Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 10.02.2026, 15.41 Uhr
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  • Perlentaucher-Debatte Literaturkritik im Netz: Angestoßen von Wolfram Schütte. Mit Beiträgen von Sieglinde Geisel, Jan Dress und anderen
  • Daniele Dell'Agli: Aufruhr im Zwischenreich: Plädoyer für eine Befreiung des Themas Sterbehilfe aus dem Griff der Politik und mit ihr paktierender Verbandseliten
  • Monotheismus-Debatte im Perlentaucher: Angestoßen von Jan Assmann. Mit Beiträgen von Klaus Müller, Peter Sloterdijk und anderen
  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
  • Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
  • Der dänische Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
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Sortiert nach Datum | Rubriken

Donnerstag, 01.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Fast weltgeistartig

01.07.2021 Demontage oder Selbstdemontage einer Politikerin? Die Frage, ob Annalena Baerbock in ihrem schnell auf den Markt geworfenen Buch "Jetzt" plagiiert hat, ist Thema Nummer 1 in den Feuilletons. Die Zeit erklärt, was der chinesische Begriff "Chàbuduō" heißt, so etwas wie "Passt schon". Alan Posener kommt in starke-meinungen.de nochmal auf die Debatten um Carolin Emcke und A. Dirk Moser und auf Aleida Assmanns Unterscheidung zwischen einem guten und einem falschen Antisemitismusbegriff zurück.

Efeu - Die Kulturrundschau

Elysisches Trio

01.07.2021 FAZ und SZ feiern Anja Harteros und Jonas Kaufmann als Tristan und Isolde in München. Der Star des Abends ist allerdings der magisch leise Kirill Petrenko. In der taz erklären die anonymen Initiatorinnen von #deutschrapmetoo, warum bei ihnen auch die Täter anonym bleiben. Igor Levit schreibt in der Zeit zum Tod des revolutionär gestimmten Komponisten Frederic Rzewski. Dlf Kultur hält den Filmkritikern, die mit der Eröffnung der Kinos wieder auf die Streamingdienste herabsehen, ihre großstädtischen Privilegien vor.

Medienticker

Unermündlich sein

01.07.2021 Pressefreiheit: Ja, aber nur mit Genehmigung & Razzien bei russischen Investigativjournalisten - Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten - "Sprachlaub": Martin Walser im TV-Interview über Leben und Tod - Gespräch wie ein wilder Ritt mit Juli Zeh  - Die Gewinnerinnen des Internationalen Literaturpreises im Interview - Comic-Künstlerinnen: Die Zeichnerin als Superheldin - Wolfgang Welsch "Im Fluss. Leben in Bewegung" - Brauchen wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch? ARD will mit neuer Programmstruktur ZDF attackieren - Plädoyer fürs Kino: Es ist wieder da! + Zum 99. Der Komponist Klaus Wüsthoff im Gespräch.

Bücherschau des Tages

Minsk, unverändert

01.07.2021 Wie man ein Leben führen kann auch am falschen Ort zur falschen Zeit, lernt der Dlf mit den Erzählungen von Gaito Gasdanow aus den 30er Jahren. Die Zeit lernt von Elizabeth Acevedo, wie man sich - "Soul Food" sei Dank - auch als Teenie-Mutter nicht unterkriegen lässt. Die SZ spürt mit Jens Balzer der "High Energie" der Achtziger nach. Die FAZ liest Sasha Filipenkos Roman "Der ehemalige Sohn" als Kommentar zu den aktuellen Ereignissen in Belarus.

Freitag, 02.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Studium im Alleingang

02.07.2021 Mit Grausen blickt Friederike Böge, die Chinakorrespondentin der FAZ, auf die stalinistischen Paraden, mit denen Xi Jinping den hundertsten Geburtstag der KP feiern lässt. Aber die Machtmaschine funktioniert, stellen SZ und FAZ fest, und zwar auch in Deutschland. In der SZ erklärt Ahmad Jawil Sultani, langjähriger Übersetzer für die Bundeswehr in Afghanistan, was deren Abzug für ihn bedeutet: Lebensgefahr. In der taz fragt Ulrike Herrmann: Zahlen die Armen für das klimapolitisch gute Gewissen der Reicheren? Und für ihre "kulturelle Hegemonie", fragt Reinhard Mohr in der Welt.

Efeu - Die Kulturrundschau

Mit gebrochenem Herzen und gepackten Luxuskoffern

02.07.2021 Was wollt ihr: Unkündbare Verträge oder Theater mit Risiko?, ruft Intendant Christoph Nix in der SZ seinen Kollegen zu. Kann man mit einem Androiden ein pädophiles Verhältnis haben, fragt sich der Tagesspiegel in Sandra Wollners Film "The Trouble with Being Born". Wie alt manche Techniken der Moderne sind, lernt die FAZ in einer Wiener Ausstellung über die Geschichte der Landschaftsmalerei. Die NZZ fragt sich, ob die Entdeckung der "braunen Documenta" wirklich eine Neuigkeit ist.

Medienticker

Politthriller

02.07.2021 Aktualisiert: Pressefreiheit ist wichtiger als alles andere  - Slowenische Regierung erneut kritisiert - Das Dilemma Baerbock - dpa mit leichtem Wachstum in 2020 - Erdogans Angriff auf die Meinungsfreiheit in Deutschland - Kritik an ARD: Offene Briefe von Autoren & Regisseuren - Vom Be-Bop Tango und Fahrradspeichern: "A Tribute To Frank Zappa" - Vor 50 Jahre starb Jim Morrison + Die Wochenend-TV+Hörtipps.

Bücherschau des Tages

Rasant rotierendes Kaleidoskop

02.07.2021 Die FAZ schwelgt mit Philippe Monnier in der Untergangsgeschichte Venedigs. Die FR wandert mit Olivia Laing entlang der Ouse und lauscht Nymphengeschichten und dem Lallen von Betrunkenen. Die NZZ begibt sich indes mit Zadie Smith auf einen Roadtrip mit Michael Jackson, Marlon Brando und Elizabeth Taylor. Die SZ taucht ab in ein ganzes Reporterleben mit Joseph Mitchells "Street Life". Außerdem empfiehlt sie Kinderbücher. Und Dlf Kultur stärkt sein Immunsystem mit Jenna Macchiochi.

Samstag, 03.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Intuitiv digital

03.07.2021 Nick Cohen erklärt in in thecritic.co.uk, warum er Catherine Beltons Buch "Putin's People" lieber nicht bespricht. Zeit online versucht, die komplett aus dem Ruder gelaufene amerikanische Debatte über "Critical Race Theory" zu resümieren -  amerikanische Bundesstaaten haben Gesetze auf Trump-Linie erlassen, damit sie an Schulen nicht gelehrt wird. Bill Cosby, der von Dutzenden Frauen der Vergewaltigung beschuldigt wurde, ist wegen eines Verfahrensfehlers aus dem Gefängnis entlassen worden - eine Katastrophe für alle Opfer sexueller Gewalt, finden CNN.com und Guardian.

Efeu - Die Kulturrundschau

Coup de foudre der Liebe

03.07.2021 Klar werden wir wieder tanzen und die Clubs wieder aufblühen, verspricht WestBam in der SZ. Im Interview mit Monopol erklärt die Modedesignerin Nina Hollein, warum auch ein ethisch korrektes Kleidungsstück tolle Schultern machen sollte. In der taz erinnert Martin Dannecker daran, wie aggressiv die Stimmung war bei der Premiere von Rosa von Praunheims Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Gesellschaft, in der er lebt" vor fünfzig Jahren. Nicht Fehlerfreiheit sondern hermeneutische Power ist die Voraussetzung für eine gute Übersetzung, erklärt die FAZ.

Bücherschau des Tages

Aus göttlicher Perspektive

03.07.2021 Die SZ folgt mit Bewunderung Scott McClanahans "Crap", der Beschreibung des alltäglichen Wahnsinns im Leben einer Familie in West Virginia. Die FAZ vertieft sich in Anekdoten um und Rezepte vom Spitzenkoch Eckart Witzigmann. Die FR erliegt der flotten Schreibe von Audur Ava Olafsdottirs "Miss Island". Die taz freut sich über den ersten, autobiografischen Band einer Werkausgabe von Hermann Borchardt. Dlf lässt sich von Sergej Lebedew über "Das perfekte Gift" aufklären.

Montag, 05.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Grundrechte, die alle besitzen sollten

05.07.2021 Die Grünen möchten das Transsexuellengesetz ändern. Susan Vahabzadeh fürchtet in der SZ, dass die Kategorie Frau aus der Statistik verschwindet. In seinem Blog erklärt Kenan Malik, warum der Begriff "White Privilege" keinen Sinn ergibt.  Der österreichische Bundespräsident hat seinem iranischen Kollegen Ebrahim Raisi zur Wahl gratuliert - Mina Ahadi und Nasrin Amirseghi protestieren in einem offenen Brief. Noch ist Polen nicht verloren, jedenfalls nicht ganz, notiert die NZZ mit Blick auf die Pressefreiheit im Land.

Efeu - Die Kulturrundschau

Baritonales Edeltimbre

05.07.2021 Beim Opernfestival in Aix-en-Provence genießt die NZZ den "Falstaff" mit der richtigen Prise Thymian. Außerdem erklärt der Bachmannpreis-Juror Philipp Tingler, was ihn an "identitärer Befindlichkeitsprosa" stört. Die SZ porträtiert die Künstlerin Rosa Barba, die mit alter Filmtechnik dystopische Filmgemälde schafft. Die taz spricht mit dem kubanischen Künstler Marco A. Castillo über die desolate Lage im Land. Und der Dlf erkundet die feministische Gegentradition des Kriminalromans.

Medienticker

Alles fließt

05.07.2021 Milliardäre heben ab: Amazon-Gründer Jeff Bezos tritt zurück & will ins Weltall fliegen - Hans-Georg Maaßen will eine Charakterkontrolle für Journalisten - Reporter ohne Grenzen sieht Victor Orban als Feind der Pressefreiheit & Springers Europapolitik mit Orban: Er schaltet europakritische Anzeigen in Bild  - Nachgetragen: Peter Handkes Reisen im Mai 2021 nach Serbien und zur Republika Srpska - Im Gespräch: Schauspieler & Autor Claudio Caiolo - Vor 40 Jahren: Miles Davis kehrt nach langer Auszeit auf die große Bühne zurück.

Bücherschau des Tages

Lebenswendungen eines Langweilers

05.07.2021 Der Dlf erkundet mit Heike Paul die politische Kultur der amerikanischen Sentimentalität. Der DlfKultur erfährt in Frank Sierens Report über "Shenzhen", was die Metropole so fortschrittlich macht und was reaktionär. Sympathisch ist ihm auch der mausgraue Held in Hans-Ulrich Treichels Roman "Schöner denn je". Die NZZ lobt Vera Bischitzkys entschlackte Neuübersetzung von Iwan Gontscharows Roman "Eine gewöhnliche Geschichte". Und die FAZ vergnügt sich mit Colin Dexters Reihe um den Oxforder Chief Inspector Morse, die sie so knifflig findet wie die Kreuzworträtsel der Times.

Dienstag, 06.07.2021

Magazinrundschau

Finde den Bullen

06.07.2021 In Atlantic fragt der Jurist Jonathan Zittrain, was es bedeutet, wenn Wissen nicht mehr in einer verlässlichen Version verfügbar ist. In Qantara plädiert der algerische Islamwissenschaftler Said Djabelkhir für eine Reform des Islam und die Abschaffung der Fatwas. Intercept erzählt, wie schwer es interreligiöse Paare in Indien haben. In Himal rollt der Historiker Sujit Sivasundaram die Geschichte der modernen Welt vom Indischen und Pazifischen Ozean aus auf. Der Rolling Stone taucht ein in die chinesische Rockszene.

9punkt - Die Debattenrundschau

Mindestens fünf Beratungssitzungen

06.07.2021 China ist bei weitem nicht so homogen, wie es tut, schreibt der Tübinger Sinologe Helwig Schmidt-Glintzerin der NZZ. Bei Achgut erzählt der China-Kenner Jürgen Kremb, wie China im Sinne der Gleichschaltung die Sprache bereinigt: Selbst  das Wort "Festland" steht auf dem Index. Es kommt drauf an, Geschichte nicht in Propaganda zu verwandeln, rufen vier Autoren in der New York Times und wenden sich gegen geschichtspolitische Gesetze in einigen amerikanischen Bundesstaaten. Open Democracy hat in Gesundheitseinrichtungen in Kenia, Tansania und Uganda recherchiert, die "Therapien" gegen Homosexualität anbieten.

Efeu - Die Kulturrundschau

Mit sommerlicher Grazie

06.07.2021 Heute eröffnen die Filmfestspiele von Cannes. Im Standard spricht die Kamerafrau Agnès Godard, die dort für ihr Lebenswerk geehrte wird, über ihre Arbeit mit Claire Denis. Die FR freut sich, von Francis Poulencs Oper "Dialogues des Carmélites" richtig gefordert zu werden. Das Pop-Magazin und die SZ diskutieren über moralisch banale Wohlfühlliteratur  beziehungsweise schlechten Liberalismus. Die taz betrachtet lächelnd die Kniestumpf-Steifheit in den Familienfotos von Arbeitsmigranten. Artnet feiert die Neue Frau. Und der Bubblegum-Soul von The Go! Team geht der Jungle World runter wie Öl.

Bücherschau des Tages

Das Überspringen des Funkens

06.07.2021 Die FAZ jauchzt vor Freude über Peter Buwaldas neuen Roman "Otmars Söhne", in dem Geschlechtsumwandlungen, verschwundene Beethoven-Sonaten und Schneestürme toben. Die SZ folgt vergnügt den Abenteuern von Joachim Lottmanns in die Jahre kommendem Alter Ego Johannes Lohmer: "Sterben war gestern". Der DlfKultur kann gar nicht anders als lachen bei Frederic Beigbeders Roman "Der Mann, der vor Lachen weinte". Und der Dlf lobt sich die Crowdfunding-Initiative zu Gunter Gerlachs schrulligem Buch "Ein falsches Wort und du bist tot".

Mittwoch, 07.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Computer, Brunch und Podcasts

07.07.2021 "Belarus lebt" heißt eine Ausstellung in Berlin, die die Proteste gegen das Lukaschenko-Regime würdigt. Aber leider lebt es zum Teil inzwischen im Gefängnis, wie der Präsidentschaftskandidat  Wiktor Babaryka. Über beide berichtet die taz. Die FAZ schildert das Versagen Russlands in der Coronakrise. Auch in Chile hat die Katholische Kirche in der Bewältigung ihrer Missbrauchsgeschichte Kredit verloren, berichtet die Welt. Die SZ beleuchtet das dunkle Wesen und Wirken des Bitcoin.

Efeu - Die Kulturrundschau

Gleichheit an den Füßen

07.07.2021 Die SZ erliegt der reinen Kinomagie mit dem Cannes-Eröffnungsfilm "Annette" von Leos Carax. Der Guardian feiert die prickelnde Nostalgie in den Bildwelten der Paula Rego. Die NZZ lernt von der Accademia di Architetture in Mendrisio, dass Zukunft den Mut zum Widerstand erfordert. Einen Triumph der Frauen erlebt die SZ beim Festival von Aix mit Kaija Saariahos Oper "Innocence" über einen Amoklauf in der Schule. Und Zeitonline ist gebannt vom Schlagzeug auf Laura Mvulas Comeback-Album "Pink Noise".

Medienticker

Katzenbuch landet Coup

07.07.2021 Peter R. de Vries: Journalist in Amsterdam niedergeschossen - Tod ist kein Geschäft: Krimi-Hörspiel von Heiner Müller - Eigenheim-Gärten. Ein deutscher Albtraum - Ist der Untergang des alten weißen Mannes beschlossene Sache? Gespräch mit Johanna Adorjan + Verkaufscharts vom 28.Juni bis zum  04.Juli 2021.

Bücherschau des Tages

Formen des kleinen Wissens

07.07.2021 Die FAZ greift mit Harald Meller und Kai Michel nach den Sternen in der Bronzezeit. Mit wachsendem Grauen lauscht sie Francis Neniks Geschichte eines Leipziger Eugenikers. Wer den Kapitalismus so schön verteidigt wie Eula Bliss, dem hilft die NZZ gern bei der Finanzierung des Wintergartens. Dlf Kultur besteigt mit Robert Macfarlane "Berge im Kopf". Und die SZ empfiehlt noch einmal Fatima Daas' Roman "Die jüngste Tochter".

Donnerstag, 08.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Motiv der Ursprünglichkeit

08.07.2021 Heute antworten Dan Diner in der FAZ und Saul Friedländer in der Zeit auf A. Dirk Moses' Streitschrift über den angeblichen "Katechismus der Deutschen". Beide Autoren waren von Moses als Urheber dieses Katechismus benannt worden. Diner sucht den eigentlich religiösen Impuls in der Debatte. Friedländer fragt, wen Moses mit "Eliten" meint. Der Streit über eine mögliche Parteistiftung der AfD geht weiter. Ein Papier von WissenschaftlerInnen sucht außerdem nach "Alternativen zum Lockdown".

Efeu - Die Kulturrundschau

Köstliche Gemeinheiten

08.07.2021 Kunst von gleich fünf Giacomettis sieht die NZZ in der Fondation Maeght. In Aix en Provence lernt sie mit Samir Odeh-Tamimis "L'Apocalypse Arabe", dass Singen ein einziger Ausdruck des Humanen in höchster Not ist. In der Zeit geben sich Barbara Vinken und Jochen Schmidt dem Lustschmerz der Proustlektüre hin. Und Diedrich Diederichsen überlegt, warum Misogynie und sexuelle Übergriffe zu Popmusik und Hiphop zu gehören scheinen. Die Filmkritiker bejubeln Leos Carax' Eröffnungsmusical "Annette" in Cannes.

Medienticker

Randale, Raves & Ruhm

08.07.2021 Frankfurter Buchmesse: 20. bis 24. Oktober 2021 + Die Klimabuchmesse macht weiter - Alan McGees wilde Jahre - Das Dilemma Baerbock-Biografie - Annie Ernaux: Sich verlieren - Die Geschichte einer Obsession + Trost der Wolken: Nora Bossong über die Problemfelder unserer Zeit.

Bücherschau des Tages

Gescheite Grübelei

08.07.2021 Eine Erkundung des Lebens im Totalitarismus unternimmt die FAZ mit Gabriela Adamesteanus Roman "Das Provisorium der Liebe". Die FR begibt sich mit Oswald Eggers "Entweder ich habe die Fahrt am Mississippi nur geträumt, oder ich träume jetzt" in den Urschlamm der Wörter. Die SZ empfiehlt Kurt Flaschs "Christentum und Aufklärung" über Voltaires Auseinandersetzung mit Pascal.

Freitag, 09.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Der Pfad der Autonomie

09.07.2021 Hat der Holocaust seinen Ursprung in dem Genozid an den Nama und Herero? In der New York Times ziehen die postkolonialen ForscherInnen Kavena Hambira und Miriam Gleckman-Krut eine Verbindungslinie und fordern größere Reparationen für Herero und Nama. Die Attacken auf die Journalisten Erk Acarer und Peter R. de Vries werfen Fragen zum Stand der Pressefreiheit in Europa auf. Die SZ liest mit Schrecken den "Leitfaden für wertschätzende Kommunikation der Stadt Köln".

Efeu - Die Kulturrundschau

Ästhetisches Kuschelszenario

09.07.2021 Monopol denkt anlässlich der neuesten Kollektionen von Gucci und Balenciaga über den Unterschied von Kopie und Original nach. Die misogynen Fantasien einiger Deutschrapper folgen nur der kapitalistischen Logik, ist die SZ überzeugt. In der FAZ kritisiert Moritz Baßler die Wohlfühlliteratur der Gegenwart. Surrealismus ist der neue Realismus, meint Salman Rushdie im Interview mit Dlf Kultur mit Blick auf das brennende Meer im Golf von Mexiko. Der Standard blickt gerührt auf den frischen Humus des verstorbenen Künstlers Lois Weinberger.

Medienticker

Auf die Fresse, Herzblatt

09.07.2021 Aktualisiert: Licht & Schatten: Literatur & Pandemie + Buchmarkt in Corona-Zeiten - LiteraTour Nord-Preis für Iris Wolff und Ulrike Draesner - Hilmar Klute über Sprache und Gesellschaft - Büro ist überall: Im Hamsterrad der Homeoffice-Moderne -  Gregor Keuschnig über Ulrike Edschmids "Levys Testament" - Alice Munro zum 90.: Grande Dame der Short Story - Die aktuelle Krimibestenliste + TV-Hörfunk-Tipps fürs Wochenende.

Bücherschau des Tages

Ein gieriger Flaneur

09.07.2021 Die FAZ lernt Südjütisch, Saterfriesisch und andere Minderheitensprachen mit Albrecht Plewnia und Rahel Beyer. Mit Christiane Fülscher nimmt sie die Botschaften der frühen Bundesrepublik und der DDR unter die Lupe. Die SZ entdeckt in gleich zwei neuen Bänden Unveröffentlichtes von Hans Fallada. Die NZZ stößt mit Quentin Tarantino auf das Hollywood der Sechziger an. Dlf lässt sich von Anatoli Pristawkin die Geschichte  zweier russischer Zwillingsbrüder in einem kaukasischen Kinderheim erzählen. Und Dlf Kultur blickt mit  Ergun Cagatay in den Alltag türkischer Migranten.

Samstag, 10.07.2021

Efeu - Die Kulturrundschau

Leben in der Kompaktform

10.07.2021 Die Zeitungen feiern 150 Jahre Marcel Proust, nur der NZZ bleibt die Madeleine im Halse stecken. Die FAZ bereitet Angela Merkel mit Andreas Mühe in Dresden schon mal auf die Rente vor. Der Guardian kämpft in Aberdeen mit Aalen um den Biss in einen Fettklumpen. Die Filmkritiker feiern in Cannes mit Lars von Trier und Paul Verhoeven die Macht des Kinos - und der Männer. Die taz hört radikalen Underground-Metal aus Tunesien. Und die SZ möchte sich bei Festival Theaterformen in Hannover beim Pinkeln nicht bevormunden lassen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Dosenbier trinken und SUV fahren

10.07.2021 In Atlantic schöpft Yasha Mounk wieder Hoffnung für die liberalen Demokratien: Je länger Populisten regieren, umso weniger kann man von ihnen halten. In der Welt blickt Sergej Lebedew in die Schattenwelt, die mit den politischen Morden in Russland entsteht. Nach der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moise fragt Le Monde, warum niemand die sich ankündigende Tragödie aufhielt. Die SZ blickt auf die marode Salzbachtalbrücke, deren Sperrung den Verkehr in und um Wiesbaden lahmlegt.

Bücherschau des Tages

Umbruch in der Gefühlskultur

10.07.2021 Die taz begegnet Marcel Proust in den frühen Erzählungen "Der geheimnisvolle Briefschreiber" als schwulem Snob. Sehr anregend findet sie auch Jochen Schmidts Proust-Lektüre. Hochkonzentrierte Gefühlsfiktionen entdeckt der Dlf in Hans Falladas Erzählungen "Lilly und ihr Sklave". Die FAZ begegnet finnischen Einwanderern und amerikanischen Indigenen in Katja Kettus Roman "Die Unbewzingbare". Und als fantastische Antwort auf das Grauen der Gegenwart feiert die Welt Evie Wylds Schauerroman "Die Frauen".

Montag, 12.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Die kumulative Dynamik

12.07.2021 Auch die NZZ geht jetzt auf die Debatte um A. Dirk Moses ein, dem Claudia Schwartz "dummes Geschwätz" vorwirft. Die Historikerin Ulrike Jureit verwirft in der FAZ gegen Jürgen Zimmerer und Michael Rothberg die Ableitung des Holocaust aus dem Kolonialismus. hpd.de erzählt, wie Kolonialismus heute weitergeht: durch evangelikale Missionare, die die letzten indigenen Völker bekehren wollen. Die taz analysiert den neuen digitalen Kapitalismus. Und bei Twitter regiert Chiellini.

Efeu - Die Kulturrundschau

Welch albernes Gesichtshaar

12.07.2021 Reichlich überholt erscheinen dem Tagesspiegel die Stargesten der männlichen Hollywood-Riege in Cannes, die Europäer liefern dagegen zumindest laut der ebenfalls missgestimmten FR schlechtes Fernsehen. In der taz erzählt Tilman Baumgärtel, wie nervig es ist, NFT-Kunst zu kaufen. Die SZ erlebt in Roland Schimmelpfennigs "Skizzen der Dunkelheit", wie Lust zur Pflicht verkommt. Im Standard erklärt Lars Eidinger, nicht hip, sonder echt konservativ zu sein. In der FAZ erinnert die russisch-tschadschikische Sängerin Manizha daran, auf welchen Widerstand Feminismus auch stoßen kann. 

Medienticker

Hunderttausend Höllenhunde

12.07.2021 Verantwortung: Hörfunk-Interview mit Salman Rushdie über "Sprachen der Wahrheit" - Archäologe der Erinnerung im dauernden Augenblick: Der ewige Proust mit neuen Büchern & Hörbuchern - Totgesagte leben länger: Das Buch in Coronazeiten & Internet-Buchläden sind gefragter als Amazon - RaumZeitPiraten haben geentert ... + Leerer Bauch bringt große Kunst hervor, glauben Gutgenährte ...

Bücherschau des Tages

Leidenschaft oder Sachverstand

12.07.2021 Der Dlf lässt sich von Louise Erdrich erzählen, wie die Turtle Mountain  Chippewas in North Dakota gegen ihre Zwangsassimilierung kämpften. Mit Gewinn liest er auch den Abschlussband von Wolfgang Hilbigs Werken mit "Essays, Reden, Interviews". Als anregend und aufrüttelnd lobt die SZ Reiner Klingholz' Buch zu Klimawandel und Bevölkerungswachstum "Zu viel für diese Welt". Und die NZZ empfiehlt Niko Bätschs "Listening" als Ratgeber für Klang- und Kampfkunst.

Dienstag, 13.07.2021

Magazinrundschau

Ohne Hallo zu sagen?

13.07.2021 Warum soll eine grüne Energiewende möglich sein, aber keine weltweite Gewerkschaftsbewegung, fragt die LRB. In Pitchfork spricht Questlove über das "Harlem Cultural Festival" von 1969, über das er einen Dokumentarfilm gemacht hat. Wie lange wollen wir noch den Gringos die Schuld an der Misere in Lateinamerika geben, fragt der Salsa-Sänger und Politiker Rubén Blades in El Pais Semanal. In Harper's antwortet der Historiker Matt Karp auf das 1619-Projekt der New York Times. Newlines schaut dem Genozidleugner Peter Handke beim Verfertigen seiner alternativen Fakten zu. Die Blätter staunen über die zunehmende Korruption in Britannien. American Affairs sieht die Moderne an ihr Ende gekommen.

9punkt - Die Debattenrundschau

Genau das, was auch Europa braucht

13.07.2021 Die Medien bereiten doch nochmal die Fußball-EM auf. Die Niederlage ließ einige unschöne Seiten des englischen Nationalgefühls aufscheinen: den Rassismus nach drei verschossenen Elfmetern, und vorher schon einen Nationalismus, der bis heute nicht ohne Referenzen auf den Zweiten Weltkrieg auskommt, schreiben FAZ, SZ und andere Medien. Früher war linker Antisemitismus unsexy, jetzt ist er Pop, konstatiert Mirna Funk in der taz. Was genau ist gescheitert am Afghanistaneinsatz, fragen die Salonkolumnisten. Die SZ berichtet über ungewöhnliche Unruhe in der ARD, die den "Weltspiegel" künftig nachts senden will.

Efeu - Die Kulturrundschau

Neues schillerndes Spielmaterial

13.07.2021 Der Standard bewundert vor der Wiener Villa Beer Josef Franks moderate Moderne, der jede "teutonische Präzision" abgeht. Die NZZ erinnert an den Gestalter Mart Stam, der die Produktkultur der DDR mit hochwertigen Gebrauchsgütern formen wollte. ZeitOnline genießt mit Cedric Burnside den rohesten Blues, den Mississippi zu bieten hat. Die FAZ schmilzt unter  Rachael Wilsons seidenmattem Mezzosopran. Und in Cannes liegt die Kinokritik Wes Anderson zu Füßen, der mit "The French Dispatch" einen völlig weltfremden und überflüssigen Film gedreht hat.

Medienticker

Frauenstimmen

13.07.2021 Wolf Biermann übergibt seine Tagebücher & Songs der Staatsbibliothek -  Hörspiel "Drei Frauen" von Sylvia Plath in der Übersetzung von Friederike Roth - Damengambit: Schach und Sexismus - Bürgerkriegsähnliche Zustände: James Hawes über seine "kürzeste" Geschichte Englands - Wiederentdeckte Stimmen der experimentellen Literatur - C. Wright Mills' soziologische Phantasie oder die Konturen einer neuen Zeit erfassen + Asterix, der Kolonialist: Warum sich in den Comics Weiße gegen Weiße. auflehnen.

Bücherschau des Tages

Ohne Rezeption keine Realität

13.07.2021 Die FAZ erkundet mit Anselm Weyers erstklassigem Architekturführer die Kölner Nachkriegsmoderne zwischen Avantgarde und Parkhaus. Vergnügt liest sie auch Schuldts Fabeln "Leben und Sterben in China", denen sie allerdings eher eine literarische als philologische Zuverlässigkeit beimisst. Die SZ lernt von Agnes Heller, wie gefährlich frei der Mensch ist. Der DlfKultur begibt sich mit Andreas Speit auf die Spuren einer rechten Bio-Boheme.

Mittwoch, 14.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Privatstrand, Moschee, zwei Schiffsanleger

14.07.2021 Der fatale Einfluss der Kirchen auf Politik wird heute doppelt thematisiert: Auf Zeit online erklärt der georgische Politikwissenschaftler Bidzina Lebanidze, wie die orthodoxe Kirche in seinem Land den Hass auf Schwule instrumentalisiert. Bei hpd.de erklärt der Aktivist Benno Büeler, wie die Kirchen sexuelle Aufklärung und Bildung für Frauen verhindern. Friederike Böge erzählt in der FAZ, wie die chinesische #MeToo-Aktivistin Zhou Xiaoxuan mundtot gemacht wird.

Efeu - Die Kulturrundschau

Kernschmelze des Attraktionskinos

14.07.2021 In der taz sieht Florian Kessler nicht die Literatur in der identitätspolitischen Krise, sondern das Ego der Kritiker. Die SZ erlebt in Gerd Kührs Oper "Paradiese", wie eine erotische Urgewalt über den Prenzlauer Berg hereinbricht. Die FAZ erstarrt mit Wunderbaum vor der Eiswand der Intellektuellen. Die NZZ ruft dazu auf, die Geschichte schwarzer Komponisten in der Klassik aufzuarbeiten, von denen etliche, wie etwa Williams Dawson, in unverdiente Vergessenheit geraten sind.

Medienticker

Vom Staunen in der Welt

14.07.2021 Ernst Peter Fischer über die Wissenschaft in der Corona-Krise - Die gestürzte Pyramide: Jürgen Flimm zum 80. - Was bleibt für die Kinderbuch-Autorin? - Unabhängige Verlage der Hotlist-Kandidaten + die aktuellen Bestsellerlisten - 3D-Bücherwelt: Virtuelle Buchhandlungen -  Hörspiel: "Mögen Sie Emily Dickinson?" - Redakteur verlässt wegen homophober Drohungen Ungarn + Nachtkritik-Charts: Die beinahe wissenschaftliche Antwort auf die Frage: Was müsste ich eigentlich mal im Theater angucken?

Bücherschau des Tages

Advokatin der Bitternis

14.07.2021 Die FAZ lässt sich von Claude Anets "Ariane" bezirzen. Die NZZ lauscht Mary MacLanes Scharmützeln mit ihrer Freundin Annabel Lee. Die taz empfiehlt Carolin Schuttis "Der Himmel ist ein kleiner Kreis". Die SZ lässt sich von Sarah Hall zu den "Töchtern des Nordens" in einem postapokalyptischen England führen. Außerdem bespricht sie drei queere Comics.

Donnerstag, 15.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Damit so etwas nicht passiert

15.07.2021 "Leider konnte uns die EU nicht davor bewahren, dass wir heute in einem autoritären Staat leben müssen",  sagt der ehemalige Präsident des polnischen Verfassungsgerichts Jerzy Stepien in der taz. Droht ein Polexit durch die Gerichte? In der Zeit schreibt der türkische Journalist Erk Acarer, der letzte Woche in Berlin verprügelt wurde. hpd.de berichtet über die Grünen-Politikerin und Ditib-Kritikerin Berivan Aymaz, die von türkischen Medien bedroht wird. In der Zeit antwortet A. Dirk Moses auf Saul Friedländer und kritisiert ihn als Repräsentanten einer "illiberalen Wende". Im New Yorker erklärt Robin DiAngelo ihr antirassistisches Geschäftsmodell.

Efeu - Die Kulturrundschau

Das ist dramatisch, aber nicht schlimm

15.07.2021 Der Guardian schwärmt von der Unbekümmerheit, mit der die Künstlerin Sophie Taeuber-Arp Stile, Genres und Ausdrucksmittel mischte. In Cannes sah die SZ mit Ryusuke Hamaguchis "Drive My Car" einen ersten Favoriten für die Goldene Palme. Der Tagesspiegel erstarrte in Julia Ducournaus Schocker "Titane" vor Schreck. Die NZZ diagnostiziert: Wir lesen aneinander vorbei und wendet sich dann dem fröhlichen Designerkollektiv Memphis Milano zu. Die Kunstkritiker trauern um Christian Boltanski. Auf ZeitOnline schreibt die Schriftstellern Noémi Kiss ihrem Landsmann Péter Esterházy einen traurig-zornigen Brief ins Jenseits.

Medienticker

Femwashing

15.07.2021 Buch-Branchenzahlen: Wirtschaftspressekonferenz des Börsenvereins & Zahlen zu den Internetumsätzen im Sortimen - Theater-Nachtkritik: Fazits nach der Volksbühnenkrise - Mit Proust begann etwas völlig Neues - Kurt Gödels Notizbücher: Mehr Logik braucht das Leben - Bücher-Podcast oder wo die Freiheit zuhause war: Rahel Varnhagen & ihr Salon + Aufregend: Das Berliner Brecht-Haus ehrt Irmgard Keun.

Bücherschau des Tages

Quasi prophetischer Dichter

15.07.2021 Die FR taucht mit Silvia Ferraras "Die große Erfindung" tief hinab in die Windungen von Hieroglyphen und anderen antiken Schriften. Die FAZ lässt sich von Wendy Law-Yone erzählen, was die Bekanntschaft mit Dürrenmatt, Heine und Goethe für eine junge Frau in einer Militärdiktatur in den 60er Jahren bedeutete. Im Dlf empfiehlt Mithu Sanyal Shida Bazyars vor dem Hintergrund der NSU-Morde spielenden Roman "Drei Kameradinnen". Die SZ fragt, ob die Übersetzung von Boccaccios "Büchlein zum Lob Dantes" wirklich gegendert musste.

Freitag, 16.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Im Wasser treibend

16.07.2021 Der Klimawandel richtet Verwüstungen an. Der New-York-Times-Kolumnist Ezra Klein fragt: Warum macht die Menschheit nicht Weltrevolution? Der kubanische Regimekritiker Michel Matos erklärt in der taz, warum die Unruhen in Kuba zu Bürgerkrieg führen könnte. taz und SZ fragen, ob der jüngste Streit zwischen der EU und Polen nicht zum "Polexit" führen muss. In der Welt warnt Susanne Schröter vor der Zusammenarbeit mit islamistischen Organisationen.

Efeu - Die Kulturrundschau

Gibt es schwule Klänge?

16.07.2021 Die FR feiert in Cannes den expressiven Hyperrealismus von Julia Ducournaus Horrorfilm "Titane". Die SZ erlebt exponentiell beschleunigenden Zukunftskräfte in der Münchner Ausstellung "Ki.Robotik.Design". Die taz erkennt in einer Hamburger Ausstellung über Darstellungen der Industrie, wann die Fotografie die Malerei übertraf. Die SZ freut sich über die vielen Dirigentinnen bei den Klassik- und Opernfestivals der Saison.

Medienticker

Mainstream ist nichts Neues

16.07.2021 Aktualisiert: Pressefreiheit &  Demokratie: Die große Säuberung + in Hongkong Journalistenverband beklagt inschränkung der Pressefreiheit - Sehnsucht der Leser nach dem Geschmack der vielen - Heute vor 70 Jahren erschien J.D. Salingers "Fänger im Roggen": Clemens Setz über diesen "Jugend-Roman" - Hörtipps: 50 Years After - "Das Blaue Sofa" Dana Grigorcea über ihren neuen Roman "Die nicht sterben" - Premiere in Salzburg: Lars Eidinger als Jedermann im Interview + TV+Hörfunk-Tipps vom Wochenende.

Bücherschau des Tages

Wo liegt die Insel, die unser Leben ändert?

16.07.2021 Die taz empfiehlt die Reportagen von Ingeborg Schober, einer Pionierin der deutschen Rockkritik. Die SZ stellt vier Kinderbücher vor, in denen Katzen die Hauptrolle spielen. Die FAZ durchstreift mit Wolfgang Streecks "Zwischen Globalismus und Demokratie" und Michael Seemanns "Die Macht der Plattformen" das weite Feld der Kapitalismuskritik. Der Dlf vernimmt dankbar den Optimismus, den Steffen Menschings Gedichtband "In der Brandung des Traums" ausstrahlt.

Samstag, 17.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Gefährlich und verfrüht

17.07.2021 Genau jetzt, schon mitten in der Katastrophe, ist der Zeitpunkt um zu politisieren, meint spektrum.de - nicht nur über den Klimawandel, sondern auch über Katastrophenwarnungen, findet auch politico.eu. Und gewarnt wird auch in Britannien: vor Johnsons Politik der Öffnung trotz 50.000 Corona-Neuinfektionen am Tag. taz und FAS erinnern an die Attentate von München 2016 und Utoya vor zehn Jahren: Die Traumatisierungen bleiben. Die NZZ erzählt die Urgeschichte der plastischen Chirurgie.

Efeu - Die Kulturrundschau

Platzen vor göttlicher Ekstase

17.07.2021 Dezeen findet Freiheit, Abenteuer, Erkundungslust und Furchtlosigkeit in der Haute Couture von Iris van Herpen. Auf der Architekturbiennale in Venedig verliert Domus die Lust auf Community. Matthias Politycki erzählt in der FAZ, warum er nach Wien flieht. In Cannes erliegen die Filmkritiker der metaphysische Aura Tilda Swintons in Apichatpong Weerasethakuls "Memoria". Monopol stellt den amerikanischen Maler Devan Shimoyama vor. Und: Geburtstagsglückwünsche von Henry Hübchen, Leander Haußmann und Katharina Thalbach für Frank Castorf (70) und Jürgen Flimm (80).

Bücherschau des Tages

Verschiebung der Wahrheitsregeln

17.07.2021 Die taz lässt sich von Susanne Schröter in "Allahs Karawane" einladen und lernt eine Menge über jenen Islam, den der Islamismus nicht mag. Dlf Kultur empfiehlt J. Courtney Sullivans neuen Roman "Fremde Freundin", der ein Porträt Amerikas vor Trump zeichnet.  Die FAZ verweilt mit Philipp Sarasin im Jahr "1977" und gewinnt daraus genug "High Energy", um mit Jens Balzer in die Achtziger zu reisen.

Montag, 19.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Im Trägermedium des Gehirns codiert

19.07.2021 In der Welt ist Deniz Yücel empört über das Laissez-faire der Bundesregierung gegenüber den Machenschaften Erdogans in Deutschland. In der Berliner Zeitung lobt Susan Neiman Bundespräsident Steinmeier, der bei seinem Israelbesuch jüngst die Israelkritiker David Grossman, Eva Illouz und Omri Boehm ehrte. Der modische Antirasssismus wiederholt in seiner Israelkritik lange bekannte Positionen der Linken, schreibt Anastasia Tikhomirova in der taz. Der Guardian und andere Medien enthüllen den Missbrauch der Überwachungssoftware "Pegasus" durch viele Staaten.

Efeu - Die Kulturrundschau

Freiheit vom Ich

19.07.2021 Cannes hat vielleicht nicht seinen besten Jahrgang erlebt, wie FAZ und ZeitOnline meinen, aber FR, SZ und Welt verheißt die Goldene Palme für Julia Ducournaus wilden Horrorfilm "Titane" einen Aufbruch in ein wildes und radikales Kino. In Salzburg riss Lars Eidinger die Kritik mit seinem "Jedermann" hin, bei dem eher der Mann als der Mensch dem Tod geweiht ist. In der FAZ blickt Ulrike Erdschmid auf die siebziger und achtziger Jahre im linksradikalen Berlin zurück. Und der Freitag fragt, wann dem Pop die Anarchie abhanden gekommen ist.

Medienticker

Anti-Kanon

19.07.2021 Wie die Literaturkritik als Schindmähre zu Tode geritten wird - Andreas Platthaus zum Tod von Kurt Westergaard -  Philosophie der Rache: Die verdrängte Seite der Moderne - Horch & Guck fürs Handy: Spionage-Software "Pegasus" späht Journalistien & Aktivistinnen aus - "Demokratische Sinfonie" in Oldenburg: Die Bratsche steht für Angela Merkel+ Ein Historischer Streifzug mit der Jazz-Gitarre.

Bücherschau des Tages

Größenwahnsinnig ist das selbstverständlich

19.07.2021 Kürze und Präzision lobt die SZ an Ralph Bollmanns Angela-Merkel-Biografie, die es immerhin auf 800 Seiten bringt. Hervorragend findet sie Joseph de Wecks Macron-Porträt, das sich alle Anekdoten spart und lieber vom Land und seinen Brüchen erzählt. Großartig gescheitert findet der Dlf Friedrich Dürrenmatts "Stoffe-Projekt". Der DlfKultur lässt sich von Solmaz Khorsand erklären, wie nah "Pathos" an der PR ist. Und die taz vergnügt sich mit Ralf Königs treffender Lucky-Luke-Hommage  "Zarter Schmelz".

Dienstag, 20.07.2021

Magazinrundschau

Ich war hübsch, und sie hat mich nicht verlassen

20.07.2021 Die LRB recherchiert die Umstände der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse. Die Hedgehog Review erkundet die dunkle Seite des Fortschrittsidealismus. Harper's erzählt an einem Beispiel aus Alabama, wie schwierig es in den USA ist, einen Betriebsrat zu gründen. Die Islamisten sprechen jetzt woke, erzählt Ayaan Hirsi Ali in Unherd. New Frame und Africa is a country analysieren die Gewaltwelle in Südafrika. In Quietus erzählt Stephen Thrower von der Post-Punk/Industrial-Band Coil, wie konservativ die schwule Musikpresse zu Beginn der Achtziger war. In Atlantic beschreibt der uigurische Dichter Tahir Hamut Izgil die furchteinflößende Atmosphäre in Xinjiang.

9punkt - Die Debattenrundschau

Begleitet vom Atmen eines Elefanten

20.07.2021 NSO und andere "Sicherheitsfirmen" sind wie Labore, deren einzige Zweck darin besteht, maßgeschneiderte Varianten des Covid-Virus anzufertigen, um die Impfstoffe zu umgehen, sagt Edward Snowden im Guardian. Heute eröffnet das Humboldt Forum, und der taz fällt nichts Besseres ein, als "postkoloniale" Stimmen dazu zu sammeln. Dabei ist die Berlin-Ausstellung richtig schön woke, freut sich die SZ. Wenigstens die Welt ist glücklich mit dem Schloss. FAZ-Herausgeber Carsten Knop attackiert den Hessischen Rundfunk.

Efeu - Die Kulturrundschau

Ein weiblicher Hitparaden-Heidegger

20.07.2021 Die NZZ berichtet von Kampf kubanischer KünstlerInnen für mehr Öffnung und Dialog. In der SZ besichtigt Norbert Scheuer die Trümmer in Kall und Lutz Seiler protestiert gegen die Entscheidung Berlins, nicht mehr das Grab Oskar Loerkes zu pflegen. In der FAZ fragt der Dirigent Pietari Inkinen die Radiosender und Orchester, wer das Publikum in Zukunft bilden soll, wenn nur noch Beliebtes und Bekömmliches gespielt wird. Und auch artechock bejubelt den Affront, den Julia Ducournaus prämierter Horrorfilm "Titane" für das Kino von Cannes bedeutet.

Medienticker

Zugehörig einer künftigen Zeit

20.07.2021 Georg-Büchner-Preis geht an Clemens J. Setz -  Felicitas Hoppe erhält Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor -  Anti-Kanon von Denis Scheck sorgt für Ärger: SWR erklärt sich... und rudert zurück - Aktionskünstler Hermann Nitsch will einen "Farbrausch" in Bayreuth + "Nordische Klang-Poeme": Der Pianist Ketil Bjørnstad

Bücherschau des Tages

Baguette aus dem Automaten

20.07.2021 Als eines der schönsten und aufrichtigsten Bücher der russischen Literatur preist die FAZ Anatoli Pristawkins Roman "Schlief ein goldnes Wölkchen". Sehr berührt ist die NZZ von Adolf Muschg, der in "Aberleben" die Figuren wiedererweckt, die er in seinen bisherigen Romanen hat sterben lassen. Tröstende Lektüre erblickt der Dlf in Sigrid Nunez' Roman "Was fehlt dir". Und die taz vergnügt sich bestens mit Goran Vojnovics Vorstadt-Roman "Tschefuren raus!"

Mittwoch, 21.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Das nächste Nachher

21.07.2021 Jetzt ist das Humboldt Forum also eröffnet. taz und FAZ führen keine Freudentänze auf. Als Wissenschaftler kann man nur depressiv werden, wenn man sieht, wie Klimawarnungen in den Wind geschlagen werden, meint der Autor Toralf Staud in der SZ. Die Enthüllungen über die "Pegasus"-Spyware gehen weiter.

Efeu - Die Kulturrundschau

Provokation durch Brillanz

21.07.2021 Rundum beglückt zeigen sich die KritikerInnen vom Büchnerpreis für Clemens J. Setz und huldigen seinem Interesse am Mikroskopischen, der Poesie des Nerdigen und der Überfülle an Bildlichkeit. Le Monde feiert die sizilianische Regisseurin Emma Dante, die selbst aus Palermos Müll noch Bühnenzauber entfaltet. Auch in architektonischer Hinsicht werden die Olympischen Spiele eine traurige Angelegenheit werden, fürchtet der Guardian. Als reinste Mogelpackung, aber eine grandiose lässt sich die SZ Bob Dylans Streamingkonzert "Shadow Kingdom" gefallen.

Medienticker

Krisenmodus bleibt

21.07.2021 Pressefreiheit in Polen: Wo Satzfetzen auf Deutsch Argwohn schüren - SWR zu Schecks Anti-Kanon: Den "Literaturpapst" ironisch auf die Spitze treiben - Einigung Journalistinnen bei Tageszeitungen bekommen freie Tage, aber nicht mehr Geld ... - Pegasus-Projekt: Macron & Co. im Visier - Klett-Kinderbuch-Verlag: Was bleibt anders nach Corona?  Was bleibt anders: Hybride Veranstaltungen in der Klassik.

Bücherschau des Tages

Intellektuelle Szenarien

21.07.2021 Dlf empfiehlt Bernhard Schlinks Zeitstück "20. Juli", das die Debatte über den Tyrannenmord an eine Schule verlegt. Meisterlich findet Dlf Kultur Gert Loschütz' Roman "Besichtigung eines Unglücks" rund um die Themen Schicksal, Schuld, Liebe und Lebenslügen. Die FAZ begrüßt die deutsche Ausgabe von Massimo Osannas Erfolgsbuch über Pompeji. Die NZZ ist beeindruckt von der Klugheit, mit der Mark Gevisser "Die pinke Linie" zeichnet.

Donnerstag, 22.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Hierzulande erst mal abgeschaltet

22.07.2021 Asne Seierstad erzählt in der Welt, wie ein Polizist vor zehn Jahren Viljar Hanssens Hirn in den Schädel zurücksteckte und ein Tuch darum band. Hanssen war auf Utoya von Anders Breivik angeschossen worden.  "Antirassisten" wie A. Dirk Moses wollen nicht Rassismus bekämpfen, sondern Israel, schreibt Thomas E. Schmidt in der Zeit. Joe Biden hat Nord Stream 2 durchgewunken - und die Ukraine im Stich gelassen, fürchten die Medien.

Efeu - Die Kulturrundschau

Gemeinschaft und Ekstase

22.07.2021 Die Filmkritiker erleben mit Thomas Vinterberg das Glück im Alkoholrausch und die Abgestumpftheit von Lehrern in mittleren Jahren. Monopol blickt mit postkolonialen Künstlern vom gegenüberliegenden Spreeufer aufs Humboldt Forum und frotzelt: Warum nicht gleich ganz Mitte rekonstruieren? Das Künstlerkollektiv Forensic Architecture wusste längst über die Pegasus-Überwachung Bescheid, erinnert ebenfalls Monopol. Die Literaturkritik arbeitet sich weiter an Denis Schecks Anti-Kanon ab. Und die SZ hört Kuriosa der Jazzgeschichte von Alice Coltrane.

Medienticker

Thrill-Ride durch die Apokalypse

22.07.2021 Früher gab es Literaturpäpste, heute gibt es das jüngste literarische Gericht  - IVW: Spiegel gewinnt dank Digital-Abos, Welt und Wams verlieren deutlich - Zeitungsfacetten 2021: Die Stärken der regionalen Tageszeitung im Werbemarkt - The Most Happy Piano: Zum 100. Geburtstag von Erroll Garner - Warum nur ist politische Kunst oft so wirkungslos? + TV-Mitternachts-Tipp:  Buena Vista Social Club von Wim Wenders.

Bücherschau des Tages

Die Natur ist hier der Star

22.07.2021 Die Zeit schaut mit Heinz Strunk in die Abgründe der Midlife-Crisis. Die taz reist mit Birgit Schlieps durch eine Retortenstadt in der Kasachischen Steppe. Die FAZ freut sich über kleine Bosheiten gegen Journalisten in Stefan Gärtners "Terrorsprache". Die SZ sehnt sich mit Wolfgang Welt noch einmal nach  Bier, Musik und Männerwelten. Die FR räumt einen ganzen Stapel Bildbände über Japan vom coffee table. Und Dlf Kultur sucht mit Goran Vojnovics slowenischem Skandalroman nach der Identität der Tschefuren.

Freitag, 23.07.2021

Efeu - Die Kulturrundschau

Realität à la carte

23.07.2021 Frankreichs Militär malt sich mit einer Gruppe von Science-Fiction-Autoren die Untergangsszenarien der Zukunft aus, weiß die Welt. SZ und FAZ loten mit den Karikaturen von Greser & Lenz in Frankfurt ihre Humortoleranz aus. Alte weiße Männer wurden in der Literatur zwar oft kanonsiert, aber auch oft vergessen, tröstet Tell. Hyperallergic erkennt in der Londoner Tate Modern den Kolonialismus im Werk von Rodin. Die FAZ steht in Tokio in Kengo Kumas Olympiastadion zufrieden im warmen Sprühnebel. Und der Tagesspiegel springt mit Alexander Kluges weiblichem Orpheus schreiend im Feuerkreis herum.

9punkt - Die Debattenrundschau

Von A nach B ohne Datenspuren

23.07.2021 Die FAZ und der Perlentaucher kommen auf die kubanischen Unruhen zurück. Was wird siegen: "Patria o muerto" oder "Patria y vida"? Impfgegner sind keine "Dissidenten" betont Karl-Markus Gauß in der SZ. Auf Zeit online halten die Wirtschaftsethiker Thomas Beschorner und Martin Kolmar eine Impfpflicht für ethisch zu rechtfertigen. Die FAZ stellt den französischen Politologen Pierre-André Taguieff vor, der schon seit vierzig Jahren über die "Neue Rechte", Rassismus und Antisemitismus von rechts bis links forscht. Zeit online zeigt am Beispiel Indien, wie die Spyware "Pegasus" genutzt wird, um die Opposition auszuhorchen.

Medienticker

Lockdown

23.07.2021 Aktualisiert: Iris Radisch über die Literaturdebatten des Sommers 2021 - Internetstörung legt weltweit Websites lahm & Cyberangriffe: Deutsche Firmen im Visier - Verkaufsstatistik der Regionalzeitungen im 2. Quartal 2021 - Der Pionier der Talkshow Alfred Biolek ist tot -  Die mit den Lemmingen tanzte: Ingeborg Schober, die Pionierin des Popjournalismus - Malerin Xenia Hausner im Gespräch + TV-Tipp: "Back to Black" - Vor 10 Jahren starb Amy Winehouse + Die TV+Hörfunk-Tipps für das Wochenende

Bücherschau des Tages

Die Himmelsfrau fällt in die Welt

23.07.2021 Dlf Kultur riecht mit der Biologin Robin Wall Kimmerer am Süßgras und erlernt das Prinzip der gegenseitigen Fürsorge zwischen Mensch und Natur. Die SZ lauscht John Clares Gesängen vom ländlichen Proletariat. Die FAZ verteidigt sich gegen Henning Lobins "Sprachterror". Die FR freut sich über einen neuen Hirschhausen-Krimi von Gary Disher. Und der Dlf lernt von Laszlo F. Földenyi, dass die göttliche Perspektive auf einer Illusion beruht.

Samstag, 24.07.2021

Efeu - Die Kulturrundschau

Wahnsinn der Erleuchtung

24.07.2021 In der Literarischen Welt fragt Teju Cole, was es für einen Schwarzen bedeutet, ein niederländisches Stillleben zu betrachten. Die NZZ gerät in Winterthur beim Anblick vergessener Schweizer Expressionisten in Ekstase. Die SZ knöpft sich Juli Zeh vor: "Ist es lauter, Politik und Journalismus nicht zuzugestehen, durch unlautere Mittel eine Wirkung zu erzielen, solche Mittel aber in seiner Literatur selbst einzusetzen?", fragt sie. In der Welt ärgert sich Marina Abramovic über politische Korrektheit. Und der Standard schaut fassungslos zu, wenn Maguy Marin beim Wiener Impulstanz Festival die Zerstörung der Umwelt tanzen lässt.

9punkt - Die Debattenrundschau

Im Rhythmus der Normalität

24.07.2021 In der taz bricht Norbert Mappes-Niediek eine Lanze für Osteuropa, das nicht nur rückständig und homophob sei, sondern auch Solidarität verdiene. Außerdem huldigt sie der hartnäckigen Staatsanwaltschaft von Bologna, die auch nach 41 Jahren das Bombenattentat von 1980 weiterverfolgt. Die Welt wirft Per Leo eine Arroganz der späten Geburt vor. Die SZ vermutet, dass auch die Einsamkeit aus Menschen gefährliche Spinner macht. Und: Alfred Biolek ist tot, dem Deutschland nicht nur die gepflegte Plauderei verdankte, sondern auch die Monty Pythons.

Bücherschau des Tages

Wellen, Drinks, Stille

24.07.2021 FAZ und FR lesen berührt, wie Georges-Arthur Goldschmidt die Konkurrenz zu seinem großen Bruder Erich beschreibt. Die taz lässt sich von Emma Clines neuen Kurzgeschichten das Herz umdrehen. Mit Olga Shparagas Buch über die weibliche Revolution schöpft sie Hoffnung für Belarus. Die Welt spürt das Flirren der Sonne in Philipp Keels „Last Summer“ und setzt mit Lukas Rietzschel und Georg Baselitz zur Raumfahrt an. Dlf Kultur schlägt sich mit Viet Tanh Nguyen durch das Drogenmilieu im Paris der Achtziger und reitet auf einem gestohlenen Pferd mit C Pam Zhang durch einen ganz neuen Wilden Westen.

Montag, 26.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Das Trauma in großer Einsamkeit

26.07.2021 Durch "Nord Steam 2" hat die Ukraine für den Westen an Wert verloren, fürchtet Andrej Kurkow in der FAZ - Krieg wird dadurch wahrscheinlicher. Die Publizistin Cinzia Sciuto wehrt sich ebenfalls in der FAZ gegen die Formulierung, dass Kindern bei der Geburt ein Geschlecht "zugewiesen" wird. Der in den USA lehrende Politologe Minxin Pei hält es in der NZZ für unwahrscheinlich, dass China die USA technologisch überholt - zu rigide ist die ideologische Kontrolle. Jürgen Zimmerer sieht das Humboldt Forum in der Berliner Zeitung als Denkmal eines "Diskurses eurozentrischer Beharrung". Alan Rusbridger verteidigt in der Daily Mail die Pressefreiheit.

Efeu - Die Kulturrundschau

Zeig deine Zähnchen, Guido

26.07.2021 Die Theaterkritiker feiern die Rampensaukönigin der Herzen, die umwerfende Katharina Thalbach als Hercule Poirot. Im Standard schwelgt die Schriftstellerin Daniela Emminger im Dürrenmatt-Rausch. Die taz fühlt sich mit der jazzigen, bockigen Musik der Mountain Goats so pudelwohl wie in den Sümpfen Alabamas. Die FAZ blickt in Tübingen ungerührt auf ein Hologramm Marina Abramovics. Und: Die Feuilletons trauern um den großen Modefotografen F.C. Gundlach.

Medienticker

Berliner Unkenntnis

26.07.2021 Zum Jubiläumsjahr: Friedrich Dürrenmatts Universum - Streit um Oskar Loerkes Grab - Freiheit der Meinung: Jagoda Marinić ist gegen gendern - LGBTIQ: Verlag migo stellt Buch auf Ungarisch online - Mehr Vielfalt im Literaturbetrieb + Einem Autor sollte nichts peinlich sein, meint Clemens J. Setz.

Bücherschau des Tages

Der hinzu erdachte Pfau

26.07.2021 Die SZ liest Michael Wolffs Trump-Buch "77 Tage", weil der Autor so fesselnd zu schildern weiß, warum Trump sich für übervorteilt hält und die Republikaner weiterhin kontrolliert. Dlf Kultur empfiehlt einen von David Ranan herausgegebenen Band über aktuelle politische Schlagwörter und die von ihnen ausgeübte "Sprachgewalt". Die NZZ empfiehlt Fatima Daas' Roman "Die jüngste Tochter" über eine gläubige Muslimin, die auch noch lesbisch ist. Die FAZ liest neue Kinderbücher.

Dienstag, 27.07.2021

Magazinrundschau

Ein Sprengkopf, eine Stirn

27.07.2021 Das New York Magazine porträtiert den Whistleblower Daniel Hale, der das Drohnen-Tötungs-Programm Barack Obamas publik machte. Magyar Naranc kommentiert den Einsatz der Pegasus-Spionagesoftware gegen ungarische Journalisten und Oppositionelle. Der Guardian macht uns bekannt mit der Neuen IRA. Himal blickt mit einer Bande Affen auf die Ungleichheit in Delhi. In Eurozine erinnert Slavenka Drakulic an die Schriftstellerin Irena Vrkljan und ihre écriture féminine. Ceska pozice erklärt, wann die weibliche Namensendung -ová feministisch ist und wann nicht. Die New York Times ermuntert zu Gen-Food, das uns bald vor Krebs schützen soll.

9punkt - Die Debattenrundschau

So aufgeladen, so zentral

27.07.2021 Die Krise in Tunesien ist ein Zeichen, schreibt Dominic Johnson in der taz: "Von Iran über Nigeria bis Brasilien zittern die Mächtigen, sobald die Pandemie außer Kontrolle gerät." Die taz berichtet auch über das blutige Sisi-Regime in Ägypten. China benutzt westliche Medienleute und Prominente, um seine Menschenrechtsverstöße in Xinjiang zu beschönigen, notiert die Politologin Mareike Ohlberg im Tagesspiegel. Stefan Laurin weist bei den Ruhrbaronen einige faktische Fehler in Per Leos Buch "Tränen ohne Trauer" nach. Und Edward Snowden rät von Iphones ab.

Efeu - Die Kulturrundschau

Selbstbewusst, breitbeinig, eckig

27.07.2021 In Bayreuth hat mit Oksana Lyniv nach 145 Jahren zum ersten Mal eine Frau dirigiert: den "Fliegenden Holländer". Sie lässt die FAZ den Sturm hören, aber auch das Schimmern der Wogen. Gefeiert werden auch die Sänger Asmik Grigorian und Eric Cutler. In Salzburg liegen die Theaterkritiker der fulminanten Lina Beckmann zu Füßen, die Richard III. als böses Clownkind gibt. Die NZZ beschreibt die Situation in Ungarn, wo der Kulturkampf eine ganze Generation von Schriftstellern zu lähmen scheint. Zeit online und Tagesspiegel kommentieren die abgebrochenen Konzerte von Nena und Helge Schneider, die sich nicht mit den Sicherheitskonzepten abfinden mochten.

Medienticker

Sehnsucht nach vorne

27.07.2021 Staatsverständnis neoliberaler Wirtschaftstheorie - Sprachgewalt: Blick hinter die Fassade politischer Kampfbegriffe - Über Diverse Kinderbücher - Pionier der Weltmusik: Zum 100. Geburtstag des Klarinettisten Tony Scott - Sehnsucht nach vorne: Vom utopischen Moment der Avantgarde - Gottesbild in der Krise: Strafende Macht oder unbestimmtes Etwas? - Poesie & Forschung: Mythen & zeitgenössische Theorien, das Unermessliche & das  Quantifizierbare  + Was bleibt anders? Wie Corona unser Leben verändert.

Bücherschau des Tages

Männer in den Wechseljahren

27.07.2021 Die SZ erliegt Egon Christian Leitners aktiver Humanität und seinem wilden Denken, während sie sich durch seinen 926 Seiten fetten Sozialstaatsroman "Ich zähle jetzt bis drei und dann ist Frieden" gräbt. Die FAZ betrachtet den Kalten Krieg mit Eric Burtons Hilfe durch die Brille Tansanias. Der Dlf blickt mit Ewald Hetrodt auf das schwarz-grüne Politiklabor in Hessen. Lob gibt es auch für Maarten 't Harts Roman "Der Nachtstimmer" über einen Kirchenorgelstimmer auf Liebespfaden.

Mittwoch, 28.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Das trotzdem Erreichte

28.07.2021 Genozidleugnung ist in Bosnien-Herzegowina für strafbar erklärt worden - aber dafür musste der Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft Valentin Inzko seine "Bonn Powers" nutzen, berichtet die taz. Bei libmod.de analysiert der Historiker Martin Schulze Wessel Wladimir Putins geschichtspolitische Essays. In den Blättern erklärt Meron Mendel, wie sich mit Israelhass Differenzen kitten lassen. Und der "Palandt" wird laut SZ nun demnächst "Grüneberg" heißen - der Verlag C.H. Beck verabschiedet sich von den titelgebenden Nazis in seinen Kommentarwerken.

Efeu - Die Kulturrundschau

Mit der Attitüde des Provokateurs

28.07.2021 In Salzburg hatte der "Don Giovanni" Premiere: in der Inszenierung von Romeo Castellucci und mit Teodor Currentzis am Pult. Die SZ lernt das gesellschaftszerstörerische Potential des Sex verstehen und bewundert nackte Opernsänger. Die Welt erlebt nur Geistesblitze eines Dekorateurs. Die FAZ findet ein  Epos des "Coming of Age" in den Fotografien Tobias Zielonys. Dem Tagesspiegel gefällt die lakonische Souveränität von Franka Potentes Regiedebüt "Home". Die SZ freut sich über die Feier der Homosexualität in Lil Nas X neuem Video "Industry Baby".

Medienticker

Kunst der Beleidigung

28.07.2021 Pressefreiheit in der Türkei: Erdoğan nimmt die letzten kritischen Stimmen ins Visier - Gedämpfte Stimmung: ifo-Geschäftsklimaindex - Andreas Platthaus gratuliert dem Büchermenschen Klaus G. Saur zum 80. - Juristische Standardwerke: C.H. Beck beendet Nennung von Nazi-Autoren  - Gerhard Roth "Über den Menschen" - Axel Springer verkauft Teile seines Osteuropa-Geschäfts - Pornhub-Kampagne mit Alten Meistern - FAZ-Nachrichtenportal fürs Auto - Stefan Aust über Medien, Meinung und Zeitgeschichte - Ausstellung: Anselm Kiefer in Mannheim - Schwelbrand in Liebe & Gesellschaft: Daniela Krien über ihren Roman  "Der Brand" + Buchcharts: Die aktuellen Bestsellerlisten.

Bücherschau des Tages

Die Namen von Mördern

28.07.2021 In der FR lauscht Nico Bleutge den wundersamen Versen von Valzhyna Mort: "Musik für die Toten und Auferstandenen". So bedeutsam wie menschlich berührend findet Dlf Kultur den Briefwechsel von Günter Eich und Rainer Brambach, die sich versichern: "Nichts und niemand kann dich ersetzen." Die SZ empfiehlt die Neuauflage von Roberto Espositos "Immunitas" als Buch der Stunde. Die FAZ holt tief Luft und taucht ein in Boris Luries Collagewerk "Haus von Anita", mit dem Lurie seine KZ-Erfahrungen und die Konsumgesellschaft der 60er verarbeitete. Dlf empfiehlt Tomer Gardis "Eine runde Sache".

Donnerstag, 29.07.2021

9punkt - Die Debattenrundschau

Es war keine Frage von rechts oder links

29.07.2021 Warum interessiert sich der westliche Feminismus eigentlich so wenig für die so weiblich geprägte belarussische Opposition, fragt Alice Bota in der Zeit. Ebenfalls in der Zeit antwortet Götz Aly der Ethnologin Brigitta Hauser-Schäublin, die von einem legitimem Erwerb des Luf-Bootes sprach. Egal welche Debatte: In Deutschland kann man sich eigentlich immer darauf verlassen, dass es um "Schuld" geht, diagnostiziert Reinhard Mohr in der Welt. Margaret Sullivan fordert in der Washington Post ein neues Selbstverständnis von Big Journalism: Weg von der "falschen Äquivalenz". Und in Polen wird Journalismus abgeschafft, konstatiert Gabriele Lesser in der taz.

Efeu - Die Kulturrundschau

Hier brauche er Schwarz oder da Gelb

29.07.2021 Niemand findet das persönliche Drama im Popsong so gut wie Xavier Dolan, der mit seinem Film "Matthias & Maxime" zu alter Form aufläuft, freut sich der Tagesspiegel. Die Zeit schaudert vor dem autoritären kulturhygienischen Programm der Filme von Amazon Prime. Wann war Kunst je so kompatibel mit dem medialen Diskurs, stöhnt die Welt in der Badener Ausstellung "State and Nature". NZZ und SZ besuchen Hermann Nitsch, der in Bayreuth carte blanche für eine Performance der "Walküre" bekommmen hat. Van warnt vor dem seelenzerstörenden Klassikgeschäft.

Medienticker

Virtuose Niedertracht

29.07.2021 Kunst & Handwerk: Vom Büchermachen in Deutschland - Die Göttliche Komödie: Dantes meisterhafte Prosa & Bilderwucht - Witzig! Was kann und darf Humor heute? - Jerusalem am Rhein, Unesco-Weltkulturerbe: Ein klares Zeichen gegen Antisemitismus - DDR: Die Welt der Brigaden - Nachruf auf ZZ Top-Bassist Dusty Hill ist tot.

Bücherschau des Tages

Frohes Neues Scheusal, liebe Genossen

29.07.2021 Jean Genet ließ in Essays und Interviews seinem Hass auf die westliche Welt freien Lauf: Die FAZ muss bei der Lektüre ganz schön schlucken. Lew Rubinstein ging die Sache in seinem Kalender anders an: Er kommentierte die Ereignisse seiner Zeit mit Witz und in Form einer Collage. Außerdem wirft die FAZ mit Nadine Schneiders Roman "Wohin ich immer gehe" einen gründlichen Blick auf Rumänien. Die FR lässt sich von Alida Bremers Roman "Träume und Kulissen" eine Brücke nach Kroatien bauen.

Freitag, 30.07.2021

Efeu - Die Kulturrundschau

Rumpeln und rollen in höchster Präzision

30.07.2021 Farbe und Gesang - reicht völlig für Wagner, findet die taz in Hermann Nitschs Bayreuther "Walküre"-Performance. Die FAZ ist beeindruckt von Sergej Newskis Doku-Oper "Die Einfachen" über Homosexualität in der frühen Sowjetunion. Außerdem hat sie noch ein Hühnchen zu rupfen mit Salzburgs Intendant Markus Hinterhäuser. Die Welt freut sich über die Wiederauferstehung der Cahiers du Cinema. Die Zeit denkt über nackte Männerbeine nach. Die Literaturkritiker trauern um den italienischen Verleger und Schriftsteller Roberto Calasso, die Musikkritiker um den ZZ Top-Bassisten Dusty Hill.

9punkt - Die Debattenrundschau

Dinge, die nicht entstehen

30.07.2021 "Wir haben nicht verdient, geopfert zu werden!", ruft der kubanische Schriftsteller und Regimegegner Ángel Santiesteban in der FAZ an die Adresse all der Kuba-Romantiker im Westen. Die SZ staunt, dass die Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher es schafft zu gehen, ohne dass einer bemerkte, dass sie da war. Nach dem Iran will nun auch die Türkei die sozialen Medien regulieren, berichtet Bülrent Mümay in der FAZ. Selten war ein deutscher Wahlkampf so "öde", notiert die NZZ.

Medienticker

Warum man sein Ich nicht erkennen kann

30.07.2021 Aktualisiert: Meinungsfreiheit: Nicht Facebook darf die Standards bestimmen - Bedrohung der Pressefreiheit: Assange ist überall - Spaziergangswissenschaft: Wer geht, sieht mehr - Der neue Krimi von Friedrich Ani Im Dunkel des Alltags - Was hält Familien zusammen?  Gespräch mit Elke Schmitter über ihren Roman "Inneres Wetter" + Nachruf auf Roberto Calasso + TV-Hörfunk-Tipps fürs Wochenende.

Bücherschau des Tages

Hase mit Hörnern

30.07.2021 Die FAZ kämpft mit Petra Reski in Venedig leidenschaftlich gegen Touristen in Radlerhosen und Gondolieri mit Dünkel. Außerdem zündet sie ein geistiges Feuerwerk mit Moritz Rudolphs "Weltgeist als Lachs". Die NZZ hält Sulaiman Addonias Roman über das Leid in einem sudanesischen Lager für ein kleines Wunder. Dlf Kultur findet Trost in Marilyn und Irvin D. Yaloms Reflexionen über Leben und Tod. Die SZ hat viel Spaß mit Annalena McAfees biestiger Rentnerin im "Blüttenschatten". Außerdem empfiehlt sie Jugendsachbücher.

Samstag, 31.07.2021

Efeu - Die Kulturrundschau

Von aller Erdenschwere befreit

31.07.2021 So frisch hat man Wagner selten erlebt, jubeln die Theaterkritiker vom Grünen Hügel herab: Die SZ schwimmt in Hermann Nitschs hellen Farbseen Wagners dunklen Leidenschaften entgegen, die FAZ hört dank Pietari Inkinen einen Wagner jenseits der Düsternis. Billy Eilishs zweites Album ist das zweite Großereignis des Feuilletons: Die SZ hört das Alterswerk einer 19jährigen. Die NZZ trauert dem kraftvollen Verriss in der Literaturkritik nach. Monopol kämpft in München mit zwei Gottesanbeterinnen im Puppenhaus. Und Scarlett Johansson kämpft gegen Disney für die Zukunft des Kinos. 

9punkt - Die Debattenrundschau

Allzu sehr im eigenen Soziotop

31.07.2021
Aktualisiert: Die Welt attackiert Monika Grütters und das Auswärtige Amt, die dem Israelkritiker Bonaventure Ndikung das Haus der Kulturen der Welt übergaben. Angela Merkel hinterlässt den folgenden Bundesregierungen auch ein paar Probleme: Ihr Regierungsstil qua Küchenkabinett ist eines davon, schreibt Terri Langston in der Welt, die Abhängigkeit von China ist ein anderes, meint Timothy Garton Ash im Guardian. In der FAZ beteuert die scheidende Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, dass sie nicht für das in ihrer Amtszeit Gebaute verantwortlich ist. In der taz spricht Sergej Lebedew über die russische Technik der Giftmorde.

Bücherschau des Tages

Dandys in räudigem Tweed

31.07.2021 Lola Lafons "Komplizinnen" ist der Roman einer Tänzerin. Und laut Welt zeigt er nicht nur inhaltlich, sondern auch formal interessant, wie Ausbeutung in dieser Welt funktioniert.  Die FAZ liest mit Schaudern Milton Rokeachs Bericht über "die drei Christi aus Ypsilanti", das Protokoll eines überaus fragwürdigen psychiatrischen Experiments. Die taz amüsiert sich mit Till Raethers West-Berlin-Roman "Treue Seelen".  Der Deutschlandfunk liest Gedichte von Juliane Liebert.

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Katja Diehl / Mario Sixtus. Picknick auf der Autobahn - Wie wir in Zukunft unterwegs sein werden. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2025.Katja Diehl, Mario Sixtus: Picknick auf der Autobahn
Mit zehn Schwarzweiß-Abbildungen. Wie werden die Menschen in Deutschland in Zukunft autofrei und klimafreundlich unterwegs sein? Dieses Buch bietet Antworten und ist somit…
Selma Asotic. Sag Feuer - Gedichte. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2025.Selma Asotic: Sag Feuer
Aus dem Bosnischen von Marie Alpermann und Rebekka Zeinzinger. Selma Asotić hat sich als junge feministische Stimme aus Bosnien einen Namen gemacht. Ihre Lyrik ist einfach,…
Robert Menasse. Die Lebensentscheidung - Novelle . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Robert Menasse: Die Lebensentscheidung
Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.…
Hans Jürgen von der Wense. Routen II - Ostwestfalen. Matthes und Seitz, Berlin, 2025.Hans Jürgen von der Wense: Routen II
Mit zahlreichen Abbildungen und zwei beigelegten Messtischblättern aus dem Nachlass. Der Privatgelehrte, Übersetzer, Komponist, Landschaftsforscher, Briefkünstler Hans Jürgen…

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