Montag, 02.05.2011
Heute in den Feuilletons
02.05.2011 In der NZZ schreibt György Dalos über das Problem der ungarischen Regierung mit der nicht zu steuernden Außenwahrnehmung. Die FAZ porträtiert den bekanntesten türkischen Popstar Tarkan. In der SZ staunt Horst Bredekamp über die verschlungenen Wege der sexuellen Auslese. Für die taz besucht Gabriele Goettle einen Fachmann für Wohnungauflösungen. Wir sammeln erste Links zum Tod Osama bin Ladens.
Bücherschau des Tages
02.05.2011 In der SZ feiert der Kunsthistoriker Horst Bredekamp das Buch "Der Ursprung der Schönheit" des Evolutionsbiologen Josef H. Reichholf als großes Werk - über Freiheit und Gerechtigkeit. Die FAZ empfiehlt noch einmal nachdrücklich Jan Karskis "Bericht an die Welt" sowie Thomas Webers Studie "Hitlers erster Krieg".
Medienticker-Archiv
02.05.2011 Ole Reißmann über bloggende Journalisten - Lebensgefährliche Arbeit: Journalisten in Not - Kampf um den lesenden Nachwuchs: Zeit macht Ernst mit ihrem Kindermagazin - Mythos und Realität einer Dichterlegende: Joachim Dyck zum 125. Geburtstag von Gottfried Benn - Im Reich der Bürokraten: Hans Magnus Enzensbergers Ein- & Auslassungen über die Entmündigung Europas + Bekiffte Nächte in Manhattan: Über Jonathan Lethems "Chronic City".
Dienstag, 03.05.2011
Magazinrundschau
03.05.2011 Abajournal erklärt, warum wir vielleicht nie die Schätze der Savory Jazz Collection hören werden. Das New York Magazine legt ein neues Parfüm auf: Den Dreck der Kindheit. In Ägypten bereiten die Muslimbrüder unverhohlen die islamische Herrschaft vor, berichtet Al Ahram. The New Republic porträtiert den populären ägyptischen Israelhasser Amr Moussa. Harper's Magazine geht mit muslimischen Touristen in thailändische Bordelle. Open Democracy erklärt, was orthodoxer jüdischer Feminismus ist. In Prospect übernimmt Niall Ferguson die Weltherrschaft.
Heute in den Feuilletons
03.05.2011 "We caught him while he was at home in bed", ruft Anne Applebaum in Slate. Salman Rushdie stellt in The Daily Beast Fragen nach der Rolle Pakistans. Für Bernard-Henri Levy in La regle du jeu ist die Aktion gegen bin Laden auch ein Erfolg des Afghanistan-Kriegs. Spiegel Online klagt: Das war "Gerechtigkeit auf Amerikanisch!" War dies eines Rechtsstaats würdig?, fragt auch Henryk Broder in der Welt. In der taz plädiert Claus Leggewie für Mitbeteiligung von Bürgern, außer vielleicht bei Windrädern.
Bücherschau des Tages
03.05.2011 Die NZZ liest gefesselt Leonardo Paduras Roman über Trotzkis Mörder Ramon Mercader "Der Mann, der Hunde liebte" und staunt, dass er auf Kuba erscheinen durfte. Sehr empfehlen kann die taz Rainer Balcerowiaks "Demokratisches Weinbuch", das Einspruch erhebt gegen Prosecco, Federweißer und Beaujolais Primeur.
Medienticker-Archiv
03.05.2011 Publishers' Forum: Das digitale Spielfeld für Buchverlage abstecken - e-Books-Studie: Buchverlage bluten - Bob Stein über die Zukunft des Lesens und Schreibens - Luise Rinser: Ein Leben in Widersprüchen - John Landis: "Die Tage des moralischen Kinos sind vorbei" - Die One-Man-Show der Karikatur des Bösen: Das Medienphänomen Bin Laden - Amelie Nothombs Kamikaze-Killer und Schuberts "Winterreise" + Abriss: Das Ende des Suhrkamphauses.
Mittwoch, 04.05.2011
Heute in den Feuilletons
04.05.2011 SZ und FAZ sind sich einig: Man soll sich über den Tod Osama bin Ladens nicht freuen. Christopher Hitchens in Slate kann sein stilles Vergnügen in Slate dennoch nicht verhehlen: Er war gar kein Guerillero, sondern der verwöhnte Klient eines Schurkenstaats. Und er hat lange genug gelebt, um erfahren zu müssen, dass die Araber sein Phantom in ihrer Demokratiebewegung abgeschüttelt haben, notiert Thomas Friedman in der NY Times. Das ist doch ein Grund zur Freude, meint auch Jörg Lau in seinem Blog. In der FR reagieren die Autoren des Buchs "Das Amt" auf drastische Kritik aus dem Münchner Institut für Zeitgeschichte.
Bücherschau des Tages
04.05.2011 Die SZ liest mit großem Vergnügen Lena Goreliks Buch "Lieber Mischa", dem sie Brillanz und nonchalanten Humor bescheinigen kann. Die FR stellt Bernadette Conrads empfatische Biografie der Autorin Paula Fox vor, die sie für ihre existenziell grundierten Erzählungen bewundert. Die FAZ lässt sich von Robert Penns Begeisterung fürs Fahrrad zwar nicht anstecken aber beeindrucken.
Medienticker-Archiv
04.05.2011 Thomas Knüwers Serie "Netzwert Reloaded" - Die Reaktoren spielen verrückt: Rene Zeyer über die Kernschmelze des Journalismus - Auf ins Internet! Der Journalismus im Internet erhält Auftrieb - US-Zeitungen erfolgreich mit E-Papers - Das Internet entlarvt das Sachbuch als Schwachbuch - Nachtrag zum Tag der Pressefreiheit: Antrieb für Veränderung + Wie einst Giovanni Di Lorenzo in Hannover die "Hosen runtergelassen" hat.
Karikaturen und Cartoons
04.05.2011 Der Fisch ist satt.
Im Kino
04.05.2011 Wes Craven testet mit einem weiteren Sequel die dehnbarkeit der gemeingefährlich selbstreflexiven Horrorfilm-Serie "Scream". Adam Salkys Indie-Adoleszenz-Dramödie "Dare" macht in der Frage der sexuellen Orientierung ihres High-School-Protagonisten weder bei hetero noch bei schwul ein klares Kreuz.
Donnerstag, 05.05.2011
Heute in den Feuilletons
05.05.2011 Die taz unterhält sich mit Irena Grudzinska-Gross und Jan Tomasz Gross über das Verhalten der Polen im Holocaust. In der FR mag Germanist Manfred Schneider den Krieg gegen den Terrorismus nur als Krieg der Bilder sehen. Die SZ-Redakteure möchten, dass die Zeitung keine Artikel mehr kostenlos online stellt. Die Zeit staunt sehr: Otto Sander wird siebzig. In der Jungle World spricht Pierre Boulez über seine Methode. Und die FAZ fragt: Warum soll man die Pekinger Aufklärungsaustellung schließen? Es geht ja sowieso keiner hin.
Bücherschau des Tages
05.05.2011 In seinem Roman "Die Orangen des Präsidenten" erzählt Abbas Khider von seinen Jahren im irakischen Gefängnis, und die Zeit trifft es wie ein Schlag: Der Lagerroman ist keine historische Gattung, er ist brandaktuell. Außerdem stellt sie Oliver Hilmes' Biografie des Komponisten und Salonlöwen Franz Liszt. Die NZZ liest gefesselt Florian Klenks Reportagen "Früher war hier das Ende der Welt". Die FAZ empfiehlt "Urban Gardening".
Medienticker-Archiv
05.05.2011 Wenn Ihr Fernseher lügt: Eine NDR Dokumentation blickt hinter die Kulissen der gestellten TV-Wahrheiten - Polit-Talk im TV: Die Arnulf-Baring-Falle - Medienkonzentration oder "Was ist Meinungsmacht?": Berichte vom Medientreffpunkt Mitteldeutschland 2011 - News Corp.: Medienmogul Murdoch fehlen Blockbuster - "Ignoranz als Staatsschutz": Wie die Schweiz Max Frisch bespitzelte - 10.000 Seiten: Das längste Gedicht der Welt.
Freitag, 06.05.2011
Heute in den Feuilletons
06.05.2011 Jeremy Bernstein erinnert im Blog der NYRB an James Abbott, der Abbottabad nach sich selbst benannte und dann eines der schlechtesten Gedichte englischer Sprache dazu verfasste. Gawker rät ab von SaferHouse, der Wikileaks-Konkurrenz von Rupert Murdoch. Die Welt erklärt, warum die FAZ Osama Usama schreibt. Und: die niederländische Künstlerin Nadia Plesner darf jetzt hungernde Kinder mit Louis-Vuitton-Taschen malen.
Bücherschau des Tages
06.05.2011 Die SZ liest beeindruckt von der hohen Prägnanz die Erinnerungen "Da steht mein Haus" des Psychoanalytikers und Schriftstellers Hans Keilson. Außerdem arbeitet sie sich durch Jan Assmanns neue Studie "Religio duplex". Die FAZ rühmt zum 150. Geburtstag des Nobelpreisträgers Rabindranath Tagore die Brillanz seiner "Gedichte und Lieder".
Medienticker-Archiv
06.05.2011 Sascha Lobo tummelte sich im Netz der Besserwisser - New York Times: Schicksalsjahre einer Zeitung - Ausgezeichnet: Lokaljournalismus als Weg aus der Zeitungskrise? - Gated Community: Aus der Traum vom freien Publizieren - Die Qual der Wahl im eBook-Regal - "Jedes Buch hat seinen eigenen Markt": Self-Publishing-Autoren als Partnermodell + Kassettendeck: Soundtrack nicht nur einer Generation.
Karikaturen und Cartoons
06.05.2011 Charlie Hebdo bringt das Bild von Osama bin Laden.
Samstag, 07.05.2011
Heute in den Feuilletons
07.05.2011 In der Welt fragt Burkhard Spinnen: Was wird im Zeitalter des Ebooks aus dem Cover? Einmal nicht kritisch ist Islamkritikerkritiker Patrick Bahners gegenüber der Jungen Welt. In der taz erklärt der geoutete und dann geoutsourcte Kirchenlehrer David Berger, wie Religion am besten funktioniert: Lügen, Wissen, Schweigen. Die NZZ beobachtet eine "geradezu gespenstische" Renaissance des Chores im deutschen Theater. Mashable zeigt, wie sich die Nachricht vom Tod Osama bin Ladens zuerst auf Twitter verbreitete.
Bücherschau des Tages
07.05.2011 Aufregende Bücher heute: Die NZZ preist Andrzej Barts Roman "Die Fliegenfängerfabrik", der die Geschichte des Lodzer Judenrats Chaim Rumkowski erzählt, und zwar ebenso ergreifend wie magisch. Die FAZ durchquert mit Wolfgang Büscher zu Fuß die USA von Nord nach Süd und lernt mit V.S. Naipauls "Afrikanischem Maskenspiel", die Sanftmut der Pygmäen zu lieben. Die FR rühmt den "brillanten Apokalyptiker" John Burnside und seinen Roman "Lügen über meinen Vater". Die taz verreißt Peter Handkes "Großen Fall" als Ansammlung von Vorurteilen.
Montag, 09.05.2011
Heute in den Feuilletons
09.05.2011 Der Welt schwindelt: Die Berliner Philharmoniker feiern mit Christian Thielemann und Richard Strauss den fünften Jahrestag des Anschlusses der Stadt Wien. In der FAZ beklagt Necla Kelek eine Einseitigkeit der Migrationsforschung in Deutschland und ihrer Funktionäre. Was würden wir sagen, wenn die Irakis George W. Bush umgebracht und seine Leiche im Atlantik versenkt hätten?, fragt Noam Chomsky in Guernica. Bin Laden war sowieso schon tot, gibt Gilles Kepel in der New York Times zu bedenken. In der taz diskutieren Juli Zeh und der oberste Volkszähler Gert G. Wagner über die Volkszählung.
Bücherschau des Tages
09.05.2011 Seufzend hält die FR Tony Judts Verteidigung einer gerechter Gesellschaft "Schlecht geht es dem Land" in den Händen: So gut stand einmal die Sozialdemokratie da. Zur Stärkung des menschlichen Eigensinns kann sie auch Alexander Kluges "Das Bohren harter Bretter" empfehlen. Die SZ lässt sich von Matthias Matusseks "Katholischem Abenteuer" nicht bekehren, dies aber mit Vergnügen. Die FAZ würdigt Georg Steinbergs Auseinandersetzung mit dem Prozessrecht und das wütende Plädoyer des Milchbauern Romuald Schaber "Blutmilch".
Medienticker-Archiv
09.05.2011 Lorenz Matzat: Daten sind der Treibstoff des Journalismus - Ranking: Die News-Websites mit den treuesten Lesern - Paid Content: FTD.de bietet kostenpflichtige Beiträge an - Nachtkritik: Eröffnung des Berliner Theatertreffens 2011, Tschechows "Platonow" am Wiener Burgtheater und Was wäre, wenn heute Revolution wäre? Peter Weiss' Marat/Sade in Dresden + Wer bloggert so spät im Bloggerloch?
Essay
09.05.2011 Archive konstruieren nicht nur die Vergangenheit. Sie strukturieren auch das Denken. Was verändert sich durch ihre Digitalisierung?
Dienstag, 10.05.2011
Magazinrundschau
10.05.2011 Die NYRB möchte mit Pakistan nicht mehr reden. Der New Yorker will an Pakistan auch nichts mehr zahlen. In Rue89 erklärt Mehdi Belhaj Kacem seinen Abschied von Alain Badiou. Prospect folgt der Honigstimme von GLaDOS. El Pais Semanal wird langsam klar: der Stierkampf endet nicht mit dem Tod eines Stiers. Die NYT porträtiert die Facebook-Klasse von 2007. Bloomberg stellt fest: Der Triumph der Mathematik ist auch ihre Krise.
Heute in den Feuilletons
10.05.2011 Ärger in der Branche: Dem Spiegel-Journalisten Rene Pfister wurde nachträglich der Henri-Nannen-Preis aberkannt. Die Mehrheit der Jury kritisierte den szenischen Einstieg seines Seehofer-Porträts, der den Eindruck erwecke, er sei aus eigener Anschauung geschrieben. Das Hamburger Abendblatt weiß die Details. Der Spiegel ist sauer. Die FR freut sich in ihrer ersten Cannes-Kolumne auf den neuen Film von Terrence Malick. Das Blog Puszta Ranger dokumentiert eine Diskussion der ungarischen Regierungsparteien über Imre Kertesz. Die SZ kritisiert den "Heritage at Risk"-Report des internationalen Denkmalschutzrates Icomos.
Bücherschau des Tages
10.05.2011 Als tiefsinnig und komisch empfiehlt die FAZ Andrea Camilleris Schelmenroman "Steng vertraulich". Ganz schwermütig wird sie über Christoph Meckels Gedichten "Gottgewimmer". Die NZZ preist Peter Kurzecks Großchronik "Vorabend" als Glücksfall für die Literatur.
Medienticker-Archiv
10.05.2011 Die Schreckensherrschaft des Angenehmen in der Literatur - Clash der Kulturen: Hochkultur war gestern, auch beim ZDF steht Crossover auf der Agenda - IVW-Zahlen: Frühsommer drückt April-Klickzahlen - VZ auf VB: Holtzbrinck will Digitalgeschäft umbauen - Interviews mit Mathias Kopetzki über seinen Vater, mit Adolf Muschg über Japan und mit Siri Hustvedt über ihren neuen Roman + Wiederentdeckt: Michael Malones "Ein Winternachtsmord".
Karikaturen und Cartoons
10.05.2011 Nichtwissen ist Macht.
Mittwoch, 11.05.2011
Heute in den Feuilletons
11.05.2011 Die Filmkritik hat sich in Cannes eingerichtet und blickt weitgehend freudig den heute eröffnenden Filmfestspielen entgegen: Gezeigt werden auch zwei mutig an die Croisette geschickte Filme der beiden iranischen Regisseure Jafar Panahi und Mohammed Rasoulof. In der SZ beobachtet der Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe eine antikapitalistische Revolution in Europa. In der FR empfiehlt Joachim Radkau die Weisheit des Mittelwegs. Die FAZ präsentiert das chinesische Fräuleinwunder Gao Can. Und die Welt beobachtet ehrfurchtsvoll die Digitalisierung Paul Klees. Weiter für Diskussion sorgt der Henri-Nannen-Preis: Wurde Rene Pfister in der falschen Kategorie nicht ausgezeichnet?
Bücherschau des Tages
11.05.2011 Sehr empfehlen kann die NZZ Peter Oliver Loews emphatische und kenntnisreiche Biografie der Stadt Danzig. Die SZ sieht Marianne Weber durch Bärbel Meurers Biografie ins rechte Licht und aus dem Schatten ihres Mannes gerückt. Groß und bedeutsam findet die FAZ die von Sönke Neitzel und Harald Welzer herausgegeben Abhörprotokolle deutscher Soldaten. Und die FR gruselt sich wohlig mit John Cheevers Surburbia-Roman "Die Lichter von Bullet Park".
Medienticker-Archiv
11.05.2011 Hanjo Henker über Truther, Infokrieger und deren fehlgeleitete Leserschaft - Digital vs. Print: Verlage sollen Organisationsnetzwerke von Fans werden - Manfred Bissingers Abrechnung und Forderung nach einem Verleger-Internet - Urheberrecht, ein Sommermärchen: "Dritter Korb" der Urheberrechtsreform erfordert Aufklärungsarbeit - Revolution von rechts: Ungarn im Kulturkampf + Bob Dylan: Jugendliches Genie und ewiger Dilettant.
Im Kino
11.05.2011 Den Rennfahrer als Volkshelden lässt Asif Kapadia in seiner Doku "Senna" aus Archivmaterial wiederauferstehen. Mit Untoten anderer Art bekommt es dagegen ein Vampirjäger namens "Priest" im angenehm unironischen B-Movie gleichen Titels zu tun.
Donnerstag, 12.05.2011
Heute in den Feuilletons
12.05.2011 Ein Hauch von Kurkonzert: Die taz besuchte einen Kulturabend der Grünen: Die Zeit versichert: Niedere Instinkte liegen ihr fern. Der Freitag beugt sich über Unsitten des deutschen Journalismus wie szenische Einstiege und Eigenwerbung im Nachrichtenteil. In Cannes lief der neue Woody Allen, in dem neben Carla Bruni auch Hemingway und die Fitzgeralds auftreten. Die FAZ ist außer Atem: Jeder Besucher muss die Leonardo-Ausstellung der Londoner National Gallery in mindestens 30 Minuten durchschritten haben.
Bücherschau des Tages
12.05.2011 Die Zeit empfiehlt sehr nachdrücklich Julian Schütts Max-Frisch-Biografie: Er beherrscht nicht nur die Nuance, sondern auch die Pointe. Als große Begabung preist die FAZ Nora Bossong und ihre Gedichte "Sommer vor den Mauern". Die SZ liest mit größtem Vergnügen Karen Russells Roman "Swamplandia" über eine Aussteigerfamilie in Florida, und auch Kurt Floerickes Brevier über "Nagetiere" amüsiert sie sehr. Die NZZ stellt Dominik Perlers Philosophiegeschichte "Transformationen der Gefühle" vor.
Medienticker-Archiv
12.05.2011 Filz, Fett und Visionen: Lothar Schirmer über Joseph Beuys, der heute 90 Jahre alt geworden wäre - Bilanzen: Digitales bringt Umsatz - 1000 Euro pro Titel: Französische Verlage verklagen Google - Zeitungskrisen-Report: Auflagenentwicklung seit 2001 - FR: Die Geschichte vom traurigen Dinosaurier - Erforscht: Public Relations für die DDR - Nach dem Skype-Coup: Immer will Microsoft mitspielen + Wolfgang Michal fragt sich: Pfister geschlagen, Spiegel gemeint?
Freitag, 13.05.2011
Heute in den Feuilletons
13.05.2011 Die NZZ porträtiert Kämpfer gegen Korruption in Russland und Indien - und Countrymusiker aus Brasilien. Die taz erzählt, wie schwer es Journalisten in Syrien haben. In den Blogs und Zeitungen wird nach dem Eklat um den Kisch-Preis weiter über die Frage der Wahrhaftigkeit im Journalismus nachgedacht. In der FR schreibt Georg Klein über den Aufstieg seines Heimatclubs FC Augsburg in die erste Liga. Die Feuilletons trauern um den Filmkritiker Michael Althen, der im Alter von nur 48 Jahren gestorben ist.
Bücherschau des Tages
13.05.2011 Die FAZ verneigt sich vor John Updike, dessen letzte Erzählungen in "Die Tränen meines Vaters" versammelt sind. Mit Vergnügen liest sie Robert Penns Fahrradbuch "Vom Glück auf zwei Rädern". Die SZ lässt sich von Gerard Donovans Roman-Erstling "Ein bitterkalter Nachmittag" in Endzeitstimmung versetzen.
Bücherbrief
13.05.2011 Zwei Jahre Knast im Irak, ein Prozess gegen den Vorsitzenden des Judenghettos von Lodz, sieben unheimliche Geschichten aus dem Museum, Reise in das Innere Afrikas und der USA, ein Blick auf den Ursprung der Schönheit und in die Ordnung des Periodensystems - man kommt rum mit den besten Büchern des Monats Mai.
Medienticker-Archiv
13.05.2011 Studie: Europäische Medien im Vergleich - Online-Journalismus: Journalisten im Web freier als offline - Urheberrecht: Springer streitet mit Website-Betreibern - Kampagne gegen Google: Facebook schlittert ins PR-Desaster - Von 45 auf 94 Millionen: Bertelsmann verdoppelt Konzerngewinn - Wolfram Schütte über Symbol-Politik - Karin Beier: Die Popikone des Theaters + Haiku oder Rorschach-Test? Die Lyrik der Emily Dickinson, die vor 125 Jahren starb.
Karikaturen und Cartoons
13.05.2011 Heute: Die Tücken des beschränkten Grenzverkehrs.
Samstag, 14.05.2011
Heute in den Feuilletons
14.05.2011 Die taz war dabei, als Claus Peymann seinen Kollegen Herbert Fritsch anpöbelte. Es ging um Theater. "Im Kern totalitär": Die Welt ist über den Diskurs der Nachhaltigkeit nachhaltig verstimmt. Carta fragt, wie man im Netz noch über die Artikel anderer sprechen soll, wenn Zeitungskonzerne Zitate mit Rechnungen belegen? SpOn-Kolumnist Georg Diez ist sehr sauer über die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Die FR ist ergriffen von Christoph Marthalers subpolarem Abend in Wien. Die FR erzählt auch, wie Facebook Google anschwärzen wollte. In der FAZ schreibt Bei Ling über die wilden amerikanischen Jahre Ai Weiweis.
Bücherschau des Tages
14.05.2011 Die FAZ sieht die Meuterei auf der Bounty mit ganz neuen Augen: denen des "Schiffsjungen". Außerdem lernt sie von Walter Kempowski einiges über den "Umgang mit Größen". Die NZZ bewundert die filigrane Prosa von Gyrdir Eliassons Roman "Ein Eichhörnchen auf Wanderschaft". Die taz lässt sich von dem dänischen Autor Kim Leine in die "Untreue der Grönländer" einweihen.
Montag, 16.05.2011
Heute in den Feuilletons
16.05.2011 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat im Dradio erstmals ihre Pläne für ein Leistungsschutzrecht bekanntgegeben, meldet Carta. Wer zitiert, soll zahlen. Meedia bringt einen Überblick über die Zeitungskrise in Deutschland: Bergab ging's für fast alle, am wenigsten noch für die Überregionalen. Aus Cannes wird über den Film des Iraners Mohammad Rasoulof "Be omid e didar" berichtet. Und die Berliner Philharmoniker sagen zum schönen Städtchen Salzburg leise Servus.
Bücherschau des Tages
16.05.2011 Zum siebzigsten Geburtstag Seiner Bobness räumt die FAZ eine Reihe neuer Veröffentlichungen vom Schreibtisch, empfehlen kann sie Olaf Benzingers Buch "Bob Dylan". Auf Trab hält sie außerdem Damon Galgut mit seinen Reisen "In fremden Räumen". Die SZ liest Dieter Henrichs "Werke im Werden" als Aufruf zu einer Literaturgeschichte der Philosophie.
Medienticker-Archiv
16.05.2011 iPad: Die erfundene Lücke oder Warum das iPad entbehrlich ist - Bewerbung um die ZDF- Intendanz: Thomas Bellut oder Claudius Seidl? - Kostenlos durchhalten: taz.de-Chef Matthias Urbach setzt auf freiwilliges Zahlen von Nutzern - WikiLeaks will sich den Besitz an geleakten Informationen sichern - e-Books: Welches Potenzial haben angereicherte e-Books? + Tilman Spengler über den Griff nach der chinesischen Seele.
Dienstag, 17.05.2011
Magazinrundschau
17.05.2011 Der New Yorker erzählt, wie die Regierung Obama ihre Geheimnisse verteidigt. Elet es Irodalom kritisiert die Abschaffung der unabhängigen Filmförderung in Ungarn. In Le Point sieht BHL die alten Knacker des Islamismus Punkte machen. In den Blättern findet Seyla Benhabib die Angst vor Hamas und Hisbollah übertrieben. Der Rolling Stone versteht nicht, warum man Goldman Sachs nicht die eigenen todgiftigen Kreditpapiere ins Maul stopft. Outlook India begutachtet die Zeichnungen Rabindranath Tagores.
Heute in den Feuilletons
17.05.2011 Die NZZ fährt begeistert Rolltreppe im neuen Antwerpener Museum aan de Stroom von Neutelings & Riedijk. In der taz erklärt die chinesische Schriftstellerin Zhang Yihe: Wenn wir Ai Weiwei verteidigen, verteidigen wir auch uns. Die SZ lernt: Der Dirigent Fritz Busch wurde nicht von NS-Parteibonzen vertrieben, sondern von den lieben Künstlerkollegen. In Cannes sind FAZ und SZ ergriffen von Terrence Malicks "Tree of Life", FR und Welt gähnen, die taz musste draußen bleiben.
Bücherschau des Tages
17.05.2011 Die FAZ ist absolut hingerissen von Salka Viertels Erinnerungen "Das unbelehrbare Herz": Im Salon der Schauspielerin in Hollywood ging die gesamte deutsche Emigranten-Boheme ein und aus. Als subtile Meditation über das Töten preist die NZZ Leo Tuors rätoromanischen Roman "Settembrini" über die Kunst des Jagens. Sehr berührt hat sie Yanick Lahens' Haiti-Journal "Und plötzlich tut sich der Boden auf". Die SZ lässt sich trotz anfänglicher Gegenwehr von Sjons Roman "Das Gleißen der Nacht" fesseln.
Medienticker-Archiv
17.05.2011 Bernd Ziesemer: "Viele Medienunternehmen in Deutschland sind nicht gut gemanagt" - Blinke-Blinke war gestern: Online-Journalismus und Werbung - Die Scanner: Wer sind die Leute, die Deutschlands falsche Doktoren zu Fall bringen? - Wolfram Schütte über Michael Schischkins "Venushaar" - Gezwitscherte Kampagnen: Manche Twitter Kampagnen sind gut, manche nicht so + Cloud-User: Datenwolke hat uns bereits fest im Griff.
Karikaturen und Cartoons
17.05.2011 Männer im Wahn.
Mittwoch, 18.05.2011
Heute in den Feuilletons
18.05.2011 Der Tagesspiegel staunt über das "unvergleichliche Traumateam" Veit und Thomas Harlan Im Blog der New York Review of Books fragt Yasmine El Rashidi: "Warum brennen die Kirchen in Ägypten?" In Carta macht Manfred Bissinger einen Vorschlag zur Rettung des Journalimus im digitalen Zeitalter: mehr Geld verlangen. In der FAZ antwortet der Migrationsforscher Klaus J. Bade auf eine Attacke Necla Keleks. Der SZ graut vor Unternehmen und Kulturbetrieb, die nicht mal Lippenbekenntnisse für Ai Weiwei zustande bringen.In The Daily Beast plädiert Bernard-Henri Levy gegen eine Vorverurteilung Dominique Strauss-Kahns.
Bücherschau des Tages
18.05.2011 Für eine
furchteinflößenden Landeskunde hält die
NZZ Sreten Ugricics Serbien-Roman "An den unbekannten Helden". Fröstelnd liest die
SZ Paul Leautauds scharfsinniges, aber doch recht gefühlskaltes "Kriegstagebuch 1939-1945" (hier unser
Vorgeblättert). Die
FR preist den Briefwechsel zwischen
Sigmund Freund und
Martha Bernays, die
FAZ kann
Paul Murrays Internatsroman "Skippy stirbt" empfehlen.
Medienticker-Archiv
18.05.2011 Aktualisiert: F. C. Delius erhält den Büchner-Preis 2011 und Philip Roth den Man Booker International Prize - Über Peter Sloterdijks "Die nehmende Hand und die gebende Seite" - Denkerkollektive: Die neue Schule von Paris - Bertelsmann: Besitzerfamilie regelt Eigentumsverhältnisse neu - Facebook in grün: Xing will facebookiger werden - Strenge Datenschutz-Auflagen: Kalifornien will Facebook bändigen - Rimini Protokoll: "50 Aktenkilometer" am Hebbel am Ufer in Berlin.
Mord und Ratschlag
18.05.2011 In seinem großartigen Thriller "Wahrheit" zeigt Peter Temple, mit welcher Geschmeidigkeit das Geld sich die Politik kauft, und Medien und Polizei gleich mit. In John Harveys Krimi "Das Fleisch ist schwach" untersucht der melancholische Inspector Charlie Resnick noch einmal soziale Grundsatzfragen.
Im Kino
18.05.2011 Ausgerechnet Mel Gibson spielt in "Der Biber" einen schwer depressiven Mann, der sich ausgerechnet mit Hilfe einer Biberhandpuppe therapiert: Regie führt Jodie Foster. Dokumentarisch gefilmte Landwirtschaft auf der einen und knospende junge Liebe auf der anderen Seite: Benjamin Cantus Film "Stadt Land Fluss" führt vor, wie das eine zum anderen passt.
Donnerstag, 19.05.2011
Heute in den Feuilletons
19.05.2011 Die Büchner-Preisentscheidung für F.C. Delius stößt auf geteilte Reaktionen. FAZ und SZ schätzen den Autor, aber nicht den Preis für den Autor. Aber die Welt ist sehr zufrieden. Gawker zitiert die bizarren Nazibekenntnisse Lars von Triers. Die Freischreiber dokumentieren, wie sich die Medien im Zeitalter des Leistungsschutzes die Rechte der Autoren vorstellen. Der Freitag staunt: Auch die Grünen haben ihre Wagenknecht, sie heißt Reinhard Loske. In der Zeit entwickelt Klaus Harpprecht schlüpfrige Fantasien zum Fall DSK.
Bücherschau des Tages
19.05.2011 Starke Franzosen heute: Die Zeit preist Marie N'Diayes federleichtes und heiteres "Selbstporträt in Grün", das sich jeder festgelegten Existenz entzieht. Als Plädoyer für Autonomie und Individualität empfiehlt sie auch Alain Ehrenbergs "Das Unbehagen in der Gesellschaft". Der FAZ lernt von Anka Muhlsteins Biografie "Die Austern des Monsieur Balzac", die Comedie humaine als Restaurantführer zu lesen. Und die SZ freut sich, wieder Golo Manns Biografie "Friedrich von Gentz" lesen zu können.
Medienticker-Archiv
19.05.2011 Aktualisiert: Lars von Trier vom Festival in Cannes verbannt - Wolfram Schütte über die Vorschau auf den glorreichen Buch-Herbst des Verlagshauses Hanser - Neuland: Verlage entdecken Android für sich - e-Book-Preisbindung: Börsenverein zur französischen e-Book-Politik - Werbemarkt: ZAW-Prognose für 2011 und wann unterstützt das Internet Kaufentscheidungen? + Dieter Hildebrandt kann doch nichts dafür.
Redaktionsblog - Im Ententeich
19.05.2011 Seyla Benhabib, grande dame der Gender und Cultural Studies, liest den Perlentaucher. In den Blättern zitierte sie einen Artikel, den der Welt-Redakteur Richard Herzinger uns gegeben hatte, als ein "besonders krasses" Beispiel für "rechte" Denkungsart.
Freitag, 20.05.2011
Heute in den Feuilletons
20.05.2011 Ein Leben zwischenzuspeichern, verbraucht erstaunlich wenig Speicherkapazität, erzählt Peter Glaser in der NZZ. Stefan Niggemeier hat die 376 täglichen Artikel von stern.de durchgezählt, fand aber nur neun, die tatsächlich von stern.de sind. In seinem stern.de-Blog erklärt Hans-Martin Tillack, warum das Netzwerk Recherche einen Fehler machte, als es Carsten Maschmeyer einlud. Die Totalverbannung Lars von Triers aus Cannes löst mittelbetroffene Kommentare aus.
Bücherschau des Tages
20.05.2011 Mit großem Interesse liest die FR Robert Castels Studie zur "Krise der Arbeit", hätte sich seine Kritik an den Verhältnissen aber offensiver gewünscht. Außerdem liest sie das von Jochen Gerz zusammengetragene kollektive Tagebuch der Dortmunder Nordstadt. Die FAZ rätselt über Rabea Edels Roman "Ein dunkler Moment".
Medienticker-Archiv
20.05.2011 Philosophieren in der U-Bahn - US-Debatte: Macht Twitter dumm? - Test: Wie twittern eigentlich die deutschen Fernsehsender? - Legende vom "offenen Visier": Herr Lohse kauft jetzt ein oder Warum Michael Spreng irrt - Heinrich von Kleist: Literarischer Vorbote der Psychoanalyse - Cannes: Der Nazi-Detektor und ein Interview mit der Persona Non Grata + In den Eingeweiden der Literatur: Frankfurt, Lindenstrasse 29-35.
Redaktionsblog - Im Ententeich
20.05.2011 Vor knapp zwei Wochen gaben die Berliner Philharmoniker ein Konzert unter Christian Thielemann, auf dem Programm standen zwei Stücke von Richard Strauss, die aus gutem Grund lange nicht gespielt werden: die "Festmusik der Stadt Wien", die Strauss zum fünften Jahrestag des Anschluss Österreichs an das Dritte Reich komponiert hatte, und ein "Festliches Präludium", das sie 1943 schon zum Geburtstag Adolf Hitlers dargeboten hatten.
Mit "Lieder, Lärm und Lustigkeit" pries das Programmheft diesen "Strauss für alle Gelegenheiten" an.
Allerdings entlockte dieses gruselige Ereignis nur Manuel Brug in der Welt die entsprechenden Schauder.
Samstag, 21.05.2011
Heute in den Feuilletons
21.05.2011 In der FAZ beklagt V.S. Naipaul den Verfall der Fiktion in Roman und Film. Die NZZ befürchtet mit dem Fall Domininique Strauss-Kahn die moralische Talibanisierung Europas. Die Welt empört sich über die Herablassung, mit der die Literaturkritik den Büchnerpreis für F.C. Delius kommentierte. SZ und taz berichten aus Cannes von den mutigen Werken der mit Berufsverboten belegten iranischen Regisseure Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof. Die FR rätselt über Sitten und Gebräuche der Kelten.
Bücherschau des Tages
21.05.2011 Der will hoch hinaus, der Albert Ostermaier, lobt die FAZ nach Lektüre seines autobiografischen Romans "Schwarze Sonne scheine". Die FR liest mit Wolfgang Schömels "Die große Verschwendung" amüsiert den Roman der Stunde: Es geht um einen alternden, von Machtlust und "Priapismus" getriebenen Grünen-Politiker. Die taz entdeckt Louis Althusser neu. Die NZZ vertieft sich in ein Handbuch der politischen Ikonografie. Die SZ folgt den Lockungen von Mike Jays Kulturgeschichte der Drogen.
Montag, 23.05.2011
Heute in den Feuilletons
23.05.2011 Die FR staunt am Beispiel Lady Gagas: So solide können die Absätze von Stilettos sein. Die NZZ erzählt, wie der Schriftsteller Javier Sicilia in Mexiko die "Selbstverteidigung der Zivilgesellschaft" gegen die Mafia organisiert. An der Überraschung des Westens über die arabischen Revolten sind sein Orientalismus und seine Fixierung auf den Islam schuld, meint die SZ. Carta spottet über das Netzwerk Recherche. Das Blog Netzwertig fürchtet die Rückeroberung des Netzes durch die Kräfte der Beharrung. Allgemein recht zufrieden ist man mit dem Festival von Cannes.
Bücherschau des Tages
23.05.2011 Die FAZ freut sich über die Neuauflage von Mordecai Richlers Familiensaga "Solomon Gursky", die den geschicken einer kanadischen Schnapsschmuggler-Dynastie folgt. Wut, Verzweiflung und Pathos entdeckt die beeindruckte SZ in Albert Ostermaiers Roman "Schwarze Sonne scheine". In Thomas Rieglers Buch über Österreichs Umgang mit dem Nahostterrorismus "Im Fadenkreuz" lernt sie, was Realpolitik war.
Medienticker-Archiv
23.05.2011 Für Web-Junkies: Web-2.0-Tool "If This Then That" - Selbstverwaltete Datenwolke: Cloud-Technik revolutioniert die Computerwelt - Rhein-Zeitung: Online-Offensive von oben - US-Amazon: Mehr E-Books als gedruckte Bücher - Die Crowd im Camp: Forum Zukunft im Börsenverein - Der arabische Roman: Weltliteratur von der anderen Seite her betrachtet - Nachtkritik: "Die Macht der Finsternis" in Berlin und "Der Diener zweier Herren" in Schwerin.
Redaktionsblog - Im Ententeich
23.05.2011 Danke für die notwendigen perspektivischen Richtigstellungen, Thierry Chervel, und da sich die Stimmen offenbar wieder mehren, die jede Form von Islamkritik desavouieren möchten, ergreife ich die Gelegenheit, ein paar Ergänzungen anzumerken, die bislang eher unter vorgehaltener Hand diskutiert werden.
Dienstag, 24.05.2011
Magazinrundschau
24.05.2011 Bidoun erklärt, was Shah Rukh Khan dazu bewegen kann, nackt zu tanzen. Le Monde und Rue89 fragen sich, wie DSK je eine Karriere machen konnte. Denn die Pariser haben es doch immer gewusst, behauptet der New Yorker. Slate.fr findet einen deutschen DSK, und sie ist ein Nazi. Assad hatte einen Vorzug, findet die NYRB. Lars von Trier erklärt Salon, wer Schuld an seinen Dummheiten hat. Die NYT zählt Glasfenster in Bagdad.
Heute in den Feuilletons
24.05.2011 Ja, Bob Dylan wird heute siebzig. Es könnte sein, dass ein unsichtbarer Energiestrahl seinen Weg bahnte, meint die Welt. Neunetz fragt nach einer Recherche Stefan Niggemeiers: Wenn die Verleger außer Tickerverschnitten gar keine Inhalte online stellen, wofür wollen sie dann Leistungsschutzrechte? In den Wilden Lesern freut sich Bolano-Übersetzer Heinrich von Berenberg über den Hype um "2666". Die FR kritisiert sehr scharf Tilman Jens' Verteidigung der Odenwaldschule. In der FAZ feiert John Banville den Irland-Besuch der Queen.
Bücherschau des Tages
24.05.2011 Die NZZ lernt von Kim Leines Roman "Die Untreue der Grönländer, wie hanebüchen das Leben im Hohen Norden ist. Die FAZ feiert mit Jim Nisbets "Tödliche Injektion" auch das Roulette als literarisches Meistergenre. Sehr empfehlen kann sie auch den Sammelband über das moderne Individuum "Kreation und Depression". Die SZ liest angeregt, aber auch leicht irritiert Klaus Harpprechts Liebesgechichte von "Arletty und ihrem deutschen Offizier".
Medienticker-Archiv
24.05.2011 The Never Ending Tour oder Die ganze Schönheit des Krächzens - Kulturrevolution? Das Zeitalter des gedruckten Buchs geht dem Ende entgegen - "Diese Scheinkultur der Schuld!": Interview mit Jonathan Franzen - Macht. Vielfalt. Glück: Kultur zwischen Hysterie und Havarie - Journalismus in Krisenzeiten: Verlust von Kompetenz wird bestraft - Avishai Margalit warnt vor faulen Kompromissen + Die Dingesammler: Von der Straße ins Museum.
Virtualienmarkt
24.05.2011 Allen Vorurteilen zum Trotz: Die gute heimische Dichtung wird nicht von geistlosen Beststellern aus dem Ausland bedroht. Eine Analyse der literarischen Übersetzungen zeigt vielmehr: Europas junge Autoren und die urbanen Lesermilieus befördern einen regen kulturellen Austausch und lösen die Literatur aus ihrer nationalen Verankerung.
Mittwoch, 25.05.2011
Heute in den Feuilletons
25.05.2011 "Ich bleibe dabei", ruft Bernard-Henri Levy in seinem Blog und besteht auf der Unschuldsvermutung im Fall Dominique Strauss-Kahn. Eine Website für Michael Althen wird eröffnet - mit vielen seiner Texte über Kino. Die taz erzählt vom Zauber des Aufbruchs in Damaskus. Ist der Gesundheitswahn eine Sucht? Die NZZ befürchtet es fast und verteidigt den Alkohol gegen die Reinheitsapostel. Die Molekularküche ist für die Gastronomie, was der Kubismus für die Malerei war, befindet das Smithsonian Magazine. In der SZ warnt der französische Internetaktivist Jeremie Zimmerman vor der gerade in Paris tagenden internationalen Copyrigthmafia. Und die FAZ unterhält sich mit der Biennale-Kuratorin Bice Curiger.
Bücherschau des Tages
25.05.2011 Die SZ liest mit Gewinn und Vergnügen Douglas Couplands Biografie des kauzigen Großtheoretikers Marshall McLuhan. Charles Burns' Comic "Black Hole" weiht sie in die Geheimnisse der Pubertät ein: Das Groteske ist das Vitale. Die NZZ taucht mit Esther Kinskys "Banatsko" in die ungarische Tiefebene. Die FR lässt sich von Angela Krauß mit feiner Ironie beglücken. Überfällig findet die FAZ Jasmin Meerhoffs nicht nur komische Kulturgeschichte der Bedienungsanleitung "Read me!".
Medienticker-Archiv
25.05.2011 Stephane Hessel über die Jugendproteste in Spanien - Studien: Das e-Book in Deutschland und e-Book-Käufer im Profil - Alte Medien, altes Denken: Thomas Knüwer über das Zeitalter der Kuratoren - Digitaler Zeitungskiosk: Verlage nutzen Android als Druckmittel gegen Apple - Politologen: Sprechbläser zur Lage der Nation - Arg anachronistisch: Cem Özdemir über den Öffentlich-rechtlichen Rundfunk + Zoff: Freundin will keine 11 Freundinnen.
Im Kino
25.05.2011 Als elfenhafte Kampfmaschine gelangt Joe Wrights "Hanna" aus dem europäischen Norden nach Berlin und tritt im Plänterwald an zur letzten Schlacht gegen Cate Blanchett. Von einem vom Feuer ineinander geschweißten Leichenpaar geht Guillermo Arriaga aus und erzählt in "Auf brennender Erde" in mehrere Richtungen zugleich.
Donnerstag, 26.05.2011
Heute in den Feuilletons
26.05.2011 Im Freitag staunt Dietrich Kuhlbrodt: Warum darf Lars von Trier nicht, was Jonathan Meese darf? In der taz informiert Slavoj Zizek: Die Revolutionäre in Arabien wollen Kapitalismus plus. Die SZ wird beim Abschied Christian Thielemanns aus München melancholisch, aber dieser nicht. Die FAZ rät nach DSK: Mit Frauenquote wär' das nicht passiert. Und gelobt sei Santo Giovanni di Lorenzo: Die Zeit bringt Dutzende Seiten zu religiösen Fragen. Aufmacher: Woran glauben die Sachsen?
Bücherschau des Tages
26.05.2011 Die Zeit macht eine Entdeckung: Wenn sie von Ingeborg Bachmann sind, liest sie auch Seifenopern gern. Die NZZ frohlockt über David Mitchells raffiniert gesponnenen Roman "Number 9 Dream". Gern gefolgt ist sie auch Silvia Avallone in das Stahlarbeitermilieu von Piombino. Die SZ kann Paul Nizons Essay über Goya sehr empfehlen. Die FAZ erkennt das Genie Paul Böhmers und seiner Gedichte "Am Meer. An Land. Bei mir".
Medienticker-Archiv
26.05.2011 Einst & Jetzt: Wie aktuell ist Enzensbergers Spiegel-Kritik von 1957? - Wie agenturunabhängig sollte ein Nachrichten-Portal sein? - Mercedes Bunz über Datenjournalismus: Wie digitalisiertes Wissen unser Verhältnis zur Wahrheit ändert - Huffington Post des Plagiats bezichtigt - Sarkozys Netz-Gipfel: Die Möchtegern-Sheriffs des Internets - DSK und die Medien: Gerüchte gibt's genug - Goodbye Oprah: Die letzte Show einer Talklegende.
Freitag, 27.05.2011
Heute in den Feuilletons
27.05.2011 Im FAZ-Feuilleton nennt Cem Özdemir den FAZ-Feuilletonchef wichtig, klug und längst überfällig. In der Welt fürchtet Philipp Blom um die Errungenschaften der Aufklärung. Müssen uns die Regierungen vor dem Internet schützen, oder muss man nicht eher das Internet vor den Regierungen schützen?, fragt die Wirtschaftswoche mit Jeff Jarvis. Die New York Times meldet: Facebook geht in seiner Übernahme des Internets einen Schritt weiter und wird jetzt auch ein Musikdienst.
Bücherschau des Tages
27.05.2011 Sehr beeindruckt ist die FR von Stefanie Sourliers melancholischen Erzählungen "Das Weiße Meer". Bestens unterhalten fühlt sich die FAZ von Olivier Silligs raffiniertem Historienschmöker "Schule der Gaukler". Die SZ liest erbost Jan Eike Dunkhases beschönigende Biografie des Historikers Werner Conze.
Medienticker-Archiv
27.05.2011 Wissenschaft in 10 Minuten - Die Angst Apples: Warum sich Steve Jobs vor Google fürchtet - iPad-Umfrage: Warum Verlage die Zukunft weiterhin im Apple-Tablet sehen - Das Image-Problem der Nachrichten-Sites: "80 Prozent der Web-Inhalte sind identisch" - Copyclick: Zeitungsverkauf über Facebook - eG8-Forum: Die Kolonialherren des Internets - bergungsstelle.de: Geraubte Bücher im Internet + Zwei Theater-Nachtkritiken.
Karikaturen und Cartoons
27.05.2011 Hat Gaddafi Biowaffen?
Samstag, 28.05.2011
Heute in den Feuilletons
28.05.2011 Der Iran will das ganze Internet abschaffen, zumindest in seinen Landesgrenzen, berichtet das Wall Street Journal, Tunesien nur die Pornografie im Netz. Die FR würdigt den Schneider von Ulm. Sehr böse schimpft Georg Diez in seiner SpOn-Kolumne über die öffentlich-rechtlichen Sender. In der Welt verlangt Karl Schlögel das Unmögliche: Berlin soll sich ernst nehmen. Und diese Wippe sein lassen.
Bücherschau des Tages
28.05.2011 Die SZ bereitet sich mit Jonathan Wilsons "Revolutionen auf dem Rasen" auf das Champions-League-Finale vor. Die taz vertieft sich in einen Krimiklassiker, Jim Nisbets "Tödliche Injektion". Salvatore Niffois "Barfüßige Witwe" weiß alles über Blutrache in Sardinen, lernt fröstelnd die NZZ. Die FAZ packt zwei Überraschungsgeschenke von Nathaniel Hawthorne aus.
Montag, 30.05.2011
Heute in den Feuilletons
30.05.2011 Die NZZ fragt: War Ingmar Bergman der Sohn seiner Mutter? Die FR ist fassungslos über das Ende der Kunstmesse Art Forum in Berlin. In der taz ist Gabriele-Goettle-Tag: Sie porträtiert einen Schausteller. Wolfgang Michal konstatiert in seinem Blog: Urheber sind wie Parmesan, sie lassen sich gut zerreiben. In der SZ ruft Ralf Bönt in Antwort auf Ursula März in der Zeit: Wer über Frauen schweigen will, soll über Männer reden.
Bücherschau des Tages
30.05.2011 Fesseln lässt sich die FAZ von Najem Walis märchenhaften Erinnerungen "Engel des Südens" an den untergangenen multiethnische Irak. Berührt liest die FR Hanif Kureishis Erinnerungen an seinen Vater "Mein Ohr an Deinem Herzen". Die SZ tritt mit Paul Ginsborg an zum Unternehmen "Italien retten".
Medienticker-Archiv
30.05.2011 David Wengenroth über Amazons e-Book-Meldung - Fern des Zeitgeistes oder Die Flagge ist gehisst: Über die Literaturzeitschrift Anachron - Theorie der Uniform: Mentalitätsstudie deutscher Wehrmachtssoldaten - Russische Reise: John Steinbeck & Robert Capa - Der Verlag mit dem Flieger startet: Vito von Eichborn macht auf Mallorca Bücher - Das andere Chelsea: Die britische Buchhandelskette Waterstone's + Drei Theater-Nachtkritiken.
Dienstag, 31.05.2011
Magazinrundschau
31.05.2011 Wer rappt wie Jelinek schreibt, soll auch als Künstler gelten, fordert New Inquiry. In der LRB erklärt Mark Johnston, wie man auch als Atheist oder so nach dem Tode weiterleben kann. In Telerama fordert Jeremy Rifkin mehr globale Sympathie. Es ist nicht weise, sinnlose Politikerreden zu interpretieren, meint Elet es Irodalom. Es ist nicht weise, Politik in apokalyptischen Kategorien zu erleben, meint Polityka. In GQ erklärt der ägyptische Blogger Sandmonkey seine "Kleiner Penis Theorie" für den Nahen Osten. Nieder mit dem Patriarchat, fordern junge Ägypter in der NYT.
Heute in den Feuilletons
31.05.2011 In der taz erkundet Marlene Streeruwitz die Dialektik von Herr und Magd. In der FR zählen Karlheinz Bohrer und Kurt Scheel die drei Gründe auf, warum der Mainstream ihren Merkur in den letzten Jahren nicht so mochte. In der Welt erzählt Henryk Broder, warum er seit dem 11. September 2001 nicht mehr an Deutschland glaubt. Im Tagesspiegel erzählt Aino Laberenz, Christoph Schlingensiefs Witwe, wie das afrikanische Wellness-Zentrum funktionieren sollte, das er für den deutschen Pavillon in Venedig plante. Die NZZ bedauert das Formtief der russischen Kultur.
Bücherschau des Tages
31.05.2011 Nicht immer ganz überzeugt, aber gründlich irritiert lesen SZ und NZZ Elias Khourys Roman aus dem libanesischen Bürgerkrieg "Yalo". Die NZZ kann auch in Buchform die Dramolette Antonio Fians empfehlen, der sich gewohnt furchtlos dem politischen Wahnsinn Österreichs stellt. Als metaphysischen Thriller genießt die FAZ Markus Orths' Roman "Die Tarnkappe".
Medienticker-Archiv
31.05.2011 Ägyptische Künstler und die Revolution - Pressefreiheit in Indonesien: Im Zweifel für die alten Eliten - Wir sind die Zensoren: Wikileaks, Bradley Manning und die Hacker der PBS-Website - Hans Leyendeckers Medienkritik: Vorverurteilung und Vorfreispruch im Kachelmann-Prozess + Sei natürlich! Sei der, der du bist! oder Wie die Kunstfigur Lady Gaga die zeitgenössische Kritik um den Finger wickelt.