Dienstag, 02.01.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
02.01.2018 Die Welt rechnet mit Céline ab: Sein ungeniertes Vomlederziehen sei nie modern gewesen, sondern schon immer regressiv. In der FAZ erklärt der Pianist Piotr Anderszewski, dass Mozart nicht nur Musik geschaffen hat, sondern Lebewesen. Die SZ porträtiert die Architektin Christine Nickl-Weller, die keine Kranken-, sondern Gesundheitshäuser bauen möchte. Und Slate.fr isst ein letztes Safran-Risotto mit Goldblatt.
9punkt - Die Debattenrundschau
02.01.2018 Die Proteste im Iran werden nicht zu einem Regimewechsel führen, meint Bahman Nirumand in der taz. Allerdings ist die Situation durch das Smartphone ganz anders als im Jahr 2009, meint der Atlantic. 300 einflussreiche Frauen aus Hollywood gründen eine Initiative gegen sexuelle Gewalt in der Filmindustrie, berichtet die New York Times. Die Türkei sendet Entspannungszeichen im Fall Deniz Yücel, meldet die taz. Und der Guardian fragt: Kann es sein, dass der Säkularismus die Ungleichheit der Geschlechter fördert, wie es die Genderforscherin Joan Wallach Scott behauptet?
Medienticker
02.01.2018 Aktualisiert: "Wenn sich nichts ändert, wird die deutsche Medienindustrie vollkommen verschwinden", prognostiziert Lutz Hachmeister - Debattenrückblick 2017: #FreeDeniz, #MeToo & ein verschlafener Wahlkampf - Die fiktive Kulturpresseschau: Wenn Bayern Katalonien kopiert - Big Data Analytics: Wie Datenanalyse zum Fiasko wird - Literarisches & Musikalisches zu Vergangenheit & Zukunft + Die "Super-Putin"-Show: Kunstausstellung in Moskau.
Magazinrundschau
02.01.2018 In 168 ora sucht Peter Nadas nach Gründen für die Brutalität Budapests. Für Literary Hub suchen Margaret Atwood und Andrew O'Hagan die Realität im Internet. Bloomberg recherchiert die Realität der Reinigungskräfte in amerikanischen Fleischfabriken vor Ort. Die New York Times recherchiert die Realität von Frauen in den Werkstraßen des Autobauers Ford. Jacobin outet die Gangster im ANC. Der New Yorker resümiert, wie sehr China die USA als Weltmacht bereits verdrängt hat.
Bücherschau des Tages
02.01.2018 Ilja Sdanewitsch katapultiert die FR mit seinem antirevolutionären Roman "Philosophia" nach Konstantinopel, wo russischer Offiziere eine Verschwörung um die Hagia Sophia anzetteln. Mit Mark Douglas-Homes "Sea Detective" verbringt sie gemütliche Stunden an der schottischen Küste. Die Welt spaziert wehmütig mit Thomas Sparr durch den "Grunewald im Orient". Die SZ liest politische Jugendbücher über alte und neue Nazis, Fake News und Fun Facts.
Mittwoch, 03.01.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
03.01.2018 Auf ZeitOnline ruft die Kunsthistorikerin Julia Pelta Feldman den Verteidigern von Balthus und Dana Schutz zu: Ihr sagt Kunstfreiheit und Ihr meint den Status Quo weißer Maler. Die taz erinnert an die magische Schlichtheit der Lyrikerin Rose Ausländer. epd Medien fragt, warum es eigentlich keinen digitalen Archivkanal gibt. Die FAZ besichtigt hektarweise verglaste Parkett-Flächen der neuen Luxus-Wohnhochhäuser. Und der Standard erlebte in Wien einen Beethoven auf Speed.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.01.2018 Eine Verharmlosung der Kriminalität einiger jugendlicher Flüchtlinge, arbeitet nur den Rechtspopulisten in die Hände, warnt Boris Palmer in einem Facebook-Post. In der NZZ problematisiert Wolfgang Ullrich den Begriff der "Werte". Die Mittelschicht wählt AfD, weil sie keine Frauen und Migranten mehr ausbeuten darf, fürchtet der Soziologe Stephan Lessenich in der SZ. Freut euch, die soziale Ungleichheit schrumpft, behauptet der Wirtschaftsforscher Clemens Fuest auf Zeit online. Die Proteste im Iran zeigen, dass die Entspannungspolitik gegenüber den Mullahs gescheitert ist, meint die Welt. Und Charlie Hebdo begeht den dritten Jahrestags des Massakers in der Redaktion.
Medienticker
03.01.2018 Aktualisiert: Die neue Unlust am Lesen: Facebook, Twitter & Co. rauben den Menschen die Zeit zum Bücherlesen - Buchcharts-Bilanz 2017: Die meistverkauften Bücher oder Ist das "Leitmedium" Buch am Ende? - Online-Propaganda: Wie der Westen im Netz trickst & täuscht - Public Cloud: Der Siegeszug hält an - Homer: Der Herr der Lügen & Allerlei Trubel zu Ovids 2000. Todestag - Mary Shellys Frankenstein wird Zweihundert - Balzac: Erfinder des modernen Romans + "Mord in Frankfurt": Was ein Fernsehfilm von 1968 über 1968 erzählt & was nicht.
Bücherschau des Tages
03.01.2018 Die NZZ amüsiert sich köstlich mit Italo Calvinos Kapitalismuskritik für Fünfjährige in "Das schwarze Schaf". Die SZ informiert sich mit dem Band "Stalin hat uns das Herz gebrochen" über den Antisemitismus in der Sowjetunion und im Ostblock. Die FR taucht ab ins Universum des Comiczeichners Jamie Hewlett. Die FAZ empfiehlt Karl Friedrich Borées Roman "Frühling 45".
Donnerstag, 04.01.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
04.01.2018 Ein neues Buch des Journalisten Michael Wolff sprengt die Allianzen in Washington: Stephen Bannon bezeichnet darin die Russland-Kontakte des Sohns von Donald Trump als "Verrat". Der Guardian und alle anderen Medien berichten. Bülent Mumay berichtet in der FAZ über sexuellen Missbrauch in religiösen Stiftungen in der Türkei - und darüber, wie diese Meldungen unterdrückt werden. Die FAZ zieht die Zahlen des Kriminologen Christian Pfeiffer über Flüchtlingskriminalität in Zweifel.
Efeu - Die Kulturrundschau
04.01.2018 Leider haben viele Perlentaucher-Leser und -Leserinnen zur Zeit wegen unseres abgelaufenen SSL-Zertifikats Probleme. Wir arbeiten dran!
Im Zeit Magazin beschuldigen mehrere Schauspielerinnen den Filmregisseur Dieter Wedel sexueller Übergriffe. Die Berliner Zeitung träumt sich mit dem Fotografen Willy Römer ins Berlin der Weimarer Republik. Die nachtkritik trauert dem Großkritiker hinterher - ein bisschen wenigstens. Noch nie war Bauen so teuer, seufzt die SZ und hofft auf die neuen 3-D-Drucker.
Medienticker
04.01.2018 Aktualisiert: Hassrede-Gesetz-Debakel: Bitte keine Meinungspolizei! - Medienvertrauen: Skepsis ist weit verbreitet - IT-Studie: Sicherheit ist die größte IoT-Herausforderung & Sicherheitslücke in fast allen Prozessoren entdeckt - Von Würzburg in die Welt: PEN-Zentrum Deutschland unterstützt pics4peace - Iran-Berichterstattung: Schwierige Lage für Journalisten - Urheberrechte: Musikverlag verklagt Spotify auf Milliarden - Buchmarkt im Wandel: Was Romane und TV-Serien gemein haben & was nicht + Nachruf: Aharon Appelfeld mit 85 Jahren gestorben.
Bücherschau des Tages
04.01.2018 Die FAZ schätzt James Gordon Farrells Kolonialgeschichte "Singapur im Würgegriff" für ihre Buddbrooks-Momente und ihren Witz. Die FR durchlebt mit Anna Galkinas autobiografischem Roman "Das neue Leben" den deutschen Bürokratiealptraum von Flüchtlingen. Die NZZ lässt sich von Doina Rustis Roman "Das Phantom in der Mühle" ins Rumänien der Achtziger führen. Die Welt feiert mit "Manette Salomon" die Pariser Boheme des 19. Jahrhunderts.
Freitag, 05.01.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
05.01.2018 In Zeit und NZZ schildert die Soziologin Mareike Ohlberg die Folgen des chinesischen Sozialpunkte-Systems - auch für ausländische Firmen. In der taz fordert die Frauenärztin Sabine Riese die Abschaffung des Paragrafen 219a, der eine Information über Abtreibung zur Straftat erklärt. #MeToo ist nun in Germany angekommen, aber die Regisseurin Barbara Rohm will sich in der taz aber nicht an Einzelfällen aufhalten. Und das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist schon durchgefallen, bevor man seinen Namen zu Ende aussprechen konnte.
Efeu - Die Kulturrundschau
05.01.2018 Weltkunst besucht das riesige Ausstellungsfestival "Pacific Standard Time: LA/LA", das den Einfluss lateinamerikanischer Kunst auf die kalifornische Kultur erforscht. In der Oper werden jetzt auch die Partituren dekonstruiert, meldet, beglückt vom Ergebnis, die nachtkritik. Regisseurin Susanne Kennedy beschert uns im Deutschlandfunk Wahrnehmungsstörungen. Die Feuilletons trauern um den israelischen Schriftsteller Aharon Appelfeld.
Medienticker
05.01.2018 Aktualisiert: Security-Supergau: Analyse der Prozessor-Sicherheitslücken & Intel-Chef verkaufte Aktien kurz bevor Sicherheitslücken bekannt wurden - Umsatz-Negativtrend: Buchhandelsjahr 2017 im Minus - Zuckerbergs Herausforderungen: Kryptowährungen auf Facebook? - Bitkom-Umfrage: 24/7 ist der Trumpf des Online-Handels - Glückwunsch: Adriano Celentano zum Achtzigsten + Hörfunktipps für das Wochenende.
Bücherschau des Tages
05.01.2018 Die NZZ liest feministische Graphic Novels: Am besten gefällt ihr der ätzende Sarkasmus, mit dem Liv Strömquist ihre Kulturgeschichte der Vulva würzt. Die FAZ lobt die Fairness, mit der der Althistoriker Wolfgang Schuller den Fall Hans Robert Jauß rekonstruiert. Mit Martin Warnkes Texten zu Vasari, Warburg oder Wölfflin denkt sie ironisch und bescheiden über Kunst und Gesellschaft nach. Die FR liest Briefe von Reiner Kunze an Brigitte Reimann. Und die SZ bespricht Kinderbücher und den siebten Band von J.J. Voskuils Saga "Das Büro".
Samstag, 06.01.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
06.01.2018 In der Wikitribune erklärt Edward Snowden, warum man gegen Überwachung von Firmen und dem Staat gleichzeitig kämpfen muss. Bei main-spitze.de kritisiert Necla Kelek die Anbiederung der Kirchen an Islamverbände. Im Interview mit der Welt erklärt der amerikanische Schriftsteller und Journalist Thomas Chatterton Williams, warum er die Identitätspolitik der Linken für absolut kontraproduktiv hält. Und die taz kritisiert den rechten Identitätspolitiker Alexander Dobrindt, der eine "konservative Revolution" fordert.
Efeu - Die Kulturrundschau
06.01.2018 Die taz lässt sich den hinreißenden Siebzigersound Manfred Krugs durchs Ohr perlen. In der FAZ feiert Felicitas Hoppe das Glück, übersetzt zu werden. Der Freitag besucht das Kölner Label Bildstörung, das außergewöhnliche, sperrige alte Filme dem Vergessen entreißt. FR und Tagesspiegel würdigen einen Meister der Nachkriegsmoderne: Willi Baumeister. Die WOZ fragt sich beim Streit um die Volksbühne: Was ist hier links, was neoliberal?
Bücherschau des Tages
06.01.2018 Luis Bunuel ist wieder auferstanden und trifft sich mit Jean-Claude Carrière zum Plaudern - die Welt war Zaungast. Die FAZ reist in Jon Kalmann Stefanssons Roman "Etwas von der Größe des Universums" ins Island der Siebziger und Achtziger und ruft: "Weltliteratur!"Die taz erkundet die weltweiten "Queer Wars". Und NZZ und Welt besprechen Neuerscheinungen zu Ingeborg Bachmann.
Montag, 08.01.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
08.01.2018 Die FAZ ist ganz und gar hingerissen von der Grazie und Schönheit, mit der Ewelina Marciniak am Freiburger Theater die Herrschaft der Väter zerlegt. Das Zeitmagazin ist etwas irrtiert über die exquisite Erotik, mit der Hollywoods Frauen bei der Golden-Globe-Verleihung gegen den Sexismus protestierten. Die taz erlebt im Migros Museum, was für eine unglückliche Figur marginalisierte Körper tatsächlich abgeben. Und France Gall ruft ein letztes Mal: Résiste!
9punkt - Die Debattenrundschau
08.01.2018 "Die einen riskieren ihr Leben, wenn sie den Fundamentalismus benennen,
die anderen gar nichts, wenn sie auf die Laizisten spucken", sagt Caroline Fourest in Libération zum dritten Jahrestag des Anschlags auf Charlie Hebdo. Gnadenlos liest sich Masha Gessens New Yorker-Besprechung von Michael Wolffs Buch "Fire and Fury". In der FAS rät Shirin Ebadi den Iranern zu zivilem Ungehorsam und hofft, dass "der Aufstand kommt". In der FAZ verteidigt der Rechtsprofessor Hans Michael Heinig das deutsche Verhältnis des Staats mit den Kirchen.Im Grunde ist aber sowieso alles gelaufen, weil wir nun von den Digitalisten unterworfen werden, so SZ und NZZ.
Medienticker
08.01.2018 Aktualisiert: Medien im Jahr 2018: Da kommt was auf uns zu - Desinformation: Die Pest der digitalisierten Gesellschaft - #NetzDG: Kann man Hass verbieten? oder Die freie Rede zugunsten der Löschung unterlaufen - Whats App aus Aleppo, Kabul & Baku - Muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk neu erfunden werden? - Theater-Nachtkritiken aus Wien & Freiburg - Gespräch mit Thomas Hettche: "Literatur ist ein Lebensmittel" + Was bleibt von 1968? Die antiautoritäre Revolte oder wie autoritär waren die 68er?
Bücherschau des Tages
08.01.2018 Meisterlich, aber auch unheimlich findet die FR, wie Arno Geiger in seinem Roman "Unter der Drachenwand" vom Krieg erzählt. Die taz lernt von Stephan Ozsváth, wie Viktor Orbán den "Puszta-Populismus" in Ungarn einführte und das Land zum Einflussagenten Moskaus in der EU machte. Die SZ streift mit Jean-Christophe Bailly durch Frankreich. Und die FAZ jubelt über Oliver Bottinis Krimi "Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens", der vom großen Landraub in Mecklenburg und Rumänien erzählt.
Dienstag, 09.01.2018
Magazinrundschau
09.01.2018 Die NYRB beobachtet die Tücken der Vorherrschaft einer ethnischen Mehrheit in Myanmar. Outside mischt sich auf Skiern unter finnische Soldaten in Lappland. Pro Publica untersucht die moderne Arbeitswelt bei der Müllabfuhr. In Hospodarske noviny fragt sich Tomáš Sedláček, ob wir bald nur noch durch ein Fenster aus unserer virtuellen in die reale Welt blicken. Bloomberg Businessweek erzählt die Geschichte Simbabwes. In The Intercept erinnert sich James Risen an Zeiten, als der Verrat von Regierungsgeheimnissen noch toleriert wurde. In Tablet erzählt Aharon Appelfeld, aus wie vielen Sprachen sich sein Hebräisch formte.
Efeu - Die Kulturrundschau
09.01.2018 Das New Yorker Metropolitan Museum gibt seine Politik auf, nach der jeder so viel Eintritt zahlt, wie er kann. New Yorker und Guardian sind entsetzt über diese unsoziale Entscheidung. Der Standard feiert die dunkle Energie, die Lisa Hinterreithner mit ihren Choreografien im Wuk ans Tageslicht holt. Die taz staunt, wie beherzt die Beiruter Theatertruppe Zoukak über syrische Flüchtlinge spottet. Die FAZ sorgt sich um das Erbe multimedialer Kunst. Und in der SZ ruft die Schriftstellerin Petra Piuk sehr österreichisch: Ein Heimatroman darf nicht schön sein.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.01.2018 Die "Future Zone" des ORF erklärt, wie die Internetzensur im Iran funktioniert. Nicht nur das NetzDG entsetzt, sondern auch die Tendenz der Sozialdemokratie zur Zensur, schreibt der FAZ-Redakteur Hendrik Wieduwilt in einem Blogbeitrag. In der NZZ beleuchtet der Philosoph Damiano Cantone die Dialektik des Antispeziesismus. Und der Germanist Jeremy Adler, fragt sich in der SZ, ob Theresa Mays Regierung das Gewissen gegen das Volk getauscht hat.
Medienticker
09.01.2018 Aktualisiert: Glaskugelige Kaffeesatzlesereien 2018: Schein-Wende für Analogistan - Transformations-Trends: IT-Themen 2018 & Was Social-Media-Experten von 2018 erwarten - Neues aus dem Fernsehrat: Drohende Löschwelle öffentlich-rechtlicher Inhalte bei YouTube & Serienjahr 2018: Epische Stoffe & düstere Neuauflagen - #MeinGroessterFail: Journalisten gestehen ihre Fehler - Preisentwicklung: Bücherpreise sind 2017 um 0,6 Prozent gestiegen + Verlorene Leserschaft: Wiener Bibliothek sammelt ungelesene Bücher.
Bücherschau des Tages
09.01.2018 Als Meisterwerk feiert die FAZ Arno Geigers Kriegsroman "Unter der Drachenwand" und stellt ihn neben Arno Schmidt ins Regal. Sehr lesenswert findet sie auch Omid Nouripours Nahost-Analyse "Was tun gegen Dschihadisten?" Die FR empfiehlt Elnathan Johns erschütternden Nigeira-Roman "An einem Dienstag geboren". Und die NZZ lasst sich gern die Proletarier-Romantik gefallen, wenn Robert Pfaller in "Erwachsenensprache" gegen die um sich greifenden Infantilisierung zu Felde zieht.
Mittwoch, 10.01.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
10.01.2018 Erregt debattieren die Medien der Welt einen offenen Brief französischer Schauspielerinnen, inklusive Catherine Deneuves, die mit Blick auf die #MeToo-Debatte vor Puritanismus warnen: "Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Aber nervende oder ungeschickte
Anmache ist so wenig ein Vergehen wie Galanterie eine machistische
Aggression." Die taz diskutiert über die Frage, ob der Besuch einer KZ-Gedenkstätte für Schüler verpflichtend sein soll. Im Tagesspiegel attackiert die iranische Künstlerin Parastou Forouhar den Westen für seine Nachsicht gegenüber den "Reformern" im Iran.
Efeu - Die Kulturrundschau
10.01.2018 In der NZZ erklärt Corinna Harfouch das Theater zu einem System der Ausbeutung, von dem selbst Neoliberalisten noch lernen könnten. Ebenda fragt Abraham B. Jehoschua, warum die Literaturkritik eigentlich die Moral als Kategorie aufgegeben hat. Die SZ schüttelt den Kopf über einen Kunstbetrieb, der eine Künstlerin wie Carmen Herrera erst jetzt entdeckt: Sie ist 102 Jahre. FAZ und ZeitOnline bewundern die Sensibilität und surreale Kraft in Makoto Shinkais Animationsfilm "Your Name".
Medienticker
10.01.2018 Aktualisiert: Frage der Zukunft: Wer hat die Macht über unsere Daten? & Die Politik nimmt Datenschutz nicht ernst genug - CES in Las Vegas: Künstliche Intelligenz & kein Licht ohne Schatten - Alternative Fakten in Polen: Magda & der Maulkorb - Yücel & die Rüstungsexporte: Gibt es einen schmutzigen Deal? - ÖRR: Europas öffentlicher Rundfunk unter Beschuss + Hörfunkgespräch mit Michael Krüger über seinen neuen Gedichtband "Einmal einfach".
Bücherschau des Tages
10.01.2018 Die NZZ bewundert die intensiven Stories über Liebe und Erotik von April Ayers Lawson. Die SZ liest mit Arno Geigers Roman "Unter der Drachenwand" eine gültige Meditation über die Absurdität des Krieges. Die FAZ nähert sich August Wilhelm Schlegel mit Roger Paulins Biografie über die Romantik. Die FR sucht Halt in Zygmunt Baumans düsterer Gegenwartsdiagnose "Retrotopia".
Donnerstag, 11.01.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
11.01.2018 In der Zeit kritisiert Nan Goldin die Museen, die sich von der Pharmafamilie Sackler haben sponsern lassen: Sie hätten Blutgeld von Drogendealern angenommen. Im Freitext-Blog macht Rainer Merkel einen Spaziergang auf der Straße der Verschwörungstheoretiker in Beirut. Die NZZ porträtiert eins der großen Liebespaare der Literaturgeschichte: Albert Camus und Maria Casarès. Die taz porträtiert einen Meister der radikalen Geste: den Filmkomponisten Tony Conrad.
9punkt - Die Debattenrundschau
11.01.2018 Der französische Aufruf gegen einen puritanischen Overkill in der #MeToo-Debatte sorgt für erregte Debatten - zuallererst in Frankreich selbst, wo die Staatssekretärin für Gleichstellung, Marlène Schiappa, heftig widerspricht. Die NZZ erläutert, dass es sich gerade in Frankreich um einen Streit zwischen Frauen und Frauen handelt. Die taz bringt ein Pro und Contra. In der FAZ haut Jürgen Kaube auf den Tisch: Gemeint sind die "Rechten", die auf die "Linken" und die "Linken", die auf die "Rechten" schimpfen, sich aber allenfalls in der Kostümierung unterscheiden.
Medienticker
11.01.2018 Mit den Medien & gegen die Medien im Wahlkampf - 2016 wurden in Europa für 22,3 Milliarden Euro Bücher verkauft - Weniger Leser: Sechs von zehn Italienern lesen pro Jahr nicht einmal ein Buch - Schweizer Presserat: Beschwerden-Rekord - NetzDG & die unsachliche Debatte - Die Privatisierung der Intelligenz: Die Forschung der Tech-Konzerne - Der Zaubertrank des George Perec & seine Literatur-Werkstatt + Loblied auf das negative Denken: Keine Probleme mehr, nur noch Herausforderungen?
Bücherschau des Tages
11.01.2018 Die FR folgt mit Shirley Hazzards "Transit der Venus" den Liebesbeziehungen dreier höchst unterschiedlicher Schwestern. Die FAZ lässt sich mit Vergnügen von zeitgenössischen Autoren die Romantiker erklären. Die Welt wacht mit "Oskar" in einem Sarg auf. Die Zeit lernt mit Robert Prosser etwas über die Liebe in Zeiten des Krieges.
Freitag, 12.01.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
12.01.2018 Der von Catherine Deneuve unterzeichnete Aufruf mit Kritik an #MeToo sorgt weiter für erregte Debatten. Es gab immer schon Antifeministinnen, meint Christine Bard in Le Monde. Ist die "séduction à la française" in Gefahr, fragt Libération. In der FAZ fordert Bénédicte Savoy mit Emmanuel Macron eine Restitution afrikanischer Kunstschätze. In der SZ erzählt Evolutionsbiologe Jared Diamond, wie Donald Trump aus religiösen Rücksichten Fakten aus Regierungspapieren streichen lässt.
Efeu - Die Kulturrundschau
12.01.2018 Die Berliner Zeitung bestaunt den neuen Eingangsbau zur Museumsinsel - nur den Rollator und Kinder sollte man zu Hause lassen. Die SZ bewundert die moderne Architektur in Bangladesch. Die taz schwingt die Hüften zu Habibi-Funk. Der Standard stellt die neue Leiterin der Viennale vor: Eva Sangiorgi. In der nachtkritik erteilt der Theaterwissenschaftler Peter W. Marx der AfD Nachhilfeunterricht in Sachen Theatergeschichte.
Medienticker
12.01.2018 Aktualisiert: Kampfansage an die Medien: Neue Facebook News-Feed-Regeln & die Privatisierung der Medien- und Kunstfreiheit durch Facebook & Twitter - Unter Beschuss: Das Denunzieren zu lieben gelernt, # NetzDG in der Praxis & Jan Wiele fordert "Freiheit für Heiko Maas" - Pläne: Des ARD-Vorsitzenden Schulterschluss mit den Verlegern - Nie so viel gelesen wie bei den 68ern, vermutet Ulrich Raulff - Bissig: Gespräch mit Howard Jacobson über sein Trump-Fabel "Pussy" - Ferdinand Céline: Ein großer Autor als grausiger Antisemit + Hörfunktipps für das Wochenende.
Bücherschau des Tages
12.01.2018 Die FAZ fürchtet sich vor der Zukunft: Mit dem National Intelligence Council schaut sie besorgt ins Jahr 2035 und von Max Tegmark lernt sie, welche Gefahren das "Leben 3.0" bereit hält. Die FR liest Hannah Arendts erstmals veröffentlichten Essay "Die Freiheit, frei zu sein". Die SZ streift mit Julia Encke durch Leben und Werk von Michel Houellebecq und liest bewegt Sandra Hoffmanns Memoir über ihre Großmutter. Die NZZ folgt in Eka Kurniawans Roman "Schönheit ist eine Wunde" der Geschichte Indonesiens.
Samstag, 13.01.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
13.01.2018 Die FAZ entdeckt die Romantik der Zukunft in den menschenleeren Landschaften von Serverfarmen. Deutschlandfunk Kultur weiß, warum Instagram Früchte zensiert. Immerhin Stuttgart ist reif für Patrick Angus' nackte Jungs, freut sich die SZ. Die Literarische Welt ärgert sich über den Wald- und Wiesenboom in der Literatur. Begeistert besprechen die Kritiker den Essayfilm "Aus einem Jahr der Nichtereignisse".
9punkt - Die Debattenrundschau
13.01.2018 Auf ZeitOnline fragt die Autorin Nino Haratischwili, von welcher Freiheit Hollywood-Diven mit ihren gespritzten Gesichtern und verhungerten Körpern eigentlich sprechen. Die NZZ will bei #MeToo erst wieder mitmachen, wenn zwischen Pranger und Diskussion unterschieden wird. Dass Facebook den Journalismus zurückstutzen will, wertet das NiemanLab als gute Nachricht für die traditionellen Medien, als fatal für digitale. Und der SZ graut es vor ergrimmten Strampelnazis in Europas Hauptstädten.
Bücherschau des Tages
13.01.2018 Die Literarische Welt liest fasziniert Auszüge aus Erich Auerbachs Weltgeschichte der Literatur. Die taz liest bei Christian Booß nach, wie tief etliche DDR-Juristen ins System verstrickt waren. So absurd wie die Realität kann Howard Jacobsen bissige Trump-Satire "Pussy" gar nicht sein, meint die FR und greift lieber zu schönen Neuausgabe von Robert Fludds fünfbändiger Enzyklopädie "Utriusque Cosmi historia". SZ und FR lesen Bernhard Schlinks neuen Roman "Olga" mit gemischten Gefühlen. Die FAZ liest erschüttert Yan Liankes Roman "Die vier Bücher" über Maos Gigantomanie.
Montag, 15.01.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
15.01.2018 In der Schweiz werden die guten Wohnlagen mit Seeblick knapp, die NZZ lernt von Herzog & de Meuron, wie man vornehm verdichtet. Alles kann, nichts muss, lernt die SZ beim Puppenliebesspiel mit Marivaux im Münchner Cuvilliétheater. Die Welt stößt zum tragischen Kern der amerikanischen Comedy vor. Der Tagesspiegel trifft Maria Alechina. Und der Standard freut sich, dass in Österreich wieder Vinyl gepresst wird - mit italienischem Granulat.
Medienticker
15.01.2018 Aktualisiert: Frauen in Medien: Aufwärts ist noch nicht oben - Kulturbegriff: Kultur macht nie bloß Spaß & Gerhard Neumanns Erkundung der Grenze zwischen Kultur & Natur: Literarische Zeichen & Ethnologe der eigenen Kultur - Angriff der Algorithmen: Mitgefangen, mitgehangen - Schweizer Handelskrise & Signal für den Niedergang: Ex Libris schließt drei Viertel der Filialen + BGH-Urteil zum Verlegeranteil: VG Wort zahlt Urhebern 175 Millionen Euro nach ...
9punkt - Die Debattenrundschau
15.01.2018 Catherine Deneuve erklärt in Libération noch einmal, warum sie das #MeToo-kritische französische Papier unterzeichnet hat. Was man in Hollywood anprangert, wird in der Pornoindustrie als Mentalität gefeiert, schreibt Friederike Haupt in der FAS, wo sich auch Catherine Millet und Regina Ziegler äußern. Spiegel online erzählt, wie sich die polnische Opposition selbst zerlegt. Die von der EU für die geplanten Uploadfilter könnten zu einer Vorzensur im Netz führen, fürchtet ZeitOnline. Wen genau repräsentiert eigentlich Lamya Kaddors Liberal-Islamischer Bund, fragen die Salonkolumnisten.
Bücherschau des Tages
15.01.2018 Die FR liest François Julliens Essay "Es gibt keine kulturelle Identität" und lernt, dass Universalität ständig ihren eigenen Horizont erweitern muss. Die FAZ begreift mit Rainer Zitelmann die hemdsärmelige Psychologie der Superreichen. Die SZ geht mit John Steinbeck vor Kaliforniens Küste auf Sardinenfang. Die Welt kommt ins Schwitzen mit Tito Topins ultrahocherhitztem Noir "Casablanca im Fieber".
Dienstag, 16.01.2018
Magazinrundschau
16.01.2018 Der New Yorker erkundet mit Alessandra Cerreti die wirksamste Waffe gegen die kalabrische Mafia. In HVG denk Agnes Heller über 1968 in Ungarn und dem Rest der Welt nach. In Clarin beobachtet der französische Philosoph François Soulages das Schauspiel der Demokratisierung der Fotografie. Der American Cinematographer gruselt sich mit den Farben des Kameramanns Luciano Tovoli. In Elet es Irodalom sucht Bela Tarr nach einer neuen Filmsprache der digitalen Cinematographie. Novinky begutachtet das Konzept des geplanten Sudetendeutschen Museums in München. Im Globe and Mail outet sich Margaret Atwood als Schlechte Feministin. Im Guardian ist Elif Shafak schockiert von der Frauenfeindlichkeit der Türkei unter Erdogan.
9punkt - Die Debattenrundschau
16.01.2018 Donald Trump will von Politik nichts wissen, er will Politik zerstören, meint der amerikanische Osteuropahistoriker Timothy Snyder im Interview mit der SZ. Die Iraner protestieren gegen ein System, in dem die Mullahs inzwischen reicher sind als einst der Schah, erklären die Politologen Ali Fathollah-Nejad und Arash Sarkohi in der NZZ. Bald wird das Humboldt-Forum eröffnet. Noch ist aber die Frage zu klären, wer welche Kompetenzen bekommt, berichtet der Tagesspiegel. In La Règle du Jeu erklärt Bernard-Henri Lévy, was am linken Antisemitismus so gut funktioniert.
Efeu - Die Kulturrundschau
16.01.2018 Im Standard erzählt Peter Turrini von der Sehnsucht nach einem anderen Leben. Die FAZ geht mit Madame d'Ora in die Schlachthöfe von Paris und huldigt mit Richard Strauss der apolitischen Konversation. Die SZ freut sich über die neu geweckte Lust an afrikanischer Kunst. Und die NZZ empfiehlt gegen unrealistische Sicherheitserwartungen die Filme John Carpenters.
Medienticker
16.01.2018 Aktualisiert: Medientrends 2018: Personalisierte Angebote, zahlende Nutzer - Wer baut den digitalen Super-Assistenten? Googles Großangriff auf Amazon läuft schon längst - Netzpolitik: EU-Expertengruppe "Fake News" nimmt Arbeit auf & "Alternative Fakten" ist das Unwort des Jahres - Ehre + Verantwortung: Investigativer Journalismus & die Machtfrage - Warum geht es dem Buch nicht gut? Lesen wir bald keine Bücher mehr? + 1918 & 1968: Anregungen zu einem Vergleich.
Bücherschau des Tages
16.01.2018 Nach Rebecca Solnits feministischen Essays empfiehlt die NZZ, unbedingt auch noch Virginia Woolf zu lesen. Die SZ folgt der schottischen Dichterin Nan Shepherd auf die Cairngorm Mountains. Die Welt erkennt mit Hugo Fischer in Lenin den eiskalten Machtpolitiker. Und die FAZ lässt sich freudig von Armand Marie Leroi erzählen, wie Aristoteles einst am Strand von Lesbos Tintenfische sezierte und Seeigel klassifizierte.
Mittwoch, 17.01.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
17.01.2018 Die SZ erzählt, wie Google, Facebook, Youtube, Twitter und Co. der ägyptischen Regierung bei der Internetzensur helfen. In der taz nimmt Nora Bossong ihren Kollegen Simon Strauß in Schutz: Wer mit Rechten redet, ist nicht gleich selber einer. Strauß selbst hat zuvor auf Facebook in die Debatte eingegriffen. Deniz Yücel hat gegenüber dpa klargestellt, dass er seine Freilassung nicht irgendwelchen Waffendeals verdanken will. Kenan Malik erklärt in der Basler Zeitung, warum er den Begriff der "Islamophobie" ablehnt.
Efeu - Die Kulturrundschau
17.01.2018 Die NZZ stellt die Architektur-Avantgarde aus Bangladesch vor. Die taz freut sich über den Clash der Kulturen im Bode-Museum, wo demutsvolle Weiblichkeit und scharfe Androgynität aufeinandertreffen. Ebenfalls in der taz erinnert Howard Jacobson daran, dass Bücher durchaus ihren Zweck erfüllt haben, wenn sie an die Wand geworfen werden. Und epdFilm porträtiert den Schauspieler Gary Oldman, der gerade als Churchill die alte britische Größe evozieren soll.
Bücherschau des Tages
17.01.2018 In der NZZ feiert Karl Markus Gauß Madeleine Thiens große Familiensaga "Sag nicht, wir hätten gar nichts" über die chinesische Revolution und das Exil. Die FAZ vermisst Kracauersche Beobachtungen in Alexander Kluys George-Grosz-Biografie. Die SZ empfiehlt einen Band über gebaute Gesellschaftsutopien im Europa der 60er und 70er Jahre.
Donnerstag, 18.01.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
18.01.2018 Nun bringt auch die Zeit noch ein Pro und Contra zu Simon Strauß - Ergebnis: Er mag ja nerven, aber muss man ihn deshalb bei der AfD einsortierten? Drei taz-Autorinnen inspizieren den unklaren #MeToo-Fall Aziz Ansari und fordern künftig ein klares "Ja heißt Ja". Netzpolitik resümiert den Widerstand von immer mehr Universitäten gegen den Elsevier-Verlag. In der NZZ wirft Bassam Tibi der deutschen Islamwissenschaft Kulturrelativismus und einen umgekehrten Orientalismus vor.
Efeu - Die Kulturrundschau
18.01.2018 Die taz versucht unter die Oberfläche von François Ozons Film "Der andere Liebhaber" zu blicken. Sasha Marianna Salzmann erzählt im Logbuch Suhrkamp von ihrer Havanna-Reise. Zeit online ärgert sich über die deutsche Missachtung für Pussy Riot. In der FR fordert Bariton Holger Falk von den "schönen Stimmen": Singt mehr neue Musik! Die SZ bewundert die neue gediegene Gemütlichkeit auf der Kölner Möbelmesse.
Medienticker
18.01.2018 Front der Fälscher: Le Pens Fake News & Das Fake-Spektakel des US-Präsidenten - Academic Publishing in Europe: Die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens - Verlage & VG Wort: Ohne T.O.M. keine Ausschüttung - YouTube: Die Großen werden kontrolliert, die Kleinen aussortiert + Rainald Grebe hat Fontane neu gelesen + Das Ultraschall Festival in Berlin beginnt.
Bücherschau des Tages
18.01.2018 Die taz lernt in einem Sammelband die "Denk-Mechanik" Susan Sontags verstehen. Die FAZ lässt sich von Fernando Aramburus Roman "Patria" in explosive baskische Familienstreitigkeiten verwickeln und weint dann mit Markus Köhle in ihr Bier. Die NZZ sieht mit Terry Eagleton die blinden Flecken des kulturellen Diskurses. Die SZ schlürft mit Gottfried Benn einen Absinth.
Freitag, 19.01.2018
Medienticker
19.01.2018 Aktualisiert: IVW- Zeitungs-Zahlen: Bild verliert, Handelsblatt überholt Welt & Zeit im Plus - Subversiv: Netz-Anarchismus - Facebook, Google & Co.: Fangt die Internetgiganten ein - 1968 & die Folgen: Was ist von damals geblieben? - Audio ist der Text der mobilen Generation - Theater-Nachtkritiken aus Basel, Berlin, Hamburg & Zürich - In memoriam: Janis Joplin zum 75 + Hörtipps für das Wochenende.
9punkt - Die Debattenrundschau
19.01.2018 Die #MeToo-Bewegung sollte sich mit der Kampagne gegen Gewalt in der Arbeitswelt vernetzen, fordert die taz. Sie sollte eine "Kommission für Wahrheit und Versöhnung" einrichten, fordert die SZ. Vielleicht wird das Problem aber auch von Roboterfrauen gelöst, die seit neuestem laut NZZ in Saudi Arabien - unverschleiert! - eingesetzt werden. Die Medien spekulieren über ihre Degradierung durch Facebook - hat der Algorithmenwechsel längst stattgefunden? Die taz notiert, wie die polnische Frauenbewegung nun selbst von der Opposition fallen gelassen wurde: Die katholische Kirche wollte es so.
Efeu - Die Kulturrundschau
19.01.2018 Der Tagesspiegel wirft mit Alexander Paynes neuem Film "Downsizing" einen Blick ins Herz der dystopischen Gegenwart. Die SZ lässt sich von Andrea Breth mit Hilfe von Rihm und Dallapiccola die Liebe im Käfig zeigen. Wenn die Realität surrealer wird als die Imagination, haben Schriftsteller ein Problem, bekennt Salman Rushdie in der NZZ. Die Spex lässt noch einmal die verstorbene Modedesignerin Christa de Carouge zu Wort kommen.
Bücherschau des Tages
19.01.2018 Die FAZ liest neue Übersetzungen alter Griechen, darunter die deutsche Gesamtausgabe von Herodots Historien. Von Michael Blume erfährt sie, weshalb sich der "Islam in der Krise" befindet. Die SZ taucht in einem neuen Prachtband in die Unterwasserwelt von Ernst Haeckels Quallen und lauscht mit Michael Wildenhain dem kunstvoll zerfurchten "Singen der Sirenen". Die NZZ liest Hannah Arendts neu entdeckten Essay "Von der Freiheit, frei zu sein" und lernt von Charles Taylor alles über die Grundzüge des menschlichen Sprachverhaltens.
Samstag, 20.01.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
20.01.2018 #MeToo und kein Ende. Dunja Bialas sieht bei artechock den "Aufruf der Catherines" als Ausdruck einer libertinen, aber nicht mehr zeitgemäßen Ethik. Bei Zeit online erhofft sich der Philosoph Paul B. Preciado, der einmal eine Frau war, eine Errettung der Menschen durchs queere Wesen. Eine ganz andere Frage hat Andrew Sullivan im NYMag: Was ist eigentlich mit meinem Testosteron? In der taz fordert der Soziologe Ulrich Dolata eine strenge Kontrolle des Internets. Die FAZ bringt beunruhigende Zahlen über die "Krise des Lesens".
Efeu - Die Kulturrundschau
20.01.2018 Georg Baselitz schafft es in der Welt mit seinen achtzig Jahren noch einmal, das Physische und Psychische in Einklang zu bringen. Die NZZ hört ein radikal entrümpeltes Requiem von Verdi. Die neue musikzeitung staunt beim ersten Konzert des fusionierten SWR Symphonieorchesters mit dem Dirigenten Teodor Currentzis über einen höchst emanzipierten Bruckner. In der FAZ berichtet die niederländisch-jüdische Schriftstellerin Ariëlla Kornmehl von Lesungen in Ostdeutschland vor ehemaligen SS-Mitgliedern. Die nachtkritik amüsiert sich prächtig in der Zürcher Theateradaption von Robert Menasses EU-Roman "Die Hauptstadt".
Bücherschau des Tages
20.01.2018 Die SZ lässt sich von John Darnielles unheimlicher Erzählung "Rekorder" mitreißen. Die NZZ liest mit Gewinn Mark Twains Reportagen auf dem Wiener Parlament. Die taz fragt mit Julia Encke: Wer ist Michel Houellebecq? Die FR ist gebannt von Michael Roes' historischem Roman "Zeithain" über Leutnant Hans Hermann von Katte, Freund des späteren Friedrich des Großen.
Montag, 22.01.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
22.01.2018 Dass Facebook Medienquellen degradiert, ist eine furchtbare Nachricht, schreibt Emily Bell im Guardian. Und dass Facebook kleine und fragile Demokratien als Laboratorium für seinen neuen Algorithmus benutzt, macht es nicht sympathischer. In der FAZ erzählt der Historiker Mychailo Kowaltschuk, wie die Ukraine zum ersten Mal vor hundert Jahren ihre Unabhängigkeit erklärte. Die taz will den chinesischen Parolen von offenen Märkten und Freihandel nicht glauben.
Efeu - Die Kulturrundschau
22.01.2018 Gott ist Licht und Licht ist Kino, lernt die taz im "1. Evangelium" von Kay Voges, frei nach Matthäus, Pasolini und Castorf. Die Welt bemerkt, dass die amerikanische Kunst ihre imperiale Lächelmaske ablegt. Die SZ lernt im Architekturmuseum Wien, warum es im Ersten Bezirk keine Bäckereien mehr gibt. Die Berliner Zeitung wirft einen Blick auf rassistische Blödeleien am Filmset. In der NZZ blickt Don DeLillo auf Donald Trump und in eine extrem gewaltvolle Zukunft. Und allenthalben herrscht Trauer um Paul Bocuse, den "Picasso der Kochkunst".
Bücherschau des Tages
22.01.2018 Die SZ lässt sich von Sebastian Guhr anarchisch-fantastischem Roman "Die Verbesserung unserer Träume" mitreißen, bis ins 28. Jahrhundert und auf den Planeten Rheit. Empfehlen kann sie auch die Irvin Yaloms Memoiren "Wie man wird, was man ist" und Eliot Weinbergers schillernde Essays "Vogelgeister". Die FR bejubelt Haruki Murakamis neuen Roman "Die Ermordung des Commendatore". Und von "Westphal liest Goethe" hat die FAZ auch nach einer 64-stündigen Höredition noch nicht genug.
Dienstag, 23.01.2018
Magazinrundschau
23.01.2018 Der New Yorker sucht nach den Spuren des vergessenen Autors William Melvin Kelley. Das New York Magazine untersucht Glenn Greenwalds kuschliges Verhältnis zu Russland. In Magyar Narancs bekennt sich der Maler Ákos Birkás zu seiner Unberechenbarkeit. In der New York Review of Books denkt Masha Gessen über Wahlmöglichkeiten nach. Intercept präsentiert die umfassenden Stimmerkennungstools der NSA.
9punkt - Die Debattenrundschau
23.01.2018 Seit das NetzDG in Kraft ist, wird von Twitter und Facebook viel zu viel gelöscht, hat die Berliner Zeitung herausgefunden. Man kann 1968 kritisieren, aber man kann es nicht tun, um den Konservatismus glaubhafter zu machen, schreibt Reinhard Mohr in der NZZ. Die SZ setzt Hoffnungen auf den tschechischen Präsidentschaftskandidaten Jiří Drahoš. Und Rupert Murdoch will Geld von Mark Zuckerberg - für seine vertrauenswürdigen Nachrichten.
Efeu - Die Kulturrundschau
23.01.2018 In der NZZ fragt der BE-Intendant Oliver Reese: Wo sind eigentlich die Figuren mit Charisma in der modernen Dramatik? Der Guardian erlebt sein monarchistisches Wunder beim Blick auf die ungeahnten Kunstschätze der Queen. Die Welt feiert die schiere Malerei des Georg Baselitz. Die taz erlebt in Rotterdam, wie aus dem berüchtigtsten Hafenviertel Katendrecht ein lebendiges Viertel jenseits aller Gentrifizierung. Zeit Online erkundet die Musikszene der Neuen Rechten. Und Clemens Setz erkennt beim Computerspiel "Getting Over It" die hypnotische Qualität frustrierender Erfahrung.
Medienticker
23.01.2018 NetzDG: Facebook will keine Meinungspolizei sein - Rassistische Demo in Cottbus: Bedrohung von rbb-Mitarbeitern - Netflix-Quartalsbilanz: Streaming-Pionier steigt zum 100 Milliarden-Dollar-Koloss auf - Tendenz fallend: Verschwinden Bücher aus der öffentlichen Wahrnehmung? - Manipulation ist Entmündigung oder Manipulation als legitimes Mittel - Podcasts & Kolumnen: Hörbücher mit Journalismus? - Buch der Zahlen: Der Roman des digitalen Zeitalters + Zum Tag der Handschrift: Warum die Handschrift so wichtig ist.
Bücherschau des Tages
23.01.2018 Heute werden Gedichte besprochen: Die NZZ lauscht den betörenden Klängen der beiden Schweizer Sprachmagier Pierre Chappuis und Ugo Petrini und lernt so die Welt kennen. Die SZ bewundert Transzendenz und Sinnlichkeit in Pia Tafdrups Band "Tarkowskis Pferde". Und die FAZ entdeckt bisher unbekannte Gedichte von Pablo Neruda.
Mittwoch, 24.01.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
24.01.2018 Der Guardian trifft Nan Goldin, die dank der kultivierten Familie Sackler wieder heroinabhängig wurde. Die FR jubelt über Manfred Trojahns virtuos-verrückte Musikkomödie "Enrico" an der Oper Frankfurt. Die SZ staunt, wie die Alice-Salomon-Hochschule Eugen Gomringers angefeindetes Gedicht "Avenidas" in Routine verschwinden lassen will. Die NZZ erlebt in Dubai die neue Architektur der heißen Luft. Die FAZ erinnert daran, wie in München mit dem Denkmalschutz kurzer Prozess gemacht wird. Und alle trauern um Südafrikas Jazz-Legende Hugh Masekela.
9punkt - Die Debattenrundschau
24.01.2018 Die SZ fragt nach dem Sinn ethnologischer Museen im Zeitalter der Globalisierung. Die NZZ erklärt, wie die Abschaffung der Netzneutralität in Zensur resultieren kann. Setzt Beppe Grillo sich von der Fünf-Sterne-Bewegung ab, fragt politico.eu. Spiegel online prangert den Verrat des Westens an den Kurden an. Die SPD hat die Arbeiterklasse verraten, aber anders als man denkt, analysiert die FAZ. Und auch die deutschen Zeitungen wollen jetzt Geld von Facebook.
Medienticker
24.01.2018 Informationsüberflutung: Werden die Medien ihrer Vermittlerrolle noch gerecht? - Ein Gegenstand für Liebhaber: Zur Bedeutung von Büchern - NetzDG: Facebook will keine Meinungspolizei sein, will aber mit 10.000 neuen Mitarbeitern gegen Hetze vorgehen - Wissenschaft: Expertise in der Krise & Wissenschaftspolitik zur Diskussion - "Baby-Hitler töten!": Titanic im Visier der Justiz - Mythos Stockhausen: Der Mann, der vom Sirius kam + Nachruf zum Tod von Hugh Masekela.
Bücherschau des Tages
24.01.2018 Aufgrund technischer Probleme heute mit ein wenig Verspätung - wir bitten um Entschuldigung! Die FAZ liest heute Bücher zur Revolution von 1918. Dank Ricarda Huch bekommt sie Lust auf die Romantik. Die SZ liest gebannt Fernando Aramburus Roman "Patria" über den ETA-Terror in einem baskischen Dorf. Die NZZ liest Haruki Murakamis neuen Roman mit gemischten Gefühlen.
Donnerstag, 25.01.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
25.01.2018 Die taz träumt mit Hong Sang-Soos "On the Beach at Night Alone". Eugen Gomringers Gedicht "avenidas" an der Fassade der Alice-Salomon-Hochschule fällt nun endgültig den Schneeflocken zum Opfer: Wo bleiben die elementarsten Kenntnisse der Lyrikinterpretation, ruft verzweifelt der Freitag. Die taz freut sich auf auf zwei Wochen experimentelle Clubmusik beim Berliner Festival CTM. In der FR erklärt Ute Bansemir, Leiterin der Theaterperipherie in Frankfurt, warum Theater heute so viele Menschen nicht mehr erreicht. Die Literaturkritiker trauern um Ursula LeGuin.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.01.2018 Die Zeit bringt neue Vorwürfe sexueller Gewalt bis hin zur Vergewaltigung gegen Dieter Wedel. Die Produktionsfirmen und die Sender haben dabei offenbar wohlwollend zugesehen, schließt Christiane Peitz im Tagesspiegel. Hermann Parzinger fordert in der FAZ internationale Leitlinien für den Umgang mit Kunst aus ehemaligen Kolonien. Die SZ beleuchtet die Problematik des arabischen Manns. Der Begriff "Gegenöffentlichkeit" ist vierzig Jahre nach Tunix obsolet, meint Max Thomas Mehr in Dlf Kultur.
Medienticker
25.01.2018 Aktualisiert: Die Twitter-Leitlinien der Deutschen Presse-Agentur - Debatte um Wissenschaftsverlage: Soll das Wissen weltweit frei zugänglich sein? - E-Bibliothek: Was im Webspace ist archivierungswürdig? - Verlagsvorschauen im Wandel: Ein Blick auf das bunte Literaturtreiben - Virginia Woolf: Melancholische Ikone weiblichen Schreibens - In memoriam TUNIX-Kongress 1978: Als die Gegenöffentlichkeit zum Mainstream wurde + Wie stellt man Musik aus? Zeitgenössische Kompositionen in Rotterdam.
Bücherschau des Tages
25.01.2018 Ein Mädchen verschwindet und ist auch nach 13 Jahren noch verschwunden. Jon McGregor beschreibt in seinem Roman "Speicher 13", was in einem Dorf nach einem solchen Ereignis geschieht - viel mehr als ein Krimi, findet die FR. Die FAZ feiert Szczepan Twardochs Roman "Der Boxer" über das Warschau der Vorkriegszeit. Die NZZ geht mit Henrik Müller ins "Nationaltheater". Die SZ liest ein "Buch der Deutschlandreisen".
Freitag, 26.01.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
26.01.2018 Der Streit über die Berlinale nach Kosslick flammt vielleicht wieder auf, wenn jetzt in der SZ der ehemalige Festivalchef von Cannes, Gilles Jacob, den Berlinern erklärt, wie man ein gutes Filmfestival führt. In der FAZ kritisiert Monika Grütters die geplante Entfernung des Gomringer-Gedichts. Berlins Kultursenator Lederer sekundiert ihr, findet aber, da kann man nichts machen. Zeit online begutachtet die postromantische Phase von Tocotronic. Die NZZ spaziert durch die dynamisierten Farbräume James Rosenquists.
9punkt - Die Debattenrundschau
26.01.2018 Es geht nicht allein um Dieter Wedel, es geht um "ein ganzes System". Die Fernsehanstalten, "die mit Wedel skrupellos ihre Geschäfte machten," und seine Taten duldeten, sollten einen unabhängigen Untersuchungsbeauftragen einsetzen, meint Heribert Prantl in der SZ. Der Tagesspiegel liefert tiefere Einblicke ins System Wedel. Man war offenbar der Meinung, "Schweinereien gehörten dazu", konstatiert Verena Lueken in der FAZ. Zeit, sich mal mit männlicher Sexualität zu befassen, so Julia Kristeva in der NZZ zu #MeToo.
Medienticker
26.01.2018 Aktualisiert: Nachrichtenagentur Schweizerische Depeschenagentur unter Beschuss - Wettbewerb & Vielfalt: Die Preisbindung in der Buchbranche & die ergänzten gesetzlichen Regelungen - Ex-Libris: Adieu stationärer Handel? - G20-Ermittlungen: Wie effektiv ist öffentliche Fahndung? - Theater-Nachtkritiken aus Bonn, Düsseldorf, München, Teheran & Zürich - Skandal: Nazi-Liedgut in Österreich - Zum Tod des The Fall-Frontmanns Mark E. Smith: Der kaputteste Glamour, den es je gab + Horfunk-Tipps zum Wochenende.
Bücherschau des Tages
26.01.2018 Die NZZ erklimmt mit Stefan Bollmann den Monte Verità und entdeckt die Parallelen zur 68er Bewegung. Von Michael Longleys Gedichtband "Gefrorener Regen" wird sie direkt ins Herz getroffen. Die SZ lernt Karl May dank Rudi Schweikert als Meister der Aneignung kennen. Die FR schließt sich den Hymnen zu Fernando Aramburus Roman über den Bürgerkrieg im Baskenland an. Die FAZ lässt sich von dem Historiker David Motadel die Islampolitik im Dritten Reich erklären.
Samstag, 27.01.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
27.01.2018 Das neue Tocotronic-Album hält die Kritiker auch heute noch in Atem: Berauscht hören sie, zu welchem Moment der Popgeschichte sich Dirk von Lotzow die Pickel ausdrückte. In der SZ erklärt der niederländische Architekt Rem Koolhaas, weshalb er in anderen Ländern erst schwimmen geht, bevor er baut. Im taz-Interview spricht Fernando Aramburu über seinen Roman "Patria", der sich mit dem Bürgerkrieg im Baskenland beschäftigt. Die Kritiker sind sich uneins: Ist RP Kahls "A Thought of Ecstasy" ein meisterhafter deutscher Film oder ein gescheiterter postfeministischer Fiebertraum?
9punkt - Die Debattenrundschau
27.01.2018 Die taz erinnert mit einem Dossier an den Tunix-Kongress von 1978, der die Buntheit in die deutsche Linke brachte. In der FAZ beschreibt die Historikerin Ute Frevert, wie sich bei sexueller Gewalt die Begriffe von Scham und Unschuld umkehren. Den souveränen Umgang mit Macht können westliche Frauen von mächtigen Nigerianerinnen lernen, erklärt Chimamanda Adichie in Libération. In der NZZ ruft Peter Sloterdijk zu spontaner Stammesbildung auf.
Bücherschau des Tages
27.01.2018 Finstere Einblicke in bösartige Seelen gewinnt die taz mit Edward St. Aubyns Upperclass-Roman "Dunbar und seine Töchter". Beklommen lauscht sie auch der Hörbuchversion von Hillary Jordans Mississippi-Roman "Mudbound". Die FR verfolgt berührt, wie Hans Joachim Schädlich von den letzten Tagen des Malerpaares Felix Nussbaum und Felka Platek erzählt. Jubilierend beendet die Welt mit dem vierten Band Elena Ferrantes Neapel-Saga.
Montag, 29.01.2018
Efeu - Die Kulturrundschau
29.01.2018 Der Standard verteidigt mit dem österreichischen Künstler Oliver Ressler das gallische Dorf der Flughafengegner von Nantes. Als hysterisches Großmachtgehabe brandmarkt Viktor Jerofejew in der FAZ das Verbot der Komödie "Der Tod Stalins" in Russland. #HeToo?, fragt die taz nach einer arte-Sendung, in der Oskar Roehler mit rechten Positionen kokettiert. Etwas mehr Theorie wünscht sich ZeitOnline von den Rich Kids of Literature. Und die SZ erlebt in Simon Stones "Hotel Strindberg" in Wien das große Hauen, Vögeln und Stechen.
9punkt - Die Debattenrundschau
29.01.2018 Die SZ warnt vor Staatstrojanern. In der FAS lobt Roberto Saviano die strengen deutschen Abhörgesetze - fordert aber dezidiertere Maßnahmen gegen die Mafia. In der FR erklärt der australische Jurist Antony Anghie, wie der Kolonialismus in Form der Globalisierung auf Europa zurückfällt. In Südeuropa dominiert der Linkspopulismus, im Norden der Rechtspopulismus, notiert der Politologe Philip Manow in der FAZ. Le Monde würde des Antisemiten Charles Maurras lieber nicht gedenken.
Medienticker
29.01.2018 Aktualisiert: Digitalgeschäft: Studie zu Vertriebswegen & Umsätzen von Verlagen - Die Deutschen lesen nicht mehr: Zu ungeduldig, zu zerstreut & nur noch bei Bedarf - Das halbstarke Jahrtausend: Literatur & die Gesinnungsprüfer - Machtkampf um die Urheberschaft: DrehbuchautorInnen wehren sich - Davos: Was Heidegger & Cassirer zur Wirtschaftselite gesagt hätten & Rimini Protokoll beim Weltwirtschaftsforum - Mutter Erde, Vater Land: Streifzug durch Erdgeschichten in der Literatur + "Guerrilla Girls"-Ausstellung in Hannover.
Bücherschau des Tages
29.01.2018 Die FR schwört Stein und Bein, dass Angelika Klüssendorf zart und diskret bleibt, wenn sie in "Jahre später" von der Ehe mit einem manischem Hochstapler erzählt. Große Intensität bescheinigt die SZ Anja Kampmanns Roman "Wie hoch die Wasser steigen", der einem Bohrarbeiter auf die Ölplattformen der Hochsee folgt. Hinreißend und angemessen findet die FAZ die entspannte Beiläufigkeit, mit der die Labor Ateliergemeinschaft in "Ich so du so" etwas Buntheit ins Normalsein bringt.
Dienstag, 30.01.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
30.01.2018 Zehntausende protestieren gegen die Zerstörung des Rechtsstaats in Rumänien - und was macht die EU, fragt die NZZ. In Le Monde protestiert Kendal Nezan, Gründer des kurdischen Instituts in Paris, gegen den türkischen Feldzug in Afrin und das Schweigen des Westens. Apple übergibt sämtliche Daten seiner chinesischen Nutzer an eine Behörden-Cloud des Regimes, berichtet die taz. Mehrere Artikel beleuchten die Auswirkungen von Streamingdiensten und smarten Lautsprechern auf traditionelle Medien - und von Robotern auf den Arbeitsmarkt.
Efeu - Die Kulturrundschau
30.01.2018 Die NYRB lernt vom Fotografen Stephen Shore die Momente zu schätzen, die überhaupt nicht festhaltenswert sind. Dezeen stellt die interessantesten Architektinnen des vorigen Jahres vor. Die NZZ lernt in Angoulême, wie Mangas dem europäischen Comic neues Leben einhauchten. Und in der FAZ erzählt Michael Haneke, warum er jetzt eine Serie dreht.
Medienticker
30.01.2018 Staatstrojaner: Überwachung & Informantenschutz - Pressekodex reloaded: Warum der alte besser war - Nachbarschaft im Newsfeed: Facebook zeigt US-Nutzern bevorzugt lokale Nachrichten - Rechte Hetze: Der geheime Hass im Netz - AfD & Identitäre: Unterschiedliche Wege, gleiche Ziele - Bild-Kampagne gegen ARD+ZDF: Solidarität mit dem Kika! - Ägypten: Schriftsteller unter staatlichem Druck + Nachruf: Zum Tod des Jazzgitarristen Coco Schumann.
Magazinrundschau
30.01.2018 Der Believer sucht auf Haiti mit Voodoo den guten Gott Bondye. HVG denkt über die Tücken einer staatlichen Künstlerrente nach. In der NYRB möchte Kenan Malik lieber über das britische Empire diskutieren, als die 43 Prozent der Briten zu ignorieren, die es heute noch für eine gute Sache halten. In El Pais Semanal möchte Filmemacherin Isabel Coixet lieber stark als "empowert" sein. Die Popzeitschrift feiert das hinreißend Ambitionslose von Fernsehserien aus den 70ern. La vie des idees nimmt die Krisenhändler im Kulturbereich aufs Korn.
Bücherschau des Tages
30.01.2018 Die FAZ ist ganz verzaubert von David G. Haskells Naturbuch "Der Gesang der Bäume", das bei aller Sinnlichkeit nie den Boden der Empirie verlasse. Garth Greenwells Roman "Was zu dir gehört" erkundet sie mit Edouard Louis im Hinterkopf. Authentischer geht's nicht, meint die Welt über den Roman "Kaltes Land", in dem der Bielefelder Kriminalkommissar Norbert Horst von Schleppern und Dealern in Flüchtlingsunterkünften erzählt. Und die SZ bescheinigt Howard Jacobsons Trump-Satire "Pussy" den hilflosen Hochmut eines ermatteten Liberalismus.
Mittwoch, 31.01.2018
9punkt - Die Debattenrundschau
31.01.2018 Juristen streiten über die Zeit-Recherchen zu Dieter Wedel. Der ehemalige Richter und Zeit-online-Kolumnist Thomas Fischer kritisiert sie bei Meedia als tendenziös. Dem widerspricht entschlossen die Juristin Elisa Hoven, ebenfalls auf Meedia. Seyran Ates lanciert einen offenen Brief an die Humboldt-Uni, die ein Institut für islamische Theologie gründen und nur Vertreter konservativer Islamverbände in den mächtigen Beirat einladen will. Ach was Gott, ruft statt dessen Atiq Rahimi in Le Monde: Was ist er schon gegen Frauen und Wein?
Efeu - Die Kulturrundschau
31.01.2018 Der Tagesspiegel blickt beim Kunstfestival Transmediale in das Gesicht Chelsea Mannings und begreift, wie viel Interpretationsspielraum genetisches Material lässt. Die taz lernt beim parallel laufenden Musikfestival Club Transmediale von Jlin, das Selbst in jeder Sekunde zu wechseln. Die Berliner Zeitung betrachtet die neue Fassadenkunst der Volksbühne. SZ und FAZ blicken auf Daniel Day-Lewis, der im Liebes-Drama "Der seidene Faden" nahtlos in seiner Rolle als Damenschneider aufgeht.
Medienticker
31.01.2018 Medien 2018: Innenansichten aus einer rechten Trollfabrik - Autorenrechte: Spieleautoren fordern eine Nennung der Urheber - Cyberkriminalität: 23,4 Millionen deutsche Opfer - Theatertreffen-Auswahl: Treffen der Platzhirsche - Bedrohung der künstlerischen Freiheit: "Das schnürt einem dann schon die Kehle zu" + Wegbereiter der Moderne: 150. Todestag Adalbert Stifters.
Bücherschau des Tages
31.01.2018 Die Welt staunt über "Hitlers amerikanisches Vorbild", die rassistischen Einwanderungsgesetze der USA. Die SZ wird ganz melancholisch mit Wioletta Gregs Roman "Unreife Früchte" aus dem katholisch-sozialistischen ländlichen Polen. Die NZZ staunt über den Erstlingsroman von Anja Kampmann und taucht mit Petre M. Andreevskis "Quecke" ins Mazedonien des Ersten Weltkriegs. Die FAZ amüsiert sich mit Derridas Schriften zu den Künsten des Sichtbaren.