Mittwoch, 01.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
01.03.2017 Die Welt blickt in der Ost-Modezeitschrift "Sibylle" ins Sehnsuchtsland DDR. Die SZ sucht Erlösung im Underground-Sound von Vaporwave. Außerdem besucht sie Thomas Manns "Weißes Haus des deutschen Exils" in Kalifornien. Die NZZ untersucht die Schnittstellen von Kunst und Design und findet sie in einer Wurstkette. Martin Scorceses "Silence" spaltet die Kritik. Und der Standard nimmt ungepflegte, weiße Männer mit nach Hause.
9punkt - Die Debattenrundschau
01.03.2017 Mit der Inhaftierung Deniz Yücels macht Erdogan nun auch in Deutschland Medienpolitik, meint die taz. Die FAZ ist traurig: Sie ist bei der #Freedeniz-Kampagne nicht gefragt worden, obwohl ihr ein Herausgeber fälschlich zugerechnet wurde - und darum hat sie auch die Anzeige nicht gebracht. Die Welt gibt einen Ausblick auf die Kulturpolitik des Front National. Die FAZ reist an die demnächst wieder nordirische Grenze. Buzzfeed zeigt, wie ein Medienkonzern mit einfachen Mitteln zwei Filterblasen bedienen kann. Und dass Mahershala Ali Muslim ist, wird bestritten, zumindest von Muslimen, schreibt die Washington Post.
Medienticker
01.03.2017 Aktualisiert: VW-Kiosk-Zahlen: stern vorn, Der Spiegel über Soll, Focus blass - VG Info gibt acht auf die VG Wort. Protestbrief gegen neue Verlegerbeteiligung - Türkei: Erdoğans politischer Gefangener & Der Preis für Türkei-Deal sei zu hoch, sagt Can Dündar - Das Darknet: Festung der Meinungsfreiheit? - #trending: Medien-Radar für das Social Web - Der tiefe Graben zwischen: Generation YouTube & den "Altmedien" + Try To Remember: Harry Belafonte zum Neunzigsten.
Bücherschau des Tages
01.03.2017 Die FAZ lernt bei Michael Walter die Verbindung zwischen Oper und Prostitution kennen. In der Hanns-Dieter-Hüsch-Gesamtausgabe entdeckt sie einen feinsinnigen, existentialistischen Poeten. Die SZ stürzt sich ehrfürchtig in Andrej Platonows kommunistische "Baugrube". Die Welt findet in Les Edgertons "Vergewaltiger" den Antichristen: Fies, aber toll, findet sie. Und die FR fragt mit Dieter Borchmeyer "Was ist deutsch?"
Donnerstag, 02.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
02.03.2017 Die Nachtkritik erlebt vom Präsidenten-Vater verordnete Staatskunst im weißrussischen Theater. Kelly Reichardts Film "Certain Women" entlarvt gesellschaftliche Hierarchien, loben die Kritiker. Standard und NZZ gratulieren dem spanischen Architektentrio Aranda, Pigem, Vilata zum Pritzker-Preis. Die FAZ räumt in Zürich mit Klischees über Ernst Ludwig Kirchner auf. Jungle World hört skrupulösen blue-eyed Soul von Dirty Projector. Und die Literaturwelt trauert um den überraschend verstorbenen Literaturchef der SZ, Christopher Schmidt.
9punkt - Die Debattenrundschau
02.03.2017 In der NZZ beschreibt Pascal Bruckner, wie der Populismus den erschöpften Gegensatz von "Links" und "Rechts" überspringt. Libération besucht die nordirische Stadt Derry, wo sich katholische Nationalisten schon auf neuen Zoff an der Grenze freuen. Aufruhr auch im französischen Wahlkampf: François Fillon beschuldigt die Justiz der Parteilichkeit. In Le Monde erklärt der Historiker Gilles Richard, warum Frankreich eine "Republik der Anwälte" ist.
Medienticker
02.03.2017 Aktualisiert: Ägypten: Platz 159 von 180 Ländern auf der Rangliste der Pressefreiheit - Die inhaftierten Autoren der Türkei: Es wird noch viel gefoltert, sagt Peter Schneider & Brief von Deniz Yücel: "Tageslicht! Frische Luft! Rauchen!" - Hate-Speech: Wenn Journalismus zur Mutprobe wird - Warren Buffett sagt großes Zeitungssterben voraus - 65 Mio Dollar für die Memoiren der Obamas + Rückkehr der Heimat in die Literatur: Heimat - was ist das?, fragte sich Christopher Schmidt.
Bücherschau des Tages
02.03.2017 Kritik ist eine Kunst und Kunst wiederum eine Form von Kritik, lernt die NZZ aus Anthony O. Scotts Essay "Kritik üben". Mit Jan Mohnhaupts "Der Zoo der Anderen" liest die SZ die Geschichte des Kalten Krieges aus der Perspektive der Berliner Zoos. Die Zeit empfiehlt Sebastian Sons' Geschichte Saudi-Arabiens als Pflichtlektüre. Die FAZ bejubelt F. W. Bernsteins "Frische Gedichte". Und die Welt geht mit Melanie Amann und Justus Bender dem Phänomen AfD auf den Grund.
Freitag, 03.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
03.03.2017 Die SZ staunt, wie in der Albertina aus dem Erotomanen Egon Schiele ein Asket wird. In der Zeit hat Maren Ade beobachtet, wie die amerikanische Perfektion zusammenstürzt. Die NZZ lässt sich von giftiger Literatur humanisieren. Außerdem beklagt sie den bevorstehenden Abriss architektonischer Beton-Meisterwerke in Indien. Das art-magazin fordert kritischen Populismus in der Kunst. Und die Welt erfährt: Andy Warhol hasste Donald Trump.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.03.2017 Mehr als sechzig Prozent der weltweit inhaftierten Journalisten sitzen in einem türkischen Gefängnis, hat die SZ ausgerechnet. Der Tagesspiegel fordert Boykottdrohungen gegen die Türkei. In Le Monde wendet sich Pascal Bruckner gegen die Idee, den Terrorismus mit ökonomischen Problemen der Terroristen zu erklären. In der SZ erklärt der Linguist Peter Eisenberg, weshalb das Streben nach geschlechtergerechter Sprache aus grammatischer Sicht Quatsch ist.
Medienticker
03.03.2017 Aktualisiert: Castorfs "Faust": Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle - Armin Nassehi über "Lauter Lügen"- Tatsachenbehauptung & Meinungsbildung: Mechanismen des Diskurses - Deutsche rechnen mit Fake News & informieren sich vor allem im Fernsehen - Online-Bezahlmodelle: "Digitalkioske kannibalisieren Verlagsangebote" - Solidarität via Chartposition: Wie Yücel-Buch zum Amazon-Bestseller wurde - Thea Dorn über die Kunst der Kritik als subjektive Allgemeinheit - Chinas Hirn: Mark Siemons gratuliert Tilman Spengler zum Siebzigsten + Nachruf zum Tod von Paula Fox.
Bücherschau des Tages
03.03.2017 Als charmantes Gegenprogramm zu den großen literarischen Dystopien der letzten Jahre liest die SZ Andreas Stichmanns "Die Entführung des Optimisten Sydney Seapunk". Die FAZ rekapituliert mit dem von Frank Raddatz herausgegebenen Band "Republik Castorf" das Nachwende-Wunder Volksbühne. Wie ein Psychokrimi liest sich laut NZZ Julian Barnes' Schostakowitsch-Roman "Der Lärm der Zeit". Und die taz packt nach der Lektüre von Robert Macfarlanes "Alte Wege" die Wanderlust.
Samstag, 04.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
04.03.2017 Die FAZ fragt, warum ein Hedgefonds-Manager in Wiens historischem Zentrum ein Hochhaus mit Luxusappartments bauen darf. Die NZZ rühmt den Architekten Vann Molyvann als einen Pionier der kambodschanischen Moderne, fürchtet jedoch um den Abriss seines Nationalstadions in Phnom Penh. Außerdem wünscht sie sich Architekturpreise nicht für Baukünstler, sondern für wegweisende Bauten. Die SZ erfährt von der Choreografin Helena Waldmann, wer heute noch so rackert wie Tänzer vor zwanzig Jahren. Die Welt freut sich auf Barenboims Pierre-Bouelez-Saal, der heute in Berlin eröffnet wird.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.03.2017 Deniz Yücel ist in ein Hochsicherheitsgefängnis mit besseren Bedingungen und interessanteren Mithäftlingen verlegt worden, berichtet die taz. Für Erdogan ist Yücel ein deutscher Spion und PKK-Aktivist, meldet der Tagesspiegel. Nicht Erdogan, sondern Merkel hat die Annäherung der Türkei an den Westen beendet, stellt die taz fest. Die NY Times freut sich über Papst Franziskus' Hinweise zum Umgang mit Bettlern. Und die FAZ vermisst beim Reisen in virtuellen Welten die bösen Überraschungen.
Bücherschau des Tages
04.03.2017 Die SZ ist ganz hingerissen von der Gelassenheit und dem Witz in William H. Gass' Hochstapler-Roman "Mittellage". Auch den Taugenichts in Anne Webers "Kirio" schließt sie in ihr Herz. Die FAZ entdeckt mit Veronique Bizots Roman "Menschenseele" ihr Faible für Misanthropen. Als geografische Meisternovelle rühmt die Welt David van Reybroucks Roman "Zink" über eine skurrile Nation in Europa. taz und FR begeben sich mit Jonas Lüschers "Kraft" auf einen Selbstfindungstrip ins Silicon Valley.
Montag, 06.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
06.03.2017 Die Hölle, das sind die Global Player: An der Berliner Volksbühne gibt Frank Castorf seinen Abschied mit einer Wallfahrt auf den Mount Faust - die Kritiker liegen ihm zu Füßen. Die FAZ lernt von Marcel Broodthaers im Düsseldorfer K21, dass zu einem Kunstwerk auch Palmen und Kamele gehören. Die taz erkundet desn Symbolismus als Krisenphänomen. Der Tagesspiegel feiert Frank Gehrys Pierre-Boulez-Saal als reinstes Raumwunder.
9punkt - Die Debattenrundschau
06.03.2017 Nach Recherchen der taz wird es für ungewollt schwangere Frauen in Deutschland immer schwieriger, eine Abtreibungsklinik zu finden. Der Guardian berichtet, dass in einem ehemaligen Waisenhaus der Katholischen Kirche in Irland die Überreste von 800 Kinderleichen gefunden wurden. In den französischen Wahlen entscheidet sich Europas Zukunft, sagt François Hollande im Interview mit europäischen Zeitungen. Ljudmila Ulitzkaja (NZZ) und Judith Butler (FR) denken über einen transnationalen Kampf gegen den neuen Nationalismus nach.
Medienticker
06.03.2017 Aktualisiert: Umfrage: Viele Journalisten sind von Angriffen betroffen - Alfi finden: Peter Glaser über 700 Jahre Nachrichtenübermittlung - Debatten im Internet: Ein Quiz gegen die Trolle - Fake-News-Verbreitung: ARD-Intendant Ulrich Wilhelm fordert hohe Strafen für Facebook & Co. -Türkei: Deniz Yücels Haftprotokoll - Hackerkultur: Bücher als "konzeptioneller Raum" - Erst Geld, dann Text: Serienroman per Crowdfunding + Ein schrulliger Schotte: Über Gerhard Stremingers "Adam Smith".
Bücherschau des Tages
06.03.2017 Die SZ reist mit der norwegischen Sozialanthropologin Erika Fatland durchs zentralasiatische "Sowjetistan", vom atomar verseuchten Semipalatinsk bis zum ausgetrockneten Aralsee. Mit Joby Warricks "Schwarze Flaggen" verfolgt sie den aufhaltsamen Aufstieg des Islamischen Staats, mit Kerstin Deckers "Die Schwester" erkundet sie das Leben der Elisabeth Förster-Nietzsche.
Dienstag, 07.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
07.03.2017 Die taz annonciert die Rückkehr des Plissees, an dessen Kanten Zauber und Langeweile zusammenstoßen. Die NZZ huldigt der Kreativität der DDR-Mode. Die FR frohlockt über Jossi Wielers urkomische "Ariodante"-Inszenierung in Stuttgart. Der Standard erinnert an die Avantgarde-Cellistin Charlotte Moorman, die Brahms mit Brustpropellern spielen konnte.
9punkt - Die Debattenrundschau
07.03.2017 Wenn Britannien die Grenze zu Irland wirklich schließen will, werden wohl 300 Grenzposten nötig, meint huffpo.fr. In Ungarn werden laut politico.eu nun wie in Russland ausländische NGOs kontrolliert. In La Règle du Jeu schreibt Bernard-Henri Lévy über die Affäre Mehdi Meklat. FAS und Berliner Zeitung streiten über deutsch-türkische Kultur.
Magazinrundschau
07.03.2017 Der New Yorker recherchiert die sinistren Hintergründe des Trump Towers in Baku. The Nation sucht Rat bei rechtspopulistischen Medien. Das New York Magazine untersucht die Apathie Coetzees. Linkiesta feiert die neue globale Frauenbewegung. In El Universal trauert Autor Horacio Castellanos Moya um die Heimat. Der Rolling Stone stellt den ägyptischen Autor Ahmed Naji vor, der für einen Roman ins Gefängnis musste.
Medienticker
07.03.2017 Aktualisiert: Türkei: Der Fall des inhaftierten Journalisten Özkan Mayda & Die Haft von Deniz Yücel widerspricht türkischen Gesetzen - Verlage als Dienstleister: Die digitale Disruption in der Buchbranche - Comic-Reportage: Journalismus am Scheideweg der Wahrheit - Soziales Netzwerk: Scheitert Facebook am europäischen Recht? - Ekkehard Knörers Liebeserklärung an die frühen Literaturblogs + 17. LitCologne: Bunt wie die Literatur.
Bücherschau des Tages
07.03.2017 So vergnügt wie einst die Angélique-Romane liest die taz Leonhard Horowskis Monarchiegeschichte "Das Europa der Könige". Als konsequente Poetik der Überforderung feiert die NZZ Alexander Goldsteins wild-verwegenen Baku-Roman "Denk an Famagusta". Die SZ liest Lorenz Jägers Biografie des extremen Denkers Walter Benjamin. Die FAZ lässt sich von Jeanette Erazo Heufelder die Geschichte des "Argentinischen Krösus" erzählen, der mit seinem Erbe die Frankfurter Schule finanzierte.
Mittwoch, 08.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
08.03.2017 Absolut überwältigt sind die Kritiker von Barry Jenkins' poetischem Coming-of-Age-Film "Moonlight", der nun endlich auch in die deutschen Kinos kommt: Die SZ feiert ihn für seine schwarze Poesie, Berliner Zeitung für die Bewahrung der Zärtlichkeit, die Welt konnte Miamis schwüle Luft auf der Haut spüren. Die NZZ sieht beim Filmfestival in Ouagadougou das afrikanische Kino in der Bredouille. In Freitext erinnert der weißrussische Autor Viktor Martinowitsch an das Imperium der Feigheit. Und gegen Trump, meint ZeitOnline außerdem, hilft nur mehr Krach.
9punkt - Die Debattenrundschau
08.03.2017 Ein Artikel in der Times löst in Schottland und Irland Empörung aus: Darf nur Britannien beanspruchen, eine Nation zu sein? Die NRW-Zeitungsverleger haben die Ursache für Brexit- und Trump-Voten gefunden: Die Adblocker sind schuld. Golem.de ist nicht einverstanden. Die taz feiert zum Frauentag "People of Color, Muslim*innen, Trans*menschen, Reiche, Arme und Geflüchtete". In der SZ findet die Historikerin Lorraine Daston den Ursprung von Fake News: Es war der Buchdruck.
Medienticker
08.03.2017 Aktualisiert: Sehr geehrter Herr Staatspräsident: Ulf Poschardts offener Brief an Erdogan - Im Zeitalter von Populismus: Umgang mit Lügen - Urteil: Facebook muss Fake-News nicht aktiv löschen - Am Herd & auf den Barrikaden: Alina Bronsky über starke Frauen & Frauenpower an der Börse & im Vatikan - Februarrevolution 1917: Eine Revolution, die keine sein darf - Wittgenstein & Heidegger: "Die letzten Philosophen" + Auszeichnungen: Hörbücher- & Grimme-Preise.
Bücherschau des Tages
08.03.2017 Die SZ lernt von Timothy Snyder, wie man der Tyrannei widersteht. Die FAZ besichtigt in Birgit Birnbachers Debüt "Wir ohne Wal" eine Gruppe 20- bis 30-Jähriger, die mit ihrer Antriebsarmut kämpfen. Die FR erlebt in James Gordon Farrells Roman "Singapur im Würgegriff" das britische Empire zwischen Politökonomie und Paarungsverhalten. NZZ und SZ lassen sich von Bora Cosic in sein geliebtes Belgrad mitnehmen.
Donnerstag, 09.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
09.03.2017 Ziemlich feige findet die FAZ die Ausladung des AfD-Politikers Marc Jongen von einer Theaterdiskussion. Im TagesAnzeiger ist Raphael Urweider dagegen froh, dem "Monster" Jongen nicht begegnen zu müssen. In der taz denkt der Autor Senthuran Varatharajah über authentische Sprache nach. Im Blog Hundertvierzehn erzählt Thorsten Palzhoff, wie niederländische Autoren auf Geert Wilders reagieren.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.03.2017 Die Irish Times erklärt, wie das System der katholischen Kinderheime in Irland mit der Geschichte des Landes zusammenhängt. In der NZZ erzählt Adolf Muschg, warum er wieder in die Kirche eingetreten ist. In der FR staunt Staatsrechtler Christoph Möllers über Dauerpräsenz der Kirchen im politischen Diskurs. Auch Im Silicon Valley glaubt man laut Ideenhistoriker Fred Turner in der SZ: nämlich an die Technik.
Medienticker
09.03.2017 Aktualisiert: Urheberrecht: Widerstand gegen europaweites Leistungsschutzrecht & Verleger befürchten Ausbeutung der Leistungen der Presse - Axel Springer Bilanz 2016: Stärkes Rubrikengeschäft, Mediengeschäft schwierig - IVW-News-Top-50: Wachsen gegen den Trend & massive Verluste - Oberverwaltungsgericht: Merkels Presse-Geheimgespräche bleiben geheim - Wolfram Schüttes Petits riens: Zeit haben, Nachtmahlen, späte Erkenntnis & das Gefäß bestimmt den Inhalt + Grimme-Preis: Zwei Jury-Mitglieder distanzieren sich.
Bücherschau des Tages
09.03.2017 Tief beeindruckt liest die Zeit Natascha Wodins Spurensuche "Sie kam aus Mariupol", die das düstere Universum der Zwangsarbeit aufschließt. Ebenfalls begeistert in der Zeit besprochen: Daniel Schreibers Essay "Zuhause", eine "Suche nach dem Ort, an dem wir leben wollen". Die SZ liest David Eggers' neuen Roman.
Freitag, 10.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
10.03.2017 Der populäre russische Schriftsteller Zakhar Prilepin befehligt ein Bataillon in der Donezker Volksrepublik, berichtet die NZZ. Der Guardian staunt über den Künstler Robert Sikoryak, der die iTunes-AGB zu einem Comic adaptiert hat. Die taz freut sich beim neuen Album der Magnetic Fields über ganz viel Disco, ganz viel Dancing. Die FAZ vergewissert sich im Louvre einmal mehr der Meisterschaft Vermeers. Und die SZ verirrt sich in Daniel Libeskinds neuem Zentralgebäude der Uni Lüneburg.
9punkt - Die Debattenrundschau
10.03.2017 Wer sind wir, wo wollen wir hin? Ein paar Antworten darauf wünschte sich Geert Mak im Tagesspiegel von niederländischen Politikern. Die Vogue propagiert unterdessen "Dutch Love". In der NZZ schüttelt Doron Rabinovici den Kopf über Österreicher, die rechts und links nicht mehr unterscheiden können. In der FAZ erklärt Hector Abad, warum Steuern besser sind als Gewalt. In der taz schildert der südafrikanische Autor Sonwabiso Ngcowa die Situation der "Born frees". Das Münchner Haus der Kunst hat ein Scientology-Problem, berichtet die SZ.
Medienticker
10.03.2017 Aktualisiert: AGOF-News-Top-50: Bild & Spiegel Online legen kräftig zu - Rechte Medien: Mit Fakten ist kein Staat mehr zu machen, mit Narrativen hingegen schon - Medienkonsum türkischer Migranten: Brauchen wir einen Deutsch-türkischen Fernsehsender? - Dunja Mijatovic: Mahnerin für Pressefreiheit droht zu verstummen - Letzte Bibliotheken: Konrad Heydes Aussicht auf das Ende eines Zeitalters - Theater-Nachtkritiken: Männer weinen heimlich in Zürich & Brecht wird in Augsburg zersägt + In memoriam: Arthur Honegger wurde vor 125 Jahren geboren.
Bücherschau des Tages
10.03.2017 Mit ihrem autobiografischen Migrationsroman "Chaya" knüpft Kathy Zarnegin an die orientalische Erzähltradition an, freut sich die NZZ. Die FAZ erfährt Wissenswertes von Tillmann Bendikowski zur menschlichen Hilfsbereitschaft und von Bernd Heinrich zum tierischen Heimatinstinkt. Und die FR folgt mit angehaltenem Atem einer folgenreichen Wiederbegegnung in David Albaharis Novelle "Das Tierreich".
Samstag, 11.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
11.03.2017 Das lettische Architekturbüro Mailitis lässt die Shaolin Mönche fliegen, erzählt Dezeen. In der NZZ plädiert Autor Lorenz Langenegger für Literaturförderung ohne das ganze Gequatsche drumrum. Auf Artechock hätte Rüdiger Suchsland im Film gern mehr ästhetische Maßstäbe statt Frauenquoten. Die Nachtkritik lernt von Alize Zandwijk und Ibsen einiges über die Lebenslügen der Männer. Im Guardian stellt der Modedesigner JW Anderson seine erste kuratierte Ausstellung vor. Die taz huldigt dem Genitiv-Chaos des Free Jazz.
9punkt - Die Debattenrundschau
11.03.2017 In der taz unterhalten sich Doris Akrap und Yonka Sik über den drangsalierten Journalismus in der Türkei. Im New Statesman warnt Alan Rusbridger vor einem noch größeren Einfluss Rupert Murdochs in britischen Medien. In der taz lehnt Ulrich Herbert Timothy Snyders Nazi-Parallele mit Blick auf Trump ab. In der NZZ beschreibt Politikwissenschaftler Markus Linden, wie subtil Verschwörungstheorien funktionieren können. Jezebel sieht weltweit nur noch eine Hoffnung: die neue Frauenbewegung.
Bücherschau des Tages
11.03.2017 Die Welt wird glatt umgeblasen von Olga Grjasnowas Syrien-Roman "Gott ist nicht schüchtern". Die SZ stöbert vergnügt im dynastischen Networking des "Europas der Könige". Die FAZ lernt aus Dieter Borchmeyers Zitatensammlung, was "deutsch" ist. Walter Benjamin offenbar nicht, liest die taz aus Lorenz Jägers neuer Benjamin-Biografie heraus.
Montag, 13.03.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
13.03.2017 Geert Wilders wird überschätzt, meint politico.eu. Trotzdem eifern ihm die andern niederländischen Politiker nach, kritisiert Zeit online. Die SZ beleuchtet das prächtige Verhältnis der Trumps zu den Murdochs. In der FR bekennt die französische Feministin Elisabeth Badinter ihre Bewunderung für Maria Theresia. Was unterscheidet Noam Chomsky eigentlich von Rechtspopulisten?, fragt Nick Cohen im Observer.
Efeu - Die Kulturrundschau
13.03.2017 Die NZZ huldigt dem olfaktorischen Konzeptkünstler Serge Lutens. Die FR lernt, dass es bei Egon Schieles "Mädchen mit grünen Strümpfen" definitiv nicht um Sex geht. Hellsichtigen Wahn erleben Standard und taz in Joachim Meyerhoffs Bühnenversion von Thomas Melles Manie-Bericht "Die Welt im Rücken". Außerdem wird die taz natürlich high vom reinen Sound der Experimentalkomponistin Catherine Christer Hennix.
Medienticker
13.03.2017 Aktualisiert: Kartellrechtsreform: Mehr Freiraum für Verlags-Kooperationen - Feinde des Internets: Reporter ohne Grenzen entsperrt blockierte Webseiten - Journalismus: Georg Mascolo macht fünf Vorschläge für den Umgang mit Fake News - Augsburg: Brecht & der Feminismus sowie Theater-Nachtkritiken aus Berlin, Bochum, München & Wien - Warum das Abendland ein Mythos ist, erklärt Volker Weiß - Gerhard Streminger weiß mit Adam Smith: Nur der ethische Mensch ist glücklich + Fake-Buch: Bestseller mit 266 leeren Seiten.
Bücherschau des Tages
13.03.2017 Vierzig Jahre nach dem Deutschen Herbst liest die SZ Bücher zum Jahr des RAF-Terrors. Sehr eindringlich findet sie, wie Anne Ameri-Siemens die Entführung Hanns Martin Schleyers aufrollt. Sehr verlässlich findet sie auch Butz Peters "1977". Die FAZ setzt mit Steve Case auf die "Dritte Welle" der Digitalisierung, soll heißen auf die Vernetzung von allem mit allem.
Dienstag, 14.03.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
14.03.2017 Die Kommentatoren sind sich uneins: Wird Theresa May ein neues schottisches Referendum zulassen oder nicht? Laut taz funktioniert die Trennung zwischen Staat und Kirche beim Evangelischen Kirchentag in Berlin so: Die Kirche macht Missionsarbeit, der Staat bezahlt. In der Welt erklärt Seyran Ates, warum sie eine "Ibn Rushd-Goethe-Moschee" gründen will. Die Avantgarde der Fake-News-Bekämpfung hat ihren Sitz in der Ukraine, informiert politico.eu. Deutschland muss eine Perspektive für die jungen Leute entwickeln, ruft Timothy Snyder in der FR.
Efeu - Die Kulturrundschau
14.03.2017 Die FAZ möchte sich gern von dem neuen Suhrkamp-Verlagsgebäude aus dem sinnlichen Entzugskoma reißen lassen, in das Berlins Architektur sie vor zwei Jahrzehnten versetzte. Die taz streift in Moskau durch die Ruinen des Konstruktivismus. Die NZZ würdigt die Noblesse der Sopranistin Anja Harteros. Die SZ erlebt in der Ed-Atkins-Schau im Frankfurter MMK Avatare in echter Sartre-Stimmung. Die Welt stichelt gegen die Verehrer der Paula Modersohn-Becker. Und in der Zeit baut David Grossman am großen Bollwerk gegen den Rechtspopulismus.
Magazinrundschau
14.03.2017 Warum klingen linke Studenten plötzlich wie Trump, fragt Andrew Sullivan im New York Magazine. Paul Berman hört in Tablet die Glocken der Konterrevolution läuten. Der Rolling Stone sieht das Zeitalter der psychedelischen Drogen nahen. Magyar Narancs sucht Nachwuchskuratoren in Ungarn. In Novinky denkt der Philosoph Stanislav Komárek über unsere Naturwahrnehmung nach.
Medienticker
14.03.2017 Aktualisiert: Twitter: 48 Mio. Bot-Profile - USA: Rupert Murdoch & der Medienmarkt - Fake ist Trump(f): Schwäche für Fake-News liegt in den Genen - Kartellrecht: Was die 9. GWB-Novelle den Verlagen wirklich bringt (& was nicht) - Urheberrecht & Wissenschaft: Wie man ein Monstrum nährt - Türkei: Asli-Erdogan-Prozess geht weiter - Eine Überdosis Satire im österreichischen Kulturkampf + Musikalischer Erschütterer: Wolfgang Rihm zum 65.
Bücherschau des Tages
14.03.2017 Von wilder Fabulierlust umtost erlebt die FAZ mit Franzobel noch einmal das verstörende Ende der französischen Fregatte Medusa. Die SZ bereitet sich auf das Unterholz vor und lernt von Charles Foster, als Dachs, Otter oder Hirsch zu leben. Die taz sucht mit Daniel Schreiber in Berlin ein "Zuhause". Und die NZZ geht mit Franz Schuh in die Operette Österreich.
Mittwoch, 15.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
15.03.2017 Im Perlentaucher erkennt Daniele Dell'Agli im Ambient des Brian Eno die subversivste aller Avantgarden. Die taz entdeckt bei der MaerzMusik Walter Smetaks mikrotonal zirpende Expansionsmusik. Der Freitag reist mit dem deutsch-iranischen Regisseur Sohrab Shahid Saless zu einer Retrospektive nach Teheran. Außerdem denkt Aminatta Forna im Freitag über die afrikanische Gegenwartsliteratur nach. Und die NZZ freut sich, dass Zürich wieder auf das Neue Bauen setzt.
9punkt - Die Debattenrundschau
15.03.2017 Heute sind Wahlen: Zeit online bringt ein Loblied auf die Niederländer und ihre antiautoritären Reflexe. Im Perlentaucher sieht Max Thomas Mehr dagegen Emmanuel Macron als einen neuen Politikertypus. Atlantic fragt: "Warum ist das Silicon Valley so grässlich zu den Frauen?" Die SZ kritisiert das Kopftuchurteil des Europäischen Gerichtshofs, die taz findet es gut. Die Deutsche Welle begrüßt den großen Prozess gegen die rechtsextreme Terrorgruppe von Freital.
Medienticker
15.03.2017 Aktualisiert: Akif Pirinçci wegen Volksverhetzung verurteilt - Was berichten die Medien & was nicht - Fake News & Wahlen: Danke, Donald! - Presse ohne Freiheit: Angeklagt wegen Journalismus & Erdogan-Fans hacken Twitter-Konten - Analyse: Das neue Hate-Speech-Gesetz & die Meinungsfreiheit - Kein Zufall, sondern Strategie: AfD-Mitglieder in Literatenverbänden - Martin Walsers literarische Psychopathologie: Thomas Anz über die früheren Romane + Holland in Not? Geert Mak & Arnon Grünberg zu den Wahlen.
Bücherschau des Tages
15.03.2017 Die NZZ liest Victor Gardons Roman "Brunnen der Vergangenheit" als bildstarkes Zeugnis über den Völkermord an den Armeniern. Die SZ lernt, was es über die menschliche Existenz zu wissen gibt, aus Boris Sawinkows Revolutionsroman "Das schwarze Pferd". Ingeborg Bachmanns Texte aus der Zeit ihrer Krankheit faszinieren die taz so, dass auch sie darüber hinwegsieht, dass die Autorin keine Veröffentlichung wollte.
Donnerstag, 16.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
16.03.2017 Die Presse freut sich über Jakob Lena Knebls respektlose Neuordnung der Sammlung im Wiener Mumok. In der FR graust es den Schriftsteller Iván Sándor davor, dass Imre Kertesz' Nachlass in Ungarn verwaltet werden soll. Die SZ hört Christiane Rösingers Lieder ohne Leiden in gewohnt knatschiger Och-nö-Tonlage. Die nachtkritik fragt, warum Gläubige auf deutschen Bühnen immer als Deformierte beschrieben werden. Die Filmkritiker lieben Altmeister Andre Techine für seine hinreißenden 17-Jährigen.
9punkt - Die Debattenrundschau
16.03.2017 Große Erleichterung bei Zeit online: Die Niederländer haben für Europa gestimmt und gegen Geert Wilders. Je weniger die Amerikaner Gott fürchten, desto trumpinistischer werden sie, fürchtet Peter Beinart im Atlantic. Die SZ porträtiert den französischen Journalisten Samuel Laurent, der mit seinem Blog "Décodeurs" gegen die Desinformationskampagnen des Front national angeht. Die taz diskutiert über Israel-Boykott.
Medienticker
16.03.2017 Aktualisiert: Korrespondenten in der Türkei werden angepöbelt, Deniz Yücel bleibt in Haft & Freunde lesen für ihn - Mely Kiyak über das Hetzopfer Stefanie Sargnagel - Verrohung im Internet: 99 posen online, der 100. ermordet jemanden, stellt Sascha Lobo fest - Nazis & Goldmund: Also Poesie gegen Rechts oder was? - Buch macht Geschichte: Bücher, Verlage & Geschichten + Das MaerzMusik-Festival: Neue Musik mit Denkanstößen in Berlin.
Bücherschau des Tages
16.03.2017 Einen Quantensprung in der Forschung zum Habsburgerreich zeigt die SZ an mit Pieter M. Judsons "Habsburg". Die FAZ bewundert die Gedichte Roberto Bolanos und lässt sich von A. L. Kennedys Schlange entführen. Die NZZ träumt mit Walter Hönscheidt vom Vergaserschmuggel in der DDR in den Wirtschaftswunderjahren. Die FR empfiehlt Volker Weiß' Warnung vor der "Autoritären Revolte". Die Literaturbeilage der Zeit werten wir in den nächsten Tagen aus.
Freitag, 17.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
17.03.2017 Nonsense, Poesie, Dramatik und Pathos erlebt die Nachtkritik mit Alexander Giesches "White Out" in Luzern. Die taz stellt den afroamerikanischen Komponisten Julius Eastman und seine organische Musik vor. Matthias Schweighöfers Amazon-Serie "You Are Wanted" fällt bei der Kritik weitgehend durch. Die NZZ preist Walt Whitmans erst vor kurzem entdeckten Roman "Jack Engle" als virtuosen Genre-Mix. Außerdem erklärt sie, warum im Koreanischen Ironie nicht möglich ist.
9punkt - Die Debattenrundschau
17.03.2017 Bürgerrechtler kritisieren das geplante Gesetz gegen Hasskommentare in den Sozialen Medien: die werden zu Ermittlern, Richtern und Henkern über die Meinungsfreiheit. Le Monde berichtet, wie die katholische Kirche zusammen mit französischen Politikern hohe Funktionäre des Genozids an den Tutsi deckt. Der Guardian bereitet sich auf den Tod der Queen vor. Nedim Gürsel (NZZ) und Canan Topçu (Zeit online) nervt der Opferkult Erdogans und seiner Anhänger.
Medienticker
17.03.2017 Aktualisiert: Derek Walcott ist tot - USA: Kahlschlag der Kulturförderung - 211 Medienschaffende in Syrien:getötet - Streit um Online-Angebote: Auch RBB & MDR drohen Verleger-Klagen - Müll-Umwälzpumpen, Skandalisierte Satire & Trompeten des Trumpismus - Heiko Maas: Auf Hass gezielt, die Meinungsfreiheit getroffen - Internetzensur: Wenn Facebook mal eben aus ist - Karl-Markus Gauß über das übersehene Europa & Karlheinz Bohrers Begegnungen mit dem Fremden + Rainer Moritz über den Glanz & das Elend des vielen Lesens.
Bücherschau des Tages
17.03.2017 Ob Miniatur, konkrete Poesie, dadaistische Collage oder Langgedicht: Safiye Cans Gedichte haben Rhythmus und Drive, schwärmt die FR. Die FAZ liest mit Gewinn Katrin Albrechts Studie über den italienischen Staatsarchitekten Angiolo Mazzoni. Ruta Sepetys' Jugendbuch "Salz für die See" über den Untergang der Wilhelm Gustloff ist für Leser jeden Alters ergreifend, glaubt die SZ. Sehr empfehlen kann sie auch die von Felix Billeter und Christoph Wagner herausgegebene Monografie über den Maler Hans Purrmann.
Samstag, 18.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
18.03.2017 Plattensammlungen werden endlich zum Forschungsgegenstand von Ivy-League-Universitäten, freut sich die SZ. Felix Mitterers verhinderte Robinsonade "Galápagos" im Theater an der Josefstadt lässt die Kritiker ratlos zurück. Bei den Nominierungen für den Deutschen Filmpreis finden die Kommentatoren Licht und Schatten. SZ und Welt gratulieren Martin Walser zum Neunzigsten. Und in der Welt weiß David Wnendt: Mit Ambitionen kommt man beim Tatort-Dreh nicht weit.
9punkt - Die Debattenrundschau
18.03.2017 Die NZZ beobachtet mit Entsetzen, wie bereitwillig sich die Türken in Deutschland von Erdogan in Identitätskonflikte stürzen lassen. Der FAZ geht es ähnlich beim Blick auf die neuen Emojis, die Musliminnen jetzt mit Hidschab repräsentieren. Der Guardian fürchtet, dass Theresa May Schottland aus dem Vereinigten Königreich treibt. Im Blog NYRB erklärt Sue Halpern den Unterschied zwischen Julian Assange und Edward Snowden. In der taz fordert Tabea Rößner für freie Kulturschaffende Mindesthonorare.
Bücherschau des Tages
18.03.2017 Mit Faszination und Vergnügen lesen FAZ und NZZ Steffen Popps Gedichtband "118". Große Beklemmung lösen bei ihnen hingegen Timothy Snyders zwanzig Lektionen "Über Tyrannei" aus. Die NZZ empfiehlt außerdem Romane von Nedim Gürsel und Sara Stridsberg. Die FR feiert Barbara Stollberg-Rilingers Biografie von Maria Theresia als Meisterwerk. Und die taz lernt vom südafrikanischen Comedian Trevor Noah, wie sich soziale Konstruktionen abstreifen lassen.
Montag, 20.03.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
20.03.2017 Wenn in einem Zürcher Theater ein AfD-Mann auftreten soll, herrscht überall Empörung, warum eigentlich nicht, wenn an gleicher Stelle Alain Badiou spricht, fragt der Blogger Jörg Scheller. Nicht nur Facebook, auch die Staatsanwaltschaft interessiert es nicht, wenn kritische Russlandberichterstatter mit Morddrohungen verfolgt werden, schreibt Boris Reitschuster in der deutschen Huffpo. Die Welt kritisiert das Verhalten des WDR, der ein Geert-Wilders-Porträt nach Antisemitismus-Vorwürfen einfach in bereinigter Fassung zeigt, ohne eine Diskussion zuzulassen.
Efeu - Die Kulturrundschau
20.03.2017 In der Wiener Burg-Inszenierung von Aischylos' "Orestie" sehen Standard und Nachtkritik das schwarze Blut von Bürgern die Bühne hinunterrinnen. Der NZZ schallt aus Frankfurts Altstadt ein Aufschrei nach verlorener Heimeligkeit entgegen. Die FAZ bringt ein Zehn-Punkte-Papier gegen Schinkels Bauakademie. Die SZ hätte Sebastiano del Piombo gern vor der Freundschaft Michelangelos bewahrt. Im Standard erlebt die Schauspielerin Taraneh Alidoosti den Iran auf einmal richtig punkig. Und alle trauern um Chuck Berry: Be good!, ruft Barack Obama ihm nach.
Medienticker
20.03.2017 Aktualisiert: Cebit-News: Roboterparadies Japan? & Was heißt hier Computermesse? - Die 50 umsatzstärksten Zeitschriften Deutschlands: Spiegel, stern & Focus trotz starker Verluste vorn - Türkei: Erdogan bezeichnet Deniz Yücel als Terror-Helfer - Online-Lexikon: Wikipedia im Zeitalter von Fake News - Bunt wie die Literatur: Besucherrekord bei der lit.Cologne + Kein 1968 ohne 1956: Klaus Theweleit über Chuck Berry.
Bücherschau des Tages
20.03.2017 Ganz Ohr ist die FAZ, wenn der Sprachwissenschaftler Ernst Kausen von den Geheimnissen des Nilosaharanischen und des Baskischen, von Völkerwanderung und Sprachverschiebung erzählt. Gebannt folgt sie auch noch einmal Harry Rowohlts Leben von der Wiege bis zur Biege. Die SZ preist Steffen Popps Gedichte "118" als "Schneisen im Wortgestöber" und erkundet die Spalten und Sprünge in Clemens Meyers Erzählungen "Die stillen Trabanten". Die NZZ streift mit Eugenijus Alisanka durch die Erinnerung.
Dienstag, 21.03.2017
Magazinrundschau
21.03.2017 Vanity Fair betrachtet die Spaltung der USA in Kolonie und Nation. The Nation porträtiert die algerischen Verleger Sofiane Hadjadj und Selma Hellal. Buzzfeed schildert die Methoden russischer Regierungshacker. En attendant Nadeau erzählt, wie die Soziologie die Philosophie erledigt und weiterführt. Die New York Times begleitet einige Aktivisten des arabischen Frühlings ins Gefängnis.
9punkt - Die Debattenrundschau
21.03.2017 Der Brexit wird jetzt offiziell gestartet - und die Frage ist, ob die Briten zahlen müssen. Laut politico.eu wollen sie aber nicht so. Ein neues Geschäftsmodell zeichnet sich laut Guardian, SZ und anderen Medien aber schon ab: Geld waschen für Russland. Unterdessen diskutieren viele Medien und Politiker über die Frage, ob die Meinungsfreiheit nicht doch ein bisschen eingeschränkt werden sollte. Und Bob Silvers, der langjährige Herausgeber der New York Review of Books, ist gestorben. Wir verlinken auf Nachrufe.
Efeu - Die Kulturrundschau
21.03.2017 Die taz bewundert die recycelten Collagen des chinesischen Baumeister Wang Shu. Die SZ erklimmt mit Jarvis Cocker und Chilly Gonzales die melodischen Wendeltreppen des Chateau Marmont. Im Literaturgespräch mit dem Freitag erklärt Zoë Beck, warum Donald Trump keinen guten Stoff hergibt. In der NZZ empfiehlt auch Thomas Stangl eher höfliches Ausweichen. Und auf SpOn beklagt Frederic Jaeger die Überalterung des Festivalbetriebs.
Medienticker
21.03.2017 Aktualisiert: Unterfinanziert: Streit um documenta-Finanzierung - Medienforschung: Lesen ist der bequemste "Nachrichtenkanal" - Was, wenn die Realität irrer ist als jede Fiktion? Antworten u. a. von Peter Handke, Navid Kermani, Richard Ford - Wie Journalistinnen mit Hasskommentaren umgehen - Die neuen Alternativen: Extremismus auf dem "Extremismuskongress" - Verfolgte Autoren im deutschen Exil: Schreiben in der Komfortzone + Marilynne Robinson: Als Barack Obama seine Lieblingsautorin besuchte.
Bücherschau des Tages
21.03.2017 Hellauf begeistert folgt die FR Patrick Deville auf seiner Abenteuerreise durchs revolutionäre Mexiko mit Trotzki, Frida Kahlo, Diego Rivera und Malcolm Lowry. Außerdem liest sie vergnügt, wie Michael Naumann in "Glück gehabt" aus seinem Leben plaudert. Kein bisschen skandalös findet die FAZ die Finanzpleiten der Fürsten Hohenlohe und Fürstenberg, die Christian Bommarius in "Der Fürstentrust" recherchiert. Die NZZ wirft einen Blick in die Schweizer Archive der Pressefotografie.
Mittwoch, 22.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
22.03.2017 Die Berliner Volksbühne kündigt an, ihr Wahrzeichen, den Räuberzinken, abzubauen, um es ja nicht Chris Dercon in die Hände fallen zu lassen. Das Rad ist unser und also die Rache?, fragt der Tagesspiegel. Der Standard erkennt in Moskau das Kontinuum in der europäischen Kunst. NZZ und taz feiern den französischen Autor Mathias Enard, der heute den Buchpreis zur Europäischen Verständigung erhält. Und große Trauer herrscht über den Tod der großen amerikanischen Choreografin Trisha Brown.
9punkt - Die Debattenrundschau
22.03.2017 Vielsprachigkeit ist das Geheimnis der dritten Kultur, erklärt der Chemiker Gerd Folkers in der NZZ. Die FAZ macht sich Sorgen um das Lesen im digitalen Zeitalter. In L'Histoire erinnert Emmanuel Macron daran, dass die Kolonisierung Algeriens ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit war. Die taz besucht das Danziger Museum des Zweiten Weltkriegs.
Medienticker
22.03.2017 Aktualisiert: Steinmeiner fordert Freilassung Deniz Yücels - Verlags-Klagewelle gegen die ARD: Nach Radio Bremen wollen die Verlage gegen den rbb vorgehen - Spielregeln des Journalismus: Wie frei die Presse wirklich ist - Trump vor Trump: Sinclair Lewis' Roman von 1935 - Kiosk-Neustart: Spiegel Classic kein Klassiker für die Generation 50 plus + Mathias Enard erhält heute den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.
Bücherschau des Tages
22.03.2017 FAZ und Welt lassen sich mitreißen von Antanas Skemas symphonischem Roman "Das weiße Leintuch" über einen litauischen Liftboy im New York der Fünfziger. Die FR liest Lukas Bärfuss'
"Hagard" als Analogie auf den Menschen von heute. Die NZZ lässt sich von Kurt Steinmann durch die Apokalypse des Johannes führen. Die SZ staunt über Olga Grjasnowas Einblick in den Alltag der syrischen Oberklasse.
Donnerstag, 23.03.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
23.03.2017 Sechs Quadratmeter Türkei: Die taz schildert die Haftbedingungen Deniz Yücels. In der SZ schildert der nigerianisch-deutsche Journalist Olaleye Akintola, wie schwer es ist, das Heimweh und die Kritik a der Heimat zusammenzubringen. Jetzt ist es soweit: Die Künstliche Intelligenz wird wirklich intelligent, meint Sascha Lobo in Spiegel online. In der taz erklärt der Kölner Verleger Helge Malchow, warum er die Lit.Cologne lieber mag als die Messe in Leipzig. In WUV.de erzählt Thomas Fischer am Beispiel VW, wie Werbetreibende die Medien mit Rabatten erpressen.
Efeu - Die Kulturrundschau
23.03.2017 Was ist das Fällen eines Holzkreuzes gegen das Fällen Tausender von Bäumen, fragt sich die nachtkritik in Warschau. Ganz große und hoch aktuelle Oper erlebt die FAZ mit Busonis "Doktor Faust" in Dresden. Die NZZ erkennt in Lyon mit Berghaus, Müller und Grüber, wo die Latte bei Operninszenierungen hängt. Die Filmkritiker setzen sich Daniel Espinosas Monstern aus. Und heute beginnt die Leipziger Buchmesse: Der Tagesspiegel denkt über Literatur im postfaktischen Zeitalter nach.
Medienticker
23.03.2017 Aktualisiert: Leipziger Buchpreise für Eva Lüdi Kong (Ü), Barbara Stollberg-Rilinger (S) & Natascha Wodin (B) - Gedruckt oder digital? Die Zukunft des Lesens - Buchmarkt: Sortiment schwächelt, Online legt zu - Deutscher Presserat: Der Pressekodex öffnet sich für die "Lügenpresse"-Verschwörer - Pressefreiheit & Zensur in Israel - Buchhandel: "Türkei ist das größte Gefängnis für Journalisten & Autoren" - Johano Strasser fordert mehr Vernunft in "postfaktischen" Zeiten + Finger weg, it's fake: Facebook zeigt erstmals Warnungen vor Fake News.
Bücherschau des Tages
23.03.2017 Die Zeit liest zwei Biografien über Maria Theresia und eine Weltgeschichte für junge Leserinnen. Die SZ lässt sich von Peter Latz sein Konzept für den Landschaftspark Duisburg-Nord erklären. Die FR begibt sich mit Charles Foster ins Unterholz. Alles, was man über Tee wissen muss, findet die FAZ bei Christoph Peters.
Freitag, 24.03.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
24.03.2017 Haben Trumps Leute das Land an den russischen Geheimdienst verraten, fragt die New York Times. In der SZ erzählt der russische Hacker Kris Kaspersky kurz vor seinem Tod, warum das russische Hackermilieu heute dem Vaterland dient. Annekathrin Kohout untersucht in ihrem Blog, was der Kampf gegen moderne Kunst und der gegen populäre Kultur gemeinsam haben. Im TagesAnzeiger hebt der Historiker Ian Kershaw das Kinn.
Efeu - Die Kulturrundschau
24.03.2017 Sehr einverstanden sind die Kommentatoren in Leipzig mit der Verleihung der Buchmesse-Preise an Barbara Stollberg-Rilinger, Eva Lüdi Kong und Natascha Wodin. Auch Leyla Dakhlis Laudatio auf Mathias Énard und dessen Dankesrede kommen gut an. In Berlin liegen die Kritiker den Philharmonikern und ihrem designierten Chefdirigenten Kiril Petrenko zu Füßen. Und alle gratulieren Martin Walser zum Neunzigsten.
Medienticker
24.03.2017 Aktualisiert: Kontrollbesuch bei der Facebook-Löschtruppe - Pressekodex: Neue Richtlinie ist "tendenziös" - Dilemma: Stefan Aust & die Wahrheit - Facebook: Fake-Markierung als Symbolpolitik - Bulgarien: Erkaufte loyale Berichterstattung - Landesmedienanstalten gehen gegen Streamer vor - Lyrisch-wissenschaftliche Hexenküche: Steffen Popp gibt Einblicke - "Unsere Hände brennen": Solidarität mit türkischen Autoren + Marcel Reich-Ranicki über die Kritiker & die Schriftsteller.
Bücherschau des Tages
24.03.2017 Als äußerst anregend und lehrreich empfiehlt die FAZ Klaus Bergers umfangreichen Kommentar zur Apokalypse des Johannes und Bernd Wedemeyer-Kolwes Darstellung der Lebensreform in Deutschland "Aufbruch". Die Welt begegnet in Wallace Strobys Krimi "Geld ist nicht genug" einer harten Berufsverbrecherin mit Sehnsucht und Herz. Und die SZ schwelgt mit Jochen Schmidts Roman "Zuckersand" im possierlichen Sein der kleinen Dinge am Wegesrand.
Samstag, 25.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
25.03.2017 Wie soziale Kontrolle funktioniert, lernt die Presse in einer großen Spitzweg-Wurm-Ausstellung. Der Standard lernt es in Catalanis "La Wally". Im Irak zeigen die neuen Effendis, wie man den Spießern mit Haaröl und extravaganten Westen eine lange Nase dreht. Der Freitag unterhält sich mit dem Psychologen und Autor Red Haircrow über das deutsche Winnetou-Bild vom Indianer. Die taz hört Gewalt mit Wucht. Die Welt lässt sich von der Literaturzeitschrift Das Wetter ins Zeitalter der Ultraromantik führen.
9punkt - Die Debattenrundschau
25.03.2017 Heute wird in ganz Europa für Europa demonstriert. In der taz hat André Wilkens kein Problem damit, die EU ein "Elitenprojekt" zu nennen - da hat es weitaus schlimmere gegeben. Kenan Malik erinnert daran, wie sich selbst Index on Censorhip einst weigerte, die Mohammed-Karikaturen abzudrucken und dabei alle Argumente deklamierte, sie zu bringen. In der NZZ erklärt Hans Ulrich Gumbrecht seinen Begriff des "Sozialdemokratismus". Die Kolumnisten sind bestürzt über die mickrigen Entschädigungen, die Opfer des Paragrafen 175 erhalten sollen.
Bücherschau des Tages
25.03.2017 Die taz hat eine ganze Reihe interessanter Bücher zum Wochenende ausgesucht: Fethi Benslama sucht in seinem Essay über den "Übermuslim" nach Gründen für die religiöse Radikalisierung im 21. Jahrhundert. Tayfun Guttstadt schildert in seiner Reportage "Gestrandet" die Situation syrischer Flüchtlinge in der Türkei. Ein großes Lob geht auch an Joaquim Amat-Piniellas autobiografischen Roman "K. L. Reich" über die Zeit des katalinischen Autors im KZ Mauthausen. Außerdem: Gusel Jachina öffnet nicht nur Suleika, sondern auch der FR die Augen über die sibirische Hölle unter Stalin. Und Helene Hegemann amüsiert sich in der Welt mit Jan Schomburgs Teenagerroman "Das Licht und die Geräusche".
Montag, 27.03.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
27.03.2017 Wenn die Rechte ihre Politik durchsetzen kann, was genau soll dann mit den muslimischen Staatsbürgern in Europa geschehen? Im Guardian bittet Nick Cohen um Konkretisierung. Im Streit um Abtreibung geht es längst nicht mehr nur um Abtreibungsverbote, lernt die SZ. In der Jungle World fordert der senegalesische Ökonom und Anthropologe Tidiane N'Diaye die arabischen Länder auf, sich endlich mit ihrer Geschichte des Sklavenhandels auseinanderzusetzen. In der NZZ feiert Giorgio Fontana die Schönheit des Räsonierens.
Efeu - Die Kulturrundschau
27.03.2017 Die Feuilletons bilanzieren die Leipziger Buchmesse, die ihnen bei drückender Themenlage erstaunlich aufbruchswillig erschien. Die NZZ lernt in Basel mit Iannis Xenakis' "Oresteia" der Demokratie zu misstrauen. Die Nachtkritik erlebt Kleists "Zerbrochenen Krug" in Hamburg in seinem ganzen Schrecken. In der FAZ bangt Alexander Horwath um das analoge Filmerbe. Und die taz lauscht der Zufallssinfonie des Experimentalmusikers Alvin Lucier.
Medienticker
27.03.2017 Debatte: Constructive Journalism - Gratis-Werbung: Wenn Journalisten zu Pizza-Boten werden - Buchmarkt: Lesungen als Popevent - Meinungsfreiheit: "Man kann nicht schreiben, ohne sich die Hand zu verbrennen" & Ohne Meinungsfreiheit gäbe es die Buchbranche nicht - Kampf um die Deutungshoheit: Helfen Narrative gegen Populismus? + Geopolitisches Narrativ: Der Orient ist Europas Schicksal.
Bücherschau des Tages
27.03.2017 Die SZ geht noch einmal mit Roberto Bolano und einem Bus voll romantischer Hunde auf Spritztour durch Lateinamerika. Außerdem lässt sie Wolfgang Streeck kräftig gegen den Eurokurs polemisieren, den Johannes Becker und Clemens Fuest in ihrem Buch "Der Odysseus-Komplex" einschlagen. Die FAZ liest mit größtem Vergnügen Benita Roths Kinderbuch über die unerschrockene Maria Sibylla Merian. Auch Sally Nicholls Jugendroman "Eine Insel für alle" hat ihr gut gefallen.
Dienstag, 28.03.2017
Magazinrundschau
28.03.2017 Niemand will mehr Revolution, wundert sich die LRB. Der Guardian feiert die feministische Science-Fiction. El Pais Semanal schildert die komplizierten Wege der Kuria-Frauen, sich ein Erbe zu sichern. Slate.fr untersucht das Wunder des Populismus am Beispiel Narendra Modis. Wozu brauchen die Ungarn eigentlich Janos Ader, fragt HVG. In Respekt prangert Claire Denis den neuen Kolonialismus an. Leute, wollt ihr ewig leben? Darauf erhält der New Yorker eine überraschende Antwort.
9punkt - Die Debattenrundschau
28.03.2017 Constantin Schreiber hört wenig ansprechende Freitagsgebete in verschiedenen deutschen Moscheen. Im Tagesspiegel erklärt Marcia Pally, was "Verzweiflungstode" sind und warum sie in Amerika mehr Weiße als Schwarze betreffen. Bei Cicero.de attackiert der Jurist Alexander Peukert das von Heiko Maas geplante Gesetz zur Verfolgung von Hate Speech bei Facebook. In der NZZ wendet sich der amerikanische Soziologe Shelby Steele gegen das "weiße Schuldgefühl". In der taz fragt Isolde Charim, ob es einen "guten Populismus" geben könne. Und Zeit online erzählt eine Betroffene, wie sie in einer Sekte gelitten hat, die von Lena Dunham, Ivanka Trump und Thomas Tuchel unterstützt wird.
Efeu - Die Kulturrundschau
28.03.2017 Die NZZ begeistert sich für das Theatre 4 Change des Architekturaktivisten Alfredo Brillembourg. Der taz offenbart sich in den von Sibylle Springer verschleierten Klassikern das Grauen der Malerei The Qietus fragt, wie eigentlich antikapitalistische Ambient Music klingen würde. Und die Welt stellt klar: Nicht Gender-Schieflagen sind das Problem der Literatur, sondern ihre Pellkartoffelhaftigkeit.
Medienticker
28.03.2017 Aktualisiert: Bertelsmann-Bilanz mit Rekordergebnis - Urheberrechts-Richtlinie: EU will Copyright-Verstöße stärker filtern als Terror-Propaganda - Fake News & PR: Was nun? - Medienmacher schreiben Brandbrief an den US-Präsidenten & Der Bürger-King: Elfriede Jelineks Trump-Stück "Auf dem Königsweg" - Angst vor Reportern: Gestörtes Verhältnis der AFD zu Medien - Wettbewerb der Narrative: Die Krise liberaler Erzählungen weltweit + Vor 175 Jahren: Erstes Konzert der Wiener Philharmoniker.
Bücherschau des Tages
28.03.2017
Bücherschau des Tages
28.03.2017
Bücherschau des Tages
28.03.2017
Bücherschau des Tages
28.03.2017 Mit großer Begeisterung liest die FAZ Arne Jyschs Comic-Adaption von Volker Kutschers Gereon-Rath-Krimi "Der nasse Fisch". Sehr erhellend findet sie auch Maik Tändlers Studie zum Psychoboom in den siebziger Jahren "Das therapeutische Jahrzehnt". Als herrlich böse Chronik kolonialistischer Verblendung liest die NZZ James Gordon Farrells Roman "Singapur im Würgegriff". Die SZ erliegt dem Sound Wolfgang Welts und lässt sich von Ahmed Mater zeigen, wie Mekka zum islamischen Las Vegas umgebaut wird.
Mittwoch, 29.03.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
29.03.2017 Heute reicht Theresa May den Brexit offiziell ein. Der Guardian versucht "das kulturelle Ausmaß unserer Niederlage" zu ermessen. Politico.eu gibt einen detaillierten Überblick über alle Verhandlungen, die nun folgen. Die Bauern werden sich freuen. Die Bauern werden sich ärgern. In der SZ begrüßt der Ökonom Robert J. Shiller die Idee, Steuern auf Roboter einzuführen. Der Paragrafendschungel in Heiko Maas' Hate-Speech-Gesetz wird immer undurchdringlicher, warnt Netzpolitik. Und die Nutzer sollen immer mehr für Medien zahlen. Entweder freiwillig oder so oder so.
Efeu - Die Kulturrundschau
29.03.2017 Als reinste Studie zur Technik des Biegens preist die NZZ den Houdini-Stuhl des Möbeldesigners Stefan Diez. Der Guardian feiert den japanischen Gartenbau. Die FAZ fragt, wohin die Schweizer Männer eigentlich gerade weglaufen. Presse und Welt erleben in Elfriede Jelineks Stück "Auf dem Königsweg" in New York die Schwein-Werdung des Donald Trump.
Medienticker
29.03.2017 Aktualisiert: Kultur im stetig neuen Vollzug - Expansionskurs: Bertelsmann investiert Milliarden im Ausland - Mediengewichtungsstudie: Wer sich bei Facebook informiert, nutzt meistens professionelle Beiträge & Newskonsumenten werden Gatekeeper - Journalismus & Krise: Forderungen an den modernen Lokaljournalismus - Warum der Literaturbetrieb die falschen Männer hat, erklärt Mara Delius + Der Kritiker darf auch Mathematik verstehen, meint Norbert Gstrein.
Bücherschau des Tages
29.03.2017 Die FAZ wirft mit Thomas Frankes "Russian Angst" einen illusionslosen Blick auf die Lage der russischen Bürger und mit Manfred Quirings "Putins russische Welt" auf die Machtkontrollmechanismen des Kremls. Die taz staunt über die von Peter Wensierski beschriebene "Unheimliche Leichtigkeit der Revolution" in der DDR. Die NZZ empfiehlt Gedichtbände von Inger Christensen und Sören Ulrik Thomsen.
Donnerstag, 30.03.2017
9punkt - Die Debattenrundschau
30.03.2017 Über 30.000 Menschen sind beim Versuch nach Europa zu kommen in den letzten fünfzehn Jahren im Mittelmeer gestorben, berichtet Linkiesta - und die Zahlen steigen. In der Zeit fordert Lech Walesa mehr Führung von den Deutschen. Die New York Times porträtiert den Publizisten Maajid Nawaz, auf dessen Kritik am Islamismus die amerikanische Linke allergisch reagiert. Nein, der Terrorismus hat nichts mit Religion zu tun, meint dagegen The Intercept. In der Columbia Journalism Review stellen Emily Bell und Taylor Owen ein hundertseitiges Papier über den Einfluss der Plattformen auf den Journalismus vor.
Efeu - Die Kulturrundschau
30.03.2017 Nachdenken über die moderne Stadt: In der Zeit plädiert Pritzkerpreisträger Ryūe Nishizawa für Nachbarschaft als Lebensform. In München entwerfen Allmann, Sattler und Wappner eine Bungalowsiedlung, die Arbeit und Wohnen vereint. Und in Frankreich fordert Jean Nouvel den Staatspräsidenten auf, die Stadtplanung den Technokraten zu entwinden. Außerdem: die nachtkritik porträtiert die Frauenburschenschaft Hysteria. Die SZ versinkt in den minimalistischen Soundlandschaften Drakes.
Medienticker
30.03.2017 Aktualisiert: Hassbotschaften: Maas überarbeitet Gesetzentwurf zu Fake News - Einblicke: Strategie der Washington Post mit Wachstum im Digitalen - Türkei. Deniz Yücels Anwälte klagen vor das Verfassungsgericht - Kampf um US-Datenschutz: Aktivist will Internetnutzung aller Abgeordneten bloßstellen - E-Commerce: Amazon schluckt Souq.com - Gespräch mit Natscha Wodin über "Sie kam aus Mariupol" + Alles so schön bunt hier 1967: Psychedelische Plakatkunst & Schaltjahr des Pop.
Bücherschau des Tages
30.03.2017 Clemens Meyer wird immer besser, findet die FAZ und empfiehlt den neuen Erzählband "Die stillen Trabanten". Die NZZ liest Dacia Marainis Roman "Das Mädchen und der Träumer" als finsteres Sittenbild des heutigen Italiens. Die Zeit lernt mit Ronald D. Gerste Amerika verstehen. Die FR feiert mit Günter Erbe den modernen Dandy.
Freitag, 31.03.2017
Efeu - Die Kulturrundschau
31.03.2017 In den Feuilletons sind mal wieder Dylan-Festwochen ausgebrochen. Uneins sind sich die Kritiker allerdings über die stimmliche Qualität auf Dylans Dreifach-Album "Triplicate". Christoph Höhtker pilgert für die NZZ zu René Polleschs "Ich kann nicht mehr" nach Hamburg. Die Welt entdeckt in Bern den Fluxus-Künstler Terry Fox. Und der Tagesspiegel sehnt sich nach der Zeit der Fassbinder-Serie "Acht Stunden sind kein Tag", als das Fernsehen noch Forum für kritische Diskurse und Labor für kühne Experimente war.
9punkt - Die Debattenrundschau
31.03.2017 Nur Mut, ruft Timothy Garton Ash im Guardian den Remainern zu, noch ist Großbritannien nicht verloren - und setzt seine Hoffnung auf die Wahlen im Jahr 2020. Beunruhigend sind die Meldungen aus Ungarn und Polen: Viktor Orban will George Soros' Central European University schließen, so die taz. Und die FAZ meldet, dass die polnische Regierung die Gazeta Wyborcza mit Anzeigenentzug unter Druck setzt."Selbstmordattentäter" ist ein schlechter Name für Leute, die in erster Linie Mörder sind, schreibt der Historiker Jörg Fisch in der NZZ.
Medienticker
31.03.2017 Aktualisiert: Focus schließt Büros in München & Düsseldorf -Keine Formalie: Reform der Rundfunklizenz - Das Bertelsmann-Paradox: Rekordgewinn trotz internationalem Bedeutungsverlust - Weißrussland: Verleger haben Angst um ihre Existenz - #FreeTheWords: Streit um Compact in Leipzig & Achtsam mit Luther küssen: Ein Messe-Bericht von Rainer Moritz - Die Zeit stellt Artikel künftig Login-pflichtig online - Die Demokratie sei momentan sehr nah an der Tragödie, meint Thomas Ostermeier - Ausgezeichnet: Grimme-Preis-Verleihung + Bob Dylan: Neues Album "Triplicate" & Buch "Planetenwellen".
Bücherschau des Tages
31.03.2017 Die NZZ staunt, wie Yavuz Ekinci in seiner kurdischen Parabel "Der Tag, an dem ein Mann vom Berg Amar kam" zwischen realistischer Erzählweise und Märchen wechselt. Die FAZ lässt sich von Joseph Hanimann mit dem französischen Dichter und Denker Charles Péguy vertraut machen. Die SZ liest gebannt Max Annas' Krimi "Illegal" und lernt Isabella Rossellini als Hühnerzüchterin kennen.