Donnerstag, 01.12.2011
Heute in den Feuilletons
01.12.2011 In der Welt versucht Andre Glucksmann, den Westen wachzurütteln. Der Tagesspiegel bringt ein unter anderem von Glucksmann unterzeichnetes Manifest für Europa. Die NZZ hält Artemisia Gentileschi zwar eher für eine feministische Ikone, widmet ihr aber trotzdem eine Seite. In der Zeit entwirft Petros Markaris ein Panorama Griechenlands in der Krise. In der FAZ fordert Evgeny Morozov ein Netz der Bürger und Anonymität beim Musikkonsum.
Bücherschau des Tages
01.12.2011 Sehr nachdrücklich empfiehlt die NZZ Bora Cosic als europäischen Erzähler von Rang und seine Erinnerungen an Zagreb "Eine kurze Kindheit in Agram". Als egomanes Monstrum lernt die Zeit Elias Canetti in seinem Briefwechsel mit Marie-Louise von Motesiczky kennen. Etwas zu skrupulös, findet die FR Laurent Binets Heydrich-Roman "HHhH", aber doch packend. Die FAZ liest Peter Weiss' "Briefe an Henriette Itta Blumenthal".
Medienticker-Archiv
01.12.2011 Aktualisiert: Christa Wolf ist tot - Thor Kunkel: Occupy the Feuilletons - Digitale Unkultur? Wem gehört das Internet? - Weibo gibt ihnen eine Stimme: Chinas Mikroblogger umgehen die Zensur - Tages-Webschau: Tagesschau für junge Leute - Susan Vahabzadeh: Keine Heimat ohne Sprache und Sibylle Bergs Heimat war Thüringen + Börsen, Banken, Spekulanten: Spiegelungen in der Literatur.
Freitag, 02.12.2011
Heute in den Feuilletons
02.12.2011 Abschied von Christa W.: Arno Widmann erinnert sich in der FR an ihre Kassandra-Vorlesungen Anfang der achtziger Jahre in Frankfurt: "Niemand konnte sich diesem Sog entziehen. Es war ganz klar." Frauke Meyer-Gosau (taz) fehlte zuletzt ihre Stimme im Chor der achtzigjährigen Stimmführer Habermas, Enzensberger, Walser. Tilman Krause erinnert in der Welt an die schmerzhafte Debatte um ihre Stasi-Akte, die ihre Stimme verstummen ließ. Lothar Müller schreibt in der SZ über die kranken Frauen in ihrem Werk.
Bücherschau des Tages
02.12.2011 Hellsichtig der eine, großherzig der andere, unendlich tragisch beide: Sehr bewegt liest die FAZ den Briefwechsel zwischen Joseph Roth und Stefan Zweig "Jede Freundschaft mit mir ist verderblich". Außerdem feiert sie Jose Eduardo Agualusas kraftvollen Roman "Barroco Tropical". Die SZ lernt von Tom Buk-Swienty, wie nachhaltig uns die Dänen die "Schlachtbank Düppel" verübeln. Mit Anna Kim reist sie nach Grönland.
Medienticker-Archiv
02.12.2011 Europäisches Kino: Wim Wenders über die kleine Utopie von einem anderen Europa - Krise Europas: In Berlin diskutiert Jürgen Habermas mit anderen EU-Experten - US-Studie zu Murdochs Fox News: "Wer diesen Sender schaut, wird nachweislich dümmer" - Wut und Ungewissheit: Zwischen Kunst und Protesten in Kairo + "A rude awakening": Chorkompositionen nach Bob Dylan in Leipzig.
Samstag, 03.12.2011
Heute in den Feuilletons
03.12.2011 In der NZZ stellt die ägyptische Schriftstellerin Mansura Eseddin fest, dass alle die Revolution wollen, aber niemand die Revolutionäre. In der Welt ruft Cora Stephan die deutschen Autoren zur eRevolution auf. In der taz erinnert sich Angela Davis an ihre Vorlesungen bei Adorno, Horkheimer und Habermas. In der SZ ruft der Kameruner Fabien Yene den Europäern zu: Räumt eure Dosen selbst ein! In der FAZ erinnert Eva Menasse die "ersten Opfer Hitlers" daran, dass Georg Kreisler allen Grund hatte, unversöhnlich zu sein.
Bücherschau des Tages
03.12.2011 Subtil und spannend zeichnet Julian Barnes in "Vom Ende einer Geschichte" die Irrwege der Erinnerung nach, findet die FAZ. Außerdem empfiehlt sie Eugen McCabes Roman "Tod und Nachtigallen", der vor dem Hintergrund des irischen Konflikts spielt. Die SZ blickt mit Edmund de Waal dem Hasen in die Bersteinaugen. Die NZZ fühlt sich von Viven Steins Biografie über Heinz Berggruen eher abgestoßen.
Montag, 05.12.2011
Heute in den Feuilletons
05.12.2011 In seiner in der FR abgedruckten Hannah-Arendt-Preisrede präsentiert Navid Kermani eine Perspektive für Europa: Aufnahme der arabischen Länder in den Binnenmarkt. In der FAZ hofft Hamed Abdel-Samad, dass sich die ägyptischen Islamisten in der selbstgestellten Demokratiefalle verheddern. In der SZ plädiert Gert G. Wagner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung für weiteres Schuldenmachen. In der Welt träumt Rem Kohlhaas vom starken Staat - aber nur um einer guten Architektur willen.
Bücherschau des Tages
05.12.2011 Die SZ liest gespannt, wie Hamed Abdel-Samad in "Krieg oder Frieden" die arabische Revolution analysiert. Ganz neue Döblinleselust überkommt sie mit Wilfried F. Schoellers Biografie desselben. Die FAZ lernt mit Nelly Sachs' Gedichten wieder, das Pathos zu lieben. Und die taz stellt Amir und Khalils Comic "Zahra's Paradise" über die Grüne Revolution im Iran vor.
Medienticker-Archiv
05.12.2011 Interview mit Claudius Seidl über zeitgenössisches Deuten und Denken in deutschen Medien - Eine Nation verblödet: Reinhard Mohr über Googeln, Twittern, Simsen, Tickern - Einstieg in Onlinehandel: Google greift Amazon an - Aus der Puppenstube oder Die Kritik einer Kritik: Über Peter Handkes "Geschichte des Dragoljub Milanovic" - Her Lioness! Amy Winehouses letztes Album + Tatort-Kritik: Lillys Coming out.
Mord und Ratschlag
05.12.2011 In "Müllers Morde" setzt Monika Geier einen lebensuntüchtigen Historiker auf die Spur eines aus dem Ruder gelaufenen Hackers. Richard Stark lässt in "Verbrechen ist Vertrauenssache" ausschließlich professionelle Kräfte walten.
Dienstag, 06.12.2011
Magazinrundschau
06.12.2011 Wired porträtiert den neuen Steve Jobs: Jeff Bezos. Telerama empfiehlt eine neue Lektüre von Frantz Fanon. Die Columbia Journalism Review verteidigt den institutionellen Journalismus. In MicroMega geißelt Roberto Saviano die Omerta in Norditalien. Für Salon.eu.sk blickt Viktor Jerofejew in den Kreml-Himmel. In der NYRB setzt Daniel Kahnemann ganz klar auf System Zwei. Im Guardian erzählt der Kinderbuchautor Shaun Tan, was Australier mit Finnen gemeinsam haben. Und in Guernica erklärt Occupy-Erfinder Kalle Lassn, warum er heute eher die Zionisten als die Juden der Kriegstreiberei bezichtigen würde.
Heute in den Feuilletons
06.12.2011 In der Welt kritisiert Necla Kelek die Studie über Zwangsehen in Deutschland. In Zeiten der Finanzkrisen blüht regelmäßig der Antisemtismus, schreibt Micha Brumlik in der taz. Slate stellt Joseph Epstein vor, der den Klatsch als Kunstform sieht. Atlantic Monthly bringt eine Fotoserie aus der "Exclusion Zone" von Fukushima. Die FAZ fragt, warum ausgerechnet Europa im geplanten Berliner Museum der Weltkulturen ein weißer Fleck bleiben soll. Die NZZ sucht nach Spuren von Kulturjournalismus im Netz.
Bücherschau des Tages
06.12.2011 "Ich liebe dich. Für immer" versprachen sich einst in Hollywood Greta Garbo und Salka Viertel - wie das ausging, lässt sich die SZ gern von Nicole Nottelmann erzählen. Die NZZ lauscht mit Vergnügen, wenn Wolfgang Ullrich den Kunstbetrieb abklopft. Die taz lässt sich von Javier Marquez Sanchez auf das grausige "Fest des Monsieurs Orphee" entführen. Die FAZ hört Christoph W. Bauer "mein lieben mein hassen mein mittendrin du" bedichten.
Medienticker-Archiv
06.12.2011 Lothar Struck über bigotte und wohlfeile Kritik an Giovanni di Lorenzo - Wolfgang Michal: Content-Farmen wollen den Markt für Texte umpflügen - Sollten wir jetzt doch wieder Karl Marx lesen? Bäume zu umarmen bringt auch nichts - "Ich war da. Ich erzähle": Henri Cartier-Bresson in Wolfsburg - Geschichte der Schrulligkeit: Jörg Zittlaus "Nerds. Wo eine Brille ist, ist auch ein Weg" + Joseph von Nazareth twittert.
Mittwoch, 07.12.2011
Heute in den Feuilletons
07.12.2011 Jena ist empört. Aber nicht über den Rechtsextremismus in der Stadt, sondern über einen Fernsehbeitrag dazu und den Imageschaden für die Stadt, berichtet die FR. Ai Weiwei hat für Spenden Tausende von Schuldscheinen verschickt. Viele davon stehen jetzt im Netz, berichtet die Welt. In der taz erklärt der iranische Regisseur Mohammad Rasoulof, was es heißt, permanent in Angst zu leben. FAZ und taz berichten über die erstaunlich breiten Proteste gegen Putin in Russland.
Bücherschau des Tages
07.12.2011 Magere Ausbeute heute: Die FAZ liest irritiert, aber doch beeindruckt Josef Winklers Todesanekdoten "Die Realität so sagen, als ob sie trotzdem nicht wär". Die NZZ versinkt in Martin Grzimeks raffinierter Jugendschmökerversion des "Tristan".
Medienticker-Archiv
07.12.2011 Bazon Brock über Psychopolitik und Theotechnologie - Der Kulturjournalismus und seine Fortsetzung im Internet - Buchzensur: Verleger unter Aufsicht - Kartellwächter alarmiert: EU-Kommission ermittelt gegen Apple und Verlage - Hat Bertelsmann bald ausgepubbelt? Weltbild steigt beim Onlinekiosk Pubbles ein + Hetz-Zentrale: Das islamfeindliche Internet-Netzwerk "Politically Incorrect".
Im Kino
07.12.2011 Nanni Moretti findet in seiner absurden Komödie "Habemus Papam" noch da Würde, wo sie niemand vermutet hätte: bei Volleyball spielenden Kardinälen. Chris Millers "Der gestiefelte Kater" ist Patchwork- Kino im Italowesternlook, lässt aber im Kleinen genug Raum für Großartiges.
Karikaturen und Cartoons
07.12.2011 Ganz schlechtes Rating.
Donnerstag, 08.12.2011
Heute in den Feuilletons
08.12.2011 In der FAZ veranstaltet Sahra Wagenknecht eine machtvolle Manifestation ihrer Rezepte gegen die Eurokrise. Die SZ analysiert den Nerdbegriff der Piraten. Gawker schildert, wie Amazon seine Kunden zu Spitzeln macht. Die taz findet Jena lieb. Zu lieb. In der NZZ wünscht sich Marko Martin ein bisschen vom Licht der Aufklärung auch für Lateinamerika.
Bücherschau des Tages
08.12.2011 Die NZZ freut sich über einen Bildband, der Klaus Kinski nicht nur als Verückten zeigt. Außerdem begleitet sie Thomas Knubben auf einer Winterreise nach Bordeaux und kommt dabei Hölderlin nahe. Die SZ liest Jürgen Lodemanns Freiburg-Roman "Salamander". Die Zeit lernt von Andre Müller, was ein gutes Interview ist. Die Literaturbeilage der Zeit werden wir in den nächsten Tagen auswerten.
Medienticker-Archiv
08.12.2011 Hollywood bringt Kinofilme in die Datenwolke - Onliner legt Bilderbuch-Start hin: Amazon kauft Kinderbuch-Sparte von Marshall Cavendish - E-Books: Top oder Flop für den Buchhandel? - Im Internet ist Deutschland nur Mittelmaß - Top Ten: Die populärsten Videoportale - "Allerschlimmster Sarkozysmus": Journalist in Frankreich abgehört + Geschichtsvergessenheit: Elektronische Musik, Netzkulturen und Protest.
Karikaturen und Cartoons
08.12.2011 Wer blickt denn schon durch.
Freitag, 09.12.2011
Heute in den Feuilletons
09.12.2011 Hurra, F. Scott Fitzgerald ist tot - und das seit siebzig Jahren. Und damit werden die Rechte frei, und überall blüht der Gatsby auf Bühnen und in Büchern, berichtet die Welt. Die NZZ preist die HipHopper von The Roots. In der SZ spricht Hans-Ulrich Wehler über die Eurokrise. Vergesst den Feminismus nicht, ruft die FAZ den jungen Frauen zu. Bitter schmeckt der Sieg der Islamisten in Ägypten der Welt und Achgut.
Bücherschau des Tages
09.12.2011 Die FAZ stürzt sich mit Franz Hessel ins Berliner Nachtleben der verbrecherisch schönen Inflationszeit und lernt, auch im Abwärtstaumel Haltung zu bewahren. Die FR bewundert die Sprachgewalt, mit der Jan Koneffke von den "Sieben Leben des Felix Kannmacher" erzählt. Die taz liest Jürgen Overhoffs Doppelbiografie von Friedrich dem Großen und George Washington.
Bücherbrief
09.12.2011 Inka Parei schickt uns in die Kältezentrale des Neuen Deutschlands. Jose Eduardo Agualusa präsentiert tropischen Barock aus Angola. Joseph Roth und Stefan Zweig sehen in ihren Briefen das Unheil heraufziehen. Nuran David Calis findet die Liebe in Bielefeld. Neil MacGregor öffnet eine Schatzkammer. Orlando Figes führt uns durch den Krimkrieg. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Dezembers.
Medienticker-Archiv
09.12.2011 Weltbild: Sonntagsreden, Werktagsgeschäfte - Wolfgang Michal: Rückt die FAZ nach links oder gibt das Feuilleton nur den Klassen-Clown? - Drückt auf "Enter", Sortimenter! Joachim Leser über den Online-Buchhandel - IVW-Zahlen: Mobil-Zugriffe treiben Bild.de nach oben - Die Lust am Dasein: Ein Film über den Pianisten Michel Petrucciani + Im Internet immer wieder gern gesehen: Vorlesungen berühmter Professoren.
Samstag, 10.12.2011
Heute in den Feuilletons
10.12.2011 In der Welt fragt sich Georg Stefan Troller, wie der Wiener sich vermehrt. Und Najem Wali erinnert an seinen Meister Nagib Machfus. Die NZZ findet keinen Ringlgschbüübsizza mehr im Wiener Prater. Die taz porträtiert den John Wayne der deutschen Publizistik. Im Tagesspiegel freut sich Andre Glucksmann über Putins peinliche Niederlage. Die FAZ erklärt, warum die Chinesen überhaupt keine Lust haben, in unsere Schulden zu investieren.
Bücherschau des Tages
10.12.2011 Von wegen Land der Wolkenkratzer: Freudig folgt die FAZ den beiden sowjetischen Reportern Ilja Ilf und Jewgeni Petrow auf ihrer Reise durch "Das eingeschossige Ameirka". Mit Begeisterung liest sie auch die Interviews der Paris Review. Die taz lernt von Mark Greif, bei Medien immer auch Sex und Geld mitzudenken. Und die SZ vergnügt sich mit Marc Degens' Roman "Das kaputte Knie Gottes".
Montag, 12.12.2011
Heute in den Feuilletons
12.12.2011 Die taz porträtiert den Blogger Alexei Nawalny, der die russischen Proteste gegen Putin inspirierte. Die Welt staunt: Schon der Christie's-Katalog der Diamanten Elizabeth Taylors kostet 2.500 Dollar. Außerdem wünscht die Welt alternden Dirigenten Mut zum Abschied. Im Tagesspiegel spricht Regisseur David Wnendt über Frauen in der Nazi-Szene. Die NZZ wiegt den Kopf zu Pfitzner. Bei Holger Ehling erklärt der spanische Verleger Jorge Herralde, warum die wichtigen spanischen Verlage alle in Barcelona sind.
Bücherschau des Tages
12.12.2011 Die taz lernt von Philippe Descola, das eigene Weltbild zu überdenken und den Stamm der Schatten zu tolerieren. Die SZ bewundert die Unbekümmertheit, mit der Abe Frajndlich in "Penelopes hungriger Blick" Fotografen porträtiert. Die FAZ preist das sechsbändige Händel-Handbuch und empfiehlt Harold James' "Krupp"-Biografie.
Medienticker-Archiv
12.12.2011 Peter Watson: "Deutschland ist das derzeit erwachsenste Land der Welt" - Appgeschaut: Springer testet News-Aggregator fürs iPad - Hacker: Einsame Nächte im Bunker - Lizenz zum Dichten: Die amerikanische Radiolegende Norman Corwin - Musik mit dem Körper: Die Theremin-Spielerin Dorit Chrysler - Wucherlust der Pflanzenwelt: Anja Hillings "Der Garten" in Wien + Tatort-Kritik: Stöckelschuhe und Teilzeitjob.
Karikaturen und Cartoons
12.12.2011 In der City.
Essay
12.12.2011 Wie Nanni Moretti mit dem weißen Zauber der Improvisation den Papst zum Menschen macht. Und wie er seine Botschaft so elegant an der Oberfläche versteckte, dass sie für die Kritik undurchdringlich wurde.
Dienstag, 13.12.2011
Magazinrundschau
13.12.2011 Alles hat sich in den letzten dreißig Jahren verändert, nur in den Künsten herrscht Stillstand, meint Vanity Fair. Manchmal ändern sich die Dinge auch im Untergrund, meint die NYT mit Blick auf das Alphabet N'Ko. In der LRB meldet Jenny Turner den Tod der Schwesterlichkeit. Guernica stellt das Festival LagosPhoto vor. Der Kindle ist ein Buch, freut sich Martin Caparros in Letras Libres. In The Nation setzt sich Jorge Volpi mit dem Liberalismus Enrique Krauzes auseinandern. In Le monde diplomatique feiert Tim Parks die mobilisierende Kraft des Wuchers.
Heute in den Feuilletons
13.12.2011 In der FAZ möchte Sigmar Gabriel die europäischen Bürger von der Zuschauertribüne holen. Außerdem bringt die FAZ den dritten Götz-Aly-Verriss: diesmal von Hans-Ulrich Wehler höchstpersönlich. Die SZ berichtet über die Angst ägyptischer Intellektueller, von den Mühlsteinen des Islamismus und des Militärs aufgerieben zu werden. Die taz bringt eine Hommage auf Bob Dylans Hommage auf Hank Williams. Die NZZ sammelt Stimmen russischer Autoren zu den gefälschten Wahlen. In der New York Times protestieren Autoren gegen die Price-Check-App von Amazon.
Bücherschau des Tages
13.12.2011 Mit Kritiken zu Götz Aly: "Warum die Deutschen? Warum die Juden?" in der FAZ, William H. Gass: "Der Tunnel" in der FR, Josef Bierbichler: "Mittelreich" in der NZZ, Jan Koneffke: "Die sieben Leben des Felix Kannmacher" in der SZ und : "Ali Baba und vierzig Räuber" in der SZ.
Bücherschau des Tages
13.12.2011 Die taz lernt mit Eliot Weinbergers Essays "Orangen! Erdnüsse!" das Exotische im Naheliegenden zu entdecken. Die FR preist William Gass' bösen, sperrigen, poetischen Roman "Tunnel" als Meisterwerk. Die FAZ streift mit dem klarsichtigen Ivan Ivanji durch das vergangene Jahrhundert und lernt von Oliver Kase mit Worten zu sehen. Und die SZ versinkt in Johann Heinrich Voss' Übersetzung von "Ali Baba und vierzig Räuber" aus dem Jahr 1781.
Medienticker-Archiv
13.12.2011 Zwischenstation: Lothar Struck über Wilfried F. Schoellers Döblin-Biografie - Internet-Zeitung: Huffington Post will nach Europa - Schweizer MyNewspaper: Schwieriger Start für personalisierte Zeitung - Paid Content: NZZ will Geld für Online-Artikel - Apps für Smartphones: Facebook-Investor wittert nächstes Milliardengeschäft + Hipsterdämmerung: Christian Rakow über Thomas Melles Debütroman "Sickster".
Karikaturen und Cartoons
13.12.2011 Heute: Auf der Überholspur
Mittwoch, 14.12.2011
Heute in den Feuilletons
14.12.2011 Nachlesbar entschuldigen sollen sich Frank Schirrmacher und Ulrich Greiner, wenigstens postum, forderte Günter Grass bei der Trauerfeier für Christa Wolf. Er wirft ihnen vor, nach der Wende mit "Niedertracht und Vernichtungswillen" eine Kampagne gegen die Autorin lanciert zu haben. Die FR bringt Grass' Rede. In den anderen Zeitungen hat die Attacke noch kein Echo. Gibt es eine neue Schriftstellergeneration?, fragt der Tagesspiegel hoffnungsfroh. Die Welt ist entsetzt über Rechtsextremismus in der ungarischen Kulturszene. In der SZ erzählt der britische Theaterregisseur Simon Stephens, wie das deutsche Theater ihn "ruiniert" hat.
Bücherschau des Tages
14.12.2011 Von einem zutiefst zerrissenen Mann liest die taz in Esther Slevogts Biografie des Regisseurs Wolfgang Langhoff "Den Kommunismus mit der Seele suchen". Die FAZ lobt Uwe Pörksens Roman "Riss durchs Festland", der von einer Pfarrersfamilie in Eckernförde erzählt. Die NZZ freut sich über die Anthologie junger russischer Erzähler "Das schönste Proletariat der Welt".
Medienticker-Archiv
14.12.2011 Nerds, Pornos, Datenmüll: Douglas Coupland und sein Roman für die iPod-Generation - Tops und Flops: Tageszeitungen auf dem iPad - Die USA weisen nicht allein den Weg: Die Demokratie und die Finanzierbarkeit von Journalismus - Medienkonzerne verdienen Geld mit rechtefreien Inhalten auf YouTube - Google Books: Authors Guild klagt - Heimat: Regisseur Armin Petras über Ost-Identität + Das "Topmodel"-Finale in Reclam-Optik.
Im Kino
14.12.2011 Komplett aus altem Archivmaterial montiert Göran Olsson den Dokumentarfilm "Black Power Mixtape 1967 - 1975", der die Geschichte der schwarzen Bürgerrechtsbewegung von außen, nämlich von Schweden aus, nacherzählt. Nikolas Wackerbarths "Unten Mitte Kinn" sperrt Schauspielschüler in ein labyrinthartiges Gefängnis namens "Kunsthochschule Ulm".
Donnerstag, 15.12.2011
Heute in den Feuilletons
15.12.2011 Günter Grass' scharfe Kritik an der Rolle der Journalisten in der Debatte um Christa Wolf nach der Wende stößt in den Feuilletons auf eher laue Reaktionen. Die taz findet sie unliterarisch, die Welt geschmacklos. Die SZ erwähnt sie halb und verschweigt sie halb. Der Tagesspiegel wirft immerhin das Problem der "intellektuellen Moral" auf. Die FAZ spricht lieber über Wulff als über Wolf. In der Zeit feiert Viktor Jerofejew die Geburt der russischen Zivilgesellschaft. Und die Glaubensseite verabschiedet den Kapitalismus.
Bücherschau des Tages
15.12.2011 Die Zeit erinnert sich mit Mary Bauermeister an ihr Leben mit Karlheinz Stockhausen, das nahtlos in Kunst überging. Außerdem stuft sie Louis Begley herab. Die NZZ feiert die Bühnenbildnerin Anna Viebrock. Und die FAZ empfiehlt Klaus Kreimeiers Geschichte des frühen Kinos "Traum und Exzess".
Medienticker-Archiv
15.12.2011 Peter Münder über die neuen Philosophie-Magazine - Überraschungen aus dem Dunkel: Über Wend Kässens' Autorengespräche - Spitzel-Gespräche: Döpfner findet Springers Wallraff-Spitzel nicht - Wikipedia: Jimmy Wales droht mit globalem Blackout - Ran an die Markenartikler: Regionalzeitungen streben gemeinsame Vermarktung an + Die Top 50 der Nachrichtenbranche.
Karikaturen und Cartoons
15.12.2011 Bahn frei für eine neue Dynamik.
Freitag, 16.12.2011
Heute in den Feuilletons
16.12.2011 Christopher Hitchens ist tot. Wir verlinken auf Dossiers in Slate und Vanity Fair und Nachrufe im Guardian und der New York Times. In der Welt hält Daniel Johnson vom Standpoint-Magazin den Deutschen eine Standpauke. Im Tagesspiegel erklärt Joachim Sartorius von der Berliner Festspielen, warum er "Richard III." mit Kevin Spacey nicht nach Berlin holte. Die SZ fragt nach der Wechselwirkung zwischen Avantgarde und Pop.
Bücherschau des Tages
16.12.2011 Die SZ freut sich über Olga Tokarczuk neuen Roman "Der Gesang der Fledermäuse", mit dem sich die polnische Autorin wieder einmal als großartige Menschenerfinderin erweist. Und schön versponnen. Außerdem blickt sie mit Johan Huizinga nach "Amerika". Die FAZ atmet tief die dampfende Sinnlichkeit von Marente de Moors Roman "Die niederländische Jungfrau" ein.
Medienticker-Archiv
16.12.2011 Über den von Bazon Brock und Peter Sloterdijk herausgegebenen Band "Der Profi-Bürger" - Fanfiction: Ein literarisches Phänomen - Angeblicher Hackerangriff: Erpressungsaffäre erschüttert Berliner Piraten - WDR als Rotfunk: Der WDR rechnet für 2012 mit 53,9 Millionen Euro Verlust - Publikumszeitschriften: Anzeigenmarkt nähert sich Nullwachstum - Grenzenlose Telekommunikationsüberwachung + "Captain America"-Vater Joe Simon ist tot.
Samstag, 17.12.2011
Heute in den Feuilletons
17.12.2011 "Erbärmliche Versager!" In der Welt schimpft Klaus Harpprecht auf die deutschen Intellektuellen, die zu Europa nichts zu sagen haben. Die NZZ bringt Durs Grünbeins Rede über die Büchner-Preisreden Gottfried Benns und Paul Celans: Zwei Dichter auf der Suche nach dem Nicht-Gedicht. In der taz räumt Michael Hardt mit dem Mythos vom Finanzkapital auf. Die FAZ macht sich Sorgen: Je langweiliger Jean-Claude Juncker wird, desto dramatischer steht's um Europa.
Bücherschau des Tages
17.12.2011 Die FAZ lässt sich zu gern noch mal von Italo Svevos Kleinstadtneurotiker Zeno Cosini einwickeln - die neue Übersetzung von Barbara Kleiner macht ihr die Lektüre zum Hochgenuss. Die NZZ begibt sich mit Ulrich Horstmann auf eine Lesereise ins Jenseits der Dichter. Die SZ vergnügt sich mit Thomas Kielingers Biografie der Queen. Die taz kommt bei Holger Hofs Benn-Biografie ins Grübeln.
Montag, 19.12.2011
Heute in den Feuilletons
19.12.2011 Abschied von Bürger Havel. Im Guardian erinnert sich Timothy Garton Ash an seinen ersten Besuch bei Vaclav Havel, Anfang der achtziger Jahre. Wir verlinken auf viele Nachrufe und Erinnerungen in in internationalen Medien. Und auf einen Text von Vaclav Havel über Kim Jong-Il in The Globe and Mail. In der Welt erklärt die russische Autorin Natalja Kljutscharjowa, warum sich die Russen nicht mehr ducken.
Bücherschau des Tages
19.12.2011 In der taz feiert Jochen Schimmang Gabriele Weingartners heiteren Roman "Villa Klestiel", in der sich Westberliner 68er-Ikonen zur Alten-WG zusammengeschlossen haben. Die FAZ blättert bedächtig durch Thomas Machos edlen Band "Vorbilder" und empfiehlt Hartmut Kaelbles Europageschichte "Kalter Krieg und Wohlfahrtsstaat".
Essay
19.12.2011 Jedes Scheitern ist eine neue Chance: In der amerikanischen Fernsehserie "Parks and Recreation" beweist eine ambitionierte Provinzbürokratin, dass keine Bühne zu klein für einen großen politischen Auftritt ist. Solange es dem öffentlichen Wohl dient.
Essay
19.12.2011 Nun kommt es doch: Das elektronische Buch revolutioniert den deutschen Markt. Wenn er sich nicht schützt, gerät er in die Hände übermächtiger Akteure
Medienticker-Archiv
19.12.2011 Fremdenfeindlich? Über Rita Falks Provinzkrimi "Schweinskopf al dente" - Gesperrte Videoclips: Musikriese räumt Geheimvertrag mit YouTube ein - Grünes Comeback: Konstantin Neven DuMont startet Nachhaltigkeitsportal - Ingo Schulze: "Wir leben in einer Postdemokatrie" - Der italienische Schwabe: Vor 150 Jahren wurde Italo Svevo geboren + Tatort-Kritik: Zwischen Himmel und Hölle.
Karikaturen und Cartoons
19.12.2011 Heute: Hitchens Himmelfahrt
Dienstag, 20.12.2011
Magazinrundschau
20.12.2011 In der Lettre erklärt Peter Nadas, an welcher Station die Ungarn auf ihrem langen Marsch in die Demokratie gerade angekommen sind. Im New Statesman rühmt Slavoj Zizek die Mordmaschine Coriolanus. Im Guardian staunt Julian Barnes über den Unterschied zwischen Essay und Essai. In Elet es Irodalom erkennt Adam Michnik keinen Unterschied zwischen lechts und rinks mehr. Nonfiction.fr fordert eine Liberalisierung der Migration. Prospect skizziert die Zukunft der Literatur: Sie ist kurz, aber ernst.
Heute in den Feuilletons
20.12.2011 Harald Welzer fasst sich an den Kopf. Wo bleiben die Symposien der Soziologen über den gegenwärtigen Verfall der Politik?, fragt er im Tagesspiegel. Peter Sloterdijk entwirft dagegen im Handelsblatt einen historischen Begriff der Schuld und der Schulden. In der FAZ analysiert Gesine Schwan den auf Misstrauen und Kontrolle setzenden - und darum nicht wirklich demokratischen - Führungsstil Angela Merkels. In der SZ freut sich John Berger über Cezanne. Und wussten Sie, dass es zwei europäische Literaturpreise gibt?
Bücherschau des Tages
20.12.2011 Die
NZZ lässt sich von
Tomas Espedal huckepack nehmen, um in der
Fremde das
Eigentliche zu entdecken (hier unser
Vorgeblättert). Die
SZ feiert
Bastien Vives' Comic über die Ballettschülerin "Polina". Und diesmal lässt sie sich wirklich von
Joel Waldfogel davon überzeugen, warum Weihnachtsgeschenke die
reinste Verschwendung sind.
Medienticker-Archiv
20.12.2011 Peter Mühlbauer: Warum sich Sahra Wagenknecht auch mit Frank Capra und den Simpsons beschäftigen sollte - Albrecht Koschorke über dichtende Despoten: Die Macht im Mantel schöner Worte - E-Reader: Verkäufe in den USA verdoppelt - Interesse: Spiegel verhandelt mit AOL über Huffington Post - Jobs-Biografie: Kommt Teil zwei? - Wolfgang Michal über die moralische Radikalisierung der Öffentlichkeit.
Karikaturen und Cartoons
20.12.2011 Eine berechtigte Frage.
Redaktionsblog - Im Ententeich
20.12.2011 Lieber Jürgen,
Mittwoch, 21.12.2011
Heute in den Feuilletons
21.12.2011 In der taz spricht sich Filmregisseur Thomas Heise gegen ein NPD-Verbot aus. Die Trauer über den Tod Kim Jong-Ils hält sich in Südkorea in Grenzen, berichtet die NZZ, die Kenntnis Nordkoreas aber auch. In der FAZ antwortet Götz Aly auf Hans-Urlich Wehler: Nein, der Holocaust ist nicht allein auf Hitlers "maßgeblichen Einfluss" zurückzuführen. In der Welt behauptet die "junge, liberale, weibliche, lesbische" Muslimin Irshad Manji, der Islam sei reformfähig. Die SZ warnt vor Demokratie-Illusionen.
Bücherschau des Tages
21.12.2011 Als große Comic-Kunst empfiehlt die FR Howard Cruses Geschichte einer Emanzipation "Stuck Rubber Baby". Die NZZ liest mit einem nostalgischen Seufzer Mario Fortunatos Schriftstellerporträts "Spaziergang mit Ferlinghetti". Von Heiko Haumann lernt sie alles über den Siebenbürger Graf Vlad Tepes. Gewagt und gelungen findet die FAZ Anna Maria Carpis Romanbiografie "Kleist".
Medienticker-Archiv
21.12.2011 Rüdiger Suchslands Tagebuch eines Kinogehers - Zeitschriftenmarkt: Madsack-Vize Düffert über Chancen, Krisen und Kartellrecht - Thomas Knüwers Entgegnung: Madsack zwischen PR und Wirklichkeit - Keine goldene Nase: Die betriebswirtschaftlichen Folgen des elektronischen Publizierens - Der Präsident und sein Freund, der Bücher-Mäzen + Der Ermutiger: Tilmann Moser zum Tod von Horst-Eberhard Richter.
Im Kino
21.12.2011 George Clooney verleiht in "The Ides of March" leeren Sälen und Turnhallen der Obama-Ernüchterung des linksliberalen Hollywoods Ausdruck, manövriert aber mitunter wie ein Filmstudent. Zwischen Oktoberfest und Pornofilm-Set sucht Nikolaus Geyrhalter in "Abendland" dessen Bewohner, kommt dabei aber über Vorurteile kaum hinaus.
Karikaturen und Cartoons
21.12.2011 Freundschaften.
Donnerstag, 22.12.2011
Heute in den Feuilletons
22.12.2011 Evolution statt Revolution: Im Freitag benennt Marjane Satrapi einen Unterschied zwischen dem arabischen Frühling und dem Aufstand im Iran vor zwei Jahren. Europa ist belgischer geworden, konstatiert der belgische Autor Erwin Mortier in der NZZ. Die FR erklärt, warum Drake, Frank Ocean und The Weeknd gut, aber böse sind. Und in der Zeit seufzt Martin Walser: Es hat sie gegeben, trotzdem, die deutsche Seele.
Bücherschau des Tages
22.12.2011 Reinstes Rezensentenglück bescheren Rem Koolhaas und Hans Ulrich Obrist der SZ mit ihrem Band "Project Japan" über die Architektur-Avantgarde der Metabolisten. In der Zeit findet Martin Walser dank Thea Dorn und Richard Wagner "Die deutsche Seele", während Eva Illouz heftig Steven Pinkers Buch über den Rückgang der "Gewalt" attackiert. Die FAZ stellt die Bände der beiden DDR-Fotografen Christian Borchert und Thomas Steinert vor.
Medienticker-Archiv
22.12.2011 br, der abtrünnige Sender: Ein Frontalangriff - Parteibuchklüngel in der Medienaufsicht - Weltweite Expansion: Huffington Post sucht deutschen Partner - Reporter ohne Grenzen: 66 Journalisten wurden 2011 getötet - Halb Pop-, halb Pott-Roman: Marc Degens' "Das kaputte Knie Gottes" - Was Deutsch kann: Uwe Tellkamp vs. Literaturkritik - Tops & Flops 2011: Ein kultureller Jahresrückblick + Die (wahre) Weihnachtsansprache des Präsidenten.
Redaktionsblog - Im Ententeich
22.12.2011 Bevor der Papst im Deutschen Bundestag sprach, saß neben ihm der katholische, geschiedene und wiederverheiratete Bundespräsident Christian Wulff erwartungsvoll auf seinem Stuhl. Dieser hatte sich zuvor öffentlich gewünscht, das Oberhaupt seiner Kirche möge auf die geschiedenen wiederverheirateten Katholiken zukommen, offenbar in der Annahme, der Zeitgeist und die allgemein gelockerten Sitten würden diesem Papst das Herz erweichen. Der Wunsch blieb unerfüllt. Zwar neigte sich Benedikt XVI. in seiner Rede ziemlich gewieft den Grünen zu mit seinem Appell, das Kreatürliche zu achten; Christian Wulff, dem höchsten Amtsträger im Staat, kam er nicht entgegen. Der Katholik aus Osnabrück wurde von der "Sünde", das Sakrament der Ehe gebrochen zu haben, nicht erlöst.
Freitag, 23.12.2011
Heute in den Feuilletons
23.12.2011 In der Welt erhofft sich die russische Autorin Alissa Ganijewa Ideen von Schriftstellern für eine sachliche Diskussion. Le Monde zeichnet ein Portrait de famille der französischen Elektrotanzmusikszene. Der Tagesspiegel appliziert Berliner Schnauze auf Berlinhassbücher. In der FR klagt Slavoj Zizek: Man findet keine guten Bücher mehr, außer vielleicht in der Knesebeck 11.
Bücherschau des Tages
23.12.2011 Die
SZ liest mit Bewunderung in
Lazlo Vegels "Bekenntnissen eines Zuhälters" von
jugoslawischen Nihilisten, die alles werden wollten, bloß keine
nützlichen Mitglieder der Gesellschaft (hier unser
Vorgeblättert). Außerdem verliert sie sich freudig im
Wien von
Christina Maria Landerls "Verlass die Stadt". Die
FR liest mit großem Vergnügen
Karl-Heinz Otts Porträt von
Jean-Jacques Rousseau als
überspannten Hochstapler. In
Iwan Bunins Geschichten "Das Dorf" begegnet ihr das
trübe, schlichte Schicksal.
Medienticker-Archiv
23.12.2011 Die vertrackten Machtstrukturen bei der WAZ - Mehr Mut zum Paradigmenwechsel: Innovationen in der Buchbranche - Gratis-Downloads bei Verlagen: Wir könnten gute Freunde werden - Chaos bringt Effizienz: Frank Patalong über Amazons Logistik - Marcus H. Rosenmüller über seinen Emanuel-Schikaneder-Film - Wiederentdeckung: Walter Braunfels, der unerhörte Komponist - Weihnachten mit Wolfdietrich Schnurre + Der nächste Medienticker erscheint wieder am 9.1.12.
Samstag, 24.12.2011
Heute in den Feuilletons
24.12.2011 In der FAZ verrät Seamus Heaney das Geheimnis seiner Dichtkunst: Einfach mit Begeisterung loslegen. Außerdem berichtet sie von türkischen Reaktionen auf die französische Entscheidung, das Leugnen von Völkermorden unter Strafe zu stellen. In der taz erzählt Sibylle Berg von Weihnachten in Sankt Moritz - mit 60 Millionen Euro in der Urlaubskasse. Die SZ stellt fest, dass in England wieder Werte zählen, und Klasse. Die FR sorgt sich um die unterdrückten Völker Europas. Die Blogs stimmen sich mit Terry Gilliam und Charles Dickens auf die Feiertage ein. Und auch wir wünschen schöne Weihnachten!
Bücherschau des Tages
24.12.2011 Pünktlich zu Weihnachten liest die NZZ den ersten Band von Angelika Neuwirths historisch-kritischer Koran-Ausgabe. Außerdem gibt sie sich dem Zauber der Petrarcaschen Liebesdichtung in Karlheinz Stierles Übersetzung hin. Für die FAZ bestätigt Anne Enright auch in der "Anatomie einer Affäre" ihren Rang als eine der bedeutendsten englischsprachigen Autorinnen. Die SZ feiert Sternstunden der Theologie und die taz Kebabweihnacht.
Dienstag, 27.12.2011
Heute in den Feuilletons
27.12.2011 In der FAZ äußert sich die Hanser Berlin-Verlegerin Elisabeth Ruge optimistisch über die Digitalisierung der Buchbranche. zeit.de meldet, dass Amazon auch in Deutschland verlegerisch tätig werden will. Die Basler Zeitung staunt über die rabiate Öko-Ideologie des europäischen Hochadels. Für die taz berichtet Gabriele Goettle über die unendlichen Folgen von Tschernobyl. Laut SZ ist Jazz noch nicht ganz tot.
Bücherschau des Tages
27.12.2011 Hellauf begeistert ist die taz von Art Spiegelman neuem Comic, eine Adaption von Joseph Moncure Marchs witzig-wüstem Langgedicht "Die wilde Party". Die SZ ist hingerissen von Ambrose G.H. Pratts Buch über den australischen Leierschwanz "Menura". Die NZZ rühmt Julian Barnes' Booker-preisgekrönten Roman "Vom Ende einer Geschichte". Und die FAZ liest neue Gedichte von Friederike Mayröcker sowie Walter Boehlichs Essaysammlung "Die Antwort ist das Unglück der Frage".
Karikaturen und Cartoons
27.12.2011 Das Glück nicht davonkommen lassen.
Mittwoch, 28.12.2011
Heute in den Feuilletons
28.12.2011 In Liberation macht Andre Glucksmann klar, dass Europa auch heute Dissidenten braucht. In der taz ruft Khawla Dunia zur Unterstützung der syrischen Revolution auf. In der FR meint Peter Temple, Krimis können alles, vor allem, wenn sie nicht von Zwölfjährigen geschrieben werden. Die SZ freut sich über die Wiederentdeckung Georg Seidels im deutschen Theater.
Bücherschau des Tages
28.12.2011 Die
SZ rast mit
glühenden Ohren an der Seite
Lorenzo Da Pontes durch das Europa des 18. Jahrhunderts (
Leseprobe). Die
NZZ sitzt neben einem
japanischen Mönch des Mittelalters in einer kleinen Hütte und fühlt sich
sehr wohl dabei. Die
FAZ staunt über die
Straßenfotografien der scheuen Kinderfrau
Vivian Meier.
Karikaturen und Cartoons
28.12.2011 Feste feiern.
Im Kino
28.12.2011 Anstatt eines Jahresrückblicks: Vier Filme, die uns der Kinoverleih dieses Jahr schuldig geblieben ist. Über Manoel de Oliveiras "Der seltsame Fall der Angelica", Sergio Caballeros "Finisterrae", Uruphong Raksasads "Agrarian Utopia" und Rene Frölkes "Führung".
Donnerstag, 29.12.2011
Heute in den Feuilletons
29.12.2011 In der FAZ fragt der Historiker Thomas Stamm-Kuhlmann: Warum darf man in der SPD offiziell fromm, aber nicht offiziell unfromm sein? Im Blog der New York Review of Books stellt Charles Rosen einige neue Stücke von Elliott Carter vor - mit Hörproben. In der Zeit mit Sachsen-Teil verabschiedet Clemens Meyer das Jahr der Neutrinos. Und Andrea Breth erklärt, was im Theater das schwierigste ist: der Handschlag. In Le Monde wird erbittert über das französische Gesetz diskutiert, das die Leugnung von Genoziden unter Strafe stellt. Der Völkermord an den Armeniern ist eine Tatsache, konstatiert die FR.
Bücherschau des Tages
29.12.2011 Sehr empfehlen kann die NZZ Katharina Geisers Roman "Diese Gezeiten", der von zwei Pariser Künstlerinnen erzählt, die sich im Zweiten Weltkrieg auf die Insel Jersey flüchten. Die FAZ freut sich, dass es die Gedichte von C.K. Williams nun auch auf Deutsch gibt, und zwar in der Sammlung "Von nun an". Außerdem liest sie bewegt Vaclav Havels Gefängnisbriefe an seine Frau Olga "Fünfzehn Stimmungen". Die Zeit feiert den Abschluss von Haruki Murakamis Überroman "1Q84".
Essay
29.12.2011 Der Dissident ist nicht tot. Vaclav Havel verkörperte diese Figur wie kein anderer. Er demonstrierte die Macht der Ohnmacht - und war siegreich.
Samstag, 31.12.2011
Heute in den Feuilletons
31.12.2011 Totale Klaustrophobie: 2011 war das Jahr, in dem die Kunst die Räume eng machte, meint der Tagesspiegel. Und es war ein Jahr des Protestes. Das Blog Buzzfeed bringt die vierzig besten Protestplakate des Jahres. Die taz ist auf Drogen. Die NZZ erzählt aus der Zeit, als angehende Künstler es sich noch leisten konnten, in New York zu wohnen. Besorgt sind die Zeitungen über ein Urteil, das Fotos von Kunstwerken die künstlerische Eigenständigkeit abspricht. Beuys' Witwe freut sich aber. Ihr und allen lebenden Künstlern - und vor allem unseren Lesern! - wünscht der Perlentaucher guten Rutsch.
Bücherschau des Tages
31.12.2011 Die FR feiert die wunderbare Wiedentdeckung eines Klassikers: Elizabeth Stoddards Roman "Die Morgesons". Voller Grausen begibt sich die SZ mit Tim Butcher ins Herz der afrikanischen Krise. Die FAZ stellt mit Bart Moeyart die für ein Kinderbuch recht unheimliche Frage: Wer ist hier der Chef? Die taz liest Hunter S. Thompson.