der ehemaligen Diamantenbörse in Frankfurt + Hat Guttenberg abgekupfert?

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

16.02.2011 Humorsinn.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Bromance im Leerlauf: Seyfi Teomans 'Our Grand Despair'

16.02.2011 Die Zweierbeziehung der Liebe, meinte Georg Simmel, bedürfe eines/r Dritten, um in der Abgrenzung zu diesem ihre eigene Identität zu gewinnen. Im türkischen Wettbewerbsfilm "Our Grand Despair" sieht es für kurze Zeit so aus, als könnte das funktionieren. Am Ende aber hat der Film die Dritte wieder ausgeschieden, neue Identitäten sind nicht entstanden.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Minimalistisches Monument: Bela Tarrs 'The Turin Horse'

16.02.2011

Ein Mann und eine Frau im Haus, ein Pferd im Stall. Das Pferd bekommt Wasser aus dem Brunnen, die Menschen essen Kartoffeln. Der Mann sitzt stumm vor seinem Teller und lässt seine Faust auf die Kartoffel knallen, bevor er sich sie, noch kochend heiß, in den Mund stopft. Genauso stumm und stumpf sitzt er auch vor den Holzscheiten, auf die er mit der Axt einschlägt, oder vor dem Gürtel, in den er Löcher sticht. Die Frau, die sich bei allem, was sie macht, ein wenig raffinierter anstellt als der Mann, die aber trotzdem nichts zu lachen hat, pustet auf die Kartoffeln, bevor sie sie verspeist. Als das Pferd vor den Wagen gespannt werden soll, bockt es.

Donnerstag, 17.02.2011

Heute in den Feuilletons

Wie es unser Prophet Mohammed gepredigt hat

17.02.2011 Ganz tot ist das Ballett fünfzig Jahre nach John Cranko zwar nicht, aber so richtig lebendig auch nicht mehr, meint die Welt. In der taz und der FAZ bekennen Architekten der ägyptischen Demokratie ihre Liebe zur Scharia. Für die SZ liest Stefan Weidner Khaled Al-Khamissis Roman "Im Taxi". Die Zeit bekämpft zusammen mit ihrem Kollegen Patrick Bahners die Islamkritik von rechts, von links und aus der Mitte.

Bücherschau des Tages

Befohlene Identität

17.02.2011 Sehr sympathisch und stellenweise brillant findet die FAZ Tina Uebels Roman "Last Exit Volksdorf", zu dessen Kauf sie gern raten würde, wenn er nicht verboten worden wäre. Sehr echt findet sie auch Chika Unigwes Roman "Schwarze Schwestern" über das Rotlichtmilieu von Antwerpen. Die NZZ lobt Garth Risk Hallbergs etwas komplizierten "Naturführer der amerikanischen Familie" als "in sich stimmig, anders, schön".

Vorgeblättert

Paul Leautaud: Kriegstagebuch 1939-1945

17.02.2011 Der französische Schriftsteller und Theaterkritiker Paul Leautaud (1872 - 1956) schrieb sein Leben lang Tagebuch. Er war Misanthrop und lebte umgeben von zahllosen Hunden und Katzen in einem Pariser Vorort. In seinen Aufzeichnungen während des Krieges betrachtete er das Pariser Leben unter deutscher Besatzung mit scharfem Humor. Lesen Sie hier Auszüge aus "Kriegstagebuch 1939-1945.

Medienticker-Archiv

Zeitungsverleger der Zukunft

17.02.2011 Tageszeitungen werden "Tagesillustrierte": Ein Gespräch mit Walterpeter Twer über neue Geschäftsmodelle - Apps: Wer nicht mitspielt, bleibt zurück: Verleger protestieren gegen Apples Abo-Modell - "In Würde gesundet": FAZ sieht sich "kerngesund" und kommt aufs iPad - Fotografie: iPhone-Reporter gewinnt Picture of the Year International + Summa cum laude für Dr. h.c. pm. Karl-Theodor Frhr. zu Guttenberg.

Essay

Revolution ohne Gewähr

17.02.2011 Wer Revolution und Freiheit sagt, sagt nicht gleich Demokratie, Respekt für Minderheiten, Gleichberechtigung, gute Nachbarschaft. Das alles bleibt noch zu erringen. Begrüßen wir die arabischen Revolutionen und begleiten wir sie mit wachem Blick auf die Gefahren.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Will nichts, wagt nichts: Lee Yoon-kis 'Come Rain, Come Shine'

17.02.2011 Im Auto, auf dem Weg zum Flughafen, kündigt die Frau dem Mann die Ehe auf. Leider fliegt der Film dann nicht mit ihr fort, sondern kehrt ins gemeinsame Domizil zurück, bleibt am Boden, in jeder Hinsicht.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Erstarren in der Gegen-Konvention: Jan Krügers 'Auf der Suche' und Elke Haucks 'Der Preis'

17.02.2011 Stumm und starr stehen im Osten und in Marseille deutsche Menschen. Hingestellt sind sie, die Wörter sind karg in den Mündern, von Regisseurinnen und Regisseure, von denen wir schon Großartiges sahen und weiter Großes erhoffen. Blickt man jedoch auf die aktuelle Berlinale-Bilanz jenes deutschen Filmschaffens, das oft zu pauschal unter den Begriff der "Berliner Schule" gefasst wird, dann muss das Urteil ausgesprochen gemischt ausfallen.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Kein Plot, viele Details: Rodrigo Morenos 'Un Mundo Misterioso'

17.02.2011

An einer Stelle diskutieren drei in einem argentinischen Bücherantiquariat über einen Bestseller aus längst vergangenen Dekaden. In dem passiert nichts, sagt der eine, der Plot werde zweitrangig und es gehe nur noch um Details. Aber wieso passiert denn da nichts, fragt der zweite. Antwortet der dritte: Warum sollte denn überhaupt etwas passieren?

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Eher gescheitert, mit einer Ausnahme: 'Drei Leben' von Christian Petzold, Dominik Graf, Christoph Hochhäusler

17.02.2011 "Die Grenzen zwischen Kino und Fernsehen aufweichen" möchte die ARD, wenn sie das Fernsehprojekt "Dreileben" im Forum der Berlinale präsentiert. Das sagt zumindest ihr Vetreter vor der Pressevorstellung. Wenn das ausliegende Presseheft der Fernsehanstalt dann stolz offenlegt, dass fast alle größeren deutschen Filme des Festivals mit ihren Geldern (wenigstens) koproduziert wurden, darf man sich schon fragen, ob diese Grenze, soweit sie überhaupt noch existiert, nicht schon vor "Dreileben" ziemlich windelweich war.

Freitag, 18.02.2011

Heute in den Feuilletons

Lauter Figuren aus dem 19. Jahrhundert

18.02.2011 In der FR spricht Navid Kermani über die "Zärtlichkeit der Massen" in Tunesien und Ägypten. In der Welt fordert die Theaterkritikerin Klara Obermüller eine Entschuldigung von und zu Guttenberg, der in seiner Diss als seine Meinung vertrat, was in Wahrheit ihre Meinung war. Die "Panikmacher" des FAZ-Feuilletonchefs Patrick Bahners sind ein Meisterwerk der (in diesem Fall ausnahmsweise nicht fundamentalistischen) Aufklärung, ruft der SZ-Feuilletonchef Thomas Steinfeld. Die NZZ zählt die Verluste im altägyptischen Museum von Kairo.

Bücherschau des Tages

Er prüft und denkt. Er ist allein.

18.02.2011 Beeindruckt betrachtet die FAZ Pieter Hugos Fotografien "Permanent Error": Sie erzählen von einem gigantischen Schrottplatz in Ghana, auf dem unser Elektromüll deponiert wird. Erhellend findet sie auch Herta Müllers Poetikvorlesungen "Lebensangst und Worthunger". Die SZ revanchiert sich für Patrick Bahners "Die Panikmacher" mit überschwänglichem Lob.

Medienticker-Archiv

Auf in den Dschungel

18.02.2011 Rutger Booß: "Warum die Bücher ins Fernsehen müssen, aber anders als bisher" - Thomas Knüwer über die wichtigste strategische Frage der Medienbranche - Wo Apple eine Lücke lässt: Google lanciert Bezahlsystem für Verlage - Imre Török über E-Book-Tantiemen: Keine Kalkulation auf dem Rücken der Autoren - Ranking: Die 50 umsatzstärksten Zeitschriften - Wim Wenders über seinen 3D Film PINA + Summa cum laude für die NZZ.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

18.02.2011 Titelgeschichten.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Spricht chorisch Vitruvisches: Jaume Collet-Serras 'Unknown'

18.02.2011 Was kann man Höheres und Schöneres erreichen im Blockbuster-Kino als eine Szene, in der es der Plot des Films möglich macht, dass Liam Neeson und Aidan Quinn chorisch einen Satz mit irgendwas über Vitruv sprechen, aus heiterem Himmel, und selbst nicht begreifen, warum sie tun, was sie da tun? Oder Bruno Ganz als stolzen Ex-Stasimann und nunmehr in Friedrichshain residierenden Privatdetektiv in den Armen eines von Frank Langella gespielten Oberbosses der Killer nach genossenem Trank aus dem Schierlingsbecher in aller Ganovenehre dahinscheiden zu lassen? Oder be

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Lokaler Konfliktbewältigungsfilm: Joshua Marstons 'The Forgiveness of Blood'

18.02.2011 In Albanien, auf dem Dorf. Mit Handys mit Videofunktion und Computerspielen ist alles dem Anschein nach auf dem Gegenwartsstand der westlichen Zivilisiertheit. Auch Kamera und Erzählweise sind mit technisch halbwegs versierter Middlebrow-Vorhersehbarkeit zugange. Ein paar Menschen lernt man, teils bei ihnen zuhause, teils in der Kneipe kennen und begreift sofort: Hier wird ein Knoten geschürzt. Eine Wegerechtsstreitigkeit führt zu einem Mord oder Totschlag und der Umgang mit der Tat lehrt, dass in diesem Dorf in Albanien ein aus westlicher Sicht etwas problematisches funktionales Äquivalent des kodifizierten und ausdifferenzierten Rechtssystems herrscht, das wir kennen und lieben: der Kanun.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Verbindet Ökonomie und Action: Dante Lams 'The Stool Pigeon'

18.02.2011

Die Schulden des frisch aus dem Knast entlassenen Ghost Jr. (Nicholas Tse) belaufen sich auf rund 800.000 Dollar. Bis er die, was unwahrscheinlich ist, zusammenkriegt, bleibt seine Schwester in den Händen von Zuhältern. 780.000 Dollar kostet ein kleiner Ohrring in einem Edel-Schmuckladen, der bis unter die Decke vollgepackt ist mit solchem und teureren Schmuck. Der Juwelier soll ausgeraubt werden - Ghost Jr. ist da nur eines von vielen Rädchen im Getriebe. Zugleich ist Ghost Jr. Spitzel für die Polizei - wenn alles glatt läuft und am Ende seiner Tätigkeit eine Verhaftung steht, erhält er eine Million Dollar.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Psychodama als Kammerspiel: Jonathan Sagalls 'Odem'

18.02.2011

Lara, weiblich, nicht allzu glücklich, aber auch wieder nicht unglücklich verheiratet, nicht mehr ganz jung, aber auch noch nicht alt, sucht keinen Kontakt mehr zu ihrer Freundin Inan. Dann aber steht diese eines Tages vor ihrer Tür. Einen Tag zu spät, ihren Geburtstag hat Lara am Vortag gefeiert. Etwas stimmt nicht zwischen den beiden Frauen, was genau allerdings nicht im Lot ist, erfährt man nur nach und nach, Scheibchen für Scheibchen, in einer mehr aufwendigen als ertragreichen Rückblendenstruktur.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Ups and Downs einer Beziehungskiste: Andres Veiels 'Wer wenn nicht wir'

18.02.2011

Für Katzen ist das kein guter Berlinalewettbewerb: In "The Future" (unsere Kritik) stirbt eine im Heim über Beziehungskrisen nicht abgeholte Katze den Tod durch Einschläferung, bei "Wer wenn nicht wir" wird gleich zu Beginn eine Katze standesgemäß erschossen. Das Jahr ist 1949, auf der anderen Seite des Gewehrs steht Will Vesper, Literat im Dienste des Dritten Reiches, und hält eine pädagogische Rede an den Sohn, Bernward Vesper: Die Katzen gehören nicht zu uns, sie stammen aus dem Orient und sind damit die Juden unter den Tieren und insbesondere diese Katze, die des Sohns, tötete die schönen Nachtigallen.

Samstag, 19.02.2011

Heute in den Feuilletons

Warum Schlafanzüge?

19.02.2011 In der Welt will Cora Stephan angesichts unseres politischen Personals nur noch eins: aus der Postdemokratie auswandern. In der taz erklärt die Historikerin Hanan Hammad: der Scharia-Paragraf in der ägyptischen Verfassung muss weg. Im Tagesspiegel erzählt Regisseur Andres Veiel, wie er die Liebesszenen in seinem RAF-Film inszenierte. Die SZ informiert uns, was auf das Plagiieren in Dissertationen steht: einjährige Haftstrafe oder Geldstrafe. In der FAZ fragt Thilo Sarrazin, warum Patrick Bahners es nötig hat, die Islamkritiker so herabsetzend zu behandeln.

Bücherschau des Tages

Irgendwie nach 1800

19.02.2011 Jonathan Lethem ist zurück in New York, und da schreibt er doch besser als in Los Angeles, meint die FAZ. Außerdem freut sich die FAZ über die Wiederkehr der Friederike Roth und den neuen Helmut Krausser. De SZ ist tief beeindruckt von Antonio Tabucchis neuen Erzählungen. In der taz ist Micha Brumlik einigermaßen zufriden mit dem zweiten Band von Joschka Fischers Memoiren. Die NZZ liest Paula Fox.

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Die Berlinale-Bären 2011

19.02.2011 Goldener Bär für den besten Film: Asghar Farhadi für "Nader And Simin, A Separation"

Außer Atem: Das Berlinale Blog

Einäugige und Halbblinde

19.02.2011 Die der Berlinale wohlgesonneneren unter den Kritikern machten vorab mal wieder die Weltlage des Kinos verantwortlich für den in diesem Jahr für den Wettbewerb absehbaren Magerquark, der in einem Programm von nicht mehr als 16 für den Goldenen Bären antretenden Filmen schon quantitativ vorab erkennbar wurde. Als könnte die Finanzkrise etwas dafür, dass Dieter Kosslick und sein Auswahlkommittee den Wettbewerb in den letzten Jahren mit äußerster Konsequenz zuschanden geritten haben. Allein der Blick auf Cannes, wo sich, wie man jetzt schon gut sehen kann, die großen Namen - und zwar die der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft des Kinos - ballen, wo die vertretenen Filme jedenfalls interessanter scheitern werden als sie bei der Berlinale moderato gelingen.

Sonntag, 20.02.2011

Essay

Die strategischen Gewinner der Umstürze

20.02.2011 In Ägypten droht eine religiöse Majorisierung der Demokratiebewegung. Und auch säkulare Politiker äußern sich scharf gegen Israel. Profiteur der Entwicklung könnte der Iran sein.

Montag, 21.02.2011

Magazinrundschau

Es ist nur eine Schramme

21.02.2011 In den französischen Magazinen sind sich Intellektuelle von rechts bis links einig: Westen, mach den Mund zu, der Maghreb spricht. In Nepszabadsag erklärt der Historiker Laszlo Karsai, warum er sich den Holocaustleugnern in seinem Landd stellt. In HVG fordert der amerikanische Designer Karim Rashid: Können wir bitte die Zukunft entwerfen? Tehelka fragt: Was ist die Zukunft ohne Subversion? Der New Yorker erzählt, wie General Hassan al-Roweny Demonstranten auf dem Tahrir-Platz küsste.

Heute in den Feuilletons

Die Feigheit vor der Realität

21.02.2011 In der Welt lehnt die ägyptische Frauenrechtlerin Nawal al-Saadawi das Verfassungskomitee ab: Da sitzten nur alte Männer. Die seit Monaten von der Außenwelt abgeschnittene Liu Xia konnte fünf Minuten ins Internet, berichtet die Washington Post. In der NZZ fordert Paul Lendvai die Ungarn auf, endlich die rosarote Brille abzusetzen, wenn sie sich selbst betrachten. Und alle Zeitungen sind sich einig: die Berlinale war schlecht, der Bär für Asghar Farhadis "Nader und Simin" die beste Wahl.

Bücherschau des Tages

Agenda 1970

21.02.2011 Klug, frisch und unterhaltsam findet die SZ die Gorbatschow-Biografie des ungarischen Historikers György Dalos. Die FR preist Jonathan Lethems neuen Roman "Chronic City", in der sympathische Kiffer und Riesenraubkatzen in Unwesen treiben. Die FAZ ruft dazu auf, Rose Tremain zu entdecken: In ihrem Roman "Die Farbe der Träume" zum Beispiel erzählt sie vom Goldrausch in Neuseeland.

Vorgeblättert

Julian Schütt: Max Frisch. Biografie eines Aufstiegs

21.02.2011 Julian Schütt hat in seiner spannend zu lesenden Werkbiografie über Max Frisch die frühen Jahre bis zum ersten Erfolgsroman "Stiller" nachgezeichnet und zeigt auf, dass Politik und Literatur keine Gegensätze sein müssen. Lesen Sie hier einen Auszug aus: "Max Frisch. Biografie eines Aufstiegs".

Medienticker-Archiv

Schnell und oberflächlich

21.02.2011 Stefan Matysiak über die Qualität der Online-Angebote klassischer Medien - Freedom Box Foundation und Co.: Freiheit von der Macht der Webkonzerne - Zensur: Facebook zensiert den "Ursprung der Welt" - Meister des Bluffs: Der seltsame Fall des Doktor G. als Beleg für die Notwendigkeit von Open-Access und Guttenbergs Fans entdecken das Netz - Toni Morrison zum 80.: "Hohepriesterin eines unsichtbaren Volkes" + 12 letzte Lieder am Deutschen Theater Berlin.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

21.02.2011 Kamele in die Wüste.

Dienstag, 22.02.2011

Heute in den Feuilletons

Ich danke Herrn Dr. Guttenberg

22.02.2011 Im Perlentaucher beweist Andre Glucksmann, dass die Tunesier und Ägypter klüger und realistischer sind als alle diplomierten Geopolitiker zusammen. In der FR erzählt Jürgen Todenhöfer, warum es in den vergangenen Tagen Spaß machte, auf dem Tahrir-Platz zu stehen. Die taz berichtet, wie der blinde Anwalt Chen Guangcheng und seine Frau von den chinesischen Behörden schikaniert werden. Eine gewisse Exzentrizität erkennt die Welt im FAZ-Redakteur Patrick Bahners. In der FAZ droht Rechtsprofessor Mathias Rohe, dass er unsere Staatsordnung so lange erklärt, bis sie jeder verstanden hat. FAZ- und SZ-Feuilleton verurteilen heute Karl-Theodor zu Guttenbergs Plagiate aufs Schärfste.

Bücherschau des Tages

Eau de Cologne-Springbrunnen

22.02.2011 Als großes Glück feiert die NZZ Indridi Thorsteinssons melancholischen Liebesroman "Taxi 79 ab Station" von 1955. Die SZ verfolgt gefesselt Stefan Radlmaiers Bericht über "Beckett in Bayern". Die FAZ liest Jacob Bernays Briefe an Paul Heyse. Und der FR gefällt sehr gut Michael Stavarics magischer Roman "Brenntage".

Medienticker-Archiv

Twitter als Gefahr?

22.02.2011 Mit 140 Zeichen ins journalistische Aus? - Interview mit Yahoo-Chef Terry von Bibra: "One size fits all ist nicht mehr zeitgemäß" - Das gibt es nur in Ungarn: Ein Theaterbrief aus Budapest - Crumb und die Bibel: Im (sic!) Anfang war das Bild - Gazette Nr. 28: Aus gegebenem #gutten Anlasse und die Selbstdemontage: Wolfram Schütte über einen ertappten Dieb auf Mitleidstour + Jetzt sofort Weltrevolution!: Die politische Krimi-Kolumne Februar 2011.

Essay

Jerusalem ist nicht der Nabel der Welt

22.02.2011 Die Tunesier und die Ägypter sind zu Beginn des Jahres 2011 realistischer und klüger als die diplomierten Geopolitiker: Für die Revolutionäre des Tahrir-Platzes ist Jerusalem nicht das Zentrum der Welt.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

22.02.2011 Neue Bewegung.

Mittwoch, 23.02.2011

Heute in den Feuilletons

Vergessen durch Löschen

23.02.2011 Was wollen die Libyer? Jedenfalls keine Demokratie, behauptet die Geo-Reporterin Gabriele Riedle in der Berliner Zeitung. Die Marokkaner setzen auf eine konstitutionelle Monarchie, meint die FAZ. In der FR möchte Joachim Radkau den Umweltschutz nicht dem rigiden Denken der Naturwissenschaftler überlassen. Die Welt sieht einen weinenden neuen Stern am New Yorker Kunsthimmel leuchten. Die Plagiatejäger haben ein neues Opfer, meldet BoingBoing: Saif Gaddafi.

Bücherschau des Tages

Nordische Daseinsberatung

23.02.2011 taz und NZZ lesen gefesselt Javier Cercas politische Essay "Anatomie eines Augenblicks" über jene Nacht des Jahres 1981, in der drei einstige Antidemokraten Spaniens Demokratie retteten. Die FAZ nimmt dankbar auf, wie Walter Filz mit "Der Affe zu Köln" den finsteren Kern des rheinischen Humors freilegt. Empfehlen kann sie auch einen Band über die Hyäne als politisches Tier. Die SZ asmüsiert sich mit Otto Basils Nazi-Klamotte "Wenn das der Führer wüsste".

Medienticker-Archiv

Neue Fronten

23.02.2011 Bundesregierung will Cyber-Abwehrzentrum einrichten - Hans Ulrich Gumbrecht über einen "goldenen Moment" in der Geschichte des deutschen Feuilletons - Apps: Hollywood erobert das iPad und "Verlegerischer Blindflug" - Traffic: Die größten Verlierer des Jahres - Heinrich von Kleist: Verwundeter Fantast oder lebenskluger Realist? - Ein widerständiges Leben: Ein Interview mit Stephane Hessel + Patrick Bahners über die Selbstreinigungskräfte der Öffentlichkeit.

Im Kino

Ein ziemlich kleiner Traum

23.02.2011 "Der ganz große Traum" ist ein Fußballfilm sehr mittleren Formats. Vor allem aber auch ein Werk, das deutlich macht, wie bescheiden in der deutschen Filmlandschaft vom großen Kino geträumt wird. Ein Porträt des Produzenten Anatol Nitschke und seiner Firma deutschfilm.

Donnerstag, 24.02.2011

Heute in den Feuilletons

Weg vom Sammeln, hin zum Denken

24.02.2011 Was unterscheidet die Durchhaltekraft eines KT zu Guttenberg noch von der Zähigkeit eines Berlusconi?, fragt die SZ. Die FAZ hörte die Operette "Libyen von morgen". Die Zeit fragt, warum sich die konservativen Politiker Europas zu Viktor Orbans Komplizen machen. Die Welt berichtet von Verwerfungen in der ägyptischen Kulturszene. FR und taz stellen Ali Samadi Ahadis Film "The Green Wave" vor.

Bücherschau des Tages

Wie das so geht bei der werktätigen Intelligenz

24.02.2011 Ebenso entsetzt wie begeistert liest die Zeit Dave Eggers "Zeitoun", ein rechtsstaatlicher Katastrophenbericht aus dem New Orleans nach Katrina. Sehr erfrischend findet die FAZ Erich Loests Tagebücher "Man ist ja keine achtzig mehr". Die NZZ freut sich sehr über Sefi Attas Lagos-Roman "It's my turn". Begeistert nimmt die SZ die Monografie "Die Malerei der deutschen Renaissance" auf. Bei FR und taz rennt Patrick Bahners mit seiner Streitschrift "Die Panikmacher" offene Türen ein.

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Medial geführt

24.02.2011 Ex-BamS-Chefredakteur, Stoiber-Berater und Blogger Michael Spreng über Boulevardjournalismus und Politiker - Robin Meyer-Luchts Live-Blog "Zukunft des Qualitätsjournalismus" - Nationales Abwehrzentrum: De Maiziere preist neue Cyber-Zentrale - Facebook, Twitter, Google: Die digitalen Waffen der modernen Revolutionäre und die Facebook-Falle: Wie das soziale Netzwerk unser Leben verkauft - Digitalbuchladen: Erste Großverlage laden deutsche Titel ins Kindle-Angebot.

Freitag, 25.02.2011

Heute in den Feuilletons

Bürgerliche Karrierebewirtschaftung

25.02.2011 Die FR freut sich, dass die Ägypter mit ihrem Despoten auch eine ganze Reihe anderer Autoritäten abschütteln. Die taz betritt mit der Theatermacherin Shermin Langhoff den neuen deutschen Raum. Die SZ blickt auf eine verheerte akademische Landschaft in Deutschland. In der Welt erklärt Wladyslaw Bartoszewski, warum sich Polen 1944 gegenseitig beraubten. In FR und NZZ diskutieren Theologen das Memorandum Kirche 2011. Im Freitag denkt Konstantin Neven DuMont mit Walter Kohl über den Generationenkonflikt der heute 40- bis 50-Jährigen mit ihren Vätern nach.

Bücherschau des Tages

Thanksgiving in Buffalo

25.02.2011 Als große Tragödie liest die SZ Paul Murrays mitunter hochkomischen irischen Internatsroman "Skippy stirbt". Empfehlen kann sie auch Harald Haarmanns Geschichte der Indoeuropäer. Gemischte Gefühle löst Greg Ames' Roman "Der bisher beste Tag meines Lebens" bei der FAZ aus.

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Der Meister lehrt, der Schüler ehrt

25.02.2011 Peter Häberles pädagogische Briefe an einen jungen Verfassungsjuristen - Schöne Aussichten: Wolfram Schütte über die Quadratur des G-Kreises - Unter unserer Würde: Carl Wilhelm Macke über KTG und Walter Benjamin - Harald Martenstein: "Lieber Franz Josef Wagner, enden Sie bloß nicht wie Hemingway" + Wurzelbürste in der deutschen Literatur: Auerbach, Jünger, Kapielski, Sebald oder Der intertextuelle Hallraum einer FAZ-Reportage.

Karikaturen und Cartoons

Karikaturen und Cartoons

25.02.2011 Die Rede des Königs.

Samstag, 26.02.2011

Heute in den Feuilletons

Halla, das berühmte Sprungpferd

26.02.2011 In der Welt ist Monika Maron fassungslos über Patrick Bahners' Lob der Sittlichkeit. Die FR fragt, ob sich Militär und Demokratie überhaupt in Einklang bringen lassen. In der SZ hat Khalid-al-Khamissi den Schuldigen für die ägyptische Misere ausgemacht. Es handelt sich überraschenderweise um die Amerikaner. Die FAZ bringt eine große Reportage über die Verfolgung von Christen im Irak. Die NZZ stellt zwei innovative Lyrikverlage vor und schildert, wie der tunesische Diktatorenclan Ben Ali die Kunstschätze des Landes plünderte.

Bücherschau des Tages

Da gibt es keine Preisgabe

26.02.2011 Die NZZ liest Marlene Streeruwitz' feministische Erzählungen "Das wird mir alles nicht passieren" und ist total fasziniert von so viel Strenge aus Leidenschaft. Als großen Künstlerroman preist die FR Margriet de Moors "Der Maler und das Mädchen": Er erzählt von Rembrandt und der vor seinem Fenster gehenkten Magd Elsje Christiaens. Die SZ ist begeistert von John Updikes nüchtern-melancholischen Altersgeschichten "Die Tränen meines Vaters". Die taz empfiehlt Joseph Boydens Roman "Durch dunkle Wälder".Die FAZ freut sich über die Volksausgabe von Norman Mailers "Moonfire".

Montag, 28.02.2011

Heute in den Feuilletons

Knicke in der Außenhaut

28.02.2011 Die FR würde gern in Frank Gehrys New Yorker Appartmenthaus wohnen und aus dem Fenster gucken. Der Tagesspiegel bringt eine eindrucksvolle Reportage aus der Stadt Benghasi, deren Bürger versuchen, politische Gefangene zu befreien. Die Welt liest die Dissertation des Dr. Gysi. Gabriele Goettle bringt in der taz eine Reportage über geschädigte Kleinanleger. Braucht man die Frauenquote doch?, fragt die FAZ. Außerdem: ein sehr klares Fernsehinterview zu Guttenberg, Links auf die Oscars und auf John Gallianos antisemitischen Ausfall.

Bücherschau des Tages

Empirisch offen

28.02.2011 Sehr instruktiv findet die FAZ den Sammelband "Leben mit den Lebenswissenschaften", dem sie unter anderem die Erkenntnis entnimmt, dass es das vielbeschworene Neuro-Enhancement überhaupt nicht gibt. Ganz einverstanden ist die SZ mit Stephan Bierlings Geschichte des Irakkriegs. Erfreut liest sie auch die intensive Urfassung von Jack Kerouacs Kultroman "On the Road".

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Brandstifter

28.02.2011 Bild ist eine Art rechtspopulistische Partei: Des Spiegels Angriff auf Bild - Thomas Knüwer über digitalen Analphabetismus deutscher Journalisten - Medienkompetenz: Der Bundestag zockt - Qualitätsoffensive: Google kämpft gegen Content-Farmen - Die Top 20: Die größten Traffic-Gewinner des Jahres - Drei Theater-Nacht-Kritiken - Bundesbildungsministerin schämt sich für Ihren Kabinettskollegen + Zeigt her Eure Schuh ...

Vorgeblättert

Michail Schischkin: Venushaar

28.02.2011 Der Erzähler in Michail Schischkins Roman "Venushaar" ist ein Dolmetscher, der die täglich wiederkehrenden Fragen in einer Einwanderungsbehörde (Warum haben Sie Asyl beantragt?) übersetzen muss und darüber ins Grübeln über sein Leben und über die Welt gerät. Lesen Sie hier einen Auszug.

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Aus dem Englischen von Sibylle Schmidt. London 1901: Der Temple-Bezirk mit seinen alten Gebäuden und verwinkelten Straßen liegt im Herzen Londons und bildet das Zentrum der…
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Die Lehrerin, die Noten nicht zur Ermutigung vergeben kann, die Ärztin, die Bildschirme statt Patienten behandelt, der Schiri, dessen Augenmaß vom VAR verdrängt wird: Unmerklich…
Susanne Heim. Die Abschottung der Welt - Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen. 1933-1945. C.H. Beck Verlag, München, 2026.Susanne Heim: Die Abschottung der Welt
Mit 19 Abbildungen und 2 Karten. In Deutschland drangsaliert und verfolgt, versuchten viele Juden verzweifelt, sich ins Ausland zu retten. Doch potenzielle Zufluchtsstaaten…
Daniel Bax. Die neue Lust auf links - Woher sie kommen, wohin sie gehen und wie sie unser Land verändern. Goldmann Verlag, München, 2025.Daniel Bax: Die neue Lust auf links
Die freundliche Revolution "Wir sind die Brandmauer!", schleuderte Heidi Reichinnek Friedrich Merz im Bundestag entgegen, als dieser im Januar 2025 mit den Stimmen der AfD…

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