Donnerstag, 01.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
01.02.2024 Die Zeit der Geheimbündelei ist vorbei. In ihren neuesten Schriften tritt die extreme Rechte offen und aggressiv an, beobachtet die Zeit. Die Parole "From the River to the Sea" ist "nicht per se" antisemitisch, findet geschichtedergegenwart.ch. FAZ und taz diskutieren über die Proteste gegen die AfD und die Frage, was sie mit der Partei machen. Russland schikaniert Regimegegner nun auch noch mit der Enteignung von Besitztümern, berichtet die NZZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
01.02.2024 Die FAZ schlendert durch die Säle des Genfer Musée de beaux arts, die der belgische Konzeptkünstler Wim Delvoye in die schönste Unordnung gebracht hat. In der Türkei diskutiert die Kulturszene nach einem Gerichtsurteil über die Autorin Elif Shafak, ob diese säkular und links genug ist, berichtet die taz. nachtkritik, taz und SZ empfangen an der Schaubühne "Postkarten aus dem Osten". Im Interview mit der Zeit erklärt die polnische Regisseurin Agnieszka Holland über ihr Flüchtlingsdrama "Green Border": Es geht um die Zerbrechlichkeit Europas.
Medienticker
01.02.2024 Hörtipps: Fünzig Jahre Hans Werner Henzes "Voices". Das gestische Schlagzeug: Erinnerungen an Tony Oxley - Wie entsteht Bewusstsein? Die falschen Geschichten erzählt? Kinderbuchautorin zur politischen Lage - Hörfunk-Buchkritiken: KI hat kein Mitleid: Neuer Thriller von Ursula Poznanski. Wir waren peinlich: Portrait der Millennials und ein Gespräch mit der Klarkommen-Autorin Ilona Hartmann.
Bücherschau des Tages
01.02.2024 Die FAZ blickt mit Yavuz Ekincis Familienroman "Das ferne Dorf meiner Kindheit" entsetzt auf das armenische wie das kurdische Trauma. Mit Jose A. Oliver liest sie Andalusisch, Alemannisch, Deutsch und Spanisch. Die FR amüsiert sich in Josephine Teys "Wie ein Hauch im Wind" mit der Londoner Prominenz im Dörfchen Salcott St Mary. Die SZ liest bei Michel Friedman, was heute Judenhass ist. Die Zeit lernt eine extrem traurige und kluge 10-Jährige kennen in Karen Köhlers Kinderbuch "Himmelwärts".
Freitag, 02.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
02.02.2024 Alle sind erleichtert, dass Viktor Orban vor der EU kleinbeigeben musste: die hat hier erfolgreich ihre Stärke demonstriert, meint die FAZ. Orban wurde klar, dass er sonst niemanden hat, freut sich die SZ. Sofi Oksanen prangert die sexualisierte Gewalt der russischen Armee an: bis vor ein paar Jahren wollte ihr auch in Deutschland niemand zuhören, erzählt sie der Zeit. Michail Schischkin erklärt in der Welt, warum man Russland vor Putin retten muss. Die Debatte um Umverteilung wird leider wieder mal von rechts bestimmt, konstatiert Linus Westheuser auf Zeit Online.
Efeu - Die Kulturrundschau
02.02.2024 Die Berlinale schlägt Alarm: Die iranischen Filmemacher Maryam Moghaddam und Behtash Sanaeeha dürfen nicht mehr ausreisen. Die FR lässt sich von Aïda Muluneh erklären, wie man ihre Bilder auf äthiopische - und das heißt hier: politische - Art betrachtet. In der SZ erklärt die Sopranistin Asmik Gregorian, warum sie auf der Bühne nie versucht, eine Turandot oder Salome zu sein. Mit dem Niedergang von Pitchfork zeigt sich auch die handfeste Krise des Kulturjournalismus, der dem Effizienzdiktat geopfert werden soll, schreibt 54books.
Medienticker
02.02.2024 Aktualisiert: Wie Drehbuchautoren KI nutzen: Alexander Kluges Premiere seines ersten KI-Films + Das Ohr ist ein untrügliches Organ: über 100 Jahre Radio - Hörtipp: Gefallener Engel, Marieluise Fleißer und ihre Heimat Ingolstadt - Buchkritik: Alex Capus über sein Schreiben + Die besten Krimis im Februar 2024 - Ist das wirklich egal? Lesen als print oder digital + Hörfunktipps für das Wochenende.
Bücherschau des Tages
02.02.2024 Die NZZ lernt von Florence Hazrat, dass F. Scott Fitzgerald das Ausrufezeichen verachtete, Albert Camus es vermied und Salman Rushdie es liebt. Die FAZ schaut mit Fatma Keser und Andreas Stahl in die "Gesichter des politischen Islam". Die FR schwärmt von Henning Ziebritzkis Essays über Poesie, die André Breton gefallen hätten. Kate Kitagawa und Timothy Revell rücken mit ihrer alternativen Mathematik-Geschichte Frauen und People of Colour ins Rampenlicht, freut sich Dlf Kultur.
Samstag, 03.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
03.02.2024 Scharf prangert Zeruya Shalev in der SZ die Mitverantwortung der Regierung Netanjahu am Möglichwerden des 7. Oktober an. Die taz staunt, wie leicht gerade die Kulturszene auf quasi faschistische Narrative hereinfällt. 54books lotet die Krise des Kulturjournalismus aus. Der Medieninsider deckt auf: Wer bei der Süddeutschen arbeitet, arbeitet bei Big Brother, auch die "Reporter ohne Grenzen" sind bestürzt.
Efeu - Die Kulturrundschau
03.02.2024 Nachtkritik lernt von Daniil Charms, wie man am Theater Empörung durch befreiendes Lachen ersetzen kann. Zeit online erklärt, warum der Tantiemenstreit zwischen Universal und TikTok gesellschaftspolitische Folgen in der ganzen Welt haben kann. In der FAZ protestiert Titanic-Mitbegründer Bernd Eilert gegen die Zumutung eines gezähmten Humors. Die taz ist traurig, dass sich kaum jemand über das Kinosterben aufregt. Auf Zeit Online schildert die Science-Science-Fiction-Schriftstellerin Aiki Mira, wie der kranke reale Körper dem utopischen schreibenden Grenzen setzt. Kommt nach poplinks jetzt poprechts, fragt sich die Zeitschrift Testcard.
Bücherschau des Tages
03.02.2024 Die FAZ staunt mit Ernst Osterkamp über Goethes Altersradikalität.Die taz fühlt sich von Heinz Budes "Boomern" git unterhalten, wenn auch nicht wissenschaftlich weitergebildet - und zweifelt am Sinn des Generationenporträts. Der Deutschlandfunk lässt sich von Gerhard Henschels "Schelmenroman" in die lauschigen Neunziger entführen. Die FR steigt mit Karl Schlögel auf den Hoover-Damm. Die NZZ besucht Iris Wolffs "Lichtungen" in Siebenbürgen.
Montag, 05.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
05.02.2024 Europa hätte auch ganz allein die Mittel, sich Russland entgegenzustellen, mahnt der Osteuropahistoriker Martin Schulze Wessel in der FAZ, es muss nur wollen. Glaubt man der FAS, ist Deutschland aber nur bedingt abwehrbereit. Die SZ fragt, was das AfD-Programm zum Thema Frauen zu bieten hat und wendet sich mit Grausen ab. Die Abhöraktion gegen die eigene Redaktion war total richtig, insistiert die SZ in eigener Sache. In Berlin kam es laut Jüdischer Allgemeiner zu einer antisemitischen Attacke gegen einen Studenten. In Zeit Online spricht Jewgenija Kara-Mursa über die drakonischen Haftbedingungen ihres Mannes Wladimir Kara-Mursa.
Efeu - Die Kulturrundschau
05.02.2024 Oksana Lyniv hat das Konzert des Kyiv Symphony Orchestras bei den Wiener Festwochen abgesagt, weil sie im Programm nicht neben Teodor Currentzis stehen will, berichtet der Tagesspiegel. Historischer Triumph für Taylor Swift bei den Grammys: Die Frauen haben endgültig den Pop übernommen, schreibt die SZ. Artechock schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: Wie kann die Berlinale so naiv mit dem Skandal um die Einladung von AfD-Politikern umgehen? Die FAZ kommt mit Peter Eötvös' neuer Oper "Valuschka" in Regensburg in den Genuss eines der besten Libretti der zeitgenössischen Oper. Und die Welt preist das Auswendiglernen der literarischen Klassiker.
Medienticker
05.02.2024 Deepfakes: Wenn Lügen viral gehen wird das erst durch die sozialen Medien gefährlich - Publizist Broder siegt gegen Innenministerium - Datenschützer über KI: Am Ende entscheidet der Mensch - Ines Geipel über Ostdeutsche als Opfer: Demos sind Aufbruch, aber keine Lösung - Dayan Kodua im Gespräch - Bodo Kirchhoff: Seit er sein Leben mit einem Tier teilt + Berlin Review: Neues Literaturmagazin geht online
Bücherschau des Tages
05.02.2024 Eine düstere, aber höchst lesenswerte Entdeckung macht die FAZ mit Mark SaFrankos Krimi "AmeriGone", in dem sich zwei Manager auf einen blutigen Trip zwischen Gesellschaftskritik, Philosophie und Wahnsinn begeben. Die SZ ist beeindruckt von Christian Bommarius' Kriegs-Montage "Todeswalzer". Die taz erfährt von Ann Marks, wie die Fotografin Vivian Maier ihr Leben selbst in die Hand nahm. Mit J.J. Voskuils Roman "Nachbarn" ergründet sie die versteckte Homophobie eines niederländischen Ehepaars.
Dienstag, 06.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
06.02.2024 Wer die Palästinenser von "deutscher Schuld" befreien will, hat die Geschichte nicht verstanden, sagt der Historiker Moshe Zimmermann in der FR. Die Jüdische Allgemeine erkennt Gemeinsamkeiten zwischen AfD und dem Bündnis Sahra Wagenknecht, vor allem wenn es um den Holocaust oder Russland geht. Antisemitische Straftaten von Muslimen werden vom Bundeskriminalamt häufig Rechtsextremisten zugeordnet, schreibt die NZZ. In Russland lebt der Leninismus weiter, fürchtet Richard Herzinger im Perlentaucher. Wenn die Boomer gehen, kommt die Kehrwoche zurück, glaubt Heinz Bude in der Welt.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.02.2024 Die Filmbranche protestiert gegen AfD-Politiker bei der Eröffnungsgala der Berlinale, die Feuilletons diskutieren: Der Tagesspiegel gibt sich kämpferisch, die SZ kann derweil keinen Skandal entdecken und die FR rät der Branche, lieber das große Ganze im Blick zu haben. Die Musikkritiker sind völlig umgehauen von den Grammy Awards. Das ND ist hin und weg von Alois Zimmermanns Zwölfton-Oper "Die Soldaten" in Hamburg, die als unaufführbar galt. Die NZZ lässt sich von Yves Netzhammers visuellen Metamorphosen verführen. Und in der SZ erklärt die Schriftstellerin Rie Qudan, warum KI niemals hohe Literatur ersetzen kann, obwohl sie selbst auf ChatGPT zählt.
Magazinrundschau
06.02.2024 Der New Statesman fürchtet, dass das Malthusianische Zeitalter nun doch eintritt: Nie gab es so viele Menschen auf der Erde, und so viele junge Menschen in den ärmsten Orten. Der New Yorker lässt sich von Ian Buruma mit Spinoza zum radikal freien Denken verführen. The Insider berichtet, wie ein FSB-Spion in der AfD versuchte, die deutsche Hilfe für die Ukraine zu behindern. In Elet es Irodalom versucht László Garaczi uns die Angst vor der Apokalypse zu nehmen. Und Pitchfork feiert ein Fest der Durchgeknalltheit mit Shitpost Modernism.
Medienticker
06.02.2024 (Un)maßgebliche Bemerkungen zu Thomas Meanys Thesen über die Bedeutungslosigkeit der zeitgenössischen deutschen Literatur - Annett Gröschner im Gespräch - Betriebsausflug "Kafka: 1924" in München - PEN-Zentrum fordert: Macht nicht kaputt, was Kultur macht - Akif Pirinçci wegen Volksverhetzung zu Haftstrafe verurteilt + Der Gitarrist Wayne Kramer der bahnbrechenden MC5 ist gestorben + Hörtipp: Technik und Elektronische Musik: Ein Schwingkreis ...
Bücherschau des Tages
06.02.2024 Die NZZ feiert die Wiederentdeckung der spätmittelalterlichen Frühfeministin Christine de Pizan, die ihre frauenfeindlichen Kollegen in die Schranken wies. Mit "Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten" von Slata Roschal vertieft sich die FAZ in das eindringliche Porträt einer Zugewanderten. Mit dem neuen Buch von Alex Capus schlendert die SZ weinselig durch ein vordigitales Piemont. Theodor W. Adornos Essays "Zur Bekämpfung des Antisemitismus heute" sind nicht von gestern, nickt die Welt. Und Dlf Kultur gefällt der Verzicht auf jede Sozialromantik in Cho Nam-Joos Roman über eine junge Frau im Seoul des späten 20. Jahrhunderts.
Mittwoch, 07.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
07.02.2024 Im Guardian fordert Timothy Garton Ash Europa auf, über atomare Aufrüstung nachzudenken. Die taz ermahnt die Linke, an einer Israel-Kritik zu arbeiten, die ohne Antisemitismus auskommt. TikTok ist ein Nährboden für Judenhass und Terrorpropaganda, entnimmt die FAZ einem Report der Bildungsstätte Anne Frank. Die Welt sorgt sich um das Betriebsklima in der SZ. Die SZ fürchtet derweil, dass Benjamin Netanjahu eine "schleichende" neue Nakba plant.
Efeu - Die Kulturrundschau
07.02.2024 Die taz lernt im Berliner Ensemble, dass die Gehirne von Müttern weniger geachtet werden als ihre Brüste. In Andrew Haighs queerem Zeitreisefilm "All of Us Strangers" muss die Power of Love einiges aushalten, meint die FAZ. Außerdem trauert sie um die Fotografin Helga Paris, in deren Bildern die Enttäuschung über die gebrochenen Versprechen der DDR mitklingt. Der Guardian empfiehlt mit Tomatensoße um sich werfenden Klimaaktivisten einen Strategiewechsel. Die SZ erinnert an die goldenen Jahre des Ethiojazz.
Medienticker
07.02.2024 PEN-Schriftsteller kritisieren Kulturkürzungen in der ARD - "Einige Herren sagten was dazu": Nicole Seifert über die Autorinnen der Gruppe 47 - Jens Andersen erzählt von dem tragischen Leben der Tove Ditlevesen - Hörtipps: Tiefenschärfe der Jazz-Ausnahmetalente & Neue Alben: Klaviertrios aus drei Ländern + NDR-Hörspiel über Anne Frank "Spur eines Kindes" ...
Bücherschau des Tages
07.02.2024 Die SZ verliebt sich in das erste auf Jiddisch gedichtete Heldenepos "Bovo dʼAntona" von Eliah Levita. Die Welt ist sehr angetan von Sandra Langereis' Biografie über Erasmus von Rotterdam, der zeitlebens von einer "geheimnisvollen Naturgewalt" zum Schreiben getrieben wurde. Die FAZ ergründet mit Theodora Beckers kenntnisreichem Buch die "Dialektik der Hure" in Zeiten des Warenkapitalismus.
Donnerstag, 08.02.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
08.02.2024 Die Filmkritiker applaudieren Andrew Haigh, der sie in "All of Us Strangers" erleben lässt, wie sich ein Coming-out in den Achtzigern anfühlte. Der Tagesspiegel fragt sich, warum Politiker überhaupt Berlinale-Freikarten von Steuergeldern erhalten müssen. In Kuba wurde Tania Bruguera wegen ihrer öffentlichen Hannah-Arendt-Lesung vor zehn Jahren inhaftiert - nun liest sie im Hamburger Bahnhof und warnt vor kubanischen Verhältnissen in Deutschland, berichtet die Berliner Zeitung. Die FAZ wüsste von Hermann Parzinger gerne, weshalb der SPK-Präsident Bilder aus der Sammlung Marx zurückgibt und es verschweigt. Und in der Zeit hat Fabian Hinrichs die Nase voll von Funktionärskultur.
9punkt - Die Debattenrundschau
08.02.2024 Die Zeit erzählt, wie in Russland per neuem Bildungsgesetz schon die Allerjüngsten indoktriniert werden. Ebenfalls in der Zeit erklären die polnischen Intellektuellen Karolina Wigura und Jarosław Kuisz, warum "Souveränität" für Polen etwas anderes bedeutet als für Deutschland. Die SZ glaubt, dass man in Ostdeutschland mehr Mut braucht, um gegen die AfD zu protestieren. Vor Nayib Bukele, der jüngst die Grundrechte in El Salvador aushebelte, ist niemand sicher, konstatiert die NZZ. Alfred Grosser ist gestorben, meldet Le Monde.
Medienticker
08.02.2024 Wegbereiter der Aussöhnung: Deutsch-französischer Historiker Alfred Grosser ist tot - Weltalltage: Paula Fürstenberg über Freundschaft, Schmerzen & ostdeutsche Körper - Kohl-Protokolle vor Gericht: Sieg der Witwe - taz-Talk mit Heinz Bude: Abschied von den Boomern? - Die Auswahl des Theatertreffens 2024 - SR2-Hörtipp: 50 Jahre Hans Werner Henzes Voices 2 - Arnold Schönberg 150: Vorgefühle und Vergangenheit & Euro Jazz Media Charts Februar 2024 ...
Bücherschau des Tages
08.02.2024 Die Zeit rühmt Han Kangs zarte Liebesgeschichte zwischen einer verstummten Schriftstellerin und ihrem Griechischlehrer. Die FAZ freut sich über Gedichte des polnischen Lyrikers Miron Bialoszewski, der im scheinbar Banalen eine ganze Welt aufscheinen ließ. Auch die FR liest Poesie: In Tom Schulz' neuem Gedichtband "Die Erde hebt uns auf" werden die kritischen Aspekte der Verbindung von Mensch und Natur nicht ausgespart. Die taz denkt mit Büchern von Eva Schörkhuber und Birgit Fuß über den Tod nach.
Freitag, 09.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
09.02.2024 Die Ruhrbarone und die taz erinnern die Anti-Rechts-Demonstranten: "Nie wieder ist jetzt" schließt auch den Kampf gegen Antisemitismus mit ein. Auf Spon beklagt Ece Temelkuran derweil eine "Ausgrenzung der dunkleren Gesichter" bei den Demos. Die FAZ ruft jenen, die Deutschland boykottieren wollen, zu: Nicht Palästinenser, sondern Juden werden in der deutschen Hauptstadt krankenhausreif geprügelt. Zeit Online erkennt in der arabischen Berichterstattung über den Nahostkonflikt einen ideologischen Riss. Der Guardian diskutiert über ein AfD-Verbot. Und die Zeitungen verabschieden sich von Alfred Grosser.
Efeu - Die Kulturrundschau
09.02.2024 Nachdem die Berlinale Vertreter der AFD wieder ausgeladen hat, fragen SZ und Tagesspiegel, wie künftig mit der Partei umgegangen werden soll. Am Zürcher Schauspielhaus lernt die NZZ dank Trajal Harrell tänzerischen Gemeinschaftssinn kennen. Wie Museumsmitarbeiter Willy Kurth wichtige Kunstwerke der Moderne gerettet hat, lernt die Berliner Zeitung im Berliner Kupferstichkabinett. Van denkt sich in die kompositorisch-musikalische Wut von Olena Ilnytska auf Russland ein. Die FAZ bewundert die avantgardistische spanische Architektur.
Medienticker
09.02.2024 Aktualisiert: Ulrich Wickert zum Tod von Alfred Grosser, der ein deutsch-französisches Gewissen war & zum Tod des Sozialphilosophen Oskar Negt - Causa Föderl-Schmid SZ-Vize vermisst - KI kann dabei helfen, sein eigenes Buch zu schreiben - Fotografie ist seine Sprache: Sebastiao Salgado wird 80, seine Bilder lassen niemanden unberührt - Der Norweger Karl Ivar Refseth ist ein Poet am Vibraphon + Hörfunk-Wochenend-Tipps.
Bücherschau des Tages
09.02.2024 Mit Spannung folgt die FAZ mit Julia Schneidawind den schicksalsreichen Wegen der Bibliotheken deutsch-jüdischer Autoren. Die NZZ empfiehlt nachdrücklich Theodor W. Adornos Vortrag zur Bekämpfung des Antisemitismus aus dem Jahr 1962. Nicht nur Jugendlichen legt die SZ Martin Schäubles unvoreingenommene Geschichte der Israelis und Palästinenser ans Herz. Die taz seziert mit einem frühen Roman von Joan Didion das "kommunikativ zerstörte Soziotop" Hollywoods. Und der Dlf lässt sich von Mely Kiyak eine besondere Vater-Tochter-Geschichte erzählen.
Samstag, 10.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
10.02.2024 Im Guardian denkt Daniel Levin über eine Konföderation zwischen Israelis und Palästinensern nach. In der FR glaubt Frank Sieren an eine neue Ära in China, in der eine wirtschaftliche Bürgerbewegung mehr mitbestimmt. Es sind "Phantomschmerzen" über den Verlust von Großungarn, der die Ungarn weiter auf Viktor Orban setzen lässt, glaubt Richard Swartz in der NZZ. Bei muslimischem Antisemitismus schaut die Bundesregierung lieber weg, ärgert sich Güner Yasemin Balci, Integrationsbeauftragte in Neukölln, in der SZ. Und der Standard skizziert die Hetzjagd auf Alexandra Föderl-Schmid.
Efeu - Die Kulturrundschau
10.02.2024 Alle trauern um insolvente Verlage, aber niemand um die Autoren, schreibt Roswitha Quadflieg in der FAZ. Too little, too late: Dass die Berlinale Vertreter der AfD nun wieder ausgeladen haben, nehmen die Filmkritiker nur noch skeptisch zur Kenntnis. Die Welt vermisst derweil die großen Filme im Programm des Festivals: Selbst Scorsese muss die Berlinale mit einem Ehrenbär an die Spree locken. Die taz sieht in Melek Celals Bildern in Istanbul die "Epochenumbrüche der Türkei" widergespiegelt. Und die Musikkritiker trauern um Seiji Ozawa, das Energiebündel unter den Weltklasse-Dirigenten.
Bücherschau des Tages
10.02.2024 Die SZ zieht den Hut vor Sofi Oksanen und ihrem politischen Werk "Putins Krieg gegen die Frauen". Mely Kiyaks Vater-Tochter-Roman ist wunderschön und tieftraurig zugleich, schnieft sie. Die taz verschlingt Timon Kaleytas Roman "Heilung". In Simon Parkins "Die Insel der außergewöhnlichen Gefangenen" erfährt sie, wie Churchill deutsche Künstler in Lagern einsperrte. Die FAS trauert um Michela Murgia und bewundert, wie die Schriftstellerin ihre Krebsdiagnose in kraftvolle Literatur umzuwandeln wusste. Die FAZ feiert die Wiederentdeckung der Romane von Joy Williams.
Montag, 12.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
12.02.2024 Auf Zeit Online ermahnt Timothy Garton Ash Europa, die Ukraine nicht zu vergessen. Höhere Rüstungsausgaben begünstigen nur soziale Ungleichheit, glaubt Christoph Butterwegge in der FR. Ebenfalls in der FR vermisst Colin Crouch einen "echten Konservatismus", der vor Rechtsextremen schützt. In der NZZ ist Zeruya Shalev fassungslos über eine Linke, die die Friedensaktivisten in Israel im Stich lässt. Argentiniens Präsident Javier Milei will auch vergewaltigten Frauen Schwangerschaftsabbrüche verwehren, berichtet die Welt.
Efeu - Die Kulturrundschau
12.02.2024 Die FAS schaut auf Carlo Chatrians glücklose Berlinale-Jahre, denen wohl auch keine goldene Zukunft für das Festival folgen wird. Die FAZ lauscht hingerissen flauschigen Streichern in Robert Carsens Inszenierung der Oper "Die Jüdin von Toledo" in Dresden - die israelkritischen Elemente hätte sie allerdings nicht gebraucht. Die NZZ schüttelt den Kopf über "Mattscheiben"- Fassaden. Die FAS hat viel Freude an der Serie "The New Look" über Dior: schauspielerisch hochgradig besetzt und ästhetisch ein Genuss! Und: Beyoncé spielt jetzt Country.
Medienticker
12.02.2024 Buchkritik: Jan Koneffkes Roman über Joseph Roth - Oskar Negts Selbstauskünfte im Video - Was Verlagspleiten für Bücher bedeuten - Zum Verlust von Menschlichkeit im Wirrwarr von Ideologie - Nora Krug erhält den Gerty-Spies-Literaturpreis - Brubeck, Coleman, Mingus: Das "goldene" Jazzjahr 1959 + Hörtipp: 30 Jahre Upper Austrian Jazz Orchestra ...
Bücherschau des Tages
12.02.2024 Die NZZ taucht mit Mojca Kumerdejs Erzählungen "Unter die Oberfläche" von vermeintlich Vertrautem. Die SZ ist bewegt von Çetin Gültekins Buch über seinen Bruder Gökhan, der unter den Opfern des rassistischen Anschlags in Hanau war. Die taz empfiehlt zwei Bände über die Band "Kraftwerk" - und das nicht nur für Fans. Dlf Kultur schmökert in Jan Koneffkes Roman "Im Schatten zweier Sommer", der von der Liebe zwischen Joseph Roth und der jungen Fanny erzählt.
Dienstag, 13.02.2024
Magazinrundschau
13.02.2024 Auch das Russland, das aus den Trümmern des Putinismus hervorgeht, wird versuchen, die europäischen Eliten dem Willen des Kreml zu unterwerfen, vermutet die Historikerin Francoise Thom in Desk Russie. Im Merkur fordert der Soziologe Stefan Hirschauer eine Präzisierung des Begriffs "Antisemitismus" in der deutschen Debatte. Jan-Werner Müller sorgt sich in der LRB um das Demonstrationsrecht in Demokratien. In HVG überlegt Ivan Sandor, wie die Literatur "diskreditierten Worten" ihre Bedeutung zurückgeben kann. Und Eurozine berichtet, wie sich Litauen in puncto Homophobie immer mehr Russland annähert.
9punkt - Die Debattenrundschau
13.02.2024 Ungarn habe er für die nächsten Jahre abgeschrieben, sagt Paul Lendvai in der Welt: Die Zivilgesellschaft sei zu schwach, um gegen Orban anzugehen. Auch die britische Gesellschaft ist gebrochen, dafür hat die Regierung gesorgt, meint A. L. Kennedy in der SZ. Die FAZ protokolliert ein öffentliches Gespräch, in dem die russische Schriftstellerin Alissa Ganijewa schilderte, wie Moskau Dagestan für den Krieg ausbeutet. Bis zum Ende des Jahrhunderts dürfte sich Chinas Bevölkerung fast halbieren, glaubt Alexander Görlach in der Welt. Und die taz blickt auf die Unterdrückung marginalisierter Ethnien im Iran.
Efeu - Die Kulturrundschau
13.02.2024 Die Feuilletons blicken auf die Störaktion bei der Lesung der kubanischen Künstlerin Tania Bruguera im Hamburger Bahnhof: Zeit Online war dabei und fragt, warum man die Störenfriede nicht rausgeworfen hat. Was soll die die Bezeichnung "pro-palästinensisch", fragt die Welt, das war ganz klar Antisemitismus. Die Berliner Zeitung fürchtet Ähnliches für die Berlinale. Nachtkritik horcht mit René Polleschs "Ja, nichts ist ok" in Berlin am Herz der kranken Gesellschaft. Die SZ hängt an Dua Lipas Lippen, auch wenn sie über Literatur spricht.
Medienticker
13.02.2024 Sinn und Form wird 75 - Gespräch mit Michael Krüger zu seinem 80. - Künstliche Intelligenz & Unkontrollierbarkeit: KI kann eine existenzielle Katastrophe auslösen" - Was in Darwins Bücherregalen stand - Die politische Geschichte des Jazz & Eingebildete Rebellen: Rechte Popmusik + Die musikalische Revolution der Musikelektronik ...
Bücherschau des Tages
13.02.2024 Die FAZ ist tief beeindruckt von den regimekritischen Texten der russischen Journalistin Jelena Kostjutschenko, versammelt in "Das Land, das ich liebe". Dlf vertieft sich in Dilek Güngörs Buch "A wie Ada", in dem die Protagonistin versucht, als Kind türkischer Eltern ihren Platz zwischen zwei Identitäten zu finden. Auch die FR ist hingerissen davon, wie Güngör hier die Zerrissenheit zwischen dem Wunsch nach Unverwechselbarkeit und dem Verlangen dazuzugehören schildert. Die SZ lobt in höchsten Tönen Ian Penmans Buch über Rainer Werner Fassbinder als Werk, das im besten Sinne vom Kino her geschrieben ist.
Mittwoch, 14.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
14.02.2024 In der FAZ schildert die russische Autorin Anna Narinskaya, wie Gerichte in Russland Rechtmäßigkeit inszenieren, während die Gesellschaft zermürbt wegschaut. Zeit Online fordert Deutschland und die USA auf, mit Blick auf Rafah die militärische Hilfe für Israel einzustellen. Bei Spon glaubt der Politologe Torben Lütjen, dass die Republikaner die Nato nicht mehr brauchen, weil die Nähe zu Putin größer ist. Und in der FAZ kann sich der postkoloniale Historiker Sebastian Conrad Antisemitismus-Vorwürfe gegen sein Fachgebiet nur damit erklären, dass in Deutschland die Erinnerungskultur der Neunzigerjahre aufrechterhalten werden soll.
Efeu - Die Kulturrundschau
14.02.2024 Die Störaktion im Hamburger Bahnhof sorgt weiter für Ärger, nicht zuletzt aufgrund eines irritierenden Instagram-Posts der Künstlerin Tania Bruguera. Diese verteidigt die Aktivisten und stilisiert sich selbst als Opfer, kritisiert die Welt. Die SZ weist auf den bemerkenswert autoritären Gestus der Störer hin. Claudia Roth stellt derweil den finalen Entwurf für die Reform der Filmförderung vor - und die Feuilletons sind mehrheitlich zufrieden, die SZ spricht sogar von einem großen Wurf. Außerdem: Der Künstler Flatz präsentiert seinen 71-jährigen Körper furchtlos den Smartphones, staunt die FAZ. Und die SZ freut sich über Sexgeflüster und Keiferei in Falk Richters "Bad Kingdom"-Inszenierung an der Schaubühne.
Medienticker
14.02.2024 Pariser Bouquinisten müssen für Olympia nicht umziehen - Leipziger Buchmesse ab 21. März mit Diskussionen zu Meinungsvielfalt und Demokratie - Garantierte Mindestvergütung für Kulturschaffende - Buchcharts Die aktuellen Bestsellerlisten - Hermann Nitsch und sein Gesamtkunstwerk - Trends, die den Zeitungsmarkt 2024 beschäftigen + Hörtipp: Afrodiaspora-Musik aus Lateinamerika.
Bücherschau des Tages
14.02.2024 Die FAZ blättert bedächtig in Nora Krugs neuer Graphic Novel, in der die Tagebücher einer Ukrainerin und eines Russen aus dem Krieg zu lesen sind: diese unterschiedlichen Perspektiven auf das Geschehen, illustriert von der renommierten Künstlerin, können niemanden kalt lassen. Die taz ist beglückt von der "zauberhaft-verwunschenen Atmosphäre" in Hayao Miyazakis Manga "Shunas Reise". Dlf liest gebannt die von Margaret Atwood und Douglas Preston versammelten Geschichten aus der Zeit der Pandemie in New York. Außerdem begeistert er sich für die brillanten und zeitlosen Erzählungen des belgischen Schriftstellers Roger van de Velde aus der Psychiatrie.
Donnerstag, 15.02.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
15.02.2024 Heute beginnt die Berlinale, aber durch das Lavieren des Festivals steht mit der AfD der Sieger bereits fest, meint Deniz Yücel in der Welt. Die FR hofft noch, dass die Skandale in diesem Jahr mal von der Leinwand ausgehen. In der Londoner Tate Modern erhält Yoko Ono endlich ihre verdiente Würdigung, auch wenn offen bleibt, ob ihr Werk nun poetisch oder banal ist, konstatieren SZ und Standard. In der NZZ ärgert sich der Historiker Michael Wolffsohn über subtilen Antisemitismus in Robert Carsens Inszenierung der "Jüdin von Toledo". Und die Jungle World lauscht dem "dröhnenden Stillstellen der Zeit" in den Tiefen der Drone Music.
9punkt - Die Debattenrundschau
15.02.2024 Die Zeit rät Deutschland, langsam darüber nachzudenken, ob man sich in puncto atomare Abschreckung mehr auf Frankreich als auf die USA verlassen sollte. Ebenfalls in der Zeit erklärt Philip Manow, warum Populismus die "demokratische Antwort auf einen undemokratischen Liberalismus" ist. Im Tagesspiegel erhebt der ehemalige Vize-Generalstabschef des israelischen Militärs, Jair Golan, große Vorwürfe gegen Netanjahu. Die FR erinnert an das Ende des Afghanistan-Krieges vor 35 Jahren, der eine Millionen Afghanen das Leben kostete. Die FAZ informiert mit einer neuen Studie über den neuesten Trend auf TikTok: Antisemitismus.
Medienticker
15.02.2024 Das Internet könnte 2026
ausgelesen sein - Bund führt
Honoraruntergrenzen ein - Keine Schlitten für
Juden in Davos - Kunstvoll illustrierte
Lieblingsbücher wie "Das Haus verlassen": ein Gespräch mit
Kat Menschik &
Jaqueline Kornmüller + ein Hörfunkgespräch mit
Alexander Kluge über seine Aufklärung-Ausstellung in Halberstadt zu seinem 92. Geburtag ...
Bücherschau des Tages
15.02.2024 Gleich dreimal besprochen wird Uwe Wittstocks Buch über die Schicksale deutscher Intellektueller und Künstler, wie etwa Walter Benjamin, Hannah Arendt und Heinrich Mann, die 1940 von Marseille aus nach Fluchtmöglichkeiten suchten: Die SZ ist enthusiastisch. Die Zeit freut sich über nüchterne Fakten einer - und lebendige Prosaminiaturen andererseits. Auch die FAZ gibt sich dem filmhaften Sog gerne hin - vermisst aber zuweilen etwas Kontext. Barbara Kingsolvers Sozialroman über den jungen "Demon Copperhead", könnte es mit seinem Vorbild Charles Dickens aufnehmen, meint Dlf Kultur. Und die taz zieht mit Tobias Allers durch Berliner Clubs.
Freitag, 16.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
16.02.2024 Die UNRWA ist der institutionalisierte Antizionismus - und schadet letztlich den Palästinensern, meint Sascha Lobo auf Spon. Der Krieg in Gaza zeigt vor allem, wie wenig Zutrauen wir in die Wehrhaftigkeit Europas haben können, glauben Herfried Münkler und Carlo Masala in der SZ. In der FAZ halten Claus Leggewie und Horst Meier den Verfassungsschutz für ebenso nutzlos wie ein AfD-Verbot. Vorausschauend hat Selenskyj Mechanismen initiiert, die der Ukraine eine Fortsetzung des Kampfes erlauben, ohne von den USA abhängig zu sein, erzählt dessen Biograf Simon Shuster im Tagesspiegel.
Efeu - Die Kulturrundschau
16.02.2024 Die Berlinale ist in vollem Gange: Die politischen Querelen haben FAZ, NZZ und Tagesspiegel noch nicht vergessen, die SZ freut sich über Cilian Murphy im Eröffnungsfilm. Der Perlentaucher bemängelt ein einfallsloses Retrospektive-Programm, das der taz hingegen gut gefällt. Die SZ lässt sich mit William Forsythe vom postmodernen Ballett verzauben. Die FR sieht das Frankfurter IG-Farben-Haus mit Laura J. Padgett mal aus einer anderen Perspektive. Zu einem möglichen Comeback der Monogamie in der Literatur macht sich die Welt Gedanken. Zeit Online lässt sich gerne von den sanften Klängen Helado Negros wecken. Die Feuilletons trauern um Johanna von Koczian.
Medienticker
16.02.2024 ! Aktualisiert: Tod in der Haft: Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist tot + TV-Programmänderungen - Antisemitismus: Psychoanalytische Überlegungen zu einer uralten Debatte - NDR-Hörtipp: Eins zu Eins. Der Talk mit Michael Krüger - Booktok-Bücher werden verfilmt - Correctiv-Recherche: ... und alle Fragen offen? + Hörtipp. "Zusammen werden wir Feuer kochen": Der Schriftsteller & Dichter Werner Herzog.
Bücherschau des Tages
16.02.2024 Eine andere Geschichte der BRD liest der Dlf bei Frank Bösch, der ihm von Waffen- und Energiedeals mit Diktatoren in der Nachkiegszeit erzählt. Ein düsteres Porträt Russlands in fünf Verbrechen verdankt er Julian Hans. Die FR empfiehlt einen von Tania Martini und Klaus Bittermann herausgegebenen Band mit Essays zum 7. Oktober. Außerdem bewundert sie die "ökonomische Eleganz" in Michela Murgias letzten Erzählungen. Dlf Kultur erkundet mit Maggie Millners Paaren neue Formen des Begehrens. Und die FAZ blickt mit Mustafa Suleyman auf Perspektiven und Gefahren der KI.
Samstag, 17.02.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
17.02.2024 Hat die Berlinale mit Maryam Moghaddams und Behtash Sanaeehas "My Favourite Cake" über eine siebzigjährige Iranerin, die einen Mann sucht, schon den ersten Bärenfavoriten? Die Welt möchte jedenfalls weinen vor Glück. Die FAZ setzt eher auf Abel Ferraras 'Turn in the Wound' über den Horror des Ukraine-Kriegs. Die FAS kleidet sich in Paris in Quallen aus Seide von Iris van Herpen. Die Welt hofft, dass mit "berlin modern" die Ära der Megabauten endlich ein Ende nimmt.
9punkt - Die Debattenrundschau
17.02.2024 Alexei Nawalny ist nach Angaben der russischen Behörden tot. Es bestehen keine Zweifel: Das war politischer Mord. Sogar im Gefängnis war er noch eine große Bedrohung für Putin, schreibt Anne Applebaum in Atlantic. Niemand wurde Putin so gefährlich wie er, weiß auch die SZ, deshalb wurde er ermordet. Die FAZ zeichnet seinen Kampf gegen den Kreml nach. Sicherheitsversprechen sind schön und gut, meint die SZ anlässlich der Konferenz in München, am Ende geht es aber um Krieg oder Frieden. Warum konzentriert man sich bei der Frage der Sicherheit nur auf militärische Belange, fragt die taz.
Bücherschau des Tages
17.02.2024 Die FAZ staunt, wie Daryna Gladun die Grauen des Kriegs in der Ukraine in Lyrik fasst. Die SZ lernt von Mirna Funk, was es heißt, Jüdin zu sein. Mit Roberto Saviano begibt sie sich auf die Spuren von Falcone. Die taz lässt sich von Samuel Salzborn noch einmal erklären, in welchem Ausmaß Antisemitismus die Demokratie gefährdet. Von Franz Dobler erfährt sie, was es bedeutet, zwischen zwei Müttern aufzuwachsen. FAS und Dlf lauschen Omri Boehm und Daniel Kehlmann bei ihrem Gespräch über Kant, die FAS hätte allerdings gern mehr von Kehlmann gehört.
Montag, 19.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
19.02.2024 In der Welt versteht Natalja Kljutscharjowa erst nach dem Tod Alexei Nawalnys, warum dieser nach Russland zurückgegangen war. In der SZ erzählt der Autor Hasnain Kazim, wie die Kollegin Ronya Othmann beim Karachi Literatur Festival Opfer einer unheilvollen Allianz aus einer britischen Professorin, sich für links haltenden Feministinnen und Islamisten wurde. Ausgerechnet den vom IS systematisch verfolgten Jesiden droht mit der neuen Asylpolitik der Bundesregierung die Abschiebung in den Irak, berichtet Qantara. Wer im Iran zum Christentum konvertiert, riskiert sein Leben, lernt die taz von der britischen NGO Article 18.
Efeu - Die Kulturrundschau
19.02.2024 Frank Castorfs Inszenierung von Thomas Bernhards Skandal-Stück "Heldenplatz" in Wien scheidet die Geister: Die Nachtkritik taucht ab in ein "wildes, erratisches Universum", die FAZ weiß nicht, was das alles soll, die taz freut sich über das brillante Ensemble. Auf der Berlinale ist die Welt froh, dass Andreas Dresens "In Liebe, Eure Hilde" keine platte Moralpredigt geworden ist. Die FAZ feiert die Schauspieler in Matthias Glasners "Sterben".
Medienticker
19.02.2024 Gespräch mit Julia Jost über ihren Debütroman über Jugend in den Bergen - WDR-Hörtipp Jazz: Mit Jean-Luc Ponty kam frischer Wind ins verstaubte Klangbild der Geige - Nationaldichter der Ukraine Taras Schewtschenko "Begrabt mich und erhebt Euch!" + Berlinale Kommentar: Kulturinstitutionen geraten politisch unter Druck ...
Bücherschau des Tages
19.02.2024 Die FAZ spitzt die Ohren, wenn Gert Westphal die Thomas-Mann-Novelle "Tristan" vorliest: von der Kaufmannsgattin Gabriele Klöterjahn bis zum kugelrunden Baby Anton verleiht er jeder Figur ihr eigenes Timbre. Mit dem zweiten Teil der "Jahrhundertstimmen" bekommt sie deutsche Geschichte in Originalaufnahmen zu hören: von Adorno bis Ulbricht ist alles dabei. Der Dlf lobt Aleksandar Hemons "Die Welt und alles, was sie enthält" als großen Roman über Liebe, Krieg und Emigration. Dénes Krusovszky wird seinem Ruf als "ungarischer Jonathan Franzen" gerecht, findet er außerdem.
Dienstag, 20.02.2024
Magazinrundschau
20.02.2024 New Lines schildert das Schicksal der Mescheten, die im russischen Krieg gegen die Ukraine aufgerieben werden. Meduza recherchiert die Lebensbedingungen in Nawalnys letztem Gefängnis, dem Polarwolf IK-3. Der New Statesmen erzählt, wie effektiv britische Anwaltskanzleien Putin flüssig halten. Die London Review bewundert, wie überzeugend Automaten den Teufel geben. In La Regle du Jeu erklärt Giuliano da Empoli die Vorliebe der Italiener für den politischen Außenseiter. In der New York Times erklärt Marilynne Robinson, was man von einem Künstler immer erwarten kann.
9punkt - Die Debattenrundschau
20.02.2024 In Russland wird die Trauer um Alexei Nawalny schnell wieder verfliegen, glaubt Viktor Jerofejew in der NZZ. Im Tagesspiegel möchte die Schriftstellerin Gabriele Stötzer die Kraft des Glaubens an das Gute nicht unterschätzen. In der SZ ruft Irina Scherbakowa den Politikern im Westen zu: Hört auf, auf Frieden und Einigung mit Mördern zu hoffen. Die FAZ fragt, warum sich kein deutscher Politiker für Julian Assange einsetzt. In La regle du jeu erinnert Bernard-Henri Lévy an den antitotalitären Intellektuellen Raymond Aron.
Efeu - Die Kulturrundschau
20.02.2024 Es ist Halbzeit bei der Berlinale: Die Feuilletons klammern sich an Martin Scorsese, der den Ehrenbären erhält, wie an einen Fels in der Brandung. Die Welt weist daraufhin, dass der Regisseur dem Kino auch abseits der eigenen Filme einen enormen Verdienst erwiesen hat. Die taz blickt in einer Ausstellung im KW Institute for Contemporary Art in die düsteren Fratzen des Technozäns. In den Büchern der "New Adult"-Erfolgsschriftstellerin Sarah Sprinz fallen oft Haarsträhnen sexy ins Gesicht - aber ist das so schlimm, fragt die Zeit.
Medienticker
20.02.2024 Lothar Struck zu Daniel Kehlmanns anmaßendem Bio-Doku-Drama "Lichtspiel" über das Leben des G. W. Pabst - Hörtipp Jazz-Duos: So intim klingt's selten - Das Uwe-Johnson-Puzzle: Von Mecklenburger Versuchen, eines Dichters habhaft zu werden - Literaturfestival in Pakistan: Trubel um Ausladung von Ronya Othmann - Berlinale-Film "Sterben": Schonungslos ehrliches und direktes Familiendrama + Jan Böhmermann will Nazis keulen ...
Bücherschau des Tages
20.02.2024 Die FAZ verbarrikadiert sich mit Rüdiger Safranskis Kafka-Buch vor der Außenwelt. Außerdem ist sie fasziniert von Judith Koelemeijers Biografie der niederländischen Jüdin Etty Hillesum. Einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt Laura Lichtblaus Roman bei Dlf Kultur: eine junge Frau entdeckt die Verstrickungen ihrer Familie in das Euthanasie-Programm der Nazis. Dlf preist Sofi Oksanes Band "Putins Krieg gegen die Frauen", der die systematische Misogynie des russischen Regimes denunziert, als ein wichtiges und mutiges Buch.
Mittwoch, 21.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
21.02.2024 Das Bemerkenswerte an Alexej Nawalny war, dass er auch gegen die lange Tradition imperialer Machtausübung in Russland kämpfte, hält der Historiker Martin Schulze-Wessel auf Zeit Online fest. Auf geschichtedergegenwart glaubt die Politikwissenschaftlerin Hanna Perekhoda, dass die russischsprachigen Ukrainer die Russen lehren können, wie man ohne Imperium leben kann. In der FAZ legt Felix Klein dar, wie der Postkolonialismus auf die Relativierung des Holocausts setzt, um sein starres Täter-Opfer-Schema durchzusetzen. Und alle trauern um Jan Assmann.
Efeu - Die Kulturrundschau
21.02.2024 Auf der Berlinale spürt Zeit online mit Tilman Singers Horrorfilm "Cuckoo" den Dämon in sich. Die NZZ setzt sich den bösen Blicken der DDR-Kunst aus, die im Schaulager in Beeskow lagert. Die FAZ swingt in Graz mit Anton Foersters slowenischer Nationaloper "Die Nachtigall von Gorenjska". Die taz lässt sich von Brittany Howard Klangschalen aus Quarz reichen.
Medienticker
21.02.2024 Jan Assmann ist tot - 74. Internationale Filmfestspiele Berlin: Die Kunst des Kürzens der Filmeditor & Komponist Jörg Hauschild - Alan Posner Shot of Love Bob Dylan: Fünfzig Interpretationen bekannter und weniger bekannter Songs + Edo Reents fragt sich Wo bleibt der Protest bei Julian Assange?
Bücherschau des Tages
21.02.2024 Die FAZ bewundert das etwas "schräge Fantum" von Konrad Rufus Müller, der Adenauer gern auflauferte, um das perfekte Foto zu machen. Außerdem lauscht sie angetan Irene Langmann, die über Generationen hinweg vom Schicksal der Russlandeutschen erzählt. Die FR lässt sich von Paul Auster erklären, weshalb die Amerikaner so an ihren Waffen hängen. Was passiert, wenn in der amerikanischen Provinz die Schusswaffen plötzlich nicht mehr funktionieren, erfährt die SZ in Jonathan Lethems postapokalyptischem Roman "Der Stillstand". Und Dlf Kultur folgt mit dem estnischen Autor Tauno Vahter gebannt den "11 Fluchten des Madies Jefferson".
Donnerstag, 22.02.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
22.02.2024 Die FAZ erschaudert, wenn in Oksana Karpovychs Film "Intercepted" russische Soldaten unverhohlen ihre moralische Entfesselung offenbaren. Außerdem staunt sie, wie viele Russen in Michael Lockshins Neuverfilmung von Bulgakows "Der Meister und Margarita" stürmen, den der Kreml aufgrund antistalinistischer Tendenzen attackiert. Die NZZ erkennt dank KI erste Schriftzeichen auf 2000 Jahre alten, zu Klumpen verbackenen Papyrusrollen. Und die Zeit kniet kritiklos nieder vor dem größten Park der Welt, den sich Mohammed bin Salman von einem 85-jährigen Dortmunder Architekten entwerfen lässt.
9punkt - Die Debattenrundschau
22.02.2024 Die französische Russland-Historikerin Françoise Thom will im Gespräch mit der FR Anzeichen einer Putin-Dämmerung erkennen, und sie beleuchtet die Ursprünge der französischen und deutschen Russophilie. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger spricht sich in der taz gegen ein AfD-Verbot aus. Daily Mail stellt einen neuen Bericht zur sexuellen Gewalt der Hamas-Terroristen am 7. Oktober vor. Ijoma Mangold ist in der Zeit nicht wohl beim kommenden Demokratiefördergesetz, mit dem sich der Staat seine Zivilgesellschaft gleich selber fabriziert.
Medienticker
22.02.2024 74. Internationale Filmfestspiele Berlin: Filmregisseur Matthias Glasner im Gespräch u. a. über seinen Film "Sterben" - Die Akte Assange: "Investigativer Journalismus wird hier mit Spionage gleichgesetzt"- Interview mit Rod Stewart über Swing - Hörtipps: Arnold Schönberg wusste Neue Musik ist niemals von allem Anfang an schön & Goodbye Stranger: Wie wir uns von unseren Vätern verabschieden + Unmöglich! Ein Andi Brehme kann nicht sterben. Von Axel Hacke ...
Bücherschau des Tages
22.02.2024 Ein begeisterter Michael Kleeberg (FAZ) spürt die Kraft der Liebe in Wilhelm Bartschs Lyrikband "Hohe See und niemands Land". Die FR lässt sich vom überwältigenden Strom eines Langgedichts von Kurt Drawert mitreißen: "Alles neigt sich zum Unverständlichen hin". Außerdem empfiehlt die FAZ "Verpasst", das erstaunliche Romandebüt der österreichischen Autorin Hannah Oppolzer. Die Zeit begleitet mit Roberto Savianos Roman "Falcone" einen der mutigsten Mafiajäger Italiens bis in den Tod 1992. Dlf Kultur amüsiert sich mit einer ethnologischen Weltreise zum Thema "Betrunkenes Betragen".
Freitag, 23.02.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
23.02.2024 Weiter geht's mit der Berlinale, die FAZ macht den tunesischen Beitrag "Mé el Aïn" als Favoriten aus, der Tagesspiegel drückt dem dominikanischen Nilpferd "Pepe" im Wettbewerb die Daumen. Die Welt bezweifelt, ob die sprachliche Überarbeitung von Michael Endes "Jim Knopf" wirklich förderlich ist. Die FAZ lässt sich im Den Haager Mauritshuis von den Bildern Roelant Saverys von wilden Blumen und Tieren verzaubern. Wie Putin klassische Musik für seine Propaganda missbraucht, erklärt die Neue Musikzeitung.
9punkt - Die Debattenrundschau
23.02.2024 Morgen vor zwei Jahren überfiel Putin die Ukraine. Heute erscheint das autoritäre Russland so stark wie eh und je, während die liberalen Demokratien schwächer werden, notiert die taz. Die Welt attackiert die Putin-Knechte von der AfD. Im Perlentaucher glaubt Richard Herzinger nicht, dass die um ihren Glamour bekümmerten arabischen Despotien auch nur im mindesten an den Palästinensern interessiert sind. Und die SZ fragt: Was ist mit den Ruhrbaronen? Sie sind links, sie sind rechts, und sie lancieren alle wichtigen Debatten.
Medienticker
23.02.2024 Aktualisiert: Rundfunkbeitragserhöhung ab 2025 - Didacta 2024 in Köln: Bildung im Zeichen von KI & Digitalisierung - Sven Hanuschek über Erich Kästners 125. Geburtstag - WDR+HR-Hörtipps: Goldene Riffs von Otis Sandsjö & Blue Notes in vielen Farben Electric Swamp Funkin' Blues - Zum Tod von City-Gitarrist Fritz Puppel: Er war ein Stratege - Odysseus ist auf dem Mond gelandet - Macht KI die BWL überflüssig? + Hörfunk-Tipps für das Wochenende.
Bücherschau des Tages
23.02.2024 Die FAZ lernt Anna Mahler dank Gabriele Reiterer als ernstzunehmende Musikerin und Bildhauerin kennen. Mit Vittorio Magnago Lampugnani denkt sie über nachhaltige Architektur nach. Zum Meisterwerk küren SZ und Dlf Kimberly Brubaker Bradleys Jugendroman über ein junges Mädchen im England der Dreißigerjahre. Der Dlf begibt sich mit Hartmut Binder außerdem auf Kafkas Spuren. Und Dlf Kultur taucht mit Lyndsey Stonebridge ein in Leben und Werk von Hannah Arendt.
Samstag, 24.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
24.02.2024 Vor zwei Jahren überfielen die Russen die Ukraine. Ja, die Russen, denn "das Volk schweigt und macht alles mit", sagt Michail Schischkin im Tagesspiegel. Von Russland dauerhaft besetzte Gebiete sind verloren, warnt die ukrainische Journalistin Anastasia Magasowa in der taz, denn Putin arbeitet in solchen Gebieten mit den Methoden des NKWD, bestätigt Galia Ackerman in Deskrussie. Außerdem verweisen wir auf Interventionen von Nataliya Gumenyuk, Viktor Jerofejew, Timothy Snyder, Richard Herzinger und Timothy Garton Ash. Außerdem: Die Ruhrbarone wollen nicht schrumpfen.
Efeu - Die Kulturrundschau
24.02.2024 Die FR hofft auf einen Berlinale-Bären für Nelson Carlos de Los Santos Arias' Querschläger "Pepe". Die taz unterhält sich mit der iranischen Filmemacherin Farahnaz Sharifi über die Beschlagnahmung ihres privaten Archivs. Die SZ kommt völlig erschlagen aus "The Zone of Interest", Jonathan Glazers Film über den Auschwitzkommandanten Rudolf Höß. In der taz diagnostiziert Viktor Jerofejew eine tödliche Epidemie der Dummheit in Russland. In der FAZ stellt Artur Becker den polnischen Lyriker Krzysztof Siwczyk vor.
Bücherschau des Tages
24.02.2024 Die FAZ entdeckt mit Werken von Egon Bondy und Ivo Vodseďálek zwei glanzvolle tschechische Abspaltungen des Surrealismus, der selbst vor Stalin nicht haltmachte: Totaler Realismus und Peinliche Poesie. Die FR empfiehlt Patrick Bahners' Streitschrift "Kampagne in Deutschland", die sich gegen Bénédicte Savoys Restitutionsdiskurs wendet. Die SZ feiert Joy Williams' Roman "In der Gnade". Dlf Kultur verbringt einen glücklichen Nachmittag mit Candice Fox' Thriller "Stunde um Stunde".
Montag, 26.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
26.02.2024 Die Welt fragt, wie Israel nach wenigen Monaten zum angeblichen Alleinschuldigen des Gazakriegs werden konnte. Die FAZ liest den Untersuchungsbericht zum Netzwerk des Sexualforschers Helmut Kentler, der in den 70er Jahren mit Billigung der Behörden Jugendliche an pädophile Pflegeväter vermittelte. Die SZ freut sich auf ein Telefon ohne Apps. Die NZZ erinnert am Beispiel von Rudolf Margolius an die Slansky-Prozesse. Die taz stellt den Niederländer Salo Muller vor, der die Bahn mitverantwortlich macht für die Deportationen in die Konzentrationslager.
Efeu - Die Kulturrundschau
26.02.2024 Der Goldene Bär der diesjährigen Berlinale geht an Mati Diops Restitutionsfilm "Dahomey": die taz hat nichts dagegen, dass wieder ein Dokumentarfilm gewonnen hat - aber war das wirklich der beste Film? Die Zeit findet: hier bleibt einiges im Unklaren. Überschattet wurde die Preisverleihung am Ende allerdings von diversen Palästina-Solidaritätsbekundungen: Von einem "erschreckend undifferenzierten Israel-Bashing" schreibt die SZ, der Tagesspiegel attestiert der Kultur ein handfestes Israelproblem. Und die FAZ starrt bei der Musica Viva mit weitaufgerissenen Ohren ein Glühwürmchen an.
Medienticker
26.02.2024 Eine kleine Geschichte der Anderwelt - Wie Kommentare in Social Media helfen, Fake News zu erkennen & KI in der Kommunikation - Bilanz der Berlinale - Studie: IQ bleibt nicht ein Leben lang gleich + Manchmal sagen Bilder mehr als tausend Worte Ausstellung: Rolf Rose in der Villa Zanders ...
Bücherschau des Tages
26.02.2024 Die FAZ hält gleich zwei gute Beispiele dafür in Händen, wie man auch den Kleinsten das Thema Flucht näherbringen kann: Christoph Drösser und Nora Coenenberg erzählen ohne Naivität von geflüchteten Kindern aus Syrien und dem Südsudan. Im Bilderbuch "Ich wäre gern ein Baum" von Andrea Hensgen geht es um Erfahrungen von Vertreibung und den Wunsch nach Geborgenheit. Die SZ erfährt von Paul Lendvai, wie Heuchelei Autokraten stärkt. Mit Annika Brockschmidt vollzieht sie den Weg der Republikanischen Partei in den Trumpismus nach.
Dienstag, 27.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
27.02.2024 In Belarus sind bereits fünf Oppositionelle in Haft gestorben, zuletzt Ihar Lednik, berichtet die FAZ. In der NZZ erinnert Sergej Gerassimow an das erste ukrainische "Guernica" 1708. Die SZ fragt sich, ob die verfehlte deutsche Russlandpolitik noch jemals aufgearbeitet wird. Die Welt fragt, ob Correctiv wirklich unabhängig ist. Die NZZ erklärt, warum es in China so viele leerstehende Wohnungen gibt.
Efeu - Die Kulturrundschau
27.02.2024 Die Theaterwelt ist schockiert über den unerwarteten Tod René Polleschs: Die FAZ betrauert ihn als Liebhaber des "boulevardesken Ungefähren". Die Berliner Zeitung weiß, wie sehr er mit Vorurteilen zu kämpfen hatte. Heftig diskutiert wird weiter über den Berlinale-Eklat: die SZ staunt, wie gerade jene aus der Kultur- und Queerszene für die applaudieren, die ihnen bei der nächstbesten Gelegenheit an die Gurgel gingen. Die FAZ schmerzt immer noch vor allem der Jubel des Publikums. Die taz fragt sich, warum ausgerechnet Israels Beitrag für den ESC auf politische Inhalte geprüft wird.
Magazinrundschau
27.02.2024 Der New Yorker schildert die katastrophalen Lebensbedingungen nordkoreanischer Zwangsarbeiter in China. Noema erzählt, wie man in Somaliland politisch debattiert: rhythmisch. Was ist heute eigentlich links, fragt sich die amerikanische Autorin Rebecca Solnit in Literary Hub. En attendant Nadeau erinnert an die vielen Ausländer in der Resistance. Der Guardian lernt, wie man Geschichte heute erforscht: mit Genanalysen.
Medienticker
27.02.2024 Aus der bayerischen Subkultur: Die Zeitschrift Mode und Verzweiflung - Aus dem Archiv: Roscoe Mitchell & Richard Teitelbaum 1977 in Donaueschingen - WDR-Hörtipp: Gut für die Clubmuskulatur: Neue Tracks aus dem weiten Feld der Bassmusik im Clubmuskulatur-Fitnesstest: Dub & Bass, Kontinuum & Rekurs ...
Bücherschau des Tages
27.02.2024 In purem Lesegenuss schwelgt die FAZ mit den Gedichten der Feministin und Bilderstürmerin Yosano Akiko. Die NZZ hingegen findet in der Lyrik des rumänischen Dichters Nichita Danilov sowohl die "stille Schönheit" der Bukowina als auch Kritik am russischen Totalitarismus vor. Brauchen wir noch einen autofiktionalen Roman, fragt die FR - und antwortet: Wenn er von Franz Dobler kommt, dann ja! Dlf Kultur lässt sich währenddessen von Neil deGrasse Tyson vom Kosmos aus irdische Probleme erläutern.
Mittwoch, 28.02.2024
9punkt - Die Debattenrundschau
28.02.2024 Es braucht dringend einen Friedensplan in Israel, der die Golfstaaten mit einbindet, rufen Natan Sznaider und Navid Kermani gemeinsam in der SZ. In der Welt ermutigt Deniz Yücel die deutsche Öffentlichkeit, auch dumme Meinungen auszuhalten. Die taz fordert die Institutionen indes auf, antidemokratischen Personen den Zutritt zu verweigern. In Time denkt der Jurist Noah Feldman über den neuen Antisemitismus nach. Und bei Spon fragt der Sicherheitsexperte Christian Mölling: Wovor hat der Kanzler Angst?
Efeu - Die Kulturrundschau
28.02.2024 "Ja nichts ist okay": Die Feuilletons trauern weiter um René Pollesch. Birgit Minichmayr wurde laut SZ von niemand so zärtlich geküsst wie von ihm. Die taz erinnert sich daran, wie der Theatermacher seine Schauspieler leuchten ließ. Briefeschreibende Möchtegern-Aktivisten sind mal wieder in Sachen Israelboykott unterwegs, weiß die Welt. Derweil streitet das Feuilleton weiter darum, wie antisemitisch die Berlinale-Preisverleihung war. Die FAZ betrachtet Magrittes Giraffe im Cocktailglas in Brüssel. Die SZ gratuliert Frank Gehry, dem Architekten, der sogar bei den Simpsons vorkommt, zum 95.
Medienticker
28.02.2024 Umfrage: Deutsche fürchten Fake News: Desinformationen bedrohen die Demokratie: Auf Demos in Sachsen Staatsschutz ermittelt wegen gefälschter Tagesschau-Beiträge & Rassismus prepaid: Warum ähnelt unsere Willkommenskultur so oft einer Strafaktion? - Lessing & Kästner, dem Urenkel der deutschen Aufklärung - Franz Dobler über Sohn zwischen zwei Müttern + Nachrufe auf die heimliche Vaterfigur der deutschen Theaterszene ...
Bücherschau des Tages
28.02.2024 Die NZZ empfiehlt Dana Grigorceas Roman "Das Gewicht eines Vogels beim Fliegen": Zwei Liebesgeschichten, die um einen Künstler kreisen und um das Wesen der Kunst. FAZ und FR verlieren jedes Zeitgefühl im Lockdown mit Elizabeth Strouts "Am Meer". Dlf Kultur lernt die Dunkelheit kennen, beim "Wandern bei Nacht" mit John Lewis-Stempel. Und die FR lernt vom Dichter Harwig Mauritz: "die toten schlafen fest".
Donnerstag, 29.02.2024
Efeu - Die Kulturrundschau
29.02.2024 Zwischen goldenen Gebissen, Girls und Platin-Bananen atmen FAZ und FR auf, dass die große Hip-Hop-Schau in der Frankfurter Schirn ganz ohne Antisemitismus, Machismus und Homophobie auskommt. Eine neue "Kunstschau des Antisemitismus", befürchtet derweil die NZZ in Venedig. Jonathan Glazers in Cannes gefeierter Film "The Zone of Interest" erfüllt Claude Lanzmanns Maßstab, wie man vom Holocaust erzählt, glaubt die FAZ. Perlentaucher und Filmdienst haben Zweifel. Henryk Broder verrät seinem Kollegen Deniz Yücel in der Welt, warum kein Filmemacher auf die Idee gekommen ist, Solidarität mit den Ukrainern zu zeigen.
9punkt - Die Debattenrundschau
29.02.2024 Während Deutschland und die Angehörigen der Opfer immer noch mit der Ungewissheit leben, wer die "dritte Generation" der RAF überhaupt ist, wohnte die jetzt festgenommene Daniela Klette unbehelligt in Kreuzberg, erging sich in der Natur, pflegte ihr Facebook-Profil und ihre Capoeira-Künste. Warum lässt man die "dritte Generation" nicht sowieso in Ruhe, fragt die taz. Schluss mit der Verklärung der RAF, ruft dagegen der Tagesspiegel, wo auch Michael Buback interviewt wird. Außerdem: Größer als jetzt war die Kriegsgefahr in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg nie, konstatiert die Zeit. Und Macron und Scholz zerstreiten sich bei der Gelegenheit.
Medienticker
29.02.2024 Überblick: Die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2024 stehen fest - Interview mit Viktor Jerofejew über seinen Roman "Der große Gopnik"- Der Auschwitz-Film "The Zone of Interest" - X-formerly-known-as-Twitter: Eine kurze Geschichte der Neurotechnologie + Venedig: Tausende Künstler fordern Ausschluss Israels von Biennale ...
Bücherschau des Tages
29.02.2024 Die Zeit feiert Timon Karl Kaleytas Roman "Heilung", der mit viel Lust an der Groteske erzählt, wie die Suche nach dem richtigen Leben in Faschismus umschlagen kann. In Dlf Kultur empfiehlt der Dichter Nico Bleutge wärmstens Olga Ravns Band "Meine Arbeit" als eigenwilliges, äthetisch anspruchsvolles Buch über Mutterschaft. Die FAZ begegnet in Aurora Venturinis "Wir, die Familie Caserta" einer rebellischen Hochbegabten. Die FR blättert duch ein Fotoalbum der Familie Kafka.