Montag, 02.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
02.07.2018 Bestürzt blickt Armin Nassehi in der Welt auf die von der Flüchtlingsdebatte gelähmte deutsche Politik. Nick Cohen staunt im Observer: Die raffiniertesten Brexiters haben sich schon vor der Austrittskampagne in Malta die europäische Staatsbürgerschaft gekauft. Laut golem.de sind die Lobbyverbände der Medienindustrie entsetzt über die mangelnde Folgsamkeit der Digitalstaatssekretärin Dorothee Bär, die sich herausnimmt, gegen die EU-Urheberrechtsreform zu sein. In der taz erklärt die Rapperin Rebeca Lane, wie schwierig es ist, in Guatemala Feministin zu sein.
Efeu - Die Kulturrundschau
02.07.2018 Aufregung in Bayreuth: Kurz vor der Premiere sagt der Tenor Roberto Alagna den Lohengrin ab, die Welt ärgert sich über die verludernden Sitten im Operngeschäft. München hat Frank Castorf adoptiert, freut sich die SZ nach seiner dekadent-morbiden "Don-Juan"-Inszenierung am Residenztheater. Monopol beleuchtet die Social-Media-Strategien mancher Museen. Und der Urbanist Christopher Dell empfiehlt der Architektur, vom Jazz das Improvisieren zu lernen.
Bücherschau des Tages
02.07.2018 Schauder der Jenseitigkeit entlockt Alberto Breccia der SZ mit seiner Comicversion von H.P. Lovecrafts Cthulhu-Erzählungen. Unerklärliches und Fantastisches erlebt sie auch mit Bergsveinn Birgissons isländischem Roman "Die Landschaft hat immer recht". Die taz freut sich über die Wiederentdeckung von Stefan Agopians rumänischem Klassiker "Handbuch der Zeiten". Die FAZ lernt mit Gianrico Carofiglios Krimi "Kalter Sommer", wie man ein Verhör durchführt.
Dienstag, 03.07.2018
Magazinrundschau
03.07.2018 Erschütterungen ahoi. Noch nie sind in Britannien über einen so langen Zeitraum die Realeinkommen gesunken, warnt John Lanchester in der London Review of Books. Der New Yorker grübelt, wie ein bedingloses Grundeinkommen aussehen müsste, das nicht neue Ungerechtigkeiten schafft. La vie des idees staunt über das ökonomische Imperium der katholischen Kirche in Irland. Elet es Irodalom begutachtet den Umbau Ungarns von der illiberalen Demokratie zur Christdemokratie. Wired analysiert das neue Selbstbewusstsein der IT-Arbeiter im Silicon Valley.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.07.2018 Die Frage ist jetzt nur noch, wo Europa seine Sammellager für Flüchtlinge errichtet, am besten vielleicht in Libyen, vermutet die Berliner Zeitung, dann hätten die dortigen Warlords neben Sklaverei ein weiteres Geschäftsmodell. Na, Hauptsache Seehofer bleibt Innenminister! Die Uebermedien betreiben Gesinnungsprüfung und fragen, ob Emma "rechts" ist. Martin Vogel bleibt bei irights.info bei seiner Kritik an der VG Wort. Die österreichischen Medien wehren sich laut SZ gemeinsam gegen Angriffe auf die Pressefreiheit.
Efeu - Die Kulturrundschau
03.07.2018 Aktualisiert: Der Georg-Büchner-Preis 2018 geht an Terézia Mora. Die taz studiert die Modewelt der Schimpansen in Simbabwe. Die NZZ lernt von Lord Byron, dass auch Büchermenschen veritable Athleten sein können. Die SZ feiert Toshio Hosokawas "Erdbeben" als das Beste, was die Opernwelt derzeit zu bieten hat. Außerdem sieht sie mit der Alten Pinakothek sehr schön vorgeführt, wie teuer zwanghafte Einsparversuche werden können. Und The Quietus erinnert daran, wie sich vor dreißig Jahren dem Westen mit "Akira" die Anime-Kultur offenbarte.
Bücherschau des Tages
03.07.2018 Die SZ feiert Francesca Melandris Roman "Alle, außer mir", der Italiens Kolonialgeschichte in den Blick nimmt und damit genau ins Herz der nervösen Gegenwart trifft. Die NZZ lernt in Michael Hanaks Monografie den Schweizer Architekten Jacques Schader als konstruktiven Rationalisten kennen. Verve und Witz attestiert sie auch dem Krimi "Muszungu" des Theatermachers und Afrika-Aktivisten Christoph Nix.
Mittwoch, 04.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
04.07.2018 Die Grenze liegt jetzt nicht mehr zwischen einem Land und dem anderen. Mit dem Begriff von der "Fiktion der Nichteinreise" wird sie um den Flüchtling gezogen, beobachtet die taz. In Polen spitzt sich die Verfassungskrise zu, berichtet die SZ. In der FAZ führt Bülent Mumay ein bitteres Tagebuch der Tage nach dem Sieg Erdogans. Die Wikimedia-Plattform nimmt ausführlich zu Uploadfiltern und der Politik der Verwerterindustrien Stellung.
Efeu - Die Kulturrundschau
04.07.2018 Mit dem Büchnerpreis für Terézia Mora sind die Feuilletons alle einverstanden. Der Tagesspiegel spürt in Moras Werk schon die aufziehenden Stürme der neuen Weltordnung. Die SZ stellt fest, dass zwar noch immer mehr Männer mit Literaturpreisen ausgezeichnet werden, an der Spitze aber dominieren die Frauen. Und die NZZ wandelt durch bizarre Kunstgewächse, die Steiner & Lenzlinger im Museum Tinguely in Basel in die Welt sprießen lassen.
Bücherschau des Tages
04.07.2018 Die FAZ stellt zwei Romane vor, die die Gegenwart in Rumänien finster und faszinierend widerspiegeln: Lavinia Branistes "Null Komma Irgendwas" und Florin Lazarescus "Seelenstarre". Die NZZ bespricht Kinder- und Jugendbücher, darunter drei, die das Zeltlager als jugendliche Horrorerfahrung schildern.
Donnerstag, 05.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
05.07.2018 Das Internet wird trockengelegt. Heute stimmen die EU-Parlamentarier über die Urheberrechtsreform ab - ein Erfolg der Zeitungsindustrie, die hofft, dass sie endlich wieder ein Geschäftsmodell findet, meint Thomas Knüwer in seinem Blog. Jürgen Habermas attackiert in einer furiosen Rede Angela Merkel, die von anderen europäischen Ländern "Loyalität" fordere, wo Solidarität das Gebot wäre. In Zeit online erklärt Wolfgang Tillmans, weshalb er mit anderen Kulturschaffenden eine Pro-EU-Kampagne starten will.
Efeu - Die Kulturrundschau
05.07.2018 Die Welt studiert in Leipzig die kommunikative Gemengelage der RAF-Zeichen. Feridun Zaimoglu verweist in seiner Eröffnungsrede zum Klagenfurter Wettlesen die Neuen Rechten aus dem Diskursraum der Öffentlichkeit. NZZ und SZ bestaunen ein weibliches Filmwunder in Italien. Der Tagesspiegel feiert die neue Kunsthalle in Mannheim. Die SZ freut sich über die Wiederöffnung der Alten Pinakothek.
Bücherschau des Tages
05.07.2018 Tänzerische Denkversuche findet die FAZ in Ulla Berkewiczs poetisch-essayistischem Text "Über die Schrift hinaus", und die NZZ in Joseph Jouberts Notizen "Alles muss seinen Himmel haben". Der Zeit entflechten sich mit Dirk van Laaks Globalgeschichte "Alles im Fluss" die Netze unserer Infrastruktur. Die SZ blickt in Henk van Rensbergens Fotoband "No Man's Land" auf eine Kuh in einer heruntergekommenen Mall.
Freitag, 06.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
06.07.2018 Das EU-Parlament hat den umstrittenen Entwurf für eine Reform des Urheberrechts vorerst gekippt. Die meisten Medien sind zufrieden. Nur politico.eu, das dem in der Sache recht aktiven Springer-Verlag gehört, spricht von einem Sieg des Lobbyismus. Die Buchpreisbindung abzuschaffen, wäre "kulturpolitische Eselei", schreibt in der SZ der ehemalige SPD-Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin. In der Welt attackiert der Schriftsteller Joachim Lottmann Jürgen Habermas, der geradezu an allem schuld sei.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.07.2018 "Shoah" war auch ein Film über ein Bilderverbot und prägte doch unser Bild vom Holocaust - die Feuilletons würdigen den großen Dokumentarfilmer Claude Lanzmann, der gestern gestorben ist. Der FAZ geht das Zeitgenossentum in Klagenfurt auf die Nerven. Die Bühnenbilder Bert Neumanns wollen ins Museum, meldet die SZ. Wo sind die Kunstinstitutionen? Die NZZ sucht die Extreme der Existenz im Metal.
Bücherschau des Tages
06.07.2018 Beeindruckt, aber ohne Zuneigung lesen NZZ und FR Bodo Kirchhoffs Erinnerungen an seine frühen Jahre. Die FAZ lernt von Olivier Haralambon die Schattenseiten und vom Kollektiv Velominati die Regeln des Radsports kennen. Die SZ lernt mit Joaquim Maria Machado de Assis den portugiesischen Flaubert kennen. Außerdem empfiehlt sie Kinder- und Jugendbücher: Am besten gefällt ihr Jutta Wilkes "Stechmückensommer".
Samstag, 07.07.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
07.07.2018 In der Literarischen Welt antwortet Thomas Glavinic auf Maxim Billers Poetikvorlesung. Die SZ blickt hinter die Kulissen des Wuppertaler Tanztheaters, wo offenbar gegen Intendantin Adolphe Binder intrigiert wird. FAZ und Tagesspiegel lernen die ganze Bandbreite der Abstraktion mit den Werken von Gerhard Richter und Sean Scully kennen. Die taz staunt, wie gut Schöneweide in Japan ankommt. Und die FAZ empfiehlt Poetry-Slammern ein Lateinstudium.
9punkt - Die Debattenrundschau
07.07.2018 Politico berichtet, wie Ungarns Regierung einen privaten Geheimdienst nutzte, um NGOs zu diskreditieren. Auf Medium erklärt Douglas Rushkoff, wie die Superreichen die Zukunft ohne uns planen. Die SZ stellt die neuen Klarsfelds vor: Alain und Dafroza Gauthier, die dafür sorgen, dass nach dem Genozid in Ruanda auch in Frankreich die Täter auf die Anklagebank kommen. In der taz attackiert Cornelia Koppetsch die neoliberale Angepasstheit der linken Mittelschicht. Und die NZZ meldet: Die Daily Mail, die die Engländer zum Brexit peitschte, schwenkt auf Europhilie um.
Bücherschau des Tages
07.07.2018 Die taz lernt mit Emanuele Coccias Plädoyer für ein neues Verständnis der Pflanzen Einfühlungsvermögen für atmende Blätter und denkende Wurzeln. Die FAZ ruft mit Ed Yongs Loblied auf die Mikroben einen darwinistischen Paradigmenwechsel aus. Die SZ schmunzelt mit Carlos Gamerro über argentinische Leidenschaften und die "92 Büsten der Eva Peron". Und die Welt entdeckt bei Alex Prager, wie düster es hinter der flamingofarbenen Fassade von Hollywood aussieht.
Montag, 09.07.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
09.07.2018 Die Wiener Autorin Tanja Maljartschuk hat in Klagenfurt den Bachmann-Wettbewerb gewonnen. Gegen die Entscheidung haben die Feuilletons nichts einzuwenden. Doch insgesamt fanden sie den Wettbewerb erschreckend mau. ZeitOnline erkennt gar auf Relevanzverlust. Im Standard beschwört Andrés Orozco-Estrada die Kraft von Brahms in Medellin. Slate.fr ärgert sich darüber, dass selbst feministische Serien wie "The Handsmaid's Tale" Gewalt gegen Frauen zelebrieren.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.07.2018 Während sich die Welt mit der Fußball-WM amüsiert, stirbt der zu Unrecht verurteilte Filmregisseur Oleg Senzow den Hungertod, empört sich Serhij Zhadan in der NZZ. Die FAZ führt den Streit um den Integrationswillen der türkischen Gastarbeiter weiter. Die FAS verteidigt in ihrer Eigenschaft als "Kreative" die EU-Urheberrechtsreform, Zeit Online warnt, dass sie durchaus noch realisiert werden kann. In Libération lobt Alain Minc den Bonapartismus des Emmanuel Macron.
Bücherschau des Tages
09.07.2018 Die SZ lässt sich von den französischen Soziologen Luc Boltanski und Arnaud Esquerre erklären, wie der neue Kapitalismus der kulturellen Anreicherung funktioniert: Narrative, Historie und Tradition dienen dabei der Positionierung höherer Produktklassen. Geheimnisvoll, verstörend und trotzdem klar findet sie Hartmut Langes Erzählungen "An der Prorer Wiek und anderswo". Tröstlich und demokratisch erscheint der taz der Existenzialismus in Robert Seethalers Roman "Das Feld".
Dienstag, 10.07.2018
Magazinrundschau
10.07.2018 Das New York Magazine porträtiert den afroamerikanischen Maler Henry Taylor. The Atlantic fragt, was Transsexualität und was Pubertät ist. In Eurozine erklärt David Goodhart den Anywheres, dass ihnen gerade ihre Arroganz gegenüber den Somewheres zum Verhängnis wird. Der Guardian denkt über die Philosophie George Soros' nach. Im Jacobin Magazin erklärt David Graeber, was ein Bullshit-Job ist. Wired fürchtet einen Krieg im All.
9punkt - Die Debattenrundschau
10.07.2018 Noch gibt es nur die Meldung: Liu Xia, die Witwe von Liu Xiaobo, soll auf dem Weg nach Deutschland sein. "Wir haben einen Moment der Klarheit erreicht", schreibt Anne Applebaum in der Washington Post nach den neuesten Brexit-Volten. Es geht nicht um Migration, es geht um Rassismus, schreibt die FR zu Italiens Weigerung, Flüchtlingsschiffe in Häfen zu lassen. Die SZ erklärt Hintergründe des Streits zwischen Thilo Sarrazin und dem Verlag Randomhouse um sein jüngstes Islam-Buch. Auf emma.de antwortet Alice Schwarzer auf den Vorwurf der Uebermedien, Emma sei "rechts".
Efeu - Die Kulturrundschau
10.07.2018 Die SZ erlebt in Avignon mit Senecas "Theyste" sehr zeitgemäß eine Grausamkeit, die sich nicht einmal mehr verstellt. Die FAZ untersucht das katastrophale Mismanagement im Münchner Haus der Kunst. Die taz pocht darauf, dass auch Clubbing politisch sein kann. In La Règle du Jeu erklärt Bernard-Henri Levy die Stärke von Claude Lanzmanns ungeliebtem Film "Tsahal". Im Freitag geißelt Regisseur Edward Berger die Verschnarchtheit der öffentlich-rechtlichen Filmkultur.
Bücherschau des Tages
10.07.2018 Die FAZ erkundet mit der ungarischen Philosophin Agnes Heller das europäische Denken und die Spielarten des Komischen. Außerdem verfolgt sie hingerissen Céline Minards Tänze mit einer buddhistischen Lebenskünstlerin hoch oben in den Alpen. Die FR lässt sich von Georg Seeßlen und Markus Metz den Aufstieg der Rechten als Geschichte einer narzisstischen Kränkung erklären. Und die NZZ liest Christopher de Bellaigues Geschichte der islamischen Aufklärung.
Mittwoch, 11.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
11.07.2018 Nach acht Jahren Hausarrest durfte Liu Xia endlich ausreisen. Le Monde dämpft die Freude - in China wurde gerade wieder ein Dissident zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. In der SZ fordert Rebekka Habermas einen anderen Umgang mit dem Thema Restitution von Kunstwerken. In republik.ch erläutert Ulrike Guérot, wie die Eurokrise und der grassierende Nationalismus in Europa zusammenhängen. Die Brexiteers verlassen die Regierung, weil sie sich vor ihren Wählern nicht verantworten wollen, vermutet die New York Times.
Efeu - Die Kulturrundschau
11.07.2018 Der Guardian fürchtet um das Fotografie-Festival Les Rencontres in Arles, das ausgerechnet vom Kunst-Jetset zerdrückt zu werden droht. Die SZ erlebt Otto Dix in seiner ganzen Krassheit in Chemnitz. Die FAZ kann keine Klassik-Krise erkennen: Verglichen mit 1871 seien die Besucherzahlen enorm gestiegen! Der White Cube hat ausgedient, erkennt die NZZ im Aargauer Stapferhaus. Warum werden homosexuelle Schauspieler eigentlich nur für schwule Nebenrollen gebucht, fragt Zeit Online.
Bücherschau des Tages
11.07.2018 Die NZZ liest gespannt "Drei wertlose Visa und ein toter Reisepass", die Geschichte von Liao Yiwus Ausreiseversuchen aus China. Zeitgemäßer als "Stillleben mit Totenkopf" kann ein Buch kaum sein, versichert die FAZ nach Lektüre der Erinnerungen des weitgereisten Hans Christoph Buch. Noch tiefer in die italienische Vergangenheit als Elena Ferrante stößt Francesca Melandri mit ihrem Roman "Alle, außer mir", lobt die FR. Die SZ unternimmt mit den Fotos von Falk Haberkorn eine Reise durch die neuen Bundesländer.
Donnerstag, 12.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
12.07.2018 Nach dem Prozess gegen Beate Zschäpe stellen sich die selben beschämenden Fragen wie davor: Wie kann es sein, dass die Polizei (wie übrigens auch die Medien) nicht rechtsextreme TäterInnen in Betracht zog? Fatma Aydemir stellt sie in der taz. Heribert Prantl fordert in der SZ eine Auflösung des Verfassungsschutzes. Der "Social Credit Score" à la chinoise ist nicht ein chinesisches Problem, sondern ein digitales, meint Sascha Lobo in seiner Spiegel-online-Kolumne.
Efeu - Die Kulturrundschau
12.07.2018 Die Feuilletons verneigen sich praktisch kritiklos vor Stefan George. Endlich wieder DDR-Kunst im Dresdner Albertinum, freut sich die FR. Das Porträt einer Malaise in Permanenz findet die Berliner Zeitung in dem argentinischen Film "Zama". Im Interview mit der NZZ erklärt der marokkanische Regisseur Nabil Ayouch, warum in seinen Filmen Frauen die Macht haben. In der nachtkritik versucht Ruhrtriennale-Chefin Stefanie Carp zu erklären, warum sie keine klare Position zur antiisraelischen BDS-Kampagne beziehen konnte.
Bücherschau des Tages
12.07.2018 Die Zeit lässt sich von Ulrich van Loyen in Neapels Unterwelt führen und erkennt mit Rachel Cusks Roman "Kudos" das radikal Schmerzhafte in weiblichen Biografien. Die FAZ amüsiert sich mit Hans Magnus Enzensbergers "Überlebenskünstlern".
Freitag, 13.07.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
13.07.2018 Im Freitext-Blog ruft Dagmar Leupold zum Widerstand gegen die Verrohung der Sprache auf. Die FAZ freut sich für Frankfurt über den Erwerb der Faust-Skizzen Robert Schumanns. Die Filmgeschichte ist ein Testament der Regellosigkeit, erkennt Regisseur Christoph Hochhäusler im Interview mit der Gazette. Der Tagesspiegel besucht zwei Berliner Schauen zum Polaroid.
9punkt - Die Debattenrundschau
13.07.2018 Helle Empörung löste gestern ein Zeit-Artikel Mariam Laus aus, die die hohe Moral der privaten Flüchtlingsretter in Zweifel zieht - Titanic-Chefredakteur Tim Wolff antwortete mit einem Pro und Contra-Tweet "Zeit-Mitarbeiter erschießen". Nick Cohen attackiert in der NYR Daily die BBC, die sich vor lauter Ausgewogenheit nicht traue, die Wahrheit über das Brexit-Desaster zu sagen. In der NZZ erzählt der Historiker Pawel Machcewicz, wie in Polen Geschichte gleichgeschaltet wird.
Bücherschau des Tages
13.07.2018 Die SZ freut sich, dass Giorgio Scerbanencos Kommissar Lamberti endlich salonfähig wird. Mit Eva Meijer lernt sie die Kommunikation mit Tieren. Die FAZ blättert elektrisiert durch Plattencover-Kunstwerke aus der Agentur Hipgnosis. Die NZZ schaut mit Rachel Cusk in die Abgründe des Literaturbetriebs. Herrlich böse findet die FR Lucy Frickes Roman "Töchter".
Samstag, 14.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
14.07.2018 Die von der Zeit ausgelöste Debatte um die privaten Flüchtlingsretter geht weiter. Das Warten auf eine vernünftige Aufnahmeregelung schließt keine "Lizenz, ertrinken zu lassen" ein, mahnt die SZ. Kann es sein, dass auch afrikanische Potentaten Verantwortung haben, fragt die Welt. In der taz erklärt Luc Boltanski, was er unter "Ökonomie der Bereicherung" versteht. Atlantic bringt eine Reportage über junge Säkulare im Irak und ihre Geschichten. Der Tagesspiegel geht aufräumen mit Gunda Borgeest.
Efeu - Die Kulturrundschau
14.07.2018 LensCulture stellt die farbenprächtigen Fotogramme von Liz Nielsen vor. Das Tanztheater Wuppertal hat jetzt weder eine künstlerische noch eine Geschäftsleitung, berichtet die SZ. Thomas Karlaufs Rede zum Festakt für Stefan George steht bei Zeit online jetzt online. FAZ und Welt beleuchten die Vorwürfe gegen George und seine Nachfolger. In der NZZ stellt die Geigerin Julia Fischer ihren eigenen Streamingdienst vor. Und die Filmkritiker erinnern an den vor hundert Jahren geborenen Ingmar Bergman.
Bücherschau des Tages
14.07.2018 Die FAZ erkundet mit Sigrid Rausing das "Desaster", das Drogensucht in Familien anrichtet - und lernt eine Menge aus Rausings autobiografischem Bericht. Außerdem empfiehlt sie Francesca Melandris neuen Roman "Alle, außer mir". Die FR liest die Briefe Brigitte Reimanns, die Welt Rachel Cusks Roman "Kudos".
Montag, 16.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
16.07.2018 Für ein paar Sekunden unterbrachen Aktivistinnen von Pussy Riot das WM-Finale und erinnerten daran, dass wir es bei Russland nicht mit einem "himmlischen Polizisten" zu tun haben - Masha Gessen schreibt im New Yorker. Golem.de zeigt, wie Russland und Wikileaks kooperierten, um Trump in seinem Wahlkampf zu helfen - Trump nennt die EU unterdessen in einem CBS-Interview "einen Feind". Die Debatte über die Flüchtlingsretter geht weiter: Man solle nicht die Moral nur um vermeintlicher Objektivität willen beiseite schieben, meint Zeit online.
Efeu - Die Kulturrundschau
16.07.2018 Shitstorms und Twitterorgien - die öffentliche Debatte ist vergiftet, klagt Ian McEwan in der NZZ. Die Berliner Zeitung feiert das kompositorische Jahrhundertwerk Burt Bacharachs. In der FAS erinnert sich Filmregisseur Dominik Graf an seine Begegnung mit Paul Schrader und das alte Zentralgesetz der Nouvelle Vague. Der Streit ums Tanztheater Wuppertal geht weiter: Die Welt fasst sich an den Kopf über das Intrigentheater. In diesem Konflikt gibt es nur Verlierer, meint die NZZ. Die Tänzer stellen sich hinter Leiterin Adolphe Binder, berichtet der Tagesspiegel.
Medienticker
16.07.2018 Aktualisiert: "Impact": Wirkungsnachweis von Medienerzeugnissen - Sprache der Flüchtlingspolitik: Sprache macht den Menschen zum Menschen - Europäische Medien: Die kalte Liebe der Medien gegenüber dem Brexit - Die Wikipedia-Sperre in der Türkei zensiert unser aller Wissen - Zwischen Ratgebern & Thomas Bernhard: Wie schlecht geht es dem Buchhandel? - "Freiheit ist eine harte Aufgabe": Svenja Flaßpöhler über Feminismus nach #metoo.
Bücherschau des Tages
16.07.2018 Die FAZ bespricht einige Hörbücher, darunter ein Feature über "Die ungeliebte Demokratie" mit O-Tönen aus der Weimarer Republik. Die SZ liest Can Mereys Gesprächsband mit seinem Vater, "Der ewige Gast", als bittere Bilanz deutsch-türkischer Missverständnisse. Die taz empfiehlt William T. Vollmanns Reportage-Essays über "Arme Leute".
Dienstag, 17.07.2018
Magazinrundschau
17.07.2018 In Vanity Fair verkündet Tim Berners Lee, wie er das Internet revolutionieren will. Die London Review of Books erklärt, warum Anthony Powell verglichen mit Proust vielleicht der bessere Autor ist. In Magyar Narancs denkt die Schriftstellerin Edina Szvoren über die Gründe für Erfolg und Misserfolg von Übersetzungen nach. La Vie des Idees fragt, was genau eigentlich der Mehrheitswille ist. Der New Yorker erklärt, wie der Internethandel ländliche Identitäten in China verändert. Der Believer lernt von Clarice Lispector, dass man sich zu seiner Wiedergeburt auch ohrfeigen kann.
Efeu - Die Kulturrundschau
17.07.2018 Die London Review lernt mit Chagall, was Farbe ist. Der schwedische Alternativ-Literaturnobelpreis könnte entweder an Don DeLillo oder an J. K. Rowling gehen, meldet die NZZ. Die SZ feiert Erroll Garners "Nightconcert" von 1964. Der Freitag unterhält sich mit Angela Haardt über Frauenquoten im Film. Die Welt trauert um die Rockmusik, die in Bedeutungslosigkeit versinkt.
9punkt - Die Debattenrundschau
17.07.2018 Wenn Äußerungen über Donald Trump bisher finster waren, so drehen sie nach seinem Treffen mit dem bewunderten Wladimir Putin ins Apokalyptische. Wir verlinken auf das beeindruckende Statement John McCains auf der Seite des amerikanische Senats. Der Guardian entwickelt unterdessen ein Szenario für die Zeit nach Trumps Wiederwahl. Die Berliner Zeitung schildert die totale Auslastung Berliner Bibliotheken und die für die fernere Zukunft in Aussicht gestellte Lösung des Problems. Im Freitag spricht die Lehrerin Hildegard Greif-Groß über Mobbing, Religion und Politik.
Medienticker
17.07.2018 Aktualisiert: Medienkritik: Wozu Medienjournalismus & So spielt Horst Seehofer mit den Medien - Leistungsschutz: Sieg für den Digitaljournalismus oder das Ende der Netzvielfalt? - Türkei: Cumhuriyet-Journalist freigessprochen - Russland: Nach Flitzen bei WM-Finale 15 Tage Haft für "Pussy Riot" - Bild: Krawallmodus wird ihr nicht helfen - Hörfunkinterview: Liv Ullmann über Ingmar Bergman - US-Studie: Bücherlesen auf dem Tiefpunkt + "Yellow Submarine": Vor 50 Jahren die Beatles im Surrealen.
Bücherschau des Tages
17.07.2018 Maxim Ossipows russische Charakter- und Milieustudien in "Nach der Ewigkeit" zeigen der NZZ einen neuen Tschechow. Die FR empfiehlt Ananij Kokurins Roman "Der Tisch", eine Erinnerung an die deutsche Besatzung Weißrusslands. Erstklassig findet die FAZ Robert Zoskes Hans-Scholl-Biografie. Die SZ lobt Martin Reicherts brillant recherchierte deutsche Aids-Geschichte "Die Kapsel".
Mittwoch, 18.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
18.07.2018 in der FR warnt Madeleine Albright vor einem neuen Faschismus und konstatiert, dass der Faschismus fast stets legal an die Macht kam. Heute sind aber nicht die Dreißiger, insistiert Götz Aly in der Berliner Zeitung. In der SZ prophezeit der Philosoph Srećko Horvat seinen kroatischen Landsleuten einen gewaltigen Kater nach den WM-Feierlichkeiten, bei denen die Fußballer leider mit einem Rechtsextremen auftraten. Bülent Mumay staunt in seiner FAZ-Kolumne darüber, wie sich Tayyip Erdogan stets als Opfer inszeniert
Efeu - Die Kulturrundschau
18.07.2018 Der Guardian steht hingerissen vor den New-York-Fotos von Saul Leiter. Ärger gibt's im Burgtheater, wo Martin Kusej das Ensemble umbaut, berichtet der Standard, der schon um das schöne Begräbnis für einige Schauspieler fürchtet. Die NZZ würdigt den französischen Comiczeichner Lewis Trondheim als Autor. Der Tagesspiegel erinnert an die Verdienste der nun endgültig untergegangenen Weinstein Company für den Film.
Medienticker
18.07.2018 Aktualisiert: Heute in Karlsruhe: Rundfunkbeitrag ist grundsätzlich verfassungskonform - Debattenkultur: Gibt es falsche Fragen? - Vulgarisierung & Brutalisierung der Sprache bei Trump, Gauland, Seehofer & Co. - Syrien: UN müssen Journalisten retten - Schreiben im Kollektiv: Wo Autoren ihre Eitelkeit verlieren - Die Verkunstung der Welt: Kommt Kultur nur den Reichen zugute? + Zum 100. Geburtstag von Nelson Mandela & seine Briefe aus dem Gefängnis: Eine Freundlichkeit, die Mauern sprengt.
Bücherschau des Tages
18.07.2018 Meg Wolitzer stellt in ihrem Roman "Das weibliche Prinzip" überzeugend die Machtfrage. Unbedingt lesen, empfiehlt die FR. Experimentell und zugleich zeitlos fängt der argentinische Comic-Künstler Alberto Breccia den Horror der Geschichten H.P. Lovecrafts ein, lobt die taz. Die FAZ liest beklommen Gianna Molinaris Geschichte einer Nachtwächterin, deren Persönlichkeit langsam zerfällt.
Donnerstag, 19.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
19.07.2018 Die Labour-Partei schafft sich eine ganz eigene Definition des Antisemitismus, berichtet der Guardian: Israel darf man jetzt nur noch mit den Nazis gleichsetzen, falls man damit keine antisemitischen Absichten verbindet. Ex-Papst Benedikt hat auch so seine Probleme mit Israel, beobachtet Rabbiner David Bollag in der NZZ. Alle sind sehr zufrieden damit, dass die Position der Öffentlich-Rechtlichen gerichtlich gestärkt wird, besonders natürlich die Öffentlich-Rechtlichen. Die Zeit entschuldigt sich für ihr Pro und Contra zu privaten Seenotrettern und teilt mit, was die Autorin des "Contra" eigentlich hatte sagen wollen sollen.
Efeu - Die Kulturrundschau
19.07.2018 Die New York Review of Books betrachtet Edward Bawdens idyllisches, vom Krieg unterbrochenes Mittelengland. Die New York Times erzählt, wie das Blanton Museum in Texas sich zwei Jahre lang gegen Kritik absichert, bevor es Vincent Valdez' Ku-Klux-Klan-Gemälde ausstellte. In der SZ erzählt der Schriftsteller Adel Mahmoud vom Wahnsinn der Syrer. Die taz erklärt uns, wie man in Botswana Gitarre spielt.
Medienticker
19.07.2018 Bußgeld: EU-Kommission fordert 4,3 Milliarden Euro von Google - Facebook: In den Kommentarspalten deutscher Discounter offenbart sich wahres Wutbürgertum & Studie: Antisemitismus durchdringt das Netz - Medien in Trump-Zeiten: Berichterstattung & Haltung kann man nicht trennen - Rundfunkbeitrags-Urteil: Warum die Debatte weitergeht & die Zukunft der Öffentlich-Rechtlichen + Nachtkritik: Die Poesie der Schwerelosigkeit des Circus Roncalli.
Bücherschau des Tages
19.07.2018 Die NZZ liest einen historischen Band über die Monarchisierung der Alpen. Die Zeit sagt es mit Bauchweh, dann aber doch: Meg Wolitzers feministischer Roman "Das weibliche Prinzip" ist ihr zu brav. Da empfiehlt sie lieber die Bücher der Comic-Künstlerin Liv Strömquist. Die FAZ taucht mit Theodor Plievier in die Novemberrevolution und hadert mit Christian Y. Schmidts "Letztem Huelsenbeck" über den Verrat der Erinnerung.
Freitag, 20.07.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
20.07.2018 Die NZZ untersucht den Trend zur Mini-Wohnung. Die Kunst ist frei in Deutschland, ruft der Tagesspiegel der Münchner CSU zu, die ihren Theaterintendanten einen Maulkorb verpassen möchte. Der Standard summt trotz der angestrengten Inszenierung eine Arie aus Berthold Goldschmidts Oper "Beatrice Cenci". In der taz erklärt Stooges- und Ramones-Entdecker Danny Fields wie man mit Strom aus einer angezapften Straßenlaterne ein tadelloses Album produziert.
9punkt - Die Debattenrundschau
20.07.2018 Die FR ist empört über Mark Zuckerberg, der auf Facebook alles Mögliche verbietet, aber die Holocaust-Leugnung erlaubt. Liegt's am Sommerloch? Immer noch wird über das "Pro und Contra" der Zeit zur Seenotrettung diskutiert. In der Welt fordert Gunnar Heinsohn eine nach IQ auslesende Einwanderungspolitik. In der SZ fordert Gert Heidenreich eine wehrhafte Demokratie gegen rechts. Emma.de spricht mit Studenten der Humboldt-Uni, die sich gegen ein von erzkonservativen Verbänden dominiertes Islam-Institut wehren.
Medienticker
20.07.2018 Aktualisiert: IVW-Zahlen: stern verliert 15%, Spiegel 8%, 18 Top-100-Magazine legen zu - Apple, Amazon, Facebook & Co. haben die Medienbranche in den vergangenen 10 Jahren verändert - EU-Rekordstrafe: Wer kriegt die Google-Milliarden? - GfK-Studie: 6,4 Mio. Buchleser in fünf Jahren verloren - Mehr als nur Scannen: Die Digitalisierung von Kulturgut in Deutschland + Türkei: Cumhuriyet-Redakteurin Journalistin zu Haftstrafe verurteilt.
Bücherschau des Tages
20.07.2018 SZ und NZZ reisen mit Adolf Muschg ins verstrahlte Fukushima und kommen zu unterschiedlichen Urteilen: Zart und lebensprall, meint die NZZ, fragwürdig, findet die SZ. Die FAZ lernt von Donna J. Hathaway, dass sich die Erde nur retten lässt, wenn sich der Mensch mit Tier und Pflanze vernetzt. Die NZZ erliegt der Opulenz von siebzehn Kilo Jakob Tuggener. Und die SZ empfiehlt Kinderbücher über Dinosaurier, den Weltraum, Sex und Frida Kahlo.
Samstag, 21.07.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
21.07.2018 Die Welt erinnert an das britische Label Trojan Records, das 1968 weiße Arbeiterkinder mit Reggae-Musik bekannt machte und so die Skinhead-Subkultur vorantrieb. Der Tagesspiegel erlebt in einer Berliner Ausstellung erschreckend reaktionäre Ansichten in russischen Provinzen. Die Kritiker streiten weiter über Susanna Nicchiarellis "Nico". Und die Zeit verabschiedet sich mit siebzehn Museen im Ruhrgebiet vom Bergbau.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.07.2018 Menschenrechte sollten nicht nur im eigenen Land gelten, sondern überall: In der New York Times empfiehlt Natan Sharansky Barack Obama und Donald Trump die Lektüre eines 50 Jahre alten Textes des damaligen sowjetischen Dissidenten Andrej Sacharow. Und auch im eigenen Land muss man immer wieder für die Freiheit kämpfen, sekundiert Heinz Bude in der taz. Das dürfte die rumänische Orthodoxe Kirche nicht gern hören, die lieber auf Macht und Geld setzt, lernt die NZZ. Und die taz lässt sich von der Hamas erklären, was im palästinensischen Kino geht und was nicht.
Bücherschau des Tages
21.07.2018 Die Welt folgt der italienischen Autorin Luce D'Eramo gebannt auf ihrem Weg von der glühenden Faschistin zur KZ-Überlebenden. Bei Lisa Halliday, einst Geliebte von Philip Roth, erkennt sie die eigene Sensationslust im Spiegel. Die taz verstrickt sich mit Deborah Levy bei flirrender Sommerhitze in eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung. Die FR liest berührt Nelson Mandelas "Briefe aus dem Gefängnis". Und auch die NZZ würdigt Francesca Melandris Italien-Roman als brandaktuelles Sittenbild.
Montag, 23.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
23.07.2018 Mesut Özils Rücktritt aus der Fußballnationalmannschaft schafft das Szenario für die nächste unversöhnliche Debatte: In seiner Erklärung sieht er sich als Opfer des Rassismus - viele Kommentatoren stimmen ihm zu. Kritiker machen auf Özils Wahlkampfeinsatz für Tayyip Erdogan aufmerksam. taz und FAZ kommentieren Steve Bannons drohendes Engagement in Europa. Die NZZ erklärt, warum aus der erträumten "Konservativen Revolution" nach Botho Strauß' "Anschwellendem Bocksgesang" nichts wurde.
Efeu - Die Kulturrundschau
23.07.2018 In der NZZ erwägt Hans Ulrich Obrist mit Künstlern, Wissenschaftern und Computerexperten das Potential der Künstlichen Intelligenz. Der Tagesspiegel ist sehr unglücklich, dass Georges Simenons Werk jetzt über mehrere Verlage verstreut erscheint. Die Berliner Zeitung hört Musik der Stunde beim Berliner Impro-Underground.
Medienticker
23.07.2018 Abzock-Fachzeitschriften: Wie groß ist das Problem? & 5000 deutsche Wissenschaftler publizierten in pseudowissenschaftlichen Verlage - Rückggang der Buchkäufer: Auch der Elitismus ist daran schuld - Was steckt hinter der Abmahnwelle des Verbands Sozialer Wettbewerb - Ende von Le Matin: Abschied mit 64 Seiten und Todesanzeigen + Literaturmetropole Mailand: Elektrisierender Umschlagplatz der Ideen.
Bücherschau des Tages
23.07.2018 Die SZ setzt sich in Luise Meiers virtuose "MRX Maschine" und feiert Julia von Lucadous Selbstoptimierungsdystopie "Die Hochhausspringerin". Die taz würdigt Daniela Emminger als eine der originellsten Stimmen Österreichs. Die Welt radelt atemlos die Tour de France mit Antoine Blondin. Die FAZ bespricht Kinderbücher.
Dienstag, 24.07.2018
Magazinrundschau
24.07.2018 Der New Yorker schickt Reportagen über Brexit-Britannien und das Polen Kaczyńskis. In Serbien haben sich die Neulinken als Nachfahren von 1968 etabliert, nicht die Reformkommunisten, notiert Laszlo Vegel in Magyar Narancs. Der Guardian möchte Emily Brontë gerade mal als "schwierige Frau" würdigen. In Eurozine fragt Carl Cassegård nach den Kosten einer individualisierten Solidarität. Wired sucht mit Jonathan Albright nach rechten Diskursknotenpunkten im Web. The Nation kritisiert die amerikanischen Medien, die nur noch Trump, Trump, Trump, Trump bringen.
Efeu - Die Kulturrundschau
24.07.2018 Die SZ feiert die Wiener Fotografin Stefanie Moshammer, die genauso schöne Americana fotografieren kann wie Penn oder Meyerowitz. Die NZZ liest Knausgards "Jahreszeiten" als literarische Selfies. Der Standard würdigt das Filigrane in der Musik Beat Furrers. Die FAZ pilgert zum Grab von Blues-Legende Robert Johnson am Mississippi. Die taz setzt sich den otoakustischen Emissionen des Technomusikers Jung an Tagen aus.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.07.2018 Die Debatte über Mesut Özils Rücktrittsbrief dominiert die Medien. Viele machen sich seinen Rassismus-Vorwurf zu eigen. In der SZ widerspricht Migrationsforscher Özkan Ezli. Sehr kritisch äußert sich auch der deutsch-türkische Boxer Ünsal Arik in der FAZ, der vor allem Özils Engagement für Erdogan anprangert. Die NZZ staunt über die vielen Fraktionen unter den wenigen Christen in Israel. In politico.eu mahnt der polnische Politiker Robert Biedroń die EU, Polen keine Subventionen zu entziehen - statt dessen sollte sie vor allem proeuropäische lokale Initiativen unterstützen.
Medienticker
24.07.2018 Medien-Mitmachpolitik: Länder rufen Bürger zur Mitarbeit am neuen Medienstaatsvertrag auf & Saarländischer Rundfunk kapituliert vor Facebook-Mob - Wie dpa Eilmeldungen vor Twitter-Fakes schützt & Ist der Guardian auf dem Weg zum Online-only-Titel? - Fake Science: Problem Pseudojournale "nicht wirklich lösbar" - E-Commerce China: Amazon hat in China nichts zu melden - "Sie lügen einfach weiter", Trump, Seehofer & Co.
Bücherschau des Tages
24.07.2018 Meisterwerk! Die SZ jubelt über den Roman "Asymmetrie", in dem Lisa Halliday ihre Beziehung zu Philip Roth verarbeitet und einen Coup landet. Nicht ganz so gut kommt Meg Wolitzers Feminismus-Roman "Das weibliche Prinzip" in der SZ weg. FAZ und NZZ gruseln sich in David Mitchells "Slade House". Die taz liest Khaled Kalifa als Flaschenpost aus dem traumatisierten Syrien.
Mittwoch, 25.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
25.07.2018 Facebook zensiert die nackten Busen der Grazien von Rubens - wogegen flämische Museen prostestieren - nicht aber Morddrohungen gegen den FBI-Ermittler Robert Mueller, staunt Buzzfeed. Zeit online prangert eine neue Untat des Rassismus an: Die Wikipedia ist von achtzig Prozent von weißen Männern geschrieben. Die SZ liest ein Papier der AfD zur Rückgabe von Kunst aus der Kolonialära und findet es argumentativ geschickt. Im Tagesspiegel fordert Zafer Senocak Respekt für Mesut Özil.
Efeu - Die Kulturrundschau
25.07.2018 Die FAZ bewundert die kraftvolle blackness der schwarzen Madonnen des amerikanischen Künstlers Theaster Gates. Die Welt erzählt, warum die Cinémathèque française eine Ausstellung von Chris Marker ausrichten darf, aber keinen Katalog drucken. Nicht viel zu lachen hatte der Tagesspiegel beim Theaterfestival in Avignon. In der FR stellt die Übersetzerin Claudia Sinnig neue interessante Literatur aus Litauen vor. Die taz unterhält sich mit dem Kulturanthropologe Yektan Türkyilmaz über seine Plattensammlung mit armenischer Musik.
Medienticker
25.07.2018 Aktualisiert: Bilds Machtposition: Medienethikerin Jessica Heesen über die Berichterstattung im Fall Özil & Von wegen #zsmmn - Wissenschaft: Hauptsache publiziert & #FakeScience in Fragen und Antworten - Social Media: Schöffling & Co. boykottiert Facebook - Facebook Nacktheitsverbot: Schauen Sie sich dieses Bild nicht an, zu Ihrer Sicherheit! + Humboldt-Gedenken 2018/2019: Wer war Alexander von Humboldt, sein "Buch der Begegnungen" & Bilder-Welt.
Bücherschau des Tages
25.07.2018 Die FAZ lauscht beglückt Gesprächen mit und über David Lynch. Mit Nina Lykke zerlegt sie den wohlhabenden Mittelstand in glasscherbenklare Einzelteile. Die SZ versinkt lieber in den Untiefen des Krötendaseins. Die NZZ liest amüsiert satirisch-surreale Storys aus dem Leben der Astrophysikerin Pippa Goldschmidt und entdeckt mit Stefan Agopian einen schrulligen Klassiker der rumänischen Literatur.
Donnerstag, 26.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
26.07.2018 Nur das Rumoren der Debatte über Mesut Özil übertönt noch die Schläfrigkeit der Hundstage. Die Zeit räsonniert über die hybride Identität des Fußballers, der als Türke in Deutschland dritter Generation rein türkischsprachig aufwuchs. Sascha Lobo beklagt in seiner Spiegel-online-Kolumne, dass die Hysterisierung der Debatte jede Differenzierung verhindert. Außerdem: Die SZ bringt einen flammenden Aufruf Roberto Savianos gegen die doppelten Populisten in seinem Land.
Efeu - Die Kulturrundschau
26.07.2018 In der taz feiert Franz Dobler das Trikont Label, ohne das Bayern auf dem kulturellen Stand von Ende Mai 1945 wäre. Im Standard wünschte sich Autorin Melanie Raabe etwas weniger Arroganz bei Kritikern und manchen Buchhändlern. Dissidenz ist, wenn man behauptet, man habe sein Gedicht auf den Penis des regierenden Autokraten tätowiert, lernt der Guardian von der Künstlerin Shilpa Gupta. Die FAZ sieht in Avignon Milo Raus Inszenierung "la Reprise" - brutal, aber ein Highlight, versichert sie.
Medienticker
26.07.2018 Aktualisiert: Buchmarkt: Ist nur sperrige Literatur gute Literatur? - Paywalls im Internet: Nur über meine Bezahlschranke - Manipulationsmaschine: Geplante EU-Urheberrechtslinie - Wir schweigen Extremisten an die Macht: Sascha Lobo über Rassismus & Integration - In memoriam: Zum 100. Todestag von Franziska zu Reventlow + Archäologie: Die älteste Bibliothek Deutschlands stand in Köln.
Bücherschau des Tages
26.07.2018 Die NZZ blickt mit Maggie O'Farrell in "Ich bin, ich bin, ich bin" dem Tod ins Gesicht. Die FR lernt von Madeleine Albright, was Faschismus nicht ist. Viel mehr als ein erotischer Schlüsselroman über Philip Roth ist Lisa Hallidays "Asymmetrie", verspricht die Zeit. Meisterwerk, ruft die FAZ über Waguih Ghalis Roman "Snooker in Kairo". Die SZ liest eine Geschichte über die Verwendung der Mao-Bibel in Ost und West.
Freitag, 27.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
27.07.2018 Im Guardian warnt Timothy Garton Ash die Politiker der EU vor einer Demütigung Großbritanniens im Brexit-Prozess. Watson.ch erinnert nach dem Suizid der Femen-Mitbegründerin Oksana Schatschko daran, welch extremen Gewaltdrohungen die Aktivistinnen der Gruppe in Osteuropa ausgesetzt waren. In politico.eu und der SZ verteidigen angesehene Rabbiner das muslimische Kopftuch. Und auch die Debatte um Mesut Özil geht weiter: "Willkommen bei der Bringschuld! ", ruft Düzen Tekkal dem Fußballer in der Welt zu.
Efeu - Die Kulturrundschau
27.07.2018 Die Musikkritiker strömten in Scharen zum Bayreuther "Lohengrin": Die SZ staunt über die impressionistische Farborgie, die Christian Thielemann mit Wagners Musik veranstaltet. Großes Lob auch für die Sänger. Regisseur Yuval Sharon kommt sehr viel schlechter weg: doppeltalentierte Wagner-Ahnungslosigkeit bescheinigt ihm die Berliner Zeitung. Tinkerbell möchte ihre Kostüme zurück, informiert Zeit online die Kostüm- und Bühnenbildner Rosa Loy und Neo Rauch. Im Interview mit dem Van Magazin berichtet die Autorin Asli Erdogan von der Drangsalierung erdogankritischer Musiker in der Türkei. Der Guardian träumt vom Künstlerleben in Pont-Aven.
Medienticker
27.07.2018 Aktualisiert: Bilanz: Facebook schwächelt an der Börse & Reaktion auf Holocaust-Leugnung: Schöffling Verlag stellt Facebook-Aktivitäten ein - Die meisten NetzDG-Beschwerden sind nicht erfolgreich - Jeff Jarvis über die Zukunft des Journalismus - Legal Tribune Online will keine Kommentare mehr - Online Magazin Tichys Einblick erfindet Ermittlungen gegen Seenotretter - Diskussion in sozialen Medien: #IchbinCSU geht auf Twitter nach hinten los + Konzert: Paul McCartney spielte im legendären Liverpooler Cavern Club.
Bücherschau des Tages
27.07.2018 Ganz entzückend findet die SZ Anna Katharina Fröhlichs märchenhaft-bizarre "Rückkehr nach Samthar". Auch die von Barbara Wiedemann herausgegebene und klug kommentierte Ausgabe der Gedichte Paul Celans liest sie mit Gewinn. Die FAZ reist mit Johann-Günther König durch die Kulturgeschichte der Bahn. Und die FR nimmt Wirtschaftskriminalität dank Dominique Manotti mit schwarzem Humor.
Samstag, 28.07.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
28.07.2018 Noch als Puppe verkörpert Karl Böhm perfekt den Standesdünkel im klassischen Musikbetrieb, lernt die taz in Bregenz. Autor Viken Berberian stellt uns in der New York Review of Books Madame Moreau vor, die fallen konnte wie Pollock malen. Die FAZ guckt in zwei Mittelalter-Ausstellungen in eine Welt, ferner als der Mond. Die NZZ hört Musik mit künstlichen Ohren.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.07.2018 Nach der Özil-Debatte folgt der Hashtag #MeTwo, um Rassismus in Deutschland anzuprangern. Deutsche sollten lernen, sich Rotkäppchen unterm Hidschab vorzustellen, rät die Amerikanerin Rose-Anne Clermont in der Berliner Zeitung. In der NZZ kritisiert der Theologe Abdel-Hakim Ourghi die westlichen Verfechter des Kopftuchs, die die Musliminnen nur in ihrer Opferrolle bestärkten. In Tel Aviv wird ein Naturkunde-Museum eröffnet, das über die Evolution schweigt - auf Druck der Religiösen, berichtet die FAZ.
Bücherschau des Tages
28.07.2018 Die FAZ liest Weltliteratur mit Gedichten von Philippe Jaccottet und einer Erzählung von Julio Cortazar. Und sie vertieft sich in ein lebendiges Panorama der deutschen Sprache im Ersten Weltkrieg. Die NZZ bewundert die filigranen neapolitanischen Miniaturen Wanda Marascos. Die SZ verbeugt sich vor einem "gewissen Monsieur Piekielny". Die taz macht eine Entdeckung mit der erstmals auf Deutsch erschienenen Autobiografie der deutsch-slowenischen Reiseschriftstellerin Alma M. Karlin.
Montag, 30.07.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
30.07.2018 Wer hätte das gedacht: Der Brexit hat eine zivilisierende Wirkung. Und zwar auf die Rechtspopulisten anderer Länder, die nun alle ganz lieb in der EU bleiben wollen, konstatiert die Financial Times. Die sozialdemokratischen Parteien suchen sich unterdessen ein neues Vorbild: Es heißt Jeremy Corbyn, beobachtet politico.eu. In der taz erklärt der Soziologe Andreas Reckwitz die alten und die neuen Schichten. Und der Guardian freut sich: Die wilden Zeiten führen zu erhöhtem Absatz ernstzunehmender Sachbücher.
Efeu - Die Kulturrundschau
30.07.2018 Triumph! SZ, NZZ und Tagesspiegel sind überwältigt von der litauischen Sopranistin Asmik Grigorians, die in Salzburg eine unbedingt und grausam liebende Salome gab. In der SZ erzählt Wim Wenders von seinen Skurpeln, für seinen Film "Grenzenlos" die Steinigung einer Frau in Szene zu setzen. Die FAZ erinnert daran, dass der in einem russischen Lager einsitzende ukrainische Regisseur Oleg Senzow vor 78 Tagen seinen Hungerstreik begann. Die NYRB feiert Brancusis atemberaubend schöne Abstraktionen.
Medienticker
30.07.2018 Drohen, schlagen, entführen: Gefährdete Journalisten in Pakistan - Diskriminierungs-Debatte: Bild weiß, dass Rassismus in Deutschland kein Problem ist & "Sprachpolizei": Wer von "Sprachpolizei" spricht, will die Debatte abwürgen - Amazons 2. Quartal: Satte Gewinne mit Cloud, Läden & Anzeigen - 1968: Wie die Literatur von der Revolte profitierte - New-York-Times-Verleger warnt Trump - Audio Verlag: Random House übernimmt DAV + IT-Netzwerke: ZDF & WDR wurden von russischen Hackern angegriffen.
Bücherschau des Tages
30.07.2018 Mit seinem Buch "Geheimdienst in der Krise" erinnert Jost Dülffer die SZ daran, wie heftig sich der BND bereits in den sechziger Jahren gegen demokratische Kontrollen sperrte. Sehr instruktiv findet sie auch, wie Jens Hacke in seiner liberalen Ideengeschichte die "Existenzkrise der Demokratie" in den Blick nimmt. Die FAZ informiert sich über das aktuelle Pferderecht, unter Berücksichtung von Röntgenklassen und Deckverträgen.
Dienstag, 31.07.2018
Magazinrundschau
31.07.2018 Die New York Review of Books sucht den tiefen Staat und findet ihn im Weißen Haus. Silicon Valley rückt nach links und frönt nach dem Libertarismus jetzt dem Liberaltarianismus, informiert Wired. Ludwig Erhard wäre begeistert. Bei Lidovky empfiehlt der türkische Autor Murat Uyurkulak seinen ungeduldigen Kollegen, sich ein Beispiel an Homer zu nehmen. Die London Review liest die beste de-Gaulle-Biografie, die selbstverständlich aus England kommt. Die New York Times erzählt, wie man mit Yoga, Nationalismus und Religion zum Milliardär wird.
9punkt - Die Debattenrundschau
31.07.2018 Während die britische Regierung katastrophale Umfragewerte hat, über die Sky News berichten, ist Labour mit den Antisemiten in eigenen Reihen beschäftigt, von denen sich Jeremy Corbyn laut Financial Times partout nicht distanzieren will. AFP berichtet, dass die syrischen Behörden Ordnung machen: Erste Syrer erfahren offiziell, dass ihre Angehörigen tot sind - aber 80.000 Syrer, die vom Regime verschleppt und gefoltert wurden, sind noch vermisst. Die taz fordert das "Deutschland der Weißen" auf, sich mit Rassismus auseinander zu setzen.
Efeu - Die Kulturrundschau
31.07.2018 Salzburg ganz groß: Auch Johan Simons' "Penthesilea"-Inszenierung mit Sandra Hüller und Jens Harzer haut die KritikerInnen um: So poetisch, intellektuell und lässig haben sie Kleists Stück noch nie gesehen. Der Guardian begegnet in der Ausstellung "Herstory" in Rochdale der weiblichen Seite der Kunstgeschichte. In der Zeit verzweifelt Georg Seeßlen am Irrglauben des Kinos, mit Remakes in die große Zeit anknüpfen zu können. Außerdem trauern die Feuilletons um Tomasz Stańko, den großen polnischen Jazzmusiker und Meister der Melancholie.
9punkt - Die Debattenrundschau
31.07.2018 Buchmarkt: Amazon, der Gatekeeper & Fachbuchhandel ade? oder die Chancen im stationären Fachbuchhandel - Pressefreiheit in der Türkei: Journalisten für Recherchen vor Gericht - Konsolidierung in der Druckindustrie: CPI wird von Circle Media Group übernommen - Hashtag #MeTwo: Einfach mal zuhören - "Sturmhöhe" oder zum 60. von Kate Bush: Die Feministin der Tat.
Medienticker
31.07.2018 Buchmarkt: Amazon, der Gatekeeper - Pressefreiheit in der Türkei: Journalisten für Recherchen vor Gericht - Fachbuchhandel ade? Chancen im stationären Fachbuchhandel - Hashtag #MeTwo: Einfach mal zuhören & Rassismus in Deutschland - Zum Sechzigsten von Kate Bush: Die Feministin der Tat.
Bücherschau des Tages
31.07.2018 Die FAZ liest bei Cesare Pavese nach, wie wenig selbstgenügsamer Egoismus in Zeiten der Krise trägt. Von Max von Oppenheim lernt sie, wie das Deutsche Reich einst die muslimische Welt gegen die westlichen Demokratien aufhetzte. Fürs Herz empfiehlt sie Michael Hardts und Antonio Negris "Assembly". Die NZZ greift zu Georges Perec. Und die SZ untersucht mit dem Sammelband "Klang und Semantik", ob es in der Msuik eine ästhetische Geschlechterspezifik gibt.