Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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  • Monotheismus-Debatte im Perlentaucher: Angestoßen von Jan Assmann. Mit Beiträgen von Klaus Müller, Peter Sloterdijk und anderen
  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
  • Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Dienstag, 01.02.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Retten, was zu retten ist

01.02.2022 Die Frage ist nicht, was Russland, sondern was der Westen will, schreibt Timothy Garton Ash im Guardian. Desk Russie macht auf die massive Welle der Emigration aus Russland aufmerksam. Navid Kermani fürchtet im Gespräch mit der FR, dass der Islam sich selbst vergisst. In der Welt greift Anna Staroselski einen "Aspekte"-Beitrag an, der zum Holocaust-Gedenktag neue Relativierungen des Holocaust stark macht. Der Verlag des neuen Anne-Frank-Buchs mit umstrittenen Thesen zum Verrat an der Familie Anne Franks, hat sich entschuldigt, berichtet die SZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Dieses Schwelgen im Seltenen

01.02.2022 In der taz erzählt der Übersetzer Ulrich Blumenbach von seiner fünfjährigen Arbeit an Joshua Cohens Monumentalwerk "Witz", das dem Chaos der Welt das Chaos der Kunst entgegensetzt. Und das ihm ein hochmusikalisches Geschwurbels abverlangte, wie er in der FAZ ergänzt. Schluchzend genießen SZ und Nachtkritik sechs Stunden lang Matthew Lopez' Broadway-Drama "Das Vermächtnis" über schwules Leben in New York. Monopol folgt dem Fotografen Ragnar Axelsson auf dem Hundeschlitten durch die Arktis. Das ZeitMagazin freut sich über die Rückkehr der Schleppe.

Magazinrundschau

Die Gnadenlosigkeit sozialer Determinismen

01.02.2022 En attendant Nadeau liest die Schriften des japanischen Historikers Masao Maruyama über den japanischen Faschismus. Respekt findet den Versuch einer Ehrenrettung Chamberlains in dem Netflixfilm "München" geschichtsverfälschend. Der Film-Dienst widmet sich dem Werk Jean Eustaches, das er mit den Büchern Annie Ernaux' vergleicht. La regle du jeux erinnert an die heute völlig vergessene Künstlerin Sonia Mossé, die mit 27 Jahren in Sobibor ermordet wurde. Der New Yorker will wissen, wie die Deutschen den Ausstieg aus der Kohle schaffen, und besucht die Bergleute der Lausitz.

Medienticker

Boostern

01.02.2022 Angriffe auf Journalisten: Wie der Staat die Presse besser schützen könnte - Spotify in der Kritik: Identitätskrise beim Streamingdienst - Hinweise auf Büchern: Warnung vor der Triggerwarnung - Der Zauberberg ruft: Zwischen Lungenkrankheit, Lust und Literatur - Hörtipp: Dieter Wellershoffs Hörspiel "Schneelandschaften, Schneestimmen, Schneegespenster" + Anglizismus des Jahres.

Bücherschau des Tages

Paris Bar ist überall

01.02.2022 Die FAZ versinkt mit Jonas Mekas' Tagebüchern im New York der siebziger Jahre. Den Ruf der Vernunft vernimmt der Dlf in John McWhorters Streitschrift "Die Erwählten" gegen den neuen Antirassismus. Nicht zu verwechseln mit Thomas Manns fast vergessenem Roman "Der Erwählte", den der DlfKultur zu einem seiner schönsten kürt. Die NZZ lässt sich mit dem neuen Naturkunden-Band "Faultiere" gut gehen. Die SZ gönnt sich einen Abend mit Michel Würthle. Und die taz liest famose Comic-Thriller mit Witz und Karacho-Action.

Mittwoch, 02.02.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Andere des Staates

02.02.2022 Gestern stellte die britische Sektion von Amnesty International einen Bericht vor, der Israel in scharfen Worte Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ein Apartheidssystem vorwirft. Jüdische Organsationen protestieren. Das Blog Belltower.net erklärt, warum der Apartheidsvorwurf gegen Israel nicht zutrifft. Aber es gibt auch begeisterte Reaktionen auf den Bericht, etwa in Zeit online. Die FAZ berichtet über neue islamistische Morddrohungen gegen französische Medien. Nicht nur die Katholische Kirche, auch der Staat hat bei der Aufarbeitung der Missbrauchsvorwürfe versagt, erklärt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf in der SZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Gute alte List der Vernunft

02.02.2022 Die SZ sieht im Theater Zwickau drei Ikonen des Fortschritts leuchten, auch wenn sie selbst dabei zugrunde gehen. Außerdem setzt sie auf grüne Brückenbauer. Die NMZ drängt auf eine fortdauernde Evakuierung afghanischer Musiker. Die NZZ stemmt sich gegen die sechste Corona-Welle, die vielleicht bald in der Literatur grassieren könnte. Demm RBB graut vor der Berlinale in Präsenz.

Medienticker

Im Koma

02.02.2022 Friedrich Christian Delius über sein Buch "Die sieben Sprachen des Schweigens", das vom stillen Selbst im & aus dem Koma erzählt - ProQuote:  Medien-Chefetagen werden weiblicher -  Anti-Verschwörer im Kaffeehaus: Der "Wiener Kreis" als Philosophie-Krimi - Heute vor 100 Jahren wurde James Joyces "Ulysses" veröffentlicht - Zum 95. Geburtstag von Stan Getz & as legendäre "Berliner Jazztage"-Konzert 1966 - + Glückwunsch: Graham Nash wird 80 ...

Bücherschau des Tages

Spezialistinnen der Einsamkeit

02.02.2022 Die FAZ vertieft sich in eine fiktive Autobiografie des genialen estländischen Linsenschleifers Bernhard Schmidt. Die SZ lernt aus Alba de Cespedes' Roman "Das verbotene Notizbuch", wie Mutterliebe in Hass umschlagen kann. Dlf Kultur ist hin und weg von "Brummps", einem Mistkäfer mit Identitätsproblemen, weil er unter Ameisen aufwächst. Dlf empfiehlt Sara Pines Erzählband "Damenbart".

Donnerstag, 03.02.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Akut an die Pleiße

03.02.2022 Die Strategie von BDS besteht darin, "Redeformen und geschichtliche Ereignisse wie mit einem Magneten zu entstellen, damit sie so aussehen wie andere: Palästinenser werden dann zu Schwarzen, Juden werden zu Nazis", schreibt Thomas E. Schmidt in der Zeit. Sascha Lobo attackiert in Spiegel online die deutsche Sektion von Amnesty, die sich nicht inhaltlich zum Israel-Bericht der britischen Amnesty-Sektion äußern mag. Der Tagesspiegel fragt mit Annekathrin Kohout: Hat der Nerd die Frau verdrängt? Aber eins ist schon mal gut, meldet das Börsenblatt: die Leipziger Buchmesse findet statt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Völlig unironische Uncoolness

03.02.2022 Die große Monica Vitti ist tot. Die Feuilletons verabschieden die italienische Schauspielerin, die der Incomunicabilità ein Gesicht gab. Die Welt lässt sich im Museum Frieder Burda von den phallischen Korallen der Künstlerinnen Margaret und Christine Wertheim nicht über die Vermüllung der Ozeane hinwegtäuschen. Die Zeit fragt, ob Neil Youngs Spotify-Boykott dringende Debatten anstößt oder die Grenzen der Meinungsfreiheit verletzt. Hollywood geht den Bach runter, fürchtet die FAZ. Und die taz verurteilt den Boykott der neuen Berliner Kunsthalle. 

Medienticker

Buchspeicher

03.02.2022 Bundesverfasssungsgericht: Politiker müssen nicht alles aushalten - Ulysses: Das am meisten geliebte & am wenigsten gelesene Buch - Meister der Gegenwartsliteratur: Paul Auster zum 75. - Leuchten des Davidsterns: Synagogen in Deutschland - Virginia Woolfs Blick auf die Psychoanalyse - Unis bekommen 130.000 Laufmeter Bücher - 20 Prozent Kursverlust : Facebook-Konzern Meta erschreckt die Börse + Philip Glass zum 85. Geburtstag.

Bücherschau des Tages

Stählerne Direktheit

03.02.2022 Einzigartig findet die SZ Jon Fosses Roman "Ich ist ein anderer" und sprachmächtig wie Beckett. Die Zeit liest interessiert das brutal ehrliche Manifesto Bernadine Evaristos "Warum ich niemals aufgebe". Die FAZ schwärmt von den "One Hundred Poets", die Jürgen Partenheimer sich malerisch anverwandelt hat. Der dlf staunt über schonungslose Offenheit in Daniel Schulz' Debütroman "Wir waren wie Brüder" über eine Jugend in der Wendezeit. FAZ und Zeit empfehlen außerdem Manfred Krugs Tagebucheinträge in "Ich sammle mein Leben zusammen".

Freitag, 04.02.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Biden zieht nicht

04.02.2022 Die Olympischen Spiele beginnen: Und in Xinjiang wird nach wie vor gefoltert. Die Spielstätten zerstören Naturschutzgebiete. Die Sportler sind bedrückt. Und Xi Jinping und Wladimir Putin tauschen sich bei der Gelegenheit über den "Umgang mit wichtigen globalen Fragen" aus. Die Medien berichten ausführlich. Die FAZ erzählt, was bei CNN los ist. Und Anne Applebaum versucht in Atlantic zu erklären, warum Putin die Ukraine bedroht.

Efeu - Die Kulturrundschau

Textflächentanz

04.02.2022 Helen Mirren soll Golda Meir spielen - und schon wird ihr "Jewfacing" vorgeworfen. "Ist Schauspiel nicht immer Aneignung?", fragt die SZ. Glücklich wird sie auch nicht mit den "woken Spezialistenfundstücken", die für das diesjährige Theatertreffen ausgewählt wurden. Die NZZ bewundert  Mohammed-Darstellungen in Zürich und lernt: Das Bilderverbot im Islam ist keineswegs absolut. Die FAZ erfährt von Jon Fosse, wer seine Romane schreibt und von Tocotronic, wie man subversiv das System umarmt.

Medienticker

Pressefreiheit auf Russisch

04.02.2022 Aktualisiert: Die Deutsche Welle will juristisch gegen das von Russland verhängte Sendeverbot vorgehen - Die Krimibestenliste Februar - Künast zum Hasskommentar-Urteil "Laufen in massives demokratisches Defizit" - US-Sender suspendiert Whoopi Goldberg nach Holocaust-Äußerungen - Der Geschichteneinsammler Alexander Kluge zum 90. Geburtstag - Hörfunktipp am Samstag: Alexander Kluge, ein Porträt von Karl Bruckmaier.& "Working Class Heroes" Hanns Eisler und John Lennon in einer Langen Nacht am - Sonntag auf SWR2: Amerika der Träume, Begegnungen mit Paul Auster - "Klangqualität elektronischer Musik" + Tradition und Moderne vereint von Roland Kirk:  TV+Hörfunk-Tipps für das Wochenendtipps.

Bücherschau des Tages

Offene Bekenntnisse

04.02.2022 Die FAZ lernt im letzten Band der Vorlesungen einen so extemporierten wie volkstümlichen Adorno kennen. Von Karel Čapek lernt sie, was der Gärtner im Winter so treibt. Dlf-Kultur begibt sich so erschüttert wie berührt mit Percival Everett auf die Spuren entführter mexikanischer Frauen. Außerdem staunt er über die Sinnlichkeit und Präzision, mit der Gert Loschütz in seinem dreißig Jahre alten Roman von Flucht, Verlust und Erinnerung erzählt.

Samstag, 05.02.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Das bedingte Weißsein

05.02.2022 Der Israel-Bericht von Amnesty UK sorgt für Debatten. Amnesty hat sich damit disqualifiziert, meint Jan Feddersen in der taz. Am Apartheidsvorwurf scheint schon deshalb etwas dran zu sein, weil ihn auch andere erheben, findet Hanno Hauenstein in der Berliner Zeitung. Israel entziehe sich der Kontrolle, weil es über Beziehungen zu mächtigen Staaten verfüge, klagen die Amnesty-Funktionäre Agnes Callamard und Philip Luther in der Times of Israel. Die Berliner Zeitung bringt eine Recherche über die Vermengung von Geschäftsinteressen und Berichterstattung im Holtzbrinck Verlag.

Efeu - Die Kulturrundschau

Gefährlich böses Ende

05.02.2022 Der Standard entdeckt im Linzer Lentos das Bauhaus-Multitalent Friedl Dicker-Brandeis. Die FAZ fragt, warum ein privater Kulturmanager wie Walter Smerling vom Berliner Senat mehr Staatsknete bekommt als die Neue Nationalgalerie für den Ankauf von Bildern. Was dem einen Zensor die Obszönität ist, ist dem anderen die Blasphemie, warnen NZZ und Welt, die die Literatur von Überwachern umstellt sehen. Die nmz badet in Nancy in den heißen und eisigen Klängen der Paul-Dukas-Oper "Ariane et Barbe-Bleue". Zeit online wartet in Halberstaddt gespannt auf den Wechsel zum nächsten Ton von John Cages "ORGAN2/ASLSP".

Bücherschau des Tages

Trutzburgen moderner Ichbildung

05.02.2022 In der taz empfiehlt Jochen Becker Ulrich Wüsts Fotobuch "Stadtbilder" mit präzisen Erkundungen der zerfallenden DDR-Städte. Außerdem liest Katharina Granzin Roy Jacobsons "Die Kinder von Barrøy", den vierten Teil einer norwegischen Familiensaga.  Katharina Teutsch lässt sich in der FAZ von Angelika Meiers "Auflösung des Hauses Decker" faszinieren. In der SZ tröstet sich Jörg Magenau mit den Tagebüchern Manfred Krugs.

Montag, 07.02.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein veritables Sahelistan

07.02.2022 Das Recht auf freie Bündniswahl ist existenziell für die osteuropäischen Länder, betont Heinrich August Winkler in der FAZ.  Zeit online und taz fordern ein Umdenken der westlichen Länder im Blick auf die Sahelzone. Der Apartheidsvorwurf von Amnesty UK gegen Israel geht so weit, dass Israel eigentlich gar nicht existieren dürfte, schreibt Richard C. Schneider bei Spiegel online. Ebenfalls in der FAZ erklärt Claudia Roth ihre Ziele.

Efeu - Die Kulturrundschau

Rein funktional inmitten des Industriegebiets

07.02.2022 Die NZZ lernt von Jeremy Nedd und Impilo Mapantsula den Tanz der schnellen Füße und wütenden Herzen. Die SZ warnt René Pollesch davor, aus seinem Minimalprogramm an der Volksbühne eine Tugend zu machen. Die FAZ besichtigt den monströsen Busbahnhof von Tel Aviv. Im Tagesspiegel fürchtet Roland Emmerich die Zukunft des "Kino zuhause". Der Freitag ächzt unter dem Musikangebot der Radios, die nur noch Oldies mit Ketchup spielten.

Medienticker

Labyrinthe & Irrgärten

07.02.2022 Kulturstaatsministerin Roth setzt Schwerpunkt auf Erinnerungskultur - Sprachniveau der Jüngeren: Schreiben & Lesen mangelhaft - Kinderbuchtipp: "Sommernachtserwachen"- Dietmar Elger: Gerhard Richter ist kein Malerfürst + Hörfunk-Tipp: Aexander Kluges Hörspiel "30. April 1945: Der Tag, an dem Hitler…".

Bücherschau des Tages

Obwohl sie selbst beim ersten Date ein Buch liest

07.02.2022 Der DlfKultur macht uns mit der englischen Autorin Aphra Behn bekannt, die bereits 1688 mit ihrem Roman "Oronooko" gegen Sklaverei und Kolonialismus anschrieb. Der Dlf preist die dänische Dichterin Inger Christensen, die Fiobonacci-Reihen zum Klingen bringen konnte. Die taz übt mit Robin Wall Kimmerers „Geflochtenes Süßgras“ indigene Ökologie. Die FR wappnet sich mit Natan Sznaiders "Fluchtpunkte der Erinnerung" für kommende Diskussionen. Elizabeth Wetmore lehrt die FAZ, einen großen Bogen um die texanische Ölstadt Odessa zu machen.

Dienstag, 08.02.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Regierung spricht katastrophales Russisch

08.02.2022 Auch Tayyip Erdogans Macht hat Grenzen, freut sich Emma: Gegen die Sängerin Sezen Aksu kam er nicht an, und sie besingt das auch noch. Wladimir Putin lässt sich laut taz von seinem Kulturministerium "traditionelle russische Werte" ins Gesetzbuch schreiben. Währenddessen wachsen seine Truppen an der Grenze zur Ukraine auf 150.000 Mann, berichtet die FAZ. Im Perlentaucher erklären Helen Pluckrose und James Lindsay, wie die Postmoderne woke wurde. Die SZ schildert den Kampf der französischen Verlagsgiganten. Und der deutsche Gigant Randomhouse wird nicht an der Leipziger Buchmesse teilnehmen, meldet das Börsenblatt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Heerscharen von Cs, Os und Ns

08.02.2022 Die Feuilletons trauern um den Regisseur Hans Neuenfels, der das Opernpublikum immer wieder zu Schreiorgien und Bombendrohungen provozierte. Die FR huldigt der Berliner Künstlerin Ruth Wolf-Rehfeldt, die Buchstaben in Schmetterlinge und Damenschuhe verwandelte. Die NZZ kann sich gar nicht genug von der Berlinale in Präsenz erhoffen. In der taz spricht die Schauspielerin und Autorin Lea Draeger über Trauma, Gewalt und Selbstbefreiung. Und warum ist bei Spotify eigentlich jedes Stück ein Song, sogar ein Menuett von Händel?

Magazinrundschau

Wenn du high bist

08.02.2022 Die London Review liest erschüttert die Erinnerungen Aziz BineBines an seine Haft in dem marokkanischen Foltergefängnis "Tazmamart". Im Guardian erklärt der amerikanische Historiker Daniel Immerwahr, warum wir trotz Klimakrise weniger Waldbrände haben als je zuvor in der Geschichte. Das Comics Journal würdigt den verstorbenen Zeichner Jean-Claude Mézières. Der New Yorker porträtiert das brasilianische Musikgenie Caetano Veloso.

Medienticker

Theatersüchtig

08.02.2022 Nachrufe & ein Gespräch (2015) mit dem Theaterberserker Hans Neuenfels - Niedergang des Bildungsbürgers - Wird Google zu einer Art Infrastruktur für den Journalismus? - Wie groß ist die Abhängigkeit der Verlage - Konservative Kritik an Ministerin Faeser: Warum "Antifa" nicht zum Skandalon taugt - Konzert: John Williams zum 90. Geburtstag - Maler beim Denken: Gerhard Richter wird 90.

Bücherschau des Tages

Erinnerungstafeln

08.02.2022 Die FAZ lernt in Mikola Dziadoks Aufzeichnungen aus der belarussischen Lagerhaft die ganze Willkür des Systems Lukaschenko kennen. Außerdem bestaunt sie Bilder von heroischen Kosmonauten in ehemaligen sowjetischen Militärbasen. Die FR empfiehlt den von Jürgen Habermas, Dan Diner und anderen herausgegebenen Band zum Historikerstreit 2.0. Die SZ blättert im Adressbuch der Dora Maar. Der Dlf lauscht angetan Navid Kermanis Vater-Tochter-Dialog über den Islam.

Mittwoch, 09.02.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Viele Antikörper

09.02.2022 Die Financial Times bringt neue Enthüllungen über Springer: Die Frauen, die Ex-Bild-Chef Julian Reichelt beschuldigten, seien nicht geschützt worden, und Mathias Döpfner habe sogar eine private "Gegenuntersuchung" gegen sie einleiten wollen. Es geht Amnesty International nicht darum, Menschenrechtsverletzungen in Israel anzugreifen - es geht darum, Israel abzuschaffen, fürchtet Meron Mendel bei Zeit online. Eugen Ruge vermisst in der SZ die Friedensbewegung und ein Zugehen auf Russland. Michael Rothberg staunt in der Berliner Zeitung, dass die Deutschen Immer noch an einem falschen Antisemitismusbegriff festhalten.

Efeu - Die Kulturrundschau

Diese merkwürdige Bildästhetik

09.02.2022 Die taz lernt im Moskauer Teatr.doc, wie sich die Funktionäre darin überbieten, den Blick des Herrschers zu entschlüsseln. Die Welt setzt gegen identitätspolitischen Dogmatismus das Wesen der Schauspielkunst. Die FAZ verfolgt, wie Art Spiegelman in Tennessee sein Meisterwerk "Maus" gegen die Schulgremien verteidigt. SZ und Welt kommentieren die Oscar-Nominierungen. Und natürlich verneigt sich die Kunstkritik vor Gerhard Richter, der heute neunzig Jahre alt wird.

Medienticker

Archiv des Schweigens

09.02.2022 Gerhard Roth ist tot: Ausnahmeerscheinung in der Literaturwelt - Meta dann geh doch!: Der Facebook-Konzern droht, sich bei strengeren Datenschutzregeln aus der EU zurückziehen; Gut! - Wie Verhalten zur Natur die Musik neu justiert - Das Gerhard-Richter-Geburtstags-Quiz -  Buchmesse Leipzig abgesagt!

Bücherschau des Tages

Die Ordnung der Blumen

09.02.2022 Die SZ ist erstaunt über die Aktualität von Orhan Pamuks Roman über Leugnen, Freiheitsringen und Verschwörungsdenken während der Pest. Die NZZ spürt die Erde beben beim Lesen von Esther Kinskys Roman "Rombo", der für sie auch Dokumentation der Flora und Fauna um den Monte San Simeone ist. Die FAZ lernt in einem von Wolfgang Günter Lerch herausgegebenen Band unbekannte moderne türkische Dichter wie Asik Veysel und Cemal Süreya kennen. Und die FR findet es erfrischend, wie ihr Kim Hye-Jin die  Zwänge der Tradition in Südkorea schildert.

Donnerstag, 10.02.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Keine Kraft mehr, panisch zu sein

10.02.2022 Putins stärkste Waffe wäre die Aufrechterhaltung der Kriegsdrohung ohne zuzuschlagen, fürchtet Ivan Krastev in der SZ. Timothy Garton Ash fordert in der Financial Times eine neue deutsche Ostpolitik. Was bringt den Duden eigentlich dazu, vom Gebrauch des Worts "Jude" abzuraten? Eine Kapitulation vor Schulhof-Rassisten, fürchtet Naomi Lubrich im Tagesspiegel. Steht hinter der Absage der Leipziger Buchmesse eine Machtprobe der Konzernverlage gegen den Rest der Branche, fragt die SZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die epochale Flucht nach vorn

10.02.2022 In der FAZ untersuchen Heinz Bude und Karin Wieland den Freiheits- und Modernitätsbegriff des Kunsthistorikers und Documenta-Begründers Werner Haftmann. Die NZZ lässt sich von dem Musikproduzenten Doctor L in die Geheimnisse der Musik afrikanischer Megacities einweihen. Die Filmkritiker wissen nicht recht, ob sie sich auf die Berlinale freuen oder Ansteckung fürchten sollen. FAZ und Zeit annoncieren gespannt die Uraufführung von "Grete Minde", Oper des 1943 in Sobibor ermordeten Komponisten Eugen Engel, in Magdeburg. Die Literaturkritiker trauern um Gerhard Roth.

Medienticker

Aus Liebe zum Nachtleben

10.02.2022 Leipzig-Absage: Gemischte Gefühlslage nicht nur bei den Verlagen - Apokalypse & Karneval: Warum sich die Kultur nach der Pandemie ändern muss - Ruin und Erneuerung - Kunstfreiheit: Bundesverfassungsgericht lässt Jan Böhmermann abblitzen - Immer mehr Bundesländer kippen die 2G-Regel für den Handel - Zum Tod von Betty Davis: Funk-Pionierin, Role Model & die Ex-Frau von Miles Davis - Hörtipps: Clubs in der Coronakrise + Erste schwarze Diva der Oper: Leontyne Price wird 95.

Bücherschau des Tages

Die feinen Risse

10.02.2022 Dlf Kultur findet sich mit Hendrik Bolz in den "Nullerjahren" in Stralsund wieder. Die SZ bewundert Bettina Flittner, die in ihrem Erinnerungsbuch an ihre Schwester die Abgründe und die Qual hinter dem Familienglück transparent macht. In der FAZ empfiehlt Wolfgang Kubin A Lais Dokumentarroman über Tibet, "Zhan Dui". Die taz freut sich über eine Neuübersetzung von Alice Walkers Roman "Die Farbe Lila".

Freitag, 11.02.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Die DNA des Präsidenten

11.02.2022 Die SPD irrt, wenn sie ihrer Entspannungspolitik den Mauerfall und die deutsche Einheit gutschreibt, meint Peter Schneider in der FAZ. Der russische Ton gegenüber der EU hat sich laut Spiegel online nochmal deutlich verschärft. Offenbar "waren die bösen Geister der Vergangenheit nicht wirklich tot", schreibt Rainer Moritz in der FAZ mit Blick auf die Absage der Leipziger Buchmesse: Die Konzernverlage hätten sie noch nie gemocht. Die SZ sieht das neue Buch über den Verrat an Anne Frank als Produkt des "Non-Fiction-Bestseller-Engineering". In der FR warnt  die Expertin Annika Brockschmidt vor der religiösen Rechten in Amerika.

Efeu - Die Kulturrundschau

Koksend, posend, schnorrend

11.02.2022 Die Berlinale hat mit François Ozons Fassbinder-Hommage "Peter von Kant" eröffnet. Leider fehlte die Aura, bedauert die FAZ. Die wurde nur sichtbar, wenn Hanna Schygulla auftrat. Oder Isabelle Adjani, meint Zeit online. Die NZZ gratuliert Reto Hänny zum Grand Prix Literatur. FAZ und SZ tasten sich durch die blutroten Räume einer Wiener Dali-Ausstellung. 54books ist dankbar, dass Museen bislang den politisch-esoterischen Kontext der Arbeiten von Joseph Beuys ignoriert haben - sonst würde er noch als Querdenker verunglimpft. Die Kritiker trauern um die Funk-Diva Betty Davis.

Medienticker

Errettung durch Popkultur

11.02.2022 Aktualisiert: Bundesverfassungsgericht:Eilantrag gegen Teil-Impfpflicht scheitert - Buchmesse: Ein Frühjahr ohne Leipzig ist wie ein immerwährender Winter - Reto Hänny erhält für seine "halsbrecherischen Bücher" den Grand Prix Literatur der Eidgenossenschaft - Hörtipp: Der Sprung auf die große Leinwand; aktuelle Literaturverfilmungen + Wochenend-Tipp für TV+Hörfunk.

Bücherschau des Tages

Der mysteriöse Schnilch

11.02.2022 Die FAZ findet Goyas Abgründe in dessen Briefen. Von der Philosophin Sally Haslanger lässt sie sich zum Nachdenken über Gendern, Rassismus und bauchfreie Tops anregen. Die SZ fühlt dank Britta Teckentrup die ganze Kraft der Wut. Der Dlf entdeckt in Henri Thomas' "Kohlenkübel" den französischen Törleß. Und Dlf Kultur lernt in Ulrike Sterblichs und Heiko Wernigs prekärem Bestiarium die Scharnierschildkröte kennen, die beide Körperhälften zusammenklappen kann.

Samstag, 12.02.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Zwischen Verzweiflung und billigem Trost

12.02.2022 Zweiter Berlinale Tag: Die Filmkritiker lauschen der Symphonie der Tristesse, die Ulrich Seidl in "Rimini" am Abgrund der Festung Europas erklingen lässt. Auch im dritten Jahrgang von Carlo Chatrian steht die Berlinale noch unter dem Eindruck der "grauen breiigen Masse", die Dieter Kosslick hinterlassen hat, seufzt artechock. Die FAS rät dem Humboldt Forum zu einem Ausflug nach Guadeloupe, wo das Mémorial ACTe Museum vormacht, wie man Kolonialgeschichte und zeitgenössische Kunst in Beziehung setzt. Wenn deutsche Orchester in China touren, dann dient das meist handfesten politischen Interessen der chinesischen Seite, stellt Van fest.

9punkt - Die Debattenrundschau

Nerven behalten, please

12.02.2022 In den Nebeln des Krieges: Was bedeutet es, fragt Spiegel Online, dass die CIA die russische Invasion in der Ukraine auf nächsten Mittwoch terminiert? Atlantic fürchtet mit Blick auf die Proteste in Ottawa, dass die amerikanische Rechte sich globalisiert. Demütigend für Leipzig findet die SZ, wie die Verlagskonzerne das Zentrum der ostdeutschen Literatur torpedieren. Der Schlag zielt nicht gegen Osten, vermutet Jörg Sundermeier dagegen in der taz, sondern gegen die softe Buchhandelsökonomie.

Bücherschau des Tages

Ungemein vibrierend

12.02.2022 Die taz staunt, wie gnadenlos Vladimir Sorokin in seinen Erzählungen die nationalistische Idylle in Russland zerstört. Die SZ ist fasziniert von Thomas Huetlins Studie über den Menschen Walther Rathenau. Die FAZ taucht mit Ron Winkler und Birgit Kreipe ab in märchenhafte Lyrik. Die FR erliegt der stillen Wucht von Monika Helfers neuem Roman über ihren Bruder Richard. Und Dlf Kultur eröffnet sich der Zusammenhang zwischen Paradies und Katastrophe beim Lesen von Esther Kinskys „Rombo“.

Montag, 14.02.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Keine amerikanische Schule mehr in der Schweiz!

14.02.2022 Die Kriegsangst wächst. 35 Staaten haben ihre Bürger mittlerweile aufgerufen, die Ukraine zu verlassen, Konsulate werden in den Westen des Landes verlegt, berichtet die taz. Szczepan Twardoch ruft in der FAS auf, "uns das Unvorstellbare vorzustellen". Peter Pomerantsev kritisiert bei Zeit online deutsche Realitätsverweigerung. Pascal Bruckner zählt in der NZZ all die Menschen auf, die in Frankreich wegen islamistischer Morddrohungen unter Polizeischutz stehen. Oliver Zille von der Leipziger Buchmesse erklärt im Börsenblatt, warum er weiter an die Zukunft der Messe glaubt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein leuchtender Stein im Mosaik

14.02.2022 Im Wettbewerb der Berlinale liefen die beiden deutschen Beiträge. Nicolette Krebitz' Liebesfilm "A E I O U" mit Sophie Rois und Milan Herms versetzt die Kritik in einen wahren Kino- und Freiheitsrausch. Aber auch Meltam Kaptan begeistert in Andreas Dresens "Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush". Außerdem feiern alle Alexander Kluge, den Tausendsassa des Geistes und Pionier des Jungen Deutschen Films, der heute neunzig Jahre alt wird. SZ und NZZ lehnen sich mit Michael Endes "Momo" in Zürich gegen die Effizienzpflicht im Theater auf.

Medienticker

Kritisches Wimmelbild

14.02.2022 Alexander Kluge wird neunzig: Ein hoch organisierter literarischer Sozialarbeiter - Debatte um Absage der Leipziger Buchmesse:  & Rainer Moritz über die Absage des Lesefestes - Der Hypnotiseur auf dem Lande: Jakob Hein über "Der Hypnotiseur oder Nie so glücklich wie im Reich der Gedanken".

Bücherschau des Tages

Triumph und Sturz

14.02.2022 Nicht unbedingt raffiniert, dafür aber bewegend findet der Dlf, wie Fatma Aydemir in "Dschinns" die Geschichte einer türkischen Familie in Deutschland erzählt. NZZ und SZ gehen mit Alexander Kluge in den Zirkus und lernen dort, auf dem Hochseil des Lebens zu balancieren. Die FR stapft freudig mit Mathjis Deen durchs Wattenmeer.

Dienstag, 15.02.2022

Magazinrundschau

Die Fähigkeit, Liebe zu geben

15.02.2022 Im New Statesman denkt John Gray über die Rückkehr der Eugenik nach. Die LRB fragt, ob der Antirassismusdiskurs in westlichen Ländern nicht den Blick auf die globale Ungleichheit verstellt. En attendant Nadeau lernt aus der "Afrikanischen Reise" von 1940 der afroamerikanischen Anthropologin Eslanda Goode Robeson, dass es auch innerafrikanische Ungleichheit gibt. Intercept warnt vor der Überwachungstechnik fürs traute Heim von Bosch.

9punkt - Die Debattenrundschau

Seither verschlechterte sich das Verhältnis

15.02.2022 In der SZ findet Ingo Schulze den russischen Standpunkt in der Krise nicht so abwegig: Der Mauerfall sei so schnell gegangen, und schon hätte sich die Welt neu geordnet. In der Welt sieht der polnische Schriftsteller Szczepan Twardoch die Verantwortung für den Konflikt dagegen in Russland. Der Zeitungsverlegerverband droht sich laut FAZ.Net zu spalten, weil er nun doch nicht über eine Zukunft ohne Mathias Döpfner sprach. Hitler hasste den Kapitalismus mehr als den Bolschewismus, behauptet Brendan Simms in der NZZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Einsturz des Ichs

15.02.2022 Ein russischer Film über zwei Jetpiloten gibt der Welt eher Anlass zur Beruhigung als zur Aufregung. Atemberaubende Perfektion bekommen FR und SZ von der Sopranistin Marlies Petersen in Leos Janaceks "Die Sache Makropulos" an der Berliner Staatsoper geboten. Im Standard beklagt die Burgschauspielerin Regina Fritsch das Typensterben am Theater. Die FAZ richtet auch an Klaus Lederer die Frage, warum Walter Smerlings private Kunsthalle vom Berliner Senat Millionenzuschüsse bekommt. Die SZ gibt daran eher sozialdemokratischer Großmannssucht die Schuld.

Medienticker

Sprachcoaching

15.02.2022 Sprachkunstwerk gegen Verflachung & Linearität - Stilübungen: Von Stil & Spiel, Form & Vollinhaltlichem - Lust auf Komplikationen: Über Natan Sznaiders Fluchtpunkte der Erinnerung - Orhan Pamuks historischer Pandemie-Roman - Theater für die Ohren & 24-Stunden-Lese-Marathon von Thomas Manns "Zauberberg".

Bücherschau des Tages

Gegen die Verflachung der Welt

15.02.2022 Als furioses, brüllend komisches und todernstes Sprachkunstwerk feiert die FAZ Joshua Cohens Monumentalroman "Witz" in der bewundernswerten Übersetzung von Ulrich Blumenbach. Mit Freude folgt sie auch dem Ex-Marine Phil Klay in den kolumbianischen Dschungel. Die NZZ arbeitet sich durch die Emmanuel Levinas' Schrift "Ethik als Erste Philosophie". Die SZ liest begeistert Natasha Browns Roman "Zusammenkunft" über den Aufstieg einer schwarzen Frau in die Londoner Hochfinanz.

Mittwoch, 16.02.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Angst vor der Demokratie

16.02.2022 Alexej Nawalny drohen weitere 15 Jahre Gefängnis - die FAZ berichtet über die Prozess-Farce. Die französische Politik gibt Eric Zemmour nicht genug Contra, aber die Historiker tun es, berichtet die SZ. Emphatisch verteidigt Susan Neiman im Freitag die Aufklärung gegen die Kritik, ihr Universalismus sei nur eine Maskerade, die der Unterwerfung der Welt dient. Rassismus hat nichts mit schwarz und weiß zu tun, schreibt Ilija Trojanow in der taz. Und in der NZZ zeichnet Sergei Lebedew ein Psychogramm der Russen und ihrer Anführer: Corona gibt Aufschluss.

Efeu - Die Kulturrundschau

Edel wie ein Polyesteranzug

16.02.2022 Die FR erlebt auf der Berlinale die Neuerfindung des Kinos als Alpendrama. ZeitOnline feiert mit Cem Kaya die Popmusik der Gastarbeitergenerationen. Die FAZ sehnt sich nach einem Ende der Postdramatik, aber auch die Nachtkritik möchte wieder mehr sein als nur ein Produkt des Spätkapitalismus. Die FAZ liest die Post aus der Abteilung Sensivity Reading. Und im Freitag erklärt der Musiker Sven Helbig, warum es auch Musik für neoliberale Jasager geben muss.

Medienticker

User ausspioniert

16.02.2022 Meta zahlt 90 Mio. Dollar - TikTok+YouTube sind die schlimmsten Datenkraken - Der Tech-Milliardär Peter Thiel will die Politik aufmischen - Schulische Medienkompetenz: Eltern vergeben mäßige Noten - Bücherpreise 2021 um 2,1 Prozent gestiegen - Jazzkolumne: Freie Radikale - Tagesspiegel zieht Harald Martensteins Kolumne zum "Tragen von Judensternen" zurück + Ist das gerecht? Meinungsfreiheit auf Wikipedia.

Bücherschau des Tages

Herz einer Parabel

16.02.2022 FR und SZ sind ganz aus dem Häuschen, wenn Fatma Aydemir in ihrem zweiten Roman mit soziologischer Genauigkeit vom "Migrationsspagat" einer deutsch-türkischen Familie erzählt. NZZ und Dlf Kultur lesen bewegt Aharon Appelfelds späten Roman "Sommernächte" über die Flucht eines Jungen durch die Ukraine. Die FAZ lässt sich vom Briefwechsel zwischen Louis de Bonald und Joseph de Maistre zurück zum Beginn der Restauration unter Ludwig XVIII. katapultieren. Und Dlf lauscht mit Hendrik Bolz dem Beat der Nullerjahre.

Donnerstag, 17.02.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Darüber spricht kein Mensch

17.02.2022 Den Goldenen Bären für "Alcarràs" von Carla Simón nicken die Filmkritiker ab, insgesamt fehlt es der Berlinale aber längst an Aura und Zumutungen, klagen sie. Immerhin stimmt jetzt die Genderparität, freut sich die Welt. Wer die Enthemmung im Netz in Westeuropa beklagt, kennt den Osten nicht, meint Vladimir Vertlib in der taz. Die SZ erfährt von James Gregory Atkinson in Dortmund, wie der Jim Crow-Rassismus nach Deutschland kam. Die FR lässt sich von Andreas Mühe in Frankfurt an vergessene Helden erinnern: Die Biorobots, die aus der Sowjetunion kamen, um in Tschernobyl aufzuräumen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Orientbar mit Stripteasestange

17.02.2022 Sofi Oksanen beschreibt in der Zeit, was Finnlandisierung ist: freiwillige Unterwerfung, inklusive willfähriger Medien, Bildungsinstitute und Kulturschaffender. SZ und taz freuen sich über den juristischen Erfolg der EU gegenüber Polen und Ungarn. Die FAZ begeht virtuell Putins Versailles am Schwarzen Meer und findet viele Doppeladler. In der Zeit wird außerdem über die Absage der Leipziger Buchmesse und das Verhalten der Kulturwelt in der Pandemie gestritten. Anmerkung vom 18. Februar: Der Hoffmann und Campe Verlag antwortet auf eine Frage zu John McWhorter.

Medienticker

Der hypnotische Klang des Zerfalls

17.02.2022 popup Buchmesse startet als alternative Buchmesse in Leipzig & die für den Buchpreis nominierten Titel - Piraten: Vom Freibeuter zum Sozialrevolutionär - Berlinale: Film über Thelonious Monk - Alexander Kluge: Beinahe Zeitgenossen ohne Hitler - Hörtipps: Das Phänomen: Erinnerungen an den Gitarristen Pat Martino + HR2: Jack Kerouac: Gammler, Zen & hohe Berge.

Bücherschau des Tages

Keimzelle des großen Werks

17.02.2022 Die Zeit geht auf die Knie vor Szczepan Twardoch, der in seinem neuen Roman „Demut“ laut Florian Illies Zeitgeschichte authentischer erzählt als jeder Zeitzeuge. Die FAZ lässt sich in einem von Werner Jung herausgegebenen Lesebuch den Kosmos Dieter Wellershoff eröffnen. Die SZ bespricht Bücher über Pandemien und empfiehlt besonders Bernd Ingmar Gutberlets „Heimsuchung“. Die NZZ liest John McWhorters Pamphlet gegen einen aus dem Ruder gelaufenen Antirassismus. Und Dlf Kultur lernt von Ann Petry, wie Harriet Tubman 300 Menschen als Fluchthelferin der Underground Railroad das Leben rettete.

Freitag, 18.02.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Von kafkaesker Prägnanz

18.02.2022 Zweiter Tag der Berlinale-Bilanz: Die taz hätte sich noch mehr Pandemie im Film gewünscht. Am besten so beiläufig eingeflochten wie in Hong Sang-soos "The Novelist's Film", meint der Tagesspiegel, der allerdings noch mehr Freude am Nebenwettbewerb "Encounters" hatte. "Zu weiß" ist die Leipziger Shortlist dieses Jahr nicht geraten, freut sich ebenfalls der Tagesspiegel. Und die Konzernverlage spielen auch keine Rolle, frohlockt Intellectures. Der Standard schaut in Wien bewegt zu, wenn Tracey Emin Abtreibung und Fehlgeburten mit Munch verarbeitet. Und bei VAN erinnert die Sinologin Barbara Mittler: "Frère Jacques" war mal Chinas Nationalhymne.

9punkt - Die Debattenrundschau

Das sichtbarste Symbol

18.02.2022 Wladimir Putins Gebaren zeigt, dass jenseits neuer Konzeptionen von Außen- und Sicherheitspolitik am Ende die schiere Militärmacht zählt, fürchtet der Tagesspiegel. Nur eine unabhängige Aufarbeitung kann die Geschichte des sexuellen Missbrauchs in der Katholischen Kirche bewältigen, meint der Jesuitenpater Klaus Mertes in der FAZ. In der NZZ zerstört Masih Alinejad die Idee, dass das Kopftuch Ausdruck von Freiheit sein könnte.

Medienticker

MedientickerDoppelt verbunden, halb vereint

18.02.2022 Nachruf: Peter Merseburger ist im Alter von 93 Jahren verstorben - Der Beitritt der DDR zur BRD & zur EU: Interview mit Ingo Schulze - Geschlechtergerechte Sprache: Gendern polarisiert - Abgesagte Buchmesse: Leipzig liest trotzdem - Hörtipp: Genauigkeit ist Selbstschutz: Die Nobelpreisträgerin Herta Müller über ihr literarisches Werk + Vagabund der Literatur: Knut Hamsuns Wege und Abwege.

Bücherschau des Tages

Risse einer Kultur

18.02.2022 Die SZ lernt die ganz besondere Aura des Fragments kennen in Thomas von Steinaeckers Buch der gescheiterten Kunstwerke. Die NZZ entdeckt dank Florian Vetsch ein unbekanntes Theaterstück von Paul Bowles über islamischen Extremismus. Die FAZ sieht den Architekten Erich Mendelsohn dank Carsten Krohn und Michele Stavagna endgültig in eine Liga mit Gropius oder Mies van der Rohe aufsteigen. Mit dem Althistoriker Michael Sommer blickt sie in das geheime Leben der Römer.

Samstag, 19.02.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Aus eigenem imperialen Antrieb

19.02.2022 Die prorussischen Separatisten in der Ukraine erklären sich für angegriffen und ordnen die Generalmobilmachung an, melden viele Zeitungen. In Foreign Affairs fragen zwei PolitologInnen: Was ist, wenn Putin mit einem Krieg in der Ukraine - ähnlich wie in Syrien -  Erfolg hätte?  In der SZ plädiert Nele Pollatschek für die Abschaffung der Kategorie "Frau". Die New York Times wirbt mit dem Bild einer queeren jungen Frau und der Schlagzeile "Lianna is Imagining Harry Potter without its Creator" um Publikum. taz und Berliner Zeitung gedenken des Attentats in Hanau vor zwei Jahren.

Efeu - Die Kulturrundschau

Willkommen im Club der Seelen!

19.02.2022 Artforum porträtiert die finnische Fotografin und Videokünstlerin Iiu Susiraja, die ihr massives Übergewicht ins Zentrum ihrer Bilder stellt. SZ und taz empfehlen die neuen Ostjugendromane von Daniel Schulz, Hendrik Bolz und Domenico Müllensiefen. Im Interview mit der SZ erzählt Hendrik Bolz von der Lust am Arschlochsein. In der NZZ denkt Alexander Kluge anlässlich der Sebald-Debatte über Moral und Ethik des literarischen Schreibens nach. Die FAZ porträtiert den Londoner Musikproduzenten Dean Josiah Cover. In der SZ singt Stefanie Sargnagel ein Loblied auf die Igitte Schwestern.

Bücherschau des Tages

Angst und Trotz

19.02.2022 Die FAZ muss trotz der beängstigenden Situation in der Ukraine lachen über Vladimir Vertlibs Persiflage "Zebra im Krieg". Die NZZ durchlebt mit Vita Sackville-West die "Unerwartete Leidenschaft" der 88-jährigen Lady Slane. SZ und taz feiern drei neue Romane, die vom Aufwachsen junger Männer in Ostdeutschland kurz nach der Wende erzählen: Hendrik Bolz' "Nullerjahre", Daniel Schulz' "Wir waren wie Brüder" und Domenico Müllensiefens "Aus unseren Feuern". Großes Lob in der taz auch für die universalistischen Gedichte von Ronya Othmann in "die verbrechen". Der Dlf schaut mit Hansjörg Schertenleibs "Grüner Fee" dem Tod ins Angesicht.

Montag, 21.02.2022

9punkt - Die Debattenrundschau

Kalt servierter Zynismus

21.02.2022 Schon ohne einen Angriff ist die Ukraine Opfer einer massiven Destabilisierung, schreibt Anne Applebaum nach der Münchner Sicherheitskonferenz in Atlantic, und sie versteht, warum Wolodymyr Selensky das Wort "Appeasement" benutzt. Die SZ liest eine Untersuchung über die Frage, wie heute Lebensläufe formuliert werden und staunt über die "stählerne Konkurrenz von Anwärtern". In der Zeit fragt die britische Autorin Otegha Uwagba, warum wir so wenig über unser Vermögen und unser Einkommen reden. Die taz hält fest: Nicht die französisch-deutsche Mali-Mission ist gescheitert, sondern die malische Regierung.

Efeu - Die Kulturrundschau

Man erklärt, was eine Vorband ist

21.02.2022 Der Tagesspiegel fordert eine neue Spielstätte für die Berlinale, die sonst von der Tristesse des Potsdamer Platzes mit in Baugrube gerissen werden wird. SZ und Standard begeben sich mit Sartre am Burgtheater in den Gewissensgulag. Die Irish Times fragt sich, warum die Stasi ihre Agenten in Lyrik schulte. Die SZ leidet mit der Musikbranche an der Bürokratie.

Medienticker

Muttersprache

21.02.2022 Absage der Leipziger Buchmesse hat die Branche in Aufruhr versetzt - Streit um Kolumne: Harald Martenstein verlässt den Tagesspiegel - Suisse Secrets: Wenn das Bankgeheimnis mehr zählt als die Pressefreiheit - Giant Steps in Jazz Extended Version: Pat Metheny & Toots Thielemans + Funkhauskonzert mit Uschi Brüning + Spätromantische Sinfonik aus Wien.

Bücherschau des Tages

In der Orakelindustrie

21.02.2022 Die SZ verfolgt in Büchern von Mark Schieritz und Lars Haider de Aufsteig des unterschätzten Olaf Scholz, empfiehlt aber auch umgekehrt dem neuen Kanzler Michael Mertes' Lehrbuch "Zyklen der Macht". Der DlfKultur wünschte sich eine weniger polemische Attacke auf die Wokeness als von James Lindsay und Helen Pluckrose. Außerdem arbeitet er sich durch einen ganzen Stapel von Neuerscheinungen zu Afghanistan. Die FAZ lauscht hingerissen Katharina Thalbachs knarziger Lesung von Mascha Kalekos Gedichten "Wir haben keine andre Zeit als diese".

Dienstag, 22.02.2022

Magazinrundschau

Holz für Ikea

22.02.2022 New Republic beobachtet die Rodung des letzten europäischen Urwalds für billige schwedische Möbel. The Atlantic erinnert daran, dass Latinos nicht automatisch links sind. Die LRB prallt an der eisigen Schönheit und Verachtung von Nico ab. Der Guardian erfährt, woran die afghanische Armee gescheitert ist: An der Korruption ihrer Vorgesetzten. Vanity Fair France beobachtet Marguerite Dumas und Yann Andréa, einen Caddie voller Weinflaschen hinter sich her ziehend, in Trouville.

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine Reihe von Bomben

22.02.2022 Man hätte wissen können, dass Wladimir Putin so handelt, wie er handelt - denn er handelte noch nie anders, schreibt Timothy Snyder in einer ersten Reaktion in Atlantic auf den von Putin begonnenen Krieg. Eine Gruppe von Autoren in der New York Times rückt Putins Verzerrungen der ukrainischen Geschichte gerade. Die SZ wirbt um Verständnis für Putin - Russland sei nach dem Mauerfall versprochen worden, dass sich die Nato nicht ausdehnt. Die Historikerin Mary E. Sarotte sieht das in der Welt anders. Und Timothy Garton Ash fragt im Guardian: "Wo stünde Estland heute ohne die harte Sicherheit der Nato?"

Efeu - Die Kulturrundschau

Verachtung für die Nutella-Bürgerlichkeit

22.02.2022 Der Oberserver wandelt durch die Künstlerateliers eines Jahrhunderts. FAZ und FR freuen sich, wie die Oper Frankfurt mit Rossinis-Klischees aufräumt. In der SZ spricht die Historikerin Kira Thurman über die Geschichte schwarzer Musiker im deutschen Klassikbetrieb. Und auf ZeitOnline denkt Christian Bangels darüber nach, was die Jugend im Osten in den neunziger Jahren ausmachte: Männlichkeit, Loyalität und Härte oder die Klassenlosigkeit der Gewalt?

Medienticker

Horror der Provinz

22.02.2022 Wenn der Verstand verloren geht Gregor Keuschnig über das einst hymnisch beschworene "Haus Europa" - Türkei: Kulturförderer Osman Kavala bleibt in Haft - Moderation & Gesprächsführung: Im Zweifel auch mal unhöflich sein - Emily Ratajkowski über die tatsächliche Macht von Frauen - "Der Störenfried" Andrian Kreye über Ornette Coleman + Neue Hörbücher.

Bücherschau des Tages

Metaphysisches Wunder

22.02.2022 Berührt und verstört liest der Dlf Tove Ditlevsens Roman "Gesichter" über eine Frau, die in der ihr zugewiesenen Rolle implodiert. Beeindruckt ist er auch vom Anti-Heimat-Roman "Muttersprache" der Südtirolerin Maddalena Fingerle. Die FR sieht mit Marc Degens Rutschky-Buch "Selfie ohne Selbst" die Frage nach der schriftstellerischen Wahrhaftigkeit aufgeworfen. Einen wahren Schatz sieht die FAZ mit William Melvin Kelleys Roman "Ein Tropfen Geduld" geborgen. Und die taz  folgt Hardy Grüne freudig auf Rundreise durch das Albanien des Fußballs.

Mittwoch, 23.02.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Zwangsoptimismus

23.02.2022 Der Guardian lernt in einer glänzenden Ausstellung in Cotonou, wie vorbildlich sich Benin um restituierte Werke kümmert. Die FR staunt in Frankfurt, wie der Fotograf Torben Eskerod Tote zum Leben erweckt. Die taz probiert in der Berlinischen Galerie das Eigenkleid an und tritt Katastrophen mit blauen Lackgummistiefeln los. Zwei Impro-Musiker sind für den Klassik-Grammy nominiert, die SZ berichtet von den Protesten aus der Hochkultur. Und der Tagesspiegel lässt sich in den Berliner Kunst-Werken von Peter Friedl zum imaginären Dialog mit Toussaint Louverture einladen.

9punkt - Die Debattenrundschau

In der Wahl seiner Mittel

23.02.2022 Der Westen verhängt erste Sanktionen gegen Russland, doch die fallen milde aus. Nordstream 2 ist gestoppt, aber Putins Kriegskasse wird vor allem durch den Export von Erdöl gefüllt, weiß Osteuropa. Und die Briten gehen auch nicht ernsthaft gegen die Oligarchen in London vor, ärgert sich der Guardian. Atlantic mahnt, auch Belarus im Auge zu behalten, aus dem Russland seine Truppen auch nicht so bald abziehen wird. Auf Spiegel Online erklärt der Historiker Serhii Plokhy, wie der Holodomor und Tschernobyl die ukrainische Unabhängigkeit befeuerten. Und warum demütigt Wladimir Putin seinen Geheimdienstchef?

Medienticker

Triggerwarnung

23.02.2022 Vorsicht Verletzungsgefahr! Triggerwarnungen in der Literatur & Der Russland-Ukraine-Konflikt in der Literatur - Sylvia Sasse über Geopoetik Zwischen Weltkrieg und Revolution: Über Szczepan Twardochs Berlinroman "Demut" - Schwächstes Glied in der Kette? Songwriter und ihre Rechte in Streaming-Zeiten - Architekturkritiker Klaus Englert über serielles Bauen + 50 Years After erschien "Ziggy Stardust" von David Bowie + In memoriam: Mark Lanegan & Gary Brooker sind gestorben + Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten.

Bücherschau des Tages

Odyssee der Zeitgenossenschaft

23.02.2022 Die FAZ liest Orhan Pamuks erstaunlich aktuellen Roman über die Pestpandemie auf einer fiktiven Insel auch als Parabel auf die moderne Türkei. Die SZ taucht mit Gianfranco Calligarich ein in das Leben der römischen Boheme in den Siebzigern. SZ und Dlf Kultur lassen sich außerdem von der Philosophin Amia Srinivasan erläutern, ob es ein "Recht auf Sex" gibt. Die NZZ ahnt, warum der Schriftsteller Fritz Meyer und sein Werk verglühen mussten wie ein Komet. Und die FR denkt mit Robert Schneider und einer Schneeflocke über das Fallen nach.

Donnerstag, 24.02.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Würde und Wärme

24.02.2022 Der Guardian feiert in der Londoner Tate Modern surrealistische Kunst aus aller Welt. Der Standard bejubelt, dass das New Museum mit Faith Ringgold endlich die Künstlerin anerkennt, die schwarzen Frauen einen Platz in der Bildenden Kunst verschaffte. Als nostalgische Hommage an das Kino und unerwartetes Meisterwerk würdigen die Filmkritiker Kenneth Branaghs Schwarzweißfilm "Belfast" über die Wirren des Nordirlandkonflikts der Sechziger. "Ungarns Korruption hat Shakespeare-Dimensionen", sagt der ungarische Regisseur Andras Dömötör im Standard. Und die Musikkritiker trauern um Mark Lanegan, den "Nick Cave des Grunge".

9punkt - Die Debattenrundschau

Verdeckte Arbeit und offene Aggression

24.02.2022 Wladimir Putin hat den Krieg gegen die Ukraine begonnen. Russische Truppen dringen nicht nur in die Separatistengebiete vor, Angriffe werden auch auf Kiew und Odessa gemeldet. Putin wird mit seinem imperialen Gebaren auch Russland selbst ins 19. Jahrhundert zurückschicken, ahnt die FR. In der Zeit erinnert Navid Kermani daran, dass die militärische Gewalt nicht erst mit Putin in die Politik zurückkam. SZ und FAZ schaudern über den selbstgefälligen Sadismus des Kreml-Herrschers. Außerdem: Bari Weiss erklärt in der NZZ, warum die Medien so anfällig für die Polarisierung wurden. In der Zeit warnt Alice Schwarzer vor falscher Toleranz in der Trans-Politik.

Medienticker

Krieg in Europa

24.02.2022 Das Ukraine-Drama & Putin droht jedem, der der Ukraine zu Hilfe kommen wolle, mit Nuklearwaffeneinsatz - Die Rückkehr des starken Staates Putins Macht & Welt + Generation - Trotz Messe-Absage: Leipzig liest! - Gespräch mit Antje Rávik Strubel über "Was ich meine" von Joan Didion - Michael Opitz rezensiert "Die beste aller möglichen Welten" von Michael Kempe + Hörtipps: Die Ratio wird romantisch: Deutschlands Neue Musik der Siebziger & Musik als Medizin für die Seele: Spiritual Jazz des Pianisten Nduduzo Makhathini.

Bücherschau des Tages

Schamlos schön

24.02.2022 Der Dlf lauscht gut gelaunt Katerina Poladjans "Zukunftsmusik" in einer russischen Kommunalka im Jahr 1985. Die FAZ folgt Nino Haratischwili indes in eine Jugend in einem von politischen Umbrüchen geschüttelten Georgien in den 1990er Jahren. Die Zeit erfährt von Emily Ratajkowski, was es heißt, in einem schönen Körper gefangen zu sein. Die SZ träumt mit Andreas Bernard vom Fußball in den Siebzigern und Achtzigern. Und Dlf Kultur staunt, wie schön Garth Greenwell Kunst und Porno zusammenbringt.

Freitag, 25.02.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Diese Angst ist real

25.02.2022 Wie verhält es sich jetzt mit den "gut verdienenden Klassikrussen", die mit Putin klüngeln, aber vom westlichen Kulturpublikum bejubelt werden, fragt die Welt. Die SZ geht derweil der Frage nach, weshalb gerade unter den Kostgängern westlicher Freiheiten zahlreiche Putinfreunde zu finden sind. In der taz erzählt der Regisseur Andreas Merz-Raykov, weshalb sich Künstler in Russland lieber gleich selbst zensieren. Die NZZ verkündet einen Paradigmenwechsel im Streit um die Sammlung Bührle. SZ lernt in sechs Museen in Paris, wie aus Mode ein bisschen Kunst wird. Und ZeitOnline beamt sich mit Fishbach für einen Moment aus der Gegenwart weg.

9punkt - Die Debattenrundschau

Oft wütend und anarchisch

25.02.2022 Die Ukraine sieht dem zweiten Tag nach dem Einmarsch russischer Truppen entgegen. Im Guardian hält Timothy Garton Ash dem Westen vor, fahrlässig Putins Kriegskasse mit mehr als 600 Milliarden Dollar aufgefüllt zu haben. In Atlantic beschreibt Anne Applebaum, wie sich die ukrainische Identität unter Bauern und Leibeigenen bildete. In der FR betont Ilija Trojanow, dass die Sowjetunion eine imperiale Macht war. Ebenfalls in der FR fürchtet Viktor Jerofejew, dass die Mehrheit der Russen Putins Rachegelüste teilt. 

Medienticker

Nun ist es zu spät

25.02.2022 Postkarten: EU-Sanktionen gegen Russland + Herfried Münkler über Putins Krieg + Putin wird nicht einlenken - Poesie und Volksdichtung: Reden, schweigen und erneut reden - Warum Übersetzer für mehr Sichtbarkeit kämpfen - Hörtipps: Die Philharmonie Berlin spielt Werke von Dutilleux, Ravel, Kodály, Strawinsky & Is it a Polka?: Der Akkordeonist Guy Klucevsek wir + TV+Hörfunk-Tipps für das Wochenende.

Bücherschau des Tages

Schuld und Lebensdurst

25.02.2022 Die FAZ lernt in Yfaat Weiss' Geschichte der Hebräischen Universität: Geschichte ist und bleibt unparteiisch. In Ronen Steinkes Kritik am Zustand der deutschen Strafrechtspflege erkennt sie auch einen Hinweis auf den Zustand der Gesellschaft. Dlf Kultur bewundert, wie wild und witzig Gulraiz Sharif von einem jungen Pakistani erzählt, der sich als trans outet. Und die SZ liest Susin Nielsens herzerwärmende Geschichte über das Weiterleben eines jungen Mädchens nach dem Tod der kleinen Schwester.

Samstag, 26.02.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Extrem viele Zutaten

26.02.2022 Münchens Oberbürgermeister setzt Valery Gergiev, Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, ein Ultimatum: Spricht er sich bis Montag nicht gegen Russland aus, fliegt er. Gergiev bekommt von Putin für seine Ergebenheit wenigstens Geld, Anna Netrebko nicht, sekundiert die FAZ. In der NZZ legt Sasha Marianna Salzmann Schicht für Schicht die Traumageschichte der Ukraine frei. Die taz berichtet von der Feststimmung in Benin, wo die restituierten Werke ausgestellt werden. Aber die afrikanische Beteiligung am Sklavenhandel hätte schon auch thematisiert werden müssen, meint sie. Und der Standard lernt von Erwin Wurm, wie man mit Würsten alte weiße Männer bekämpft.

9punkt - Die Debattenrundschau

Obervolta mit Atomraketen

26.02.2022 In der SZ beklagt Vladimir Sorokin, dass sich in Russland das Prinzip der absoluten Macht seit Iwan dem Schrecklichen nicht geändert habe. Die FR seziert Putins Maskulinismus und das russische Militär als Schule brutaler Gewalt. In der FAZ kann Viktor Jerofejew keine großen Hoffnungen mehr auf den Westen setzen. Auch The Atlantic bemerkt die Beschämung Europas. In der taz fragt Nora Bossong, warum es ihrer Generation nicht gelungen sei, eine politische Haltung zu entwickeln. Außerdem: In der WamS zieht Harald Martenstein gegen den "Totalitarismus" der Wokeness zu Felde. In der Berliner Zeitung erklärt Svenja Flaßpöhler den Shitstorm als massenhafte Gefühlsansteckung.

Bücherschau des Tages

Taugenichtshaft verträumt

26.02.2022 Die FR schwärmt von der Sinnlichkeit, mit der Mario de Sá-Carneiro in seinen Novellen "Himmel in Flammen" die Wirklichkeit erfahrbar machte. Mehr Walter Scott als Quentin Tarantino sieht die FAZ in Szczepan Twardochs Roman "Demut" über einen offizier im Ersten Weltkrieg. Die taz lässt sich freudog von Katharina Hacker aus dem Berlin der Viren, Drohnen und wilden Tiere entrücken. Toll findet sie auch Attica Lockes Krimi "Black Water Rising", der im Texas der achtziger Jahren spielt. Die FAS freut sich mit Wolf Haas' "Müll" über die Rückkehr des Wiener Ermittlers Brenner.

Montag, 28.02.2022

Efeu - Die Kulturrundschau

Potenziell triggernde Geschichten

28.02.2022 Wie funktioniert Protest gegen Russland? Sicher nicht, indem Tschaikowsky, der "schwule, europäische Pazifist", aus dem Programm genommen wird, wie es das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin tat, meint die Welt. Aber auch nicht durch Lippenbekenntnisse, ergänzt die SZ und meint: Russlands Kulturschaffende haben es sich zu lange gemütlich unter Putin eingerichtet. Durch die "Putinlinse" blickt sie außerdem auf Hakan Savas Micans Tschechow-Inszenierung in Hamburg, um russische Gewaltpolitik zu deuten. In der taz empfiehlt Francesca Melandri dem deutschen Publikum dringend die Lektüre des italienischen Schriftstellers und Partisanen Beppe Fenoglio.

9punkt - Die Debattenrundschau

Ein Schritt in den Abgrund

28.02.2022 Wladimir Putin ist nicht realitätsfern, stellt James Meek im LRB-Blog klar, er ist die Realität. Der Handel mit Autokraten wandelt nicht, sondern korrumpiert, schreibt Ivan Krastev in der New York Times. Putin wollte die Welt so gern als maskuliner Kraftprotz beeindrucken, jetzt tut es der heldenhafte Wolodimir Selenski, stellen SZ und Welt fest. In der NZZ möchte sich Georgi Gospodinov nicht ins Gefängnis der Geschichte stecken lassen. Osteuropa übersetzt den Offenen Brief, in dem russische Wissenschaftler Putin vorwerfen, das Land in einen Paria-Staat zu verwandeln. Ljudmila Ulitzkaja hat in der FAZ dennoch wenig Hoffnung, dass Putin die Unterstützung der Eliten verliert.

Medienticker

Zeitenwende

28.02.2022 Zwischen Trauer & Hoffnung in der späten Sowjetunion - Harles Pépin: "Kleine Philosophie der Begegnung"- Lebenslektionen Hegel & Eastwood - Katerina Poladjanas "Zukunftsmusik" - Konservativismus nach Merkel und Co. - Sehnsucht eines Antihelden: Dagmar Leupolds "Dagegen die Elefanten" + Georg Kreisler zum Hundertsten.

Bücherschau des Tages

Nach dem Frost die süßesten Früchte

28.02.2022 Die FR ist ganz euphorisiert von den frischen lyrischen Erbsen, die ihr Simone Lappert serviert. Der Dlf Kultur lernt in Katerina Poladjans „Zukunftsmusik“, dass Regime und Menschen in Russland zwei verschiedene Größen sind. Mit Doron Rabinovici taucht er ab ins Wiener Medienmilieu. Die FAZ empfiehlt heute Kinderbücher und hat besonders viel Spaß mit Dita Zipfels Mistkäfer Jonny und seiner Ameisenfreundin. Und der Dlf lässt sich von Joshua Cohens „Witz“ herausfordern.

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