Montag, 01.12.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
01.12.2025 FAZ und Zeit versuchen die Gemüter um die Blackfacing-Debatte am Hamburger Schauspielhaus zu beruhigen. Nachtwandelnde Londoner zeigen der taz in Sebastian Nüblings Adaption eines Kae Tempest-Gedichts die drängenden Probleme unserer Gesellschaft im Jahr 2025. Die SZ feiert Mark Waschkes und Katharina Starks Serie "I am the Greatest". Im Kunstmuseum Basel gehen die Geister um, die NZZ denkt dabei über ihre Menschlichkeit nach. Benedict Wells tritt in der Zeit für mehr echten menschlichen Schmerz statt KI in der Literatur ein. Und alle trauern um den Dramatiker Tom Stoppard.
9punkt - Die Debattenrundschau
01.12.2025 In Berlin treffen sich heute der polnische Ministerpräsident Donald Tusk und Bundeskanzler Merz - die FAZ schildert den deprimierenden Stand der deutsch-polnischen Beziehungen. Die BBC erzählt, wie es dazu kam, dass ein Park in Dublin nicht umbenannt wurde. Die SZ wundert sich über Amazon Prime, wo recht gewagte Theorien über UFOs eins zu eins verbreitet werden. Die taz weiß, wann das Interesse an Raubdrucken in der deutschen Linken nachließ.
Bücherschau des Tages
01.12.2025 Die FAZ lernt von der Sinologin Marina Rudyak im "Dialog mit dem Drachen" Interessantes über China. Die FR öffnet mit Victor Schefés Roman "Zwei, drei blaue Augen" eine DDR-Erinnerungswunderkiste. Auf Isolde Ohlbaums Schriftsteller-Porträts kann sie Peter Handke barfuß betrachten - und lernt dabei einiges über Fotografie. Die SZ lässt sich von Tim Schanetzky die Geschichte der politischen Bildung nach 1945 erzählen. Und die Welt begegnet bei Grit Straßenberger einer streitlustigen wie sensiblen Hannah Arendt.
Dienstag, 02.12.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
02.12.2025 Jafar Panahi ist im Iran in Abwesenheit zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, melden die Agenturen. Der Guardian erkennt in der Tom-Sandberg-Retrospektive in Oslo die Poesie von Nieselregen. Die FR lauscht mit Annika Kahrs in Berlin derweil Streicherinnen in sterbenden Konsumtempeln. Die taz blickt mit Olga Ravn zurück auf die Hexenverfolgung im Dänemark des 17. Jahrhunderts und fragt: Wie kann eine solidarische Gemeinschaft entstehen? Und die Theaterkritiker sind uneins, ob Stanislaw Lem gut auf der Bühne funktioniert.
Magazinrundschau
02.12.2025 Der Guardian berichtet, wie die Friedfertigkeit des Buddhismus in Ländern wie Sri Lanka oder Myanmar einem gewalttätigen Nationalismus und männlichem Dominanzgehabe weicht. La vie des idees taucht ein in das Universum der "dark romance". Eurozine erkundet die Russland-Liebe der Italiener. Die New York Times blickt besorgt auf die steigenden Todesfälle durch E-Bikes. Der New Yorker erliegt dem morbiden Charme Jessica Mitfords.
9punkt - Die Debattenrundschau
02.12.2025 In der FAZ geht die Autorin und Filmemacherin Esther Schapira hart mit der Nahost-Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen ins Gericht: "tendenziös" und "verzerrt" lautet ihr Urteil. In der NZZ zeichnet die Politologin Kholood Khair nach, wie es zum Bürgerkrieg im Sudan kam. Außerdem interessiert sich die FAZ für die irritierenden Ansichten von Zhoran Mamdanis Vater Mahmood, etwa mit Blick auf islamistischen Terror. Im Perlentaucher untersucht der New Yorker Publizist Mitchell Cohen die Schwächen der amerikanischen Verfassung, die Trump zur Macht verhalfen.
Bücherschau des Tages
02.12.2025 Die FAZ entdeckt begeistert die Schriften des Komponisten Philip Herschkowitz, einem Vertreter der in der UdSSR unerwünschten Zwölftonlehre. Außerdem vertieft sie sich in Alexander Walthers Buch über "Die Shoah und die DDR". Die NZZ freut sich über federleichte autobiografische Prosa im neuen Memoir von Patti Smith. Die SZ geht eine stille, aber sehnsüchtige Affäre mit Dirk Gieselmanns Roman "Zeit ihres Lebens" ein. Die Welt freut sich tierisch über einen Sammelband mit Donald-Duck-Comics.
Mittwoch, 03.12.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
03.12.2025 FAZ und FR vollziehen in Frankfurt Max Beckmanns Werdegang anhand von dessen Zeichnungen nach. In der Welt ärgern sich Bernd Stegemann und Angela Richter über moralische Tugendwächter im Theater. Die SZ erklärt indes, wie der "Othello" heute noch inszeniert werden kann: Dank Color-blind oder Color-conscious Casting. Die taz lernt in Felix Moellers Dokumentarfilm "Weltkarriere einer Lüge", in welchen Lagern die "Protokolle der Weisen von Zion" nach wie vor verfangen. Außerdem erfährt sie: Türkischer K-Pop kommt bei den Kulturhütern des Landes nicht besonders gut an.
9punkt - Die Debattenrundschau
03.12.2025 Die Europäer müssen resilienter werden, fordert die Politikwissenschaftlerin Claudia Major in der SZ. Die Gespräche zwischen den USA und Russland führten keinen Schritt weiter in Richtung Frieden, melden die Zeitungen. Die FAZ sehnt sich angesichts von "Raubtieren" wie Trump und Putin nach europäischen Politikern mit Format. Die FR begrüßt eine Statue Walter Lübckes in Sichtweite der CDU-Bundesgeschäftstelle.
Bücherschau des Tages
03.12.2025 Die FAZ bejubelt Rie Qudans Roman "Tokyo Sympathy Tower" als luzide Satire auf politische Korrektheit und ein Japan, das Harmonie zur Ideologie erhebt. Dlf verfällt mit Sacha Bourgeois-Gironde der hoffnungslosen Liebe zu einem Orang-Utan namens Mano. Mit Daniel Donskoys Roman "Brennen" begibt er sich derweil auf einen wilden Ritt zwischen schwuler Liebe, jüdischer Identität, Tel Aviv und Berlin. Die FR hat keine Angst vor einem sehr privaten Arno Schmidt, wenn sie durch dessen Tagebücher der Jahre 1957-62 blättert.
Donnerstag, 04.12.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
04.12.2025 taz und Monopol schauen sich in der Warschauer Kunstszene um, die sich langsam von den Jahren der PiS-Regierung erholt. Die FAZ freut sich, dass die Kunstmuseen Krefeld der Architektin und Designerin Charlotte Perriand zu ihrem Recht verhelfen. NZZ und Welt fragen sich, ob der Eurovision Song Contest über die Frage an der Teilnahme Israels zerbrechen wird. Und der Perlentaucher hofft, dass Lav Diaz' neuer Film "Magellan" in die deutschen Kinos kommt, denn niemand im Weltkino kreiert derart monströse Einstellungen.
9punkt - Die Debattenrundschau
04.12.2025 Die Feuilletons diskutieren weiter über die ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann: Die FAZ findet die Vorwürfe übertrieben, die SZ prangert Druck von Seiten der israelischen Regierung an. Der syrische Schriftsteller Yassin al-Haj Saleh blickt in der Zeit mit Hannah Arendt auf die Assad-Diktatur in Syrien. Der Soziologe Natan Sznaider fragt derweil in der SZ, was Arendt den Juden heute noch zu sagen hätte. Der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge wundert sich, dass im "Armuts- und Reichtumsbericht" der Bundesregierung die Reichen gar nicht vorkommen.
Bücherschau des Tages
04.12.2025 Zum heutigen fünfzigsten Todestag empfehlen Zeit und FAZ eine ganze Reihe Bücher über Hannah Arendt, darunter Willi Winklers erfreulich klare Biografie und Winfried Kretschmanns persönliche Auseinandersetzung mit Arendt. Der Dlf freut sich über neue Erzählungen von Helga Schubert. Und der Dlf Kultur lauscht interessiert Joan Didions Therapie-Protokollen. Außerdem liest er bewegt Florence Schulmanns Annäherung an ihre Eltern, die den Holocaust überlebten.
Freitag, 05.12.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
05.12.2025 Die taz freut sich in Hannover über die Wiederentdeckung der Künstlerin Käte Steinitz, die FAZ blickt derweil in Wien auf Bilder von Beinen, die Lisette Model im New York der Vierziger machte. Der Eurovision Song Contest ist am Ende, meint Zeit Online, nachdem mehrere Ländern angekündigt haben, die Veranstaltung aufgrund der Teilnahme Israels zu boykottieren. Die nachtkritik bedauert, dass Yael Ronen an der Schaubühne die Frage nach der Position israelkritischer Juden in Deutschland in "tiefenpsychologischem Klimbim" erstickt. Und der Filmdienst fragt: Warum ein Kinoporträt über Robert Habeck?
9punkt - Die Debattenrundschau
05.12.2025 Die SZ veröffentlicht Ergebnisse aus dem "Damascus-Dossier", in dem in weltweiter Zusammenarbeit die Geheimdienst-Archive der Assad-Regierung ausgewertet werden: Es geht unter anderem um das syrische Militärkrankenhaus Harasta, in dem in großem Stil gefoltert und getötet wurde. Deniz Yücel sieht in der Welt die Pressefreiheit in Gefahr - nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande. Georgien erlässt nun Presse-Gesetze nach russischem Vorbild, berichtet die FAZ.
Bücherschau des Tages
05.12.2025 Die FAZ blickt mit Usama Al Shahmanis Roman auf die Verflechtungen zwischen Nazideutschland und dem Irak. Mit Natascha Wodin hofft sie auf späte Liebe im hohen Alter. Die FR zieht sich mit Charles Ferdinand Ramuz in ein "Dorf im Himmel" zurück. Mit Beklemmung liest die NZZ in einem von Kateryna Mishchenko und Katharina Raabe herausgegebenen Band, dass der Krieg in der Ukraine so schonungslos ist wie nie zuvor. Der Dlf empfiehlt mit Alba de Cespedes' bereits 1938 erschienenem Roman "Was vor uns liegt" ein radikales italienisches Gesellschaftsporträt.
Samstag, 06.12.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
06.12.2025 In der WamS erzählt Boualem Sansal, wie man im Gefängnis von einem Menschen zu einer Nummer wird. SZ und nachtkritik folgen in Sandra Strunz' Münchner Inszenierung "Play Auerbach" amüsiert einer beflissenen Antisemitismusbeauftragten, die in jedes Fettnäpfchen hüpft. Sollte Netflix Warner übernehmen, könnten noch mehr Filme aus den Kinos abgezogen werden, befürchtet die NZZ. In der FAZ feiert Sebastian Guggolz die Besondernheiten der litauischen Literatur. Pritzkerpreisträger Frank Gehry ist im Alter von 96 Jahren gestorben, melden die Agenturen.
9punkt - Die Debattenrundschau
06.12.2025 In der taz kann die Schriftstellerin Sofi Oksanen nicht verstehen, warum der Westen zu den Entführungen ukrainischer Kinder schweigt. Wir leben in einer Zeit des Übergangs, aber das Neue ist noch nicht in Sicht, meint in der FR der Historiker Christopher Clark. In der taz fordert die Politikwisschenschaftlerin Martyna Linartas, eine höhere Erbschaftssteuer - sonst geht's direkt zurück ins Kaiserreich. In der FAS diagnostiziert die Philosophin Seyla Benhabib Elemente' des Totalitarismus in den USA. In der SZ sieht die Schriftstellerin Karina Sainz Borgo, wie es Nacht wird in Venezuela.
Bücherschau des Tages
06.12.2025 Die FAZ verfolgt mit Sebastian Smee, Edouard Manet und Berthe Morisot die Geburt des Impressionismus. Außerdem schwelgt sie in den wunderbaren Künstlerbüchern von Per Kirkeby. Die FR lernt von Sy Montgomery, wie sauer Schildkröten werden, wenn sie die Wanne verlassen müssen. SZ und Welt halten mit Margaret Atwoods Memoiren die „wahrscheinlich schönste aller Schriftstellerautobiografien“ in den Händen. Zum neuen Standardwerk kürt die Welt außerdem Helmut Kiesels Band „Schreiben in finsteren Zeiten“ über die deutschsprachige Literatur zwischen 1933 und 1945.
Montag, 08.12.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
08.12.2025 Für Amerika ist jetzt "Europa der Feind Nummer 1", fürchtet die taz nach Lektüre von Donald Trumps Papier zur "Nationalen Sicherheitsstrategie", ein wahrhaft "bedrohliches Pamphlet", stimmt die NZZ zu. SZ und Zeit online beobachteten deutsche Intellektuelle in der Schweiz bei selbstmitleidiger Selbstzerpflückung. In der Jüdischen Allgemeinen appelliert Jeffrey Herf an die Unis: Die Nahostforschung muss neu aufgestellt werden.
Efeu - Die Kulturrundschau
08.12.2025 Die US-Regierung macht sich Sorgen zur Netflix-Übernahme von Warner, weiß die Zeit. Wolfram Weimer versäumt es laut SZ, Streamingdienste mit einer gesetzlichen Lösung zu mehr Beteiligung an deutschen Produktionen zu verpflichten. Über Burkhart Kosminskis "Hamlet" am Schauspiel Stuttgart sind sich die Kritiker nicht so einig: Die FR betont den wichtigen Protest gegen mögliche Kulturkürzungen, für die Nachtkritik passt trotzdem nichts wirklich zusammen. Und alle trauern um den Architekten Frank Gehry und um den Fotografen Martin Parr.
Bücherschau des Tages
08.12.2025 Die FAZ rollt mit der früheren Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker den Cum-Ex-Skandal auf. Dlf lobt Jean Cocteaus "Brief an die Amerikaner" als poetischen Vergleich zwischen der Neuen und der Alten Welt. Die SZ findet bei Oliver Rathkolb Antworten darauf, was sie gegen die herrschende "Ökonomie der Angst" unternehmen kann. Die NZZ bekommt mit der "luziden" Adenauer-Biografie des Historikers Nobert Frei jede Menge Stoff, um über die Anfänge der deutschen Demokratie und ihren jetzigen Stand nachzudenken.
Dienstag, 09.12.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
09.12.2025 Der Tagesspiegel resümiert László Krasznahorkais Nobelpreisrede, die einen "unheimlichen Blick in den Abgrund einer ausgeplünderten Erde" wirft. Der Netflix-Warner-Krimi geht weiter: Nun hat Paramount als trump-naher Konzern sein Angebot erhöht. Die taz porträtiert den israelischen Künstler Zeev Engelmayer, der die Opfer des 7. Oktober und in Gaza auf Postkarten vor Augen führt. Die Theaterkritiker amüsieren sich prächtig, wenn Sophie Rois als Franz von Assisi an der Volksbühne Brathähnchen speisend in den Klassenkampf zieht.
9punkt - Die Debattenrundschau
09.12.2025 Was nur fasziniert die liberale Linke so am radikalen Islam, fragt sich in der FAZ der kroatische Historiker Ivo Goldstein. Wer den Ukrainekrieg gewonnen hat, wird nicht in einem "Friedensplan" entschieden, sondern in der Zeit danach, meint Timothy Garton Ash in der SZ. Warum neuerdings in der Türkei Fotojournalisten verhaftet werden, erklärt in der taz der Fotograf Yasin Akgül. Im Spiked Magazine plädiert der polnisch-nigerianische Autor Remi Adekoya nicht für eine Dekolonisierung der Geschichte, sondern für eine Erweiterung des Lehrplans, die das Osmanische Reich, das Mogulreich und das Königreich Ashanti neben dem britischen Empire einbezieht.
Magazinrundschau
09.12.2025 Es braucht schon eine Revolution, um dem Kastenwesen - und dem Hinduismus - den Garaus zu machen, meint Outlook India. Im Time Magazine erklärt Mohammed Hanif, warum noch jeder pakistanische Premier im Gefängnis gesessen hat. Der Guardian lernt von einem Schneckenfarmer, wie man Steuern vermeidet. Aktualne erinnert an Karel Gotts erste Filmrolle. In Atlantic erklärt Anne Applebaum den Unterschied zwischen Korruption in der Ukraine und in den USA.
Bücherschau des Tages
09.12.2025 Die FAZ streitet sich im neuen Roman von Nobelpreisträger László Krasznahorkai mit dem Helden Onkel Joszi um den ungarischen Thron. Mit Ryō Wada geht sie im "Land der Ninja" gegen Samurai kämpfen. Die NZZ attestiert John Banville in seinem neuen Venedig-Roman "Nabokovsche Sprachpracht". Und Dlf versucht mit Ann Esswein eine Sprache für Unaussprechliches zu finden. Und
Mittwoch, 10.12.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
10.12.2025 Wird Netflix nach der Warner-Übernahme wirklich zum Totengräber des Kinos, fragt sich der Freitag. Die Welt begibt sich schauernd in die eisigen Steppen einer Mailänder Schostakowitsch-Inszenierung. Die FAZ mokiert sich über Claire Tabourets teils nach Kölner Karneval ausschauende neue Fensterentwürfe für Notre Dame. Wolfram Weimer lässt sich von den Streamern über den Tisch ziehen, ärgert sich Zeit Online angesichts aktueller Verhandlungen über mögliche Beiträge von Netflix & Co zur deutschen Filmwirtschaft.
9punkt - Die Debattenrundschau
10.12.2025 In der SZ fordert Navid Kermani eine Föderation europäischer Staaten, warum nicht gleich ein transnationaler Sozialismus, fragt Lea Ypi in Zeit online. Auch vor hundert Jahren haben sich Intellektuelle gefetzt, damals hießen sie Siegfried Kracauer und Martin Buber - die FAZ erinnert. Mit Europa geht's unterdessen laut FAZ und SZ weiter bergab, sowohl in Frankreich als auch in Britannien. Aber es besteht Hoffnung: Die taz hat bei Wolfram Weimer einen Gottesbeweis gefunden.
Bücherschau des Tages
10.12.2025 Die Kritik zieht den Hut vor Laszlo Krasznahorkai: Bis zur letzten Seite gebannt ist die FR von seinem Roman "Zsömle ist weg" über einen geheimnisvollen ungarischen Thronfolger, die NZZ beeindruckt, wie hier die Grenzbereiche zwischen Wahnsinn und Realität ausgelotet werden. Die FAZ erinnert sich mit einem von Christoph Kasten, Ansgar Martins und Inka Sauter herausgegebenen Band an die Buber-Rosenzweig-Debatte. Dlf lernt von Hito Steyerl in "Medium Hot", wie KI unseren Planeten zum Schwitzen bringt.
Donnerstag, 11.12.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
11.12.2025 Die taz blickt mit dem mexikanisch-amerikanischen Fotografen Philip Montgomery in den Hamburger Deichtorhallen auf das Staatsversagen der USA. Im Standard wirft der israelische Regisseur Nadav Lapid Israel ein "Vergehen am Begriff Antisemitismus" vor. Im VAN-Gespräch zeigt der Dirigent Paavo Järvi Verständnis für Künstler, die sich Putin anbiedern. Und im Perlentaucher freut sich Peter Truschner über die Wiederentdeckung der russischen Fotografin Olga Ignatovich.
9punkt - Die Debattenrundschau
11.12.2025 Die SZ schildert Wolodimir Selenskis einsamen Kampf gegen Donald Trump. In der FR fürchtet Arno Widmann mit Blick auf die Allianz von Trump und Putin: "Wir werden uns rüsten müssen." Die Konferenz wehleidiger Intellektueller, die in der Schweiz tagen, weil sie in Deutschland ihre weit verbreitete Meinung angeblich nicht sagen dürfen, beschäftigt die Zeitungen weiter. Die Kopplung von KI und Macht besorgt FR und SZ. Die taz porträtiert die Feministin Jacinta Katiany, die in Kenia gegen Genitalverstümmelung kämpft.
Bücherschau des Tages
11.12.2025 Zeit und Dlf feiern László Krasznahorkais neuen Roman "Zsömle ist weg", der bei aller Apokalyptik auch das Glück nicht aus den Augen verliert. Dlf und Dlf Kultur empfehlen außerdem Hisham Matars neuen Roman "Meine Freunde" über den Studenten-Protest gegen die libysche Botschaft in London im Jahr 1984. Die NZZ begibt sich mit der Anthropologin Alpa Shah auf einen Nachtmarsch mit Indiens vergessenen Guerillas.
Freitag, 12.12.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
12.12.2025 In der Welt ärgert sich die Kunsthistorikerin Anna Wienert, dass jüdische Künstler nach 1945 keine Aufmerksamkeit erhielten - im Gegensatz zu Gerhard Richter und Anselm Kiefer. In der taz werfen die Schriftsteller Clemens Böckmann und Domenico Müllensiefen Mariam Lau von der Zeit vor, mit ihrer Rezension eines neurechten Romans, die Rechte weiter in die gesellschaftliche Mitte zu holen. Monopol bewundert in Bremen Künstlerinnen hinter Blumenstillleben in Gemälden von Sibylle Springer. Und die FAZ blickt mit Martin Helmchen und Schuberts Klaviersonaten ins Auge des Sturms.
9punkt - Die Debattenrundschau
12.12.2025 Im Tagesspiegel erzählt die Althistorikerin Babett Edelmann-Singer, wie es die AfD mit der Antike hält. "Die Leute, die auf Frieden mit Russland drängen, sollten sich einen Abend lang russische Medien anschauen", empfiehlt Karl Schlögel ebendort. In Nigeria werden die Christen sehr wohl verfolgt, hält die FAZ fest. Der SZ geht's gut - Zeit online erzählt, warum der Chefredakteur trotzdem gehen muss. Und Patricia Schlesinger und andere RBB-Hierarchen müssen weiter um ihre Ruhegelder kämpfen.
Bücherschau des Tages
12.12.2025 Der Dlf liest dank Scholastique Mukasonga ostafrikanische Geschichte aus einer neuen Perspektive. Die FR stellt entsetzt fest, inwieweit Gary Victors im Jahr 2000 im Original erschienene Dystopie die heutigen Verhältnisse in Haiti vorwegnimmt. Die FAZ folgt gebannt der Historikerin Hannah Catherine Davies, die die Geschichte sexueller Gewalt in der Bundesrepublik von 1973 bis 1997 erzählt. Mit Markus Gabriel stellt sie die Existenz "moralischer Tatsachen" fest.
Samstag, 13.12.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
13.12.2025 "Selbstgewähltes, aggressives Nichtwissenwollen", kennzeichnete westliche Öffentlichkeit einst gegenüber Stalins und heute gegenüber Putins Regime, sagt Marko Martin in der taz. Wolodimir Selenski wird am Montag nach Berlin kommen. Hier könnte sich entscheiden, ob die Ukraine den Preis für diese Ignoranz zahlen muss - aber die FAS macht sich noch Hoffnung. Trumps "Nationale Sicherheitsstragie" (inzwischen als "US-NSS" abgekürzt) macht den Zeitungen weiter Kopfzerbrechen. Ebenfalls in der FAS erzählt Ronya Othmann, warum sie mit Blick auf Syrien "eine große Einsamkeit" verspürt.
Efeu - Die Kulturrundschau
13.12.2025 Die Welt staunt, wie es Eva Victor gelingt, das Trauma einer Vergewaltigung in ihrem Film "Sorry, Baby" in eine "leichtherzige Tragikomödie" zu verpacken. Die SZ ist entsetzt über die ARD-Serie "Mozart/Mozart", in der man fast keinen Mozart hören kann. Hyperallergic ergründet im Jüdischen Museum in New York die beunruhigenden Körperlandschaften der Malerin Joan Semmel. Im FAZ-Interview spricht sich die Schriftstellerin Linn Ullmann gegen Canceln in der Kunst aus.
Bücherschau des Tages
13.12.2025 Es weihnachtet schon recht sehr, und da kommt manches Coffeetablebook gegen - zum Beispiel der tolle schwere Taschen-Band über Modeschmuck, oder der tolle schwere Taschen-Band über indigene Innovation, besprochen in taz und dlfkultur. Die FAZ begibt aich in Hinrich von Haarens Roman "Wildnis". Der Deutschlandfunk empfiehlt Andreas Pflügers Thriller "Kälter".
Montag, 15.12.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
15.12.2025 Der antisemitische Anschlag von Sydney kam nicht ohne Vorwarnung, schreibt die jüdische Australierin Claire Lehmann in Yascha Mounks Blog Persuasion - ihm ging eine ganze Reihe von Vorfällen voraus, die von der australischen Politik nicht ernstgenommen wurden. Alle Zeitungen freuen sich über die Freilassung von über 120 belarussischen Regimegegnern, darunter Maria Kolesnikowa - die FAZ beschreibt die grauenhaften Haftbedingungen. Heute ist ein Schicksalstag, mahnt nicht nur die taz: Unterwirft sich Europa? Zerbricht der Westen?
Efeu - Die Kulturrundschau
15.12.2025 Die Nachtkritik berichtet vom israelischen Theaterfestival "Isradrama" - und über den Boykott israelischer Künstler in Europa. Jens Balzer beobachtet in Zeit online mit Sorge die Verschmelzung von Fiktion, KI und Fanfiction bei Disney. Die Frankfurter Zeitungen vertiefen sich in "Das Bildnis des Dorian Gray" an den Frankfurter Bühnen. Aus den dunklen Kellerecken des britischen Postpunk kommt möglicherweise ein großer neuer Star, hofft der Standard: Sofia Isella.
Magazinrundschau
15.12.2025 Eurozine erkundet den Sinofuturismus. New Lines besucht das Königreich Eswatini, das aus den USA abgeschobene Flüchtlinge in sein Hochsicherheitsgefängnis aufnimmt. HVG erklärt, warum man László Krasznahorkai auch ohne Punkt sehr gut lesen kann. Der Guardian schildert das Dilemma der British Virgin Islands. In der LRB denkt John Lanchester über die KI-Revolution - oder eher das Revolutiönchen - nach. Verstka besucht eine Leichenhalle im russischen Rostow.
Bücherschau des Tages
15.12.2025 Die SZ ist beeindruckt von Oliver Jens Schmitts Buch über "Moskaus westliche Rivalen" und deren Widerstand gegen den imperialistischen Nachbarn. Die FAZ stürzt mit der Hörbuch-Version von Ozzy Osbournes Biografie "Last Rites" ab. Mit Cornelia Funke schaut sie hinter die verzauberten Fenster eines Adventskalenders. Der NZZ gehen beim Blättern durch einen Prachtband mit Albrecht Dürers gesammelten Werken die Augen über. Dlf Kultur geht mit Kathrine Nedrejord auf die Suche nach ihren samischen Vorfahren in Nordnorwegen.
Dienstag, 16.12.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
16.12.2025 Nicht viele gute Nachrichten heutzutage. "Juden der Welt! Ihr seid nirgends sicher", ruft Alexander Estis in einem verzweifelt klingenden Text in der SZ. Die Hongkonger Demokratiebewegung ist mit der drakonischen Verurteilung des Verlegers Jimmy Lai sozusagen offiziell beerdigt, fürchtet die FAZ. Die italienischen Zeitungen sind in einer lebensbedrohenden Krise, berichtet die taz. Nur die Ukraine ist nicht verloren, insistiert der Historiker Yaroslav Hrytsak in der FAZ: Denn die Ukrainer wollen sich einfach nicht unterwerfen.
Efeu - Die Kulturrundschau
16.12.2025 Die Filmkritiker sind entsetzt über den Mord an Regisseur Rob Reiner und seiner Frau. Die FAZ lässt sich von der singenden Ameisenkönigin aus Peter Ronnefelds grotesker Oper "Die Ameise" betören, die in Bonn zu sehen war. Die SZ gibt mit den Fadenkunstwerken der japanischen Künstlerin Kazuko Miyamoto bereitwillig eindeutige Perspektiven auf. Zeit Online fragt, warum unter Popstars in letzter Zeit der Nonnen-Look so beliebt ist.
Bücherschau des Tages
16.12.2025 Die FAZ fragt mit dem Historiker Paul Gilroy in "Schwarzer Atlantik", ob schwarze Musik von Spirituals bis Hip-Hop eine Verständigung über die Kontinente hinweg mit sich bringen kann. Mit Sarah Koldehoff verfolgt sie die Geschichte von "Dick Pics" bis ins Römische Reich zurück. Die taz blättert sich mit Janine Barchais' und Isabel Greenbergs Graphic Novel angeregt durch das Leben Jane Austens. Dlf widmet sich mit Marc Degens Roman über eine Comic-begeisterte Studenten-WG mit Vergnügen der "Verführung der Unschuldigen".
Mittwoch, 17.12.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
17.12.2025 Die Attentäter von Sydney handelten in einem Klima, in dem Antisemitismus normalisiert ist, erkennt die taz. In Atlantic geht David Frum noch weiter: Wer "Globalize the Intifada" ruft, weiß ganz genau, was er tut: Symbolische Gewalt ist eine Generalprobe für tatsächliche Gewalt. In der SZ können es Filip Dzyadko und Alexander Estis angesichts der Haftbedingungen kaum fassen, dass der russische Widerständler Alexej Gorinow noch lebt. In der FR erklärt die Philosophin Olivia Mitscherlich-Schönherr, dass sie eigentlich am liebsten mit denen diskutiert, die ganz anderer Meinung sind als sie.
Efeu - Die Kulturrundschau
17.12.2025 Allseitige Begeisterung über die von Christian Thielemann dirigierte Jubiläumsaufführung von Alban Bergs "Wozzeck" in Berlin - van ist insbesondere von der Besetzung beglückt. Herta Müller taucht in der Zeit tief in András Viskys Arbeitslagerroman "Die Aussiedlung" ein. Der Tagesspiegel ärgert sich darüber, wie durch Xavier Naidoos Comeback Antisemitismus normalisiert wird. Wenig Freude hatten die Filmkritiker an James Camerons Blockbuster "Avatar 3": Während die Welt Indigenenkitsch diagnostiziert, hofft die gleichfalls enttäuschte FAZ, dass der Film mit seinem Erfolg das Kino rettet.
Bücherschau des Tages
17.12.2025 Die FAZ empfiehlt euphorisch Miku Sophie Kühmels Roman, der der Dadaistin Hannah Höch endlich ihren verdienten Platz in der Geschichte einräumt. Die NZZ verstrickt sich mit Colombe Schneck in "Lügen im Paradies". Die taz verfolgt in Juliane Baldys Roman "Frau Fünf" gebannt, wie Heldin Mirjam nach einer Trennung langsam dem Wahnsinn verfällt. Die FR rockt mit Kersty und Sandra Grether und ihren "Rebel Queens" durch die Musikgeschichte. Dlf verliert sich nur allzu gern im "lyrischen Parlando" von Norbert Hummelts Gedichtband "Hellichter Tag".
Donnerstag, 18.12.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
18.12.2025 Identitätspolitik von links ist auch nicht besser als die von rechts, meint in der FAZ der Historiker Stephan Lehnstaedt, zumal sie klassisch imperiale Handlungsmuster aufweise. Die Zeit fragt sich, warum Mathias Döpfner Erinnerungskultur als Hemmnis für den Fortschritt zu begreifen scheint. Den Venezulanern wäre sehr geholfen, würde Maduro abdanken, meint die SZ, aber Donald Trump vermasselt auch das. In der NZZ erklärt der Historiker Sergey Radchenko, warum Putin noch gefährlicher als Stalin ist. Die FR fürchtet um die Medienvielfalt in Italien, sollten italienische Zeitungen nicht ins Ausland verkauft werden dürfen.
Efeu - Die Kulturrundschau
18.12.2025 Die Kritiker sind untröstlich über den überraschenden Tod des Filmemachers Rosa von Praunheim, der die Schwulenbewegung in die Mitte der Gesellschaft trug: So einen wie ihn gibt es nur einmal, seufzt die FAZ. Wolfram Weimers "Investitionsbooster" für den deutschen Film ist eine Farce, errechnet die Welt. Monopol lauscht in einer New Yorker Ausstellung der Stille in den Selbstporträts der finnischen Malerin Helene Schjerfbeck. Zeit Online hört sich angeekelt den Antisemitismus im Deutschland-Song von Rapper Kollegah an, der vor allem Rechte begeistert.
Bücherschau des Tages
18.12.2025 In der Zeit preist Herta Müller András Viskys Roman "Die Aussiedlung" als über die Historie hinausreichendes magisches Dokument. Die SZ versinkt in Natascha Wodins "Erinnerungstableaus" über das Altern. Beklommen folgt die FAZ Pussy Riot-Mitglied Maria Aljochina durch Putins Russland. Die taz erinnert sich gern nochmal an Klatsch un Tratsch der Achtziger in einem Sammelband über das Indie-Magazin Elaste. Und Dlf Kultur erinnert sich mit Zia Qasemi an ein vergangenes Afghanistan.
Freitag, 19.12.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
19.12.2025 Die FAZ entflieht im Berliner Brücke-Museum mit berückenden Seestücken von Karl Schmidt-Rotluff für einen Moment den Katastrophen der Welt. Anfang des Jahrtausends kam das aufregendste Kino der Welt aus Asien, erinnert sich die FR. Und alle trauern um den niederländischen Choreografen Hans van Manen, den "Mondrian des Tanzes".
9punkt - Die Debattenrundschau
19.12.2025 Implodiert die Welt wegen des Größenwahns zweier Politiker? Die Medien schreiben über Trumps immer verrücktere Ausbrüche - und sein Dösen in Kabinettssitzungen. Die FAZ notiert auch den Größenwahn eines anderen: Russland habe vollkommen neue Waffen und ist praktisch unschlagbar, ist sich Putin sicher. Auch in Deutschland bricht sich ein politischer Wahn Bahn: Der Politikwissenschaftler Markus Linden fragt sich in Zeit online, ob sein Kollege Nils Kumkar wirklich ein zynisches Machtspiel der Linken will, das darin besteht, erstmal die AfD dranzulassen?
Bücherschau des Tages
19.12.2025 Der FAZ freut sich in wiederentdeckten Erzählungen von Maria Lazar an deren Liebe zum Absurden. Als gleichermaßen zartes wie heftiges Buch empfiehlt sie Nancy Hüngers poetische Miniaturen über zwei Neurotiker. Die FR schätzt einmal mehr das klare politische Urteil von Irina Scherbakowa. Die SZ lobt, wie Lena Steffinger über psychische Erkrankungen aufklärt. Und der Dlf Kultur spürt absolute Gegenwart in Gedichten von Marit Heuß.
Samstag, 20.12.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
20.12.2025 Angst vor Russland bewog die EU, erstmals gemeinsame Schulden aufzunehmen - eine Blamage, so die SZ. Putin trumpft inzwischen laut FAZ auf: Was schert ihn Trumps Friedensplan - er will eine gleichgeschaltete Regierung in Kiew. Die Ukrainer bereiten inzwischen Borschtsch fürs Fest vor, erzählt Jurko Prochasko in der FAS, wissen aber nicht, ob sie ihn noch essen können. Der neue Antisemitismus hat es geschafft, die ganze Welt zu einem Ort zu machen, an dem Juden unerwünscht sind, schreibt Eva Illouz in der SZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
20.12.2025 Die Theaterkritiker fegt es von den Sitzen: Gleich zwei Mal großes Schauspielertheater in Wien - als Ensemble-Gesamtglanzleistung in Simon Stones Ibsen-Projekt "Das Ferienhaus" am Burgtheater und Lore Stefaneks Monolog als Goebbels-Sekretärin Brunhilde Pomsel am Theater in der Josefstadt. Die FAZ bewundert im Münchner Museum Fünf Kontinente die Schnitzkunst der Maori. Die taz ist fassungslos, dass der Asylantrag des im Iran bedrohten Regisseurs Jafar Najafi abgelehnt wurde. Die SZ begeistert sich für Fotzenrap.
Bücherschau des Tages
20.12.2025 Die NZZ stellt zwei Klassiker aus der Ukrainischen Bibliothek vor: Taras Schewtschenko und Lesja Ukrajinka. Die FAZ ist fasziniert von den Antworten, die Pier Paolo Pasolini auf Leserbriefe in der linken Wochenzeitschrift Vie nuove schrieb. Die taz begegnet in Richard Schuberths Roman "Der Paketzusteller" dem Rest der Kulturlinken. Dlf Kultur vertieft sich in einen postmodernen Band zum Küchentuch.
Montag, 22.12.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
22.12.2025 Im SZ-Interview ist die brasilianische Filmemacherin Petra Costa stolz auf die Demokratie in ihrem Land, auch weil der einstige rechtspopulistische Präsident Bolsonaro zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Die Rumänen haben im Zweiten Weltkrieg aus eigener Initiative Hunderttausende Juden umgebracht - Alexandru Bulucz schildert in der FAZ die rumänischen Schwierigkeiten im Umgang mit dieser Geschichte. Die SZ ist enttäuscht von Eva Menasse und Daniel Marwecki die behaupten, sie könnten sich nicht frei zu Israel äußern, und dafür extra in die Schweiz gehen. Die NZZ beleuchtet die immer neuen Proteste in Marokko.
Efeu - Die Kulturrundschau
22.12.2025 Sergei Loznitsas Film "Zwei Staatsanwälte" wirft die überzeugte taz zurück in den stalinistischen Terror. Wer genau bei der ARD hat eigentlich diese schwachsinnige Mozart-Serie durchgewunken, fragt der Mozartforscher Ulrich Konrad in der FAZ. Claudia Bossards Inszenierung von Schillers "Räubern" am Deutschen Theater finden die Kritiker ziemlich cringe. Für eine Lesung mit Joachim Lottmann in Berlin lässt die SZ alles stehen und liegen. Und alle trauern um den österreichischen Künstler Arnulf Rainer.
Bücherschau des Tages
22.12.2025 Die FAZ liest spukige Kinderbücher: Mit Sabrina Schmohl kämpft sie gegen Nebelgeister, von Matthew Forsythe lernt sie, wie man sich mit einem Geist als WG-Bewohner arrangiert. Die NZZ gibt sich Giovanni Boccaccios vergessenen Sonetten hin. Die SZ erfährt von Franz-Josef Brüggemeiers Thatcher-Biografie, dass es den "Thatcherismus" eigentlich nicht gegeben hat. Und Dlf empfiehlt wärmstens Anthony Burges' fantasievollen Roman über Jesus.
Dienstag, 23.12.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
23.12.2025 Die Art Basel eröffnet einen weiteren Ableger in Katar - aber bitte keine nackten Frauen zeigen! Der Direktor der Messe hat damit in der NZZ kein Problem. Wie man der Zensur entgeht, lernt die FR in einer Hans-Ticha-Retrospektive in Rostock. Der Tagesspiegel freut sich, dass Guido Masanetz' Klassenkampfstück "In Frisco ist der Teufel los" erstmals auch im Westen zu sehen ist. Die FAZ fragt sich, ob nicht auch Verlage und Buchhandlungen längst die Nase über die Literaturkritik rümpfen. Und alle trauern um Chris Rea.
9punkt - Die Debattenrundschau
23.12.2025 Wo genau liegt der Westen? Der AfD-Vordenker Benedikt Kaiser (interviewt von starke-meinungen.de) und die berühmte Cambridger Althistorikerin Josephine Quinn in ihrem Buch "Der Westen" sind sich einig, auch wenn sie aus unterschiedlichen Richtungen kommen: in der Requisitenkammer einer obsoleten Ideologie. Aber es gibt auch Gegenstimmen, bei den Ruhrbaronen, und in der FAZ. Die taz erzählt, was in Warschau wiederaufgebaut wurde und was nicht und warum.
Bücherschau des Tages
23.12.2025 Die Zeit traut den eigenen Gefühlen nicht mehr nach der Lektüre von David Szalays Roman „Was nicht gesagt werden kann“. Die FAZ lässt sich von John Boyles „Elementenquartett“ gebannt an Schreckenshorizonte führen. Von dem Historiker Christian Stein erfährt sie, wie die Wehrmacht an der Ostfront ganze Dörfer niederbrannte. Die SZ bewundert das Feingefühl, mit dem Leon Engler von den vielen psychischen Krankheiten einer Familie erzählt. Die taz schwelgt in einem Prachtband mit allen Radierungen und Lithografien Goyas. Und Dlf Kultur schmachtet mit Liebesgedichten von Giovanni Boccaccio.
Mittwoch, 24.12.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
24.12.2025 Im Interview mit der Zeit überlegt der irische Pastor Gary Mason, wie das Karfreitagsabkommen ein Ende des Nahost-Konflikts inspirieren könnte. Der Historiker Simon Sebag Montefiore erinnert in der FR daran, wie eng die Europäer buchstäblich miteinander verwandt sind. Die SZ blickt vorsichtig optimistisch auf die Frauen im Iran, die sich immer öfter unverhüllt zeigen. Allerdings ist das nach wie vor lebensgefährlich, wie der Fall der zum Tode verurteilten Zahra Shahbaz Tabari zeigt, die für "Frau, Widerstand, Freiheit" eintrat, berichtet der Spiegel. Jesus war Jude, erinnert der Politikwissenschaftler Ján Kapusňak in der FAZ angesichts von Bildern, die das Jesus-Kind in ein Palästinensertuch gewickelt zeigen.
Efeu - Die Kulturrundschau
24.12.2025 Der französische Theaterimpressario Joël Pommerat verzaubert die FAZ in Paris mit einer Symphonie des Grauens. critic.de begeistert sich für die Freiräume in Hafsia Herzis Banlieu-Film "Die jüngste Tochter". Warum ist der Kunst nur die Erzählung abhanden gekommen, wundert sich die Welt. Die SZ spaziert in Weil am Rhein beeindruckt durch das von Stararchitekt Balkrishna Doshi entworfene Doshi Retreat. Die Ukraine hat ihre Kulturszene viel zu wenig gefördert, meint die ukrainische Künstlerin Kateryna Lysovenko in der Presse. Wir wünschen allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest!
Bücherschau des Tages
24.12.2025 Die FAZ blättert beeindruckt in den Erinnerungen Irina Schostakowitschs über die letzten Lebensjahre ihres Mannes. Von Walter Schübler lernt sie, wie viel "Kulturkampfpotenzial" in einem Stück Torte stecken kann. Die SZ vertieft sich in Peter Heathers Geschichte des Christentums. Die FR trifft bei Sigrid Nunez das Pinseläffchen Mitz, das die Bloomsbury Group aufmischte. Dlf wimmelt vergnügt durch Bilderbücher von Cynthia Cliff und Stephane Frattini. Und der Perlentaucher wünscht all seinen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten!
Samstag, 27.12.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
27.12.2025 Die Mehrheit der AfD-Wähler sei keineswegs gegen Demokratie, glaubt Juli Zeh in der taz. Mag sein, ist aber ziemlich naiv, meint der ehemalige Verfassungsrichter Andreas Voßkuhle im Tagesspiegel, denn die AfD will den Parlamentarismus abschaffen. Die Welt warnt vor radikalen Christen in den USA, die die demokratische Partei für dämonisch halten. In der FAZ blickt der Philosoph Michael Hampe indes besorgt auf die neoreaktionäre Revolution in den USA. So eine große Wassernot wie aktuell gab es nie im Iran, erzählt der Schriftsteller Amir Hassan Cheheltan in der NZZ.
Efeu - Die Kulturrundschau
27.12.2025 Die Welt ärgert sich über die deutschen Behörden, die den Asylantrag des iranischen Regisseurs Jafar Najafi abgelehnt haben, obwohl der in der Heimat ins Visier der Revolutionsgarden geraten ist. Eskapismus gibt es in der ukrainischen Kunstszene nicht mehr, erklärt die Kuratorin Alona Karavai im taz-Gespräch. Welt und SZ bekommen in einer Bonner Ausstellung gezeigt, dass die Arbeitswelt von 1890 bis 1940 der heutigen gar nicht so unähnlich war. Die taz porträtiert außerdem die ukrainische Lyrikerin Yaryna Chornohuz, die in ihrem Heimatland an der Front kämpfte.
Bücherschau des Tages
27.12.2025 Die FAZ hebt mit Jorge Baron Bizas Roman "Die Wüste und ihr Samen" einen literarischen Schatz. Mit Katherina Poladjan wandert sie über den "Goldstrand" der bulgarischen Schwarzmeerküste. Die FR geht mit den Helden aus Max Baitingers Graphic Novel "Hallimasch" auf einen hallizogenen Trip nach Leipzig. Die SZ kann Andras Viskys Roman "Die Aussiedlung" über das Leben und Sterben in stalinistischen Gulags gar nicht genug loben. Und Dlf Kultur trinkt mit Anthony Burges und Jesus Wein in Kana.
Montag, 29.12.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
29.12.2025 Was passiert, wenn die AfD in einigen Bundesländern die Mehrheit gewinnt? In der SZ malt Politik-Professor Andreas Petrik aus, welche Institutionen die Partei zuerst abwickeln würde. Deutsche Medien setzten sich nur ungern mit ihrer Vergangenheit auseinander, konstatiert die taz am Beispiel der Oldenburger Nordwest-Zeitung. Nicht NGOs wie "HateAid" sind das Problem, sondern die Tendenzen, die sie bekämpft, meint Zeit online.
Efeu - Die Kulturrundschau
29.12.2025 Brigitte Bardot ist tot: Die Kritiker erinnern an eine Schauspielerin, die sich zwischen emanzipierter Weiblichkeit und männlichem Blick bewegt hat, politisch aber ziemlich weit rechts stand. Mit Claire M Singer und ihrem neuen Album unternimmt die taz anregende Spaziergänge durch Schottland. Die FR lauscht in Peter Ronnefelds Oper in Bonn einer Ameise beim Gesangsunterricht. In Russland wird es immer schwieriger, die stalinistischen Verbrechen auch künstlerisch aufzuarbeiten, stellt die FAZ fest.
Bücherschau des Tages
29.12.2025 Die SZ fliegt mit Cesar Airas Hasen vor der Realität davon. Von Anne Sudrow lässt sie sich die Geschichte des Kräutergartens im Konzentrationslager Dachau erzählen, in dem die SS Heilpflanzen anbauen ließ. Die FR widmet sich mit J.C. Mastermans Krimi "Die Oxford-Tragödie" einem unterhaltsamen Whodunnit im College-Milieu. Die FAZ lässt sich von Jimmy Wales Optimismus in "Trust" den Glauben an die Menschheit zurückgeben.
Dienstag, 30.12.2025
Efeu - Die Kulturrundschau
30.12.2025 Die FAZ ist ganz begeistert von der Vorstellung eines Berliner "House of Jazz", das sich nun bald realisieren könnte. Ebendort sorgt sich der Komponist Samuel Penderbayne um den Zustand der Neuen und zeitgenössischen Musik. Mit fast hundert Jahren Verspätung kommt Julia Kerrs verrückte Zeitreise-Oper "Der Chronoplan" bald auf die Bühne, jubelt die Zeit. Die taz bewundert, wie das Mädchen Doris aus Irmgard Keuns Roman "Das kunstseidene Mädchen" beim Figurentheater in Bremen zwischen existenzieller Trauer und Kessheit schillert.
9punkt - Die Debattenrundschau
30.12.2025 Die Vereinigten Staaten feiern nächstes Jahr ihren 250. Geburtstag, ob als Demokratie muss laut FAZ noch geklärt werden. Die Presse hat jedenfalls keinen Umgang mit Donald Trump gefunden, konstatiert die FR. Eines schafft Trump aber nicht: Frieden in der Ukraine - die Ukrainer werden Gebietsabtretungen kaum zustimmen, so der ukrainische Politologe Wolodimir Fesenko in der NZZ. Die taz stellt mit Erstaunen fest: Die Nazis förderten Frauensport, und die Frauen dankten es mit Treue zum Führer.
Bücherschau des Tages
30.12.2025 Die taz jubelt über die wieder entdeckten expressionistischen Grotesken von Else Onno, alias "El Hor", die zwischen Lust- und Todessehnsucht changieren. Die FAZ blickt mit Guillaume Paoli skeptisch auf den Optimismus. In Lionel Richies Memoiren sieht sie ein hochinteressantes Stück Pop- und Kulturgeschichte. Die FR wird mit Natascha Wodins witzigen Beobachtungen in "Die späten Tage" gerne alt. Dlf bleibt bei der Lektüre von Juliane Baldys Roman "Frau Fünf" das Lachen im Halse stecken.
Mittwoch, 31.12.2025
9punkt - Die Debattenrundschau
31.12.2025 Der amerikanische Angriff auf ein Hafengebiet in Venezuela ist reinster Imperialismus, kritisiert der Historiker Alan McPherson bei Zeit-Online. In der taz wünscht sich der Politikwissenschaftler Vladimir Tismăneanu mehr historische Bildung über den Faschismus bei Präsident Nicușor Dan. Die SZ betrachtet das urbane Idyll, das die Russen in Mariupol zu schaffen versuchen, nachdem sie die Stadt zerstört haben. Die FAZ fragt sich, warum Donald Trump 2025 die Fehler der Deutschen gegenüber Russland wiederholt. Außerdem überlegt sie mit der kanadische Philosophin Kimberley Brownlee, ob Männer für ihre Gebärbehinderung entschädigt werden sollten. Und: Wir wünschen allen Lesern und Tauchern einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Efeu - Die Kulturrundschau
31.12.2025 Die Zeit erfreut sich in einer Hamburger Ausstellung an sakraler wie profaner Katzen-Kunst. Die taz fröstelt es in François Ozons Camus-Adaption "Der Fremde". Der Tagesspiegel erinnert an den Stadtplaner James Hobrecht, ohne den Berlin nicht aussehen würde, wie es aussieht. Warum interessiert sich niemand mehr für Jean Paul, fragt Franzobel in der Welt. Die SZ freut sich über eine 84 CDs umfassende Box mit Aufnahmen von Friedrich Gulda.
Bücherschau des Tages
31.12.2025 Die NZZ besucht mit den "Waterjournals" des amerikanischen Künstlers, Aktivisten und Außenseiters David Wojnarowicz die Ausgestoßenen im New Yorker der Siebziger. Die taz lobt Nina Schedlmayers Biografie der lesbischen Avantgarde-Malerin Stephanie Hollenstein, die zur glühenden Hitler-Unterstützerin wurde. Das Klügste, was aktuell über China auf Deutsch zu lesen ist, sind die Essays des chinesischen Dissidenten Yang Lian, versichert die FAZ. Und Dlf Kultur lauscht mit Cécile Oumhani einem poetischen Zwiegespräch zweier Frauen am Ende der Welt. Und damit wünscht der Perlentaucher all seinen LeserInnen einen guten Rutsch ins Jahr 2026!