Donnerstag, 01.02.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
01.02.2018 Mit dem Künstler gerät heute auch seine Kunst unter Verdacht: Bilder müssen jetzt zum Gesinnungstest, kritisiert die Zeit. Kunstwerke haben ihre eigene Wahrheit, sekundiert in der FAZ der Frankfurter Museumsdirektor Philipp Demandt. Die Trennung von Kunst und Künstler ist intellektuell lähmend, meint dagegen der Filmkritiker A.O. Scott in der New York Times. Dass auch Frauen frauenverachtende Kunst machen, zeigt die Rapperin Ewa, die zuschlägt, "wenn die Cracknutte muckt".
9punkt - Die Debattenrundschau
01.02.2018 Alles was nicht gezeigt wird: Im Tagesspiegel erklärt die Lehrerin Fereshta Ludin, die gegen das Neutralitätsgesetz in Berlin klagte, dass sie ihre Haare nicht aus religiösen Gründen nicht zeigt. Und die Bundesregierung macht zum Entsetzen der SZ eine Helmut-Schmidt-Gedenkmünze, die auch etwas nicht zeigt. Die NZZ bringt ein Pro und Kontra zu No Billag. Und glaubten die 68er ernstlich an 68?, fragt Heinz Bude in der FR.
Medienticker
01.02.2018 Aktualisiert: Studie: Das Medienvertrauen nimmt wieder zu - Autoritäre Logik: Kommentar Überwachung von Reportern - Datenschutz: Fahndungsfoto illegal für Überwachungswerbung verwendet - Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Mediatheken gefährden die Filmwirtschaft & Internet-Archivierung: Was bleibt vom Web? - Europa: Bedrohung der künstlerischen Freiheit - Comics Graphic Novels: Spiegelbilder der Gesellschaft + 1918: Literarische & wissenschaftliche Geschichtsschreibung.
Bücherschau des Tages
01.02.2018 Für die Zeit blickt Durs Grünbein in das enthüllte Menschenherz Rétif de la Bretonnes. Restlos glücklich sind NZZ und FR mit dem vierten Band der Neapolitanischen Saga Elena Ferrantes. Die SZ taucht mit Bernd Roeck in die Renaissance. Die FAZ erfährt aus Joshua Cohens Roman "Buch der Zahlen" alles über die Geschichte des PC und lernt mit Moyshe Kulbaks Roman "Die Selmenianer" einen der großen Modernisten der jiddischen Literatur kennen.
Freitag, 02.02.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
02.02.2018 Polen befindet sich auf dem Weg in einen Kulturkampf, konstatieren Zeit online und FR nach den neuesten Volten der polnischen Geschichtspolitik. Der Guardian schreibt Theresa May die Rede, die sie halten sollte - und die auf die "Norwegen-Option" hinausliefe. Die SZ schildert die terminatorische Zensur- und Überwachungspolitik Chinas. Das Europäische Leistungsschutzrecht und Upload-Filter sind in der EU auf einem traurigen Weg zur Verwirklichung, fürchtet Netzpolitik.
Efeu - Die Kulturrundschau
02.02.2018 Moral schlägt Kunst: Die Manchester Art Gallery hängt ein präraffaelitisches Bild mit nackten Nymphen ab. Die National Gallery in Washington sagt eine Retrospektive des rüden Chuck Close ab. Die Kunstkritiker fragen: Soll Kunst nur noch das Justemilieu stützen? Der Tagesspiegel möchte dem der sexuellen Belästigung beschuldigten Schauspieler James Franco lieber nicht bei der post-ironischen Selbstbespiegelung zusehen. Die nachtkritik fragt sich, ob wir es mit dem Klimaschutz nicht übertreiben, wenn er am Ende die Theater aus der Innenstadt verdrängt.
Medienticker
02.02.2018 Aktualisiert: Machtkampf bei Bild entschieden & Auflagen-Bilanz: Seit 2002 geht es rasant nach unten - Marktforschung: Tendenziöse Berichterstattung - Pressefreiheit in Jordanien: Selbstzensur, geblockte Websites etc. pp. - Erfolgsstory: Amazons Rekordgewinn von 1,9 Milliarden Dollar - Theater-Nachtkritik: "Suff" in Wien - Karaoke im Landtag: Wie ein AfD-Politiker einen Artikel von netzpolitik.org als seine eigene Rede verkaufte - Konzertabend: Indie-Rocker MGMT in Berlin + Hörfunktipps für das Wochenende.
Bücherschau des Tages
02.02.2018 Die taz freut sich über eine bezahlbare Ausgabe von Charlotte Salomons literarischem Groß-Kunstwerk "Leben? oder Theater?". Die SZ liest den letzten Band von Elena Ferrantes Neapolitanischer Saga: Nicht ihr bester, aber ganz sicher eines der großen Erzählprojekte des 21. Jahrhunderts, meint sie. Außerdem bespricht sie Kinderbücher und empfiehlt besonders Reinhard Kleists Bradbury-Illustrationen. Die FR lobt Susanne Schattenbergs faire Breschnew-Biografie.
Samstag, 03.02.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
03.02.2018 Tariq Ramadan ist wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Untersuchungshaft. Die französische Vanity Fair bringt eine große Reportage zu den Vorwürfen. In der NZZ denkt Pascal Bruckner über die Zwiespältigkeit des kolonialen Erbes nach. Könnten die Iraner abstimmen, würden siebzig Prozent gegen das Mullah-Regime votieren, schreibt der Politologe Ali Fathollah-Nejad in der taz. Ohne 68 keine Hartz-4-Reformen, meint Heinz Bude in der Welt. Und: Die Berliner Mauer ist genau so lange gefallen, wie sie einst stand!
Efeu - Die Kulturrundschau
03.02.2018 Der Freitag plaudert mit Simon Strauß über engagierte Literatur und autonome Ästhetik. In der Welt singt der polnische Schriftsteller Szczepan Twardoch ein Liebeslied auf Warschau. Die Welt hört den neuen Justin Timberlake und erkennt den Mann im Wald als Baum und Berg. Der Standard bewundert vier kotzende Maikäfer in Thomas Vinterbergs "Suff". In der NZZ erklärt Elisabeth Kübler, warum die Kunst Pierre Klossowskis nicht frauenfeindlich ist: Man muss nur Johann Jakob Bachofen lesen.
Bücherschau des Tages
03.02.2018 Wie elektrisiert sind SZ und taz von Omar Robert Hamiltons autobiografischem Roman über die "Stadt der Rebellion", Kairo 2011. Die FR versenkt sich in Julia Schochs eleganten Wenderoman "Schöne Seelen und Komplizen". Schonungslos findet die taz Angelika Klüssendorfs Blick "Jahre später" auf eine Intellektuellen-Ehe, menschenfreundlich, mit wunderbarer Prosa, urteilt die SZ. Die Welt erschrickt vor der Körperlichkeit von Szczepan Twardochs "Der Boxer".
Montag, 05.02.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
05.02.2018 Wer sind die Frauen, die sich im Iran auf Stromkästen stellen und ihr Kopftuch wie eine Fahne schwenken, fragt die New York Times. Slavoj Zizek in der NZZ und Oliver Nachtwey in Zeit online suchen nach Alternativen zum Kapitalismus. Karl Marx war gar nicht mal so religionskritisch, meint Gerd Koenen in Christ und Welt. Im Tagesspiegel klagt Herfried Münkler mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen: "Es setzt sich eine Konsumentenhaltung gegenüber der Politik durch."
Efeu - Die Kulturrundschau
05.02.2018 In Düsseldorf hatte Matthias Hartmanns Version von David Bowies Musical "Lazarus" Premiere, doch alle sprechen nur über das abstoßende Gebaren des Regisseurs, das die SchauspielerInnen des Burgtheaters in ihrem Offenen Brief angeprangert hatten. Sogar die FAZ fordert jetzt ein Ende der männlichen Macht an den Theatern. In der NY Times erzählt Uma Thurman, wie Quentin Tarantino ihr beinahe das Genick gebrochen hätte. Der Tagesspiegel beginnt schon die Kulturrevolution zu fürchten. Die Jungle World stellt klar, dass Mode niemals identisch ist. Die NZZ fragt: Bin ich blöd, wenn ich mich im Museum langweile?
Medienticker
05.02.2018 Aktualisiert: Misere der Schweizer Verlage: Sabotage am Förderband der Realität - Digitalisierung: 3,4 Millionen Jobs bedroht - Zur Zukunft der Bibliotheken: Eine Datei ersetzt kein Buch - Staatsfunk & Zwangsgebühr oder Wie die FAZ Äpfel mit Birnen vergleicht + Kein stiller Winkel ohne Tote: Krimibestenliste im Februar.
Bücherschau des Tages
05.02.2018 Voller Abenteuerlust folgt die SZ Céline Minard, wenn sich ihre Erzählerin in "Das große Spiel" dem Leben und der Einsamkeit im Gebirge aussetzt. Sehr empfehlen kann sie auch Simon Hadlers Medienkunde "Wirklich wahr!". Mit ihrer "Liebe zur Malerei" kann Isabelle Graw auf jeden Fall die taz gewinnen, die FAZ vergnügt sich mit Gerald Seymours Geheimdienst-Thriller "Vagabond".
Dienstag, 06.02.2018
Magazinrundschau
06.02.2018 Der Guardian erzählt wie Flüchtlinge in Europa zu Sklaven werden. Dissent denkt über den Begriff des "Neoliberalismus" nach. In Slate.fr lernt die Soziologin Agnès de Féo den Niquab als Revanche erkennen. In epd-Film schreibt Georg Seeßlen über das Dilemma schwarze Superhelden. Die LRB staunt über den ersten britischen Wohlfahrtsstaat. Nicht jeder gute Programmierer ist ein unsozialer Nerd, meint Bloomberg. In der NYRB widmet sich Ian Bostridge der unlösbaren Dissonanz in Händels "Messias".
9punkt - Die Debattenrundschau
06.02.2018 Die Historikerin Marci Shore zeichnet für die New York Times ein Psychogramm der polnischen Geschichtspolitik. Die taz kommt im Buch eines ehemaligen britischen Diplomaten der Logik der Brexiteers auf die Spur. Politico.eu schildert einen portugiesischen Streit über die Rolle der Stadt Lissabon im Sklavenhandel. In der FR skizziert der Historiker John Röhl Kaiser Wilhelm II. als ziemlich armes Würstchen. Und Le Monde fragt: Ist Galanterie feministisch?
Efeu - Die Kulturrundschau
06.02.2018 Die SZ sieht das Ende der Regie-Despoten an den Bühnen kommen. Aus den Security-Leuten bei Popkonzerten ist schließlich auch eine seriöse Terrorabwehr geworden. Die taz porträtiert den Designer William Fan, der in Berlin gegen die Vergesslichkeit der Mode arbeitet. Die FAZ klärt auf: Im Kino geht es nicht um Glauben, sondern um die Aufhebung des Unglaubens. Und zum Tod von Stefan Moses bedankt sich die Welt noch einmal für den Sympathiezauber, den er beim Fotografieren über die Nachkriegsdeutschen legte.
Medienticker
06.02.2018 Aktualisiert: Der Journalismus & seine Floskeln - Das Nein zu Facebook des ORF - Getarnt als Gamer: Einblicke in eine rechtsradikale Troll-Armee - Krypto: Bitcoin-Kurs fällt weit unter 7000 US-Dollar - heute-Show: Sollte wohl lustig sein, ist es aber nicht +
Nachruf: Fotograf Stefan Moses ist tot.
Bücherschau des Tages
06.02.2018 Etwas zu blutig ist der NZZ Szczepan Twardochs drastischem Roman "Der Boxer", aber wenn der Autor den polnischen Vorkriegsfaschismus aufs Korn nimmt, wird sie hellhörig. Und die FAZ folgt Omar Robert Hamilton gebannt und erschüttert in die "Stadt der Rebellion", wenn er vom Scheitern der arabischen Rebellion in Kairo erzählt. Die SZ lässt sich von Nicola Gardini noch einmal die Schönheit der lateinischen Sprache besingen. Und die FR berauscht sich mit Simon Reynolds noch einmal am "Glam".
Mittwoch, 07.02.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
07.02.2018 In der taz ruft Waris Dirie, Aktivistin gegen Genitalverstümmelung, die #MeToo-Bewegung zu Solidarität mit afrikanischen Frauen auf. Die SZ berichtet über den Hongkonger Verleger Gui Minhai, der zum wiederholten Mal von chinesischen Behörden verschleppt wurde. Krise des Lesens? Rüdiger Wischenbart erinnert die Buchbranche im Perlentaucher an ihre Ursprünge in der Massenkultur. Politico.eu beleuchtet die Fremdenfeindlichkeit in Italien. Und die NZZ fragt: Was soll eigentlich die "konservative Revolution" sein?
Efeu - Die Kulturrundschau
07.02.2018 Die Manchester Art Gallery rudert zurück: Das Abhängen der Nymphen war zwar ganz richtig, aber nur eine Kunstaktion. In Deadline reagiert Quentin Tarantino zerknirscht auf Uma Thurmans Berichte von den Dreharbeiten zu "Kill Bill". Als Gesamtkunstwerk aus Klängen, Bildern und Bewegungen feiert die NZZ Marina Abramovics und Sidi Larbi Cherkaouis Inszenierung von Debussys "Pelléas et Mélisande" in Antwerpen. In der NZZ erzählt Thomas Hürlimann außerdem von seiner Jugend im Kloster. Und die taz wirft mit Frank-Burkhard Habel einen Blick auf die Kinoproduktion der DDR.
Medienticker
07.02.2018 AktuaIisiert: T-Sicherheit: Der Staat als Spion - Am Rande geht's um Pressefreiheit: Journalisten klagen gegen BND-Gesetz - Chaostage: Recherchen über Ungereimtheiten über die Razzia beim Newsweek-Mutterkonzern - Brutkastenlüge 1990: Historische Fake News + 50 Jahre 68er-Bewegung: Kein Ende der Faszination?
Bücherschau des Tages
07.02.2018 Die FAZ liest interessiert eine Biografie Ferdinand Porsches, die auch die Nazizeit nicht ausspart. Außerdem begleitet sie mit Roberto Saviano den mörderischen "Clan der Kinder" in Neapel. Die SZ lässt sich von Tom Hanks einige schräge Typen vorstellen.
Donnerstag, 08.02.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
08.02.2018 Zwei Jahre nach dem Putsch ist in der Türkei die Luft raus, der Feldzug gegen Afrin geschieht auch aus Populismus, konstatiert Bülent Mumay in der FAZ. Die taz kritisiert die EU-Politik im Westbalkan: Warum schreitet sie nicht gegen die Nationalisten ein? Und warum bestimmen Transhumanisten über Künstliche Intelligenz, fragt der Kultursoziologe Thomas Wagner in der NZZ. In der Welt sieht Tilman Krause Theodor W. Adorno als Vater der policitcal correctness.
Efeu - Die Kulturrundschau
08.02.2018 Kunst ist nie Anfang, lernt die Welt in einer großen Rubens-Schau im Städel. In der NYRB denkt Chris Ware am Beispiel von Philip Gustons Nixon-Zeichnungen über politische Kunst nach. In der nachtkritik kann Regisseur Tim Tonndorf, der sich an das Gebrülle von Claus Peymann erinnert, das Gerede vom erregbaren Theatergenie nicht mehr hören. Bei Tell ärgert sich Sieglinde Geisel über die Blasenhuberei in der Gomringer-Debatte. Die NMZ erinnert an die Radikalität der Neuen Musik in den Sechzigern.
Medienticker
08.02.2018 Aktualisiert: Krise des deutschen Buchhandels: Lesen Sie noch? Gut, wenn es noch so ist & Partnerprogramm für lokalen Buchhandel - Koalitionsvertrag: Was für die Buch-Branche relevant ist - e-paper: Wie Zeitungen Podcasts machen + Preis der Leipziger Buchmesse: Die Nominierten.
Bücherschau des Tages
08.02.2018 Die Zeit liest mit Begeisterung Nell Zinks Roman "Nikotin" - eine Art Reigen auf Speed. Außerdem vertieft sie sich in zwei Bücher - von Ta-Nehisi Coates und Patrisse Khan-Cullors - über den Rassismus in den USA. Die SZ staunt über die in jeder Hinsicht aufregende Autobiografie Johann Gottfried Seumes. Die FAZ lässt sich von Hans Joachim Schädlich die traurige Geschichte der Maler Felix und Felka Nussbaum erzählen. Die NZZ genießt Paläo-Art.
Freitag, 09.02.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
09.02.2018 Der Tagesspiegel bewundert in Leipzig die Instagram-Kunst junger Frauen. In der nachtkritik ermuntert Esther Slevogt die Theater, sich stärker der Demokratisierung der Öffentlichkeit durch das Internet zu öffnen. Die NZZ nimmt Platz in einem Designklassiker, dem Altorfer-Liegestuhl. Die FR quält sich durch "Fifty Shades of Grey". Und: Die Shortlist für den Leipziger Buchpreis ist raus.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.02.2018 Die Welt wirbt um Verständnis für polnische Empfindlichkeiten in der Bewältigung der Vergangenheit. NZZ und SZ fragen, wie künftig mit dem Erbe des Kolonialismus umzugehen sei. Focus online meldet, dass die AfD einen eigenen Newsroom aufmachen und die sozialen Medien mit ihren Inhalten bespielen will - mit zwanzig Redakteuren 24 Stunden am Tag und in den Räumen der Bundestagsfraktion. Recode.net freut sich: Die Digitalstrategie der New York Times geht auf, alle wollen sie abonnieren.
Medienticker
09.02.2018 Aktualisiert: Literaturkritik: Der GroKo-Vertrag oder Was taugt der Vertrag als Literatur? - Unabhängige Verlage fordern staatliche Förderung - Schleichwerbung?: Buntes Markentreiben wirft viele Fragen auf - Sprachreflexe: Peter Handkes Tagebücher - "Die Universität": Andreas Maiers über seine Erinnerungschronik - Absage an ein vereintes Europa? Warum die Linke die Nation braucht + Hörfunk-Tipps für das Wochenende.
Bücherschau des Tages
09.02.2018 Die SZ erkundet mit T.C. Boyles verschrobenen Helden die dunkle Seite der amerikanischen Seele. Die FAZ lässt sich von Barbara Schumacher die farbigen Seiten Saudi Arabiens jenseits der Klischees zeigen und von Zygmunt Baumans Klagelied "Retrotopia" über den Verlust von Utopien anstecken. Die Welt stöbert lieber im Nachlass von J.R.R. Tolkien und entdeckt die frühe "Geschichte von Kullervo". Und die NZZ lässt mit Viet Thanh Nguyens "Sympathisant" die amerikanische Sicht auf den Vietnamkrieg zusammenkrachen.
Samstag, 10.02.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
10.02.2018 In der taz erzählt Michael Verhoeven, wie sein Vietnam-Kriegsfilm "Ok" 1970 die Berlinale sprengte. In der FAZ entdeckt Durs Grünbein erstaunliche Parallelen zwischen Ernst Jünger und J.R.R. Tolkien. Die FR erkundet in Frankfurt das Werk des tschechischen Avantgarde-Fotografen Jaromir Funke. Die Berliner Zeitung ahnt den nächsten kleinen Volksbühnen-Skandal. Und die NZZ verfällt der sinnlichen Materialität des Klaviers.
9punkt - Die Debattenrundschau
10.02.2018 Seit einem Jahr sitzt Deniz Yücel ohne Aklage in der Türkei in Haft, die taz bringt seine Texte aus dem Gefängnis. Wo sind die lockenden Kühe?, fragt die Berliner Zeitung die traurigen Matadore in der SPD-Arena. Der Tagesspiegel blickt nach Frankreich, von wo ihm eine ausgemergelte Vogelscheuche winkt. Die FAZ beobachtet beschämt die Kotaus des Dieter Zetsche vor Pekings Machthabern. Und der Guardian steht ratlos vor dem nordirischen Trilemma.
Bücherschau des Tages
10.02.2018 Die FAZ öffnet Ulrich Alexander Boschwitz' Flaschenpost aus dem Jahre 1938 und entdeckt eine an Hitchcock-Filme erinnernde Leidensgeschichte. Die SZ lässt sich von Matthias Senkel eine durchtriebene Geistergeschichte über die Sowjetunion erzählen. Erschreckend aktuell erscheinen der taz Walther Rodes Streitschriften über Hitlerdeutschland. In Lucia Berlins neuen Stories lernt sie, das Komische im Leidvollen zu erkennen. Die Welt begleitet Andreas Maier in "Die Universität".
Montag, 12.02.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
12.02.2018 In der NZZ beklagt Hans Ulrich Gumbrecht das Verschwinden der Zukunft und das Schrumpfen der Gegenwart in der heutigen Politik. Die SZ schildert den Putin-Kult in Russland, in der FAZ warnen drei Politologen vor der "Soft Power" Chinas und Russland, die in Wahrheit eine "Sharp Power" sei. China beweist es, indem es den Hongkonger Buchhändler Gui Minhai zu Videogeständnissen zwingt, berichtet die taz. Und außerdem hat die FAZ die FR verkauft.
Efeu - Die Kulturrundschau
12.02.2018 #MeToo erreicht jetzt doch noch die Berlinale, ist Standard und Neuer Osnabrücker Zeitung zu entnehmen. taz und Nachtkritik lernen von She She Pop oratorischer "Fabel von der Entmietung" ins richtige Summen miteinzustimmen. Die NZZ erzählt, wie indigniert Paris auf den gigantischen Tulpenstrauß reagiert, den ihm Jeff Koons überreichen will. Die Jungle World grübelt über den Trend zur Antiästhetik. Und Jaroslav Rudiš erklärt, wo man zu Hause ist.
Medienticker
12.02.2018 Weniger Facebook, mehr Blog: Mark Zuckerberg & ein Deal - Ahnungen und Vermutungen in der Informationsgesellschaft - Indie-Startups: Neue Wege im Journalismus - Börsenverein zum Koalitionsvertrag: Positive Signale für die Buchbranche - "Keiner erwähnt die Autoren": Geringschätzung der Drehbuchautoren - Übersetzungen: Neue Lust an arabischer Literatur - Etwas krumm ins Leben gebaut: Vor 70 Jahren starb Karl Valentin.
Magazinrundschau
12.02.2018 Bloomsberg plaudert mit nordkoreanischen Hackern. Wo sind die Autoren aus der Arbeiterklasse, fragt die Schriftstellerin Kit de Waal Im Guardian. Autor Javier Cercas denkt in El Pais Semanal über Kunst und correctness nach. Fotograf Jeff Wall propagiert im Believer das eigene Urteil in der Kunst. Im New York Magazine fragt Quincy Jones: Was kennen diese jungen Musiker eigentlich? In Eurozine hofft der Historiker Ferenc Laczó auf eine Europäisierung des Holocaustgedenkens.
Bücherschau des Tages
12.02.2018 Drastisch, wütend und beschämend aktuell findet die SZ Aimé Césaires neu übersetzten Klassiker "Über den Kolonialismus" von 1950. Von Falko Schmieder und Georg Toepfer "Wörter aus der Fremde" lernt sie, dass schon sprachlich unser Zukunftshorizont schrumpft. Widerstandslos folgt die FR Wilhelm Genazinos Helden in "Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze" in die Depression. Die taz vermisst den ätzenden Witz von Martin Büssers Kolumnen "Für immer in Pop".
Dienstag, 13.02.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
13.02.2018 Die taz erkundet im Sprengel Museum die bildhauerische Fotografie Rineke Dijkstras. Außerdem freut sie sich an der unbekümmerten Freude mittelalterlicher Literatur an fluiden Geschlechterbildern. Die SZ verbeugt sich vor dem Heldentenor Andreas Schager. Die NZZ bewundert, wie sich die New York Public Library in ein soziales Netzwerk verwandelt hat. Der Standard sorgt sich um Lawrence Weiners Mahnmal am alten Flakturm im Esterhazypark. In der Welt empfiehlt der französische Kritikerpapst Serge Toubiana der Berlinale einen Leiter mit Leidenschaft für alle Kinos, keinen Funktionär.
9punkt - Die Debattenrundschau
13.02.2018 In der SZ schimpft Ronald Lauder über deutsche Bräsigkeit bei der Restitution geraubter Kunst. In Großbritannien und Frankreich gibt es Debatten über das koloniale Erbe - unter anderem entzaubern Alain Mabanckou und Achille Mbembe im NouvelObs die Idee der "Frankophonie". In der Berliner Zeitung findet Götz Aly deutliche Worte: "Wenn es in Deutschland heute eine versiffte Ekelecke gibt, dann in der AfD." Und warum glaubten alle Journalisten unisono an Martin Schulz, fragt Hans-Martin Tillack im Stern.
Medienticker
13.02.2018 Datenschutz: Facebook muss Nutzungsbedingungen anpassen - Absurder ARD-Geldtopf: Gut gemeint, schlecht umgesetzt & Punkte, Prämien, Produzenten - Deniz Yücel. Politische Geiselhaft - Unterlassungssünde der Medien & Der ganz normale Sexismus in Sportberichten + Für immer Frohburg: Ein Gespräch mit Guntram Vesper + Literatur: Von Menschen & anderen Tieren.
Bücherschau des Tages
13.02.2018 Die NZZ gibt sich mit Jon Stefanssons poetischem Roman "Etwas von der Größe des Universums" dem Island der siebziger Jahre hin, dem Schnee und lavadickem Pathos. Die taz goutiert Jaroslav Kalfars tragikomische Abrechnung mit dem Kommunismus "Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt". Die FAZ folgt Navid Kermani auf seinen Reportagereisen von Köln durch osteuropäische Krisengebiete bis nach Isfahan. Stephan Russ-Mohl belegt ihr, dass digitale Medien, PR und Mainstream die Demokratie gefährden.
Mittwoch, 14.02.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
14.02.2018 Deniz Yücel ist heute seit einem Jahr in türkischer Haft. Nach neuesten Meldungen gibt es jetzt Hoffnung, dass er freigelassen wird. Sein Fall hat Aufmerksamkeit für die Lage aller drangsaliserten Journalisten in der Türkei geschaffen, meint Georg Löwisch in der taz. In der SZ macht sich Aleida Assmann Sorgen um die Zukunft der Erinnerung in Deutschland. Im Guardian geht Natalie Nougayrède einen Schritt weiter und fordert eine europäische Erinnerungskultur. Der Berliner Integrationsbeauftragte Andreas Germershausen erklärt in der taz, dass er sich als politischen Repräsentanten der muslimischen Verbände ansieht - auch in der Kopftuchfrage.
Efeu - Die Kulturrundschau
14.02.2018 In der FAZ fürchtet Horst Bredekamp den Opportunismus von Künstlern, die Museen säubern, um den Zeitgeist zu bedienen. Das ZeitMagazin will nicht mehr jugendlich sein, sondern so lässig wie Frauen, die im Reformhaus einkaufen. Die taz erkundet in der ifa-Galerie die Phänomenologie aufgebrachter Menschenmengen. Einhellig gefeiert wird Guillermo del Toros Film "The Shape of Water". Vergeblich suchen die Feuilltons jedoch nach dem subersiven Funken im Superhelden-Blockbuster "Black Panther".
Medienticker
14.02.2018 Infokrieg mit allen Mitteln: Rechte Aktivisten greifen im Netz Politiker & Medien an - Kiosk-Verkäufe: Verkaufserfolg mit Ansage - Facebook teilt gegen Verlage aus: Das Verhältnis mit den Medien ist unwiederbringlich zerrüttet - Digitaler Sumpf: Unilever droht Facebook wegen Fake News - Überwachung: Verfassungsschutz durchforstet Internet mit eigener Software - Theater-Nachtkritik: Der Volksbühnen-Vagabund + Nach Fake-News-Vorwürfen: ORF-Journalist klagt gegen Österreichs Vizekanzler.
Bücherschau des Tages
14.02.2018 Die FR beugt sich über den 14. Band des Mammutwerks über "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" und lernt, dass die notorisch lässigen Italiener einfach unfähig zum Rassenfanatismus waren. Die SZ empfiehlt wärmstens Ulrich Alexander Boschwitzs Roman "Der Reisende" über die Tage nach den Novemberpogromen 1937, der 76 Jahre nach dem Tod des Autors durch einen deutschen Torpedo erstmals erschienen ist. Die NZZ folgt Annie Ernaux immer noch gern über "Die Jahre".
Donnerstag, 15.02.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
15.02.2018 Steven Pinker in der SZ und Bernhard Pörksen in der NZZ diagnostizieren im Blick auf die Debatte in den Demokratien eine "große Gereiztheit". Liegt's am Internet oder an der Wiederkehr der Romantik? Die katholische Kirche in Deutschland ist in Finanzskandale verstrickt, konstatiert die FAZ - Aber der Theologe Jan-Heiner Tück hat in derselben Zeitung nur eine Sorge: In Unis zu lehren, in denen kein Kreuz im Hörsaal hängt. In der NZZ prangert Roseann Rife von Amnesty International die Unterdrückung der Uiguren durch China an.
Efeu - Die Kulturrundschau
15.02.2018 Heute abend eröffnet die Berlinale und die Kritiker sind schon prächtig am Streiten: Zuviel Filme? Zu wenig Zukunft? Berliner Zeitung, taz, Tagesspiegel, NZZ, SZ und Perlentaucher vermissen eine echte Einladung zum Diskurs. Die Zeit wirft dagegen den Kritikern Herrschaftsfantasien vor. In der FAZ möchte Regisseur Christian Petzold lieber über die Nachfolge von Berlinale-Chef Dieter Kosslick reden als über Dieter Kosslick. Außerdem: Der Standard ist froh, dass Man Ray in Paris die Malerei aufgab. Auf Zeit online erzählt der israelische Choreograf Nir de Volff, wie seine israelisch-deutsche Hybrid-Tanztheater-Sprache syrische Tänzer in Bewegung setzte.
Medienticker
15.02.2018 Aktualisiert: Im Raster: Wir werden überwacht, das ist klar - NetzDG: Mangelhafter Ansatz gegen Online-Vergehen - Medienzentrum der AfD: Ungefiltert im Schmutz wühlen - FPÖ vs ORF: Fake-News-Vorwurf nur Satire? - Deniz Yücels 365 ungeheuerliche Tage - Olympia im Fernsehen: Warum bei ARD+ZDF nicht alles Gold ist + Rausch der Revolution: 68er-Träume einer Räterepublik West-Berlin &
KD Wolff vom 68er zum Hölderlin-Verleger.
Bücherschau des Tages
15.02.2018 Wahnsinnig witzig und anspruchsvoll findet die FAZ Andrea Camilleris neuen Sizilien-Roman "Die Inschrift". Mit Julia Schoch schaut sie in die "Schönen Seelen" von DDR-Gymnasiasten. Die SZ entdeckt mit Joshua Cohens "Buch der Zahlen" den Zauberberg des Internetzeitalters. Die Zeit begibt sich mit Martina Hefters Geistern und Teufeln auf einen lyrischen Streifzug durchs Pflegeheim und erkundet mit Martin Mosebach das koptische Christentum. Die NZZ besingt in drei Büchern das Ende des Westens. Und die FR taucht ganz verändert aus Florjan Lipus' Roman "Seelenruhig" auf.
Freitag, 16.02.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
16.02.2018 Die AfD wird immer unflätiger und fühlt sich dabei immer besser. Die klassischen Parteien haben kaum ein Mittel, diese Blase zu durchstechen, analysiert Richard Volkmann bei den Salonkolumnisten. Politico.eu stellt die italienische Zentrumspolitikerin Beatrice Lorenzin vor, die mit einer neuen Partei gegen die Impfgegner in den populistischen Parteien kämpft. In Frankreich organisieren muslimische Organisationen eine Soli-Kampagne für Tariq Ramadan, berichtet Libération. Und: Herfried Münkler gibt in der NZZ und Welt Auskunft über den aktuellen Stand der Kriegsführung.
Efeu - Die Kulturrundschau
16.02.2018 Zeit online kritisiert die stiefmütterliche Behandlung der klassischen Musik durch Streamingdienste. Die FAZ lässt sich von Jean-Michel Basquiat in unvorhergesehene Tiefen führen. Die nachtkritik wird in den Münchner Kammerspielen angebaggert. Die SZ befindet kühl: Tabubruch im Kino ist passé. Das Zeit-Magazin sieht pink auf der New York Fashion Week.
Medienticker
16.02.2018 Aktualisiert: Deniz Yücel ist frei - EU-Datenschutz & Verlage - Online-Handel: Amazon & das Markenrecht - Schweizer Buchmarkt: Negativtrend im Buchhandel - Schweizer TV: Roger Schawinski über die No-Billag-Debatte - Soziale Netzwerke: Facebook wird zum Seniorentreff - Künstlersozialabgabe: Klage gescheitert - Theater-Nachtkritiken: "Familie Schroffenstein" in Wien & "Oradour" in München - Das andere Achtundsechzig oder die Geburtsstunde des modernen Feminismus + Hörfunktipps für das Wochenende.
Bücherschau des Tages
16.02.2018 Jörg Resag kann der FAZ mit seiner Richard-Feynman-Biografie die Quantenphysik bildklug nahebringen. Thomas Stangl lesen, ermuntert die NZZ, hingerissen vom neuen Roman "Fremde Verwandtschaften". Die SZ begeistert sich für einige Jugendsachbücher, darunter einen wunderbar gestalteten Anatomieband von Helene Druvert. Sehr viel weniger Freude hat sie an den Reportagen Navid Kermanis aus Osteuropa.
Samstag, 17.02.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
17.02.2018 Die FAZ bringt eine Vorabdruck aus Martin Mosebachs neuem Buch "21" - er schildert sehr detailreich ein IS-Video, das die Enthauptung koptischer Christen zeigt. In der NZZ singt Felix Philipp Ingold ein Loblied aufs nomadische Lesen. In der Nachtkritik schildert Regisseur Sebastian Hartmann, der gerade in Moskau inszeniert hat, die Beklemmung in der russischen Kulturszene. Die taz porträtiert die kosovarische Choreografin Teuta Krasniqi.
9punkt - Die Debattenrundschau
17.02.2018 Deniz Yücel ist frei - aber das zeigt auch noch einmal, wie unfrei die türkische Justiz ist, sagt Can Dündar in Zeit online. "Atemberaubend" nennt die New York Times nach einer FBI-Anklage das Ausmaß und die Raffinesse russischer Einflussnahme im amerikanischen Wahkampf. Wieviel Chancen gibt es auf eine muslimische Demokratie, nachdem selbst Indonesien im schwarzen Loch des Islamismus verschwindet, fragt Marco Stahlhut in der FAZ. Die Basler Zeitung erkundet antisemitische Tendenzen in der Labour-Partei. Und Sibylle Lewitscharoff sagt in der NZZ, auch wenn sie an Jacob Taubes denkt, nicht #MeToo.
Bücherschau des Tages
17.02.2018 Die NZZ bespricht Romane über Migration und Afrika - unter anderem Aya Cissokos "Ma", die sie als "Brocken dunkler Energie" feiert. Die SZ lässt sich nicht täuschen: Clemens J. Setz' literarische Fantasie blitzt auch aus seinen "Bots" hervor. Die FAZ bewundert Nathalie Azoulais Racine-Roman "An Liebe stirbt man nicht". Und die Welt lässt sich vom Journalisten, aber nicht vom Katholiken Martin Mosebach überzeugen.
Montag, 19.02.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
19.02.2018 Berliner Zeitung und nachtkritik bewundern die hochkreative Selbstverschwendung des Castorf-Ensembles in Hamburg, wo drei Einakter von Eugene O'Neill gegeben wurden. Einige Altherrenwitze werden da gern verziehen. Darkroom und Dancefloor passen gut zusammen, erkennt die taz am Sound der Band Fischerspooner. Jeder kann den Kunstkanon in Frage stellen, auch Moralapostel, erinnert die NZZ.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.02.2018 Der Satz des polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki, es hätte auch jüdische Täter im Holocaust gegeben, empört unter anderem taz und Welt. Im Weekly Standard erklärt Steven Pinker, warum Identitätspolitik nicht aufgeklärt ist. In der NZZ zieht Ivan Krastev eine Parallele zwischen der liberalen Revolution in Osteuropa 1989 und heutigen Migrationsbewegungen. Wenn das Buch verschwindet, verschwindet auch die Wahrheit, fürchtet Florian Felix Weyh in seinem Dlf-Essay,
Medienticker
19.02.2018 Aktualisiert: Amazons Werbegeschäft: Ein Pickel, der brutal wächst & Die NZZ akzeptiert immer mehr Schleichwerbung - Türkei: Journalisten zu lebenslanger Haft verurteilt & "Der Sultan hat beschlossen, dass Yücel freigelassen wird", sagt Can Dündar - Wird Political Correctness zum Problem? "Das ist doch blanker Hass", sagt Sibylle Lewitscharoff + Nachruf zum Tod des Jazz-Geigers "Monsieur 100.000 Volt" Didier Lockwood.
Bücherschau des Tages
19.02.2018 Die FAZ bespricht Hörbücher: besonders gut gefallen hat ihr Katharina Thalbachs raue Einlesung der Gedichte Mascha Kalekos und ein Hörspiel zu William Faulkners "Licht im August", das die Kritik am Rassismus durch Überbetonung rassistischer Wörter kenntlich mache. Die SZ liest mit Interesse Martin Mosebachs Reportage über seine Reise zu den Kopten, hätte aber auf die Nachhilfe in Kirchengeschichte verzichten können. Die taz empfiehlt wärmstens Zygmunt Baumans Diagnose unserer "Retrotopia".
Dienstag, 20.02.2018
Magazinrundschau
20.02.2018 Der Guardian beobachtet Widderkämpfe in Algerien. Juergen Tellers sozialistisch-realistisches Titelfoto für die neue polnische Vogue kommt nicht gut an, erzählt das tschechische Magazin Respekt. In Magyar Narancs stöhnt László F. Földényi über die Auswirkungen der Postmoderne: Festivalfilme und Buchmessenliteratur. In der New York Review of Books kann Enrique Krauze dem Chavismo von Venezuelas Nicolas Maduro aber gar nichts abgewinnen. Und Karl Ove Knausgaard erliegt in der New York Times dem Lächeln einer 102-jährigen Russin.
9punkt - Die Debattenrundschau
20.02.2018 Facebook wehrt sich gegen den Vorwurf, die Russen hätten über seinen Dienst die amerikanischen Wahlen manipuliert - und entschuldigt sich dann beim FBI, berichten New York Times und Wired. In der FR begibt sich Bernhard Pörksen auf die Spur der "großen Gereiztheit". Die FAZ staunt über die Staatsferne der ARD-Offiziellen. In der Welt plädiert die Museumsdirektorin Nanette Snoep für "transkulturelle" statt ethnologischer Museen. Und die Briten warnen bei politico.eu: Wenn sie keinen Freihandelsdeal bekommen, zahlen sie nicht.
Efeu - Die Kulturrundschau
20.02.2018 Eleganter italienischer Razionalismo war uns versprochen worden, bekommen haben wir ein hüftsteifes Aktenregal klagt die FAZ vor der neuen Ostfassade des Humboldt-Forums. Auf Zeit online fragt sich Jackie Thoma anlässlich des schwarzen Superheldenfilms "Black Panther": Muss eine Identifikationsfigur aussehen wie man selbst? Die SZ hört Musik aus dem Ostkongo. Die NZZ wirft einen Blick auf die Opernszene in Finnland.
Medienticker
20.02.2018 Aktualisiert: Top Ten der vergessenen Nachrichten 2018 - PEN International: Wörter sind keine Verbrechen - Arbeiten unter Angst: Pressefreiheit in Kolumbien - Konstruktiver Journalismus, der Journalismus von morgen? - Netzpolitik: Wie unser Online-Verhalten ausgewertet wird + Aufbruch durch Musik: Wie F.C.Delius durch den Free Jazz die Zukunft der Schönheit entdeckte.
Bücherschau des Tages
20.02.2018 Die taz streift mit Virginie Despentes' grandiosem Vernon Subutex durch ein Paris, in dem dem Menschen nicht mehr leben, sondern leiden. Die NZZ bewundert die Milde, mit der Wilhelm Genazino auf seine unfrohe Helden blickt. Verstört liest die FAZ Catalin Mihuleacs Roman "Oxenberg und Bernstein", der im Ton der Burleske von antijüdischen Pogromen in Rumänien erzählt. Und die SZ lässt sich von Detlev Meyers wiederaufgelegtem Roman "Das Sonnenkind" zur Freundlichkeit verführen.
Mittwoch, 21.02.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
21.02.2018 In der FAZ ruft der Dramatiker Ayad Akhtar Muslime auf, ins Theater zu gehen. Im Standard glaubt Regisseur Stefan Bachmann an radikales, anarchisches, erotisches Theater ohne Machtmissbrauch. Die NZZ lernt vom Fotografen Balthasar Burkhard, wie menschliche Körper zu Landschaften werden. Navid Kermani pocht in der ebenfalls in der NZZ darauf, dass Europa von den Unterschieden lebt, nicht von der Gleichheit. Die SZ meint: Uniforme und belanglose Städte brauchen nicht weniger moderne Architektur, sondern mehr:.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.02.2018 Die Syrer bombardieren gemeinsam mit ihren russischen Hintermännern Ost-Ghuta. Humanitäre Appelle lassen sie verhallen. Zivilisten sterben zu Hunderten. Der Guardian vergleicht das Geschehen mit Srebrenica. Die Washington Post bringt Bilder. In der NZZ beharrt Steven Pinker auf den Vorteilen der Aufklärung. Im Deutschlandfunk erzählt der Historiker David Motadel von der Sympathie der Nazis für den Islam. In der Welt erinnert Alan Posener an den jüdischen Beitrag zu 1968.
Medienticker
21.02.2018 Aktualisiert: Dichotom-Energie: Die Aggressivität der Mediengesellschaft steigert sich - Augmented- & Virtuality-Reality-Lösungen: Auf dem Weg zum Blockbuster-Journalismus - Quo vadis: Newsletter statt Blog? - Ein Bär, zwölf Bücher: Books at Berlinale 2018 - Quellengewissheit: Wahrheit ist Belegbarkeit & Lizenzhinweise - SPD vs. Bild: Presserat & journalistische Ethik - Trump-Zeitalter: Allen Frances' "Amerika auf der Couch".
Bücherschau des Tages
21.02.2018 Die SZ staunt, wie Nicol Ljubic in seinem Roman "Ein Mensch brennt" über den radikalen Umweltschützer Harmut Gründler journalistische Recherche in Literatur verwandelt. Großes Lob auch für den Debütroman von Josefine Rieks, "Serverland", der die Zukunft nach dem Internet imaginiert. Die NZZ fragt sich mit Peter Stamm, was wäre, wenn die Fantasie Wirklichkeit würde?
Donnerstag, 22.02.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
22.02.2018 Linke Identitätspolitik führt direkt in den Kulturrelativismus, warnt Francis Fukuyama in der NZZ. In der FAZ skizziert Sergej Lebedew anlässlich des Prozesses gegen den Historiker Jurij Dmitrijew die Verwandtschaft der heutigen russischen Machthaber mit den Stalinschen Henkern. Der politische Zerfall der Mittelklasse droht auch die SPD zu zerreißen, warnt in der Zeit der Kultursoziologe Andreas Reckwitz. Die SZ erklärt, warum #metoo in Japan kaum Erfolg hat. Nur in Österreich ist die Stimmung gut, meldet die FAZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
22.02.2018 Die FAZ bewundert in der Berliner Ausstellung "Nautilus" die extreme Mathematik der Natur. Die Zeit begegnet in Frankfurt dem Mash-up-Künstler Rubens und dem Humanisten Basquiat. Der Standard sieht eine Verquickung von Interessen, wenn das Mumok dem Berliner Sammler Alexander Schröder eine Ausstellung widmet. Und in der Berliner Zeitung hält Regisseur Ersan Mondtag den Machtmissbrauch am Theater auch für eine Generationenfrage.
Medienticker
22.02.2018 Aktualisiert: Copyright Update #2: Upload-Filter für alle außer Google, Facebook & Co? - Medien- Dauerreizklima: "Wer sich offenbart, verliert!" - Rundfunkgebühren: KEF erwartet ARD/ZDF-Überschuss von 544,5 Millionen Euro - Bestserller: Jörg Magenau weiß, was Bücher erfolgreich macht - Morgen der Welt: Über die "Geschichte der Renaissance" von Bernd Roeck + Schulmassaker: Trump will Lehrer bewaffnen.
Bücherschau des Tages
22.02.2018 Die FAZ erkundet mit Esther Kinskys Geländeroman "Hain" den Raum zwischen den Lebenden und den Toten. Mit Jakob Hein begibt sie sich auf Orientmission und organisiert den Dschihad für Wilhelm den II. Die taz probiert mit Charles Foster aus, wie es sich anfühlt, als Tier zu leben. Die Zeit lauscht mit Michael Wolff vulgären Klatschgeschichten aus dem Weißen Haus und zieht mit David Cay Johnston eine traurige Trump-Bilanz. Die SZ begleitet mit Hans Joachim Schädlich bewegt das jüdische Malerpaar "Felix und Felka" auf der Flucht.
Freitag, 23.02.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
23.02.2018 Zwischen Gesetzen gegen die Leugnung der Shoah und dem polnischen Holocaust-Gesetz gibt es einen feinen Unterschied - die Meinungsfreiheit, rufen Moshe Zimmermann und Schimon Stein in der Zeit in Richtung Polen. Die NZZ fürchtet, dass China seinen Bürgern den Freiheitsdrang per Genmanipulation entfernt. Die Destabilisierung des Friedens in Nordirland nehmen die Brexiteers als Kollateralschaden gern in Kauf, fürchtet politico. Auf republik.ch wirft Didier Eribon Mark Lilla reaktionären Populismus vor. SZ und FR ahnen, dass die EU in Sachen Digitalisierung den Anschluss verliert.
Efeu - Die Kulturrundschau
23.02.2018 Die SZ lernt beim Schauspieler Thomas Schmauser den Wert eines Berufsinformationszentrum erkennen. In der NZZ fordert Hans Magnus Enzensberger energisch die Einführung von Hemd Studies an den geisteswissenschaftlichen Fakultäten. Die taz besucht eine Tagung über die Geschichte widerständiger Musik in totalitären europäischen Staaten. Die NZZ steigt hinab in das "gemeingefährliche Universum" der Künstlerin Manon.
Medienticker
23.02.2018 Aktualisiert: Plasberg+Bild strapazieren das "gesunde Volksempfinden", die Lüge von der "Sex-Broschüre für Kita-Kinder" & Wer hat Julian Reichelt erlaubt, die Demokratie so in den Dreck zu ziehen? - Amnesty International: Hass-Reden gegen Menschenrechte - Fotojournalismus: Änderungen in der Google-Bildsuche, Probleme bleiben - E-Book-Markt: Zahl der Käufer sinkt + Kunstfreiheit: Brandenburger Tor von zwei Gomringer-Gedichten umrahmt + Die Hörfunk-Tipps fürs Wochenende.
Bücherschau des Tages
23.02.2018 Die FAZ lernt Lenin in den scharfsinnigen Schriften des Philosophen Hugo Fischer als Machiavell des Ostens kennen. Von dem Ornithologen Jonathan Elphick lässt sie sich in einem Prachtband in die Kunst der Vogelillustration einführen. Die SZ lauscht beschwingt Émilie de Turckheims surrealistischer "Popcorn Melody". Die NZZ beobachtet mit Adam Haslett das Zerbrechen einer amerikanischen Familie aus mehreren Perspektiven. Und die FR gruselt sich prächtig mit Nadia Buddes "Eins, zwei, drei, Vampir".
Bücherschau des Tages
23.02.2018
Samstag, 24.02.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
24.02.2018 Erinnert an die schlechtesten Castorf-Jahre, stöhnen die Kritiker einstimmig über Albert Serras Rokoko-Stück "Liberté" an der Volksbühne. In der FAZ fordert der baskische Schriftsteller Fernando Aramburu die Aufklärung des ETA-Terrors. Die Zeit erkundet die verschiedenen Modernen der Sowjetarchitektur in Minsk. SZ und Freitag läuten mit Ryan Cooglers Film "Black Panther" eine mentalitätsgeschichtliche Zeitenwende ein. Und die FAZ entstaubt mit Dirigent Andris Nelsons beschwingt das Klangmobiliar des Leipziger Gewandhausorchesters.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.02.2018 Doch, der Westen hätte etwas tun können, kommentiert Spiegel online mit Blick auf Ost-Ghuta - Israel hat gezeigt, wie's geht. Die No Billag-Abstimmung in der Schweiz, die vielen in Europa Angst macht, steht bevor: Die taz besucht Florian Maier, den Initiator der Abstimmung über die Rundfunkgebühren. Standard und NZZ blicken sich mit Unbehagen im Superinternet der Dinge um. Würden sich wirklich nochmal britische Soldaten nach Nordirland verschiffen lassen, um dort das Gesetz durchzusetzen, fragt der Guardian.
Bücherschau des Tages
24.02.2018 Die Literarische Welt erinnert sich mit Abraham Teitelbaum bewegt an jüdisches Leben in Warschauer Innenhöfen um 1900. Die FAZ lässt sich von Manfred Flügge erläutern, wie Wien im Jahre 1938 zu einer "Stadt ohne Seele" wurde. In Alexander Pechmanns Roman "Sieben Lichter" begibt sie sich auf eine mörderische Schifffahrt nach Irland. Die NZZ erkundet mit Felicitas Hoppe lieber die unscharfen Ränder Amerikas. SZ und Welt staunen über das "Chaos im Kopf" von Monika Maron. Und die FR lässt sich von Gisela Getty und Jutta Winkelmann in die Parallelwelten nach '68 mitnehmen.
Montag, 26.02.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
26.02.2018 Der Goldene Bär für Adina Pintilies tabulosen Entblößungsfilm "Touch Me Not" spaltet die Kritik: Die Entscheidung steht der Berlinale gut zu Gesicht, finden taz und Tagesspiegel. Bitter, finden FAZ, FR und NZZ. Echtes altmodisches Analog-Theater genießt die SZ mit Claus Peymanns Stuttgarter "König Lear". Die taz erlebt in der Frankfurter Basquiat-Schau das New York der Achtziger Jahre kurz vor dem Platzen .
9punkt - Die Debattenrundschau
26.02.2018 Die PiS-Partei untergräbt die polnische Demokratie in einer Art und Weise, die man noch gar nicht wahrgenommen hat, warnt das Verfassungsblog: Zum Beispiel sucht sie einen immer direkteren Zugriff auf die Organisation von Wahlen. Politico.eu erklärt, wie sich Jeremy Corbyn den Brexit vorstellt: maßgeschneidert. Was einst die Ideologieabteilung in der KP war, ist unter Putin die orthodoxe Kirche, erklärt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova in der NZZ. In Berlin kursiert eine Erklärung "pro Neutralitätsgesetz", die unter anderem von Seyran Ates und Necla Kelek unterzeichnet wurde.
Medienticker
26.02.2018 Schweiz: Wozu Rundfunk-Gebühren? - Inhalte-Klau: Focus Online löscht Artikel & entschuldigt sich für bei Welt - Schwache Verteidigung: Die Bild fällt auf Titanic rein, Politik in der Zwickmühle: Die Lüge ist glaubwürdiger als der Wortbruch + Die betäubte Gesellschaft: Müssen wir uns dem Schmerz stellen?.
Bücherschau des Tages
26.02.2018 Die FAZ jauchzt vor Freude über das schwedische Kinderbuch "Kalle und Elsa", das Abenteuerlust und Furchtlosigkeit gegen besorgte Helikoptereltern setzt. Die SZ lässt sich fasziniert von Jens Harder das Gilgamesch-Epos in Comic-Form erzählen. Gefesselt liest sie auch Wilfried Loths Rückblick auf den Mai '68 in Paris "Fast eine Revolution".
Dienstag, 27.02.2018
Magazinrundschau
27.02.2018 Europa ist ein Granatapfel, kein Pfirsich, erklärt der rumänische Kunsthistoriker Andrei Pleșu in Eurozine. In Brooklyn Rail kritisiert der französische Politologe Nedjib Sidi Moussa die "Muslim-Fabrik" der Linken. Der Guardian beschreibt den Faschismus für Hipster der italienischen CasaPound. The Atlantic erzählt, wie der amerikanische Großlobbyist Paul Manafort dem Putin-Kumpan Wiktor Janukowytsch ins Amt zurück verhalf. Der New Yorker erzählt, wie Pablo Escobar zum Volkshelden und Hollywoodliebling wurde. Wired erzählt, wie die russische Internet Research Agency den Wahlkampf von Trump unterstützte.
Efeu - Die Kulturrundschau
27.02.2018 Der Guardian erlebt in der Tate Britain vor den Bildern Lucian Freuds den Schock der Wirklichkeit. Die SZ bewundert die knochigen Leiber des Egon Schiele. In der Berliner Zeitung spricht Hans Neuenfels über Salome und ihre Radikalität ohne Zukunft. Die NZZ schürft nach literarischen Nuggets. Und in der FR berichtet der Regisseur Klaus Gietinger von den immer tristeren Arbeitsbedingungen bei den Öffentlich-Rechtlichen.
9punkt - Die Debattenrundschau
27.02.2018 Entsetzen herrscht in der Slowakei und in europäischen Medien über die Ermordung des Journalisten Jan Kuciak und seiner Freundin. Laut Bund macht der bekannte slowakische Autor Michal Hvorecky den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico, der gegen Journalisten hetzte, mitverantwortlich. Die New York Times berichtet, wie schwer es Google und Facebook fällt, Verschwörungstheorien gegen Opfer des Massakers von Parkland zu unterbinden. Und im Freitag attackiert Guillaume Paoli die überhebliche taz.
Medienticker
27.02.2018 Digitalmedien: Microsofts Nachrichtenzentrale - Kommunikation & Politik: Die AfD und ihr Newsroom - Zweifel an der journalistischen Arbeit sind immer noch hoch, ist auf Spiegel online zu lesen - Von der Redaktion in den Bundestag: Wenn Journalisten Politiker werden - Auftragsmord: Slowakischer Reporter erschossen + Zum 90. Geburtstag von Fats Domino: Ein Strahlen wie ein Scheinwerfer der Seele.
Bücherschau des Tages
27.02.2018 Die FAZ lernt von Jon McGregors Roman "Speicher 13" das Dorfgeschehen als Leben im Kollektiv kennen. Mit Skepsis verfolgt die NZZ den esoterischen Fortgang von J. M. Coetzees Jesus-Romanen. Die SZ verfolgt amüsiert, wie sich Jean-Claude Carriere mit dem Misanthropen Luis Buñuel über Gott und die Welt und das Filmemachemachen unterhält. Als Migrationsdrama 2.0 liest die taz Norbert Gstreins Roman "Die kommenden Jahre". Und die Welt geht mit, wenn Wallace Stroby seine Berufsverbrecherin Crissa Stone auf Plünderung schickt.
Mittwoch, 28.02.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
28.02.2018 In der New York Times schreibt der Journalist Ahmet Altan, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, über den Schock, den ein solches Urteil auslöst. Der Stern und andere Medien gehen dem Mord an dem slowakischen Journalisten Jan Kuciak nach: Möglicherweise hatte er Beziehungen zwischen Politikern und der 'Ndrangheta offengelegt. Für Bestürzung sorgt in Frankreich ein Blogeintrag Jean-Luc Mélenchons über die "Systemeffekte" der "Medienpartei". In konkret will der Impresario und Medienkritiker Berthold Seliger nicht einfach den Status quo bei den Öffentlich-Rechtlichen verteidigen.
Efeu - Die Kulturrundschau
28.02.2018 Die SZ erinnert daran, wie uns die industrielle Moderne vor hundert Jahren die Industrienormen DIN-A4 und 08/15 bescherte. Außerdem begegnet sie den Bildhauerinnen der Berliner Moderne im Georg Kolbe Museum. Die NZZ schmilzt in Frankfurt zu den zartsüßen Trompetenterzen von Giacomo Meyerbeers "Vasco da Gama". Die taz plaudert mit Italo-Rockerin Gianna Nannini. Und die FAZ erkundet die kathartischen Klanggerüste des Cloud Rap.
Medienticker
28.02.2018 Facebook durchleuchtet die geistige Gesundheit seiner Nutzer - Gut Genug: Magazin von Mittelmäßigen für Mittelmäßige - Stefan Niggemeier über den Bild-Chef & die falschen Mails - Warum sich Frauen online viel seltener in Debatten einmischen als Männer - Subventionen in den USA: Kampf um Amazons Zweitwohnsitz +Fremdkörper mitten im BR-Programm : "Quer" wird 20.
Bücherschau des Tages
28.02.2018 Die taz lauscht dem "Grabgeflüster" des irischen Autors Mairtin O'Cadhain und freut sich über die modernisierte Ligne clair von Yves Chalands Comic "Freddy Lombard". Die SZ taucht mit Pirat und Papagei in den Strom von Eugene Ostashevskys polyphonen Gedichten. Die FAZ blättert durch Peter Grafs "Ungemein eigensinnige Auswahl unbekannter Wortschönheiten" aus dem Grimmschen Wörterbuch. Die NZZ bewundert die Haken, die der Dichter Raphael Urweider in seinem Band "Wildern" schlägt.