Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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  • Monotheismus-Debatte im Perlentaucher: Angestoßen von Jan Assmann. Mit Beiträgen von Klaus Müller, Peter Sloterdijk und anderen
  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
  • Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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Perlentaucher Archiv

Sortiert nach Datum | Rubriken

Dienstag, 01.10.2024

Magazinrundschau

Das Licht sitzt nicht still

01.10.2024 New Lines überlegt, warum Syrien so still hält im Nahostkonflikt. Vot Tak staunt über russische Urlauber in Mariupol. Der New Yorker stellt einen Pionier der Rattenforschung vor,  John B. Calhoun, sowie eine Malerin des Lichts, Suzanne Jackson. In Elet es Irodalom skizziert der Historiker György Jakab die Versäumnisse der ungarischen Erinnerungspolitik. Harper's fürchtet eine Monopolkommission unter Donald Trump. Le Grand Continent unterhält sich mit dem ehemaligen Kulturminister des Libanons Ghassam Salamé über Israels Schlag gegen die Hisbollah.

Efeu - Die Kulturrundschau

Von Backenzahn zu Backenzahn

01.10.2024 Die Feuilletons trauern um Kris Kristofferson, den Erneuerer und Zerstörer, der wie nur wenige den Geist der amerikanischen Arbeiterklasse verkörperte. FAZ und Guardian lassen sich von Alessandro Michele für Valentino an neoromantischen Nasenringen führen. Lehrreich oder Befriedigung angstlüsterner Fantasien? Uneins sind sich die Kritiker, wenn Nicola Hümpel im Haus der Pressekonferenz mit Maximilan Steinbeis die Frage stellt: Was geschieht, wenn ein Rechtspopulist an die Macht kommt. Im Standard erzählt der ungarische Filmemacher Gábor Reisz, wie sich Filmemachen unter Orban verändert hat.

9punkt - Die Debattenrundschau

Jedes Mal schwindet ein Stück Restwürde

01.10.2024 Claus Leggewie legt für die FR sein Ohr auf mittelosteuropäischen Boden und hört ein unheimliches Rumpeln: Ist es das Gespenst des Habsburgerreichs, das hier sein Haupt erhebt? Auch Elias Hirschl  macht sich in der SZ Sorgen: "Österreich geht nicht zum Arzt. Nie." In der Jüdischen Allgemeinen erklärt Peter R. Neumann, warum er eine israelische Bodenoffensive im Libanon für einen Fehler hält. Und die Übermedien haben mal nachgezählt: Die Öffentlich-Rechtlichen brachten in den letzten Monaten 380 Minuten Dokumentation über Sahra Wagenknecht, eine ganze Wagner-Oper. Und da sind die Talkshows nicht mit drin.

Bücherschau des Tages

Flaschenpost aus dem Jenseits

01.10.2024 Die FR ist beeindruckt von den Berichten des blinden Jacques Lusseyran, dessen "inneres Licht" ihn auch im Widerstand gegen die Nazis leitete. Die taz muss sich anschnallen, wenn Domenico Müllensiefen vom Aufwachsen in der ostdeutschen Provinz Anfang der Nullerjahre erzählt - so rasant ist dieser Roadmovie. Die FAZ entdeckt die unkonventionellen Bildtheorien des Technikphilosophen Gilbert Simondon. Dlf Kultur schmökert in Anne Michaels' bildgewaltigem Roman "Zeitpfade". Und Dlf Kultur singt Hymnen auf Simon Elliots Bildbiografie über den britischen Künstler David Hockney.

Mittwoch, 02.10.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Aus dem entfremdeten Alltag geschöpft

02.10.2024 Die Filmkritiker sind sich uneins über Todd Phillips Joker-Musical: Die FAZ staunt, wie schön Joaquin Phoenix tanzt, der Tagesspiegel wartet auf einen Lady-Gaga-Film, der losgelassen wird. In Monopol denkt Gabriele Stötzer über eine internationale "Politikverkehrsordnung" nach. Die Welt erinnert sich in Zürich mit Dea Loher und Jette Steckel an die Todesangst während der Pandemie. Die FAZ feiert die "Sprachkraft" der Instrumentalmusik in Venedig.

9punkt - Die Debattenrundschau

Orientierung gen Osten

02.10.2024 In der Zeit findet es der Schriftsteller Boris Schumatsky immer noch kaum fassbar, wie wenig die Vergewaltigungen am 7. Oktober thematisiert werden. Die FAZ wüsste gern, warum den Öffentlich-Rechtlichen beim Stichwort Sparen immer nur die Kultur einfällt? Kann eine Demokratie während eines Krieges demokratisch bleiben, fragt sich Herfried Münkler in der NZZ. Im Tagesspiegel kritisiert Thomas Kleine-Brockhoff die Doppelmoral des globalen Südens. Hpd stellt eine Mainzer Studie zu Islamstudiengängen in Deutschland vor: Danach lehnen 68 Prozent der befragten Studenten einen an Europa angelehnten Islam ab.

Bücherschau des Tages

Bohémien, Seefahrer, Parteischreck

02.10.2024 Die FAZ ist begeistert davon, wie Jose Dalisay die Philippinen in seinem Roman "Killing Time in a Warm Place" in all ihrer Strahl- und Wunderkraft zum Leuchten bringt. Außerdem lobt sie Saskia Hennig von Langes Buch "Heim", das den Sprachlosen eine Stimme verleiht. Die NZZ kann nicht genug bekommen von den Schilderungen des "Homme à femmes" Vitomil Zupan, der witzig, ironisch und ziemlich versaut aus dem Gefängnis berichtet. Die Zeit ist tief bewegt von Sarah Lundbergs Bilderbuch über die Expressionistin Berta Hansson. Außerdem gefällt ihr, wie Markus Thielemann in "Von Norden rollt ein Donner" Heimat zur Heimsuchung werden lässt.

Freitag, 04.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Einheit in der Differenz

04.10.2024 Sahra Wagenknechts gestrige Demo für "Frieden" war nicht allzu überzeugend, es dominierten DKP und Palästina-Fans, merkt Michael Miersch in seinem Blog an. Zum 3. Oktober sind einige Befindlichkeitsartikel erschienen, die die leicht unheimliche Stimmung im Land wiedergeben. Die Berliner Zeitung freut sich, dass "34 Jahre nach der Einheit der Umbruch im Land da" ist. "Die Westdeutschen müssen verstehen, dass Ostdeutschland nicht als Restgestalt der DDR zu verstehen ist", meint Heinz Bude in der SZ. In der FAZ baut der libanesische Künstler Akram Zaatari den israelischen Schlag gegen die Hisbollah in die schiitische Märtyrergeschichte ein.

Efeu - Die Kulturrundschau

Vom Großen ins Winzige

04.10.2024 Viel Bling-Bling, wenig dahinter, urteilen die Kritiker über Emma Dantes Inszenierung von Verdis "Nabucco" an der Berliner Staatsoper. Über Viktor Kossakovskys Film "Architekton" sind die Meinungen immerhin geteilt: Einen epischen Film, der die ephemeren Phänomene aufschließt, sieht der Perlentaucher, genervt von allzu viel moralischem Rigorismus ist die Welt. Die taz lernt in einer Ausstellung zu ukrainischer Literaturgeschichte einiges über die Unterdrückungsmechanismen der Sowjetunion. Monopol lässt sich von Alex Müllers Kuriositätenkabinett verzaubern. Die SZ muss beim Siegerentwurf für das Leipziger Einheitsdenkmal an Spülmittelwerbung denken.

Bücherschau des Tages

Gesund für die Moralflora

04.10.2024 Die FAZ lernt von Timothy Snyder, dass der Mensch erst zur Freiheit erzogen werden muss. Die SZ schließt sich mit Anna Woltz, einer Influencerin und einem Prepper zu einer explosiven Zwangsgemeinschaft in der flandrischen Landschaft zusammen. Dlf Kultur reist mit Navid Kermani durch Ostafrika und wendet sich mit Empathie, aber ohne Voyeurismus den Menschen auf den Komoren, in Mosambik, Tansania oder Äthiopien zu. So atemberaubend schön wie Richard Powers können nur wenige über den Ozean und seine Artenvielfalt schreiben, staunt der Dlf Kultur außerdem.

Samstag, 05.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Tendenzen zu rein eskapistischer Lektüre

05.10.2024 Die Zeitungen bringen bereits heute Schwerpunkte zum 7. Oktober: Marina Münkler versucht der propalästinensischen Linken in der SZ nochmal zu erklären, was das Massaker der Hamas war: Eine triumphale imperiale Geste der Vernichtung jüdischen Lebens. In der FR meint der israelische Historiker Tom Segev: Nichts rechtfertigt eine zweite Nakba. Der palästinensisch-amerikanische Aktivist Ahmed Fouad Alkhatib setzt in der taz leise Hoffnung auf den Pragmatismus der palästinensischen Zivilbevölkerung. Außerdem: Der Suhrkamp Verlag gehört jetzt komplett dem ehemaligen Baumarktketten-Leiter Dirk Möhrle.

Efeu - Die Kulturrundschau

Linderung durch Menschen

05.10.2024 Die Literarische Welt lässt zum Jahrestag des 7. Oktober jüdische Stimmen aus der Literatur zu Wort kommen. Die Literaturhistoriker Gabriele Radecke und Robert Radecke-Rauh versuchen im Tagesspiegel herauszufinden, ob Theodor Fontane Antisemit war. Die FR gibt sich in einer Ausstellung in Frankfurt dem Farbrausch der bemalten Textilien Hamid Zénatis hin. Die SZ ist beeindruckt davon, wie Katharina Bach in einer Soloperformance von Michel Friedmans Text "Fremd" das Leiden eines jüdischen Kindes im Nachkriegsdeutschland greifbar macht.

Bücherschau des Tages

Herz als Herz

05.10.2024 Die FAZ lässt sich von Mircea Cartarescu in eine Welt entführen, die auf den ersten Blick alltäglich ist, auf den zweiten jedoch jede Menge Wunderwesen und Geheimnisse birgt. Mit Carlo Cassola zieht sie sich in die verschneiten Wälder der Toskana und existenziellen Schmerz zurück. Die SZ verfolgt amüsiert, wie Jan Weilers Protagonist "Munk" über seine Verflossenen nachdenkt. Die taz ist erschüttert über Marko Martins Schilderungen der deutschen Gleichgültigkeit nach dem 7. Oktober. Dlf beugt das Knie vor Natan Sznaider und seinem Buch "Die jüdische Wunde". 

Montag, 07.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Hinter dem warmen Ofen

07.10.2024 Fast alles steht heute im Zeichen des Jahrestags der Hamas-Pogrome. Auch Deutschland wurde durch das Ereignis verändert, konstatiert Michel Friedman in der Welt: "Die hässliche Fratze des radikalen Islamismus prägt immer mehr den Alltag." In der taz hält  Fania Oz-Salzberger trotz allem an einer Zweistaatenlösung fest. Selbst Israels Trauer ist kolonialistisch, findet dagegen Naomi Klein im Guardian. Im Spiegel kritisiert Dana von Suffrin den deutschen Kulturbetrieb, der mit Antisemitismus offenbar so gar kein Problem hat.

Efeu - Die Kulturrundschau

Eskapistischer Content

07.10.2024 Auf Zeit Online blickt die Schriftstellerin Dana Vowinckel zum Jahrestag des 7. Oktober zurück auf "das schlimmste Jahr meines Lebens". Die FAS porträtiert die Regisseurin Henrika Kull, deren komplexer Film "Südsee" über eine junge Deutsche in Israel kaum gegen die Einseitigkeit des Diskurses ankommt. Die taz verläuft sich in der "nomadischen Bibliothek" des samischen Künstlers Joar Nango. Die nachtkritik durchlebt bei Adrian Figueroas Düsseldorfer Inszenierung von Wolfgang Borcherts Kriegsheimkehrer-Drama "Draußen vor der Tür" die Schrecken auf dem Schlachtfeld immer neu.

Bücherschau des Tages

Nicht quick and dirty

07.10.2024 Die FAZ folgt Davide Longos Ermittlerduo Bramard und Arcadipane in ein winziges Nest im Piemont, um den Tod eines Filmproduzenten aufzuklären. Die FR freut sich über feinsinnigen Feminismus in Isabelle Lehns Roman "Die Spielerin". Die NZZ macht es sich mit Millay Hyatt im Nachtzug bequem. Außerdem findet sie Geborgenheit in Sally Rooneys Millenial-Roman "Intermezzo". Die SZ ist gleichzeitig belustigt und nachdenklich, wenn Benjamin Fredrich untersucht, warum Abgeordnete in Parlamenten immer häufiger mit Fäusten aufeinander losgehen.

Dienstag, 08.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Massive Überfüllungskrise

08.10.2024 Auch heute dominiert noch der Jahrestag der Hamas-Pogrome in den Medien. Es gibt viel Kritik an der israelischen Regierung, auch aus der Sicht der Geiselangehörigen. Netanjahu hat den "ganzen Staat als Geisel" genommen, schreibt in der Welt Zeruya Shalev. In der FAZ schildert Orna von Fürstenberg  die Ausgrenzung jüdischer Wissenschaftler an den Universitäten. Auch die Suhrkamp-Krise beschäftigt die Zeitungen weiter.

Efeu - Die Kulturrundschau

Glitzernde Fatamorgana

08.10.2024 Was für ein Comeback! Die NZZ würde Pamela Anderson für ihre Rolle im Film "The Last Showgirl" am liebsten den Oscar verleihen. Die Kritiker wischen sich während Kornél Mundruczós Inszenierung seines Splatter-Horrors "Method" an der Berliner Volksbühne das Blut aus dem Gesicht, taz und Nachtkritik sind uneins. Perlentaucherin Angela Schader begegnen in Agri Ismaïls Roman "Das Gewicht der Welt" Kurden, abseits jedes Klischees.

Magazinrundschau

Alle zu ekstatisch

08.10.2024 Africa is a Country erzählt von den verschwundenen Bildern der südafrikanischen Malerin Mmakgabo Helen Sebidi. HVG und Elet es Irodalom wüssten gern von Victor Orban, seit wann 1956 kein Vorbild mehr ist für seine Partei. New Lines sucht ethisch einwandfreie Diamanten in Botsuana. Im New Statesman denkt Sally Rooney über die Leerstelle Religion nach. The Insider besucht karaitische Gemeinden in der Ukraine. Der New Yorker bewundert die Kunst der Shaker und stellt das neue Lobbymonster Silicon Valleys vor.

Bücherschau des Tages

Die Erzengel berichten

08.10.2024 Die SZ schwärmt von Kate Zambrenos literarischem Tagebuch "Drift", in dem die Autorin sowohl über ihre Menstruation als auch über Rainer Marie Rilke nachdenkt. Die FR ist tief beeindruckt von den Erinnerungen Rachel Jedinaks, die als Kind die größte Massenverhaftung von Juden in Paris miterlebte. Die NZZ empfiehlt Jaroslaw Hryzaks Geschichte der Ukraine. Dlf Kultur begleitet Francois-Henri Deserable in den Iran und macht dort überraschende Begegnungen.

Mittwoch, 09.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Ursuppe der Grenzenlosigkeit

09.10.2024 Kamala Harris macht das Rennen, prognostiziert auf Zeit Online der Historiker Allan Lichtman, der bisher bei neun von zehn Präsidentschaftswahlen richtig lag. Die SZ blickt mit den Journalisten Russ Buettner und Susanne Craig indes hinter die Kulissen des Fake-Imperiums von Donald Trump. Im Zeit-Gespräch geht Anne Applebaum mit Merkels Russland-Politik ins Gericht. Gläubige Patrioten müssen nicht rechnen können, entnimmt die taz dem neuen Lehrplan in der Türkei. Und in der FAZ kann Suhrkamps neuer Eigentümer Dirk Möhrle über 270.000 Euro Miese nur schmunzeln.

Efeu - Die Kulturrundschau

Viel Glück, Toreros!

09.10.2024 Die FAZ tanzt in einer Ausstellung in Finnland mittelalterliche Totentänze - bis in die künstlerische Moderne. NS-Raubkunst wird in Deutschland nur zurückgegeben, wenn auch die Diebe damit einverstanden sind, ärgert sich die SZ. Der Filmdienst erinnert daran, wie Luis Buñuel einmal gemeinsame Sache mit einem Stierkämpfer machte, um die spanischen Faschisten zu überlisten. Gemeinsam mit dem Fotografen H. G. Esch staunt die taz: Architektonisch sind sich Pompeji und New York näher, als man denkt. Die NZZ feiert ein wiederentdecktes Jugendwerk Mozarts als Hit.

Bücherschau des Tages

Medizin, Kultur, Moral

09.10.2024 Die FAZ schwelgt in Sue Goyettes "Ozean"-Gedichten, die den Kapitalismus mit poetischen Mitteln kritisieren. Mit Hilfe von Samira Akbarians Band "Recht brechen" übt sie zivilen Ungehorsam. Die FR nimmt mit Behzad Karim Khanis Roman "Als wir Schwäne waren" nicht die Außenseiter in den Blick, sondern jene, die ausschließen. Die NZZ sucht mit Mariann Bühler einen Ausweg aus dem falschen Leben. Die SZ lobt Martina Hefters Roman "Hey, guten Morgen, wie geht es dir?" als humorvolle Geschichte zweier Überlebenskünstler.

Donnerstag, 10.10.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Hier könnte Heroisches geleistet werden

10.10.2024 Die Filmkritiker blicken mit Ramon Zürchers "Der Spatz im Kamin" in die brutalen Abgründe hinter Familienfassaden: Zürcher verheiratet Bergman mit Lynch, staunt die FAZ. Die SZ kuschelt sich in Benedikt von Peters Basler Ring lieber an Plüschtiere und echte Pferde. FAZ und FR begeben sich im Frankfurter Städel auf Entdeckungsreise durchs barocke Italien. In der SZ ermuntert uns die Schriftstellerin Tanja Maljartschuk mehr ukrainische Literatur zu lesen. Und in der Zeit hätte Pianist Chilly Gonzales die Neo-Klassik lieber nicht mitbegründet.

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Virus des Absurden

10.10.2024 Die Schriftstellerin Nino Haratischwili fordert im taz-Interview die Unterstützung der georgischen Opposition durch Europa. Der Historiker Jörg Baberowski erklärt im Zeit-Interview, warum er seine Geschichte Russlands von "oben" und nicht aus Sicht des Volkes geschrieben hat. Die FAZ liest die Autobiografie Boris Johnsons und erinnert sich, wie dieser die Ära des Absurden in der Politik einläutete. Saudi-Arabien könnte einen größeren Konflikt im Nahen Osten verhindern, hält der Tagesspiegel fest.

Bücherschau des Tages

Es enthält Pudel

10.10.2024 Die gebannte FAZ begleitet mit Maylis de Kerangal eine reiche Französin und einen jungen russischen Soldaten, der desertieren will, auf einer Fahrt in der transsibirischen Eisenbahn. Die FR amüsiert sich mit Gedichten von Sibylle Berg. Die SZ begibt sich mit Eva Illouz' "Explosive Moderne" auf eine faszinierende Reise in unsere modernen Gefühlswelten. Der Dlf lernt von Myriam Lacroix "Die unendlichen Möglichkeiten der Liebe". Der Aufmacher der Zeit-Literaturbeilage ist Phillip B. Williams' magischem Roman "Ours" über eine nur von Schwarzen bewohnte Stadt gewidmet. Alle Notizen zur Zeit-Beilage finden Sie hier.

Freitag, 11.10.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Es sind dunkle Welten

11.10.2024 Die Zeitungen sind sehr zufrieden mit dem Literatur-Nobelpreis für die Südkoreanerin Han Kang: Schön, dass man in Stockholm mal wieder über den westlichen Tellerrand hinausblickt, freut sich der Tagesspiegel. Die FR bestaunt in der Frankfurter Schirn grenzsprengende Werke mit Puppenaugen, Vulven und Tierkrallen, die die Italienerin Carol Rama seit den Dreißigern schuf. Die FAZ lässt Haydns "Schöpfung" mit Melly Still in Köln als Schattenspiel vor dem inneren Auge vorbeiziehen. Und dezeen bewundert das Flüchtlings-Wellnesscenter, das der südafrikanische Architekt Sumayya Vally in Kenia schaffen will.

9punkt - Die Debattenrundschau

Byzantinisch verwinkelte Einrichtung

11.10.2024 Russland stuft westliche Organisationen wie die "Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde" wegen einer Nummer der Zeitschrift Osteuropa als "extremistisch" ein - die FAZ zeigt auf, welche Folgen das hat, bis hin zu gehackten E-Mails. Der Falter beleuchtet die Abgeordneten der FPÖ, die demnächst ins österreichische Parlament einziehen, ein Sammelsurium, das Karl Kraus grimmige Freude gemacht hätte. Auf Twitter zirkuliert ein Video, in dem Ta-Nehisi Coates sein Verständnis für die Gewalt der Hamas bekundet.

Bücherschau des Tages

Mann in Moll

11.10.2024 Die FAZ lernt Sergej Rachmaninoff in einem Gesprächsband als Träumer und Idealisten kennen. Die SZ schaut mit Markus Thielemann hinter die beklemmende Fassade eines romantischen Schäferidylls. Die FR blickt ohne Illusionen auf die Zukunft in Nahost mit dem neuaufgelegten Band von Muriel Asseburg und Jan Busse. Die NZZ liest bewegt die von Tochter Riley Keough vollendeten Memoiren der Lisa Marie Presley. Als filigrane Komposition der Stille empfiehlt der Dlf Kultur Quynh Trans autofiktionalen Roman über das Aufwachsen im finnlandschwedischen Jakobstad.

Samstag, 12.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Zwei Körper in einem Raum

12.10.2024 In der taz schildert Irina Scherbakowa von Memorial ihre Enttäuschung über die russische Öffentlichkeit und den Westen nach dem Einmarsch Putins in der Ukraine. In der Welt bezweifelt Anne Applebaum, dass es Netanjahu und Khamenei zu einem richtigen Krieg kommen lassen, beide seien zu sehr an ihrer persönlichen Macht interessiert. Tagesspiegel und taz recherchieren zu internationalen Netzwerken, die hinter "propalästinensischen" Aktivisten in Berlin stecken, Russland mischt auch mit. Und auch die Suhrkamp-Krise beschäftigt die Zeitungen weiter.

Efeu - Die Kulturrundschau

Nur ein Schatten von schwarzem Kitsch

12.10.2024 Die SZ erlebt ein Gefühl der kognitiven Dissonanz in einer Wuppertaler Lucio-Fontana-Retrospektive, und sie bewundert bei einem Berliner Konzert Dynamik und die vielen Haare des 83-jährigen Bob Dylan. Van porträtiert das Ensemble Naked String Quartet. Die Welt wundert sich über die "schräge" Entscheidung der Schwedischen Nobel-Akademie für Han Kang. Die FAZ erlebt in Amsterdam mit Benjamin Brittens "Peter Grimes" das Todesurteil der öffentlichen Meinung. Dass die Luxusindustrie in der Krise ist, konstatiert sie ohne allzu großes Bedauern.

Bücherschau des Tages

Die Nuancen der French Theory

12.10.2024 Kaum zu bewältigende Fülle des Literaturherbstes! Die SZ begibt sich mit Melania G. Mazzucco auf die Spur der Plautilla Bricci, einer vergessenen Architektin im Rom des 17. Jahrhunderts. Die FAZ wiegt sich im sanften Zynismus Leonard Cohens.  Die taz fragt mit Bruno Chaouat "Ist Theorie gut für die Juden?". Und dann sind da die Literaturbeilagen, die wir anfangen abzuarbeiten (erste Notizen hier: die FAS feiert Cemile Sahins neuen Roman "Kommando Ajax". Welt und FAS sind sich uneins über Andreas Reckwitz' "Verlust ".

Montag, 14.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Umgang mit Negativereignissen

14.10.2024 Die taz erinnert an Joseph Wulf,  Pionier der Holocaustforschung, der sich vor fünfzig Jahren das Leben nahm. Im Spiegel spricht Andreas Reckwitz offen über Verluste. Die FAZ stellt Befunde des Soziologen Lev Gudkov über die russische Gesellschaft vor: Man ist sich einig in der Anbetung von Brutalität. In Le Point schildert ein Funktionär des französischen Bildungsministeriums die Angst unter Lehrern vor Islamismus - und die mangelnde Solidarität der Behörden. Le Point erzählt auch, warum Kamel Daoud seinen neuen Roman nicht in Algerien präsentieren darf.

Efeu - Die Kulturrundschau

Meeresfriedliche Mondnacht

14.10.2024 Die SZ schaut im Festspielhaus von Dresden-Hellerau dabei zu, wie ein Roboter die Dresdner Sinfoniker dirigiert. Die Welt versucht das Geheimnis diffuser Gewalt in den Bildern der portugiesischen Malerin Paula Rego zu ergründen. Die FAZ lässt Bertrand Bonellos Monsterfilm "The Beast" mit Léa Seydoux hochleben. Bei der Uraufführung von Anna Gmeyners vergessenem Stück "Ende einer Verhandlung" klärt sie einen Mord auf. Die NZZ bewundert Kengo Kumas Neubau für das Museum Gulbenkian in Lissabon.

Bücherschau des Tages

Mr. Capri-Sonne

14.10.2024 Die NZZ bekommt in Eva Illouz' Buch "Explosive Moderne" eine "Großanalyse der Gefühle" geboten. Die SZ hat viel Freude daran, wie Gian Marco Griffi in "Die Eisenbahnen Mexikos" das Verhältnis der kleinen Leute zur großen Geschichte erzählt. Mit Anne Applebaum begibt sie sich in den Widerstand gegen "Die Achse der Autokraten". Die FAZ lernt von den skurillen Statistiken von Jean-Philippe Ili und Hans Christian Müller, wie viele Ratten es in Berlin gibt und welche Kitas dort vor sechs Uhr öffnen.

Dienstag, 15.10.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Es walden die vögelein die ruhe schweigt

15.10.2024 Die Literaturkritiker sind zufrieden, dass die Buchpreis-Jury mit Martina Hefters Roman "Hey guten Morgen, wie geht es Dir?" Mut zur Avantgarde zeigt. Nur die Welt hat genug von der kleinen Welt des Privat-Familiären, und hätte lieber Clemens Meyer ausgezeichnet. Die NZZ blickt in Bern auf die existenzielle Nacktheit von Chaim Soutine, der Farben dem Fleisch anverwandelte. Einer auch physisch nackten Marina Otero begegnet die Welt, die im Berliner HAU Narzissen mit ihrem Urin begießt. Im Tagesspiegel verspricht die neue Berlinale-Leiterin Tricia Tuttle Filme als Filme und nicht als Transportmittel für Ansichten zu würdigen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Klar hätte jeder gerne Frieden

15.10.2024 Die SZ druckt die Rede von Eva Illouz zur Verleihung des Aby-Warburg-Preises, in der sie die Blindheit vieler Intellektueller in Bezug auf Nahost anprangert. In der taz erklärt die queere und schwarze Aktivistin Michaela Dudley, warum bei vielen Schwarzen die Solidarität mit den "propalästinensischen" Studenten schwindet. Wenn man anti-aufklärerische Tendenzen aufspüren will, sollte man sich zuerst einmal in seinem eigenen Milieu umschauen, meint der Philosoph Wolfram Eilenberger in der Zeit. Im Zeit Online-Interview graut dem Regisseur Leander Haußmann vor dem Führerinnen-Kult des BSW: Nicht mal die KPDSU habe sich in "Stalin-Partei" umbenennen lassen.

Magazinrundschau

Gefängnis aus Zahnschmelz

15.10.2024 Die London Review bewundert die künstlerische Moderne der Ukraine. HVG staunt über ungarische Banken, die rechtsextreme Parteien in ganz Europa finanzieren. New Lines schildert grässliche Szenen in den von der EU finanzierten Abschiebezentren in der Türkei. GQ stellt die "Zimmerleute ohne Grenzen" vor. La Regle du Jeu tanzt Samba mit der brasilianischen Malerin Tarsila do Amaral. Der Guardian schreibt: Lasst Zähne sprechen.

Bücherschau des Tages

Giftiger Marsstaub

15.10.2024 Die SZ verneigt sich vor Richard Powers' Roman "Das große Spiel", dessen heimlicher Star die Tiefsee ist. Die FAZ freut sich über den ästhetischen Mut von Paul Watermanns Erzählexperiment "Moskovian Kinder". Die taz empfiehlt Nona Fernandez' Roman "Twilight Zone" über die Schrecken der Pinochet-Diktatur. Die NZZ blickt mit Franz-Stefan Gady bang in die Zukunft eines von Kriegen geprägten Jahrhunderts. Und Dlf geht mit den Figuren aus Sven Pfizenmaiers Roman "Schwätzer" auf Meteoritensuche.

Mittwoch, 16.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Recht auf zitternde Knie

16.10.2024 Die SZ sondiert die Lage vor den Wahlen in der Republik Moldau, die mit russischer Propaganda geflutet wird. In der Türkei gibt es immer mehr Gewalt gegen Frauen, hält die FAZ fest, Erdogan hetzt derweil gegen Israel. Die Welt nimmt Chinas Inszenierung als Friedensvermittler in der Ukraine und im Nahen Osten genauer unter die Lupe. Französische Juden dürfen sich nicht aus der Linken vertreiben lassen, glaubt der Philosoph Bruno Karsenti in der Jungleworld.  In der taz geben Rana Salman und Eszter Koranyi von der "NGO Combatants for Peace" die Hoffnung auf eine Zweistaatenlösung nicht auf.

Efeu - Die Kulturrundschau

Weiter zur nächsten Galaxie

16.10.2024 Jean Tinguely war kein Schweizer Dinosaurier, sondern ein Meister der Kinetik, dessen Maschinen selbst zu Künstlern werden, jubelt die FAZ in einer Ausstellung in Mailand. Außerdem freut sie sich über inspirierten Georges-Perec-Schabernack in einer Inszenierung von Anita Vulesica in Hamburg. Übersetzer machen sich existentielle Sorgen angesichts immer besserer KI-Programme, die ihren Job übernehmen könnten, berichtet die SZ. Die besucht auch die Frankfurter Buchmesse und kann sich zwischen den Elefanten im Raum kaum bewegen.

Bücherschau des Tages

Auf spezielle Weise wahr

16.10.2024 Die FAZ lobt Francesca Melandris Roman "Kalte Füße" auch als hellsichtige Kritik an der heutigen Linken. Die SZ schwärmt von Giulia Caminitos Roman über das Leben italienischer Kolonialheeren in Eritrea und lobt ebenso Igiaba Scegos Erzählung "Kassandra in Mogadischu". Die Welt taucht neugierig in die Erinnerungen von Lisa Marie Presley, der Tochter des King, ein.

Donnerstag, 17.10.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Die Augen schließen geht immer

17.10.2024 Oliver Reeses Inszenierung von Michael Frayns Stück "Der nackte Wahnsinn" macht das Beste aus der Berliner Theaterkrise, freut sich die FAZ: gutes Theater. Elif Shafak beschwört auf der Frankfurter Buchmesse in ihrer von der FAZ dokumentierten Rede die Macht der Literatur, die Peripherie ins Zentrum zu bringen. Florentina Holzingers Nonnen-Skateboard-Spektakel "Sancta" zieht an der Staatsoper Stuttgart Triggerwarnungen und Onlineempörung nach sich, weiß die Zeit. Der Perlentaucher fühlt sich wohl in Andreas Dresens neuem Film "In Liebe, eure Hilde", der den Körper der Widerstandskämpferin ins Zentrum rückt.

9punkt - Die Debattenrundschau

Das dritte Projekt der Moderne

17.10.2024 In seiner Rede zur Verleihung des Thomas-Mann-Preises, erzählt Navid Kermani in der Zeit davon, wie er ein Jahr vor der Iranischen Revolution, Ajatollah Chomeini in Paris begegnete. In der NZZ zeichnet der Politikwissenschaftler Michael Borchard die schwierige Beziehung zwischen der UNO und Israel seit 1947 nach. Es gab nicht nur europäische Aufklärer, erinnert die Kulturwissenschaftlerin Liliane Weissberg anlässlich einer Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Der Generalmusikdirektor der Staatsoper Christian Thielemann warnt in der SZ eindringlich vor den geplanten Einschnitten im Kulturetat.

Bücherschau des Tages

gedanke an die geliebte person

17.10.2024 Die beeindruckte FAZ liest von Flüssen und dem Krieg in den Gedichten des bosnischen Lyrikers Faruc Sehic. Die SZ lässt sich von Florian Klenk und Christian Reiter "Über Leben und Tod" in der Gerichtsmedizin aufklären. Der Dlf empfiehlt die gruselig-fantastischen Erzählungen der schwedischen Autorin Karin Tidbeck. Von Tanja Tönsmeyer lässt er sich das Leben "Unter deutscher Besatzung" während des Zweiten Weltkriegs erklären. Angst bekommt Dlf Kultur bei der Lektüre des Buchs "Elon Musk und die Zerstörung von Twitter", das die amerikanischen Tech-Journalisten Kate Conger und Ryan Mac recherchiert haben.

Freitag, 18.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine große, ängstliche Familie

18.10.2024 Mit der Idee, 3sat mit Arte zu fusionieren, als wäre Arte allein ihr Sender, könnten die Funktionäre der Öffentlich-Rechtlichen auch die Debatte über Arte in Frankreich anheizen - denn der Front national hasst Arte, lernen wir in der Welt. Im Tagesspiegel fordert die polnische Politologin Edit Zgut-Przybylska, dass die EU unabhängige Medien in Ungarn fördert. Wie wichtig ist "Demokratieförderung", wie fatal ist Kulturförderung, fragen taz und Berliner Zeitung. Fania Oz-Salzberger beschreibt in einem schlaglichthaften Tweet die Stimmung in Israel nach der Tötung des obersten Hamas-Schlächters Yahya Sinwar.

Efeu - Die Kulturrundschau

Die heitere Hölle der Hilflosigkeit

18.10.2024 Hat die frischgebackene Nobelpreisträgerin Han Kang das Gwangju-Massaker verfälschend dargestellt, fragt die Welt. Sich auf das Ende der Welt zuzubewegen, kann auch sehr beschwingen, erfahren SZ und Standard in György Kurtágs Oper "Fin de Partie." Queere Synagogen sieht der Tagesspiegel in Navot Millers Bildern. Astronauten fliegen demnächst mit Prada-Weltraumanzügen durchs Universum, staunt die SZ. Musikproduzent Ben Bazzazian gibt der SZ Hoffnung für die deutsche Musik.

Bücherschau des Tages

Beseelte Welt

18.10.2024 Die FAZ lauscht den lyrischen Weisheiten des Yanomami-Schamanen Davi Kopenava, der den "Sturz des Himmels" verkündet. Die FR lernt mit Lea Ruckpaul Lolita als 40-jährige Dolores Haze kennen. Die NZZ schluckt mit Vergnügen das Hexengebräu, das ihr Matias Faldbakkens "Armes Ding" reicht. Die SZ liest die Erinnerungen Marina Jarres, die von Riga ins faschistische Italien kommt und bei Waldensern aufwächst. Dlf Kultur empfiehlt Thomas Knüwers Krimidebüt "Das Haus in dem Gudelia stirbt".

Samstag, 19.10.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Der Donnergurgler kehrt zurück

19.10.2024 "Es ist eine Scheiße, eine Unverschämtheit", dass er den Deutschen Buchpreis nicht gewonnen hat, legt Clemens Meyer im Spiegel-Gespräch nach. Besonders gut ist die Stimmung auf der Frankfurter Buchmesse ohnehin nicht, notiert die FAZ mit Blick auf einen Jahrmarkt zwischen Stofftaschenanbietern und religiösen Eiferern. Der Tagesspiegel bewundert indes Bürstenwürmer in einer fulminanten Arte-Povera-Ausstellung in Paris. Der Filmdienst erinnert an die Videokünstlerin Friederike Pezold, die das Schauen revolutionierte, indem sie etwa ihr Gesäß zerlegte. Und der Standard grunzt mit der Band Blood Incantation im Wutraum.

9punkt - Die Debattenrundschau

Intelligenter als wir

19.10.2024 Die Zeitungen beschäftigen sich mit dem Tod des Hamas-Führers Yahya Sinwar und fragen, was nun kommen wird: der Vorsitzende der israelischen Demokraten Yair Golan fordert im FAS-Interview eine konkrete Zukunftsperspektive für Gaza. Spiegel-Online hofft auf ein Ende des Krieges und einen Geiseldeal. Im Gespräch mit der Berliner Zeitung glaubt der Historiker Yuval Noah Harari, dass Künstliche Intelligenz in nächster Zeit die Vorherrschaft auf der Erde übernehmen wird. Der Autor Can Dündar erhebt im Tagesspiegel-Interview Vorwürfe gegen die deutsche Regierung, die Menschrechtsverletzungen in der Türkei zu Gunsten "schmutziger Deals" ignoriert.

Bücherschau des Tages

In einem abstrakten Land

19.10.2024 Die FAZ streitet mit dem Literaturwissenschaftler Johannes Franzen über Geschmacksfragen von Goethe bis Taylor Swift. Die FAS streift mit Sebastian Domsch durch das literarische Brooklyn. Die NZZ ist sich sicher: Die Dietrich hätte gemocht, wie Thomas Hüetlin die Beziehung zwischen ihr und ihrem „Puma“ Erich Maria Remarque resümiert. In der SZ verdankt die Historikerin Ute Daniel Jens Bisky einen neuen Blick auf das Ende der Weimarer Republik. Als augenöffnende Lektüre empfiehlt die taz Lee Yarons Protokoll des 7. Oktobers.

Montag, 21.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Land der Philister

21.10.2024 "Seit fast einem Jahrhundert wissen wir, dass der Ruf nach Pazifismus angesichts einer aggressiven Diktatur oft nichts anderes ist als Appeasement und Hinnahme dieser Diktatur", rief Anne Applebaum einer verdutzten Hörerschaft bei der Friedenspreisverleihung entgegen. Das Echo der Zeitungen ist bisher eher verhalten. In der NZZ erinnert Michael Wolffsohn an den Ursprung des Begriffs "Palästina". In der Jungle World spricht Deborah Hartmann von Haus der Wannseekonferenz über ihren Kampf gegen Relativierungen, Gleichsetzungen und Vereinnahmungen von allen Seiten.

Efeu - Die Kulturrundschau

Pokerface und Bodenhaftung

21.10.2024 Die Zeitungen beschäftigen sich weiter mit dem Ausraster von Clemens Meyer bei der Buchmesse: das "unverstandene Originalgenie" verkörpert er für den Spiegel, die NZZ findet, der Buchmarkt muss seine Stars auch im Straucheln unterstützen. Die Zeit trifft in Christina Friedrichs DDR-Film "Zone" auf die wütenden Gespenster der Vergangenheit. Die Echos der Kolonialgeschichte hallen bei Serge Coulibalys neuer Choreografie "Balau" wieder, die die FAZ in München besucht hat.

Bücherschau des Tages

Kinder ihrer Zeit

21.10.2024 Die FR geht mit Natalie Buchholz der Geschichte ihres lothringischen Großvaters nach und entdeckt einige Ungereimtheiten zwischen Frankophilie und Wehrmachtsuniform. Die SZ schöpft bei der Lektüre von Stephan Bierlings Buch "Die unvereinigten Staaten" leise Hoffnung für die Zukunft der USA. Die FAZ nimmt mit einer Hörbuchversion von Thomas Manns "Lotte in Weimar" die Anhänger des Goetheschen Werther-Kults aufs Korn. Außerdem schwankt sie mit Jonathan Franzens Essays, gelesen von Sascha Rotermund, zwischen Modernekritik und Nostalgie.

Dienstag, 22.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Die Rache der Dialektik an ihrer Missachtung

22.10.2024 Der türkische Sektenführer Fethullah Gülen ist gestorben: Die Zeitungen zeichnen seinen Aufstieg und seinen Fall nach - und der Kollateralschaden war die säkulare Türkei. In der Welt spottet Leander Scholz über die Postmoderne, die aus der Poesie der Differenz in den Bürokratismus der Identitätspolitik abglitt. Ebenfalls in der Welt lernt der russische Journalist Ivan Ruslyannikov aus Alexej Nawalnys heute erscheinenden Memoiren, was "Gefängnis-Zen" ist.

Magazinrundschau

Ein träumerischer Ton

22.10.2024 Harper's besucht den Schwindler Noah Musingku, der sich zum König von Bougainville ernannt hat. Die polnische Essayistin Małgorzata Gorczyńska denkt mit einem Gedicht von Tomasz Różycki über Zentraleuropa nach. Himal empfiehlt Payal Kapadias Film "All We Imagine as Light": Schön wie ein kubistisches Gemälde. Die New York Times erzählt von den Tech-Milliardären, die unbedingt Trump wieder ins Präsidentenamt hieven wollen. In Revue Prostor erzählt die tschechische Lyrikerin Anna Štičková, was es heute bedeutet, queer und jüdisch zu sein. Der New Yorker sucht mit Atossa Araxia Abrahamian die unsichtbaren Staaten der Reichen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Sexy in der Luft hängen

22.10.2024 Die FAZ lässt sich von Bruno Gollers Bildern, die im Kunstmuseum Bonn zu sehen sind, bereitwillig in ein ortloses Irgendwo entführen. Ebenfalls in Bonn schwingt die SZ in der Ausstellung "Tanzwelten" die Hüften. Außerdem staunt sie im Münchner Bergson-Kraftwerk über das Vivace-Klangsystem und "die perfekte klangliche Simulation eines Raums, der gar nicht da ist." Die FR verliebt sich, wie ganz Frankreich, in den jungen Chanson-Star Zaho de Sagazan.

Bücherschau des Tages

Elementarteilchen tanzen

22.10.2024 Heute erscheint Alexej Nawalnys Biografie "Patriot", die auch Schriften aus dem Gefängnis enthält: Die FAZ bewundert den Mut, der aus den Zeilen spricht, entdeckt aber auch eine Liebesgeschichte. Außerdem feiert sie den "Verlust alles Verlässlichen" in den Gedichten der chinesischen Dichterin Can Xue. Die SZ ist hingerissen von Thomas Strässles "Fluchtnovelle". Bei Botho Strauß' Prosaminiaturen "Das Schattengetuschel" ist sie sich nicht sicher: Manifest des Missvergnügens oder ästhetisches Spiel? Dlf Kultur freut sich derweil über Strauß' psychologische Raffinesse. 

Mittwoch, 23.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Das tägliche Gift

23.10.2024 Die selbsternannten "white saviours" im Westen schaden der Sache der Palästinenser nur, ärgert sich der palästinensische Aktivist Ahmed Fouad Alkhatib in der FAZ. Währenddessen wird auf einer sogenannten Bonner "Friedensdemonstration" unbehelligt zum täglichen Mord an Juden aufgerufen, notiert die Welt. Auf Zeit Online glaubt der Politologe Wilfried von Bredow weder an die Stärke der "Achse des Widerstands" noch an Frieden im Nahen Osten. In der FAZ warnt der Historiker Christopher Clark die Ukrainer davor, Spuren russischer Kultur aus Odessa zu tilgen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Urkräfte kollidieren

23.10.2024 Pedro Almodóvars Sterbedrama "The Room Next Door" entzweit die Filmkritik: Die FAZ schwärmt, der taz ist es zu blasiert. Die SZ verwandelt sich in Zürich mit Leonie Tholl vergnügt in Kafkas Käfer. Die FAZ wird ebenfalls in Zürich in Anne Lenks "King Lear" von Vaginas dentatas gebissen. Die SZ möchte lieber wieder über Clemens Meyers "Projektoren" reden. Zeit Online wundert sich: Bayerns Kulturminister Markus Blume fordert eine opferfreundlichere Restitutionspraxis - und drückt in einem prominenten Raubkunstfall selbst auf die Bremse. 

Bücherschau des Tages

Tiefdunkel funkeln

23.10.2024 Die SZ lernt in Alexej Nawalnys Memoiren einen Mann kennen, der die allgegenwärtige Möglichkeit seines Todes spürte. Die Welt sieht den Folterknecht Putin verblassen angesichts der Kraft, die aus diesen Zeilen spricht. Die FAZ genießt Sven Pfizenmaiers absurden Berlin-Roman "Schwätzer". Die SZ rät außerdem dazu, sich nicht nur dem Autor Clemens Meyer, sondern auch wieder seinem Roman "Die Projektoren" zuzuwenden - der ist nämlich großartig. Die taz entdeckt in Willi Winklers Buch die Freundschaft zwischen Henry Kissinger und Siegfried Unseld, die alles andere als selbstverständlich war.

Donnerstag, 24.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Sie haben weggeschaut

24.10.2024 Der Iran wird keine Ruhe geben, bis Israel vollständig vernichtet ist, befürchtet Herta Müller in ihrer Dankesrede zum Arik-Brauer-Preis, die die Jüdische Allgemeine dokumentiert. Frieden kann es nur geben, wenn Putin weg ist, aber der Westen hat zu große Angst vor Putin, sagt Julija Nawalnaja im Zeit-Online-Interview. Das Schweigen zu den Themen Armut und Migration wird Kamala Harris vermutlich den Wahlsieg kosten, befürchtet der Wahlforscher Frank Luntz in der Welt. Der mächtigste Mann der Welt ist ohnehin längst Elon Musk, erfährt die SZ von den New-York-Times-Journalisten Kate Conger und Ryan Mac.

Efeu - Die Kulturrundschau

Es tropft Lamentosekunden

24.10.2024 Weniger Rebellion als hellwache Reflexion bestaunt die Welt in der großen Carol-Rama-Retrospektive in der Frankfurter Schirn. Die taz lernt auf einer Kölner Veranstaltung, welche systemischen Hürden Literatur aus der Arbeiterklasse nehmen muss. Die Zeit erliegt dem Charme der Heiterkeit, den der französische Superstar Zaho de Sagazan ausstrahlt. Van resümiert die Donauerschinger Musiktage. Die SZ versinkt mit Mati Diops "Dahomey" in der Dunkelheit der Depots von Raubkunst.

Bücherschau des Tages

Ganz hoher Ton

24.10.2024 Dlf Kultur empfiehlt Vincenzo Ceramis Roman von 1976, "Ein ganz normaler Bürger", wegen seiner unguten Aktualität. Die FR lernt von Jakob Wassermanns autobiografischem Essay "Mein Weg als Deutscher und Jude", dass es auch 1921 für viele Deutsche offenbar völlig unmöglich war, beides zu sein. Der NZZ ist Bob Woodwards "Krieg" zu Biden-freundlich und zugleich Trump-kritisch. Die SZ lernt von Aya Soika, wie sich Mies van der Rohe bei den Nazis anbiederte. Die Zeit ist überrascht, aber auch beglückt von der Twitter-Poesie, die Clemens J. Setz ausgegraben hat.

Freitag, 25.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Teils unvereinbare Lehren

25.10.2024 In Georgien findet morgen eine Schicksalswahl statt. Der Autor Iwa Pesuaschwili erklärt in der FAZ, warum er sie als den vielleicht "wichtigsten Augenblick in unserer Geschichte" betrachtet. Ebenfalls in der FAZ wird ein alternativer Vorschlag für eine Bundestagsresolution zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland" vorgestellt, der den Vorteil hätte, das Unis und Institutionen unbehelligt weitermachen könnten. Trump wird nicht gewinnen, da ist sich der britische Autor John Niven in der SZ sicher, aber es könnte Bürgerkrieg geben. Und die SZ baut ab.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das Schneckenhaus des Menschen

25.10.2024 Die FR lässt sich von Neo Rauch und Rosa Loy im Museum der schönen Künste in Liberec die Kunst als "Hoffnungsmaschine" zeigen. Dass man vor Francis Bacon keine Angst haben muss, erkennt die FAZ in der Londoner National Portrait Gallery. Der Standard macht sich anlässlich des Deutschen Buchpreises Gedanken zur Ökonomie des Schreibens. Auch die Filmkritik ist in ökonomischen Schwierigkeiten, hält Artechock fest. Häuser können ihre Bewohner zurücklieben, lernt die Welt in Eileen Grays Villa E.1027. Valentina Magaletti zeigt der taz, was feministisches Schlagzeugspiel bedeutet.

Bücherschau des Tages

Reihenhaus mit Böll und Grass

25.10.2024 Die FAZ begibt sich Leonie d’Aunet auf eine Forschungsreise in die Arktis. Mit Aleida und Jan Assmann sucht sie nach den Umrissen des Gemeinsinns. Die NZZ lernt in einem prallvollen Prachtband, wie Donald Duck von der heroischen in die postheroische Ära aufbrach. Dlf und Dlf Kultur blicken mit Harald Meller, Kai Michel und Carel van Schaik in die Evolutionsgeschichte der Gewalt. Außerdem lässt sich der Dlf Kultur von Engeln und Dämonen die Lebensgeschichte der Susan Taubes erzählen. Das ist Kunst, ruft die FR aus, wenn Sara Lundberg in einem Bilderbuch die schwedischen Malerin Berta Hansson wieder zum Leben erweckt.

Samstag, 26.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Trotzdem ein Klimaheld

26.10.2024 Die Extremismusforscherin Amy Cooter gibt in der FAZ Entwarnung: Sollte Kamala Harris die amerikanischen Wahlen gewinnen, kommt es nicht zum Bürgerkrieg. Trump ist ein Performer, kein Schauspieler, sagt Richard Sennett im Tagesspiegel. Die taz erinnert an die Teilung Zyperns vor fünfzig Jahren. Die SZ stürzt den ehemaligen "lieben Gott" von Ingolstadt. Die Öffentlich-Rechtlichen sollen nicht mehr so viel texten, berichtet die SZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Der Glanz einer Schweißschicht

26.10.2024 Ist das eher dumm oder bösartig, fragen sich die Kritiker nach dem AfD-Antrag zu einer "differenzierten Betrachtung" der "abgrundtief hässlichen" Architektur des Bauhauses. Die Welt feiert die proletarischen Männerkörper des Malers Gustave Caillebotte. Die FAZ stellt die ukrainischen Bojtschukisten vor, eine Künstlergruppe, die von Stalin ausgelöscht wurde. Zeit online hört die neue Sade. Der Freitag ist genervt vom Typus des großen, motzenden Schriftstellers.

Bücherschau des Tages

Die größte Zumutung des Lebens

26.10.2024 Die FAZ lernt von Richard Cockett, wie Wien die moderne Welt erfand. Und sie empfiehlt den vom Rhythmus des Jazz, Blues und Soul getragenen Gedichtband "Der Gott der Landminen" von Yusef Komunyakaa. Die SZ lernt von Husch Josten die Kunst des Sterbens. Die taz blickt mit Matteo Pasquinellis Geschichte der KI in "Das Auge des Meisters". Der Dlf denkt mit Paul Collier über den "Aufstieg der Abgehängten" nach.

Montag, 28.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Dass die Geschichte manchmal die falschen Lehren erteilt

28.10.2024 In der FAZ erzählt Lennart Laberenz, wie sich die Ukraine auf dem Winter vorbereitet, nachdem Putin die Kraftwerke systematisch beschossen hat und ein Großteil der Heizkapazität fehlt. Die taz fürchtet nach den Wahlen in Georgien, wo sich die putinistische Seite der Transparenz  verweigert, das Schlimmste - und auch die EU ist in der Bredouille. Welt-Autor Thomas Schmid erinnert an den Holocaust-Historiker Joseph Wulf, der sich vor fünfzig Jahren das Leben nahm. In Zeit online wirft der Publizist Robert Levine dem Autor Ta-Nehisi Coates brutale Vereinfachungen vor.

Efeu - Die Kulturrundschau

Paradies für jeden Blockwart

28.10.2024 Das Herkunftsmilieu spielt bei den Aufstiegschancen im Literaturbetrieb immer noch eine große Rolle, hält die Schriftstellerin Sabine Scholl in einem Essay im Standard fest. Zeit Online blickt entgeistert nach Florida: Mit nur einer Beschwerde können rechte Cancel-Culture-Hetzer Bücher aus Bibliotheken verschwinden lassen. Die nachtkritik begegnet in Alice Buddebergs Adaption von Maxim Billers Roman "Mama Odessa" dem Zigarette rauchenden und Lederjacken tragenden Helden gleich in dreifacher Ausführung. Und die Musikkritiker trauern um Phil Lesh, den Bassisten der Grateful Dead.

Bücherschau des Tages

Feindschaft zwischen Schnausern und Flausern

28.10.2024 Die FAZ stürzt sich mit Dr. Seuss endlich auf Deutsch erschienenem Comic in "Die Butterbrote-Besseresser-Schlacht". Ein kluges Buch über Indien, das zwischen Wirtschaftsboom auf der einen und wachsenden politischen Spannungen auf der anderen steht, bekommt sie vom Ökonomen Ashoka Mody vorgelegt. Die SZ vertieft sich in die Schilderungen des 7. Oktober von Lee Yaron, Amir Tibon und Saul Friedländer. Der Dlf sichtet mit Marlen Hobrack das emotionale und materielle Erbe ihrer Mutter. Und Dlf packt für Benjamin Fredrichs "Schlägereien in Parlamenten" schonmal die Boxhandschuhe aus.

Dienstag, 29.10.2024

Efeu - Die Kulturrundschau

Durch Riesenhennen ausgebrütet

29.10.2024 Die SZ packt angesichts des Tools Demandsens, das den Markterfolg eines Buches vorherzusagen soll, das Grauen: Kant, Mann oder Ernaux wären so nie publiziert worden, glaubt sie. Die taz blickt in einer Bremer Ausstellung der südafrikanischen Künstlerin Helena Uambembe auf die Geschichte des Bürgerkriegs in Angola. Die FAZ amüsiert sich bestens, wenn Schwachsinnige im Louvre von Bäumen plumpsen. Die NZZ erinnert sich in Lignon daran, wie man mit Marmor, Mahagoni und Voltaire eleganten Massenwohnungsbau schafft. Und der Standard staunt, wie The Cure Mahler und Analogkäse zusammenbringt.

Magazinrundschau

Gehirne voller Eisen

29.10.2024 Der Guardian fragt sich nach einer Abstimmung in Moldau, ob die EU ihre Beliebtheit nicht überschätzt. Der ungarische Lyriker Marton Simon denkt in Elet es Irodalom über die Metamoderne der Literatur nach. New Lines sucht die nach Russland verschleppten Kinder des Oleshky-Internats. In der New York Times erklärt der Historiker Robert Paxton, warum der Faschismus nicht von oben kommt, sondern von unten. Hakai erzählt, wie Schwarzbeeren die Galapagos-Schildkröten töten.

9punkt - Die Debattenrundschau

Selbstherrliche Hohepriester

29.10.2024 Der Schriftsteller Michal Hvorecký zieht im taz-Interview die katastrophale Bilanz der von den Rechtsextremen bestimmten Kulturpolitik in der Slowakei. Donald Trump ist für die Evangelikalen wortwörtlich der neue Heilsbringer geworden, stellt die SZ fest. Auf Zeit-Online verteidigt die Kulturhistorikerin Eva Horn die "Letzte Generation". Und: Das Sondierungspapier für eine künftige Koalition mit dem BSW in Brandenburg kommt einem Kniefall der SPD gleich.

Bücherschau des Tages

Hedonistenkitsch à la Fitzgerald

29.10.2024 Die FAZ schwelgt in Iwa Pesuaschwilis Roman "Müllschlucker" über einen Haufen armenischer Glücksritter im Tiflis des Jahres 2017. Von Björn Gottstein lässt sie sich durch die Geschichte der Neuen Musik führen. Für die SZ erweist sich Frank Schätzing mit seinem neuen Buch "Helden" als ein Verrückter im besten Sinne. Die NZZ  taucht mit Amor Towles' kleinem Roman "Eve" ein in das Hollywood der späten 1930er. Dlf Kultur ergründet mit Hubert Wolf "Die geheimen Archive des Vatikan".

Mittwoch, 30.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Die stille Diplomatie der Deutschen

30.10.2024 Nach der Hinrichtung des Deutsch-Iraners Jamshid Sharmahd erheben SZ und Zeit Online schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung: Ist eine Hinrichtung so etwas wie Pfusch am Bau, fragt die SZ den Kanzler. Die Welt muss die iranische Zivilgesellschaft stützen und die Revolutionsgarden als terroristische Organisation einstufen, fordert die iranische Schriftstellerin Atefe Asadi in der FR. Auf Spon verurteilt der UNO-Experte Richard Gowan Israels Vorgehen gegen die UNRWA. Auch die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde gilt in Russland jetzt als "extremistisch", weiß der Historiker Martin Schulze Wessel in der FAZ.

Efeu - Die Kulturrundschau

Atmosphärischer Insta-Zauber

30.10.2024 Einige sehr prominente AutorInnen rufen zum Kulturboykott gegen Israel auf - zu ihnen gehören etwa der Nobelpreisträger Abdulrazak Gurnah und einige Booker-Preisträger. Ihr Vater wäre stolz gewesen, von diesen Autoren gecancelt zu werden, sagt Fania Oz-Salzberger. Die taz schaut sich nach dem Wahlsieg der prorussischen Regierungspartei in der schockgefrorenen georgischen Clubszene um. Andres Veiels Dokumentarfilm "Riefenstahl" ist das Psychogramm einer Lügnerin, meint die SZ. Der Standard spaziert in der Kunsthalle Tirol durch Neda Saeedis gläserne Gärten, in denen echte Natur höchstens als Unkraut zu haben ist. Die FAZ fühlt sich wohl zwischen Gotik und Game of Thrones in Tobias Kratzers "Rheingold" an der Münchner Staatsoper.

Bücherschau des Tages

Streblicht und Augenschauschau

30.10.2024 Die FAZ jubelt über Saskia Warzechas bewegende wie bewegte Poesie. Die taz lässt sich mit den strahlenden Bildern von Maren Aminis Comic "Ahmadjan und der Wiedehopf" gerne die Migrationsgeschichte ihres Vaters aus dem Afghanistan der 1980er Jahre erzählen. Die NZZ fragt mit Charles Lewinskys Roman "Täuschend echt", welche Bedeutung dem klassischen Schreiben in Zeiten von automatisierten Maschinenausgaben noch zukommt. Dlf sucht mit Maddalena Vaglio Tanet die Waldeinsamkeit.

Donnerstag, 31.10.2024

9punkt - Die Debattenrundschau

Eine neue Friedenspfeife anzünden?

31.10.2024 Die nordkoreanischen Soldaten in der Ukraine zeigen der Sicherheitsexpertin Rachel Minyoung Lee vor allem eines, wie sie im Zeit-Interview betont: "Putin ist verzweifelt." Die Bundesregierung hätte den Tod Jamshid Sharmahds verhindern können, ruft uns Mariam Claren, Tochter der ebenfalls im Iran inhaftierten Deutsch-Iranerin Nahid Taghavi, in der FR zu. In der Zeit sieht der Politologe Peter Neumann den "Aristopopulismus" auch in Europa auf dem Vormarsch. Zeit Online und FAZ blicken in die Türkei, wo es zu einem Friedensschluss zwischen der PKK und Erdogan kommen könnte.

Efeu - Die Kulturrundschau

Absurdität der Zeit

31.10.2024 Wir sollten in Zukunft mehr Filme drehen, "in denen die Juden nicht als Opfer gezeigt werden, sondern als lebendige Menschen", überlegt der frühere Filmproduzent Günter Rohrbach in der Zeit. In der taz fordert die Dramaturgin Stella Leder angesichts der Ideologisierung im Kulturbetrieb, über die Geschichte des linken Antisemitismus zu reden. Der Standard versucht im Wiener Leopold Museum mit Knoblauch und Tomaten die Dämonen im Werk von Rudolf Wacker zu bannen.

Bücherschau des Tages

Launenhafte Grafen, exzentrische Gräfinnen und todgeweihte Papageien

31.10.2024 Die FAZ amüsiert sich mit den künstlerischen und erotischen Spielen, mit denen Andre Gide die Möglichkeiten des absoluten Romans auslotete. Die NZZ taucht mit Emmanuelle Guattari in "New York, Little Poland" ein. Die SZ lernt das ABC in "Buchstabenhausen". Die Welt lernt von Julian Voloj und Jörg Hartmann die Geschichte der Freiheitsstatue. Die Zeit liest Krimis.

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Thomas Halliday. Urwelten - Eine illustrierte Entdeckungsreise durch die Erdgeschichte. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Thomas Halliday: Urwelten
Aus dem Englischen von Friedrich Pflüger. Mit Illustrationen von Gavin Scott. In diesem Buch reisen wir rückwärts durch 550 Millionen Jahre Erdgeschichte und besuchen die…
Detlev Piltz. 150 Jahre Erbschaftsteuer - Prinzip und Wirklichkeit. C.H. Beck Verlag, München, 2025.Detlev Piltz: 150 Jahre Erbschaftsteuer
Die Erbschaftsteuer spiegelt den gesellschaftlichen Interessenkonflikt zwischen Reich und Arm wider. In Deutschland besteht der politische Kampf um die Erbschaftsteuer seit…
Daniel Gerlach. Die Kunst des Friedens - Eine andere Geschichte des Nahen Ostens. C. Bertelsmann Verlag, München, 2025.Daniel Gerlach: Die Kunst des Friedens
In den Nachrichten erscheint der Nahe Osten oft als ewiger Krisenherd, wo Konflikte mit unerbittlicher Gewalt ausgetragen werden und niemand Kompromisse machen will. In einer…
Sighard Neckel. Katastrophenzeit - Die Gesellschaft im Klimawandel und die Fallstricke der Transformation. C.H. Beck Verlag, München, 2026.Sighard Neckel: Katastrophenzeit
In seinem neuen Buch analysiert der Soziologe Sighard Neckel das große Dilemma unserer Zeit: Während der Klimawandel auf eine ökologische Katastrophenzeit zuläuft, stellen…

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